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dreamchipper

@dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy
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Lehrer, Romanistik, #geo, Naturwissenschaften, Multimediaberater, erweiterte Schulleitung, #admin #JAMF #Nextcloud #FOSS #Moodle #MDM #iPad #eduBW, #FediLZ […] [bridged from bildung.social/@dreamchipper on the fediverse by fed.brid.gy ]

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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 06/10/2026
RemoveMacAI: Apple-KI löschen und Speicherplatz freigeben www.ifun.de/removemacai-apple-ki-lo… #ki #ai #apple #remove
ifun.de
RemoveMacAI: Apple-KI löschen und Speicherplatz freigeben
Wer Apple Intelligence auf dem Mac nicht verwendet, kann die dafür geladenen Modelle bislang nur mit einigem Aufwand wieder loswerden. Ein neues Werkzeug namens RemoveMacAI verspricht nun einen deutlich bequemeren Weg. Das Kommandozeilenprogramm deaktiviert die zugehörigen Funktionen, entfernt die lokalen Modelle und soll verhindern, dass macOS diese anschließend automatisch erneut herunterlädt. Der entscheidende Unterschied zu […]
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 06/10/2026
Prompt-Bibliothek - Deutsches Schulportal KI-Prompts für Ihre #Schulentwicklung Die Prompt-Bibliothek des Deutschen Schulportals unterstützt Sie dabei, den Einsatz von KI-Sprachmodellen gezielt und zeitsparend in der Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung Ihrer Schule zu erproben. […]
bildung.social
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 04/10/2026
‚Hydrate my route“ #GPX-#Track mit #POIs anreichern — Wasser, Einkehr, Fahrrad-Service-Station & Co. direkt auf der Strecke. #fahrrad #rad #routenplanung #point #of #interest #POI #navi #navigation #garmin waypoints.sippsolutions.de
waypoints.sippsolutions.de
Hydrate my Route – GPX-Track mit POIs anreichern: Wasser, Einkehr & Tankstellen
Kostenloses Tool, das deinen GPX-Track (Rennrad, Gravel, Bikepacking, Wandern) automatisch mit POIs aus OpenStreetMap anreichert: Trinkwasser, Cafés, Bäckereien, Supermärkte, Tankstellen und Fahrrad-Reparaturstationen – als Wegpunkte auf den Track projiziert, passend für Garmin Edge, Garmin Connect & Co.
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 30/09/2026
#Bahn #Bingo – #Zugverspätung Bingo für Bahnfahrten d-bingo.de #DB #einfach #nur #schlecht
d-bingo.de
Bahn Bingo – Zugverspätung Bingo für Bahnfahrten
Bahn Bingo ist ein kostenloses Bingo-Spiel für Zugfahrten mit Verspätungen, Gleiswechseln, technischen Störungen und anderen typischen Bahn-Erlebnissen.
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 10/09/2026
Versteckte Botschaften auf Social Media: Was hinter #Algospeak steckt - SWR Kultur www.swr.de/swrkultur/wissen/verstec… #fedilz #bluelz
swr.de
Versteckte Botschaften auf Social Media – Was hinter Algospeak steckt
S€x, s
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 01/09/2026
Am kommenden Wochenende #downhill #finale in #Stuttgart 🚵🏽 🏁 „D’ Stäffele nonder“ heißt es beim großen Saisonfinale von Red Bull #Cerro #Abajo in Stuttgart. ❤️ Zum ersten Mal überhaupt kommt die weltweit größte #Urban-Downhill-#Mountainbike-Serie nach Deutschland […]
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 29/08/2026
#giro #italia #lazio #roma #città #eterna
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 29/08/2026
#giro #italia #puglia #lecce #caffè #leccese #salentino
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 29/08/2026
#giro #italia #puglia #relax
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 25/08/2026
#giro #italia #puglia #locorotondo #salento
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 25/08/2026
#giro #italia #puglia #santa #maria #di #leuca #finibus #Terrae Der südlichste Punkt von #Apulien #salento 🥰
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 25/08/2026
#giro #italia #puglia #alberobello #trulli
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 20/08/2026
#giro #italia #bari
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 20/08/2026
#giro #italia #pescara
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 19/08/2026
#giro #italia #verona
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 11/08/2026
„#OverDrive übernimmt #divibib und gestaltet gemeinsam mit der #ekz-Gruppe die Zukunft der digitalen #Bibliothek“ Die App #Libby gehört zur Firma OverDrive, Inc., einem #US-#amerikanischen Unternehmen mit Sitz in Cleveland, Ohio. OverDrive (und damit auch Libby) gehört heute dem […]
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 11/08/2026
#Version #Tracker — 100.000+ Pakete auf #macOS verfolgen version-tracker.app/de #Update #Software
version-tracker.app
Version Tracker — 100.000+ Pakete auf macOS verfolgen
Version Tracker hilft Ihnen, über 100.000 Pakete auf macOS zu verfolgen und zu aktualisieren.
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 11/08/2026
G9-Einführung läuft stockend: #Lehrer fühlen sich bei Umstellung #alleingelassen #fedilz #bluelz #g9 #eduBW www.swr.de/swraktuell/baden-wuertte…
swr.de
G9-Lehrpläne lassen noch auf sich warten: Wieso sich Lehrer alleingelassen fühlen
Ins erste Jahr G9 sind die Schulen ohne angepasste Bildungspläne gegangen. Ein Jahr später sind die Lehrpläne da, aber nur zum Teil. Lehrer fühlen sich alleingelassen.
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 09/08/2026
Im Jahr 2026 überlegt man auf Seiten des Bundes, ob Bonuszahlungen beim #Bahn Management zukünftig an Bedingungen wie Pünktlichkeit gebunden werden sollen. Da wird mir einiges klar. 😵‍💫 […]
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 07/08/2026
#Lokale KI-Modelle statt #ChatGPT? Der Praxis-Einstieg für #Lehrkräfte www.manuelflick.de/blog/lokale-spra… #fedilz #bluelz #ki #ai
manuelflick.de
Lokale KI-Modelle statt ChatGPT? Der Praxis-Einstieg für Lehrkräfte
#### KI-Tools wie ChatGPT gehören für viele Lehrkräfte längst zum Schulalltag. Und auch im Hinblick auf Datenschutz gibt es inzwischen geeignete Alternativen. Mit AIS.chat (früher telli) steht beispielsweise eine kostenlose, DSGVO-konforme Lösung auf EU-Servern in vielen Bundesländern bereit. Ein Punkt bleibt trotzdem offen, egal ob ChatGPT und Co. direkt oder über einen datenschutzfreundlichen Weg:**Die Abhängigkeit.** Wir bleiben an große Anbieter und deren Modelle dahinter gebunden, an ihre Preisgestaltung, ihre Verfügbarkeit und ihre Entscheidungen. Jüngst hat sich dies deutlich gezeigt, als Fable 5 von Claude veröffentlicht und kurz darauf wieder gesperrt wurde (und jetzt doch wieder verfügbar ist). Genau hier kommen **lokale Sprachmodelle** ins Spiel. Sie laufen direkt auf dem eigenen Rechner, offline, kostenlos und im Betrieb unabhängig von jedem Anbieter. Das mag nach viel Technik klingen, ist in der Praxis aber **weniger aufwendig und komplex als vielleicht gedacht**. Genau das habe ich selbst so erlebt, und diese Erfahrung möchte ich hier mit euch teilen. Ich nehme euch Schritt für Schritt mit und erkläre, was lokale Sprachmodelle sind, warum sie für Schulen und Lehrkräfte relevant sind, was euer Rechner benötigt und wie ihr loslegt. Technik-Vorwissen braucht ihr dafür nicht. _**Inhaltsverzeichnis**_ 1. 1. Was sind lokale Sprachmodelle? 🤖 2. 2. Warum lokale KI für die Schule interessant ist 🔒 3. 3. Wie gut sind lokale Modelle wirklich? 📊 4. 4. Die Hardware-Frage: Was braucht mein Rechner? 💻 5. 5. Welches Sprachmodell passt? Der Modellfinder 🚦 6. 6. Womit du startest: Ollama und Alternativen 🚀 7. 7. Video-Anleitung: Installation und Einrichtung von Ollama 📽️ 8. 8. Einordnung und Ausblick: Vom Vorbereitungstool zum Unterrichtswerkzeug 🔭 9. 9. Fazit 📝 ## 1. Was sind lokale Sprachmodelle? 🤖 Ein **Sprachmodell** ist das, was hinter einem KI-Chatbot steckt. Bei ChatGPT, Claude oder Gemini sitzt dieses Modell in einem Rechenzentrum. Über euren KI-Chat schickt ihr eure Anfrage dorthin und erhaltet eine Antwort. Ein **lokales Sprachmodell** funktioniert anders. Die Modelldatei wird einmal heruntergeladen und liegt dann auf der eigenen Festplatte. Die Verarbeitung erfolgt auf dem eigenen Rechner, es entsteht keine Verbindung nach außen, und für die Nutzung braucht es keine Internetverbindung. Möglich wird das durch **offene Modelle** (oft „Open Source" genannt), die frei verfügbar sind. Populär ist aktuell Googles Familie Gemma. Daneben gibt es weitere offene Modelle, etwa von Meta (Llama), Alibaba (Qwen), Microsoft (Phi), Mistral, Moonshot AI (Kimi) und auch von OpenAI (GPT-OSS). Die meisten dieser Modelle arbeiten mit Text, manche verstehen zusätzlich Bilder oder Audio. Zusätzlich gibt es eigene lokale Modelle, die Sprache transkribieren oder Bilder erzeugen. **💡 Kurz erklärt: Open Source vs. Open Weight** **Open Source** im strengen Sinn verlangt nach der offiziellen Definition den vollständigen Code und eine genaue Dokumentation der Trainingsdaten. **Open Weight:** Ihr bekommt das fertig trainierte Modell zum Download, aber nicht das Rezept dahinter, also weder Trainingsdaten noch Trainingscode. Das trifft auf die meisten „offenen" Modelle zu. In der Praxis werdet ihr fast überall „Open Source" lesen, obwohl die meisten dieser Modelle streng genommen nur Open Weight sind. Der Begriff wird also lockerer verwendet, als er gemeint ist. Fürs Herunterladen und Offline-Nutzen macht das für euch aber keinen Unterschied. ## 2. Warum lokale KI für die Schule interessant ist 🔒 Lokale Modelle bringen für Schulen und Lehrkräfte mehrere Vorteile. #### **Im laufenden Betrieb kostenlos** Die Anschaffung eines passenden PCs oder Laptops kostet natürlich Geld, das Modell selbst nutzt ihr danach aber ohne Abo und ohne Nutzungskontingent, also ohne laufende Kosten. #### **Unter bestimmten Voraussetzungen datenschutzkonform** Da keine Eingabe das eigene Gerät verlässt, bleiben alle Daten lokal, und der Betrieb lässt sich unter den richtigen Voraussetzungen datenschutzkonform gestalten. #### **Komplett offline und unabhängig vom WLAN** Ein lokales Modell braucht keine Internetverbindung und läuft im Klassenzimmer auch ohne Empfang. Da stabiles WLAN leider noch immer nicht an allen Schulen Standard ist, zeigt sich auch hier ein Vorteil. #### **Unabhängig von jedem Anbieter** Wer seine Abläufe um einen fremden Dienst herum aufbaut, macht sich von dessen Preisgestaltung, Verfügbarkeit und Einschränkungen abhängig. Ein lokales Modell gehört euch: Was einmal auf dem Rechner liegt, läuft weiter, ganz gleich, was ein Anbieter entscheidet. ## 3. Wie gut sind lokale Modelle wirklich? 📊 Lokale Modelle auf einem normalen Rechner können**aktuell nicht mit Spitzenmodellen** wie GPT 5.6 oder Claude Fable 5 mithalten**.** Diese stärksten Modelle laufen weiterhin über die Cloud, also in den großen Rechenzentren der Anbieter. Für den Schulalltag muss es aber gar nicht die absolute Spitze sein. Für viele schulische Aufgaben, etwa Texte zusammenfassen, Material und Aufgaben entwerfen oder Ideen sortieren, reichen lokale Modelle, betrieben auf dem eigenen Laptop, in der Regel schon jetzt aus. **Zur Einordnung:** Lokale Modelle wie Gemma e4b oder gpt-oss 20b liegen in etwa auf dem Niveau von GPT-4o mini, einem Modell, das bis Mai 2025 noch als Standardmodell für kostenfreie ChatGPT-Konten diente und zum Beispiel bei fobizz sogar noch länger voreingestellt war. _Vergleich der Leistungsfähigkeit (Texte verfassen) von GPT-4o-mini mit Gemma e4b im Arena Leaderboard, Stand: Juli 2026_ Dass die offenen Modelle inzwischen aber auch vorne mitspielen können, hat sich erst vor wenigen Tagen gezeigt. Das chinesische Unternehmen Moonshot AI hat mit Kimi K3 das bislang größte offene Modell vorgestellt, das in ersten Benchmarks fast auf Augenhöhe mit GPT 5.6 und Claude Fable 5 ist. Für den Betrieb braucht es jedoch weiter sehr leistungsstarke KI-Hardware und Server mit riesigen Speichern statt eines Laptops. Trotzdem steht damit fest: **Offene Modelle schließen weiter zur Spitze auf.** _Sprachmodell-Vergleich am Beispiel agentischer KI-Aufgaben (Quelle:__kimi.com_ _, Juli 2026)_ Gleichzeitig verschiebt sich diese Grenze stetig, denn Sprachmodelle werden immer effizienter. Es zeigt sich, dass sich die **„Fähigkeitsdichte" etwa alle dreieinhalb Monate verdoppelt**. Für die gleiche Leistung braucht es also wenige Monate später nur noch ein halb so großes Modell (Xiao et al. 2025). Was heute ganze Server füllt, könnte also in wenigen Jahren auf normalen Rechnern laufen - auch unter Berücksichtigung, dass PCs und Laptops über die Jahre natürlich leistungsfähiger werden. Wo einzelne lokale Modelle im Vergleich zu weiteren Sprachmodellen stehen, lässt sich gut über das **Arena-Leaderboard** feststellen. Dort sind viele Sprachmodelle aufgeführt und nach Leistungsfähigkeit bewertet. Ihr könnt die Liste nach Aufgabentyp filtern, etwa „Texte schreiben“, „agentischer Einsatz“ oder „Websuche“. So lässt sich auch gut einschätzen, wie sich die **lokalen Modelle im Vergleich zu Cloud-Modellen** von ChatGPT, Gemini oder Claude schlagen, die viele täglich im Einsatz haben. ## 4. Die Hardware-Frage: Was braucht mein Rechner? 💻 Bevor ihr ein lokales Sprachmodell verwenden könnt, gibt es eine Frage zu klären. **Läuft lokale KI überhaupt auf dem eigenen Gerät?** Das hängt im Wesentlichen vom **Arbeitsspeicher (RAM)** ab, genauer vom Verhältnis zweier Werte: * wie viel Arbeitsspeicher das Sprachmodell belegt * wie viel Arbeitsspeicher euer Rechner hat Modelle gibt es in verschiedenen Größen, angegeben in Milliarden **Parametern** , also zum Beispiel 3B, 8B oder 70B. Dabei gilt eine einfache Faustregel. Je größer das Modell, desto besser die Antworten, aber desto mehr Arbeitsspeicher braucht es. Denn zum Arbeiten muss das Modell in den Arbeitsspeicher passen. Damit auch kleinere Rechner mithalten, gibt es platzsparende Varianten, sogenannte **quantisierte Modelle** , die den Speicherbedarf senken. Zur Einordnung ein paar Richtwerte. * **8 GB RAM:** Die kleinsten Modelle (rund 2 bis 4B) laufen solide, wenn sonstige Programme geschlossen sind. * **16 GB RAM:** Modelle bis etwa 9B laufen in der Regel gut. * **32 GB RAM:** Auch größere Modelle laufen. **💡 So findet ihr heraus, wie viel RAM in eurem Rechner steckt** **Windows:** Öffnet mit Strg + Umschalt + Esc den Task-Manager und klickt auf „Leistung" → „Arbeitsspeicher". Alternativ: Einstellungen → System → Info. **Mac:** Klickt oben links auf das Apfel-Menü und dann auf „Über diesen Mac". Dort seht ihr euren Chip (z. B. M2 oder M3) und den Arbeitsspeicher. _Arbeitsspeicher einsehen am Beispiel eines MacBooks_ Ein paar Hinweise noch. Die Modelle benötigen zusätzlich **Platz auf der Festplatte** , je nach Größe von wenigen bis zu einigen Dutzend Gigabyte, nach oben offen. Sofern in **Windows-Rechnern** eine eigene Grafikkarte steckt, entscheidet deren Speichergröße (VRAM) mit darüber, wie schnell das Modell läuft. Zudem sind aktuelle Macs mit **Apple-Silicon-Chips** (M1 und neuer) etwas im Vorteil, weil sich ihr Speicher besonders effizient nutzen lässt. Welches Sprachmodell bei euch konkret läuft, zeigt euch der nächste Abschnitt. ## 5. Welches Sprachmodell passt? Der Modellfinder 🚦 Statt Modellgrößen und Speicherwerte selbst gegeneinander abzuwägen, könnt ihr euch die Arbeit abnehmen lassen. **Der Modellfinder zeigt euch auf einen Blick, welche Modelle zu eurer Hardware passen** , ganz ohne technisches Hintergrundwissen. So lässt sich vorab die Kompatibilität einschätzen, statt unnötigerweise ein unpassendes Modell zu installieren. Ihr gebt dazu kurz die Eckdaten eures Rechners an, vor allem den Arbeitsspeicher, und erhaltet eine systematische Einordnung nach dem **Ampelprinzip** : Welche Modelle laufen bei euch flüssig, welche nur mit Abstrichen und welche eher nicht. Dazu kommt eine Empfehlung, welches konkrete Modell am besten zu eurer Hardware passt, ergänzt um eine Empfehlung mit stärkerem Fokus auf der Leistungsfähigkeit und eine mit stärkerem Fokus auf Geschwindigkeit. Genauso könnt ihr mit dem Modellfinder ein **bestimmtes Sprachmodell auswählen** und prüfen, ob es auf eurer Hardware wirklich läuft. Wählt dazu zu Beginn den Weg über das Sprachmodell. Finder für lokale KI-Modelle # Finder für lokale KI-Modelle __ ← Zurück Neu starten Wer stattdessen einen schnellen Überblick darüber haben möchte, welche Modelle passen, findet hier ein **paar Beispielmodelle:** 💻 Welches lokale KI-Modell läuft auf welchem Rechner? Modell | Arbeitsspeicher (grob) ---|--- Llama 3.2 3BMeta · schlanker Allrounder | ab 8 GB Gemma 4 E2BGoogle · versteht auch Bilder | ab 16 GB gpt-oss 20BOpenAIs offenes Modell | ab 32 GB Grobe Richtwerte; plant etwas Puffer fürs System ein. Merkt euch im Anschluss die Modellbezeichnung, die braucht ihr im nächsten Schritt. ## 6. Womit du startest: Ollama und Alternativen 🚀 Für die Verwendung der Sprachmodelle gibt es inzwischen mehrere Varianten und eine Vielzahl kostenloser Programme. #### **Meine Empfehlung für den Start is** t Ollama. Die App ist bewusst aufs Wesentliche reduziert. Ihr installiert das Programm, ladet ein Sprachmodell herunter und schon kann es losgehen. Ollama ist dabei auf Text ausgelegt und kann zusätzlich Modelle mit Bildverständnis ausführen. Für andere Aufgaben wie Transkription oder Bilderzeugung benötigt ihr spezielle Werkzeuge. Ollama ist zudem selbst Open Source und läuft auf Windows, Mac und Linux. Zur Download-Seite von Ollama gelangt ihr direkt über den Button: Zu Ollama Neben Ollama gibt es weitere Alternativen, zum Beispiel LM Studio. Das Programm ist ebenfalls kostenlos und bringt weitere Möglichkeiten und Funktionen mit sich. Es wird aber auch wieder ein wenig technischer und ist eher etwas für alle, die tiefer einsteigen wollen. Daneben gibt es weitere Optionen wie GPT4All oder das komplett quelloffene Jan. ## 7. Video-Anleitung: Installation und Einrichtung von Ollama 📽️ Um euch den Start weiter zu erleichtern, seht ihr im nachfolgenden Video**Schritt für Schritt, wie ihr Ollama installiert und einrichtet.** Ein Hinweis dazu: Im Video dauert die Textgenerierung recht lange. Das liegt vermutlich daran, dass parallel meine Bildschirmaufnahme lief und weitere Programme geöffnet waren. Sind diese geschlossen, arbeitet das Sprachmodell in der Regel deutlich schneller. Wie schnell das sein kann, seht ihr im nächsten Video-Ausschnitt am Beispiel des Sprachmodells **Gemma 4 E2B**. Dort habe ich mit einem simplen Prompt eine kurze Unterrichtseinheit angestoßen, nach etwa einer Minute stand das Ergebnis. Sicher nicht ganz so schnell wie vergleichbare Cloud-Modelle, aber dennoch alltagstauglich. ## 8. Einordnung und Ausblick: Vom Vorbereitungstool zum Unterrichtswerkzeug 🔭 Dieser Beitrag betrachtet lokale Sprachmodelle bisher vor allem als Werkzeug für euch als Lehrkraft, mit Fokus auf **Unterrichtsvorbereitung und Materialerstellung**. Ebenso denkbar ist ein Einsatz unmittelbar im Unterricht. Voraussetzung dafür ist die Installation eines geeigneten Modells, beispielsweise über Ollama, auf **schulischen Endgeräten** oder zentral auf einem **schulinternen Server**. Technisch handelt es sich um ein Projekt für die Schul-IT, das jedoch durchaus im Rahmen des Möglichen liegt. Dies hat sich mir auch im Rahmen einer Fortbildung an einer Schule in Nordrhein-Westfalen gezeigt, die bereits mehrere lokale Modelle auf einem schulinternen Server über Ollama betreibt und lokale KI entsprechend schulintern bereitstellt. Ferner haben Susanne Alles, Regina Schulz und Britta Kölling im vergangenen Monat die **Offline-KI-Werkbank****** vorgestellt, eine kostenfreie, plattformunabhängige und offline nutzbare KI-Umgebung für den Bildungsbereich. Sie umfasst nicht nur lokale Chats, sondern auch Medienwerkzeuge wie Transkription und Handschrifterkennung sowie das Erstellen von KI-Assistenten, die sich auch von Schüler:innen nutzen lassen. Daran zeigt sich ebenfalls gut, dass lokale KI nicht nur als Vorbereitungswerkzeug dienen kann, sondern, richtig aufgesetzt, als **digital souveräne Infrastruktur für Schulen**. Ich freue mich sehr auf die weitere Entwicklung dieses Projekts. Und ebenso darauf, was sich in diesem Feld darüber hinaus noch tut. ## 9. Fazit 📝 Auch wenn lokale Modelle nicht mit den absoluten Spitzenmodellen mithalten können, bringen sie viele Vorteile mit sich und rücken technisch immer weiter in Reichweite. Sie laufen **kostenlos** , **offline** und nach Installation **unabhängig von jedem Anbieter**. Für viele Aufgaben in der Schule reichen lokale Sprachmodelle aus und hinsichtlich Datenschutz habt ihr eine hervorragende Ausgangslage, weil nichts das eigene Gerät verlässt. Zudem lässt sich beobachten, dass die Richtung stimmt. Offene Modelle wie Kimi K3 **schließen zur Spitze auf,** während Sprachmodelle insgesamt **immer effiziente** r werden. Ebenso zeigt sich, dass der **Einstieg leichter ist, als es auf den ersten Blick vermuten** lässt. Der Modellfinder hilft euch, ein passendes Sprachmodell zu finden und die Video-Anleitung unterstützt euch bei der Installation, sodass ihr zügig die ersten Schritte gehen könnt. Ich freue mich, wenn ihr in diesem Zuge ins eigenständige Ausprobieren kommt! Werdet ihr mit lokaler KI experimentieren, oder habt ihr es vielleicht sogar schon? Welches Potenzial seht ihr? Ich freue mich auf eure Kommentare. #### **Quellenverzeichnis** Xiao, C. et al. (2025): Densing law of LLMs. In: _Nature Machine Intelligence_. Online: https://www.nature.com/articles/s42256-025-01137-0 (Preprint: https://arxiv.org/abs/2412.04315)
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 06/08/2026
RE: bildung.social/@dreamchipper/117047… Kann jemand bei @KM_BW sagen, ob es Pläne in #eduBW gibt, die Schulbuchausleihe ähnlich wie in Rheinland-Pfalz mit einem für alle Beteiligten verfügbaren System zu unterstützen oder gibt es sowas bereits und ich kenne es noch nicht?
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 06/08/2026
In Rheinland-Pfalz scheint es ein zentrales System für die #Schulbuchsusleihe zu geben. Kann mir dazu jemand mehr sagen? Wie sehr entlastet das Schulen? Vorteile auf Elternseite, Dateneinsicht? Hier in #eduBW mussten wir selbst eine Bibliothekssoftware suchen, anschaffen und einrichten […]
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Reposted by dreamchipper
DJ Bonsai @teachrdigital.bildung.social.ap.brid.gy · 02/08/2026
Nach einigen sehr aktiven Monaten: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, aber irgendwas geht immer zum #DigitalIndependenceDay ✅ Vimeo-Konto gelöscht #DIDit #DIDay #DUTgemacht Disclaimer […] [Original post on bildung.social]
Liste von Tools und Apps für Produktivität, Organisation und Kreativität, darunter FOSS, Microsoft, Apple und Adobe.
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 01/08/2026
Ich hätte gern in #moodle mehr Optionen um die eigene #Kursansicht zu konfigurieren. Wenn jemand z.B. in sehr vielen Kursen ist, möchte er diese vielleicht gruppieren und nicht ständig alle angezeigt bekommen. Kann jemand ein gutes #Plugin empfehlen? Diese drei sind mir bei einer Suche begegnet […]
bildung.social
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 01/08/2026
Ich teste gerade für unser Kollegium die #Nextcloud #App „Schwarzes Brett“ als Ergänzung zu unserem Nextcloud-Talk #Lehrerzimmer. Grund: In #Talk rutschen manche Infos in der #Timeline unauffindbar weg. Ohne Scrollen geht die evtl. zeitkritische Info verloren […] [Original post on bildung.social]
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Reposted by dreamchipper
padeluun ⁂ @padeluun.digitalcourage.social.ap.brid.gy · 31/07/2026
Ich hatte hier bereits auf die sehenswerte ZDF-Doku „Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?“ hingewiesen. Nun versucht die Deutsche Bahn offenbar, sie vollständig aus der Mediathek entfernen zu lassen. Ja, das ZDF hat zwei Fehler (statt null digitalen Stellwerken sind es drei) korrigiert […]
digitalcourage.social
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 01/08/2026
RE: social.zischundweg.cloud/@wifi_frea… @frank
social.zischundweg.cloud
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 29/07/2026
RE: social.tchncs.de/@marcr/11700467000… #fedilz #bluelz #geo #podcast #alpen
social.tchncs.de
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 29/07/2026
Weiß jemand von den #Nextcloud Expert:innen, ob sich eine Instanz so konfigurieren lässt, dass Nextcloud #Talk seine #Benachrichtigungen via #Email nur mit einem entsprechenden Hinweis à la „es gibt eine neue Benachrichtigung in Talk“ versendet und nicht den gesamten Inhalt der #Nachricht via […]
bildung.social
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 27/07/2026
100 Abiturzeugnisse in #eduBW falsch berechnet durch #Winprosa www.baden-wuerttemberg.de/de/servic… #eduBW #fedilz #bluelz #abitur #software #fehler
baden-wuerttemberg.de
Rund 100 falsche Abiturzeugnisse
Landesweit wurden nach einem Softwarefehler eines privaten Anbieters rund 100 fehlerhafte Abiturzeugnisse ausgestellt. Die Zeugnisse werden nun korrigiert.
