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Dr. Karin Kelle-Herfurth

@karin-kelle-herfurth.de
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Beratende Fachärztin PRM, MHBA: Rehabilitative Prävention und Gesundheitsökonomie – hier: Strukturanalysen und Reflexion professioneller Kommunikation, institutioneller Machtlogiken und Handlungsräume | #MECFS #LongCOVID

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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 13/10/2026
Für Bücher hat Springer Nature im Juni angekündigt, Hinweise auszustellen, solange intern geprüft wird (Expression of Concern). Ein Erratum beendet die Klärung, bevor sie begonnen hat. Warum gibt es hier keinen solchen Hinweis? Ein bemerkenswerter Vorgang. Link zum Kommentar: lnkd.in/p/egdy6pXc
Screenshot der Fortsetzung desselben LinkedIn-Strangs. Antwort einer Kommentatorin (Name unkenntlich gemacht): „Danke Ihnen! Sie finden immer die Worte, die ich nicht mehr habe.“
Antwort von Dr. Karin Kelle-Herfurth: „Die fehlenden Worte hätte ich mir auch vom verantwortlichen Herausgeber und vom Verlag gewünscht. Das Erratum steht unter dem Namen der Autorenschaft. Und dort stehen die Vorgänge im Passiv ohne Agens: Die Korrekturen ‚wurden nicht kommuniziert‘, eine nicht autorisierte Version ‚wurde publiziert‘, das Kapitel ‚wurde angepasst‘. Wer entschieden hat, nennt es nicht. Bemerkenswert ist auch, dass es eine Freigabe nur einmal benennt – dort, wo sie entlastet. Von einer Prüfung steht nichts, zur gedruckten Auflage nichts, obwohl es die Drucklegung selbst anführt.
Die Springer-Richtlinie sieht für Zeitschriften bei ernsten Integritätsproblemen die Expression of Concern vor: einen Hinweis, der Lesende warnt, solange geprüft wird. Für Bücher hat Springer Nature im Juni laut Retraction Watch angekündigt, solche Hinweise ebenfalls auszustellen, solange interne Prüfungen laufen.
Eine Prüfung sollte nicht bei denen liegen, die selbst beteiligt sind. Wer beschreibt, dass Passagen ohne Rücksprache in das eigene Kapitel gelangten, hätte selbst Anlass, auf unabhängiger Klärung zu bestehen. Das Erratum ersetzt diese ja nicht.“
Darunter Linkvorschau: „Springer Nature to start issuing expressions of concern for books“, retractionwatch.com.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 13/10/2026
Darf ich das für einen Artikel zitieren? Dieselbe Art unter V. Köllners LinkedIn-Beitrag zum Erratum: Er kündigt an, sich sachlicher Diskussion zu stellen, antwortet aber nicht mehr. Springer Nature meldet also Vollzug, ohne zu klären, wie die Passagen hineinkamen, wer sie freigab und wer das prüft.
Screenshot eines LinkedIn-Kommentars unter dem Beitrag von Volker Köllner zum Erratum von Kapitel 91. Oben angeschnitten das Erratum: „Die aktualisierte Version dieses Kapitels finden Sie unter https://doi.org/10.1007/978-3-662-72268-8_91“. Darunter Kommentar von Dr. Karin Kelle-Herfurth:
„Sie teilen die Kritik ‚in mehreren Punkten‘ und begründen die Distanzierung damit, dass die Aussagen nicht von Ihnen stammen. Korrigiert wurde also, was nicht autorisiert war. Aufgefallen waren die Passagen auch Ihnen nicht beim Einstellen auf ResearchGate. Bemerkt haben sie Betroffene, über die Sie schreiben, und Fachpersonen, öffentlich und auf eigene Kosten.
Sie stellen sich der Diskussion, wenn sie ‚sachlich und ohne persönliche Anfeindungen‘ geführt wird. Was als sachlich gilt, entscheiden Sie. Wenn Einwände als ‚emotionale Reaktionen‘ und Nachfragen als ‚Blame‘ gelten; fachliche Mängel und Belege, die nicht tragen, unbeantwortet bleiben, ist das Tone-Policing.
Ich lese das mit Befremden. Wer in Leitungspositionen Lehrbücher schreibt oder herausgibt, setzt Kategorien, mit denen andere beobachten. Wissen bedingt Verantwortung. Jedes wissenschaftliche Arbeiten verlangt, Widerspruch zu prüfen, bevor er eingeordnet wird, und frühere Annahmen zu korrigieren.
Gibt es für solche Vorgänge nicht die Expression of Concern? Ein Hinweis am Kapitel, solange unabhängig geklärt wird, wie die Passagen hineinkamen, wer sie freigab und warum Begutachtung und Lektorat sie übersahen.
Ein Erratum beendet diese Klärung, bevor sie begonnen hat.“

19 Reaktionen, 3 Antworten, 752 Impressionen.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 29/08/2026
Bitte unterzeichnet die Petition 202297 zur Absicherung der ambulanten frauenärztlichen Versorgung und zur Änderung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. #Frauengesundheit #Krebsvorsorge #Schwangerschaft #Prävention #Früherkennung #Nachsorge Hier ✍️: epetitionen.bundestag.de/content/peti...
Screenshot, Bestätigung der Mitzeichnen der Petition 202297
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 28/08/2026
Ah, Danke. Jetzt sehe ich es. Das Fragezeichen ist ein Überbleibsel der Titelkürzung für die Linkvorschau. Nehme ich gleich mal weg. Im eigentlichen Titel steht es an der richtigen Stelle:
Screenshot der Artikelüberschrift: „Entlastung – aber für wen? Was das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz für chronisch kranke Menschen bedeutet.“
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 28/08/2026
Sämtliche Figuren, Psychologisierung, Moralisierung und Responsibilisierung bis hin zum medialen Geltungsentzug #systemischesGaslighting: Wer Folgen benennt, muss am Ende Wahrnehmung und Berechtigung erklären. Aber eine Demokratie macht nun mal aus, Politik zur Rechenschaft für Eingriffe zu ziehen.
Screenshot meines LinkedIn-Beitrages 1/3:

Sehen Sie sich an, wie man aus politischer Kritik ein Problem der Kritikerin macht - das RTL-Gespräch: ein Rhetorik-Lehrstück!
Noch bevor Kinderärztin Dr. Bea Merscher etwas sagt, ist der Frame gesetzt: Sie „teilt ziemlich gegen die Bundesregierung aus".
Merscher fragt Merz, warum er seinen Amtseid breche, „den Nutzen des Volkes zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden", und menschenverachtende, zerstörerische Gesetze" erlasse. Scharf, personalisiert, normativ - aber sie benennt Maßstab und Folgen.
Merz antwortet auf eine stärkere Aussage und setzt den Vorwurf einer „gezielten, vorsätzlichen Zerstörung" des Gesundheitssystems. Ein #Strohmann, dazu #TonePolicing und #Geltungsentzug: Wer so argumentiere, werde „kaum noch Gehör finden".
Medial verstärkt wird: „Kinderärztin nennt Merz menschenverachtend." Der Referent wandert von Gesetzen zur Person.
Merscher nennt 2,64 Milliarden Euro Kürzungen im ambulanten Bereich und fragt nach Folgen für gesetzlich Versicherte.
Die Moderation macht daraus: „Das ist das Gefühl, was viele haben." Merz übernimmt: „Das ist ein Gefühl." Pause. „Aber das entspricht nicht unserem Gesetz."Screenshot 2/3: 

Hier das Gesetz als Wirklichkeit, dort die Gefühl der derjenigen, die die Folgen beschreiben. Eine Verteilungsfrage wird psychologisiert. „Alle sind beteiligt" beantwortet nicht, wer wie stark belastet wird.
Bei der Attestpflicht ab Tag 1 kritisiert Merscher unnotige Praxiskontakte. Merz erklart, man stelle nur den Zustand vor Corona wieder her - und damals habe sie keine Petition gestartet. Er vermischt Attestpflicht und telefonische AU; die Moderatorin weist darauf hin, er bleibt dabei.
#Konsistenzangriff und #TuQuoque: Aus der Sachfrage wird „Warum haben Sie sich früher nicht beschwert?"
Bei den Kürzungen folgt auf „Wir kürzen nicht." der Verweis auf gestiegene Budgets und über 500 Milliarden Euro Gesundheitsausgaben. Später:
„Sparrunde" und „natürlich auch kürzen müssen".
Hohe Gesamtausgaben widerlegen keine konkrete Kürzung. #RedHerring durch Aggregation: anderer Maßstab, Einwand offen.
Dann: „Da sind Sie als Teil dieses Gesundheitssystems auch Nutznießer. Sie als Ärztin. Sie könnten ohne dieses Gesundheitssystem nicht leben."" Fachkritik wird #adHominem über Interessenzurechnung moralisch umcodiert: Die Kritikerin wird zur „Nutznießerin".
Die Form zieht sich durch: Folgen werden subjektiviert, Kritik moralisiert, Verantwortung zurückgespielt. Ton, frühere Petitionen, berufliche Rolle und „Gefühl" stehen zur Prüfung.Screenshot 3/3:

Die Form zieht sich durch: Folgen werden subjektiviert, Kritik moralisiert, Verantwortung zurückgespielt. Ton, frühere Petitionen, berufliche Rolle und „Gefühl" stehen zur Prüfung.

Kurz zuvor hatte Merz „Kulturpessimisten, Untergangspropheten, Nöler, Nörgler ... Berufskritiker" zum „Wegtreten" aufgefordert.
Schärfe aus dem Kanzleramt gilt als politische Ansage.
Schärfe gegen Regierungspolitik kann Geltung kosten.

In dieser Verschränkung von Psychologisierung, Moralisierung, Responsibilisierung und Geltungsentzug wird #systemischesGaslighting greifbar: 
Wer Folgen benennt, muss am Ende Wahrnehmung und Berechtigung erklären.

Demokratie verlangt von Politik Rechenschaft für
Eingriffe.

Darunter Ausschnitt des Beitrages von Dr. Bea Merscher mit Profilfoto 
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 27/08/2026
Von Genesung zu erzählen ist ein Sortiervorgang, nachträgliche Ordnungsarbeit. Wer erzählt, setzt Bruchstücke in anderer als erlebter Reihenfolge zusammen. Kohärenz: sinngekoppelte Leistung. Und sie kann helfen, Verluste zu integrieren. Aber das ist keine Auskunft, wodurch sich ein Verlauf erklärt.
Screenshot, Ausschnitt LinkedIn-Beitrag:

„Nachdem ich X verändert hatte, wurde es besser.“

Das ist zunächst eine berichtete Beobachtung mit zeitlicher Relation.

