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Jochen Tetzlaff

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Baut sich ein zweites Gehirn in Obsidian, hostet selbst und versucht die Welt zu verstehen. TUXEDO OS, Nextcloud, zu viele offene Tabs. blog.jochen-tetzlaff.online

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Reposted by Jochen Tetzlaff
Ardor @ardor.bsky.social · 02/10/2026
Absoluter Horror. Ein 16-jährige Schüler, der bei den Demonstrationen in #Tours schwer verletzt wurde, ist auf dem rechten Auge erblindet. Die Logik autoritärer Macht: Einige wenige verstümmeln, um viele andere einzuschüchtern. #ViolencesPolicieres @ricardoparreira.com
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/09/2026
Das Bild kippt: Dieselbe Insel beschäftigt 903.674 Wanderarbeitende, deren Aufenthalt meist nach zwölf Jahren endet. Wer sich an Washingtons Seite stellt, verteidigt auch dieses Regime; wer an Pekings, eine Macht, die mit Krieg droht. Einen einfachen Ausweg gibt es nicht. #Taiwan #Arbeit #Linke
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Kein einfacher Ausweg: Warum Taiwans soziale Frage keinen Träger hat
Taiwan ist eine funktionierende Demokratie, und die soziale Frage hat dort trotzdem keinen politischen Träger. Das liegt weniger an Peking und Washington als an einer Reihenfolge. Der Schlussteil der Serie über Taiwan.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/09/2026
Erst darüber liegt die Achse Vereinigung oder Unabhängigkeit. Jede neue Kraft wird gefragt, ob sie blau oder grün ist, und wo sich außerhalb der Parteien etwas bewegt, bewegt es sich entlang der China-Achse. Die Geopolitik erklärt, warum das Vakuum bleibt. Nicht, warum es entstand.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/09/2026
Dann wurde die Berufsgewerkschaft zum Versicherungsschalter. Nach dem Wahlsieg 2000 holte die DPP die Führung der Bewegungen in die Ämter. Zwei Wortführer der Parlamentsbesetzung von 2014 sitzen heute im Nationalen Sicherheitsrat und an der Spitze der Partei, die mit der Kuomintang stimmt.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/09/2026
Die naheliegende Antwort heißt China. Aber was von außen zuerst sichtbar wird, ist nicht, was zuerst geschah. Zuerst wurde die Basis geteilt: Die Fertigung ging in die Volksrepublik und nach Südostasien, die Arbeit, die blieb, übernehmen seit 1992 Menschen ohne Bürgerrecht.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/09/2026
Unzufriedenheit gibt es. Ko Wen-je warb 2024 gegen Blau und Grün und mit der sozialen Frage. Er holte 26,46 Prozent; bei den wahlwilligen 20- bis 29-Jährigen lag er in der letzten TVBS-Umfrage vor der Wahl mit 52 vorn. Bewirtschaftet wird die soziale Frage von allen Seiten, gestellt von keiner.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/09/2026
Von außen ist Taiwan eine Frage zwischen Washington und Peking. Von innen eine andere: Warum hat die soziale Frage in einer funktionierenden Demokratie keinen politischen Träger? Die Arbeitnehmerentgelte lagen 2024 bei 43,1 Prozent des BIP, so niedrig wie nie gemessen.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/09/2026
Am 24. September saßen Trump und Xi im Oval Office. Vereinbart wurden Zollsenkungen, Kohlekäufe, ein Dialog über „super intelligence" und zwei Pandas für den Zoo von Atlanta. Im Faktenblatt des Weißen Hauses kommt Taiwan nicht vor. Wer nicht mit am Tisch saß, stand ohnehin fest. 🧵
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Reposted by Jochen Tetzlaff
Jacobin Magazin @jacobinmagazin.bsky.social · 22/09/2026
Nicht Polizisten und Richter haben den Kampf gegen die sizilianische Mafia gewonnen, sondern Kommunisten und militante Arbeiter.