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 26/07/2026
„Plattformen für Bildung“ #ebook Über Formen und Möglichkeiten einer #Digitalisierung für Bildungskontexte wurde und wird seit geraumer Zeit breit diskutiert. Angesichts einer Vielzahl digitaler #Bildungsplattformen wird aus Sicht von Erziehungswissenschaft und #Medienpädagogik die Anforderung […]
bildung.social
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 26/07/2026
RE: fedihum.org/@Christianvater/1169747… www.transcript-verlag.de/media/pdf/… #fedilz #bluelz
fedihum.org
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 23/07/2026
Guter erster Teil von einem Sommerinterview bei @lagedernation „Klima-Demokratie: Warum #Schule neu gedacht werden muss (mit @feuserin von Teachers for Future)“ #BP erfindet den Ökologischen Fußabdruck, damit der Fokus von systemischen Problemen auf das Individuum gelenkt wird. Dadurch lenkt […]
bildung.social
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 23/07/2026
Schüler schreiben auf dem iPad, du schaust live zu - und korrigierst direkt auf dem Arbeitsblatt. #DSGVO-konform auf der #Nextcloud deiner Schule. z.tel verwandelt den #iPad-Unterricht: Schüler füllen Arbeitsblätter digital mit dem Apple Pencil aus - wie in einem echten Heft. Du siehst dabei […]
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 23/07/2026
Hi @TeachrDigital Hast du gesehen dass #2Do ein Update für macOS rausgehauen hat? Gleiches Lizenzmodell wie bei den busy-Sachen. "While most apps decide where your data lives, 2Do thinks that’s your call: Dropbox, Apple Reminders, Todoist, iCloud, Fastmail, Fruux, or your own CalDAV server […]
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 19/07/2026
Architektur der KI-Didaktik Bedingungen für lernwirksamen #Unterricht im KI-Zeitalter joschafalck.de/architektur-ki-didak… von @joschafalck #ki #ai #fedilz #bluelz #didaktik
joschafalck.de
Architektur der KI-Didaktik
* * * _**Bedingungen für lernwirksamen Unterricht im KI-Zeitalter**_ Im Herbst 2025 habe ich in einem Beitrag auf diesem Blog beschrieben, wie Lernen mit KI als didaktisch verschränkter Prozess verstanden werden kann. Die Kernidee war, generative KI als Lernressource darzustellen, die dann sinnvoll ist, wenn Lernende ihre Ziele im Blick haben, passende Aufgaben gestellt werden und geeignete Strategien sichtbar gemacht bzw. gewählt werden. Fachinhaltliche, metakognitive und KI-spezifische Kompetenzen verknüpfen sich dabei in einem iterativen Prozess – mal gesteuert durch die Lehrkraft, mal eigenständiger durch die Lernenden selbst. Offen blieb damals die Frage, wie Lehrkräfte die _Bedingungen_ von Unterricht und Aufgaben so gestalten können, dass KI zu lernwirksamen Auseinandersetzungen mit Inhalten führt und nicht zur Abkürzung verwendet wird. Schließlich verlieren viele klassische Aufgabenformate ihre diagnostische Aussagekraft, wenn Texte in Sekunden erzeugt, Zusammenfassungen delegiert und Lösungen sprachlich überzeugend formuliert werden können. Das damals entwickelte Modell „Lernen mit KI“ beschreibt diesen Prozess aus der Perspektive der Lernenden. Es zeigt, was im Idealfall passiert, wenn KI als Lernressource genutzt wird. **Von der Lernenden- zur Lehrkräfte-Perspektive** Mit der hier vorgestellten **Architektur der KI-Didaktik** möchte ich nun die Perspektive wechseln und erweitern: Es geht um die Frage, welche Bedingungen Lehrkräfte schaffen müssen, damit dieser Prozess nicht oberflächlich bleibt. Das Ergebnis ist in einem neuen Modell zusammengefasst. Die Grafik macht sichtbar, welche Elemente Lehrkräfte für einen lernwirksamen Unterricht im KI-Zeitalter zusammendenken müssen. **Das Fundament: Haltung und verbindliche Regeln** Bevor Unterricht mit KI möglich ist, braucht es zwei Voraussetzungen, die aus meiner Sicht als Fundament gegeben sein müssen. Die erste ist eine **kritisch-aufgeschlossene Haltung von Lehrkräften** gegenüber generativer KI als Lernressource. Gemeint ist dabei nicht bloße Bereitschaft, KI im Unterricht zuzulassen, sondern ein reflektierter Umgang mit den Potenzialen und Grenzen der Technologie. Wer KI als Lernressource einsetzen möchte, muss wissen, was sie kann und was sie nicht kann, und muss den KI-Einsatz selbst als gegenwarts- und zukunftsrelevante Bildungsaufgabe begreifen. Die zweite Voraussetzung sind **transparente, gemeinsam ausgehandelte und verbindliche Regeln**. In einem früheren Beitrag habe ich dazu einen Vorschlag in Form eines Ampelsystems für den Umgang mit KI im Unterricht gemacht (damalige und neuere Version siehe Abbildung). Solche Regeln müssen keine starren Vorgaben sein – sie können und sollten mit Schüler:innen ausgehandelt werden. Entscheidend ist, dass sie verbindlich gelten und transparent kommuniziert werden. Ohne dieses Fundament bleibt jeder didaktische Aufbau unverbindlich und instabil. KI-Regeln IHerunterladen KI-Regeln IIHerunterladen **KI bewusst einbinden: Vier didaktische Bezugsformen** Wenn das Fundament steht, stellt sich die Frage der **didaktischen Integration**. Hier haben Manuel Flick und ich Ende 2025 eine erweiterte Planungsvorlage zur Aufgabenkultur im KI-Zeitalter entwickelt, die vier Kategorien unterscheidet, aus denen Lehrkräfte das Verhältnis einer Aufgabe zur KI bestimmen können. **KI thematisieren** bedeutet, KI selbst zum Gegenstand des Lernens zu machen, z. B. hinsichtlich ihrer Funktionsweise. Es geht darum, ein kritisches Verständnis der Technologie aufzubauen, das über bloße Anwendungskompetenz hinausgeht. **KI integrieren** meint die didaktisch geplante Einbindung von KI-Tools in fachliche Lernprozesse. **KI reflektieren** regt den prüfenden Blick auf die Qualität des eigenen KI-Einsatzes an. Und zuletzt ist **KI limitieren** eine eigenständige didaktische Entscheidung, Aufgaben bewusst zu gestalten, KI-Tools durch Regeln und/oder Aufgabenstellungen auszuschließen oder einzugrenzen, um bestimmte Kompetenzen ohne digitale Unterstützung aufzubauen. Diese vier Bezugsformen sind keine hierarchischen Stufen. Sie markieren unterschiedliche didaktische Entscheidungen, die je nach Lernziel, Fach und Lerngruppe anders ausfallen können. Entscheidend ist nicht maximale KI-Nutzung, sondern didaktische Passung. **Provokation durch Design: Kognitive Aktivierung als Kern** Doch auch wenn Lehrkräfte KI aus verschiedenen Blickrichtungen in den Unterricht einbauen, ist das Hauptproblem noch nicht gelöst, dass Schüler:innen die eigentliche Auseinandersetzung mit Inhalten an die KI abgeben (können). Im schlimmsten Fall delegieren sie nicht nur die Ausführung, sondern das Denken selbst (vgl. Überlegungen zum „defensiven Lernen“ mit KI in diesem Beitrag). Was helfen kann, ist ein Aufgabendesign, das **kognitive Konflikte erzeugt** – also Situationen, aus denen Lernende nicht ohne eigenes Nachdenken herausfinden können. Das ist dann der Fall, wenn eine Aufgabe nicht auf eine überprüfbare richtige Antwort zielt, sondern auf eine _begründete_ Entscheidung, eine _persönliche_ Einschätzung, eine _situationsbezogene_ Abwägung – kurz: auf Denkleistungen, bei denen KI-Output zwar als Material dienen kann, aber nicht als eigene Denkleistung ausgegeben werden kann, ohne dass die Leerstelle sichtbar wird. In der **Architektur der KI-Didaktik** bezeichne ich dieses Prinzip als **Provokation durch Design**. Gemeint ist die bewusste Gestaltung von Aufgaben, die Reibung erzeugen, weil sie unerwartete Perspektiven einfordern, Widersprüche offenlegen oder Entscheidungen verlangen, bei denen KI-Output allein nicht genügt. Die entscheidende Planungsfrage lautet dann nicht mehr, ob KI genutzt werden darf, sondern: **Welche Denkprozesse muss diese Aufgabe unvermeidbar machen?** Ein Beispiel aus dem Deutschunterricht: Die Lehrkraft lässt KI eine Erörterung zum Unterrichtsthema generieren und gibt sie mit einer Besprechungsprotokollvorlage an Redaktionsteams weiter, also an verschiedene Kleingruppen der Klasse. Die Aufgabe lautet: Was sollte bleiben, was wird umgeschrieben, was muss raus – und warum? Jede Entscheidung muss im Protokoll begründet und belegt werden. Anschließend formulieren Schüler:innen einen gezielten Prompt zur Überarbeitung der Erörterung und prüfen das Ergebnis erneut (wobei die Überarbeitungsentscheidungen aus ihrer eigenen Redaktionsarbeit stammen müssen). Die gemachten Erfahrungen werden in der Klasse reflektiert. Lesetipp zu weiteren provozierenden, also Reibung erzeugenden Aufgabenstellungen, und interessanten Tools zur Erstellung von Aufgabenformaten: Der Blog „Digitales Pausenbrot“ von Lucca Spohn sowie die Unterrichtsbeispiele auf IQESonline. **Eigenleistung zeigen: Prozess, Urteilsfähigkeit, Reflexion, Transfer** Hinzu kommt, dass Schüler:innen zeigen müssen, was sie selbst geleistet haben. Dazu sollten Formate gewählt werden, die ebenfalls nicht ohne weiteres an KI delegiert werden können. Wichtig dabei: Nicht jede Eigenleistung muss ohne KI entstehen. Entscheidend ist, dass Lernende nachvollziehbar zeigen können, wie sie mit KI-Ergebnissen umgegangen sind, welche Entscheidungen sie getroffen haben und was davon ihrer eigenen Auseinandersetzung entspringt. Die rechte Seite des Architektur-Modells richtet den Blick auf vier übergeordnete Bereiche, in denen diese Eigenleistung sichtbar wird. Diese Bereiche sind **Sichtachsen der Eigenleistung** : Sie beschreiben, worauf Unterricht mit KI ausgerichtet sein sollte – und woran sichtbar werden kann, ob Lernende selbst gedacht haben. Der **Prozess** als erste Dimension bedeutet, dass Schüler:innen ihren Lernweg dokumentieren und reflektieren. Welche Entscheidungen haben sie getroffen? Welche Sackgassen haben sie erfahren? Wie haben sie mit KI gearbeitet, und was haben sie dabei über das Thema und über sich selbst als Lernende herausgefunden? **Urteilsfähigkeit** meint die Fähigkeit zu bewerten, zu vergleichen und zu priorisieren und dabei zu begründen, warum. Das erfordert Positionierung, die KI allenfalls vorbereiten, nicht aber abnehmen kann. **Reflexion** zielt auf Metakognition: Schüler:innen denken darüber nach, was sie getan haben, wie sie mit KI umgegangen sind und was das über ihre eigene Lernhaltung verrät. Diese Achse ist nicht zu verwechseln mit „KI reflektieren“ auf der linken Seite des Modells: Dort ist Reflexion eine didaktische Blickrichtung auf den KI-Einsatz in Aufgaben. Hier ist sie ein Leistungsbereich, den Lehrkräfte bewusst einfordern. Und schließlich beschreibt **Transfer** die Fähigkeit, Gelerntes in neuen, unbekannten Kontexten anzuwenden. Entscheidend ist, ob Lernende den Transfer selbst nachvollziehen, begründen und verantworten können. Hierzu empfehle ich gerne einen lesenswerten Beitrag zu KI-resilienteren Aufgaben, dessen Überlegungen mit in die Architektur der KI-Didaktik eingeflossen sind: Das 3×3-Modell von Manuel Flick. **Das Dach: Selbstreguliertes Lernen** All diese Elemente – Haltung, Regeln, bewusste KI-Integration, kognitive Aktivierung, Sichtbarkeit von Eigenleistung – werden von einem Dach überspannt, das für mich der Gradmesser dafür ist, wie _tief_ Schüler:innen von diesen Bedingungen profitieren können: die eigene **Selbstregulation**. Als Lehrkräfte schaffen wir diese Bedingungen und geben die Impulse. Gleichzeitig bleibt ein Teil des Lernens bzw. des Kompetenzaufbaus unverfügbar und damit abhängig davon, was Lernende selbst mitbringen und einbringen. Das Modell greift hierbei auf drei Begriffe zurück, die den Theorien des Selbstregulierten Lernens entstammen. **Orientierung** meint, dass Lernende wissen, wohin sie wollen: Sie kennen ihre Ziele, verstehen, welche Strategien ihnen nützen, und können ihren Weg einschätzen. **Steuerung** beschreibt die aktive Regulation des eigenen Lernprozesses, also das Anpassen, Priorisieren und Entscheiden. Und **Selbstbeobachtung** meint die Fähigkeit, wahrzunehmen, was im eigenen Lernen geschieht, gelingt oder nicht gelingt – auch in Bezug auf den KI-Einsatz. Diese metakognitive Dimension steht in enger Verbindung mit dem, was John Hattie in seinen Arbeiten immer wieder als bedeutsam für Lernwirksamkeit beschreibt: dass Lernende Ziele, Strategien und ihren eigenen Lernfortschritt wahrnehmen und steuern können. Diese drei Dimensionen sind keine Voraussetzung im Sinne von: Ohne sie geht nichts. Sie entscheiden vielmehr mit darüber, wie tragfähig Lernen unter diesen Bedingungen wird. Und: Sie lassen sich durch gezielte Lernarrangements fördern, was eine weitere didaktische Aufgabe für Lehrkräfte darstellt (unabhängig von KI). Je leistungsfähiger KI-Systeme werden, desto wichtiger wird jedoch genau diese Fähigkeit. Denn nur wer den eigenen Lernprozess bewusst steuern, Unterstützung gezielt einsetzen und die eigene Abhängigkeit von KI einschätzen kann, wird zum souveränen und kompetenten Lernenden. **Erst im Zusammenspiel entsteht Wirkung** Die **Architektur der KI-Didaktik** funktioniert damit nur als Ganzes. Haltung ohne Regeln bleibt unverbindlich. Regeln ohne didaktische Reflexion werden zu Verbotslisten. KI-Integration ohne kognitive Aktivierung bleibt anfällig für Abkürzungen. Kognitive Aktivierung ohne Sichtbarkeit von Eigenleistung verpufft, weil offen bleibt, ob und was tatsächlich gedacht wurde. Und all das ohne gezielte Förderung des selbstregulierten Lernens führt zu einem Unterricht, der zwar gute Bedingungen schafft, von dem Lernende aber nicht zuverlässig und dauerhaft profitieren. Lernwirksamer KI-Unterricht entsteht nicht durch KI selbst, sondern durch das **Zusammenspiel** aus Haltung, Regelklarheit, kognitiver Aktivierung, bewusster KI-Integration und Sichtbarkeit von Eigenleistung – gerahmt von den Fähigkeiten der Schüler:innen zur Selbstregulation. Das vorliegende Modell versteht sich damit als **Beitrag zur Verteidigung lernwirksamer Tiefenstrukturen unter KI-Bedingungen**. Es möchte eine umfassende Antwort auf die Frage geben, welche Bedingungen erhalten bleiben müssen, damit Lernen im KI-Zeitalter nicht kollabiert. **Zwei Modelle als sich ergänzende Perspektiven** Über die skizzierten Bereiche sind auch Feedback, Rückmeldeschleifen, adaptive Unterstützung und Lernbegleitung bedeutsam für lernwirksamen Unterricht. Dennoch werden sie hier nicht als weitere Bausteine ergänzt, sondern im Verhältnis zum Prozessmodell mitgedacht. **Lernen mit KI** und **Architektur der KI-Didaktik** lassen sich deshalb als ergänzende Perspektiven lesen: Das eine beschreibt, was aus der Sicht der Lernenden im Prozess passiert. Das andere beschreibt, welche Bedingungen Lehrkräfte schaffen müssen, damit dieser Prozess lernwirksam verläuft – inklusive des Potenzials von KI zur Individualisierung, zur gezielten Rückmeldung und zum Scaffolding. In seiner aktuellen Form ist das Modell außerdem stark auf Aufgaben, Leistung und didaktische Steuerung ausgerichtet. Das ist bewusst so gesetzt, da Lehrkräfte hier den größten gestalterischen Einfluss haben. Die wissenschaftliche Evidenz, die jedem Element zugrunde liegt (Tiefenstrukturen des Unterrichts, Erkenntnisse zum lernwirksamen KI-Einsatz, SRL), zieht sich als durchgängiges Prinzip durch das Modell, auch wenn sie nicht extra ausgewiesen wird. **KI-Didaktik als Gestaltungsaufgabe** Die **Architektur der KI-Didaktik** liefert sicher keine abschließende oder absolute Antwort auf die Frage, wie lernwirksamer Unterricht unter KI-Bedingungen gelingen kann. Sie bietet aber einen Rahmen, der dabei hilft, die richtigen Bedingungen zu setzen. Zudem sollen die Bereiche mit ihren Begriffen und Kategorien beschreiben helfen, worauf es ankommt, wenn wir nicht wollen, dass KI Denken ersetzt, sondern Lernen unterstützt. Wir als Lehrkräfte können diese Bedingungen gestalten und über Haltung, Regeln, Aufgabendesign und Formate der Eigenleistung entscheiden bzw. sie gemeinsam mit den Lernenden entwickeln, erproben und reflektieren. Was Unterricht lernwirksam macht, hängt schließlich nicht am Werkzeug allein. _Die Grafiken stehen als Open Educational Ressource (OER) unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 zur Verfügung. Sie dürfen frei genutzt, vervielfältigt und bearbeitet werden – auch für eigene Materialien, Präsentationen oder Fortbildungen. Voraussetzung ist lediglich die Nennung des Urhebers und die Weitergabe unter derselben Lizenz._ * * * **Weitere Beiträge zu KI-Didaktik auf diesem Blog** Lernen mit KI als didaktisch verschränkter Prozess – Das Schwestermodell zur Architektur: Wie KI als Lernressource in einen iterativen Prozess aus Zielen, Strategien und Reflexion eingebettet werden kann. Perspektive der Lernenden. KI-Didaktik: Eine Planungsvorlage zur Aufgabenkultur im KI-Zeitalter – Die gemeinsam mit Manuel Flick entwickelte Planungsvorlage mit vier Aufgabenkategorien (thematisieren, integrieren, reflektieren, limitieren) für die konkrete Unterrichtsvorbereitung. Lernen und KI: Fünf Dimensionen – Das ursprüngliche Orientierungsmodell mit den fünf Dimensionen über, mit, durch, trotz und ohne KI – Ausgangspunkt aller weiteren konzeptionellen Überlegungen. Veröffentlicht am 19. Mai 2026 Zuletzt aktualisiert am 13-07-2026 * teilen * teilen * E-Mail * teilen * teilen * drucken
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 19/07/2026
KI-Podcasts im Fachunterricht: Komplexe Themen hörbar machen deutsches-schulportal.de/unterricht… #fedilz #bluelz #ki #ai #podcast #lernen #schule #notebookLM
deutsches-schulportal.de
KI-Podcasts im Fachunterricht: Komplexe Themen hörbar machen
Eine Lehrerin zeigt, wie sie mit KI-generierten Podcasts schwere Inhalte für ihre Klassen spannend aufbereitet.
020
dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 19/07/2026
KI-Agenten in #Schule und #Unterricht: Zwischen Erledigen und Lernen — Manuel Flick www.manuelflick.de/blog/ki-agenten-… #ai #ki #agent #claude #cowork #fedilz #bluelz
manuelflick.de
KI-Agenten in Schule und Unterricht: Zwischen Erledigen und Lernen
_Zuletzt aktualisiert: 28. Juni 2026_ Eine **neue Unterrichtsreihe, am Montag soll sie stehen**. Das Thema kennt ihr, aber ihr habt es seit Jahren nicht mehr unterrichtet. Ihr sucht eure alten Unterlagen raus und stellt fest, dass die Hälfte überholt ist. Andere Zahlen, neue Rechtslage, ein Layout, das ihr heute anders machen würdet. Eine entsprechende **Aktualisierung summiert sich und kostet Zeit**. Mittlerweile kann euch jedoch KI entlang des gesamten Prozesses unterstützen, und zwar autonom! Die KI sichtet eure Materialien, recherchiert Änderungen, passt Inhalte sowie Layout an und liefert euch überarbeitete Materialentwürfe zur Weiterarbeit in euren Dateiordner. Das passende Lernspiel und 3x differenziertes Material werden gleich mitgeliefert. Das ist keine Zukunftsmusik, sondern funktioniert bereits. **Dahinter steckt agentische KI.** Während KI-Chatbots gerade in der Breite ankommen, schreitet mit KI-Agenten bereits die nächste Entwicklungsstufe in einem Tempo voran, das schwer zu fassen ist. Wie schnell, zeigt sich gerade besonders gut an Claude von Anthropic. Seit Jahresanfang werden im Wochentakt neue Funktionen veröffentlicht, viele davon mit agentischem Charakter. Hierbei geht es aber um weit mehr als technische Neuerungen. **Es entsteht eine neue Form, mit KI zu interagieren und zu arbeiten.** Gleichzeitig entstehen durch KI-Agenten neue Möglichkeiten wie auch Herausforderungen **im Kontext von Lernen und Unterricht** , die es einzuordnen gilt. Mit diesem Beitrag möchte ich nicht nur meine eigenen Gedanken zum Thema ordnen, sondern auch euch gleich mitnehmen, damit ihr euch ebenfalls einen Überblick über agentische KI verschaffen könnt. Ihr erfahrt, **was KI-Agenten sind** , warum das Thema**für Lehrkräfte relevant** ist und wie ihr selbst die **ersten Schritte** gehen könnt. _**Inhaltsverzeichnis**_ 1. 1. KI-Agenten verstehen: Drei Stufen der KI-Nutzung 🤖 2. I. Chatten (KI-Chatbots) 3. II. Konfigurieren (KI-Assistenten) 4. III. Delegieren (KI-Agenten) 5. 2. Wie funktionieren KI-Agenten? Technischer Hintergrund ⚙️ 6. 3. KI-Agenten-Tools im Überblick 🧰 7. 4. KI-Agenten im Schulalltag: Drei Anwendungsfälle 🎯 8. I. Unterrichtsmaterial erstellen und anpassen 9. II. Planung und Organisation außerhalb des Unterrichts 10. III. Materialien und Dateien ordnen 11. 5. Risiken und Herausforderungen beim KI-Agenten-Einsatz ⚠️ 12. I. Halluzinationen bleiben ein Problem 13. II. Datenschutzrechtliche Aspekte 14. III. Neue Gefahren und Kontrollverlust 15. IV. Kosten und Nutzungslimits 16. 6. KI-Agenten und das Lernen selbst 🧠 17. 7. Was das für Schule und Lehrkräfte bedeutet 🏫 18. I. Eine Erweiterung von KI-Kompetenz 19. II. Auswirkungen auf Fachinhalte und Arbeitswelt 20. III. Die veränderte Rolle der Lehrkraft 21. 8. Wie einsteigen? 🚀 22. Fazit ✅ ## 1. KI-Agenten verstehen: Drei Stufen der KI-Nutzung 🤖 Der Begriff „KI-Agent" wird aktuell vielerorts als Marketing-Begriff und Buzzword verwendet, entsprechend unscharf ist der Begriff mittlerweile geworden. Deshalb lohnt sich eine Abgrenzung, um klarzustellen,**was mit „KI-Agenten" tatsächlich gemeint ist**. Für eine entsprechende Einordnung für die schulische Praxis verwende ich einen **dreistufigen Ansatz aus der Anwendungsperspektive von Lehrkräften** , der den Bogen vom klassischen Chatten über das Konfigurieren hin zum Delegieren spannt. Im Fokus steht zunächst die KI-Nutzung für Aufgaben rund um Schule und Unterricht und nicht der Einsatz von KI als Lernwerkzeug für Schüler:innen. Im Vollbildmodus anzeigen _„3 Stufen der KI-Nutzung" von Manuel Flick, lizenziert unter_ _CC BY-SA 4.0_ _._ ### Stufe 1: Chatten (KI-Chatbots) Ihr formuliert einen Prompt, die KI antwortet. Das ist der **klassische KI-Chatbot-Modus** , den die meisten kennen. Die KI greift dabei auf ihre **Trainingsdaten** zurück und generiert auf Basis eurer Eingaben eine passende Antwort. Bei Bedarf durchsuchen viele Chatbots inzwischen zusätzlich das Web, wenn aktuelle Informationen gefragt sind. Eine einfache Aufforderung wäre: „Erstelle Übungsaufgaben zum Thema Industrialisierung." Ihr erhaltet ein (unter Umständen generisches) Ergebnis unter Berücksichtigung der Daten im Datensatz und ggf. der Ergebnisse aus der Web-Suche. Ihr könnt selbstverständlich weitere Informationen zum Unterrichtsvorhaben bereitstellen oder passende Beispiele hochladen, um das Ergebnis weiter zu verfeinern. Es kann selbstverständlich Schritt für Schritt nachgefasst und angepasst werden, bis das Ergebnis für den gewünschten Zweck passt. Diese Art der KI-Nutzung findet ihr **bei allen gängigen KI-Chatbots** , in den meisten Fällen schon mit einem kostenfreien Plan. Auch die datenschutzkonformen KI-Chatbots für den Bildungsbereich wie fobizz, AIS.chat oder schulKI arbeiten in der Standard-Konfiguration so. _Oberfläche KI-Chatbot am Beispiel AIS.chat_ Ihr könnt KI so schnell und unkompliziert nutzen, müsst aber bei jeder Aufgabe von vorne beginnen und erneut angeben, wo ihr steht und was ihr braucht. **Eine Zwischenstufe: Der Mega-Prompt** Als Erweiterung von Stufe 1 kann die Verwendung sogenannter „Mega-Prompts" gesehen werden. Hierbei werden wichtige Informationen wie Rolle, Zielgruppe, Schwierigkeitsgrad, Kontext oder Format **in strukturierter Form über das Chatfenster** bereitgestellt. Die Informationen werden vom KI-Chatbot entsprechend berücksichtigt. ### Stufe 2: Konfigurieren (KI-Assistenten) Auf dieser Stufe gebt ihr die Informationen nicht mehr bei jeder Aufgabe neu ein, sondern hinterlegt sie **dauerhaft**. Über einen System-Prompt legt ihr Rolle, Zielsetzung, Kontext, verbindliche Regeln und gewünschtes Verhalten fest. Einmal eingerichtet, gilt dieser Rahmen für jeden weiteren Chat. Euer KI-Tool greift dazu auf eine **angelegte Wissensbasis** zurück und folgt einem klaren, **vordefinierten Ablauf** , statt nur spontan zu antworten. Auf den Prompt „Erstelle Übungsaufgaben zum Thema Industrialisierung." reagiert euer KI-Tool **bei richtiger Konfiguration** im Vergleich zu Stufe 1 direkt **differenzierte** r. Es kennt euer Fach, eure Planung, euer Material und euren Stil. Durch den hinterlegten Kontext ist beispielsweise bekannt, dass die Übungsaufgaben für eure Klasse in Jahrgangsstufe 9 gedacht sind. Durch die formulierten Regeln ist klar, dass sich die zu erstellenden Übungsaufgaben nur auf das hinterlegte Unterrichtsmaterial beziehen sollen. Entsprechend eingerichtet erhaltet ihr über mehrere Chats hinweg vergleichbare Ergebnisse und einfache Arbeitsabläufe werden ohne erneuten Einrichtungsaufwand wiederholbar. Wie ihr das in der Praxis umsetzt, hängt vom Tool ab. Viele KI-Chatbots wie Claude oder ChatGPT setzen auf sogenannte **Projekte** , die sich mit festen Anweisungen und Hintergrundwissen einrichten lassen. Zudem lassen sich **Custom Chatbots** erstellen, bei denen ebenfalls Regeln, Hinweise sowie eine Wissensbasis hinterlegt und bestimmte Tools (Websuche, Bilderstellung …) zugeschaltet werden können. ChatGPT nennt diese Custom Chatbots „CustomGPTs", bei Google Gemini werden diese als „Gems" bezeichnet. Viele bildungsspezifische Plattformen (u.a. AIS.chat, fobizz) bieten diese Funktion unter der Bezeichnung**„KI-Assistenten"** an. _Einrichtung eines KI-Assistenten am Beispiel von fobizz_ Für euch bedeuten KI-Assistenten zu Beginn mehr Einrichtungsaufwand, der sich bei wiederkehrenden Aufgaben jedoch in der Regel bezahlt macht. **Zwischen Assistent und Agent: KI-Workflows** Eine Erweiterung von Stufe 2 sind sogenannte KI-Workflows. Spezialisierte Tools wie Zapier, Make oder n8n ermöglichen die Automatisierung von komplexen Arbeitsabläufen, in denen ihr einen Auslöser, eine Reihenfolge und Schritte vorab definiert und mehrere Tools miteinander verknüpfen könnt. KI ist dabei ein Baustein an bestimmten Stellen im Workflow und agiert entsprechend eurer Vorgaben. Solche KI-Workflows sind mehr als Assistenten, aber noch keine Agenten, weil die Planung des Ablaufs und die Auswahl der Tools weiter bei euch bleibt. Im Unternehmensbereich spielen solche KI-Workflows eine große Rolle, für Schule und Unterricht sind sie im Moment (noch) ein Randthema. Möglichkeiten sehe ich dennoch, vor allem im Bereich der Schulverwaltung, wo sich wiederkehrende Abläufe automatisieren und Prozesse vereinfachen ließen. ### Stufe 3: Delegieren (KI-Agenten) Hier passiert der entscheidende Sprung. **Ihr definiert ein Ziel, den Rest erledigt ein KI-Agent autonom.