„X war entscheidend für meine Genesung.“

Eine Interpretation des Zusammenhangs.

„X hat meine Genesung bewirkt.“

Eine kausale Schlussfolgerung.

„X ist ein wichtiger Faktor bei ME/CFS.“

Eine Generalisierung.

„Bei anderen Betroffenen sollten wir daher X therapeutisch adressieren.“

Eine Handlungsableitung.

Aus X folgt nicht automatisch Y.
Zwischen diesen Aussagen liegen unterschiedliche Schlussoperationen. Mit jedem Übergang verändert sich der Geltungsanspruch und der Begründungsbedarf steigt.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 15/07/2026
Uns bleibt jetzt nur, auf diejenigen zu setzen, die entscheiden können und Einfluss nehmen wollen. Die Hardliner sind zwar lauter. Aber es gibt viele Politiker, die sich engagieren und an Gesetz und Anstand halten. Denen gilt es auch, den Rücken zu stärken, um Widerstand zu leisten, solange es geht.
Bildausschnitt aus dem verlinkten Artikel, letzter Absatz:

Andernfalls bleibt die Prüflast bei denen, die die Konsequenzen tragen - weil diese Lastverteilung als alternativlos im Raum steht, solange über andere Wege nicht gesprochen wird. Wer sie als alternativlos behandeln kann, muss nicht begründen, warum Umsetzungsalternativen nicht in Betracht kamen oder welche geringer gewichtet wurden - gerade jene, die politisch mehr Konflikt bedeutet hätten.

Rückhalt ist die Ressource, die intern zählt.

Machen Sie auch Ihre Zustimmung sichtbar. Rückhalt ist keine Nettigkeitsgeste, und er ist mehr als Ermutigung. Abgeordnete entscheiden unter Anschlussbedingungen: Wer eine Korrektur vertritt und Anderungen erstreiten muss, braucht Mehrheiten in der eigenen Fraktion - und dafür den Beleg, dass die Position außerhalb mitgetragen wird. Wer benennt, wotür er seine Stimme gibt und worauf andere sich verlassen können, liefert diese Ressource, wenn es darauf ankommt und Argumente weniger Anschluss finden. Sichtbare Zustimmung wiegt gegen die, die lauter auttreten.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 11/07/2026
Der Kommentar mag richtig klingen - aber auf ein Nicht-Argument wie „Das beste soziale Sicherungssystem »nützt nichts, wenn wir nicht in Freiheit und in Frieden leben«“ verliert jede Gegenrede, wenn sie im selben Rahmen bleibt (hier über „Nutzen“). 👉 s. Alttext www.linkedin.com/posts/drkell...
Bildschirmfoto meines LinkedIn-Beitrages mit verlinkten Ressourcen und Quellen
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 17/06/2026
#Ganzheitlichkeit ist immer gut? Psyche und Nervensystem immer beteiligt, also auch behandlungsbedürftig? Das ist ein Zirkelschluss, der alles integriert und nichts unterscheidet. Wer nicht differenziert, erkennt Machtwirkungen und eigene rhetorische Gewalt nicht. 👉 de.linkedin.com/posts/drkell...
Screenshot – Ausschnitt meines verlinken LinkedIn-Beitrages:

Und die fachliche Herausforderung liegt nicht darin, ob sich Veränderungen im Nervensystem beobachten lassen, sondern darin, welche Bedeutung ihnen zugeschrieben wird und welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden.

Handelt es sich um Ursache, Folge oder Anpassungsreaktion? Um einen spezifischen Krankheitsmechanismus oder einen unspezifischen
Befund?
Und: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Diagnostik, Behandlung, Rehabilitation, Begutachtung, soziale Sicherung?

Gerade an diesen Übergängen wird häufig mehr vorausgesetzt als begründet.
Dass ein Befund existiert, beantwortet seine Bedeutung noch nicht.
Dass eine Erklarung plausibel erscheint, begründet noch keine Intervention.
Und dass ein Modell anschlussfähig ist, sagt wenig darüber aus, ob die daraus abgeleiteten Entscheidungen nutzen oder schaden.
Interessant ist dann die Verteilung der Begrundungslasten:
Wer auf Fehldiagnosen, Schäden oder Versorgungslücken hinweist, sieht sich auf einmal in Erklärungsnot, nichts gegen Nervensystem, Psyche oder Ganzheitlichkeit zu haben.
Die Frage, welche Annahmen zwischen Beobachtung, Deutung und Handlung liegen, bleibt dagegen unbeantwortet.
So werden Diskussionen trotz wachsender Evidenzlage immer wieder auf Plausibilitätsfragen zurückgeführt.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 15/06/2026
Das ist der Zirkelschluss jeder Anwendung von Modellen, die alles integrieren und nichts mehr unterscheiden. „Maskiert wird die eigentliche Frage: Welche Folgen entstehen aus den Deutungen, die wir verwenden? Und woran würden wir erkennen, dass wir falsch liegen?“ www.linkedin.com/posts/drkell...
Screenshot mit Ausschnitt meines verlinkten LinkedIn-Beitrages
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 23/05/2026
Formal nach SGB II wohnberechtigt, praktisch wohnungslos? Das wird zunehmen, da innerhalb der Mietobergrenzen vielerorts kaum noch Wohnungen existieren. Die Petition 197821 hat kaum Mitzeichnungen – nur noch 3 Tage. Los, legen wir 29.000 Stimmen drauf! 👉 epetitionen.bundestag.de/petitionen/_...
PDF-Screenshot der Petition 197821 „Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II) - Realistische und gerechtere Regelungen zu Wohnkosten“
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 19/04/2026
Update: Schaut, was Ihr ermöglicht! Innerhalb von 6 Stunden fast 1.900 neue Mitzeichnungen. Vorgestern war nicht mal 1/3 des Quorums erreicht. Aber: es gibt parallel Petitionen auf OpenPetition und change. org, die Unterstützung zersplittern. Wer unterschreiben will: bitte auch (vor allem) hier. 👇
Screenshot der Bundestags-Petition 195716, Stand 14:01 Uhr: 23.163 Online-Mitzeichnungen, Quorum noch nicht erreicht, 36 Tage verbleibend.Screenshot derselben Petition, Stand 20:24 Uhr: 25.029 Online-Mitzeichnungen — knapp 1.900 mehr als 6 Stunden zuvor. Quorum noch nicht erreicht.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 19/04/2026
#Eingliederungshilfe bildet eine Grundlage für gesellschaftliche #Teilhabe und selbstbestimmtes Leben. Wer heute keine #Behinderung hat, kann morgen eine haben. Jetzt drohen Kürzungen. Das Quorum ist noch nicht erreicht. Noch 36 Tage. 👉 Bitte Mitzeichnen: epetitionen.bundestag.de/petitionen/_...
Screenshot der PDF-Version der Petition 195716: Inklusion und Teilhabe - Keine Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 17/04/2026
Die stille Kettensäge – Der Umbau des Sozialstaats wird vorbereitet. Wie der @paritaet.bsky.social berichtet, wurde ein Arbeitspapier geleakt. Interne Kürzungspläne von mindestens 8,6 Milliarden Euro betreffen besonders Kinder- und Jugendhilfe, Eingliederungshilfe und Unterhaltsvorschuss. 1/2
Deckblatt des Berichtes des Paritätischen Gesamtverbandes „Drohender Kahlschlag im Sozialen“ – zum Arbeitspapier von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 16/04/2026
…hält es gerade dort, wo es moderat, interdisziplinär und ausgewogen erscheint, an Begriffen und Versorgungskopplungen fest, mit denen sich die abgelehnte Wirkung in ungünstigen Deutungs- und Machtkonstellationen noch verstärkt. Kommentar auf LinkedIn,folgt noch als Artikel. 2/2 #PostCOVID #MECFS
Screenshot meines LinkedIn-Textes
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 16/04/2026
Eine wichtige #Stellungnahme des Psychotherapie-Netzwerkes ME/CFS von @bettinagrande.bsky.social. Ich möchte dazu ergänzen: Auch wenn das Papier Bagatellisierung und psychologisierende Zuschreibungen zurückweist und bessere Versorgung einfordert, … 1/2
Screenshot meines LinkedIn-Kommentars zur Stellungnahme
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 08/04/2026
Auch die #OffLabel-Liste ist keine fachliche Fehleinschätzung, sondern ein macht- und verfahrenslogisches Problem. Wo formalisierte Klärung Transparenz schaffen soll, verengt sie zugleich den Entscheidungsspielraum, wenn Nicht-Nennung oder Nicht-Freigabe als faktische Negativmarkierung gelesen wird.
Danke für den Kommentar. Was ich ergänzen würde: Das Kernproblem liegt tiefer als Organisations- und Politikversagen, in dem Immunisierungsmechanismus.
Die Entscheidung, nur Evidenz der Klasse |/Il gelten zu lassen, in einem Feld, in dem die Forschungsförderung für Jahrzehnte systematisch ausblieb, produziert garantiert ein Ergebnis, das biomedizinische Optionen strukturell benachteiligt. Nicht weil sie schlechter wirken, sondern mangels kontrollierter Studien.
Das ist ein Zirkel, den das System selbst erzeugt hat. Ein epistemisches Versagen. Wer die Evidenzstandards setzt, bestimmt, was sichtbar werden kann.
Und die Prozessarchitektur garantiert das Ergebnis vor dem Ergebnis: BMG gibt Fragestellung und Substanzliste vor → WIG2 tuhrt Recherche durch → Expertengruppe bewertet nur, was geliefert wird. Das habe ich im August 2025 im Kommentar beschrieben.
Scheibenbogen saß in der Gruppe, hatte aber keinen Einfluss auf die Suchstrategie. Die Einbindung von Fachexpertise legitimiert einen Prozess, den diese Expertise strukturell nicht steuern konnte. Das ist Anschlusslogik, und die Wirkung war vorhersehbar.Das Verhältnis der empfohlenen Substanzen ist auch als Geltungssignal zu lesen. Von diesen Wirkstoffen zwei Antidepressiva ohne belastbare Large-Scale-Daten und ohne internationalen Rückhalt in anderen Fachgesellschaften.
Ivabradin adressiert als einzige Substanz direkt einen zentralen pathophysiologischen Mechanismus: autonome Dysfunktion, konkret POTS.
Metformin nur prophylaktisch ist für die bereits Erkrankten praktisch irrelevant.
LDN war von vornherein konditioniert.
Für die drei am besten belegten Pathomechanismen - autonome Dysfunktion, Mastzellaktivierung und endotheliale Dysfunktion/Mikrothromben
- finden sich in internationalen Konsensuspapieren (D-A-CH-Konsensus, Bateman Horne Center, österreichische PAIS-Liste) konsistent Substanzen wie Betablocker, Midodrin und Pyridostigmin für POTS/OI, H1/H2-Antihistaminika und Mastzellstabilisatoren für MCAS - allesamt pathophysiologisch plausibel, klinisch erprobt, kostengünstig und in Österreich bereits erstattungsfähig.
Auf der deutschen Liste: ?
Es schreibt sich so eine Zuordnung fort, die nicht explizit ausgesprochen wird:
Diese Erkrankungen werden psychiatrisch-psychosomatisch
administriert, während die biomedizinisch verankerte Substanzwahl strukturell ausgeblendet bleibt.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 04/04/2026
Wer ist eigentlich zuständig? Was passiert, wenn kein geeigneter Platz für einen schwerkranken Menschen gefunden wird, der nicht mehr zu Hause versorgt werden kann? @chrzacharias.bsky.social hat ME/CFS – und fällt wie viele andere in Not in eine Leerstelle im System. www.linkedin.com/posts/drkell...
Screenshot der Endfassung meines veröffentlichten LinkedIn-Beitrages – der Volltext ist über den Link im Post abrufbar.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 01/04/2026
Neuer LinkedIn-Beitrag: Warum personzentrierte Krankheitsmodelle und hoffnungsvolle Erklärungen nicht nur hilfreich sind – gerade bei #MECFS, weil Deutungen klinische und sozialrechtliche Folgen haben. Ohne Login als PDF: ncw-6694843099499706017.nextcloud-ionos.com/s/mSMB4FMdZY... #MEAwarenessHour
Tabelle mit vier Funktionsmodi von Deutung – trivial, einfach, kompliziert und komplex. Zu jedem Modus zeigt diese Reflexionsmatrix typische Reduktionsheuristiken bei fehlender Kontextkopplung in der Versorgung, passende Selbstcheck-Fragen und differenzierende Gegenperspektiven zur Sensibilisierung, wie Psychologisierung bei ME/CFS durch verkürzte Deutungen entsteht und wie mehrdimensionales, kontextsensibles Denken dagegen hilft.