jacobin.de
Kommunisten gegen die Mafia
Der Kampf gegen die sizilianische Mafia wurde nicht von Polizisten und Richtern gewonnen, sondern von Kommunisten und militanten Arbeitern.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 19/09/2026
1938 verloren in Florenz 39 Dozenten ihre Stelle. 17 von ihnen praktizierten die jüdische Religion nicht; erfasst wurden sie über ihre Eltern. War der Faschismus heimgekehrter Kolonialismus? Für die Gewalt ist das gut belegt, am Recht schwerer. Teil 4 der Serie: #Italien #Faschismus #Geschichte
blog.jochen-tetzlaff.online
Imperium und Rasse. Was Italien in Afrika tat und was davon heimkam, 1911 bis 1938
Die ersten Bomben, die aus einem Flugzeug auf Menschen fielen, warf 1911 ein italienischer Leutnant, elf Jahre vor dem Marsch auf Rom. Zwischen 1911 und 1938 führte Italien drei Kolonialkriege, richtete fünfzehn Lager an der Großen Syrte ein, setzte Giftgas gegen Abessinien ein und erließ Rassengesetze, erst für die Kolonien, dann gegen die Juden.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 19/09/2026
1937 dann das erste Rassengesetz: Es bestraft den Italiener, der mit einer »persona suddita« Italienisch-Ostafrikas eine eheähnliche Beziehung unterhält. Maßgeblich ist der Status, nicht die Abstammung. Das Judengesetz von 1938 beginnt mit derselben Konstruktion. Nur trennt jetzt die Rasse.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 19/09/2026
Am 3. Oktober 1935 marschierte Italien ohne Kriegserklärung in Abessinien ein. Gut neun Monate vorher hatte Mussolini eine »absolute Überlegenheit von Artillerie und Gas« angeordnet. Nötig war das Gas nicht. »Das Giftgas war nicht kriegsentscheidend«, schreibt Mattioli. Es war eine Entscheidung.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 19/09/2026
Im April 1928 ratifizierte Italien das Genfer Gasverbot, »ohne jeden Vorbehalt«. Siebzehn andere Staaten behielten sich den Gegeneinsatz vor. Den ersten Gaseinsatz der italienischen Luftwaffe in Libyen datiert der Historiker Aram Mattioli auf den 6. Januar 1928. Drei Monate davor.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 19/09/2026
Die Rückeroberung Libyens begann 1921, im liberalen Italien. Unter Mussolini bekam sie eine neue Qualität. 1930 ordnete Badoglio an, Rebellen und Bevölkerung zu trennen, »auch wenn die ganze Bevölkerung der Cyrenaika zugrunde gehen sollte«. In 15 Lagern starben schätzungsweise 40.000 Menschen.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 19/09/2026
Am 1. November 1911 warf ein italienischer Leutnant über zwei Oasen bei Tripolis Bomben von zwei Kilogramm ab. Es war das erste Mal, dass aus einem Flugzeug Bomben auf Menschen fielen. Nicht unter Mussolini: elf Jahre vor dem Marsch auf Rom, für das liberale Italien. 🧵
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 09/09/2026
Und dann ist der wirksamste Vollstrecker der Betroffene selbst. 2004 klagte Trenitalia gegen eine Antikriegssatire auf autistici.org — und verlor. Es gab ein Aktenzeichen, ein Urteil, einen Verfassungsartikel. 2026 ist davon nichts übrig. Ausführlich im Blog 👇 #Italien #Sanktionen #Netzpolitik
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Vollzug ohne Urteil: Wie Autistici/Inventati in elf Tagen verschwand
Kein Server beschlagnahmt, kein Inhalt gelöscht, kein Gericht bemüht — es wurde ein Domainname stillgelegt und ein Bankkonto gekündigt. Eine Chronik des Vollzugs ohne Urteil.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 09/09/2026
Am 6. September löste sich das Kollektiv auf. Nicht technisch begründet — nichts war kaputt —, sondern fürsorglich: Der bloße Kontakt zu ihm war für alle anderen zum Risiko geworden. Wo nicht die Schuld sanktioniert wird, sondern die Berührung, nützt die Unschuld nichts.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 09/09/2026
Die Banca Etica arbeitet seit September 2025 mit dem europäischen Dachverband an einer Frage: Wie schützt sich eine Bank in so einem Fall? Sie schrieb an Regierung, Abgeordnete, EU-Institutionen. Keine Antwort. Die Grauzone entstand nicht durch eine Handlung, sondern durch ein Jahr Unterlassen.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 09/09/2026