** Der KI-Agent plant dazu notwendige Teilschritte selbstständig, trifft Zwischenentscheidungen und greift bei Bedarf auf passende Werkzeuge zurück. Im Hintergrund nutzt er ein Gedächtnis, das eure Anweisungen und Arbeitsweisen kennt und sich laufend aktualisiert. Am Ende steht ein fertiges Ergebnis. Auf den Prompt „Erstelle Übungsaufgaben zum Thema Industrialisierung." fängt euer KI-Agent im Vergleich zu Stufe 2 an, eigenständig zu recherchieren und umfassend zu planen, um den weiteren Ablauf festzulegen. Zu Beginn kommen unter Umständen proaktive Rückfragen, mit denen sich das gewünschte Ergebnis genauer fassen lässt. Im Erstellungsprozess greift euer KI-Agent dann auf eure vorhandenen Unterrichtsmaterialien zu und sucht passende Vorlagen heraus. Durch eure Designvorgaben weiß der KI-Agent genau, wie ihr Übungsaufgaben und Arbeitsblätter layoutet. Ergänzend wird die Websuche verwendet, um Informationen zu verifizieren und aktuelle Ereignisse in den Aufgaben zu berücksichtigen. Mit einem weiteren Tool wird dann direkt ein Word-Dokument erstellt, das in eurem Ordner für Unterrichtsmaterialien an der richtigen Stelle abgelegt wird. Wie ihr das in der Praxis umsetzt, hängt wiederum vom KI-Tool ab. Für den **niedrigschwelligen Einstieg** eignet sich beispielsweise der **Agentenmodus in ChatGPT** , der einfache mehrstufige Aufgaben übernehmen und beispielsweise für euch auf Webseiten navigieren, klicken und Felder ausfüllen kann. Wer tiefer einsteigen will, findet etwa mit **Claude Cowork oder ChatGPT Codex** fortgeschrittene Werkzeuge mit deutlich mehr Möglichkeiten. In beiden Fällen wird jedoch ein kostenpflichtiger Plus- bzw. Pro-Account benötigt. In bildungsspezifischen KI-Tools ist agentische KI bisher nicht zu finden oder nur in Ansätzen vertreten. _Agentische KI am Beispiel von Claude Cowork_ Wichtig dabei:**Delegieren heißt, die Ausführung abzugeben, nicht die Verantwortung.** Ihr bleibt Auftraggeber:in, legt die Leitplanken fest und prüft, was am Ende rauskommt. Hier verschiebt sich der Fokus weg von Prompting und Erstellung hin zu einer sorgfältigen Kontrolle der Ergebnisse. Diese Stufe verlangt zugleich ein umfassenderes (technisches) Verständnis und mehr Vertrauen in das, was der Agent eigenständig tut. **Mehrere Agenten im Team: Multi-Agenten-Systeme** Noch einen Schritt weiter geht die Variante, in der mehrere spezialisierte Agenten parallel zusammenarbeiten. Ein Agent recherchiert, ein weiterer erstellt Materialien, ein dritter prüft die didaktische Qualität. Ein übergeordneter Agent steuert die anderen und führt die Ergebnisse am Ende zusammen. Man spricht von Multi-Agenten-Systemen. Ein sehr anschauliches Beispiel dazu findet ihr auf dem Blog von Joscha Falck, wo ein Team spezialisierter Agenten ein komplettes Escape-Game für den Geschichtsunterricht baut. #### **ℹ️ Hinweis zur Einstufung** Die Übergänge zwischen den drei Stufen sind fließend und nicht immer klar abgrenzbar. So können Mega-Prompts der Stufe 1 schon Elemente enthalten, die auch in System-Prompts der Stufe 2 stecken. Auch KI-Assistenten und KI-Workflows können je nach Konfiguration in Teilen bereits autonom reagieren, etwa wenn Tools zur Recherche oder Websuche verwendet werden. ## 2. Wie funktionieren KI-Agenten? Bausteine und technischer Hintergrund 🛠️ _KI-Abbildung, erstellt mit Nano Banana Pro 2, prompted by Manuel Flick_ Damit KI-Agenten ihre Stärke ausspielen können, brauchen sie im Wesentlichen drei Bausteine. **Das Sprachmodell** im Hintergrund ist das Gehirn des Agenten und übernimmt das Planen, Schlussfolgern und Antworten. Damit komplexe Aufgaben gelingen, braucht es Modelle, die mehrstufig logisch denken können. Hierfür eignen sich besonders aktuelle Reasoning-Modelle, zum Beispiel GPT-5.5 Thinking oder Claude Opus 4.8. **Die Werkzeuge** bestimmen, was ein Agent tatsächlich tun kann. Sie reichen von der Web-Recherche über das Lesen, Erstellen und Speichern von Dateien bis hin zum Zugriff auf eure Apps, Tools oder sogar euren Kalender. Damit das funktioniert, gibt es einen Standard namens MCP (Model Context Protocol). Darüber lassen sich Apps und Programme mit wenigen Klicks mit eurem KI-Tool verbinden. Das kann man sich vorstellen wie einen standardisierten USB-Anschluss, der verschiedene Geräte miteinander koppelt. **Das Gedächtnis** sorgt dafür, dass der Agent eure Anweisungen kennt und Zusammenhänge über Aufgaben hinweg behalten kann. Der KI-Agent greift dafür auf eure angelegte Wissensbasis zurück und zieht Erkenntnisse aus Chats heran. Entsprechend konfiguriert wird das Gedächtnis selbstständig aktuell gehalten: Neue Informationen werden erkannt und ergänzt, sodass das System eure Arbeitsabläufe und Vorgehensweisen mit der Zeit immer besser kennt. ## 3. KI-Agenten-Tools im Überblick 🧰 Die Auswahl an agentischen KI-Tools wächst gerade rasant. Hier eine Auswahl von aktuell wichtigen Vertretern. * **_ChatGPT Agentenmodus_** (OpenAI): Einstiegsvariante, integriert in ChatGPT Plus und Pro. Geeignet für einfache, mehrstufige Aufgaben mit Web-Zugriff oder Dokumentenbearbeitung. Mit einem kostenpflichtigen Plus-Plan stehen euch aktuell 40 Agenten-Aufgaben pro Monat zur Verfügung. * **_Claude Cowork_** (Anthropic): Fortgeschrittenes, agentisches KI-Werkzeug mit Zugriff auf euer lokales Dateisystem und der Möglichkeit, eine Vielzahl von Apps und Tools einzubinden. Für die Verwendung ist ein kostenpflichtiger Account erforderlich. * **_Manus_** (Butterfly Effect): Cloud-basierter autonomer Agent, der eigenständig Aufgaben wie Recherche, Datenanalyse oder Dokumentenerstellung übernimmt. Der kostenfreie Plan bietet eingeschränkten Zugriff auf agnatische Features. * **_Perplexity Computer_** (Perplexity): Ein agentisches System mit Zugriff auf verschiedene Sprachmodelle. Für die jeweilige Aufgabe wird automatisch das passende Modell ausgewählt, mehrere Modelle lassen sich kombinieren. Verfügbar ab dem kostenpflichtigen Pro-Plan. * **Coding-Agenten** wie **_Claude Code_**, **_ChatGPT Codex_** oder **_Google Antigravity_**, mit stärkerem Fokus auf Coding, die darüber hinaus aber noch weitere Möglichkeiten bieten aber auch ein etwas höheres technisches Verständnis erfordern. * **_OpenClaw_** (Open Source): Lokal auf eurem Rechner laufende Open-Source-Alternative mit direktem Zugriff auf eure Dateien, Programme und euren Browser. Eine Variante für Power-User, die mehr Kontrolle und volle Datenhoheit bietet, aber gleichzeitig höhere Einrichtungshürden und Sicherheitsrisiken birgt. * Hinzu kommen weitere Open-Source-Agenten wie der **_Hermes Agent_****** von Nous Research oder **_OpenCode_****,** über den jüngst Nele Hirsch ausführlich auf ihrem _Blog_ berichtet hat. ## 4. KI-Agenten im Schulalltag: Drei Anwendungsfälle 🎯 Nachfolgend möchte ich euch drei konkrete Anwendungsfälle vorstellen, die zeigen, wie KI-Agenten im Schulalltag von Lehrkräften eingesetzt werden können. ### Unterrichtsmaterial erstellen und anpassen Wie bereits eingangs angeschnitten, können KI-Agenten bei der **Unterrichtsvorbereitung und Materialerstellung** an zahlreichen Stellen unterstützen. Hier geht es nicht nur um **Zeitgewinne** , sondern um die Möglichkeit, Material **umfassender und differenzierter aufbereiten** zu lassen. Ausgangsmaterial lässt sich so in differenzierte Versionen überführen oder multimodal gestalten. Ebenso lassen sich Arbeitsmaterialien inhaltlich aktualisieren, zusammenführen oder in einem entsprechend einheitlichen Layout aufbereiten. Besonders interessant wird es bei Dingen, die vorher für den üblichen Schulalltag schlicht zu aufwendig waren. Ein **interaktives Lernspiel, ein digitales Quiz oder eine kleine Übungs-Website** sind durch agentische KI in Reichweite. Ein Teil der Vorarbeit wird von KI-Agenten abgenommen und die zeitlichen Ressourcen verschieben sich stärker zur (didaktischen) Prüfung und Anpassung der Ergebnisse. Richtig aufgesetzt entsteht nicht einfach schneller dasselbe Material, sondern es eröffnen sich **Formate, die im normalen Schulalltag sonst kaum umsetzbar** sind. ### Planung und Organisation außerhalb des Unterrichts KI-Agenten lassen sich zielführend für Aufgaben einsetzen, die über die reine Unterrichtstätigkeit hinausgehen. Hier sehe ich vor allem **organisatorische und planerische Aufgaben** im Fokus. Bei der Planung von Exkursionen, Klassen- oder Abschlussfahrten können KI-Agenten für euch Anreise-Optionen heraussuchen und in einer Vergleichstabelle gegenüberstellen, passende Unterkünfte filtern, ein unterrichtsbezogenes Programm vorschlagen und direkt einen Entwurf für Eltern-Info und Genehmigungsantrag erstellen - alles abgelegt in einem entsprechenden Ordner. Auch darüber hinaus sind Einsatzszenarien denkbar, etwa bei der Planung eines Ausbildertages, einer Projektwoche, eines Schüleraustauschs, eines Wettbewerbs, einer Abschlussfeier oder der Praktikumsorganisation. ### Materialien und Dateien ordnen KI-Agenten können eure **Materialsammlungen** aus Arbeitsblättern, Linksammlungen, Artikeln sowie Fortbildungsnotizen **umbenennen, verschlagworten und in eine sinnvolle Ordnerstruktur bringen**. Das geht auch bei mehreren hundert Dateien in einer über Jahre gewachsenen Ablage. Genau dieses Aufräumen lässt sich einem KI-Agenten übergeben, indem ihr die Freigabe für den entsprechenden Ordner erteilt (vorher lohnt sich eine Sicherheitskopie). In diesem Zuge werden eure Dateien in einer klaren Struktur angeordnet und abgelegt, sodass Materialien wieder einfach auffindbar sind. ## 5. Risiken und Herausforderungen beim KI-Agenten-Einsatz ⚠️ KI-Agenten bieten zweifellos verlockende Möglichkeiten, ihr Einsatz bringt jedoch zeitgleich **zahlreiche Risiken und Herausforderungen** mit sich, die beachtet werden müssen. ### Halluzinationen bleiben ein Problem KI-Agenten machen Fehler und **halluzinieren**. Auch mit Kontextwissen und eng gesetzten Leitplanken können KI-Agenten Fakten erfinden, Quellen falsch zuordnen oder Zusammenhänge herstellen, die nicht existieren. Die Systeme werden grundsätzlich leistungsfähiger und zuverlässiger, Fehler sind aber nicht ausgeschlossen. Umso wichtiger sind klare Vorgaben, beispielsweise welche Quellen verwendet werden dürfen, sowie eine **umfassende Prüfung der Ergebnisse** , vor allem wenn diese für Schule und Unterricht eingesetzt werden. ### Datenschutzrechtliche Aspekte Wie bei klassischen KI-Chatbots gelten auch bei agentischer KI **strikte datenschutzrechtliche Anforderungen**. Für die Unterrichtsvorbereitung und allgemeine planerische Tätigkeiten ohne Personenbezug ist der Einsatz unkritischer. Sobald personenbezogene Daten ins Spiel kommen, sind jedoch sehr enge Grenzen gesetzt und offizielle Vorgaben bzw. **Freigaben und Einschränkungen müssen bei schulischen Einsatz strikt beachtet werden**. Datenschutzrechtlich relevant wird es ebenso, sobald ihr einem Agenten **Zugriff auf Apps und Programme** mit sensiblen Daten erteilt, etwa auf euer Mailpostfach, euren Kalender oder eure Dateiablage. Prüft in diesen Fällen vorab, welche Daten der Agent dabei tatsächlich zu sehen bekommen soll, und lasst besondere Vorsicht walten. ### Neue Gefahren und Kontrollverlust Die Stärke von KI-Agenten liegt im **Zugriff auf eure Programme und Dateien**. Genau das birgt aber auch neue Risiken, besonders wenn Zugriff auf Programme mit wichtigen und sensiblen Daten erteilt wird. Neben der eben genannten datenschutzrechtlichen Aspekten können wichtige Daten unwiderruflich gelöscht, verschoben oder geändert werden. Eine weitere Gefahr sind sogenannte **Prompt Injections**. Wenn ein KI-Agent beispielsweise auf Webseiten zugreift, können dort versteckte Anweisungen bewusst Schadverhalten auslösen, etwa das Löschen oder Verschicken von Daten. Aufgrund des hohen Autonomiegrades ist also **sehr behutsames Vorgehen** angesagt: Zugriffsrechte eng vergeben, Freigabe-Schleifen einbauen und klare Grenzen setzen, um die Kontrolle zu behalten. ### Kosten und Nutzungslimits Viele agentische KI-Tools stehen aktuell nur über **Bezahl-Accounts** zur Verfügung. Bei ChatGPT oder Claude fallen hierfür aktuell rund 20 € im Monat für einen Plus- bzw. Pro-Account an (Stand: Juni 2026). Hinzu kommt, dass agentische KI deutlich mehr Rechenleistung benötigt, oft ein Vielfaches einer normalen Chat-Interaktion. Bei einigen Anbietern stoßt ihr dadurch **schnell an Limits**. Claude arbeitet beispielsweise mit einem Fünf-Stunden-Limit und einem wöchentlichen Limit, das bei intensiver Nutzung schnell aufgebraucht sein kann. **Open-Source-Tools** wie OpenClaw oder OpenCode könnt ihr grundsätzlich kostenfrei und ohne Limit auf dem eigenen Rechner oder einem Server betreiben. Ganz umsonst ist es trotzdem nicht. Die Sprachmodelle dahinter laufen entweder über kostenpflichtige API-Zugänge oder lokal, wofür ihr aber zumindest bei stärkeren Modellen leistungsfähige Hardware benötigt, die ebenfalls kostenintensiv sein kann. ## 6. KI-Agenten und das Lernen selbst 🧠 Während sich die bisherigen Ausführungen auf die Perspektive von Lehrkräften und die an KI-Agenten delegierbaren Tätigkeiten konzentrierten, eröffnet agentische KI ebenfalls **Potenziale und neue Möglichkeiten für Lernen und Unterricht.** In diesem Zuge muss jedoch auch die Kehrseite betrachtet werden: Was euch als Lehrkraft Arbeit abnimmt, kann euren Schüler:innen auch das Lernen abnehmen. Zur weiteren Einordnung lohnt zunächst die Unterscheidung zwischen **KI für Produktivität und KI für das Lernen**. Die gegenwärtigen agentischen Tools sind für die Arbeitswelt gebaut und darauf ausgelegt, ein gutes Endergebnis mit möglichst geringem Aufwand zu liefern. Für die Arbeit ist das gewinnbringend, fürs **Lernen wird es zum Problem**. In einem kürzlich veröffentlichten Paper arbeiten Khosravi et al. (2026) genau diesen Unterschied heraus und stellen dazu KI für Produktivität und KI für Lernen gegenüber. Im Vollbildmodus anzeigen Durch agentische KI können Schüler:innen nun Aufgaben noch einfacher an KI abgeben, ohne selbst am Lernprozess teilgenommen zu haben. Das Endprodukt wird abgeliefert, ein Lernprozess findet jedoch nicht statt. Florian Nuxoll (2024) beschreibt dies für die KI-Nutzung allgemein als **„Skill Skipping".** Damit sind die Chancen agentischer KI fürs Lernen aber nicht vom Tisch. Sie zeigen sich erst, wenn KI gezielt für Lernen gestaltet wird. Auch hier lohnt ein differenzierter Blick. Wenn Schüler:innen **KI-Chatbots** einsetzen, **um sich Hinweise und Lösungen zu geben, lernen sie dabei kaum etwas.** In einer großangelegten Untersuchung übten Schüler:innen mit unbegrenztem Chatbot-Zugang zunächst deutlich besser, schnitten in der anschließenden Prüfung ohne KI aber schlechter ab als die Gruppe ganz ohne KI-Zugang (Bastani et al. 2025). Daran ändern auch die sogenannten **„Study-Modes"** der großen KI-Anbieter wenig, also spezielle Lernmodi, die statt fertiger Antworten Rückfragen und Schritt-für-Schritt-Hilfe geben. Genauso wenig gewinnbringend sind nach Khosravi et al. (2026) **per Prompt eingerichtete KI-Lernassistenten** , da diese nur auf einzelne Fragen reagieren, aber den Lernstand von Schüler:innen nicht kennen. Dadurch unterstützen sie bei der aktuellen Aufgabe, statt Kompetenz über die Zeit aufzubauen. Als Lösung werden sogenannte **„AI Learning Companions“** vorgeschlagen. Das sind **pädagogisch fundierte, adaptive Agenten** , die ausdrücklich auf nachhaltiges Lernen statt auf schnelles Erledigen ausgerichtet sind. Sie stehen auf drei Pfeilern: * **einer pädagogischen Fundierung,** * **einer sich anpassenden Komponente, die mit der Zeit mehr über die Lernenden lernt,** * **und einer verantwortlichen Gestaltung mit Blick auf Transparenz, Sicherheit und Datenschutz (Khosravi et al. 2026).** Konkret beschreibt Weßels (2025a) KI-Lernagenten, die Schüler:innen individuell auf ihrem Lernpfad begleiten, durch die Analyse ihrer Interaktionen erkennen, wo es hakt, und sowohl den Schwierigkeitsgrad als auch die Unterstützung fortlaufend an den jeweiligen Lernstand anpassen. Noch stehen wir dabei aber eher am Anfang. Ausgereifte agentische Lernsysteme sind, zumindest im deutschsprachigen Raum, bislang kaum verfügbar, doch erste Ansätze zeigen, wohin es gehen kann. So passt etwa die adaptive Lernplattform RiPPLE Aufgaben an den Wissensstand der Lernenden an und wird nach eigenen Angaben von mehr als 80.000 Studierenden genutzt (Khosravi et al. 2026). Werden solche Systeme gezielt auf das Lernen ausgerichtet, didaktisch fundiert und datenschutzkonform gestaltet, kann perspektivisch **viel Potenzial** für Lernen entstehen. ## 7. Was das für Schule und Lehrkräfte bedeutet 🏫 Das Thema KI-Agenten ist **bereits heute Realität,** deshalb müssen sich Lehrkräfte zunehmend damit auseinandersetzen. Das gilt nicht nur wegen der neuen Möglichkeiten, sondern auch wegen neuer Risiken und damit einhergehender Verantwortung. Ebenso muss das Thema perspektivisch im Unterricht eine noch stärkere Rolle spielen. Drei Punkte sind dabei für mich besonders wesentlich – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. ### Eine Erweiterung von KI-Kompetenz Mit Blick auf die Anwendungskompetenz reicht es nicht mehr, die Bedienung von KI-Chatbots zu beherrschen. Wer KI-Agenten sinnvoll und reflektiert einsetzen will, muss verstehen, worum es sich dabei handelt und wie die Einbettung in den eigenen Arbeitsablauf sowie in Lernsettings gelingt. Eine entsprechend **umfassende****KI-Kompetenz** (vgl. Alles et al. 2025) muss solche neuen und erweiterten Nutzungsszenarien abdecken und berücksichtigen. **AI Leadership** (vgl. Weßels 2025b), also das werteorientierte und reflektierte Steuern von KI-Systemen, ohne die Entscheidungshoheit an die Technik abzugeben, rückt im Kontext von KI-Agenten noch stärker in den Mittelpunkt. Dies gilt für Lehrkräfte, aber gleichermaßen für Schüler:innen. Auch sie sind in ihrem privaten Umfeld wie in ihrem (zukünftigen) Arbeitsalltag zunehmend mit KI-Agenten konfrontiert. Hierbei geht es darum, **aufzuklären** , ihre reflektierte **Anwendungskompetenz** zu stärken, mit ihnen über **Potenziale und Risiken** zu sprechen und das Thema KI-Agenten **mehrperspektivisch im Unterricht zu beleuchten**. ### Auswirkungen auf die Arbeitswelt (und Fachinhalte) Durch agentische KI verändern sich ganze Berufsbranchen, was nicht nur mit Blick auf den **berufsbildenden Bereich** relevant ist. Ich unterrichte angehende E-Commerce-Kaufleute, und in diesem Berufsbild zeigt sich schon heute sehr deutlich eine Verschiebung: Zentrale Aufgaben wie Produkttext-Erstellung, einfache Datenauswertung oder Kundenkommunikation lassen sich zunehmend an KI-Agenten abgeben. Am Beispiel des Ausbildungsberufs “Kaufmann/-frau im E-Commerce“ wird deutlich sich, wie sich Berufszweige verändern und zugleich neue Kompetenzen gefragt sind. Zugleich wird deutlich, wie sich in diesem Zuge schon jetzt konkrete fachliche Inhalte des Unterrichts verschieben. Auch über den berufsbildenden Bereich hinaus müssen Diskussionen um Jobverluste, Automatisierung und die Zukunft bestimmter Berufsfelder mit Schüler:innen ehrlich geführt werden. Mit erneutem konkretem Blick auf die Berufsbildung sind zudem Auswirkungen auf Schüler:innenzahlen durch die fortschreitende Entwicklung agentischer KI denkbar. ### Die veränderte Rolle der Lehrkraft Mit dem Einzug agentischer KI verschiebt sich auch die Rolle der Lehrkraft, weg von der Wissensvermittlung hin zur**Lernbegleitung in KI-gestützten Umgebungen**. Mit Bezug auf Weßels (2025a) erweitert sich die Rolle von Lehrkräften durch agentische KI auf mehreren Ebenen: Als **Content-Kurator:innen** stellen Lehrkräfte gezielte Lernmaterialien bereit und verantworten so die Qualität dessen, womit Schüler:innen arbeiten. Als **Orchestrator:innen** entscheiden Lehrkräfte über den passgenauen Einsatz von (agentischen) KI-Systemen zur individuellen Lernförderung und steuern das Zusammenspiel von Mensch und KI im Unterricht. Als **Beziehungsarbeiter:innen** gestalten sie zudem soziale Lernräume, in denen Motivation, Vertrauen und Zusammenarbeit entstehen. Durch die vereinfachten Möglichkeiten der Auslagerung von Lernen an KI-Agenten sehe ich Lehrkräfte zudem verstärkt in der Rolle der **Sinnstifter:innen**. Lehrkräfte müssen es schaffen, Schüler:innen für das Lernen zu begeistern und die Frage nach dem „Warum?" - und damit den Wert des Lernens – noch stärker in den Mittelpunkt des Unterrichts zu rücken. ## 8. Wie einsteigen? 🚀 ### Erfahrungen über das erste Ausprobieren sammeln _Agentische KI am Beispiel des ChatGPT Agentenmodus_ Auf Basis dieses Überblicks und eines ersten Grundverständnisses folgen nun die ersten praktischen Schritte. Auch agentische KI erschließt sich dabei über **eigenständiges, kritisch-reflektiertes Ausprobieren.** Tools wie ChatGPT im Agentenmodus bieten einen niedrigschwelligen Startpunkt für das erste Erproben, wenngleich Bezahlschranken aktuell noch eine Hürde darstellen. Wie erwähnt, wird für die Nutzung ein kostenpflichtiger Plus-Account benötigt. Aufgrund der benannten Herausforderungen und Risiken rate ich zudem zu einer behutsamen Vorgehensweise, mit zunächst sehr eingeschränkten Freigabe- und Zugriffsrechten. Wählt für den Start eine erste schulbezogene Aufgabe, die vom Umfang her überschaubar bleibt, zum Beispiel: * **Rechercheauftrag mit anschließender Dokumentenerstellung** – Thema vorgeben; der Agent wählt selbst Quellen aus, bewertet Relevanz und entscheidet über Gliederung. * **Tools oder Materialien vergleichen** – Vergleichskriterien vorgeben; der Agent recherchiert mehrere Optionen, prüft sie gegen die Kriterien und spricht eine Empfehlung aus. * **Eine Unterrichtsstunde planen** – Lernziel vorgeben; der Agent recherchiert Inhalte, wählt eine passende Methode und erstellt Ablauf plus Material. Bleibt bei den ersten Ausführungen dabei und verfolgt, wie der KI-Agent agiert. **Prüft im Anschluss das Ergebnis.** ### Den nächsten Schritt gehen: Umfassendere agentische Nutzung _Oberfläche Claude Cowork_ Eine umfassendere Nutzung agentischer KI setzt einen gewissen **Einarbeitungsaufwand** voraus. Die leistungsfähigeren Werkzeuge müssen für eine effektive Nutzung zunächst eingerichtet und an die eigenen Arbeitsabläufe angepasst werden. Diese **Einstiegshürde** sollte bedacht werden, lässt sich jedoch schrittweise bewältigen. Ein Werkzeug, das trotz erheblicher Leistungsfähigkeit vergleichsweise zugänglich bleibt, ist nach meiner Erfahrung **Claude Cowork von Anthropic**. Claude Cowork steht über die entsprechende **Desktop-App** zur Verfügung, auch bei Cowork ist allerdings ein **kostenpflichtiger Account** erforderlich. Ich arbeite regelmäßig mit Claude Cowork und habe in den vergangenen Monaten viel Erfahrung im Umgang mit dem Tool gesammelt. Daraus entsteht gerade **ein kostenloser E-Mail-Kurs** , der euch den Einstieg leichter machen soll. Über das nachfolgende Anmeldefenster könnt ihr euch auf die Warteliste eintragen und bekommt den Kurs automatisch zugeschickt, sobald er fertig ist. Ich freue mich, wenn ihr dabei seid! ### Claude Cowork für Lehrkräfte – Kostenloser E-Mail-Kurs Warteliste: Claude Cowork für Lehrkräfte (kostenloser E-Mail-Kurs) Warteliste · Kostenloser E-Mail-Kurs # Claude Cowork für Lehrkräfte Der E-Mail-Kurs startet in Kürze. Trag dich kostenlos auf die Warteliste ein und sei von der ersten E-Mail an dabei. Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie du Claude einrichtest und für deinen Schulalltag verwendest: von Projekten über eigene Skills bis hin zum ersten KI-Agenten-Setup mit Cowork. Ganz ohne Vorwissen. ## Sichere dir vorab den Kurs Du hörst von mir, sobald der Kurs startet. E-Mail-Adresse Auf die Warteliste _Danach bekommst du eine E-Mail zur Bestätigung._ _Damit erhältst du in Kürze den Kurszugang und danach meinen Newsletter mit Tipps rund um KI in Schule und Unterricht._ _Kostenlos und unverbindlich, jederzeit abbestellbar._ Danke für dein Interesse! Schaue jetzt in dein Postfach nach der Bestätigungs-Mail. _ChatGPT-Infografik zum Blog-Artikel “KI-Agenten in Schule und Unterricht: Zwischen Erledigen und Lernen” (Flick 2026)_ ## Fazit 👍 **KI-Agenten** betreffen Schule und Unterricht **auf zwei Ebenen** , und beide solltet ihr im Blick haben. Bei den **Aufgaben rund um den Unterricht** , also Material, Organisation und Verwaltung, eröffnen sich schon heute konkrete Möglichkeiten. Gleichzeitig gilt es, die Herausforderungen und Risiken mitzudenken, von Fehleranfälligkeit über den Datenschutz bis zum Kontrollverlust. Im **Kontext von Lernen** braucht es eine differenziertere Betrachtungsweise: Was euch Arbeit abnimmt, kann euren Schüler:innen das Lernen abnehmen, weshalb die Unterscheidung zwischen KI für Produktivität und KI für das Lernen so wichtig bleibt. KI-Lern-Agenten, die Lernende tatsächlich im Lernprozess unterstützen, haben großes Potenzial, entstehen aber gerade erst. **Mein Ausblick:** Die Auswirkungen agentischer KI auf Schule und Unterricht sind auch darüber hinaus spürbar, von einer Verschiebung von Kompetenzanforderungen bis zu der sich wandelnden Arbeitswelt. Ebenso wird sich die Rolle der Lehrkraft verändern, weg von der reinen Wissensvermittlung, noch stärker hin zur Lernbegleitung und Beziehungsarbeit. Wichtig scheint mir zudem die Rolle von Lehrkräften als Sinnstifter:innen, die das „Warum“ immer wieder in den Mittelpunkt stellen, Schüler:innen motivieren und begeistern. Ich möchte euch abschließend ermutigen, die **nächsten Schritte zu gehen** , das Thema KI-Agenten kritisch zu reflektieren und einzuordnen und den Einzug in Schule und Unterricht aktiv mitzugestalten. Was sind eure aktuellen Erfahrungen mit KI-Agenten im Schulalltag? Habt ihr agentische KI bereits eingesetzt? Überwiegen für euch die Chancen oder die Risiken? Ich freue mich auf eure Rückmeldungen und Kommentare. ## Quellen Alles, S., Falck, J., Flick, M. & Schulz, R. (2025): KI-Kompetenzen für Lehrende und Lernende. Aus der Praxis für die Praxis – eine adaptierbare Basis. Verfügbar unter: https://zenodo.org/records/15001019‍ ‍ Bastani, H., Bastani, O., Sungu, A., Ge, H., Kabakcı, Ö. & Mariman, R. (2025): Generative AI without guardrails can harm learning: Evidence from high school mathematics. PNAS. Verfügbar unter: https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.2422633122 Khosravi, H. et al. (2026): Building AI Companions that Prioritise Learning over Performance. arXiv-Preprint. Verfügbar unter: https://arxiv.org/abs/2605.04816 Nuxoll, F. (2024): Skill Skipping. Was Lehrpersonen tun können, damit KI nicht Lernprozesse verhindert. In: Lehren und Lernen, Heft 6/2024, S. 11–12. Weßels, D. (2025a): Agentic Learning Workflows: Aufbruch in neue Bildungswelten? FelloFish. Verfügbar unter: https://www.fellofish.com/blog/agentic-learning-workflows-aufbruch-in-neue-bildungswelten Weßels, D. (2025b): AI Leadership: Die zentrale Zukunftskompetenz im agentischen Zeitalter. GPM-IPMA Blog. Verfügbar unter: https://www.gpm-ipma.de/ueber-die-gpm/blog/ai-leadership-die-zentrale-zukunftskompetenz-im-agentischen-zeitalter
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 18/07/2026
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 18/07/2026
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 18/07/2026
Was genau sind eigentlich #Hochrisiko-KI-Systeme im #Bildungskontext? – datenschutz-schule.info datenschutz-schule.info/2026/07/17/… #fedilz #bluelz #ki #ai #datenschutz #schule
datenschutz-schule.info
Was genau sind eigentlich Hochrisiko-KI-Systeme im Bildungskontext?