Anmerkung:
Hier sind zur Verdeutlichung konkrete Fehlzuschreibungen eingebaut, die in Gesprächen reflektiert wurden – daraus wird kein allgemeingültiges Regelverhalten abgeleitet, sondern es ist ein verdichtetes demonstratives Beispiel.

Natürlich findet hier durch die Beschreibung typischer Reduktionsheuristiken schon selbst eine begriffliche Verengung statt. Aber genau darum geht es eben auch: Die Bedingungen der eigenen Beobachtung mitzureflektieren.

Wer die Matrix als Reflexionsinstrument nutzen möchte, kann mich gerne kontaktieren oder den nächsten Artikel abwarten, in dem ich die neutralere Variante vorstelle, die als Beobachtungsform zunächst offen lässt, was vorschnell geschieht.

Ich möchte dazu explizit ermutigen – niemand ist in „Selbstkenntnis“ täuschungssicher.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 27/03/2026
#Steuern #Geldschöpfung #Kybernetik #MMT​​​​​​​​ Freiheit gibt es nur durch Nachdenken, Abhängigkeit durch ideologische Modellbindung. Der Kontrast ist selten so scharf wie in den Gespenstern neoklassischer Mainstreamökonomik. Link zum Beitrag von Maximilian: www.linkedin.com/posts/maximi...
Screenshot zweier LinkedIn-Beiträge. Im ersten, dem oberen, schreibt Gitta Peyn:
„Es gibt wenig Beispiele in der Geschichte, die so eindrucksvoll zeigen, wie Freiheit und Wohlstand durch Nachdenken und Abhängigkeit und Leiden durch ideologische Modellbindung erzeugt werden. #Geldschöpfung #Steuern“.

Sie zitiert damit Maximilian Runge-Segelhorst, der schreibt, zusätzlich hervorgehoben im farbigen Textbild:

„Staaten mit eigener Währung sind Geldschöpfer.

Und ein Geldschöpfer benötigt keine "Einnahmen", um Geld ausgeben zu können.

Vor allem keine "Steuereinnahmen".

Das gilt auch und gerade für Staaten mit Gemeinschaftswährung wie dem Euro.

Ein staatlicher Geldschöpfer kann jederzeit Geld schöpfen und ausgeben, wenn er das möchte.

Ob das aber angesichts der materiellen Grenzen unserer realen Welt immer sinnvoll ist, ist eine ganz andere Frage.

Wer sich heute noch über die "Maximierung des Steueraufkommens" Gedanken macht, beschäftigt sich also mit einem schon längst gelösten Problem.

Und das ist das Verrückte:

Die vorherrschende neoklassische Lehrbuchökonomie steht für den Absolutismus der Effizienz.

Nur halt nicht für die Effizienz der eigenen kognitiven Ressourcen aller Menschen, die im Rahmen der neoklassischen Mainstreamökonomik nachdenken; da wird mit Freuden reflexive Energie verschwendet.“
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 04/03/2026
Plausibilität kritisch reflektiert: Aktivierungslogiken haben im Versorgungssystem hohe Anschlussfähigkeit, geringere Evidenzanforderungen, beeinflussen Entscheidungen direkter. Sicherheitslogiken, die Grenzen berücksichtigen, unterliegen höherer Beweislast, führen häufiger zu Rechtfertigungsdruck.
Tabelle, die Aktivierungslogik im Versorgungssystem einer Sicherheitslogik bei ME/CFS gegenüberstellt. Sie zeigt, dass psychosomatische Deutungen oft geringere Evidenzanforderungen haben und schneller entscheidungsleitend werden, während körperliche Belastungsgrenzen höhere Beweislast tragen und dadurch strukturelle Doppelbindungen entstehen können.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 19/02/2026
Gerne. Hier ist einmal der LinkedIn-Beitrag und Kommentar als PDF und eine Kurzbeschreibung der Tabelle im Alttext: ncw-6694843099499706017.nextcloud-ionos.com/s/jPCNibYT6y...
Diese Grafik zeigt eine Matrix mit vier Funktionsmodi von Deutung im medizinischen und organisationalen Kontext. Sie macht sichtbar, wie unterschiedliche Integrationsleistungen unter Bedingungen von Bestimmtheit oder Unbestimmtheit der Lage handlungsleitend werden.

Die Tabelle hat vier Spalten:
(1) Funktionsmodus,
(2) typische Reduktionsheuristik bei ausgeblendeter Kontextkopplung,
(3) Reflexionsfrage,
(4) differenzierende Gegenperspektive.

Unterschieden werden vier Modi:

Trivial: Routine greift mechanisch. Unvertrautes wird vorschnell personalisiert („kompliziert = psychisch“).
Einfach: lineare Wenn-Dann-Logik, Standardrezepte („man muss nur…“).
Kompliziert: multifaktorielle Abwägung mit Leitlinien, Gefahr scheinbarer Objektivität.
Komplex: nichtlineare Dynamiken mit Rückkopplungen; Vorgehen iterativ, Kontext- und Machtebenen werden mitgeführt.

Die Matrix betont: Kein Modus ist per se besser. Entscheidend ist die Passung zur Lage.
Problematisch wird es, wenn ein zu vereinfachender Modus bei komplexer, instabiler Problemlage angewendet wird und strukturelle Bedingungen zwar benannt, aber nicht entscheidungswirksam berücksichtigt werden.


Diese Beschreibung ist die Kurzform, die Langversion zur Interpretation und Weiterführung folgt in einem Artikel.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 19/01/2026
#AU Heute mal ein Beitrag zur Montagsmotivation – an all die „faulen Deutschen“ da draußen, von denen manche Politiker so gern sprechen, ohne sie je konkret anzusprechen oder etwas Belastbares zu benennen. 1. Minilektion Rhetorik: Die Perspektive umdrehen. Nicht: „Wer ist zu oft krank?“ Sondern 👇
Gemeint sind jetzt jene, die sich angeblich zu oft, zu lange und zu einfach krankschreiben lassen. Die Verantwortungslosen, die in der sozialen Hängematte liegen. Die wir uns nicht mehr leisten können, weil die Stabilisierung bestehender Systeme nun mal den „echten Leistungsträgern" zugutekommen muss, die auch eher von Steuerentlastungen und Schlupflöchern profitieren. Das kostet.

Klingt vertraut? Wenn sich die Debatte immer wieder an der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aufreibt? Wenn suggeriert wird, Krankheit werde „gefeiert", Krankschreibung missbraucht oder Gesundheit sei vor allem eine Frage von Disziplin und Eigenverantwortung - während gleichzeitig mehr Überstunden denn je geleistet werden, oft unbezahlt, stillschweigend einkalkuliert?

Die Datenlage zur Entwicklung von Krankmeldungen, zu Präsentismus und Infektionsfolgen ohne Prävention ist
Auch die Kassen haben klargestellt, dass der Zugang zur telefonischen AU keine „Missbrauchswelle" ausgelöst hat, sondern sichtbar macht, was zuvor verdeckt blieb. Statistische Verschiebungen sind dokumentiert - ihre Deutung ist es auch.

Wenn dennoch dieselben Behauptungen wiederholt werden, haben wir es nicht mit einem Erkenntnisproblem zu tun.
Noch mal: Fakten sind da. Sie sind konsistent.
Was wir beobachten, ist Handeln wider besseres Wissen. Nicht aus Nachlässigkeit. Als Steuerungsentscheidung der Machtfunktion.
Wo strukturelle Bearbeitung nicht sein soll, wird Verantwortung individualisiert.
Prävention kostet, also wird Moral gepredigt.
Wo sich Macht konzentriert, wird über Mentalität als Defizit gesprochen.
Das ist keine inhaltliche Debatte, sondern eine Ebenenverschiebung.
Und genau deshalb lohnt es sich nicht, immer wieder mit Argumenten dagegen anzureden, was „wahr" ist.