Italien war zu nichts verpflichtet: Eine einseitige US-Maßnahme erzeugt im Inland keine Anwendungspflicht, so das Innenministerium. Und die Bank stand auf keiner Liste. Sekundärsanktionen hätten ihre eigene Listung vorausgesetzt.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 09/09/2026
Zählt man nach, ist die Liste kurz: ein Domainname im Registry-Status serverHold. Ein PayPal-Spendenkonto. Ein Bankkonto samt Guthaben. Das ist alles. Der Server lief durch. Kein Inhalt gelöscht, kein Bescheid, kein Verfahren, kein Richter, keine Verurteilung.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 09/09/2026
Die deutschsprachige Presse schrieb, das Kollektiv sei „Geschichte", es „gibt auf", es werde „abgeschaltet". Keines dieser Verben trifft. Abgeschaltet hat niemand etwas. Es wurde ein Name aus einem Verzeichnis genommen und ein Bankkonto gekündigt — und das genügte.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 09/09/2026
Am 8. September, zwei Tage nachdem sich das italienische Kollektiv Autistici/Inventati aufgelöst hatte, antwortete noblogs.org noch immer. HTTP 200, reguläre Startseite, kein Abschiedshinweis. Nur autistici.org nicht. Diese Domain hatte seit elf Tagen keinen DNS-Eintrag mehr. 🧵
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 06/09/2026
Dieselbe Rechnung lief nach innen. Am 8. Mai 1992 beschloss Taiwan das Gesetz, das Arbeit ohne Bürgerrechte begründete — sieben Monate vor der ersten freien Parlamentswahl. Heute leben 903.674 Wanderarbeitende im Land. #Taiwan #China #Arbeit
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Der Schatten hinter jeder Taiwanerin: Wie Taiwans Kapital China mitbaute
Ohne taiwanisches Kapital hätte Chinas Aufstieg nicht dieses Tempo gehabt. Dazu ein Migrationsregime, das sieben Monate vor der ersten freien Parlamentswahl beschlossen wurde. Teil 4 einer Serie über Taiwan.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 06/09/2026
Bei Quanta sieht das heute so aus: 10.933 Beschäftigte in Taiwan, 37.307 in den chinesischen Werken. Und von 25.097 befristeten Verträgen des Konzerns liegen 25.097 in China. In Taiwan keiner.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 06/09/2026
Wie groß das wurde, ist nur geschätzt: Ende 2008 beschäftigten taiwanische Firmen in China rund 14,4 Millionen Menschen. Mehr, als Taiwan überhaupt Erwerbstätige hat. Taipeh hatte 37.181 Vorhaben in den Büchern. Peking zählte 77.506.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 06/09/2026
Gerechnet hat es sich kaum. Dasselbe Gerät kostete in Taiwan 678 Dollar, in China 666 — mit Fracht 1,8 Prozent Ersparnis. Die Gewinnmarge der vier Großen fiel im selben Zeitraum von zehn auf sechs Prozent. Das war keine Entscheidung. Das war eine Konkurrenzlage.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 06/09/2026
Bis 2001 war das verboten. Taiwans Notebookbranche durfte nicht in China investieren. Am 7. November 2001 hob die Vorsitzende des Mainland Affairs Council das Verbot auf. Sie hieß Tsai Ing-wen. Anteil der taiwanischen Notebookfertigung in China: 2000 null Prozent, 2005 dreiundneunzig.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 06/09/2026
Wer ein Notebook umdreht, findet den Markennamen, eine Seriennummer und drei Wörter: Made in China. Was dort nicht steht, ist der Name der Firma, die das Gerät gebaut hat. Mit einiger Wahrscheinlichkeit heißt sie Quanta, sitzt in Taoyuan und ist taiwanisch. 🧵
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Anne Roth @anneroth.bsky.social · 30/08/2026
Es gibt viele Fragen ud Vermutungen zu den Maßnahmen der US-Regierung gegen das italienische Technik-Kollektiv #Autistici . Hier gibt es erste Antworten und Erklärungen von ihnen selbst: www.inventati.org/campaign/press
7. Why the sanction can have effects outside the US

The US designation does not automatically amount to a ban on A/I in Italy or in the European Union. The US, the EU, and individual states have distinct legal systems and antiterrorism lists. Inclusion on the OFAC list does however produce strong pressure on the operators that have dealings with the designated party.