Lesezeit: 26 Minuten Die KI-Verordnung (KI-VO) verfolgt neben der Förderung einer auf den Menschen ausgerichteten und vertrauenswürdigen künstlichen Intelligenz das Ziel, ein hohes Schutzniveau bei der Nutzung von KI-Systemen zu gewährleisten.1Siehe Art. 1 Abs. 1 KI-VO Im Kontext der Bildung steht dabei insbesondere der Schutz der Grundrechte sowie die Abwehr schädlicher Auswirkungen auf die Lernenden im Vordergrund. Um diesen Zweck zu erreichen, reguliert die KI-VO den Einsatz von KI-Systemen durch eine risikobasierte Kategorisierung, die sich an den potenziellen Gefahren für den Menschen orientiert. Während bei den ersten beiden Risikostufen (minimales und geringes Risiko) Gefahren entweder gar nicht oder nur in sehr begrenztem Maße vorhanden sind, befasst sich die dritte Kategorie mit Hochrisiko-KI-Systemen, während die vierte Kategorie bestimmte Anwendungen gänzlich verbietet. Im Bildungsbereich sind Anwendungen der unteren beiden Risikoklassen bereits weit verbreitet. Aufgrund der geringen Risiken ist ihre Nutzung rechtlich unproblematisch, sofern die notwendige KI-Kompetenz aufseiten der Nutzer vorhanden ist und Transparenzpflichten gewahrt werden, insbesondere wenn KI-Systeme Inhalte erzeugen, die Schülerinnen und Schüler von der Realität kaum zu unterscheiden vermögen. Bei Hochrisiko-KI-Systemen gelten hingegen deutlich umfangreichere Anforderungen für Anbieter und Institutionen, die diese als Betreiber einsetzen. Unter diesen Systemen finden sich Anwendungszwecke in vielen Bereichen des schulischen Alltags, welche eine Nutzung auch dort attraktiv erscheinen lassen. Ziel dieses Textes ist es, Lehrkräften und Verantwortlichen in Schulen das Thema Hochrisiko-KI-Systeme im Bildungskontext näherzubringen. Nur wer versteht, was ein System rechtlich zu einem Hochrisiko-System macht, kann dessen Potenziale und Grenzen für den Einsatz in der Schule fundiert abschätzen. Dabei liegt der Fokus nicht auf den technischen Details der Umsetzung, sondern auf den inhaltlichen Kriterien, die zur Einstufung als Hochrisiko führen, sowie auf den Mechanismen, die bestimmte Systeme von dieser Einstufung ausnehmen, selbst wenn sie Hochrisiko-Anwendungen auf den ersten Blick ähneln. Für den Bildungsbereich beschreibt die KI-Verordnung Anhang III Punkt 3 vier Kategorien von Hochrisiko-KI-Systemen. ### 3. Allgemeine und berufliche Bildung a) KI-Systeme, die bestimmungsgemäß zur Feststellung des Zugangs oder der Zulassung oder zur Zuweisung natürlicher Personen zu Einrichtungen aller Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung verwendet werden sollen; b) KI-Systeme, die bestimmungsgemäß für die Bewertung von Lernergebnissen verwendet werden sollen, einschließlich des Falles, dass diese Ergebnisse dazu dienen, den Lernprozess natürlicher Personen in Einrichtungen oder Programmen aller Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung zu steuern; c) KI-Systeme, die bestimmungsgemäß zum Zweck der Bewertung des angemessenen Bildungsniveaus, das eine Person im Rahmen von oder innerhalb von Einrichtungen aller Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung erhalten wird oder zu denen sie Zugang erhalten wird, verwendet werden sollen; d) KI-Systeme, die bestimmungsgemäß zur Überwachung und Erkennung von verbotenem Verhalten von Schülern bei Prüfungen im Rahmen von oder innerhalb von Einrichtungen aller Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung verwendet werden sollen. Die Beschreibung der einzelnen Kategorien ist sehr allgemein gehalten und macht die Übertragung auf den schulischen Alltag schwierig. Deshalb sollen die Richtlinien zur Klassifizierung von Hochrisiko-KI-Systemen Entscheidern eine Auslegungshilfe geben, die sie darin unterstützt, Hochrisiko-KI-Systeme als solche zu erkennen, um dann die erforderlichen Maßnahmen gem. der KI-VO zu ergreifen oder aber von einer Nutzung abzusehen. Bevor es eine einführende Erklärung der Systematik der Richtlinien gibt, gilt es zunächst einmal zu verstehen, warum bestimmte KI-Systeme in Schulen überhaupt als Hochrisiko-KI-Systeme gelten, warum ihre Nutzung unter den aktuellen Bedingungen (noch) nicht möglich ist und wie die Beispiele der Richtlinien im nationalen Kontext einzuordnen sind. **Hinweis:** Bei den hier zugrunde gelegten Richtlinien zur Klassifizierung von Hochrisiko-KI-Systemen handelt es sich um eine Entwurfsfassung der EU-Kommission. Die öffentliche Konsultationsphase ist zum Zeitpunkt dieser Textfassung bereits abgeschlossen, und entsprechende Änderungsvorschläge werden nun vor der finalen Veröffentlichung eingearbeitet. In der Fachwelt rechnet man vor allem damit, dass weitere konkrete Beispiele ergänzt werden dürften. An den grundlegenden Aussagen der Richtlinien wird sich jedoch nichts ändern, da sie primär die rechtlichen Vorgaben der KI-VO erläutern. Anbietern von KI-Systemen wird bereits jetzt empfohlen, sich an der Entwurfsfassung zu orientieren. Sobald die finale Fassung des Dokuments vorliegt, wird der Verfasser dieses Beitrags einen Abgleich vornehmen und gegebenenfalls Ergänzungen oder Änderungen einarbeiten. Dieser Hinweis wird zu diesem Zeitpunkt gelöscht und gegebenenfalls durch eine Information über vorgenommene Anpassungen ersetzt. #### Was macht KI-Systeme im Bildungsbereich zu Hochrisiko-KI-Systemen? KI im Bildungsbereich wird als besonders riskant eingestuft, sobald sie Anteil an Entscheidungen hat, die den Bildungsweg und die berufliche Laufbahn von Schülern sowie deren Fähigkeit, zukünftig ihren Lebensunterhalt zu sichern, maßgeblich beeinflussen können. Bei fehlerhafter Gestaltung oder falscher Verwendung könnten solche Systeme das Recht auf Bildung verletzen oder historische Diskriminierungsmuster (z. B. aufgrund des Geschlechts, einer Behinderung oder der ethnischen Herkunft) verstärken und dadurch Entscheidungen bezüglich des Bildungsweges zum Nachteil der Schüler beeinflussen. „Maßgeblich beeinflussen“ (in der KI-VO im Original „materially influence“) meint hier, dass eine Anwendung einen substanziellen Einfluss auf das Ergebnis von Entscheidungen hat, welche rechtliche Folgen haben – sei es, dass es sich um Noten, Abschlüsse, Zuweisungen zu Bildungsgängen oder Ähnliches handelt. Was bedeutet das ganz praktisch? Eine KI beeinflusst eine Entscheidung immer dann maßgeblich, wenn sie nicht bloß technische Hilfsdienste leistet (wie das reine Sortieren von Dokumenten), sondern eine konkrete Empfehlung oder Bewertung für einen Einzelfall abgibt. Dabei ist es unerheblich, ob die KI komplett eigenständig entscheidet oder ob eine Lehrkraft die Entscheidung formal nur noch bestätigt. Wenn die KI-Ausgabe so gewichtig ist, dass sie die menschliche Entscheidung maßgeblich lenkt oder de facto vorgibt, gilt das System als Hochrisiko. #### Warum der Einsatz von Hochrisiko-KI-Systemen aktuell nicht zulässig ist Für den Einsatz von Hochrisiko-KI-Systemen, wie die KI-Verordnung sie für den Bildungsbereich anführt und wie sie in den Richtlinien exemplarisch beschrieben werden, gibt es in den deutschen Bundesländern bisher keine Rechtsgrundlagen, welche diesen gestatten würden. Sobald Hochrisiko-KI-Systeme entscheiden oder Entscheidungen maßgeblich beeinflussen, ist in vielen Fällen zusätzlich Art. 22 DS-GVO (automatisierte Entscheidungen) zu beachten. Auch automatisierte Entscheidungen sind nur zulässig, wenn es eine Rechtsgrundlage dafür gibt. Die Einwilligung wäre eine weitere Rechtsgrundlage, die aber in Schule und Ausbildung im Kontext des Einsatzes von Hochrisiko-KI-Systemen nicht infrage kommt. Da es für den Einsatzbereich von Hochrisiko-KI-Systemen im Bildungsbereich weder mit Blick auf die KI-VO noch mit Blick auf Art. 22 DS-GVO Rechtsgrundlagen in den Schulgesetzen der Bundesländer gibt, müssen sich Schulen in der Praxis der kommenden Jahre auf solche KI-Systeme beschränken, die lediglich vorbereitende oder unterstützende Funktionen haben oder bereits von Menschen getroffene Entscheidungen überprüfen. Solche Anwendungen, die funktional zwar vergleichbar mit Hochrisiko-KI-Systemen sind, kommen nur dort infrage, wo sie die pädagogische Entscheidungshoheit der Lehrkräfte unberührt lassen und somit keinen direkten Einfluss auf die Bildungsbiografien von Schülern haben können. Dies ist besonders im Bereich der Leistungsbewertung entscheidend. KI-Systeme dürfen hier niemals eigenständig entscheiden oder menschliche Urteile maßgeblich beeinflussen. Eine weitere Grenze für den zulässigen Einsatz von KI-Systemen im Bildungsbereich ist das Verbot der Profilbildung. Das heißt, auch wenn ein System eigentlich nur unterstützend wirken soll, gilt es rechtlich zwingend als Hochrisiko-Anwendung, sobald es Profiling betreibt. Eine Nutzung wäre damit unter den aktuellen rechtlichen Gegebenheiten nicht zulässig. #### Einordnung der Beispiele im Kontext des nationalen Bildungssystems Da es sich bei der KI-VO um ein Regelwerk handelt, welches in der gesamten Europäischen Union Gültigkeit hat, berücksichtigt es auch Strukturen und Verfahren in den Bildungssystemen anderer europäischer Länder. Hinzu kommt, dass die KI-Verordnung den gesamten Bildungsbereich von der frühkindlichen Bildung bis zur Bildung im tertiären Bereich, Hochschulen und Universitäten, im Blick hat. Die Richtlinien zur Klassifizierung enthalten deshalb auch Beispiele, welche auf das deutsche Schulsystem allgemein oder den Primar- und Sekundarbereich, um den es hier vor allem geht, nicht anwendbar sind. In Deutschland haben Schulträger beispielsweise keine rechtliche Befugnis, Schülerinnen und Schüler einzelnen Schulen zuzuweisen. Genauso gibt es in Deutschland keine rechtliche Grundlage, die es Schulen erlauben würde, Prüflinge während Prüfungen mit Videokameras oder bezüglich von Tastaturanschlägen und Mausbewegungen zu überwachen. Das Gleiche gilt für die KI-gestützte Videoüberwachung von Fluren und Mensen oder Pausenhöfen, um unzulässiges Verhalten bei Schülern zu erkennen und Schulpersonal zu alarmieren. Auch wenn nicht sämtliche Beispiele im Kontext des deutschen Schulsystems Sinn ergeben, so helfen sie doch zu verdeutlichen, wo in den vier Kategorien (3a–d) die Grenze zwischen reiner organisatorischer Unterstützung und einer maßgeblichen Beeinflussung verläuft, die zur Hochrisiko-Einstufung führt. Hat man diese Unterscheidung verstanden, kann man sie leicht auf andere Anwendungsfälle von KI-Systemen übertragen. #### Die Systematik der Richtlinien zur Klassifizierung von Hochrisiko-KI-Systemen Um KI-Systeme, die funktional zwar ähnlich wie Hochrisiko-KI-Systeme sind, jedoch nicht als solche klassifiziert werden, zweifelsfrei zu identifizieren, hilft ein Blick auf die Systematik der EU-Richtlinien. Diese erläutern detailliert, wann ein System von vornherein nicht unter die Definitionen des Anhangs III fällt oder durch den sogenannten Filter-Mechanismus von der Hochrisiko-Klassifizierung befreit ist. ##### Exkurs Filter-Mechanismus Der Filter (Art. 6 Abs. 3 KI-VO) sorgt dafür, dass KI-Systeme nicht als Hochrisiko gelten, wenn sie menschliche Entscheidungen **nicht maßgeblich beeinflussen**. Die KI übernimmt hier lediglich die Rolle eines „intelligenten Assistenten“ für rein unterstützende Aufgaben. **Wann greift dieser Filter?** Reine Zuarbeit: Die KI erledigt einfache Routineaufgaben, wie das Sortieren von Bewerbungen oder das Umwandeln von Dateiformaten. **Vorbereitung:** Das Tool bereitet Daten lediglich so auf, dass der Mensch sie später besser beurteilen kann. **Qualitäts-Check:** Die KI prüft oder verfeinert ein Ergebnis, das ein Mensch bereits fertiggestellt hat (z. B. eine Rechtschreibprüfung für Prüfungsfragen). **Achtung Profiling!** Sobald die KI Profiling betreibt, d h. Merkmale von Schülern automatisiert bewertet, um deren Leistung oder Verhalten vorherzusagen, is der Filter unwirksam. In diesem Fall bleibt das System zwingend als Hochrisiko eingestuft. Filter unwirksam Die Richtlinien zur Klassifizierung von Hochrisiko-KI-Systemen sind mit nahezu 150 Seiten ein ziemlich umfangreiches Dokument. Um zu verstehen, unter welchen Kriterien im Bereich der Bildung eine Anwendung als Hochrisiko-KI-System gilt oder nicht in die Klassifizierung fällt, ist es nicht erforderlich, das komplette Dokument zu lesen. Allen Erläuterungen zu den vier am Anfang des Beitrags wiedergegebenen Anwendungsbereichen von Hochrisiko-KI-Systemen im Bildungswesen stellen die Richtlinien zur Klassifizierung zunächst eine Beschreibung voran. Dieser folgen praktische Beispiele, die sich in drei Kategorien gliedern: Systeme, die als Hochrisiko eingestuft werden, solche, die von vornherein nicht unter die Definition fallen, und jene, die zwar die Kriterien erfüllen, aber durch den sogenannten Filter-Mechanismus befreit sind. Nun zu den vier Anwendungsbereichen von Hochrisiko-KI-Systemen im Bildungsbereich. Wir beginnen mit demjenigen, welcher für unser deutsches Bildungssystem unter den aktuellen Gegebenheiten die größte Relevanz hat, dem zweiten in Anhang III Punkt 3. **Wichtiger Hinweis zur Nutzungsvoraussetzung** Alle im Folgenden beschriebenen schulischen Einsatzmöglichkeiten von KI-Systemen, die aufgrund der Richtlinien als „nicht hochriskant“ eingestuft werden, stehen unter einem zentralen Vorbehalt: Die Nutzung ist nur dann zulässig, wenn die gewählte KI-Plattform ausdrücklich für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten im schulischen Kontext zugelassen ist und auch alle sonstigen rechtlichen Anforderungen für eine datenschutzkonforme Nutzung erfüllt. #### 3 b) KI-Systeme zur Bewertung von Lernergebnissen ##### Was versteht man darunter? Die Bewertung von Lernergebnissen umfasst die Beurteilung von Wissen, Fertigkeiten, Werten sowie Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern im Abgleich mit etablierten Standards. Unter diesen Standards sind insbesondere vordefinierte Lernziele, die Anforderungen der jeweiligen Lehrpläne sowie verbindliche Kompetenzrahmen zu verstehen, die als objektiver Maßstab für eine quantitative oder qualitative Einschätzung der Schülerleistung herangezogen werden. Von zentraler Bedeutung für die rechtliche Einordnung nach der KI-Verordnung ist dabei die Unterscheidung zwischen **summativen** und **formativen Bewertungen**. KI-Anwendungen gelten als Hochrisiko-Systeme, wenn sie für **summative Bewertungen** eingesetzt werden, die in einer Note, einem Abschluss, einem Zertifikat oder einer Qualifikation münden. Dabei ist entscheidend, dass sich dies nicht nur auf die abschließenden Noten am Ende eines Halbjahres, Schuljahres, Kurses oder Lehrgangs bezieht. Auch KI-Systeme, welche Zwischennoten bestimmen oder wesentlich beeinflussen, wie etwa bei Klassenarbeiten, Tests oder anderen Formen von Leistungsnachweisen, fallen unter diese Kategorie, sofern diese Teilergebnisse in eine finale Bewertung einfließen oder den schulischen Werdegang (z. B. die Versetzung oder den Erwerb von Abschlüssen) maßgeblich bestimmen. Da solche Systeme einen signifikanten Einfluss auf die Bildungsbiografie und die berufliche Laufbahn einer Person haben können, wird deren Einsatz als hohes Risiko eingestuft. Im Gegensatz dazu fallen Anwendungen, die lediglich für **formatives Feedback** oder zur **Lernunterstützung** im laufenden Prozess eingesetzt werden, in der Regel nicht unter die Hochrisiko-Kategorie. Hierzu zählen beispielsweise **adaptive Lernplattformen (ALS)** oder**intelligente tutorielle Systeme (ITS)** , welche Aufgaben an den individuellen Lernstand anpassen, um die Leistung kontinuierlich zu verbessern, ohne eine finale Note festzulegen. Auch **Lernanalytik-Plattformen** , die Aktivitäten und Fortschritte lediglich verfolgen, um pädagogische Einblicke zu liefern, gelten als unkritisch. Hinweis: _Dies gilt jedoch nur, solange Lehrkräfte Berichte der Plattform (z. B. über Stärken und Schwächen am Ende einer Einheit) nicht als Grundlage für die Notenvergabe am Schuljahresende nutzen._ Sobald eine solche Auswertung, sei es für eine Abschlussnote oder eine gewichtete Zwischennote, die Bewertung maßgeblich bestimmt, wandelt sich die Anwendung rechtlich zu einem Hochrisiko-System. Ebenfalls nicht als Hochrisiko-Systeme eingestuft werden KI-Anwendungen, die von Schülerinnen und Schülern aus eigenem Antrieb zum informellen Lernen genutzt werden, diese Nutzung also nicht von der Bildungseinrichtung vorgeschrieben ist. ##### Rote Ampel: Positiv-Beispiele (Hochrisiko) Als Hochrisiko-KI-Systeme klassifiziert werden **KI-gestützte Benotungs- und** **Feedback-Systeme** , die zur Auswertung von Schülerarbeiten deren Ergebnisse analysieren und den Lehrkräften Notenvorschläge unterbreiten, die einen Einfluss auf die **summative Bewertung** von Schülern haben. Welches Format Schülerarbeiten haben, ist dabei nicht entscheidend. Es kann sich um Tests handeln, Klassenarbeiten, Klausuren, Facharbeiten, die Heftführung oder sonstige Ausarbeitungen von Schülerinnen und Schülern. Auch **Personalisierte KI-Lernbegleiter** , die Schülern Empfehlungen und Feedback geben, indem sie Stärken und Schwächen aufzeigen und Vorschläge machen, wo sie sich verbessern können, werden entsprechend eingestuft, wenn ihre Auswertungen **Einfluss auf die Zeugnisnote** haben. Sie haben dadurch keinen rein formativen Charakter mehr sondern stellen eine summative Bewertung dar. Ohne eine Rechtsgrundlage im Schulrecht des Bundeslandes und eine geeignete Plattform sind Hochrisiki-KI-Systeme, die für vergleichbare Aufgaben eingesetzt werden, aktuell nicht nutzbar. ##### Grüne Ampel: Negativ-Beispiele (Kein Hochrisiko) Fällt ein KI-System nicht unter die Klassifzierung als Hochrisiko-KI-System, braucht es keine spezialrechtliche Erlaubnis, um es in Schulen einzusetzen. Trotzdem müssen selbstredend alle anderen rechtlichen Voraussetzungen, wie die DS-GVO Konformität und eine Freigabe für die Verarbeitung von personenbezogenen Daten erfüllt sein, um für einen schulischen Einsatz in Frage kommen. Die Richtlinien nennen insgesamt drei bzw. vier Negativ-Beispiele. Das erste davon sind **KI-gestützte Sprachlern-Anwendungen** , die von Schülern aus eigenem Antrieb heraus zum informellen Lernen genutzt werden und ihnen direktes Feedback und Korrekturen geben, ohne dass dieses in irgendeiner Form zu einem offiziellen Zertifizierung oder ähnlich führt. Beispiele dafür könnten Apps wie DuoLingo und vergleichbare Angebote sein. Das Beispiel ist damit für Schulen nur bedingt relevant, da die Nutzung derartiger Apps und Plattformen eher im Privatbereich stattfindet als in der Schule. Als zweites Beispiel werden **KI-gestützte neurodiverse Lernbegleiter** angeführt. Hierunter sind KI-Systeme zu verstehen, die Schülerinnen und Schüler mit neurodivergenten Lernvoraussetzungen (z. B. Autismus, ADHS oder Dyslexie) individuell unterstützen. Das System passt die Lernumgebung an die Bedürfnisse der Lernenden an, ohne dabei Entscheidungen über Noten oder Leistungsbewertungen zu treffen. Die Unterstützung kann beispielsweise darin bestehen, Lerntexte in Leichte Sprache umzuwandeln, Texte vorlesen zu lassen oder Audioaufnahmen automatisch zu transkribieren. Ebenso können umfangreiche Arbeitsaufträge in überschaubare Einzelschritte gegliedert, visuelle Tages- oder Arbeitspläne erstellt, Bearbeitungszeiten individuell angepasst oder regelmäßige Pausen vorgeschlagen werden. Auch Hinweise zur Strukturierung von Aufgaben oder zur Fokussierung auf den nächsten Arbeitsschritt sind denkbar. Derartige Systeme unterstützen die Arbeit der Lehrkräfte und erleichtern den Zugang zum Unterricht, sind jedoch nicht dazu bestimmt, Noten festzulegen oder Bewertungen vorzunehmen. Auch wenn die im Beispiel beschriebenen KI-gestützten neurodiversen Lernbegleiter unter den genannten Voraussetzungen nicht als Hochrisiko-KI gelten, muss das System regelmäßig Informationen über die besonderen Lernvoraussetzungen der betroffenen Schülerin oder des betroffenen Schülers verarbeiten, um individuelle Unterstützung leisten zu können. Hierzu können insbesondere Angaben zu einer Autismus-Spektrum-Störung, ADHS, Dyslexie und ähnlichen Beeinträchtigungen gehören. Angaben dieser Art stellen regelmäßig Gesundheitsdaten dar und gehören damit zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten nach Art. 9 DS-GVO. An die Zulässigkeit ihrer Verarbeitung sind besonders hohe Anforderungen zu stellen. Vor allem bedürfte es einer tragfähigen Rechtsgrundlage, etwa im Schulgesetz, sowie geeigneter technischer und organisatorischer Maßnahmen zum Schutz dieser Daten. Nach Einschätzung des Verfassers dieses Beitrags spielen derartige KI-gestützte Lernbegleiter im schulischen Alltag derzeit noch keine praktische Rolle. Es ist jedoch naheliegend, dass entsprechende Systeme entwickelt werden oder sich bereits in der Entwicklung befinden. Ihr Potenzial für eine passgenaue Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit neurodivergenten Lernvoraussetzungen sowie für eine Entlastung der Lehrkräfte ist erheblich. Als abschließendes Beispiel werden **KI-gestützte Anwendungen zur Rückmeldung bezüglich Aussprache und Sprachfluss beim Fremdsprachenlernen** genannt. KI-Systeme dieser Art analysieren das Sprechen von Schülern und machen Verbesserungsvorschläge, mit welchen Schüler Aussprache, Betonung, Sprechrythmus und Akzent verbessern können. Damit derartige KI-Systeme nicht als Hochrisiko-KI gelten, dürfen die Rückmeldungen der Systeme nicht durch Lehrkräfte verwendet werden, um eine abschließende Bewertung zu erstellen oder die die Sprachfertigkeit zu bewerten. In Analogie hierzu kann man die Klassifizierung als Nicht-Hochrisiko-KI-System auch auf ein viertes Beispiel übertragen, **KI-gestützte Anwendungen zur Verbesserung der Lesefertigkeit**. Als abschließendes Beispiel werden **KI-gestützte Anwendungen für Rückmeldungen zur Aussprache, Betonung und zum Sprachfluss beim Fremdsprachenlernen** genannt. KI-Systeme dieser Art analysieren das gesprochene Wort und geben individuelle Hinweise, wie Aussprache, Intonation, Sprechtempo oder Akzent verbessert werden können. Die Rückmeldungen dienen ausschließlich dem Üben und der individuellen Förderung. Damit derartige KI-Systeme nicht als Hochrisiko-KI gelten, dürfen sie weder dazu bestimmt sein noch tatsächlich dazu verwendet werden, eine abschließende Leistungsbewertung oder Benotung der Sprachkompetenz vorzunehmen oder maßgeblich zu beeinflussen. In Analogie hierzu lässt sich die Einstufung als Nicht-Hochrisiko-KI-System auch auf**KI-gestützte Anwendungen zur Verbesserung der Lesefertigkeit** übertragen. Solche Systeme können beispielsweise die Leseflüssigkeit analysieren und Rückmeldungen zur Aussprache, Lesegeschwindigkeit, Betonung oder zu Lesefehlern geben. Sie dienen der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler und nicht der abschließenden Bewertung ihrer Leseleistung. ##### Smaragdgrüne Ampel: Beispiele für KI-Systeme, die wegen Anwendbarkeit des Filter-Mechanismus nicht Hoch-Risiko sind Sehr interessant für Schulen sind Beispiele, welche zwar in der Funktion sehr ähnlich den Hochrisiko-KI-System sind, jedoch nicht als solche klassifiziert werden, da sie lediglich vorbereitende, unterstützende oder kontrollierende Funktion haben, jedoch nie entscheiden oder eine menschliche Entscheidung maßgeblich beeinflussen. Das ist beispielsweise der Fall bei **KI-gestützten Anwendungen zur Qualitätskontrolle von Prüfungsunterlagen**. Diese KI-Systeme analysieren Klassenarbeiten, Klausuren und andere Leistungsüberprüfungen und geben Hinweise auf mögliche sprachliche Unklarheiten, formale Fehler oder Inkonsistenzen. Darüber hinaus können sie prüfen, ob die Aufgaben mit den vorgesehenen Lernzielen, dem Anspruchsniveau der Lerngruppe oder schulinternen Vorgaben zur Gestaltung von Leistungsüberprüfungen (z. B. Fundamentum und Additum) übereinstimmen, und entsprechende Verbesserungsvorschläge machen. Derartige Systeme gelten nicht als Hochrisiko-KI, da sie weder eigenständig Prüfungsaufgaben erstellen oder verändern noch den Schwierigkeitsgrad oder den Zweck der Leistungsüberprüfung festlegen. Über die Übernahme oder Ablehnung der vorgeschlagenen Änderungen entscheiden ausschließlich die Lehrkräfte. Ein anschaules Beispiel für ein derartiges KI-System wäre eine Anwendung, die darauf hinweist, dass eine Aufgabe überwiegend dem Anforderungsbereich I zuzuordnen ist, obwohl auch Aufgaben des Anforderungsbereichs II vorgesehen sind. Die KI schlägt eine entsprechende Anpassung der Aufgabenstellung vor. Ob dieser Vorschlag übernommen wird, entscheidet ausschließlich die Lehrkraft. Auch eine **KI-gestützte Notenberechnung** gilt nicht als Hochrisiko-KI, wenn sie ausschließlich dazu dient, auf Grundlage der von der Lehrkraft vergebenen Einzelnoten und ihrer jeweiligen Gewichtung eine rechnerische Durchschnittsnote zu ermitteln und auszugeben. Die Entscheidung über die abschließende Bewertung bleibt weiterhin der Lehrkraft vorbehalten, die von dem rechnerischen Ergebnis im Rahmen der geltenden rechtlichen Vorgaben auch abweichen kann. Der Beschreibung in den Leitlinien nach handelt es sich dabei um eine rein rechnerische Unterstützungsfunktion, wie sie bislang bereits durch Tabellenkalkulationen oder Schulverwaltungsprogramme bereitgestellt wird. Der Unterschied könnte darin bestehen, dass die Lehrkraft dem KI-System lediglich die Gewichtung der einzelnen Leistungsnachweise vorgibt, und so die Berechnung ohne das Erstellen oder Anpassen von Formeln erfolgt. In der Praxis könnte eine Lehrkraft beispielsweise eine Liste mit den Noten der Klassenarbeiten, der mündlichen Leistungen und der sonstigen Mitarbeit einschließlich ihrer Gewichtung in das KI-System eingeben. Die KI berechnet daraus eine rechnerische Durchschnittsnote von 2,3. Es liegt anschließend im pädagogischen Ermessensspielraum der Lehrkraft, ob daraus im Zeugnis die Note „gut“ oder „befriedigend“ wird oder ob aufgrund besonderer Umstände stärker von der rechnerischen Durchschnittsnote abgewichen wird. Das zuletzt angeführte Beispiel sind **KI-gestützte Anwendungen zur Überprüfung der Konsistenz von Bewertungen**. Gemeint sind Systeme, die nach Abschluss der Bewertung durch die Lehrkraft analysieren, ob die vereinbarten Bewertungskriterien über alle Leistungsnachweise hinweg einheitlich angewendet wurden. Hierzu werden die bereits bewerteten Schülerarbeiten einschließlich der vergebenen Punkte und der zugrunde liegenden Bewertungskriterien ausgewertet. Das System kann beispielsweise feststellen, ob einzelne Aufgaben im Vergleich zu anderen Schülerinnen und Schülern unterschiedlich streng bewertet wurden oder ob sich der Bewertungsmaßstab im Verlauf der Korrektur verändert hat. Ebenso kann überprüft werden, ob die innerhalb einer Fachschaft vereinbarten Bewertungskriterien von allen Lehrkräften einheitlich angewendet wurden. Voraussetzung für die Anwendung der Filterregel ist, dass das KI-System die Schülerarbeiten nicht selbst bewertet oder die Bewertung eigenständig verändert, auch wenn es hierfür die Inhalte der Schülerarbeiten analysieren muss. Die Analyse dient ausschließlich dazu, Hinweise auf mögliche Unstimmigkeiten oder Inkonsistenzen in der bereits erfolgten Bewertung zu geben. Ob aus den Befunden des KI-Systems zur Konsistenz der Bewertungen Konsequenzen gezogen oder einzelne Bewertungen angepasst werden, entscheiden ausschließlich die zuständigen Lehrkräfte oder die hierfür verantwortlichen Personen. ##### Was bedeutet das für Schulen in der Praxis? Erfüllt ein KI-System die datenschutzrechtlichen Voraussetzungen für die Verarbeitung personenbezogener Daten und ist sein Einsatz an Schulen zulässig, können Schulen damit grundsätzlich auch Anwendungen nutzen, wie sie in den Negativbeispielen oder den Beispielen zur Anwendung der Filterregel beschrieben werden. Die dort aufgeführten Beispiele stellen jedoch keine abschließende Aufzählung dar. Sie verdeutlichen vielmehr das zugrunde liegende Prinzip, sodass sich daraus weitere vergleichbare Einsatzmöglichkeiten ableiten lassen. Wie bereits beschrieben, gehören hierzu auch **Adaptive Lernsysteme (ALS)** und **Intelligente Tutorielle Systeme (ITS)** , sofern sie ausschließlich formatives Feedback oder formative Bewertungen bereitstellen und diese nicht zur abschließenden Leistungsbewertung oder Notengebung (summative Bewertung) verwendet werden. Das vom FWU im Auftrag der Länder entwickelte Adaptive Intelligente System (AIS), eine KI-gestützte digitale Lehr- und Lernumgebung für Schülerinnen und Schüler, dürfte grundsätzlich in diese Kategorie fallen. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass das System – ähnlich wie AISchat – ohne eine personalisierte Anmeldung genutzt werden kann. #### 3 a) KI-Systeme welche über Zugang, Zulassung oder Zuweisung zu Bildungseinrichtungen und Bildungsangeboten innerhalb von Bildungseinrichtungen entscheiden Mit Blick auf die Strukturen und Entscheidungswege des deutschen Schulsystems, wird schnell aus der Bezeichnung dieser Kategorie deutlich, dass derartige KI-Systeme für das deutsche Schulsystem aktuell eher wenig bis keine Relevanz haben. Während in einigen europäischen Ländern der Zugang zu Schulen oder spezifischen Bildungsgängen über kompetitive, oft zentralisierte oder automatisierte Auswahlverfahren geregelt wird, erfolgt die Zuweisung im deutschen staatlichen Schulwesen primär auf Basis von Verwaltungsvorschriften, wie etwa festen Einzugsgebieten oder gesetzlichen Aufnahmekriterien. Dass diese Kategorie dennoch Teil der KI-Verordnung ist, liegt – wie weiter oben bereits angesprochen – am Ziel der EU, ein einheitliches Fundament für alle Mitgliedstaaten zu schaffen. Die Richtlinien müssen somit auch jene Bildungssysteme abdecken, in denen beispielsweise automatisierte Zulassungssysteme über Bewerbungen entscheiden oder es denkbar wäre, KI-Tools zur Vergabe von Stipendien (etwa an Privatschulen) einzusetzen. ##### Was versteht man darunter? Bei KI-Systemen der Kategorie 3(a) geht es um solche Anwendungen, welche darüber bestimmen, ob eine Person sich für ein Bildungsangebot anmelden darf, Zugang dazu erhält oder einem Bildungsangebot zugewiesen wird. In der Regel prüfen diese Systeme Bewerbungen für Entscheidungen über eine Zulassung oder unterstützen die Verantwortlichen maßgeblich bei der Bewertung von Bewerberunterlagen. Wichtig ist hierbei die Abgrenzung derartiger KI-Systeme von solchen, welche die Leistungen und Fortschritte von Lernenden bewerten. Diese fallen nicht in die Kategorie 3(a), sondern gehören zum folgenden Bereich 3(b). ##### Rote Ampel: Positiv-Beispiele Als erstes Beispiel werden hier KI gestützte **automatisierte Zulassungssysteme** angeführt, die Bewerbungen, Zeugnis oder Testergebnisse auswerten und dann entscheiden, ob ein Bewerber für eine Zulassung in Frage kommt. Dabei sind die Bewertungen und Empfehlungen des KI-Systems so gewichtig, dass sie das Ergebnis einer Zulassungsentscheidung maßgeblich bestimmen. Das heißt mit anderen Worten, selbst wenn eine Lehrkraft oder ein Administrator die Entscheidung anschließend formal bestätigt, bleibt das System Hochrisiko, wenn die menschliche Prüfung nur noch pro forma erfolgt. Solange ein solches KI System nur der Vorbereitung von Entscheidungen dient, etwa indem es Unterlagen sortiert, übersetzt oder in ein einheitliches Format überführt, und auch keine Profile gebildet werden (Profiling-Schranke), greift der Filtermechanismus und das System gilt nicht als Hochrisiko. Das zweite Beispiel beschreibt KI-gestützte **automatisierte Zuweisungssysteme** , welche etwa von Schulträgern eingesetzt werden, um Schülerinnen und Schüler Schulen in ihrem Zuständigkeitsbereich zuzuweisen. Die Entscheidung erfolgt dabei auf Basis von Merkmalen wie der Wohnadresse, den Einzugsgebieten, verfügbaren Plätzen sowie dem Geschwister- oder Elternstatus. Da diese Systeme persönliche Merkmale bewerten, um eine Entscheidung über die Platzierung zu treffen, betreiben sie Profiling. Aufgrund der sogenannten Profiling-Schranke ist der Filtermechanismus für solche Systeme grundsätzlich nicht anwendbar, was ihre Einstufung als Hochrisiko-Systeme zur Folge hat. Während in Deutschland bei einem Bewerberüberhang häufig per Los entschieden wird, würde der Einsatz vergleichbarer KI-Systeme zur Auswahl nach persönlichen Kriterien ebenfalls als Profiling gewertet werden, wodurch eine Befreiung vom Hochrisiko-Status ausgeschlossen bliebe. Das dritte Beispiel, welches hier vor allem zur systematischen Vollständigkeit aufgeführt wird, befasst sich mit**KI-gestützten Systemen zur Zuweisung von Bewerbern zu verfügbaren Ausbildungsgängen** , wie sie beispielsweise durch regionale Arbeitsagenturen eingesetzt werden könnten. Diese Anwendungen basieren auf einer umfassenden Auswertung des bisherigen Bildungsweges, wobei Zertifikate, Ergebnisse aus standardisierten Eignungstests sowie spezifische Qualifikationsprofile mit den Anforderungen der jeweiligen Ausbildungsgänge abgeglichen werden. Da dieser Prozess darauf abzielt, persönliche Merkmale und Kompetenzen automatisisiert zu bewerten, um eine Eignungsprognose zu erstellen, handelt es sich rechtlich um Profiling. Aufgrund der sogenannten Profiling-Schranke ist der Filter-Mechanismus nach Artikel 6 Absatz 3 der KI-Verordnung für solche Systeme grundsätzlich nicht anwendbar, was dazu führt, dass diese Anwendungen ausnahmslos als Hochrisiko-Systeme eingestuft werden, da sie den Zugang zur Berufsbildung maßgeblich steuern. Für das deutsche Schulsystem und den Übergang in den Beruf hat dieses Beispiel aktuell keine praktische Relevanz, da es hierzulande keine vergleichbare institutionelle Zuweisung zu Ausbildungsgängen gibt, weder durch regionale Arbeitsagenturen noch die Berufskollegs selbst. Während in einigen anderen EU-Staaten Behörden über die Platzierung in Programmen entscheiden können, beruht das deutsche System auf dem Prinzip der individuellen Bewerbung. Selbst an Berufskollegs, die ein breites Spektrum an Bildungsgängen unter einem Dach vereinen, bewerben sich Schülerinnen und Schüler stets spezifisch auf einen einzelnen Bildungsgang, sodass keine behördliche Zuweisung durch die Schule oder die Arbeitsagentur erfolgt. Das letzte Beispiel betrifft **KI-gestützte Systeme zur automatisierten Prüfung der Stipendienberechtigung**. Da im öffentlichen deutschen Schulwesen üblicherweise keine Stipendien vergeben werden, ist dieser Anwendungsfall primär für Privatschulen relevant. Solche Systeme bewerten die wirtschaftliche Situation von Bewerbern, etwa anhand von Merkmalen wie Einkommen, Ausgaben und Familiengröße, um über die Vergabe von Stipendien oder die Ermäßigung von Schulgebühren zu entscheiden. Auch wenn die Richtlinien in diesem spezifischen Beispiel den Begriff nicht ausdrücklich nennen, dürfte diese Anwendung unter die Profiling-Schranke fallen. Nach den allgemeinen Definitionen der Richtlinien gilt die Bewertung der wirtschaftlichen Lage oder persönlicher Merkmale zur Ableitung von Entscheidungen zwingend als Profiling. Damit ist der Filter-Mechanismus (Art. 6 Abs. 3 KI-VO) nicht anwendbar und das System bleibt als Hochrisiko-System klassifiziert, da es de facto über den Zugang zur Bildung entscheidet. ##### Grüne Ampel: Negativ-Beispiele (gelten nicht als Hochrisiko) Das erste Beispiel für Anwendungen, die von vornherein nicht als Hochrisiko eingestuft werden, beschreibt eine **KI-gestützte Ausbildungsberatung** , die Schülerinnen und Schülern auf Grundlage ihrer Präferenzen und zuvor angegebenen Interessen unverbindliche Vorschläge für passende Bildungseinrichtungen oder Bildungsgänge macht. Der entscheidende rechtliche Unterschied zu den zuvor genannten Hochrisiko-Beispielen liegt darin, dass diese Form der Beratung keinerlei Einfluss auf den tatsächlichen Zugang, die Zulassung oder die formale Zuweisung zu einem Ausbildungsgang oder einer Bildungsinstitution hat, da die Anwendung lediglich als Informationsquelle dient und die betroffenen Personen ihre Entscheidungen weiterhin eigenständig treffen. Ein solches System wäre im Kontext des deutschen Schulwesens durchaus vorstellbar, etwa wenn es Schülerinnen und Schülern am Ende der zehnten Klasse oder am Ende der Oberstufe zur Beratung zur Verfügung stünde, um sie bei der Wahl ihres weiteren Bildungsweges zu unterstützen, ohne dabei den administrativen Aufnahmeprozess maßgeblich zu lenken oder de facto vorzugeben. Das zweite Beispiel für Anwendungen, welche von vornherein nicht als Hochrisiko eingestuft werden, befasst sich ebenfalls mit der Beratung im Kontext von Auswahlentscheidungen, wobei es sich hierbei um einen **KI-gestützten Chatbot** handelt. Ein solches System dient dazu, interessierten Schülerinnen und Schülern allgemeine Informationen über Anmeldevoraussetzungen, den technischen Bewerbungsprozess sowie die verfügbaren Bildungsangebote einer Institution, wie beispielsweise eines Berufskollegs, zur Verfügung zu stellen. Eine Schule könnte einen solchen Chatbot über ihre Homepage für eine anonyme Nutzung durch interessierte Schüler oder auch Eltern bereitstellen. Die entscheidende rechtliche Voraussetzung dafür, dass ein derartiger Chatbot nicht als Hochrisiko gilt, ist seine begrenzte Funktion, da das System weder eigenständige Auswahlentscheidungen trifft noch personalisierte Empfehlungen abgibt, welche die Zulassung maßgeblich beeinflussen könnten. Da die Ausgabe des Chatbots auf allgemeine Orientierungshilfen beschränkt bleibt und keine inhaltliche Bewertung der Bewerber vornimmt, fehlt die für Hochrisiko-Systeme charakteristische „maßgebliche Beeinflussung“ des Bildungsweges. ##### Smaragdgrüne Ampel: Beispiele für KI-Systeme, die wegen Anwendbarkeit des Filter-Mechanismus nicht Hoch-Risiko sind In diesem Abschnitt werden insgesamt drei Beispiele angeführt, die funktional zwar den zuvor genannten Hochrisiko-Systemen ähneln, jedoch lediglich vorbereitende oder unterstützende Aufgaben wahrnehmen. Da diese Anwendungen keine Entscheidungen treffen und den Zulassungsprozess nicht maßgeblich beeinflussen, erfüllen sie die Kriterien des Filter-Mechanismus, sofern sie nicht zusätzlich für ein Profiling eingesetzt werden. Das erste Beispiel beschreibt hierbei **KI-Anwendungen, welche Bildungseinrichtungen bei der Bearbeitung von Bewerbungen** lediglich**unterstützen** , indem sie Unterlagen ordnen, durchsuchen, übersetzen sowie die darin enthaltenen Daten aufbereiten, ohne dabei einen ausschlaggebenden Einfluss auf den eigentlichen Entscheidungsprozess auszuüben. Rechtlich gesehen handelt es sich hierbei um vorbereitende Aufgaben oder enge Verfahrensaufgaben, da die application lediglich die Organisation der Informationen verbessert, jedoch keine inhaltliche Bewertung der Bewerber vornimmt. Da die Aufnahme an staatlichen Schulen in Deutschland keine individuellen Auswahlverfahren auf Basis umfangreicher Bewerbungsunterlagen vorsieht, besitzt dieses Beispiel für das öffentliche Schulwesen aktuell keine praktische Relevanz. Es könnte aber im Kontext von Privatschulen durchaus an Bedeutung gewinnen. Das zweite Beispiel betrifft **KI-Anwendungen zur nachträglichen Prüfung von bereits getroffenen Zulassungsentscheidungen** , auf welche sich der Filter-Mechanismus ebenfalls anwenden lässt. Zwar analysieren diese Systeme, ähnlich wie die zuvor beschriebenen Hochrisiko-Anwendungen, die vorliegenden Bewerbungsunterlagen, doch nehmen sie dabei keine eigene inhaltliche Bewertung vor und treffen keine eigenständigen Entscheidungen über den Zugang oder die Zulassung. Ihre Analyse dient ausschließlich einer umfassenden Qualitätskontrolle im Nachgang zu einem bereits abgeschlossenen Zulassungsprozess, um diesen systematisch zu überprüfen und zukünftige Entscheidungsprozesse auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse zu optimieren. Da diese Anwendungen lediglich dazu bestimmt sind, Entscheidungsmuster oder Abweichungen von Mustern zu erkennen, ohne die ursprüngliche menschliche Beurteilung zu ersetzen oder maßgeblich zu lenken, erfüllen sie die Kriterien für eine Befreiung vom Hochrisiko-Status gemäß Artikel 6 Absatz 3 Buchstabe c der KI-Verordnung. Das dritte Beispiel beschreibt **KI-gestützte Datenorganisatoren für Bewerbungen** , die dazu dienen, eingehende Unterlagen vor dem eigentlichen Zulassungsprozess automatisch zu ordnen, indem sie Informationen aus unstrukturierten Dokumenten wie Lebensläufen oder Anschreiben extrahieren sowie in ein strukturiertes Format überführen. Diese Anwendungen können Bewerbungen kategorisieren und Duplikate markieren, um die administrative Bearbeitung effizienter zu gestalten, treffen jedoch keine eigenständigen Entscheidungen über den Zugang oder die Zulassung zu einer Bildungseinrichtung. Da es sich hierbei um eine rein organisatorische Unterstützung ohne inhaltliche Bewertung der Eignung handelt, gilt dies als enge Verfahrensaufgabe gemäß Artikel 6 Absatz 3 Buchstabe a der KI-Verordnung, wodurch das System vom Hochrisiko-Status befreit bleibt. #### 3 c) KI-Systeme zur Bestimmung und Einstufung des individuellen Lernstands ##### Was versteht man darunter? Da der Begriff des Lernstands in Deutschland inhaltlich durch die Lernstandserhebungen vorbelegt ist, muss darauf hingewiesen werden, dass dieser Begriff im Kontext der KI-Verordnung sehr weit gefasst ist und den gesamten schulischen Entwicklungsstand in Bezug auf Leistungsvermögen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kompetenzen, Defizite sowie Begabungen und Förderbedarfe umfasst. In der praktischen Anwendung stützt sich die Analyse dabei häufig auf mehr als vorhandene Kenntnisse in Fächern wie Mathematik oder Sprachen und bezieht jedoch auch hochsensible Bereiche wie sonderpädagogische Förderbedarfe, beispielsweise Legasthenie, oder außergewöhnliche Talente für personalisierte Empfehlungen ein. Diese Kategorie adressiert im Kern zwei Arten von Anwendungen, wobei es einmal um Systeme geht, die den weiteren Verlauf **innerhalb eines aktuellen Bildungsgangs** festlegen, wie etwa bei Versetzungen oder der Zuweisung zu Kursen mit höherem Anforderungsniveau, was in der Sekundarstufe in Nordrhein-Westfalen beispielsweise den Wechsel von einem Grundkurs in einen Erweiterungskurs beträfe. Zum anderen umfasst sie Systeme, welche **vorab** die Eignung für einen bestimmten Bildungsweg beurteilen, wobei letztere für das deutsche Schulsystem kaum eine Bedeutung haben dürften, da die Eignung für einen bestimmten Bildungsweg hierzulande in der Regel ausschließlich durch Noten bestimmt wird. Die Klassifizierung als Hochrisiko resultiert aus durch Design-Fehler oder unsachgemäße Anwendung verursachte Fehleinstufungen des KI-Systems, die von Lehrkräften unkritisch übernommen werden und Schülern dadurch langfristig Lernchancen verwehren und ihre berufliche Laufbahn sowie die künftige Sicherung des Lebensunterhalts maßgeblich negativ beeinflussen können. ##### Rote Ampel: Positiv-Beispiele Das erste Beispiel befasst sich mit einer **KI-gestützte Eingangsdiagnostik** , welche dazu dient, bei künftigen Schülerinnen und Schülern den aktuellen Lernstand zu ermitteln, um darauf basierend Empfehlungen abzugeben, die für Entscheidungen über die Zuweisung zu Kursen mit unterschiedlichen Leistungsansprüchen oder die Sinnhaftigkeit eines Wechsels in die höhere Bildung beziehungsweise Berufsbildung maßgeblich sind. Für den künftigen Einsatz derartiger Anwendungen lassen sich im deutschen Schulwesen einige Bereiche finden, in denen sie innerschulische Entscheidungen maßgeblich lenken könnten, wie etwa bei der Einstufung neu zugewanderter Schüler in spezifische Sprachförderangebote oder Regelklassen sowie bei der Zuordnung zu Grund-, Erweiterungs- oder Förderkursen innerhalb der Sekundarstufe. Ebenso wäre bei der Aufnahme in die weiterführende Schule ein Einsatz zur frühen Erkennung von Lernlücken in den Kernfächern Lesen, Schreiben und Mathematik vorstellbar, um Lernende frühzeitig durch passgenaue Fördergruppen zu unterstützen. Systeme dieser Art könnten auch eine gewichtige Rolle in der individuellen Laufbahnberatung einnehmen. Da diese Anwendungen den weiteren Bildungsweg durch eine automatisierte Bewertung der Kompetenzen vorgeben oder die pädagogische Entscheidung der Lehrkräfte stark beeinflussen, werden sie ausnahmslos als Hochrisiko-Systeme eingestuft. Soweit es die Sinnhaftigkeit eines Wechsels in die höhere Bildung oder Berufsbildung angeht, machen derartige Systeme im Kontext des deutschen Bildungssystems wenig Sinn, da Wechselentscheidungen hier durch Noten und Abschlüsse bestimmt werden. Das zweite Beispiel beschreibt **KI-gestützte Einstufungssysteme für die Berufsbildung** , die dazu dienen, das Vorwissen sowie fachspezifische Kenntnisse, beispielsweise in Mathematik, Physik oder Technik, mittels digitaler Einstufungstests oder Kompetenzprüfungen oder einer Kombination daraus zu bewerten. Auf Grundlage dieser Analyse beurteilt die Anwendung die Qualifikation der betroffenen Personen, um das für sie geeignete Anforderungsniveau zu bestimmen oder zu entscheiden, ob sie die Voraussetzungen für den Zugang zu einer spezifischen Ausbildungsrichtung beziehungsweise einem Lehrgang erfüllen. In der Form, wie die Richtlinien dieses Beispiel beschreiben, ist es jedoch auf die Verhältnisse im deutschen Schulsystem kaum übertragbar und besitzt daher Berufskollegs unter den gegebenen Bedingungen keine praktische Relevanz. Da der Zugang zu Bildungsgängen in Deutschland sowie die Einstufung in Leistungsniveaus primär durch formale Noten und bereits erworbene Abschlüsse gesetzlich geregelt sind, macht eine automatisierte Zuweisung auf Basis KI-basierter Eignungstests keinen Sinn. Das letzte Positiv-Beispiel betrifft **KI-Systeme zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs** , welche dazu dienen, Lernende mit speziellen Bedürfnissen den passenden Bildungsgängen oder individuellen Unterstützungsmaßnahmen zuzuweisen. Diese Anwendungen analysieren eine Vielzahl hochsensibler Daten, zu denen Ergebnisse aus standardisierten IQ- oder Leistungstests, detaillierte Verhaltensberichte von Lehrkräften, Informationen zur Sozialkompetenz, der Lernstand allgemein, psychologische Gutachten zur kognitiven Entwicklung sowie medizinische Vorgeschichten bezüglich diagnostizierter Beeinträchtigungen zählen. Auch wenn im deutschen Schulsystem, etwa im Rahmen von AO-SF-Verfahren, die Letztentscheidung bei den zuständigen Behörden und Lehrkräften verbleibt, führt die maßgebliche Lenkungswirkung einer solchen KI-Empfehlung zur Einstufung als Hochrisiko-System. Abgesehen von dieser rechtlichen Einordnung würde ein derartiges System Daten verarbeiten, die zu einem großen Teil zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten gemäß Art. 9 DS-GVO gehören, deren digitale Verarbeitung an Schulen derzeit rechtlich teilweise nicht einmal zulässig ist. Von daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass solche KI-Systeme im Bereich der Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs im deutschen Schulsystem eine Rolle spielen werden, auf absehbare Zeit als äußerst gering einzuschätzen. ##### Grüne Ampel: Negativ-Beispiele (gelten nicht als Hochrisiko) Das erste hier aufgeführte Beispiel weist eine deutliche inhaltliche Nähe zum ersten Negativbeispiel der Kategorie 3(a) auf und befasst sich mit **KI-Systemen für personalisierte Bildungsempfehlungen**. Diese Anwendungen unterstützen Schülerinnen und Schüler dabei, auf Grundlage von Informationen, die sie selbst zur Verfügung stellen, wie etwa Interessen oder Karriereziele, passende Vorschläge für Bildungsgänge, Kurse, Abschlüsse oder Berufsausbildungen zu erhalten, für die sie sich im weiteren Verlauf anmelden oder bewerben könnten. Der entscheidende Unterschied zu den zuvor genannten Positiv-Beispielen liegt darin, dass diese Anwendungen nicht von den Bildungseinrichtungen selbst zur Steuerung des Bildungswegs genutzt werden. Ihr ausschließlicher Zweck besteht darin, den Lernenden eine Hiltestellung für eigenständige und informierte Entscheidungen über ihren Bildungsweg zu bieten. Im deutschen Schulsystem wäre ein solches KI-System insbesondere im Rahmen der Schullaufbahnberatung an weiterführenden Schulen vorstellbar. Dort könnte es die Arbeit von Koordinatoren für Studien- und Berufsorientierung, Beratungslehrkräften, Oberstufenleitungen sowie Klassenlehrkräften wirksam ergänzen und unterstützen, indem es eine erste Orientierungshilfe bietet, ohne die formale Laufbahnplanung durch die Schule zu ersetzen. Das zweite Beispiel betrifft **KI-Systeme zur statistischen Auswertung von Bildungstrends** , bei denen sehr schnell deutlich wird, warum sie nicht unter die Hochrisiko-Klassifizierung fallen. Im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen Systemen geht es hierbei nicht um die Analyse einzelner Schülerinnen und Schüler, deren Bildungsbiografien und erreichte Abschlüsse ausgewertet werden, um darauf basierende Entscheidungen über diese konkreten Personen zu treffen. Vielmehr dienen diese Anwendungen dazu, Muster und Trends zu ermitteln. Dies kann sowohl großflächig zur Analyse der allgemeinen Bildungslandschaft für Politik und Forschung als auch gezielt zur schulinternen Evaluation einer einzelnen Bildungseinrichtung erfolgen. Ihr Zweck ist es, eine fundierte Datengrundlage für strategische oder planerische Weiterentwicklungen zu schaffen, anstatt individuelle Einzelfälle zu bewerten. Ein Gymnasium könnte diese Informationen beispielsweise nutzen, um anonymisierte Daten auszuwerten und Muster zu erkennen, aus denen sich schließen lässt, welche Arten von Bildungsgängen Schüler nach dem Ende der Sekundarstufe I oder der Sekundarstufe II typischerweise auswählen. Schulen können diese Erkenntnisse anschließend dazu verwenden, entsprechende Angebote bedarfsgerecht auszubauen oder bestehende Trends durch gezielte Maßnahmen weiter zu unterstützen, ohne dass dabei eine Einzelfallprüfung stattfindet. ##### Smaragdgrüne Ampel: Beispiele für KI-Systeme, die wegen Anwendbarkeit des Filter-Mechanismus nicht Hoch-Risiko sind Unter den Filter-Mechanismus fallen auch **KI-gestützte Anwendungen zur Vorbereitung von Einstufungstests** und -gesprächen, die Lehrkräfte bei der Planung unterstützen, indem sie auf Grundlage von Vorabinformationen über die bisherige