Also:
Welche Bedingungen werden geschaffen, damit Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Teilhabe überhaupt möglich bleiben –
statt Krankheit zu individualisieren, marginalisierte Perspektiven abzuwerten und Gaslighting strukturell zu normalisieren?
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 15/01/2026
Deutsche Politik fördert indirekt #Radikalisierung, verstärkt durch das sicherheitspolitische Framing von Migration als Risiko. Der BICC-Appell überzeugt. Er kritisiert Radikalisierung strukturell, benennt Marginalisierung, kollektive Zuschreibung und Diskurslogiken. 👉 bicc.de/Publications... 1/2
BICC Policy Brief - Deckblatt: WIE DIE DEUTSCHE POLITIK RADIKALISIERUNG
INDIREKT FÖRDERT 

Marc Allroggen, Meltem Kulaçatan,
Conrad Schetter, Carina Yildirim-Schlüsing 

Die politischen Entscheidungen von Bund und Ländern in den letzten 14 Monaten setzen ein politisches Signal für Ausgrenzung statt Integration. Sie stärken im öffentlichen Diskurs das Narrativ eines Kausalzusammenhanges zwischen Migrationserfahrung und Radikalisierung. Dies ist wissenschaftlich nicht fundiert. Wir fordern einen Richtungswechsel in der deutschen Sicherheits- und Präventionspolitik und eine verstärkte Resilienzförderung in der Gesamtgesellschaft.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 16/12/2025
Menschen wiederholen Fehler nicht, weil sie „zu dumm“ wären, sondern weil kollektive Systeme Komplexitätsmanagement nicht fördern: Bildung, Medien, Politik und Ökonomie verlangen Differenzierung, entmutigen aber Dimensionierung und wehren hohe Komplexität ab. Daraus folgt strukturelle Überforderung.
Tabelle zu Komplexitätsmanagement-Stufen (Gitta Peyn 2019). Sechs Stufen von 0 bis 5. Spalten: Stufe, Dimensionierung, Differenzierung, Denktempo.
Stufe 0: eine Dimension, niedrig differenziert.
Stufe 1: eine Dimension, hoch differenziert, schnelles Denken möglich.
Stufe 2: mehrere Dimensionen, niedrig differenziert, schnelles Denken.
Stufe 3: mehrere Dimensionen, hoch differenziert, langsames Denken.
Stufe 4: mehrere Dimensionen, hoch differenziert, schnelles Denken.
Stufe 5: aus der Leere heraus Neues schaffen; hoch dimensioniert, hoch differenziert, vernetzend.

Wie man diese Tabelle liest:

Die Tabelle beschreibt unterschiedliche Formen des Denkens und Entscheidens unter Komplexität. Sie ist kein Intelligenz- oder Wertungsmodell, sondern ein Orientierungsmodell.

– Dimensionierung meint: Wie viele Perspektiven gleichzeitig berücksichtigt werden (eine oder mehrere).
– Differenzierung meint: Wie fein innerhalb einer Perspektive unterschieden wird.
– Denktempo beschreibt nicht Leistungsfähigkeit, sondern die Geschwindigkeit, mit der Integration möglich ist.

Niedrige Stufen sind nicht „schlechter“ – sie sind in bestimmten Situationen funktional (z. B. bei akuter Gefahr).

Problematisch wird es, wenn hochkomplexe gesellschaftliche Fragen dauerhaft mit niedrig dimensionierten oder nicht integrierten Denkformen bearbeitet werden.

Die Tabelle hilft zu erkennen, wo Überforderung entsteht, wenn Systeme Komplexität abwehren statt integrieren.


Weiterführend in Gitta Peyn (2019): ComplexityManagementModel (C2M), Stufen/Formen - carl-auer.de/magazin/systemzeit/komplexitatsmanagement-modell-stufen-formen
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 28/11/2025
In der Kommunikation(skrise) um ME/CFS & Long COVID braucht es diskriminierungssensible, traumainformierte Kommunikation. Wirkung folgt der Struktur, nicht der Absicht. Nicht der Ton, die FORM ermöglicht Anschluss. Violent-Dancing-Muster schließen Dialog aus. Deshalb ist klare Abgrenzung notwendig.
FORManalytisch lassen sich Marker identifizieren, wie eindimensionale Selektionslogiken, Verschiebung der Beweislast, Diskreditierung von Widerspruch, Psychologisierung und Pathologisierung von Gruppen, Immunisierung gegen Kritik.

Solche Muster sind robuster als „unglückliche Formulierungen" und mehr als kontroverse Meinungen.
Sie beeinflussen strukturell - medial verstärkt - Wahrnehmungen und Deutungen:
Wessen Expertise und Modelle zählen?
Welche Forschung gilt als legitim?
Wie glaubwürdig sind Betroffene?

Wer dies nicht mitdenkt, übersieht, wie epistemische Ungerechtigkeit stabilisiert und vulnerable Gruppen delegitimiert werden.
Evidenz ist nie neutral.
Es braucht Diskurs in komplexen Entscheidungssystemen und reflexive Integrität im Sinne professioneller Ethik.

Wo Pogo möglich ist, entstehen Dialogräume für Verständigung und Grenzen - zum Schutz von Menschen und für Vertrauen in Wissenschaft und Versorgung.
1121
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 28/11/2025
Es entsteht kein Dialog – und soll auch keiner entstehen (siehe Taubenschach-Marker). #ViolentDancing dominiert den Rahmen und entzieht anderen den Raum. Diese kommunikative Form ist strukturell nicht anschlussfähig und verhindert jede Möglichkeit von Klärung. Wirkung: Epistemische Delegitimierung.
5 Marker für Taubenschach-Prinzipien (Auswahl aus dem Interview „Post-COVID ist ganz klar eine psychosomatische Erkran-kung")
1. Spielfeldwechsel (Regelbruch / Rahmensetzung)
„Post-COVID ist psychosomatisch."
→ Deutung ersetzt Analyse.
2. Überverallgemeinerung (Gish Gallop)
„Organische Befunde gab es nie." → Einzelfall → allgemeines Urteil.
3. Kreisschluss (Sealioning / Endlosschleife)
„Wir sahen viele... keine Befunde." → Wiederholung statt Antwort.
4. Provokation (Provokationsmarker / Diskursstörung)
„Absolute Fehlallokation""
→ Schlagwort statt Argument.
5. Ausblenden von Fakten (strategische Realitätsverschiebung)
„Bis heute keine organische Ursache." → Internationale Evidenz bleibt unberücksichtigt.
1173
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 28/11/2025
Wird wechselseitig aufeinander Bezug genommen oder nicht? Werden Beiträge integriert oder nur genutzt, um die eigene Deutung zu stabilisieren? #ViolentDancing ist beobachtbar. Gerade da, wo es um Versorgung, Evidenz und Verantwortung geht, braucht es Sprache für etwas, das viele nur intuitiv spüren:
5 Marker für Violent-Dancing-Muster (Auswahl aus dem Interview „Post-COVID ist ganz klar eine psychosomatische Erkran-kung")

1. Keine Bezugnahme
→ Beiträge anderer dienen nur als Aufhänger für den eigenen Rahmen.
2. Keine Integration
→ Kritik führt nicht zu Nachfragen, sondern zu Wiederholung und Mehr-desselben.
3. Form statt Inhalt
→ Hoflicher oder sachlicher Ton überdeckt fehlende wechselseitige Orientierung.
4. Rahmenfixierung
→ Der gesetzte Bezugsrahmen bleibt unverändert, auch wenn er nachweislich nicht trägt.
5. Ausschluss der Gegenseite
→ Perspektiven anderer werden formal gehört, aber nicht eingearbeitet; der Diskurs bleibt monologisch.
1111
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 19/11/2025
Absolut. Daher mein Zusatz im Beitrag über die BMFTR Verkündung und die CDU/CSU-Pressemeldung zur „Nationalen Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen“: www.linkedin.com/posts/drkell... Wenn man Forschung zu #LongCOVID & #MECFS fördert, sollte man auch fragen, warum man #Prävention durchweg meidet.
Wesentlich ist jedoch auch:
Die Gesundheitsrisiken bestehen weiter. Jede Infektion kann langfristige Schäden, Organbeteiligungen oder chronische Beeinträchtigungen auslösen – denn aerosolgetragene Viren, einschließlich SARS-CoV-2, zirkulieren in vielen Innenräumen nach wie vor ungehindert.

Wer nur auf „milde“ Akutverläufe schaut, verengt das Sichtfeld und blendet die systemischen Risiken wiederholter Infektionen aus.

#Prävention bleibt möglich: durch gute Lufthygiene, effektive Belüftung und HEPA-Filterung unter CO₂-Monitoring sowie gut sitzende partikelfiltrierende Atemschutzmasken (FFP2/3) in schlecht gelüfteten und öffentlichen Räumen, kombiniert mit indizierten Impfungen.
Eine „vergessene Selbstverständlichkeit“, die – bei aller Hoffnung auf Fortschritte in der kommenden Dekade – im Hier und Jetzt nicht übersehen werden darf.

Auch dafür braucht es weiterhin nationale Kraftanstrengung, Aufklärung und strategische Gesundheitskommunikation. Fortschritt entsteht durch Wissen und Verantwortung.

#Gesundheitsschutz #Menschenrechte
#Medizin #SystemischeGesundheitsbildung
182
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 19/11/2025
Antworten auf Frage „Wann kommt die Hilfe wirklich bei Betroffenen an?“ ⬇️ Psychosomatische Ansätze sind derzeit kein Schwerpunkt. Mechanismen bei Impffolgen werden erforscht. #MEAwarenessHour: Die Bundesregierung erkennt die Dringlichkeit an. Die Erwartungen bleiben hoch – der Maßstab ebenso. 4/4
In den Fragen wurde die wichtigste Sorge offen angesprochen: „Wann kommt die Hilfe wirklich bei Betroffenen an?“ Beide Ministerinnen räumten ein, dass Fortschritte für viele zu langsam und unzureichend sind. Warken verwies auf neue Ambulanzen und Modellprojekte; Bär betonte die Notwendigkeit solider Evidenz und Sicherheitsprüfungen, um sekundäre Schäden zu meiden. Therapieentwicklung brauche Zeit, aber verlässliche Förderung sei Voraussetzung, damit sie gelingt.