OFAC has also issued General License 36, which authorizes the wind down of certain operations involving A/I until September 25, 2026. In this context, wind down means the possibility of closing or orderly winding up pre-existing relationships and operations with the sanctioned party within a time window set by OFAC. It is therefore not authorization to maintain the relationships indefinitely, but an exit window. It is important to distinguish between the period granted for the wind down, any applicable legal obligations, and the autonomous decisions of operators who choose to sever the relationship earlier.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/08/2026
Warum die Löhne unten blieben, schrieb Arnaldo Mussolini, Bruder des Duce, 1929 im Popolo d'Italia: „Hätten die Arbeitermassen ihre Lebensbedingungen verbessert, hätten sie dem Wirtschaftswunder zugejubelt und nicht der faschistischen Partei.“ Teil 3 der Serie: #Italien #Faschismus #Geschichte
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Was das Regime tat. Italien unter dem Faschismus, 1925 bis 1939
Der Faschismus versprach eine dritte Ordnung jenseits von Kapitalismus und Sozialismus. Was er baute, war eine Fassade vor unveränderten Eigentumsverhältnissen — und darunter eine der größten Umverteilungen der italienischen Geschichte, die Mussolini vor dem Senat selbst vorrechnete.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/08/2026
Am 18.12.1930 rechnete Mussolini dem Senat vor, was seine Politik der Wirtschaft eingebracht hatte: 1,2 Milliarden in der Landwirtschaft, bis zu einer Milliarde in der Industrie, 720 Millionen bei den Staatsbediensteten. „…und ihr habt eine Gesamtsumme von drei Milliarden und vielleicht mehr.“
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/08/2026
Was tatsächlich geschah, waren Lohnkürzungen: 1927 minus 20 Prozent, ab 1930 minus 8 bis 10, 1934 minus 7. In manchen Branchen über 40. Aber die Preise fielen doch auch? Ugo Clavenzani, Chef der faschistischen Industriegewerkschaft, 1933: Lebenshaltung minus 15,75 Prozent.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/08/2026
Womit warb das Regime dann? Mit einer Wirtschaftsordnung: Korporatismus, Unternehmer und Arbeiter gemeinsam auf die Produktion verpflichtet. Entschieden wurde woanders. Das Bankengesetz von 1936 lag beim Finanzminister — zwei Monate bevor der korporative Ausschuss eingesetzt wurde.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/08/2026
1940 stellte er die Produktion ein — das Aluminium ging in den Flugzeugbau. 1956 liefen achtzehntausend Kannen vom Band. Am Tag. Die Autarkiepolitik, der man die Moka zuschreibt, hat sie abgewürgt statt hervorgebracht. Italienisch wurde sie in der Demokratie.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 30/08/2026
Die Moka Express: achteckig, Aluminium, entworfen 1933 — in einem Regime, das Aluminium wenig später zum metallo nazionale erklärte. Das Objekt scheint die Politik zu illustrieren. Nur: Zwischen 1934 und 1940 entstanden rund 70.000 Stück. Bialetti verkaufte sie selbst, auf Wochenmärkten. 🧵
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 22/08/2026
Denn die meisten Berufsgewerkschaften sind Versicherungsschalter, keine Gewerkschaften. Ausgerechnet dort stehen aber die kämpferischsten: China Airlines 2016, die Piloten 2019, EVA Air. Zwei Paragrafen ließen ihnen keine andere Form. #Taiwan #Geschichte #Gewerkschaften
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Die Fabrik im Wohnzimmer: Wie Taiwans Wirtschaftswunder seine eigenen Arbeiterinnen verbrauchte
Taiwans Wirtschaftswunder beruhte auf Auftragsfertigung und unsichtbarer Heimarbeit. Die Formel gab ein Provinzgouverneur 1972 aus: Das Wohnzimmer ist die Fabrik. Teil 3 einer Serie über Taiwan.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 22/08/2026
Heute gilt Taiwan als gut organisiert: knapp 33 Prozent gewerkschaftlicher Organisationsgrad, Skandinavien-Niveau. Das Arbeitsministerium weist vier verschiedene Grade aus. Rechnet man die Berufsgewerkschaften heraus, bleiben 7,9 Prozent — unter den USA, Südkorea und Japan.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 22/08/2026
Das Modell endete nicht an einem äußeren Schock. Das Reservoir junger Frauen war ausgeschöpft, und die Töchter machten nicht weiter. Sie hatten aus nächster Nähe gesehen, was die Abende am Küchentisch ihre Mütter gekostet hatten. Es genügte, nicht zu kommen.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 22/08/2026