Bildungsbiografie oder praktische Erfahrungen gezielte Fragenkataloge sowie Themenvorschläge für das Einstufungsgespräch erstellen. In einer Schule im deutschen Schulsystem wäre eine derartige Anwendung beispielsweise dann hilfreich, wenn Schülerinnen und Schüler aus anderen Bundesländern im laufenden Schuljahr neu angemeldet werden und zügig ermittelt werden muss, ob sie in kernfächern wie mathematik, Deutsch oder Fremdsprachen das Niveau eines Grund- oder Erweiterungskurses besitzen. Gleichermaßen ließe sich damit vorbereitend unterstützen, ob neu zugewanderte Personen unmittelbar am Regelunterricht teilnehmen können oder zunächst besondere Unterstützungsangebote in einer Förderklasse benötigen. Da die beschriebene Anwendung in diesem Prozess keine eigene Bewertung der Fähigkeiten vornimmt und auch keine eigenständige Entscheidung über die Einstufung trifft, sondern lediglich eine Informationsgrundlage für die Lehrkraft schafft, handelt es sich um eine vorbereitende Aufgabe gemäß Art. 6 Abs. 3 lit. d der KI-Verordnung, und das System fällt damit nicht unter Hochrisiko. Ein zweites Beispiel für den Filter-Mechanismus betrifft **KI-Systeme zur nachträglichen Analyse von Laufbahnempfehlungen** , die darauf ausgelegt sind, die Kriterien für pädagogische Empfehlungen und Entscheidungen systematisch zu verbessern. In diesem Szenario wertet die Anwendung die Ergebnisse von Empfehlungen aus, welche Lehrkräfte beispielsweise für den Wechsel in einen Erweiterungskurs oder die Wahl der Leistungskurse in der Oberstufe abgegeben haben, und gleicht diese im Nachhinein mit den tatsächlichen späteren Leistungen der Schülerinnen und Schüler ab. Das System liefert der Schulleitung oder dem Fachkollegium damit wertvolle Hinweise darauf, welche zusätzlichen Merkmale bei künftigen Empfehlungen zur Kurswahl stärker berücksichtigt werden sollten oder wie die schulinternen Kriterien insgesamt optimiert werden können, ohne jedoch in laufende Verfahren einzugreifen. #### 3 d) KI-Systeme zur Überwachung und Entdeckung von verbotenem Verhalten bei Schülern in Prüfungssituationen ##### Was versteht man darunter? Bei dieser vierten und letzten Kategorie, welche die Richtlinien anführen, geht es um ein problem, welches für deutsche Schulen durchaus relevant ist, gegenwärtig jedoch nicht systematisch angegangen wird, da hierfür sowohl die Werkzeuge als auch die rechtlichen Möglichkeiten entweder nicht vorhanden oder nur in beschränktem Maße vorhanden sind. In diese Kategorie fallen KI-gestützte Anwendungen, die dazu dienen, Schüler in Prüfungssituationen zu überwachen, um verschiedenste Formen von unzulässigem Verhalten zu entdecken. Es geht dabei ausschließlich um kontrollierte Prüfungsformate in allen Umgebungen, wobei es unerheblich ist, ob diese in Präsenz, als Fernprüfung beziehungsweise Remote Proctoring oder Online stattfinden und ob die Überwachung synchron in Echtzeit oder asynchron durch die nachträgliche Auswertung von Aufzeichnungen erfolgt. Entscheidend für eine Einstufung als Hochrisiko ist, dass diese Prüfungen Teil einer summativen Bewertung sind. Das Spektrum des unzulässigen Verhaltens ist breit gefächert und umfasst beispielsweise Plagiarismus während der Prüfung, unerlaubte Zusammenarbeit mit Dritten sowie die Manipulation von Prüfungsunterlagen. Technisch nutzen diese Anwendungen Verfahren wie die Gesichtserkennung, die Analyse von Tastatur-Eingaben, Bildschirmüberwachung sowie die Aufzeichnung und Auswertung von Bild und Ton. Systeme, die lediglich dazu dienen, Hausaufgaben, Essays oder andere Aufgaben nach deren Einreichung auf Plagiate oder unzulässige Zusammenarbeit zu prüfen, fallen hingegen nicht unter diese Hochrisiko-Kategorie. Der entscheidende Unterschied zu den zuvor beschriebenen KI-Systemen liegt darin, dass solche Aufgaben typischerweise in einer nicht-kontrollierten Umgebung außerhalb der Schule erstellt werden und die Kontrolle erst nach Abschluss der Arbeit erfolgt, ohne dass eine kontinuierliche Verhaltensüberwachung während des Erstellungsprozesses stattfindet. ##### Rote Ampel: Positiv-Beispiele Es werden insgesamt drei Beispiele für Hochrisiko-KI-Systeme angeführt, wobei das erste ein **KI-gestütztes Überwachungssystem für Abschlussprüfungen zur Erkennung von Betrugsversuchen** beschreibt, das von Bildungseinrichtungen eingesetzt wird, um Prüfungsteilnehmer während der Prüfung automatisiert zu kontrollieren. Durch eine Kombination aus Gesichtserkennung, Tastenanschlaganalyse sowie Bildschirmüberwachung identifiziert die Anwendung verbotene Verhaltensweisen, wie beispielsweise den Zugriff auf nicht zugelassene Materialien oder die unzulässige Kommunikation mit anderen Personen. Für das deutsche Schulsystem sind derartige Überwachungssysteme aktuell nicht vorstellbar, da hierfür die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen nicht existieren. Es ist vielmehr zu erwarten, dass Aufsichtsbehörden selbst bei dem Versuch, entsprechende rechtliche Grundlagen zu schaffen, einschreiten würden, um stattdessen auf mildere Mittel wie die persönliche Überwachung durch Lehrpersonal zu drängen. Das zweite Positiv-Beispiel bezieht sich auf **KI-Systeme zur Echtzeitanalyse von Verhalten während Online-Examen** , welche Maschinenlernalgorithmen nutzen, um im Verhalten von Schülerinnen und Schülern Muster zu entdecken, die auf Betrug hindeuten könnten. Diese Anwendungen überwachen den Prüfungsprozess im Fernmodus kontinuierlich und bewerten Verhaltensauffälligkeiten automatisiert. Dies hat einen erheblichen Einfluss auf die Integrität der Prüfung und die daraus resultierende Benotung. Da die Ergebnisse solcher Analysen direkt in summative Bewertungen einfließen, welche über Abschlüsse oder Zertifizierungen entscheiden, werden diese Systeme aufgrund der weitreichenden Folgen für die Bildungsbiografie als Hochrisiko eingestuft. Aus den gleichen Gründen wird auch das dritte Beispiel, welches die**KI-gestützte Überwachung von Präsenzprüfungen vor Ort** beschreibt, als Hochrisiko klassifiziert. In diesem Szenario geht es um den Einsatz von KI-Anwendungen in Bildungseinrichtungen, um Betrugsversuche automatisiert zu erkennen. Dazu nutzen die Systeme Technologien wie die Gesichts- und Objekterkennung, um verbotene Verhaltensweisen oder die Verwendung nicht zugelassener Hilfsmittel, wie beispielsweise Smartphones, Kopfhörer oder versteckte Unterlagen, zu identifizieren. Wie das erste Beispiel haben jedoch auch das zweite und dritte in den Richtlinien angeführte Beispiel von KI-gestützter Überwachung von Schülern während Prüfungen derzeit keine praktische Relevanz für Schulen im deutschen Schulsystem, da die rechtlichen Grundlagen dafür fehlen und auf absehbare Zeit sicherlich auch nicht geschaffen werden. ##### Grüne Ampel: Negativ-Beispiele (gelten nicht als Hochrisiko) Das erste Beispiel für Anwendungen, die nicht unter die Hochrisiko-Einstufung fallen, sind KI-Systeme zur Plagiatsprüfung bei Hausaufgaben, Essays oder anderen schriftlichen Ausarbeitungen, da es hierbei nicht um die Echtzeitüberwachung von Prüfungsteilnehmern in einer kontrollierten Umgebung geht. Im Gegensatz zu den zuvor beschriebenen Hochrisiko-Systemen findet bei diesen Anwendungen lediglich eine nachträgliche Analyse bereits abgeschlossener und eingereichter Texte statt, die automatisiert mit Datenbanken existierender Inhalte abgeglichen werden. Im deutschen Schulalltag sind Lehrkräfte bereits heute massiv mit Plagiaten sowie insbesondere mit der nicht gekennzeichneten Nutzung generativer KI konfrontiert, weshalb in der Schulpraxis teilweise schon inoffiziell auf verschiedene KI-gestützte Prüfsysteme zurückgegriffen wird, um derartiges Verhalten nachzuweisen. Ein systematischer Einsatz solcher Werkzeuge zur Unterstützung bei der Nachrecherche von Täuschungsversuchen wäre an Schulen bereits jetzt vertretbar, sofern hierfür geeignete Plattformen genutzt werden, welche die notwendigen datenschutzrechtlichen Voraussetzungen vollumfänglich erfüllen. Das zweite Beispiel beschreibt **KI-Systeme zur Überwachung im außerunterrichtlichen Bereich** , die von Bildungseinrichtungen in Umgebungen wie Mensen, Pausenhöfen, Fluren oder Klassenräumen während der Pausen eingesetzt werden, um aufsichtführende Lehrkräfte auf Vorfälle wie Mobbing, Belästigung oder Gewalt aufmerksam zu machen. Da diese Systeme nicht während Prüfungssituation eingesetzt werden, sondern sie der allgemeinen Aufrechterhaltung eines sicheren und geordneten Schulumfelds dienen, gelten sie von vornherein nicht als Hochrisiko im Sinne der Kategorie 3(d). Wichtig zu beachten ist jedoch, dass solche Anwendungen dennoch als Hochrisiko eingestuft werden können, falls sie unter die (in diesem Dokument nicht behandelte) Kategorie 1 (Biometrie) der Richtlinien fallen, etwa wenn sie zur automatisierten Identifizierung von Personen (biometrische Fernidentifizierung) genutzt werden. Für den deutschen Schulalltag besitzen derartige KI-Systeme aktuell keine praktische Relevanz, da sie eine Videoüberwachung voraussetzen würden, die in dieser Form aus datenschutzrechtlichen Gründen an Schulen in der Regel nicht zulässig ist. ##### Smaragdgrüne Ampel: Beispiele für KI-Systeme, die wegen Anwendbarkeit des Filter-Mechanismus nicht Hoch-Risiko sind Das erste Beispiel beschreibt **KI-Systeme zur Bestätigung von verdächtigem Verhalten während Prüfungen** , die dazu dienen, eine menschliche Aufsichtsperson bei der Bestätigung eines Betrugsverdachts zu unterstützen. Diese Systeme zeichnen während der gesamten Prüfung das Nutzerverhalten im Hintergrund auf, um eine Datenbasis für potenzielle Analysen zu schaffen. Beobachtet die aufsichtsführende Lehrkraft beispielsweise ein auffälliges Verhalten, wie das häufige Abwenden des Blicks vom Bildschirm oder verdächtige Tippmuster, kann sie das KI-System gezielt nutzen, um ihren Verdacht mittels einer detaillierten Analyse der Tastaturanschlagsmuster oder Mausbewegungen zu bestätigen oder zu widerlegen. Das System erstellt hierzu einen Bericht über erkannte Anomalien, der von der Aufsichtsperson geprüft wird, um anschließend eigenständig über das weitere Vorgehen oder etwaige Konsequenzen zu entscheiden. Der Filter-Mechanismus greift in diesem Fall, da die Anwendung lediglich dazu bestimmt ist, das Ergebnis einer zuvor abgeschlossenen menschlichen Handlung, hier der Beobachtung und Feststellung einer verdächtigen Handlung durch die Aufsichtsperson, zu verbessern oder zu präzisieren, ohne jedoch die finale Entscheidung über das Vorliegen eines Täuschungsversuchs selbst vorwegzunehmen. Der entscheidende Unterschied zu den als Hochrisiko eingestuften Überwachungssystemen liegt in der Rollenverteilung zwischen Mensch und KI sowie in der Zweckbestimmung der Anwendung. Während Hochrisiko-KI-Systeme das Schülerverhalten eigenständig überwachen und aktiv nach Betrug suchen, übernimmt die KI hier keine Wächterfunktion, sondern bleibt ein rein reaktives Hilfsmittel für die Lehrkraft. Wie bei den vorangegangenen Beispielen besitzt eine solche Anwendung für das deutsche Schulsystem aktuell keine praktische Relevanz, da die hierfür erforderliche lückenlose Aufzeichnung des Nutzerverhaltens aus datenschutzrechtlichen Gründen an Schulen nicht umsetzbar ist. Das zweite und letzte Beispiel innerhalb des Filter-Mechanismus für diese Kategorie betrifft **KI-Systeme zur Bestätigung der Identität bei Prüfungen**. Diese Anwendungen dienen dazu, die Identitätsfeststellung während eines Tests effizienter zu gestalten, indem sie automatisch Ausweisdokumente oder biometrische Merkmale, wie beispielsweise Gesichtsscans, mit den Daten der angemeldeten Kandidaten abgleichen. Der entscheidende Grund für die Befreiung vom Hochrisiko-Status liegt darin, dass das System lediglich eine organisatorische Nebenaufgabe unterstützt und keine eigenständigen Entscheidungen über den weiteren Prüfungsverlauf trifft. Die Verantwortung darüber, ob ein Prüfling, dessen Identität nicht zweifelsfrei bestätigt werden konnte, die Prüfung fortsetzen darf oder ob bei Unstimmigkeiten Sanktionen verhängt werden, verbleibt vollständig beim menschlichen Aufsichtspersonal. Wie bereits bei den vorangegangenen Beispielen besitzt auch dieses Szenario für das deutsche Schulsystem aktuell keine praktische Relevanz. Die Verarbeitung biometrischer Merkmale zur Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrags ist an Schulen derzeit nicht durch entsprechende Rechtsvorschriften legitimiert. Zudem wäre bei der automatisierten Prüfung von Ausweisdokumenten technisch stets ein Abgleich mit einem biometrischen Datum erforderlich, da eine zweifelsfreie Identitätsbestätigung durch ein KI-System ohne dieser Abgleich (etwa mit dem Gesicht der Person) im digitalen Raum nicht möglich ist. _Stand 07/2026_
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Captain, it's wednesday @wednesdaycaptain.mastodon.online.ap.brid.gy · 15/07/2026
Tintin comic strip. captain: "what a week, huh?' tintin: 'captain, it's wednesday"
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eldiep @eldiep.mastodon.online.ap.brid.gy · 14/07/2026
Mecklenburg-Vorpommern ersetzt SharePoint schrittweise durch Nextcloud. So beginnt digitale Souveränität: nicht mit einem Strategiepapier sondern mit einer realen Migration. Windows bleibt vorerst. Souveränität ist kein Big Bang sondern ein belastbarer Exit-Pfad. #OpenSource #Nextcloud […]
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 14/07/2026
#Nextcloud via #Docker auf der #Synology DiskStation installieren | Viking Studios Blog blog.viking-studios.net/nextcloud-v…
blog.viking-studios.net
Nextcloud via Docker auf der Synology DiskStation installieren
**Wer meinen Blog kennt, der weiß, dass ich bereits seit JahrenNextcloud auf der Synology DiskStation betreibe. Lange zeit habe ich das direkt über den Webserver der DiskStation gemacht. Die Einschränkungen von Synology sind zwar mit der Zeit weniger geworden, aber sie sind immer noch da und für die zusätzlichen Services wie Nextcloud Office/Collabora und Imaginary, kommt man um Docker sowieso nciht herum. Nextcloud auf einer Synology DiskStation per Docker zu betreiben, bietet eine flexible, performante und zugleich gut wartbare Lösung. Zwar gibt es auch hier wieder einige Besonderheiten, dennoch lässt sich recht einfach eine komplette Cloud-Umgebung einrichten.** **Die Anleitung führt Schritt für Schritt durch den vollständigen Aufbau einer produktiven Nextcloud‑Installation – inklusive Datenbank, Caching (Redis), Office‑Integration (Collabora Code) und Vorschaubildgeneration (Imaginary). Ich verwende dabei das Community Docker Image von Nextcloud und nicht das AIO-Image.** ## Vorbereitung #### Docker-Wissen Ich kann in diesem Artikel keine Erklärung zur Grundlegenden Funktion von Docker geben. Ich empfehle euch im Internet die Docker-Dokumentation zu überfliegen oder einen Schnelleinstieg zu lesen. Für den Artikel reicht aber Basiswissen aus. Bevor wir mit der eigentlichen Arbeit beginnen, müssen wir noch einige Dinge vorab einrichten. Zuallererst benötigt ihr das DSM-Paket “Container Manager”, sofern ihr es noch nicht installiert habt. Mit diesem Paket erhaltet ihr **Docker** samt Benutzeroberfläche für eure DiskStation. **ACHTUNG:** für einige schwächere Modelle steht das Paket nicht zur Verfügung. Außerdem müsst ihr wissen, wie ihr auf die Kommandozeile bzw. das SSH-Terminal euer DiskStation zugreift. Mit dem **Container Manager** wird auch ein neuer freigegebener Ordner erstellt: `/docker`. Dort legt ihr Ordner an, die ihr dann in euren Docker-Containern mounten könnt. Ihr könnt aber auch andere freigegebene Ordner bzw. Ordnerpfade mounten, müsst aber die entsprechenden Rechte setzen. Erstellt unter `/docker` einen Ordner `nextcloud `und darunter die Ordner: `mariadb`, `config`, `data `und `app`. #### /data-Verzeichnis auslagern Auch als Docker Container, macht es Sinn, das `/data`-Verzeichnis auszulagern, also außerhalb des Projektordners anzulegen. Das ist grundsätzlich kein Problem, erfordert aber einige zusätzliche Schritte. #### Hinweis Wie Sinnvoll der Vorgang auf der DiskStation ist, bei der die Ordnerstruktur generell schon von einer Standard-Linux-Installation abweicht, kann ich nicht sagen. Ihr könnt den Ordner auch im `/docker`-Verzeichnis belassen und folgende Schritte überspringen. * Erstellt euch einen neuen Freigegebenen Ordner. Diesen solltet ihr nur für das `/data`-Verzeichnis verwenden um Probleme vorzubeugen. * Erstellt im neuen Freigegebenen Ordner ein neues Verzeichnis z.B. `/data`. Ihr könnt auch einen Ordner als Zwischenebene erstellen z.B. `/nextcloud1/data/` falls ihr die `/data`-Verzeichnisse mehrerer Nextcloud-Instanzen im Freigegebenen Ordner ablegen wollt (oder doch andere Verzeichnisse im Freigegebenen Ordner anlegen müsst). #### Wichtig Das `/data`-Verzeichnis selbst darf nur von Nextcloud genutzt werden und auch in keiner anderen DSM-Anwendung (außer Hyper Backup bzw. Lesezugriff in der File Station) verwendet werden. Wollt ihr Über DSM oder andere Wege Dateien in eure Nextcloud hinzufügen oder darauf zugreifen, solltet ihr einen separaten Ordner als externen Speicher zu eurer Cloud hinzufügen. Weiter unten erkläre ich, wie ihr das anstellt. Jetzt gibt es noch ein kleines Problem, nämlich die Berechtigungen. Das Problem können wir an dieser Stelle aber nicht lösen, ich komme also später nochmal darauf zu sprechen. #### Domains und Reverse Proxy Für Nextcloud benötigt ihr eine Subdomain, wollt ihr auch Collabora als Office-Lösung einrichten, benötigt ihr zwei Subdomains. Wie ihr den Zugriff auf eure DiskStation via Domain samt SSL-Zertifikat konfiguriert, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen. Genauer gesagt benötigen wir einen Reverse Proxy. Diesen richten wir in der _Systemsteuerung_ unter _Anmeldeportal_ > _Erweitert_ > _Reverse Proxy_ ein. Klickt auf _Erstellen_ und gebt folgende Werte ein: * Reverse-Proxy-Name: ein beliebiger Name * Quelle * Protokoll: HTTPS * Hostname: die Subdomain die ihr für eure Cloud vorgesehen habt * Port: 443 * “HSTS aktivieren” anhaken * Ziel * Protokoll: HTTP * Hostname: localhost * Port: wählt hier eine freie Portnummer, 80 und 443 sind bereits vom Webserver der DiskStation belegt, beliebt sind die Ports 8080, 8181, 8282 usw. Im Reiter _Benutzerdefinierte Kopfzeile_ klickt auf _Erstellen_ > _Web Socket_. Im Reiter _Erweiterte Einstellungen_ empfiehlt es sich, die Timeouts auf 600 zu erhöhen. Solltet Ihr für die Subdomain noch kein Zertifikat erstellt haben, müsst ihr das noch nachholen. Wie das geht erfahrt ihr hier. Vergesst nicht, das Zertifikat dem Reverse Proxy zuzuordnen indem ihr unter _Systemsteuerung_ > _Sicherheit_ > _Firewall_ > _Einstellungen_ den erstellten Reverse Proxy in der Liste sucht und das zugehörige Zertifikat im Dropdown auswählt. WebSocket erstellen Timeout erhöhen ## Benötigte Docker Container definieren Da Nextcloud einige Docker Container benötigt, empfiehlt sich, die Container mit **Docker Compose** zu konfigurieren. Das ist bequemer als die einzelnen Container über die Benutzeroberfläche zu erstellen, außerdem lassen sich so einfach Änderungen vornehmen, Updates durchführen oder das Projekt neu erstellen. Öffnet das Menü _Projekt_ im Container Manager und klickt auf _Erstellen_. Vergebt einen Projektnamen und wählt als Pfad `/docker/nextcloud` und als Quelle “docker-compose.yml erstellen” aus. Ein Texteditor zur Erstellung der compose-Datei wird eingeblendet. Alternativ könnt ihr die compose-Datei auch in einem Texteditor eurer Wahl erstellen und an dieser Stelle hochladen. Neues Projekt aka Docker Compose erstellen. ### Datenbank Nextcloud benötigt eine Datenbank, der erste Container den wir erstellen, ist also **MariaDB**(alternativ könnt ihr auch Postgres verwenden, die benötigten Container-Parameter müsst ihr der Doku des Postgres-Images entnehmen). Ihr könnt auch einen bereits bestehenden Datenbank-Container verwenden. Ich selbst bevorzuge für jedes Projekt einen eigenen Container zu konfigurieren. Das kapselt die einzelnen Projekte stärker ab und ich kann den komplette Datenbank-Server (Container samt Daten) löschen und neu erstellen anstatt einzelne Datenbanken und Nutzer zu löschen. Außerdem kann ich so verschiedene Datenbank-Versionen verwenden. Gebt folgendes in den Texteditor ein: services: mariadb: image: mariadb:11.8 container_name: nextcloud_mariadb restart: unless-stopped networks: - nextcloud volumes: - ./mariadb:/var/lib/mysql environment: - MARIADB_ALLOW_EMPTY_ROOT_PASSWORD=1 networks: nextcloud: name: nextcloud driver: bridge Achtet auf das korrekte Einrücken, verwendet werden 2 Leerzeichen. Der Texteditor hat eine Syntax- und Format-Kontrolle, die euch auf Fehler in der Struktur eurer Compose.yml hinweist. Auf nicht unterstützte Keys oder falsche Values weißt euch der Editor natürlich nicht hin. #### Erklärung: * Image-Version: Hier seht ihr, mit welchen MariaDB-Versionen die aktuelle Nextcloud-Version getestet wurde. Das ist nicht immer die neueste MariaDB-Version. Üblicherweise gibt es keine Probleme, wenn ihr das neueste MariaDB-Image (mariadb:latest) verwendet. Wenn ihr auf Nummer Sicher gehen wollt, nehmt die Version aus der Doku. * Container-Name: der Name kann beliebig gewählt werden, es empfiehlt sich ein sprechender Name, gerade wenn ihr mehrere MariaDB-Container betreibt. * Restart: Hier könnt ihr angeben, ob der Container bei einem Absturz, Update oder einem Neustart des Hosts (DiskStation) immer automatisch neu gestartet werden soll (`always`) oder nicht (`never`). Ich bevorzuge `unless-stopped`, stoppe ich den Container im Container Manager manuell, stoppt der Container nicht, wenn die DiskStation neu gestartet wird. * Netzwerk: Um das komplette Projekt abzukapseln (sowohl vom Host als auch von anderen Containern), soll es in einem eigenen Bridge-Netzwerk laufen. Dieses Netzwerk müsst ihr * selbst erstellen, entweder vorher im Container Manager oder wie hier über den networks-Block * die Container über den Key `networks:` in das entsprechende Netzwerk eingliedern * Gemountete Volumes: Da wir unsere Datenbank persistent halten, also durch ein löschen des Containers nicht verlieren und auch einfach Backups erstellen können wollen, mounten wir das vorbereitete Verzeichnis `/docker/nextcloud/mariadb` auf das Container-Verzeichnis `/var/lib/mysql`. Da wir den Projektpfad mit `/docker/nextcloud` festgelegt haben, müssen wir im Compose.yml nicht den vollen Pfad angeben. * Umgebungsvariablen: Es ist möglich, bereits über die Umgebungsvariablen Datenbank und Benutzer zu erstellen. Ich bevorzuge die manuelle Installation. Mit `MARIADB_ALLOW_EMPTY_ROOT_PASSWORD=1` hat der root-User anfangs kein Passwort, dieses kann bei der anschließenden Installation selbst gesetzt werden, ohne den Parameter wird das root-Passwort bei der Erstellung des Containers generiert und im Container-Log ausgegeben. ### Caching Für effizientes File-Caching benötigt Nextcloud **Redis** , auch diesen Service werden wir als Container zur Verfügung stellen. Fügt den Block für Redis ein: services: mariadb: ... redis: image: redis:alpine container_name: nextcloud_redis restart: unless-stopped command: redis-server --requirepass Das-Passwort-für-den-Redis-Server healthcheck: test: ["CMD", "redis-cli", "ping"] interval: 10s timeout: 5s retries: 3 networks: - nextcloud networks: ... #### Erklärung: * Container-Befehle: Über `command `könnt ihr Befehle angeben, die vom Container beim Starten ausgeführt werden sollen. Hier legen wir ein Passwort für den Redis-Server fest. * Health-Check: der Health-Check ist nicht erforderlich, lässt euch aber einen Container gewisse Überprüfungen unterziehen und Docker frühzeitig mit einem Abbruch des Startvorganges reagieren. Das ist dann hilfreich, wenn euer Compose.yml viele Container enthält, die voneinander abhängig sind bzw. Container die sehr lange beim Starten benötigen. Warum ewig warten bis alle Container gestartet sind, wenn ein grundlegender Container bereits nicht richtig funktioniert? Im Health-Check für Redis wird geprüft, ob der Redis-Server über die Kommandozeile gepingt werden kann. Weitere Konfiguration ist für den Container nicht notwendig, daher können wir gleich zum Nächsten Thema springen. ### Office-Support Für den Office-Support, also das Betrachten und Bearbeiten von Office-Dokumenten direkt in der Cloud bzw. dem Webbrowser, ist **Collabora Code** notwendig. Für den Collabora-Code-Server benötigen wir wieder einen eigenen Reverse Proxy. Was früher ohne ging, geht jetzt nur noch mit Domain und Zertifikat. Die Angaben entnehmt ihr dem Screenshot. Auch hier müsst ihr wieder einen Web Socket hinzufügen, das Timeout sollte genügen, bei etwas schwächeren DiskStations könnt ihr auch ein höheres Timeout setzen. Vergesst nicht auch hier wieder das passende Zertifikat zu hinterlegen. Collabora Reverse Proxy Einstellungen Jetzt könnt ihr das Compose.yml um den nächsten Block erweitern. services: mariadb: ... redis: ... collabora: image: collabora/code:latest container_name: nextcloud_collabora restart: unless-stopped privileged: true ports: - 