Zu psychosomatischen Ansätzen äußerte sich Warken: Sie sind kein Schwerpunkt laufender Programme zu biologischen Mechanismen, Versorgungsstrukturen und Therapieentwicklung.*

In Bezug auf Impffolgen bestätigte Bär, dass diese in die Erforschung postinfektiöser Mechanismen einfließen.

Zur #MEAwarenessHour:
Die Bundesregierung erkennt die Dringlichkeit an und setzt erstmals einen ressortübergreifenden politischen Rahmen, der Forschung, Versorgung und Betroffenenperspektiven zusammenführt.
Die Erwartungen bleiben hoch – der Maßstab ebenso.* Aus Platzgründen hier noch einmal der Wortlaut von Nina Warken auf die Frage, ob psychosomatische Aspekte künftig stärker berücksichtigt werden sollen.

Sie sagte:
"Wir haben ja bereits jetzt Forschungsprojekte am Laufen. Soweit ich weiß, gibt es kein Projekt, wo das im Schwerpunkt betrachtet wird. Das wäre dann wahrscheinlich eher etwas für den Bereich der Grundlagenforschung. In unseren Projekten spielt es – soweit ich es überblicke – momentan zumindest keine zentrale Rolle. Es gibt Geschädigte, die unter gleichen oder ähnlichen Beschwerden leiden. Für sie ist geplant, auch ein Forschungs- und Hilfeprogramm aufzusetzen.“

Zur Einordnung auf Nachfrage:
Die Aussage ist weniger vage oder "schwammig", als sie für manche klingt. Sie markiert auch keine politische oder fachliche Bewertung, sondern eine Zuständigkeitsgrenze zwischen den Ressorts:
Das BMG fördert Versorgung und Versorgungsforschung, nicht Grundlagenforschung. Daher sind psychosomatische Hypothesen schon formal kein Thema der aktuellen BMG-Projekte.
Fragen zu Mechanismen oder Ursachen, auch psychosomatischen, gehören in den Verantwortungsbereich des BMFTR, dessen Programme sich bisher ebenso auf biologische Mechanismen, Diagnostik und Therapieentwicklung konzentrieren.
0160
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 19/11/2025
Nina Warken stellte den gesundheitspolitischen Teil vor. Dorothee Bär ordnete die Allianz in einen größeren wissenschaftspolitischen Rahmen ein. Sie werde eine "Nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen" ausrufen und die Forschung ab 2026 mit 500 Mio. Euro über zehn Jahre ausstatten. 3/x
Nina Warken stellte zunächst den gesundheitspolitischen Teil vor:
Das BMG finanziert bis 2028 drei große Versorgungsforschungs-Projekte mit insgesamt 118 Mio. Euro, ergänzt durch 16 Vorhaben des Innovationsfonds (30 Mio. Euro). Ein besonderer Fokus liegt auch auf Kindern und Jugendlichen, die bislang kaum systematisch versorgt wurde.
Betont wurde: Die Mittel wurden nicht gekürzt, die Zusagen stehen.

Für die Versorgung verwies sie zudem auf bereits angestoßene Schritte:
– Ein Therapiekompass Long COVID, der bereits zugelassene, evidenzbasierte Medikamente für häufige Beschwerden auflistet.
– Vier Wirkstoffe, die zur Off-Label-Prüfung an den G-BA übermittelt wurden. Eine Entscheidung zur Erstattungsfähigkeit wird bis Mitte 2026 erwartet.
Es sei kein Durchbruch, aber ein relevanter Fortschritt: erstmals eine Perspektive auf frühzeitig wirksame Behandlungsoptionen.Dorothee Bär ordnete die Allianz in einen größeren wissenschaftspolitischen Rahmen ein.
Sie werde eine "Nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen" ausrufen und die Forschung ab 2026 mit 500 Mio. Euro über zehn Jahre ausstatten. Sie machte deutlich, dass postinfektiöse Mechanismen komplex sind, mehrere Subgruppen betreffen und keine „Wunderpille“ zu erwarten sei. Genau deshalb braucht es vertiefte Grundlagenforschung, erweiterte Daten- und Sequenzierungsprogramme, klinische Studien und Nachwuchsförderung. Nur so werde die pharmazeutische Entwicklung neuer Therapien möglich.
1190
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 03/11/2025
@bettinasemolina.bsky.social @waldmeer.bsky.social @privilegienschreck.bsky.social @petitfeu.bsky.social @symptomodyssee.bsky.social @dogata.bsky.social @lutanda.bsky.social Danke für die Kommentare, habe meine Kommentare dazu auch auf Nachrichten hier zusammengefasst: bsky.app/profile/drke...
Einige Gedanken zur Frage, woher Zuschreibungen wie #Krankheitsfixierung
kommen.

Vieles, was ME/CFS-Betroffene leisten, ist Ausdruck jahrzehntelanger Mangelversorgung und
fortbestehender unsicherer Hilfesettings.
Dennoch werden ihnen Kompensationen und hochadaptive Strategien oft als Defizit ausgelegt. Ihre
Erfahrung mit dieser Krankheit, ein wesentlicher Teil ihres Menschseins und Bedürfnisse bleiben
unberücksichtigt oder werden sozial ausgegrenzt.
Aber auch Fachpersonen tragen (oft unbewusst) zur Selbststabilisierung der Systeme bei. So
bleiben Strukturen unangetastet, während Erkrankte in Rechtfertigungen und Double Binds geraten.
Sätze wie der zitierte („Wer sich nur mit Krankheit beschäftigt, kann ja auch nicht gesund werden.“)
entlasten professionelle Systeme und beruhigen Überforderung in komplexen Entscheidungen –
kognitiv, kommunikativ, administrativ. Deutungen orientieren, Macht verschiebt Verantwortung.
Erklärungen schaffen Plausibilität und Handlungsfähigkeit in Unsicherheit. Vorurteile reduzieren
Komplexität. Kritiklosigkeit kippt in Trivialisierung. Psychologisierung übersetzt in moralische
Sprache.
Diese Dynamik zeigt sich auf allen Ebenen:
Mikro: Im Arztgespräch („Angst vor Bewegung!“, „Warum verschließen Sie sich?“) und im Alltag in
Fürsorge-Erwartung („Probier doch wenigstens mal…“).
Meso: Institutionen reproduzieren „dysfunktionale Verarbeitung“, relativieren PEM-Risiken
(Psychosomatik: „Durchhalter/Vermeider“, Reha: „individuell angepasstes Training“ statt Fokus auf
Stabilisierung und Teilhabe).
Makro: Sozialversicherungen und Fachgesellschaften verschieben Beweislast (DGN: „unzureichende
Evidenz“), Länder verzögern Aktionspläne, Politik kürzt Forschungsgelder.
Meta: Gesellschaftliche, kulturelle und sprachliche Codes, die Gesundheit als Willensleistung und
Krankheit als Charakterfrage rahmen; Ideologien der „Eigenverantwortung“; soziale Medien, die
Performanz belohnen.
Positive Narrative überschreiben Vernachlässigung, statt anzuerkennen.Mit wachsender Aufklärung nehmen Abwehr- und Delegitimierungsstrategien zu.
Denn Systeme erzeugen keine stabile Form, um mit Nichtwissen/-wollen/-können/-dürfen umzugehen;
Bedeutungsaushandlungen sichtbar zu machen: Wie entsteht Geltung? Wer bestimmt das? Wozu?;
tatsächliche und gefühlte Mitschuld strukturell zu adressieren. Sie wird auf Einzelne/Gruppen
übertragen und polarisiert („die Bubble“ vs. „die Ärzte“).
Ohne Raum und Reflexion bleibt Unbestimmtheit unter Verantwortungsdiffusion funktional: Nicht-
Zuständigkeit macht unangreifbar.

Hier steckt die Arbeit: Status-Dekonstruktion.

Zynisch ist, im selben System Veränderungen von Individuen zu fordern, ohne Bedingungen dafür
zu schaffen.

Professionell, ethisch klar sind Fragen wie:
Was brauchen sie, um sich sicher zu fühlen?
Woran erkennen sie hilfreiche Therapien?
Was nehme ich aus Aussagen über Körperwahrnehmungen und Erfahrungen mit der Krankheit als
gültig an?
Welche Barrieren kann ich abbauen?


Ergänz. Kommentar:
Auch interessant: Die kritische Recovery-Forschung u.a. von Cook & Brown. Sie zeigen, dass in westlichen Systemen eher Geschichten gehört werden, die Fortschrittsdramaturgien folgen: Krise,
Einsicht, Wendepunkt, Besserung. Wer wie Cheryl sagt: „Nothing’s changed, baby“, wird nicht als genaue Beobachterin einer unveränderten Lage gelesen, sondern als jemand, die „im Problem bleibt“. Die Form der Erzählung zählt mehr als die Erfahrung selbst.
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2666560323000361?via%3Dihub