Es blieb nicht bei der Rede. 1974 folgten Durchführungsbestimmungen. § 16 gewährt dem Handwerksbetrieb in der eigenen Wohnung für Motoren bis zu einer halben Pferdestärke den Haushaltsstromtarif. Heimarbeit war nicht der Rest, wo die Industrie nicht hinkam. Sie war Politik.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 22/08/2026
Am 28. August 1972 sprach Taiwans Provinzgouverneur Hsieh Tung-min vor einer Hausfrauenvereinigung. Die Wirtschaftszeitung druckte seine Formel am selben Tag auf Seite sechs. In die Geschichtsbücher ging sie schärfer ein: 客廳即工廠 — das Wohnzimmer ist die Fabrik.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 22/08/2026
Von 1967 bis 1987 stand in Taishan bei Taipeh eine Barbie-Fabrik, ein Gemeinschaftsunternehmen von Mattel. Auf dem Höhepunkt arbeiteten dort über 3.000 Menschen, fast ausschließlich Frauen. Auf der Lohnliste standen rund 8.000. Die Lücke zwischen beiden Zahlen ist der Gegenstand. 🧵
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Reposted by Jochen Tetzlaff
Ardor @ardor.bsky.social · 21/08/2026
George Jackson † 21. August 1971 „Der #Faschismus hat sich in diesem Land auf höchst unauffällige und effiziente Weise etabliert. Er fühlt sich so sicher, dass die Herrschenden uns den Luxus zaghaften Protests erlauben. Geht der Protest aber zu weit, zeigen sie ihr anderes Gesicht.“ #GeorgeJackson
Cover einer Textsammlung von und zu George JacksonTrauernde zeigen den Black-Panther-Gruß, als der Sarg von George Jackson aus der St. Augustine’s Church in Oakland, Kalifornien, getragen wird.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 21/08/2026
"Berichterstattung wie die des »Spiegel«, die vor grundlegenden Folgen der KI warnen, ihr diese Folgen also wirklich zutrauen, ist ein wichtiger Baustein im Geschäftsmodell der KI-Unternehmen." Peter Schadt im @nd-aktuell.de über #KI www.nd-aktuell.de/artikel/1201...
nd-aktuell.de
Was Marx sicher nicht über die KI gesagt hätte
Ökonomen und Journalisten warnen vor dem Ende der Arbeit. Das ist vor allem eine große Werbeaktion für die KI-Spekulation
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 20/08/2026
Überzeugt hat mich nicht das Messergebnis, sondern der Ablauf: Ein Fremder meldet drei Zeilen Code — und bekommt am selben Abend eine Antwort, einen Einwand und die Zusage, die Fixes zu übernehmen. @tuxedocomputers.bsky.social blog.jochen-tetzlaff.online/homelab…
blog.jochen-tetzlaff.online
Von Ubuntu nach Debian: Ein Nachmittag in der TUXEDO-Beta
Die offene Beta in einer VM installiert, mutwillig zerstoert und nachgemessen — gute Konstruktion, drei kaputte Zeilen und eine Antwort des Herstellers nach zwei Stunden.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 20/08/2026
Die Einschränkung gehört dazu: Das trifft verschlüsselte Installationen. Ohne LUKS dürfte es funktionieren. Auch das ist im selben Issue gelandet, mit Rohtext statt Triumph. Eine vier Tage alte Beta darf so etwas haben — dafür ist sie da.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 20/08/2026
Nach zwei Stunden kam die Antwort: Der Weg sei nicht der vorgesehene, dafür gebe es ein eigenes Kommando. Stimmt — hatte ich übersehen. Also nochmal getestet. Diesmal bootete die Maschine gar nicht mehr: In der neu geschriebenen EFI-Konfiguration fehlt das cryptomount.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 20/08/2026
Dann der Test: System zerstört, über GRUB in einen Snapshot gebootet, Rollback ausgelöst. Er lief durch und tat nichts. Ursache: drei Pfadfehler in TUXEDOs eigenem Paket, jeder bricht den Vorgang für sich ab. Gemeldet mit Reproduktion und je einem Einzeiler als Fix.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 20/08/2026
Elegant auch die Verschlüsselung: keine separate /boot-Partition, weil GRUB inzwischen Argon2 kann. GRUB entsperrt per Passphrase, danach übernimmt eine Schlüsseldatei aus der initramfs — die selbst im verschlüsselten Volume liegt. Man tippt genau einmal.
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Jochen Tetzlaff @jochenthomas.bsky.social · 20/08/2026
Der schönste Befund steckt in den Signed-By-Zeilen der Paketquellen: Für Debian-Pakete bleibt Debians Schlüssel die bürgende Instanz. TUXEDO signiert nicht um, der eigene Schlüssel deckt nur, was TUXEDO selbst baut. Das ist die Entscheidung gegen den bequemeren Weg.
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