9980:9980 environment: - dictionaries=en_US,de_DE - aliasgroup1=https://cloud.mydomain.net:443 - domain=cloud\\.mydomain\\.net - username=username - "password=ein passwort" - extra_params=--o:ssl.enable=false --o:ssl.termination=true --o:termination.strict_isolation=false --o:security.capabilities=false --o:security.seccomp=false healthcheck: test: ["CMD", "curl", "-f", "http://localhost:9980/hosting/discovery"] interval: 30s timeout: 10s retries: 5 start_period: 30s networks: - nextcloud networks: nextcloud: name: nextcloud driver: bridge #### Erklärung: * Ports: Jeder Container hat einen (oder mehrere) internen Port, über den ein bestimmtes Service erreichbar ist. Da die Container in einem Bridge-Netzwerk laufen, sind diese Ports im Host-Netzwerk (ihrem LAN, bzw. dem localhost, also der DiskStation) nicht erreichbar. Für die meisten Container die wir hier verwenden ist das auch nicht weiter gewollt, denn auf die Datenbank oder Redis muss nur der Nextcloud-Container zugreifen können. Da wir für Collabora Code ein SSL-Zertifikat über den Reverse Proxy bereitstellen, muss darüber aber der Zugriff auf den Container funktionieren. Daher mappen wir den internen Port (9980 rechts vom Doppelpunkt) auf einen anderen, externen Port (9980 links vom Doppelpunkt), der kann gleich lauten wie der interne Port, sofern er im Host-Netzwerk noch frei ist oder aber auch anders lauten etwa 9988:9980. Wichtig ist nur, dass der externe Port, mit dem Zielport des Reverse Proxy übereinstimmt. Der interne Port selbst, kann nicht verändert werden. * Mit den Umgebungsvariablen setzt ihr die Domain eurer Nextcloud, damit Collabora Dokumente von dieser Domain akzeptiert. Seht nochmal in der Doku nach, welche Umgebungsvariable Collabora Code dafür nutzt. Seit ich Collabora im Einsatz habe, wurde die entsprechende Umgebungsvariable mehrmals umbenannt. Auch einen Benutzernamen und ein Passwort könnt ihr hier festlegen. Wichtig sind aber die extra_params. Hier müsst ihr die Generierung eines eigenen SSL-Zertifikats deaktivieren, da ihr das Zertifikat ja über den Reverse Proxy liefert. Außerdem muss SECCOMP deaktiviert werden, denn das unterstützt die DiskStation leider nicht. * Auch hier macht ein Health-Check wieder Sinn, statt einem Ping wird hier aber CURL verwendet, da der Zugriff ja per SSL erfolgt. ### Bilder-Vorschau generieren Das Vorschaubilder beschleunigen den Zugriff auf eure Cloud, die Generierung eben jener ist aber Ressourcen- bzw. Zeitaufwendig. Auch hier zahlt sich die Auslagerung aus. Nextcloud unterstützt Imaginary, bzw. gibt es dafür ein eigenes Image. Ergänzt euer Compose.yml um folgenden Block: services: mariadb: ... redis: ... collabora: ... imaginary: image: ghcr.io/nextcloud-releases/aio-imaginary:latest container_name: nextcloud_imaginary environment: - PORT=9000 command: -concurrency 50 -enable-url-source restart: unless-stopped networks: - nextcloud networks: nextcloud: name: nextcloud driver: bridge ## Nextcloud Docker Container definieren Wirt haben jetzt alle benötigten Dienste angegeben, jetzt wird es Zeit die Einstellungen für den Nextcloud-Container im Compose.yml vorzunehmen: services: mariadb: ... redis: ... collabora: ... imaginary: ... nextcloud: image: nextcloud:latest container_name: nextcloud_app restart: unless-stopped ports: - 8080:80 links: - mariadb - redis - collabora - imaginary networks: - nextcloud volumes: - ./config:/var/www/html/config:rw - ./data:/var/www/html/data:rw - ./app:/var/www/html:rw environment: - PHP_MEMORY_LIMIT=4048M - PHP_UPLOAD_LIMIT=4048M - TRUSTED_PROXIES=192.168.0.1 #IP des Hosts/der DiskStation einsetzen - OVERWRITEHOST=cloud.mydomain.net - OVERWRITEPROTOCOL=https - OVERWRITECLIURL=https://cloud.mydomain.net - REDIS_HOST=nextcloud_redis - REDIS_PORT=6379 - REDIS_HOST_PASSWORD=Das-Passwort-für-den-Redis-Server healthcheck: test: ["CMD", "curl", "-f", "http://localhost/login"] interval: 30s timeout: 10s retries: 5 start_period: 30s depends_on: mariadb: condition: service_started redis: condition: service_healthy collabora: condition: service_healthy imaginary: condition: service_started networks: nextcloud: name: nextcloud driver: bridge #### Erklärung: * Ports: Auch hier müssen wir wieder einen externen Port mappen, da wir ja die Cloud über den Reverse Proxy/die Subdomain erreichen wollen. 80 ist hier der interne Port, der externe Port muss mit dem Zielport des Reverse Proxy übereinstimmen, den ihr während den Vorbereitungen angelegt habt. * Gemountete Volumes: Auch die Daten des Nextcloud-Containers wollen wir persistent halten, vorallem unsere eigenen Daten, die wir in die Cloud hochladen. Ihr habt dabei mehrere Möglichkeiten. Ihr könnt die komplette Nextcloud-Installation samt Konfigurationsdatei und Daten in einem Ordner mounten: - ./app:/var/www/html:rw Ihr könnt aber auch Konfiguration und Daten in separate Ordner auslagern. Das würde dann dem Ordner-Setup aus der Vorbereitung bzw. dem Nextcloud-Block im Compose.yml oben entsprechen. - ./config:/var/www/html/config:rw - ./data:/var/www/html/data:rw - ./app:/var/www/html:rw Zusätzlich könnt ihr noch die Ordner für eigene Apps und für eigene Themes mounten um diese z.B. separat zu sichern. #### Wichtig Habt ihr euch dafür entschieden das `/data`-Verzeichnis auszulagern, müsst ihr hier den Korrekten Pfad angeben, statt `./data` wäre das `/volumeX/data` bzw. `/volumeX/Zwischenordner/data`. - ./apps:/var/www/html/custom_apps - ./themes:/var/www/html/themes/custom * Umgebungsvariablen: Über die Umgebungsvariablen könnt ihr die Konfigurationsdatei eurer Nextcloud bereits vorab mit Werten füllen. Ihr könnt euch dabei auf die wichtigsten Werte konzentrieren und die Config.php später über die Kommandozeile bearbeiten oder aber die komplette Konfiguration in der Compose.yml vornehmen. Ich habe mich hier auf die wichtigsten beschränkt. Die Konfiguration kann auch später noch jeder Zeit über die Compose.yml angepasst werden. * Health_Check: Auch für den Nextcloud-Container schadet ein Health-Check nicht, ähnlich wie bei Collabora Code prüfen wir hier den HTTPS-Zugriff bzw. das Zertifikat via CURL. * Abhängigkeiten: Unser Nextcloud-Container ist von einigen anderen Containern abhängig. Der Datenbank Container ist dabei essentiell, die anderen Services sind zwar optional, würden die Funktionsweise der Nextcloud aber beeinträchtigen, daher wollen wir den Container gar nicht erst ausführen, wenn nicht alle anderen Container in Ordnung sind. Unter depends_on listen wir also alle Contaienr auf, von denen Nextcloud abhängt. Wichtig: ihr müsst hier den Service-Namen aus der Compose.yml verwenden also dem Namen vor dem Doppelpunkt, dem dann der Konfigurationsblock folgt und **nicht** den Container-Namen den ihr vergeben habt. Mit condition geben wir an, welchen Zustand der jeweilige Container haben soll. MariaDB und Imagniary sollen einfach laufen, daher verwenden wir hier `service_started`. Für Collabora und Redis haben wir Health-Checks definiert, auf diese beziehen wir uns hier mit `service_healthy`. ## Projekt erstellen So das wars auch schon mit unserer Compose.yml. Wir können das Projekt jetzt erstellen und prüfen ob alles richtig definiert ist. Der Container Manager lädt die angegebenen Images, das kann mitunter einige Zeit dauern, der Fortschritt wird euch aber im Ausgabefenster angezeigt. #### Achtung Schließt ihr das Fenster bzw. den Browser, wird der Vorgang weiterhin ausgeführt, ihr könnt das Fenster aber nicht mehr öffnen und den Vorgang nachverfolgen. Der Container Manager reagiert auch nicht, solange das Projekt erstellt wird. Erst wenn der Vorgang entweder erfolgreich abgeschlossen wird, oder in einem Fehler endet, erhaltet ihr eine Rückmeldung im DSM und könnt wieder mit dem Container Manager interagieren. Sollte ein Container nicht erstellt werden können, müsst ihr euch auf Fehlersuche begeben. Fehlerhafte Container starten automatisch neu. Stoppt das Projekt um in Ruhe das Protokoll auswerten zu können, dort findet ihr den Grund für den Fehler. ## MariaDB-Installation Wie schon weiter oben geschrieben, bevorzuge ich die Installation von MariaDB selbst durchzuführen, anstatt Datenbank und Benutzer in der Compose.yml zu definieren. Das lässt mich die Sicherheit noch etwas erhöhen. * Klickt im Container Manager unter _Container_ auf den MariaDB Container und anschließend auf _Aktion_ > _Terminal öffne_ n > _Erstellen_. * Gebt jetzt folgenden Befehl ein: /bin/mariadb-secure-installation * Im Installationsdialog macht ihr folgende Eingaben, die ihr mit `Enter` bestätigt: * Enter current password for root –> nichts, da das root-Passwort ja leer ist * Enable unix_socket authentication? –> n * Set root password? –> y * Gebt ein sicheres Passwort/Passphrase ein und bestätigt durch erneute Eingabe. * Remove anonymous user? –> y * Disallow root login remotely? –> y * Remove test database and acces to it? –> y * Reload privilege tables now? –> y * Jetzt könnt ihr euch bei MariaDB mit dem root-User anmelden: mariadb -u root -p * Gebt das zuvor angelegt root-Passwort ein. * Zuerst erstellen wir eine Datenbank: CREATE DATABASE nextcloud; * Anschließend einen Benutzer für die Datenbank. Dieser hat nur Zugriff aus dem Bridge-Netzwerk unseres Projekts, das erhöht die Sicherheit. Um die Netzadresse herauszufinden, öffnet im Container Manager den Bereich Netzwerk und klappt dort das Bridge-Netzwerk eures Projekts auf. Ihr könnt mit dem % den Zugriff aus dem ganzen Projekt-Netzwerk erlauben. Ihr könntet auch im Nextcloud-Container die konkrete IP ablesen, die könnte sich aber ändern und Nextcloud würde den Zugriff auf die Datenbank verlieren und ihr müsstet den Benutzerzugriff bearbeiten. CREATE USER 'oc_nextcloud'@'XX.XX.XX.%' IDENTIFIED BY 'Some-Secure-Passphrase'; * Jetzt geben wir dem Benutzer Zugriff und Berechtigungen für die Datenbank: GRANT ALL PRIVILEGES ON nextcloud.* TO oc_nextcloud@'XX.XX.XX.%'; * Jetzt stellen wir sicher, dass die Änderungen auch sofort inkraft treten, ohne dass wir den Datenbank-Server neu starten müssen: FLUSH PRIVILEGES; Datenbank und Benutzer vorbereiten. ## Nextcloud-Installation #### Zwischenschritt: Berechtigungen für das ausgelagerte /data-Verzeichnis Dieser Schritt ist nur notwendig, wenn ihr euch entschlossen habt, das `/data-`Verzeichnis auszulagern. Weiter oben habe ich erwähnt, dass wir noch die richtigen Berechtigungen setzen müssten, da der Nextcloud-Container einen Benutzer verwendet, der auf in DSM nicht existiert. Mehr dazu könnt ihr im Abschnitt Zusatzinfos zu Benutzer und Berechtigungen nachlesen. Im Verzeichnis `/docker` kann der Container diese Berechtigung selbst setzen. Um den Benutzer bzw. dessen ID herauszufinden, öffnet die File Station und navigiert im Freigegebenen Ordner `/docker` in den Ordner eures Nextcloud-Projekts und klickt dort mit der rechten Maustaste auf einen der Unterordner (außer `/mariadb`) etwa` /config` und öffnet die Eigenschaften. Unter _Berechtigung_ seht ihr einen Eintrag “Unbekannte(r) Benutzer/Gruppe:” gefolgt von einer Zahl, das ist die ID des Benutzers. (Da ich nicht weiß ob die ID zufällig vergeben wird oder auf allen Geräten gleich ist, konnte ich sie euch nicht schon im Abschnitt Vorbereitung verraten.) Die ID des “unbekannten Users” www-data. Mit dieser können wir die Berechtigung über die Kommandozeile/SSH-Terminal setzen: chown -R xx:xx /volumex/pfad/data #Gebt hier euren korrekten Pfad ein und ersetzt XX durch die ID des unbekannten Benutzers. chmod -R 770 /volumex/pfad/data #Gebt hier euren korrekten Pfad ein und ersetzt XX durch die ID des unbekannten Benutzers. ### Installationsassistent Jetzt können wir endlich den Installationsassistenten von Nextcloud ausführen. Gebt dazu die Subdomain, die ihr für Nextcloud eingerichtet habt im Browser auf. * Gebt Benutzerdaten für den Amin eurer Cloud an. * Den Datenordner könnt ihr an dieser Stelle nicht ändern. Der Pfad bezieht sich auf einen Ordner im Docker-Container, den Ordner, der auf eurer DiskStation benutzt werden soll, legt ihr in der Compose.yml fest. * Als Datenbank wählt ihr MariaDB aus und verwendet die Benutzerdaten die ihr zuvor eingerichtet habt. Als Datenbankhost gebt ihr den Container-Namen eures MariaDB-Containers an. Docker löst in Bridge-Netzwerken die Container-Namen automatisch auf die richtige IP auf. Als Port gebt ihr 3306 an. Nextcloud-Installationsassistent Schließt dann den Installationsdialog ab und wartet, bis die Installation abgeschlossen ist. Ihr habt jetzt die Möglichkeit aus der Liste der Empfohlenen Apps jene auszuwählen, welche ihr installieren wollt. Anschließend können wir uns um den Abschluss der Installation, die Basiskonfiguration und weitere Einrichtung kümmern. Welche Schritte genau notwendig sind, könnt ihr den Einrichtungswarnungen entnehmen. Die genauen Schritte können je nach Nextcloud-Version abweichen. Die Einrichtungswarnungen findet ihr in den _Administrationseinstellungen_ > _Übersicht_ , zu erreichen über das _Benutzermenü_. Empfohlene Apps installieren. Das Benutzermenü von Nextcloud. Anpassungen und Optimierungen die nach der Installation vorgenommen werden sollten. ### Datenbank-Einrichtung abschließen Einige Schritte zur Einrichtung und Optimierung der Datenbank werden nicht während der Installation selbst abgeschlossen sondern müssen manuell durchgeführt werden. Dazu ist es notwendig occ-Commands (Nextclouds CLI) auszuführen. Die könnt ihr aber nicht direkt auf der Kommandozeile der DiskStation ausführen, sondern müsst auf die Kommandozeile des Nextcloud-Containers zugreifen. Dazu habt ihr zwei Möglichkeiten: 1. Über die Benutzeroberfläche des Container Managers – markiert dazu im Container Manager den Nextcloud-Container und klickt auf _Details_ > _Aktion_ > _Terminal öffnen_ > _Erstellen_ und wechselt dann auf die neu erstellte Kommandozeile (bash). Jetzt könnt ihr über PHP-CLI die occ-Befehle ausführen: php occ ... 2. Über die Kommandozeile/SSH-Terminal der DiskStation – Hab ich nicht ein paar Zeilen weiter oben geschrieben das geht nicht? Naja zumindest könnt ihr nicht direkt php occ … eingeben, sondern müsst zuerst auf die Kommandozeile des Containers zugreifen, außerdem müsst ihr einen Benutzer, der im Container den gewünschten Befehl ausführen soll. Dazu verwenden wir den Benutzer www-data, also den Benutzer des Webservers, der im Container installiert ist. Das ganze sieht dann so aus: docker exec -u www-data <Container-Name> php occ... Der Container Manager bietet einen schnellen und einfachen Zugriff auf die Kommandozeile des Containers, hat aber den Nachteil, dass das Terminal-Fenster den Container Manager blockiert, ihr könnt also auf kein anderes Menü zugreifen, oder ein Terminal für einen zweiten Container öffnen, ohne das erste zu schließen. Der Zugriff über die Kommandozeile der DiskStation erlaubt es euch auch Befehle über den Aufgabenplaner auszuführen bzw. zu automatisieren oder in Skripte einzubauen. Zurück zur Einrichtung unserer Cloud. Nach der Installation müssen wir üblicherweise zwei occ-Befehle ausführen, zum einen müssen wir die Einrichtung der Datenbank abschließen: php occ maintenance:repair -include-expensive Zum anderen müssen wir noch einige Indices hinzufügen: php occ db:add-missing-indices Um sicher zu gehen, dass die beiden Befehle in der von euch verwendeten Version auch wirklich ausgeführt werden müssen, könnt ihr in Nextclouds Selbsüberprüfung nachsehen, ### E-Mail Benachrichtigungen Als nächstes kümmern wir uns um die E-Mail-Benachrichtigungen. Bevor ihr die Mail-Einstellungen vornehmen könnt, müsst ihr dem Administrator-Konto eine E-Mail-Adresse hinzufügen. Geht dazu in die persönlichen Einstellungen und gebt eine E-Mail-Adresse an. Anschließend wechselt ihr im Administrationsbereich in die Grundeinstellungen. unter E-Mail-Server könnt ihr jetzt die Server-Daten und den Login eures Mail-Kontos eingeben, über das die Cloud Benachrichtigungen verschicken soll. Habt ihr dem Administrator-Konto keine E-Mail-Adresse hinzugefügt, erhaltet ihr beim Klick auf _Test-E-Mail senden_ eine Fehlermeldung (AxiosError 400). #### Hinweis Ob die Mail im Admin-Profil und die Mail über die die Benachrichtigungen gesendet werden unterschiedlich sein können, hab ich nicht getestet. ### Konfigurationsdatei bearbeiten Ihr könnt die Mail-Einstellungen auch in der Compose.yml angeben, wie auch fast alle anderen Einstellungen die in der Konfigurationsdatei gemacht werden können. Für nachträgliche Änderungen muss dazu aber das Projekt gestoppt, die Änderungen in der Compose.yml vorgenommen und dann neu erstellt werden. Alternativ könnt ihr aber auch einfach die Konfigurationsdatei direkt bearbeiten. In der Kommandozeile/SSH-Terminal eurer DiskStation öffnet ihr die Konfig einfach über den gemappten Ordner: vi /volumeX/docker/nextcloud/config/config.php #Beispielpfad Neue Parameter müsst ihr immer innerhalb des geschwungenen Klammer-Blocks nach `$config = array` einfügen, die Reihenfolge der Parameter ist dabei egal. Abschließen muss die Zeile aber immer mit einem Beistrich, außerdem müsst ihr die geraden einfachen Anführungszeichen (#-Taste) verwenden und nicht die Akzent-Zeichen (Taste zwischen ß und Backspace). Folgende Änderungen werden empfohlen: 'serverid' => 1, #Eine Zahl zwischen 0 und 515 'default_phone_region' => 'AT' #Country Code für die gewünschte Region 'maintenance_window_start' => 23, #Stunde, wann die Wartung ausgeführt werden soll Was genau die Parameter bewirken, könnt ihr hier nachlesen. Als nächstes aktivieren wir noch das Caching via Redis, immerhin haben wir ja einen Redis-Container bereitgestellt. Folgende Einträge müsst ihr hinzufügen: 'memcache.distributed' => '\\OC\Memcache\\Redis', 'memchache.locking' => '\\OC\\Memchace\\Redis', 'redis' => array { 'host' => 'nextcloud_redis', #Hier den Container-Namen vom Redis-Container verwenden 'password' => 'Das-Passwort-für-den-Redis-Server', #Das Passwort, dass ihr in der Compose-yml für den Redis-Server angegeben habt 'port' => 6379, }, Auch die Vorschaugenerierung via Imaginary müssen wir in der Konfigurationsdatei eintragen: 'enabledPreviewProviders' => array ( 0 => 'OC\\Preview\\Imaginary', 1 => 'OC\\Preview\\OpenDocument', 2 => 'OC\\Preview\\ImaginaryPDF', 3 => 'OC\\Preview\\MSOfficeDoc', 4 => 'OC\\Preview\\MarkDown', 5 => 'OC\\Preview\\MP3', 6 => 'OC\\Preview\\MP4', 7 => 'OC\\Preview\\AVI', 8 => 'OC\\Preview\\Movie', 9 => 'OC\\Preview\\MKV', 10 => 'OC\\Preview\\XCF', ), 'preview_imaginary_url' => 'http://nextcloud_imaginary:9000', ### well-known/ Als nächstes müssen wir noch ein kleines Problem fixen. Ein Problem, dass schon lange existiert und bei den verschiedenen Installationsformen von Nextcloud immer wieder auftritt, die well-known/carddav bzw. caldav URL stimmt nicht. Warum das im Docker Container der Fall ist, der ja einen fix fertig konfigurierten Webserver mitbringt, entzieht sich meiner Kenntnis, auch die Tatsache, dass bei mir nur ein Fehler für die CardDAV-URL angezeigt wird, nicht aber die CalDAV, ist mir schleierhaft. Lösungswege gibt es dafür unzählige, die aber nicht immer Funktionieren. An dieser Stelle hat es glücklicherweise mit einer der einfacheren Methoden geklappt. Die URL muss einfach nur in der .htaccess-Datei der Nextcloud angepasst werden. Auf diese könnten wir über die Kommandozeile zugreifen und die URL(s) einfach anpassen. Allerdings wird diese Änderung jedes mal überschrieben, wenn wir den Nextcloud-Container neu erstellen. Das passiert, wenn das Image, also unsere Nextcloud aktualisiert wird. Damit wir nicht jedes Mal per Kommandozeile die Anpassung erneut vornehmen müssen, erstellen wir uns dafür ein kleines Skript. 1. Öffnet in der Systemsteuerung eurer DiskStation den Aufgabenplaner. Wählt Erstellen > Geplante Aufgabe > Benutzerdefiniertes Skript. 2. Vergebt einen Namen, wählt als Benutzer “root” und entfernt den Haken bei “Aktiviert” (es handelt sich um eine geplante Aufgaben, wir wollen diese aber nicht nach Zeitplan ausführen lassen, sondern per Hand). Aufgabe “Benutzerdefiniertes Skript” im aufgabenplaner. 3. Unter Aufgabeneinstellung könnt ihr die E-Mail-Benachrichtigung aktivieren. Ich verwende die Benachrichtigung immer, nach einem erfolgreichen Test aktivieren ich zusätzlich die Option die Benachrichtigung nur im Fehlerfall zu schicken. 4. Fügt dann folgende Befehle in das Textfeld ein: sed -i 's_caldav /remote_caldav https://cloud.mydomain.net/remote_g' /volumeX/docker/nextcloud/nextcloud_app/.htaccess sed -i 's_carddav /remote_carddav https://cloud.mydomain.net/remote_g' /volumeX/docker/nextcloud/nextcloud_app/.htaccess 5. Speichert die Aufgabe und führt sie manuell aus (markieren und Ausführen klicken). Ihr könnt die Aufgabe jetzt jedes mal, wenn die .htaccess überschrieben wurde erneut ausführen. Der Such- bzw. Ersatz-Text könnte kürzer Ausfallen, allerdings habe ich ihn so gestaltet, dass er die URL nur einmal ersetzt. Sollte das Skript versehentlich öfter ausgeführt werden, bzw. die URLs bereits angepasst sein, hinterlässt das Skript keine falschen URLs in der Datei. #### Wichtig Das Skript funktioniert nur dann, wenn ihr das Nextcloud-Verzeichnis des Containers in einen entsprechenden Ordner auf euere DiskStation gemountet habt. Habt ihr das nicht getan, müsst ihr den Befehl über docker exec (siehe oben) direkt auf der Kommandozeile des Containers auszuführen. Ich weiß aber nicht, ob der Befehl `sed `im Container verfügbar ist. ### Cron einrichten Wenn wir schon im Aufgabenplaner sind, können wir auch gleich den Cron für unsere Nextcloud aktivieren. 1. Erstellt wieder eine geplante Aufgabe mit einem benutzerdefinierten Skript. 2. Diesmal lasst ihr den Haken bei “Aktiviert” gesetzte und erstellt einen Zeitplan dafür. Die Aufgabe soll täglich ausgeführt werden und alle 5 Minuten wiederholt werden. Gebt als Startzeit 00:00 und als Endzeit 23:55 an. 3. Fügt dann folgenden Befehl ins Textfeld ein: docker exec -u www-data nextcloud_app php /var/www/html/cron.php 4. Speichert die Aufgabe. Das wars auch schon. Der Cron wird jetzt alle 5 Minuten ausgeführt. Wird das Projekt bzw. der Container gestoppt (z.B. für ein Update) kann der Cron natürlich nicht ausgeführt werden. Solltet ihr längere Wartungsarbeiten an euer Cloud vornehmen könnt ihr die Aufgabe pausieren, indem ihr sie im Aufgabenplaner vorübergehend deaktiviert. ### Office aktivieren Der Collabora Code Container läuft und braucht selbst keine weiter Einrichtung. Wir müssen nur in der Nextcloud die entsprechende App installieren (falls ihr sie nicht schon bei der Nextcloud-Installation als “Empfohlene Apps” installiert habt), und mit dem Collabora Container verknüpfen. Die App heißt Nextcloud Office, ihr findet Sie im Bereich _Apps_ > _Büro & Text_. Hier wählt ihr als bevorzuge Office Suite “Nextcloud Office” aus. Sobald die App installiert ist, geht ihr wieder in die _Administrationseinstellungen_ und dort in den Bereich _Office_. Wählt dort “Verwenden Sie Ihren eigenen Office Server” und gebt anschließend die URL ein, die ihr im Reverse Proxy für Collabora konfiguriert habt. Anschließend klickt ihr auf Save”. Habt ihr alles richtig gemacht, erhaltet ihr eine grüne Meldung. Unter “Vom Browser verwendete URL” muss die Collabora-Reverse-Proxy-Subdomain angezeigt werden und unter “Von Collabora verwendete Nextcloud-URL”, die Nextcloud-Reverse-Proxy-Subdomain. Sollte hier etwas nicht stimmen, kontrolliert noch einmal eure Reverse Proxy Einstellungen und die Compose.yml. Auch ein Blick in die Firewall schadet nicht (der Reverse Proxy sollte von der Firewall nicht geblockt werden). Anschließend scrollt ihr noch ein Stück nach unten und tragt unter “Allow list for WOPI requests”, das Bridge-Netzwerk ein, indem euer Nextcloud-Projekt läuft. Die IP der Netzwerks könnt ihr im Container Manager einsehen, entweder über einen Blick in den Detail-Bereich eines der Container oder im Bereich Netzwerk, indem ihr das entsprechende Netzwerk aufklappt. Nach einem Klick auf Speichern habt ihr die Office-Unterstützung in eurer Cloud aktiviert. Das wars auch schon, ihr habt jetzt Nextcloud mit Redis-Caching und Collabora-Office eingerichtet. Wenn ihr in den Administrationseinstellungen in den Bereich Übersicht schaut. Seht ihr dort, welche Nextcloud-Version ihr installiert habt. Dort wird euch auch angezeigt, wenn eine neuere Version verfügbar ist. Allergings könnt ihr dort auch lesen, dass der Web-Updater deaktiviert ist. Der ist nämlich in der Docker-Version von Nextcloud nicht verfügbar. Wollt ihr eure Cloud aktualisieren, müsst ihr das via Docker erledigen und wie das geht, zeige ich euch als nächstes. Update-Hinweis in der Cloud. ## Updates installieren In eurer Nextcloud-Umgebung gibt es verschiedene Komponenten die aktualisiert werden können, dazu zählen: * Apps die ihr in Nextcloud installiert habt, die könnt ihr wie üblich direkt in Nextcloud aktualisieren. * Abhängige Services (MariaDB, Redis, Collabora, etc.) – Update via Docker * Nextcloud selbst – Update via Docker Updates von Nextcloud und der benötigten Services werden als neue Images ausgeliefert. Im Container Manager im Bereich Images, seht ihr, für welche Images neue Versionen vorliegen. #### Achtung Weißt euch Nextcloud auf eine neue Cloud-Version hin, ist diese nicht immer sofort als Image-Update verfügbar. Die Benachrichtigung erhaltet ihr, sobald Nextcloud die neue Versions veröffentlicht. Das Standalone-Image das ich für diese Anleitung verwende, wird von der Community gewartet und es kann einige Tage dauern, bis die neue Nextcloud-Version als Image erscheint. Egal ob Ihr Nextcloud oder ein anderes Image aktualisiert, der Vorgang ist immer gleich: 1. Aktiviert den Maintenance-Mode in Nextcloud. Der Schritt ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber er Benachrichtigt alle verbundenen Clients, dass die Nextcloud vorübergehend nicht erreichbar ist. Das erspart euch gegebenenfalls Fehlermeldungen (oder Nachrichten von anderen Nutzern der Cloud). 