Ähnliche Prinzipien und strukturelle Muster prägen den Umgang mit ME/CFS und tragen zur Stabilität der Ausblendung und Toleranz der Missstände bei. Hier spielt auch die fehlende Aufarbeitung der Skandale im medizinischen, wissenschaftlichen und politischen Umfeld eine Rolle,
die investigativ-journalistisch aufgedeckt wurden, aber verhältnismäßig wenig öffentliche Debatten
auslösten und ohne Konsequenzen für Verantwortliche blieben, die weiterhin
Entscheidungsautorität beanspruchen.
380
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 03/11/2025
Danke fürs Teilen @astriddeilmann.bsky.social. Screenshot aus dem Artikel, automatisch übersetzt. Jetzt verbreiten und auf die Barrikaden gehen!
Bis Mitte 2025 war sein Nachhall bereits in ganz Europazu
spüren. In Rom haben sich italienische Verteidigungsbeamte bewegt, um Elon Musks Starlink in die militärische Kommunikation zu integrieren. In Berlin erweiterten Rheinmetall und Anduril ihr Joint Venture, um autonome Drohnenschwärme für die NATO einzusetzen. Die deutschen Varianten ihrer Drohnen laufen immer noch nach kalifornischem Code. Musk lives live mit Alice Weidel von der AfD und unterstützt die deutsche Rechtsextreme, während sie die NATO-Infrastruktur beliefert.
In London skalierte der NHS die föderierte Datenplattform von Palantir im Wert von 330 Millionen Pfund auf zig Millionen Patientenakten. Bis Mai 2025 musste die Regierung KPMG 8 Millionen Pfund zahlen, nur um die Akzeptanz von Krankenhäusern zu fördern. In der Zwischenzeit bindet eine Verteidigungspartnerschaft in Höhe von 1,5 Milliarden Pfund Großbritannien an die KI-Systeme von Palantir.
Keine dieser Entscheidungen löste eine echte Debatte aus. Nur wenige erreichten die Titelseiten. Gemeinsam zeigen sie die systematische Auslagerung der europäischen Souveränität an amerikanische Oligarchen, deren Ideologie die Demokratie offen untergrabt.
Es ist ein Paradoxon mit verheerenden Auswirkungen: die digitale Souveränität zu verfolgen und gleichzeitig die Kontrolle durch jeden unterzeichneten Vertrag abzugeben.
Jeder neue Vertrag vertieft die Falle. Sobald Palantir unverzichtbar wird, sobald Andurils Drohnen zum NATO - Standard sind, sobald Atomanlagen die KI antreiben, die alles andere betreibt - ist die Transformation unumkehrbar.
Europa steht vor einer existenziellen Entscheidung:
Jetzt echte technologische Souveränität aufzubauen oder Governance durch Plattformen zu akzeptieren, deren Architekten Demokratie als veraltetes Betriebssystem betrachten.
056
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 31/10/2025
Freut mich und ich mag es auch sehr, Anschluss über diese Denke zu finden: Dass es zunächst um Formanalyse, nicht Inhalt geht, um systemische Anliegen und strukturelle Muster zu erkennen, nicht Absichten zu bewerten. Dann sieht man, dass dies eine Pseudo-Debatte ist. www.linkedin.com/posts/drkell...
Kommentar zum verlinken Beitrag im Post:
Zum Paradox der Ganzheitlichkeit in der Medizin und der Forderung, den Dualismus Psyche gegen Soma aufzuheben:

„Was ich oben meine: die Forderung, den Dualismus zu überwinden, reproduziert ihn, weil sie seine semantische Logik bestätigt: Soma und Psyche bleiben zwei Pole eines Ordnungssystems, das Ungewissheit über Krankheit und Evidenz moralisch kanalisiert.
Psychologisierung erscheint als ganzheitlicher Zugang, wirkt aber als funktionale Stabilisierung epistemischer Sicherheit und verkennt, dass sie damit selbst zu einer Form epistemischer Gewalt wird. Nicht, weil jemand böswillig handeln müsste, sondern weil das medizinische Kommunikationssystem
Unsicherheit nur über Zuweisung bewältigt, nicht über Reflexion.
Bei ME/CFS zeigt sich am deutlichsten, wie sich systemische Verzerrung selbst reproduziert, wenn ein Kommunikationssystem (Medizin) seine Beobachtungsform (Evidenz, Objektivität) nicht reflektiert. Solche Strukturen lassen sich nicht auf der Inhaltsebene dialektisch auflösen, sondern nur durch Beobachtung ihrer Form verstehen und erst von dort aus transformieren.“
242
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 10/10/2025
Zum Welttag der psychischen Gesundheit wünsche ich allen Bewusstsein, wie eng Würde, soziale Sicherheit und Gesundheit verbunden sind. Und wie Sprache als Machtinstrument wirkt, Beschämung erzeugt, psychische Schäden hinterlässt, epistemische Ungerechtigkeit stabilisiert und Ausgrenzung legitimiert.
Matrix zu Formen epistemischer Ungerechtigkeit – Ebenen struktureller Gewalt

Die Tabelle enthält drei Spalten mit den Überschriften:
	1.	Ebene,
	2.	Form der Gewalt,
	3.	Systemische Funktion.

Vier Zeilen mit folgenden Inhalten:
	•	Linguistisch:
Form der Gewalt: Framing und semantische Verdrehung (zum Beispiel der Begriff „Totalverweigerer“).
Systemische Funktion: Diskursive Kontrolle und moralische Rahmung.
	•	Psychosozial:
Form der Gewalt: Beschämung, Entwürdigung und Schuldzuschreibung.
Systemische Funktion: Selbstwertzerfall, Rückzug und Schweigen.
	•	Epistemisch:
Form der Gewalt: Entzug von Glaubwürdigkeit und Sprache.
Systemische Funktion: Ausschluss von Erfahrungswissen.
	•	Politisch:
Form der Gewalt: Definition, wer Anspruch auf Hilfe oder Würde hat.
Systemische Funktion: Legitimation struktureller Ungleichbehandlung.

Ende der Tabelle.
03415
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 05/10/2025
Das ist ein Punkt, aber die Definition von Psyche ist nicht das Problem, sondern die Vorstellung, dass komplexe Systeme jemals einfach und eindeutig definierbar sind. Das kann man „zweckdienlich“ im Unklaren halten oder Kriterien bestimmen, welche Evidenz gültig ist: www.linkedin.com/posts/drkell...
Screenshot von meinem LinkedIn-Kommentar zum verlinkten Beitrag:
„Etwas überspitzt, um die falsche handlungsleitende Ausrichtung zu verdeutlichen: Am Dogma festzuhalten, dass angemessene biomedizinische Versorgung nur durch RCTs zu rechtfertigen sei, kommt einem reduktionistischen Professionsverständnis gleich, das den Anspruch von Medizin aufgibt, verantwortlich im Sinne von Krankheitsbehandlung und Menschenzugewandtheit zu handeln und sich hinter Formalismen verschanzt.
Denkräume zur Bedeutungskonstruktion verschieben sich entlang systemischer Logiken.

Sie müssen nicht bewusst oder intendiert sein, verfestigen sich aber, sobald Fachgesellschaften, Leitlinien oder autoritätsgestützte Narrative bestimmte Deutungen normieren.
https://www.linkedin.com/posts/ drkelleherfurth_formlogik-modell-zur-selbstbeobachtung-activity-7346986634560585730-ng1t

Gerade bei ME/CFS geht es seit Jahrzehnten nicht um fehlende Beweise, und erst recht nicht mehr seit Forschung unter der Aufmerksamkeit durch Corona.
Evidenz ist längst da, auch multiple Biomarker, die den Charakter einer Multisystemerkrankung belegen. Doch Anerkennung wird an eindeutige Standardtests gebunden. Das wirkt wie Objektivität als Existenzbeweis, ist aber selektive Rahmung qua Deutungsmacht, die unbegrenzt weiter „Sicherheiten" fordern kann.“
172
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 03/10/2025
#Psychologisierung ist ein systemisches Phänomen, das Komplexität reduziert, als strukturelles Muster funktional wirkt (auch unabhängig von Absicht), unbewusst Unsicherheit personalisiert, Integrität angreift, Vertrauen untergräbt, Kooperation verunmöglicht, mehrdimensionale Reflexionstools braucht:
Reflexionsmatrix: Wie Psychologisierung systemisch reproduziert wird (vereinfachtes Beispiel bei ME/CFS)

ME/CFS ist eine schwere Multisystemerkrankung mit klaren biologischen Grundlagen. Psychologisierende Zuschreibungen blenden diese aus. Wehren sich Betroffene, wird ihr Verhalten oft abwertend psychologisiert.

Strukturelle Analyse:
Wie wird geredet - wo sind die Folgen spürbar?

Mikro:
Betroffene wollen Anerkennung und Versorgung, erleben Unterstellungen mangelnder Therapiebereitschaft.
Medizinische Fachpersonen wollen Handlungsfähigkeit, stoßen auf Unsicherheit, diagnostische Lücken, eigene Ohnmacht.

Meso:
Aus Beobachtung wird Deutung: Belastung wird vermieden > „ängstlich/„unwillig“.
Dies stützt epistemische Ungerechtigkeit. Erfahrungswissen wird abgewertet.

Makro:
Institutionen handeln nach Leitlinien, Kostensteuerung.
Etablierte Autoritäten relativieren Befunde, verschieben die Beweislast. Psychosomatische Deutungen verfestigen sich. Biomedizinische Forschung wird kaum gefördert. Engagierte Fachleute und Forschende werden diskreditiert.

Meta:
Rhetorische Muster (ad hominem, Spott, Sealioning) verschieben den Diskurs von der Sachebene auf persönliche Ebenen.
Unabhängig von Evidenz setzen sich psychologisierende Narrative fest. Leitlinien und Gutachten reproduzieren sie strukturell.
Zugleich spalten Rechtfertigungsdruck Communities. Es werden höchste Anforderungen an korrekte Positionierungen gestellt. Wer differenzierter argumentiert, wird marginalisiert. Das schwächt das gemeinsame Anliegen und stärkt jene, die den Status stützen.

Die Konsequenz:
Polarisierung verstärkt sich.
Betroffene verlieren Glaubwürdigkeit und Unterstützung.
Fachleute werden blockiert oder gemobbt.
Gesellschaftlich bleiben körperliche Ursachen unsichtbar.

Wer die Ebenenverschiebungen nicht erkennt, verfängt sich in dieser Schleife. Mehr Beweise allein helfen nicht.

Daher: Kommunikationsordnungen sichtbar machen, um den Rahmen neu zu setzen, in dem Wirklichkeit gemeinsam entsteht.
3398
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 09/09/2025
#EbM - Wer Evidenzbasierte #Medizin tatsächlich ernst nimmt, verweist nicht ständig auf angeblich fehlende Studien, sondern integriert bestmögliche Evidenz aus Forschung, individuelle klinische Expertise und Perspektiven der Betroffenen, die gleichwertig zählen. 👉 www.aerzteblatt.de/archiv/evide...
Screenshot des verlinken Artikels aus dem Deutschen Ärzteblatt, Dr. Günther Jonitz zur Definition von EbM mit markierter Passage: „Die Präferenz des Patienten, neulateinisch „Shared decision making“, ist dabei nicht nur explizierter Kernbaustein, sondern auch die Grundlage dafür, dass tatsächlich evidenzbasiert arbeitende Ärztinnen und Ärzte in der Lage sind, jederzeit Rechenschaft über die durch ihr Tun beim Patienten erzielten Ergebnisse abzugeben …“
1184
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 08/08/2025
Am 8. August ist #SevereMEDay, weltweiter Gedenktag für Menschen, die (sehr) schwer an Myalgischer Enzephalomyeitis und Chronischem Fatigue-Syndrom erkrankt oder an Folgen verstorben sind. Wer Suizidprävention und Versorgungssicherheit ernst nimmt, könnte heute ein sichtbares Zeichen setzen. 11/11
Die blaue Schleife, ein Awareness-Symbol für ME/CFS anlässlich des #SevereMEDay, steht im Mittelpunkt eines digitalen Gemäldes. Zwei überlappende, abstrakt gemalte Herzen in Türkis- und Petroltönen bilden den Hintergrund. Die malerische Textur mit sichtbaren Pinselstrichen geht weich in einen warmen Goldgelbton über, der in die kühlen Farben der Herzen übergeht. Das Bild soll sanftes und eindringliches Bewusstsein für schwer Erkrankte ausstrahlen.
03010
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 08/08/2025
Vom Diskurs zum Strukturwandel? - Das Anliegen zeigt sich im Handeln Vor zwei Wochen positionierte sich die @dgn-ev.bsky.social in einer Form zu #MECFS, die eine heftige Debatte und viele Gegendarstellungen auslöste. Erkennbar war: Es ging nicht um Inhalte, sondern um Deutungshoheit. Ein Thread 🧵
Die blaue Schleife, ein Awareness-Symbol für ME/CFS anlässlich des #SevereMEDay, steht im Mittelpunkt eines digitalen Gemäldes. Zwei überlappende, abstrakt gemalte Herzen in Türkis- und Petroltönen bilden den Hintergrund. Die malerische Textur mit sichtbaren Pinselstrichen geht weich in einen warmen Goldgelbton über, der in die kühlen Farben der Herzen übergeht. Das Bild soll sanftes und eindringliches Bewusstsein für schwer Erkrankte ausstrahlen.
45028
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 04/08/2025
#Rückruf freiwillig gemeldet: Produkt nicht weiterverwenden! HARD #FFP2 Spirit X Respirator Mask ohne Ventil (Modell 77027). Die #Maske schützt nicht zuverlässig, unzureichende Gesamtfiltration. Laut BAuA-Meldung über Safety Gate (SR/02796/25). Nur 20er-Packung betroffen. www.baua.de/SiteGlobals/...
Verpackung einer FFP2-Atemschutzmaske. Aufdruck: „HARD FFP2 NR Atemschutzmaske mit Hinterkopfbändern“, CE 2233, 20 Stück, „Made in Germany“. Eine Frau trägt die Maske.Nahaufnahme der Maske mit Herstellerangaben: Modell „Spirit X“, Norm EN149:2001+A1:2009, CE 2233, Herstellort: Deutschland.
24535
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 19/07/2025
Sprachliche “weibliche” Codierung formt gesellschaftlich auch die medizinischen Systemstrukturen. Diese Formkonstrukte (Inhalt + Kontext) schaffen reale Gesundheitsfolgen - ein zirkulärer Mechanismus.
 Misogynie = Nicht bloß Label, sondern performative strukturelle Macht. Ausführlich im Alt-Text 🗒️.
Mein Modell: Von sprachlicher Codierung zu materiellen Gesundheitsfolgen

Wie misogyne Strukturen ME/CFS und Long COVID systemisch formen

1. Erfahrung/Wissen:
Krankheitssymptome (chronisch, komplex, „Erschöpfung“) treffen auf medizinische Systeme, die auf akute “männliche” Medizin programmiert sind. Wissen über chronische Erkrankungen systematisch marginalisiert.

2. Sprachliche Formulierung:
“Weibliche” Kodierung aktiviert jahrhundertealte Stereotype: Erschöpfung = empfindlich, nicht belastbar. Liegen = antriebslos = Depression. Komplexe Symptome = Hysterie.
Diese diskursive Abwertung durchzieht alle gesellschaftlichen Bereiche.

3. Systemprogrammierung - Institutionelle Manifestation:
Medizinisch: ICD-Klassifikation vernachlässigt chronische Multisystem-Erkrankungen. Leitlinien fokussieren auf “objektive” Parameter. Off-Label-Therapien durch G-BA schwer durchsetzbar.
Sozialrechtlich: Erwerbsminderungsrenten bei “unsichtbaren” Krankheiten schwer durchsetzbar. Berufskrankheits-Anerkennung versagt bei komplexen Verläufen.
Forschung: Finanzierung bevorzugt “harte” Biomarker, vernachlässigt chronische Erkrankungen systematisch.

4. Geltung/Anschlussfähigkeiten:
Vergütungssystem honoriert Interventionen, nicht Betreuung chronischer Verläufe. Versorgungsstrukturen ungeeignet für langwierige, schwankende Krankheitsbilder. Keine interdisziplinären Behandlungspfade.

5. Deutung/Bewertung - Gesellschaftliches Gaslighting:
Nicht-lineare Zeitstrukturen gelten als “Schwäche”. Heilung als einzig akzeptables Narrativ. Betroffene müssen sich ständig rechtfertigen, beweisen, kämpfen. Familie/Arbeit erwarten “Normalität” oder Depression als einzige Alternative.

6. Rückkopplung/Materielle Auswirkung:
Verzögerte Diagnose → Chronifizierung → funktionelle Verschlechterung. Gesellschaftlicher Druck → Überanstrengung → Post-Exertional Malaise → Verschlimmerung. Ständiger Rechtfertigungsdruck → chronischer Stress → Immunsystem-Dysregulation → schlechterer Verlauf → “bestätigt” Vorurteil.
162
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 19/07/2025
Strukturanalyse geht es um Ursachenbetrachtung. Hier sind wir im Behandlungszimmer (Wirkung). Warum fehlt die Forschung? Warum werden „weibliche“ Symptome abgewertet? Warum arbeiten Frauen in exponierten Jobs? Das sind konkrete, strukturelle Faktoren - nicht abstrakt, sondern messbar und belegbar.
Meine Antwort an anderer Stelle:
„Bitte, dass man, wenn man aus der persönlichen Betroffenheit heraus argumentiert, die strukturelle Ebene nicht
"merkt", weil die Wirkung eben individuell
trifft, ist völlig verständlich. Aber ihr Ausblenden führt zu diesem Missverständnis hier.

Strukturelle Faktoren sind gut belegt:

Gender-Bias in der Medizin (Forschung und Versorgung), Berufsrisiken (Care-Berufe, sind gesellschaftlich abgewertet, 80% weiblich besetzt), Intersektionalität( Mehrfachbelastung durch Gender Pay Gap, Care-Arbeit, etc.)
- all das führt nachweislich zu höherer Exposition und schlechterer Versorgung.

Und Eigenschaften wie chronisch, komplex, unsichtbar, Erschöpfung sind historisch „weiblich" codiert.“
120
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 02/05/2025
„Wasser ist gesichert nass 💦.“ Nun ist es also fachlich fundiert bestätigt worden. Aber ich würde nicht zu übereilten Schlussfolgerungen raten. An dieser Stelle sollten wir heute nicht über den Zeitpunkt oder Implikationen sprechen. Sondern genau hinschauen, wie man mit dieser Einschätzung umgeht.
KI-generiertes Symbolbild. Ein überschwemmter Raum mit Wasser, das aus einem Rohrbruch von der Decke strömt. Die Menschen reagieren mit Handtüchern und Gummistiefeln, aber niemand beachtet und behebt das eigentliche Problem – als Metapher für den Umgang mit der Einschätzung des Bundesamtes für Verfassungsschutz, der die A_D heute auf Bundesebene als gesichert rechtsextremistisch und damit als verfassungsfeindliche Partei eingestuft hat. Der Postillon berichtet satirisch, an anderer Stelle wird schon wieder relativiert.
010
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 28/04/2025
Verstecktes Kompliment: „Man merkt dir gar nicht an, dass du krank bist.“ Strukturelle Narrative: „An COVID sterben nur Menschen mit Vorerkrankungen.“, „Wer sein Immunsystem stärkt, bekommt kein Long COVID“. Direkte Abwertung: „Du bist doch noch jung, warum brauchst du einen Behindertenausweis?“ 2/2
Bildschirmfoto meines LinkedIn-Kommentars heute: Und typisch für Gesundheits-Ableismus unter dem Mythos der Machbarkeit:
„Wer sein Immunsystem stärkt, wird nicht krank / […] schützt sich vor Long COVID“.

Krankheit wird individualisiert, soziale und biologische Faktoren werden ausgeblendet.
Dies basiert auf der Vorstellung, dass Gesundheit vollständig kontrollierbar und optimierbar sei - eine Idealisierung, die soziale Ungleichheit verstärkt und anfällig für Desinformation macht.

Mehr dazu demnächst in einem eigenen Beitrag.
0150
Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 28/04/2025
#Ableismus beschreibt, wie Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen im Alltag benachteiligt oder abgewertet werden. Es steckt in Sprache, Verhalten und Strukturen und trägt auch unbewusst dazu bei, dass Unterschiedlichkeit nicht er- und anerkannt, sondern als Mangel gesehen wird. 1/2
Bildschirmfoto aus meinem Artikel: Exkurs Ableismus: Definition und gesellschaftliche Bedeutung

Ableismus bezeichnet die strukturelle gesellschaftliche Diskriminierung und Marginalisierung von Menschen mit Behinderungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Diese Form der Diskriminierung basiert auf der Annahme der Überlegenheit bestimmter körperlicher, geistiger oder psychischer Fähigkeiten. Dadurch wird die Abwertung von Menschen, die diesen Normen nicht entsprechen, auf individueller, kultureller und struktureller Ebene verinnerlicht und politisch legitimiert.

Ableismus manifestiert sich in stereotypen Denkmustern, Vorurteilen und Verhaltensweisen sowie in institutionellen Barrieren, die den Zugang zu Ressourcen, Gleichstellung und Inklusion behindern. Er umfasst sowohl offensichtliche Diskriminierung als auch subtilere Formen der Ausgrenzung und ist tief in gesellschaftlichen Strukturen verankert. Ableismus ist auch mit anderen Diskriminierungsformen wie Rassismus, Sexismus und Klassismus verbunden und trägt intersektional zu sozialer Ungleichheit bei.

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„Ableismus ist wohl deswegen so beharrlich in unserer Gesellschaft am Werk, weil er in den Köpfen der Menschen (wenn auch oft unbewusst) genauso wirkt wie in materieller …
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 08/04/2025
Es geht nicht um persönliche Konflikte oder individuelle Verursachung, sondern um das Sichtbarmachen eines systemischen Mechanismus, der sich aus der Fokussierung auf Beziehungsebene speist – und dabei den eigentlichen Konflikt, den strukturell-kulturell-politischen, unsichtbar hält. Ausführlicher:
Wenn ich von Konflikten spreche, meine ich nicht, dass Betroffene sie verursachen oder dass es um psychologische Dynamiken in der Beziehung zu medizinischen Fachpersonen geht. Es geht darum, wie sich strukturelle Spannungen auf der Beziehungsebene auswirken – weil sie dort sichtbar werden, nicht weil sie dort entstehen.

Die Ursachen liegen nicht im Behandlungszimmer – sie wirken dort. Sie entstehen in politischen Entscheidungen, in wissenschaftlicher Förderlogik, in gesellschaftlichen Vorstellungen von Krankheit, Nützlichkeit, Leistungsfähigkeit, Behinderung und Normalität. Die Medizin steht oft im Fokus, weil sich dort vieles zuspitzt – doch sie ist selbst Teil eines größeren Systems. Ihre Handlungsmöglichkeiten und blinden Flecken sind durch gesellschaftlich etablierte Deutungsmuster mitbedingt, die institutionell wirksam sind, ohne dass sie irgendwo bewusst festgelegt worden wären.Deshalb greift es zu kurz – und ich meine das nicht abwertend –, die Verantwortung allein der Medizin zuzuschreiben. Nicht weil das grundsätzlich falsch wäre, sondern weil es das Wirksystem nicht vollständig beschreibt. Der Konflikt, der sich im Kontakt zeigt, ist ein Symptom eines strukturellen Missverhältnisses: zwischen dem, was erlebt wird, dem, was als relevant gilt, und dem, was versorgbar erscheint.

Ich spreche nicht über individuelle Schuld oder psychische Konflikte, sondern über kommunikative Ordnungen, die bestimmen, welche Erfahrungen sagbar sind, welche Anerkennung finden und was unsichtbar bleibt. Wenn wir diese Rahmenbedingungen nicht mitdenken, bleibt der Konflikt sichtbar – seine Ursachen aber verdeckt. Und damit bleibt das System, das diese Wirkungen erzeugt, unangetastet.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 07/04/2025
Die Studie weist auf zentrale, psychisch belastende Wahrnehmungen von #LongCOVID Betroffenen hin und Gründe hin, warum einige psychologische Ansätze und psychotherapeutische Angebote zur Unterstützung ablehnen. Zu kurz kommt der Kontext und ärztliche & psychologische Fachpersonen mE ansetzen können.
Teil 1 - „Erfahrungen von Betroffenen im Leben mit #LongCOVID und Überzeugungen über die Rolle der #Psychologie in ihrem Zustand“

Eine aktuelle Studie identifiziert 3 zentrale Aspekte ihres subjektiven Erlebens:
- Leben in Ungewissheit,
- das Gefühl, ihnen wird nicht geglaubt und
- die Hoffnung, ein Biomarker als Beweis führe zu medizinischer Anerkennung ihres Leidens.
Zugleich tendieren einige dazu, psychologische Ansätze abzulehnen. Die Autorinnen schlagen eine Synthese vor, um diese Dichotomie zu überwinden.

Zum tieferen Verständnis greift die psychologische Perspektive jedoch zu kurz (👉 siehe 1. Kommentar oben).

Denn viele Betroffene sind realen strukturellen Problemen im Gesundheitssystem ausgesetzt, die hier kaum beleuchtet werden:
das Absprechen somatischer Diagnosen, Vorenthalten angemessener Therapien, Zwang zu aktivierenden Maßnahmen, unzumutbare Gutachten ...

Marginalisiert durch Deutungsmacht.
Symptome werden oft psychologisiert, Schutzreaktionen pathologisiert. Wer widerspricht und auf Evidenz verweist, erlebt häufig Schuldumkehr und Abwehr durch das Hilfesystem.
Diese Dynamik hinterlässt Spuren – bis hin zu iatrogener Traumatisierung mit psychischen und körperlichen Schäden, die tabuisiert bleiben.Teil 2 - Aus ihrer Sicht ist Skepsis folgerichtig.
Nicht aus Unwissen oder Reaktanz, sondern aus Erfahrung mit systemischen Grenzverletzungen.

Was bedeutet das, wenn wir das ausblenden?

1️⃣ #Personalisierung statt kollektiver Verantwortung
Debatten über Long COVID werden individualisiert. Statt notwendiger Reformen in Ausbildung, Forschung, Leitlinien und multiprofessionelle Versorgung zu fordern, werden Verhaltensmerkmale Betroffener abgeklopft.
Fragen wie „Warum so misstrauisch?“ ersetzen Strukturkritik.
Gaslighting gedeiht auf dem Boden epistemischer Ungerechtigkeit.

2️⃣ #Systemstabilisierung wider Professionsethik
Empathie ohne Rütteln an institutioneller Macht bleibt zahnlos.
Offener Diskurs in Fachgesellschaften unterbleibt.
Politische Verantwortung wird ausgeklammert, Innovation blockiert.

Long COVID fordert auch psychologische und ärztliche Fachpersonen heraus – zu transdisziplinärem Wissen, zur Selbstreflexion, zur Haltung, zum Systemblick.Teil 3 - ✅ Wo Sie ansetzen können (Ärztliche & psychologische Fachpersonen)

Werden Interventionen abgelehnt: fragen, nicht diskutieren.
Emotionen (auch die eigenen) ernst nehmen.
In Beziehung gehen, statt überzeugen wollen.
Ambivalenzen aushalten, aber sich klar positionieren.
Sich mit Mitstreitenden im System verbünden + Begleitung außerhalb suchen.
Räume schaffen, in denen moralische Dilemmata offen besprechbar sind.

Double Binds erkennen
> systemische Dissonanzen reflektieren
> kontrollierende Narrative durchbrechen
> empathische Abstumpfung verhindern

Nur wer durch funktionale Schutzmechanismen berührbar bleibt, kann in und um sich Veränderungen bewirken.

Gehen Sie davon aus:
Diese Menschen sind offen und dankbar für psychologische Unterstützung – wenn sie gehört werden und die Komplexität ihrer Erkrankung unter anderen Bedingungen anerkannt wird.

Bildausschnitt vom Text:

Betroffene „fühlen" nicht nur, dass man ihnen nicht glaubt - sie erleben, dass ihnen strukturell nicht geglaubt werden soll.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 07/04/2025
Auch hier zeigt eine systemkritische Analyse vielmehr, wie medizinische Deutungsmacht, institutionelle Rahmenbedingungen und psychologische Erklärmodelle ineinandergreifen – und warum viele sich nicht nur nicht gehört „fühlen“, sondern systematisch ignoriert und falsch beurteilt werden, samt Folgen:
Zur Studie: Petker S, Ogden J. Patients' experiences of living with Long Covid and their beliefs about the role of psychology in their condition. J Health Psychol. 2025 Mar 17:13591053251325112. doi:10.1177/13591053251325112.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40091647/ 

Die qualitative Studie von Petker & Ogden untersucht die Erfahrungen von Long-COVID-Betroffenen, insbesondere ihre Haltung gegenüber psychologischen Deutungen. Interviews mit 14 Personen.

Durch die Arbeit wird nachvollziehbar, warum viele psychologische Zuschreibungen als abwertend empfunden werden. Sie benennt deutlich, dass es sich bei der Ablehnung psychologischer Deutungen nicht um Reaktanz, sondern um nachvollziehbaren Selbstschutz handelt.

Was jedoch zu kurz kommt, ist der Blick auf systemische Zusammenhänge: Die strukturelle Produktion von Unglauben, ökonomischer Druck, Leitlinienlücken und die Geschichte psychosomatischer Abwertung (z. B. bei ME/CFS) bleiben außen vor. So reicht „ganzheitliches Denken“ & „mehr Zuhören“ nicht aus, wenn strukturelle Verwringungen nicht mitgedacht werden.

Fazit: Interessante Einblicke, aber zu enger Fokus in der psychologischen Perspektive. Ohne Kontextualisierung werden systemische Probleme unbewusst leicht individualisiert.Petker & Ogden leiten aus diesen Erfahrungen ab, dem viele folgen werden, dass eine stärkere Integration der Perspektiven helfen könne, Spannungen zwischen professionellen Experten und Erfahrungsexperten aufzulösen, die durch die Dichotomie zwischen psychologischer und medizinischer Erklärungen für Long COVID aufrechterhalten wird. Psychologische Hilfe (ergänzend) soll validierend und anschlussfähig gestaltet werden – so, dass Betroffene sich ernst genommen fühlen, um Widerstände abzubauen.

Die eigentliche Schlussfolgerung ist hier:
Wenn psychologische Ansätze nicht als abwertend empfunden würden, sondern als unterstützendund respektvoll, wären mehr offen dafür.

Das Ziel der Autorinnen ist damit ein vermittelndes: Die Kluft soll durch eine wertschätzendere Haltung überbrückt werden.

Aber: Diese werteorientierte Perspektive ist nur hilfreich, wenn „Gleichwertigkeit“ nicht die komplexe Somatik & strukturelle Verantwortung überlagert,
Einstellung auf „Verständnis“ nicht zur Entpolitisierung systemischer Probleme führt.
Im Grunde kommt keine Diskussion mehr ohne systemanalytische Kontextualisierung aus.
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Dr. Karin Kelle-Herfurth @karin-kelle-herfurth.de · 15/03/2025
Wir können nicht alles beeinflussen oder verantworten, was passiert. Aber uns auch nicht entziehen. Denn wir haben in jeder Entscheidung die Wahl, wie wir damit umgehen. 5 Jahre #LongCOVID Wie werden wir 2030 erklären, was wir getan haben? 👉 www.linkedin.com/posts/drkell... #LongCOVIDAwarenessDay
Awareness-Schleife in den Farben Grau, Teal (Petrol) und Schwarz, die für Long COVID steht. Das Wort „LONG COVID“ ist in weißen Buchstaben auf dem grauen Band geschrieben.
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