2. Pausiert den Cron-Job, indem ihr ihn im Aufgabenplaner deaktiviert, auch das reduziert die Fehlermeldungen. 3. Stoppt im Container Manager das Nextcloud-Projekt und wartet, bis es vollständig gestoppt wurde. Projekt stoppen 4. Wechselt in den Bereich Images und klickt Update verfügbar > Aktualisieren und bestätigt die Meldung. 5. Wartet, bis die Aktualisierung durchgeführt wurde. Der Container Manager übernimmt dabei das Löschen des Containers, das Herunterladen des neuen und Löschen des alten Images. * Habt ihr mehrere Container, die auf einem Image basieren, werden alle Container aktualisiert. Container die Ihr über die GUI des Container Managers erstellt habt, werden mit den dort vorgenommenen Einstellungen ebenfalls neu erstellt. Image aktualisieren 6. Sobald die Aktualisierung fertig gestellt wurde, könnt ihr das Projekt über Aktion > Erstellen, neu erstellen, das erzeugt die Container mit den neuen Images und der Konfiguration aus der Compose.yml neu. Projekt im Container Manager neu erstellen. Container mit neuem Image werden neu erstellt, Container mit unveränderten Images werden normal gestartet 7. Aktiviert den Cron wieder. 8. Deaktiviert den Maintenance-Mode. 9. Solltet ihr Nextcloud aktualisiert haben, wird beim Start des neue Containers der interne Update-Vorgang ausgelöst. Wartet, bis dieser abgeschlossen wurde (siehe Screenshot). Solltet ihr eure Cloud vorher aufrufen, erhaltet ihr eine Fehlermeldung vom Webserver der DiskStation. Nachdem der Vorgang abgeschlossen wurde, könnt ihr eure Cloud aufrufen und auch dort den Update-Vorgang beenden. Prüft unter Administrationseinstellungen > Übersicht ob neue Meldungen vorliegen. Gegebenenfalls müsst ihr die Konfiguration anpassen oder die Datenbank aktualisieren (siehe Schritt Nextcloud-Installation) Nextclouds interner Update-Prozess. ## Bonus: Andere Ordner der DiskStation in die Nextcloud einbinden Das /data-Verzeichnis solltet ihr nur über die Nextcloud nutzen, also keine Dateien über DSM-Schnittstellen/Pakete dort ablegen und daraus lesen. Dateien solltet ihr nur über Nextcloud-Schnittstellen (WebUI, Client) hinzufügen bzw. darauf zugreifen. Sonst könnte es einerseits Berechtigungsprobleme geben, da DSM die Berechtigung des genutzten Benutzers anwendet, das /data-Verzeichnis aber den Benutzer www-data verwendet bzw. voraussetzt, den DSM ja eigentlich nicht kennt. Andererseits bekommt Nextcloud Änderungen über das Dateisystem (also neue Dateien die nicht über die NC-Methoden hinzugefügt werden) nicht direkt mit. Es gibt zwar einen occ-Befehl, der ist aber für Ausnahmen gedacht bzw. die Migration größer Datenmengen. Möchtet ihr dennoch einen bestehenden DSM-Ordner in eure Nextcloud integrieren bzw. eine Schnittstelle schaffen, dann könnt ihr diesen Ordner als “externen Speicher” in eure Nextcloud einbinden. Externen Speicher wird anders Verwaltet und externe Änderungen werden auch in der Cloud abgebildet. Ihr könntet den Ordner über die Compose.yml mounten und dann als lokalen Speicher hinzufügen, das ist zwar der einfachste Weg, allerdings werden Dateien, die über Nextcloud hinzugefügt werden nicht vom Indizierungsdienst erfasst, ihr seht die Dateien zwar in der File Station aber nicht in anderen DSM-Anwendungen (z.B. Synology Photos). Es gäbe zwar auch hierfür eine Kommandozeilen-Lösung aber auch die ist nicht für eine Nahtlose Einbindung geeignet, außerdem müsstet ihr dem eingebundenen Ordner die selbe Berechtigungs-Behandlung zuteil werden lassen, wie dem /data-Verzeichnis, was wiederum zu Problemen mit DSM führt. Wollt ihr einen Ordner eurer DiskStation naht- und problemlos einbinden, dann via WebDAV. Dateien die per Nextcloud über WebDAV auf die DiskStation gelangen, werden vom Indizierungsdienst erfasst, außerdem spart ihr euch spezielle Berechtigungen, da ihr einen DSM-Nutzer mit WebDAV-Berechtigung benutzt. Die Voraussetzung ist also, dass ihr WebDAV auf eurer DiskStation eingerichtet habt und einen Benutzer parat habt, der WebDAV nutzen kann (es empfiehlt sich, einen separaten Nutzer zu verwenden der nur die WebDAV-Berechtigung besitzt, ihr solltet auf keinen Fall einen DSM-Benutzer mit Admin-Berechtigung verwenden). Habt ihr den WebDAV-Server auf eurer DiskStation aktiviert, könnt ihr in Nextcloud die App “External Storage support” (zu finden unter _Apps_ > _Vorgestellte Apps_) aktivieren in den Administrationseinstellungen > Externer Speicher (Abschnitt “Administration”) könnt ihr dann den externen Speicher – sprich Ordner – hinzufügen: * Vergebt einen Namen, unter dem der Ordner in Nextcloud angezeigt werden soll. * Wollt ihr den Ordner oder Inhalte in der Teilen-Funktion von Nextcloud verwenden, müsst ihr das unter “Einhänge-Optionen” explizit aktivieren. * Ihr könnt den externen Ordner auf bestimmte Benutzer begrenzen. * Wählt als Externer Speicher Typ “WebDAV” aus. * Als Authentifizierung wählt ihr “Anmeldename und Passwort”. * Gebt als URL die URL eurer DiskStation ein, gefolgt von einem : und dem Port 5006. Die URL muss über ein SSL-Zertifikat abgesichert sein. * Gebt jetzt den Pfad zum Ordner ein. Ihr könnt direkt mit dem Namen des Freigegebenen Ordners beginne und müsst nicht /volumeX/davor setzen, oder mit /homes/… auf die einzelnen home-Verzeichnisse und deren Unterordner der Benutzer zugreifen. * Vergewissert euch dass “Sicheres https://” aktiviert ist. * Anschließend gebt ihr noch den DSM-Benutzer und das Passwort ein. Der Benutzer muss Berechtigungen für WebDAV, sowie Lesen und Schreibberechtigungen für den Ordner haben. Ordner per WebDAV verbinden. Alternativ könnt ihr auch “Personen erlauben, externen Speicher einzubinden” aktivieren. Dann bekommt jeder Benutzer in seinen Einstellungen einen Menüpunkt _Externer Speicher_ und kann dort selbst Ordner einbinden (die dann nur der jeweilige Benutzer sieht). ## Zusatzinfos zu Benutzer und Berechtigungen Nachfolgend noch ein paar Hintergrund-Infos zur Situation mit den Berechtigungen bei ausgelagertem /data-Verzeichnis. Ich freue mich über Feedback, sollte hier jemand mehr wissen als ich bzw. andere Lösungen gefunden hat. Nextcloud verwendet im Container (und auch für den Zugriff auf die gemounteten Ordner) den Standard Systemuser des Apache www-data. Diesen gibt es aber auf der DiskStation nicht, bzw. auch wenn es ihn gäbe, wäre dadurch nicht gesagt, dass beide die selbe UID und GID hätten, denn darum geht es eigentlich. Das ist übrigens keine spezielle Situation die auf das Nextcloud Image oder Synology zurückzuführen ist, sondern ist Standard bei Docker unter Linux. Um dieses “Problem” zu lösen, gibt es verschiedene Lösungswege und wer schon länger mit einer DiskStation arbeitet kanns vielleicht erraten, keine davon funktioniert mit DSM bzw. nicht richtig. Für den Ordner /docker scheint Synology eine eigene Lösung implementiert zu haben, die automatisch funktioniert. Möchte man aber Ordner außerhalb von /docker mounten, muss man, wie in diesem Fall, die Berechtigungen selbst setzen. Das geht dann eben nicht über die DSM-GUI da der User ja nicht existiert sondern nur über die Kommandoziele. Auch hier ist man wieder limitiert, da man die Ownership des Ordners auf den nicht-existenten Benutzer übertragen muss. Es gibt unter Unix zwar die Möglichkeit über die Kommandozeile einen Benutzer als berechtigt einzutragen, ohne die Ownership zu ändern, aber – ihr habts erraten – auf der DiskStation geht das nicht. Laut Nextcloud-Community sollte es möglich sein über Docker Compose eine UID und GID anzugeben, die dann vom Nextcloud Container verwendet wird. Das scheint aber nicht immer (bzw. auf DiskStations gar nicht) zu funktionieren und außerdem Probleme mit Redis verursachen, die wieder einen Workaround benötigen. Eine weitere Alternative: Es ist möglich einen Benutzer anzulegen und nachträglich die UID und GID zu ändern. Das ist aber riskant. Die UID und GID des Nextcloud-Containers liegen unter 1024, also im Bereich den DSM als Systemreserviert betrachtet. Es kann also durchaus sein, dass diese UID bereits in Verwendung ist oder durch Installation von Paketen, oder DSM-Updates, nachträglich beansprucht wird. Das würde im schlimmsten Fall dazu führen, dass die DiskStation bzw. das betroffene Service nicht funktioniert. Außerdem könnte die Änderung (wie viele DSM-Workarounds) durch ein DSM-Update rückgängig gemacht werden. Was aber letzten Endes gegen diese “Lösung” spricht (ja ich hab sie getestet). Der Benutzer und die Gruppe, deren UID/GID man nachträglich ändert verschwinden aus der DSM-GUI. Berechtigungen müssen also erst recht wieder über die Kommandozeile bearbeitet werden. Man gewinnt dadurch also nichts. Ich habe die im Artikel beschriebene Lösung seit einigen Monaten in Verwendung und keinerlei Probleme, sowohl in Nextcloud als auch DSM/Synology Paketen feststellen können. Neustarts bzw. Updates sowohl von DSM als auch Nextcloud haben bisher auch keine Probleme verursacht. Als andere Alternative könnt ihr noch das Nextcloud-Image von Linuxserver verwenden. Das Image unterstützt die Übergabe von UID/GID als Parameter. Das Image funktioniert auf der DiskStation, ich selbst konnte es aber nicht zum Laufen bringen. ## Fazit Ihr habt jetzt Nextcloud als Docker-Container auf eurer Synology DiskStation eingerichtet. Ihr könnt eure Nextcloud erweitern, indem ihr Apps installiert, erforderliche Services könnt ihr als Docker-Container dem Projekt hinzufügen. Eure Cloud ist von DSM weitestgehend abgekapselt und ihr könnt die Cloud aktualisieren, ohne andere Services auf der DiskStation zu beeinträchtigen. Ihr könnt das Cloud-Projekt ganz einfach über Hyper Backup oder andere Methoden sichern und wenn ihr einmal etwas falsch konfiguriert habt, könnt ihr den entsprechenden Container einfach löschen und neu erstellen. Möchtet Ihr noch detailliertere Schritt-Für-Schritt-Anleitungen für euer Synology NAS, mit viel mehr Hintergrundinformationen, Tipps und Tricks? Dann holt euch mein Wissen als als umfassendes Praxis-Handbuch. Mehr Infos findet ihr in keinem Buch zu Synology und alles in der von mir gewohnten Qualität. Die dritte Auflage enthält Aktualisierungen zu DSM 7.1 und den Updates von WebStation, Surveillance Station und Synology Photos. Das Buch direkt beim Verlag Das Buch auf Amazon ### Related Posts Git-Server auf der Synology DiskStation via Docker Nextcloud Installation auf einer Synology DiskStation mit DSM 7.2 Pi-hole als Docker Container auf der Synology DiskStation einrichten RustDesk: Kostenlose Remote-Desktop-Lösung auf der Synology Diskstation einrichten – die TeamViewer Alternative Sicherer Zugriff auf Dienste der Synology DiskStation aus dem Internet (DSM 7.2)
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 10/07/2026
Die „ziemlich sorgenfreie #Nextcloud“ für den kleinen #Homeserver. Teil 1 - Digital Cleaning digital-cleaning.de/index.php/sorge… Danke an @_DigitalWriter_ für den guten Artikel
digital-cleaning.de
Die „ziemlich sorgenfreie Nextcloud“ für den kleinen Homeserver. Teil 1
Wenn ich im Bekanntenkreis gefragt werde, ob man sich eine Nextcloud zu Hause installieren sollte, rate ich eigentlich davon ab. Für viele Anwender, die nicht aus der IT-Ecke kommen, ist eine Lösung bei einem Hoster deutlich besser. Dort kümmert sich Fachpersonal in Rechenzentren um Backups und Updates. Man legt einen Account an und kann sofort starten. Allerdings gibt es auch Nachteile. Monatlich zahlt man Gebühren und vor allem: persönliche Daten liegen auf dem Server des Anbieters. Ein bisschen Verschlüsselung für ruhende Daten kann man zwar einrichten, aber eine wirklich reibungslose Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für den gesamten Datenbestand ist noch immer nicht implementiert. Wenn also ein gekündigter Mitarbeiter … Na, der Grundgedanke ist klar. Hier soll es darum gehen, ob man nicht doch entspannt eine Nextcloud für Familie, Freunde oder im freiberuflichen Bereich betreiben kann, die pflegeleicht und rund läuft und nützliche Funktionen zur Verfügung stellt. Warum überhaupt eine Nextcloud verwenden? Wenn man hauptsächlich Dateien oder Backups zentral speichern möchte, tut es dann nicht auch eine einfache Laufwerk-Freigabe z. B. via Samba? Das kann durchaus eine Möglichkeit sein. Aber man verzichtet auf nützliche Funktionen, die eine Nextcloud bietet. Ich meine damit nicht die vielen Erweiterungen. Vielmehr geht es um jene Funktionen, die direkt die Arbeit mit Dateien betreffen. Einige Beispiele von vielen: Versionierung Per Klick lassen sich frühere Versionen eines Dokumentes vergleichen oder wiederherstellen. Es ist, als hätte man eine kleine Zeitmaschine für seine Dateien. Dabei sorgt die Nextcloud automatisch dafür, dass Speicherplatz gespart wird und alte Versionen „ausgedünnt“ werden. Die Versionierung ist „von Haus aus“ dabei, ich muss also nichts speziell konfigurieren. Ideal, gerade wenn man an wichtigen Projekten arbeitet, ständig Änderungen vornimmt und plötzlich feststellt, dass etwas aus einer früheren Version fehlt. Synchronisierung Der Desktop-Client ist ausgesprochen flexibel. Im Unterschied zu den bekannten US-Clouds bin ich nicht auf einen einzigen zentralen Speicherort angewiesen. Ich kann unterschiedliche Verzeichnisse wählen, von verschiedenen Geräten aus synchronisieren, mit virtuellen Dateianzeigen hantieren, um z. B. auf dem Notebook Speicherplatz zu sparen, mehre Nextcloud-Instanzen gleichzeitig verwalten, habe alles auf den mobilen Geräten griffbereit und … und … und. Nutzerkonten Es lassen sich sehr leicht „getrennte Clouds“ anlegen. Familienmitglieder, Freunde oder Vereinskollegen erhalten ihre eigenen Bereiche, die sie völlig nach eigenen Bedürfnissen gestalten können. Das kann auch sinnvoll sein für Anwendungen, deren Backups sonst den Blick versperren. Das Notizprogramm Joplin ist so ein Kandidat – einfach für dessen Synchronisierung einen „Joplin-User“ anlegen, schon sind die vielen kleinen Dateien in einem gesonderten Bereich außer Sichtweite. Nextcloud „in fluffig“ Ist Nextcloud nicht schwerfällig? Sagen wir mal so: Man kann eine Nextcloud „schwerfällig“ machen. Alternativen wie etwa ownCloud Infinite Scale, Seafile oder OpenCloud wirken auf den ersten Blick schlanker. Und Leute aus der IT-Ecke werden auch sagen, dass diese Clouds einen moderneren technischen Unterbau hätten (was inzwischen nur noch zum Teil stimmt). Nach meiner Erfahrung ist es aber eher so, dass Nextcloud-Neulinge alle möglichen Erweiterungen (Apps, Plugins) installieren, die es für OpenCloud & Co. gar nicht erst gibt. Diese Erweiterungen stammen oft von externen Entwicklern und die Qualität ist schwankend. Bleibt man hingegen bei jenen Apps, die vom Nextcloud-Kernteam gepflegt werden, läuft eine Nextcloud ähnlich flott und problemlos wie die Alternativen. Auf meinem „schwachen“ Raspberry Pi 4 mit 4 GB hatte ich sie alle laufen – Geschwindigkeitsunterschiede waren kaum spürbar (hier bilden die Flaschenhälse eher Übertragungswege und Speichermedien). ownCloud Infinite hat mir unter „Fluffigkeitsaspekten“ am besten gefallen, hat dafür aber andere Nachteile im Vergleich zur Nextcloud. Basis-Set an Apps Für unsere Zwecke werden wir daher eine Basis-Nextcloud einrichten, die aber alles bietet, was man im Alltag braucht. Dafür lassen wir so was wie Collabora, Kochbuchmodul, Newsfeeds usw. weg. Auch keinen Mail-Client – da ist man mit Thunderbird und ähnlichen Programmen eigentlich besser bedient. Mein Vorschlag: Die Mini-Nextcloud nur mit einer kleinen Auswahl an Erweiterungen ausstatten. Dazu gehören in erster Linie jene, auf die die Nextcloud-Entwickler in Stuttgart und Berlin ein Auge haben. Damit ist sichergestellt, dass diese aktiv gepflegt werden. Dashboard, Dateien, Kalender und Aufgaben – dazu muss nicht viel gesagt werden. Dabei ist auch Nextcloud-Text. Der Editor verbirgt sich nun unter dem Menüpunkt Office und hat zahlreiche neue Funktionen bekommen (dazu habe ich vor einigen Tagen einen Artikel auf GnuLinux geschrieben). Nicht zu vergessen: Auch im Texteditor kann über eine Linkfreigabe mit anderen Nutzern oder Gästen zeitgleich an einem Dokument gearbeitet werden. Kalender, Kontakte und Aufgaben würde ich ebenfalls aktivieren. Mobile Apps lassen sich auf diese Weise zentral mit Daten versorgen. Und inzwischen kann die Aufgaben-Erweiterung auch wiederkehrende Termine, was für viele Nutzer ausreichend an Funktionen ist. Ebenso können gewohnte Desktop-Programme wie z. B. Thunderbird direkt darauf zugreifen. Später werde ich noch darauf eingehen, wie man von unterwegs auf die Daten seiner Nextcloud zugreifen kann, ohne ein Sicherheitsrisiko einzugehen. Die mobilen Apps bleiben auf diese Weise synchronisiert, auch wenn man sich nicht in den eigenen vier Wänden befindet. Nextcloud-Fotos durch Immich ersetzen Nextcloud-Fotos hat sich mit den letzten Versionen deutlich gebessert. Mit ergänzenden Apps erhält man Tagebuchfunktionen und andere Gimmicks. Auch der Smartphone-Foto-Sync ist durchdacht und gut, zumindest unter iOS. Android hatte (oder hat?) da wohl einige Probleme. Alles in allem ist der Fotobereich aus meiner Sicht durchaus in Ordnung. Nur hat sich Immich inzwischen derart gut entwickelt, dass ich vorschlage, Nextcloud-Fotos nur in kleinem Rahmen zu nutzen. Für die eigentliche Fotoverwaltung kann man Immich installieren. Das ist problemlos zusätzlich zur Nextcloud möglich, auch auf schwächeren Geräten. Um Immich kümmert sich eine große Entwicklergemeinde, deren Ziel es ist, Google-Fotos überflüssig zu machen – samt tadellos funktionierender mobilen Apps, Erkennung von Gesichtern, Orten und Gegenständen. Dazu kommt: Während Nextcloud eher „gestandene“ Server in Rechenzentren in seiner Entstehungszeit im Blick hatte, setzt das junge Immich von Anfang an auf Privatanwender mit einfachen Homeservern und achtet auf Ressourcen. Gerade ist Immich Version 3 erschienen mit Workflows, Trigger, Filter, Fotobearbeitung auf mobilen Geräten usw. Diese Entwicklungsdynamik wird Nextcloud nicht leisten und nicht aufholen können, da dort der Fotobereich nicht der eigentliche Schwerpunkt ist. Trotzdem: Nextcloud-Fotos ist nicht schlecht. Wer damit gute Erfahrungen gesammelt hat, sollte ausprobieren, ob er damit auch auf seinem Homeserver zufrieden ist. Somit hätten wir die Basics durch. Jetzt kommt die entscheidende Frage: Wie kann man für einen möglichst reibungslosen Dauerbetrieb seiner Nextcloud sorgen? Sicherer Betrieb der Nextcloud mit möglichst wenig Pflegeaufwand Die größte Sorge, wenn man eine Nextcloud auf einem Heimserver betreibt, ist: Was passiert, wenn nichts mehr geht? Sind meine Daten dann weg oder zerstört? Verzweifle ich an einem Update? Hat ein Plugin alles kaputt gemacht? Brauche ich Stunden, bis alles wieder läuft? Es gibt genügend Forenbeiträge, die von Problemen berichten. Allerdings muss man dabei sehen, dass sich in Foren in erster Linie Personen zu Wort melden, die ein Problem haben. Bei sehr vielen Anwendern läuft die Nextcloud seit Jahren tadellos. Das Problem: heterogene Nextcloud-Installationen Es gibt unzählige Möglichkeiten, eine Nextcloud zu installieren und zu konfigurieren. Mal geschieht es über ein All-in-One-Paket, mal ist es bei CasaOS oder UmbrelOS im Paketmanager dabei, als Image wie NextcloudPi, Docker Varianten, Portainer-Einstellungen, Einrichtungen auf Synology & Co. Ein Dschungel an Gefahren, etwas falsch zu machen oder zu übersehen, obwohl man zum Beispiel nur ein simples Backup fahren möchte. Zum Glück gibt es eine sehr einsteigerfreundliche Variante, entlang derer ich Installation, Sicherung und Backup einer Nextcloud erklären werde. Was ich nicht leisten kann: Für alle denkbaren Konfigurationen gesonderte Anleitungen zu schreiben. Allerdings kann man auf gleiche oder sehr ähnliche Weise auch bei anderen Installationsvarianten vorgehen. Der eigentliche Unterschied dürfte sein: Bei meinem Vorgehen hat man nach ein paar Klicks alles eingerichtet, während man sonst halt selbst viele Einträge, Rechtevergaben usw. in seiner Konfiguration vornehmen muss. Modulare Sicherungsstrategie für das Gesamtpaket Ein wichtiger Baustein für einen möglichst problemlosen Betrieb wurde bereits beschrieben: Die Nextcloud nicht mit Plugins zu überlasten. Jede Erweiterung, die man sich spart, vermindert mögliche Fehlerquellen. Die Basis-Apps, die erwähnten wurden, bieten dennoch viele Einsatzmöglichkeiten. Nextcloud-Installation – ebenfalls mit 1 Klick erledigt – und Backup-Einrichtung, werde ich im technischen Teil 2 beschreiben. Aber die Architektur des vorgeschlagenen Sicherungssystems möchte ich schon jetzt vorstellen. Das System besteht aus drei Komponenten (plus einer kleinen „kann-muss-aber-nicht-sein“ Ergänzung). 1. Homeserver Bei mir besteht der eigentliche Homeserver aus einem Raspberry Pi 4 mit 4 GB. Damit läuft die Nextcloud im Alltag flüssig. Auch größere Datenmengen sind kein Problem. Natürlich ist das keine Hardware für Unternehmen oder große Vereine. Hier geht es um 5 bis 8 Personen, die ihre Kalender führen, Backups fahren. gelegentlich zusammen ein Textdokument bearbeiten, Dateien untereinander freigeben usw. Auf diesem Gerät läuft die eigentliche Nextcloud-Anwendung samt Datenbank. 2. Getrennter Speicher für Nutzerdaten Die Nextcloud bringt eine Funktion mit, die einen getrennten Speicherort für Nutzerkonten und Nutzerdokumente zulässt. Damit ist nicht die App „Externer Speicher“ gemeint. Es handelt sich vielmehr um eine Konfigurationseinstellung. In meinem Fall hängt eine USB-SSD am Raspberry Pi. Es kann aber auch ein eingebautes zweites Speichermedium sein. Oder man nimmt eine preisgünstige USB-HDD (4 TB für 130 Euro aktuell, Juli 2026). Diese Trennung hat mehrere Vorteile. Wenn die Nextcloud-Anwendung mal gar nicht mehr läuft oder das ganze Betriebssystem einen Schaden hat, so hat man zumindest die Dokumente gerettet. Die liegen – im Unterschied zu anderen Cloud-Varianten – fein säuberlich in der gewohnten Ordner-Datei-Struktur vor. Also: Daten-SSD an ein anderes Gerät anschließen, Dateimanager aufrufen, fertig. Alle Dokumente sind aufrufbar. Auch für eine eventuell notwendige Neuinstallation der eigentlichen Nextcloud-Anwendung ist diese Trennung in vielen Fällen der bessere Weg. 3. Backup des Gesamtsystems Das Sichern der eigentlichen Nextcloud-Anwendung, der Datenbank, der Konfiguration sowie der Nutzerdaten kann in einem Zug erfolgen. Auf Wunsch auch zeitgesteuert, z. B. nachts. Bei der Wahl des Zielmediums haben Sie die freie Auswahl. Im einfachsten Fall schließen Sie einen zweiten USB-Speicher an das Gerät an. Vielleicht steht ohnehin ein NAS in einer Ecke – dann können Sie dieses verwenden. Oder Sie verwenden eine Docking-Station für Festplatten. Freigegebene Laufwerke im Netzwerk funktionieren ebenfalls. Ich habe hier meinen Beelink-Mini-PC abgebildet, da dieser ohnehin 24/7 in Betrieb ist (eigentlich für den Linux-Mint-Desktop-Betrieb gedacht). Wenn also wirklich einmal gar nichts mehr geht, sind Sie mit einem solchen Backup auf der sicheren Seite. Ein spezieller Punkt ist die Datenbanksicherung – darauf gehe ich im nächsten Teil ein. 4. Mir schwirrt der Kopf! Das ist normal 🙂 Bei meinem Vorschlag wird Ihnen jedoch ein Großteil der Installationsarbeit abgenommen. Egal, ob es um den Datenpfad, die Aktivierung des Backupsystems, Laufwerkfreigaben oder das Einhängen von USB-Speicher geht – all das ist bereits passend vorkonfiguriert. Ein paar Angaben müssen noch eingetragen werden, etwa der Name für den USB-Speicher oder die IP des Netzwerklaufwerks – das sollte aber machbar sein. Auch müssen keine Zertifikate, Berechtigungen oder Portumleitungen eingerichtet werden. Fazit: Eine schlanke Nextcloud kann im Alltag richtig gut funktionieren – und im nächsten Teil zeige ich Installation und Konfiguration, die im langfristigen Betrieb möglichst wenig Wartungsaufwand erfordern. [Teil 2 in Vorbereitung.]
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 03/07/2026
Ich würde gerne für das kommende Schuljahr mal eine andere #App zur #Notenverwaltung testen. Bisher habe ich #TeacherTool verwendet. Aber ich nutze mein #iPad zu selten und hätte gerne was, das auf #macOS läuft. Glaube das Dekstop-Addon von TT ist mir zu sperrig. Braucht dennocht iPad wenn ich […]
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 23/06/2026
Ich nutze am #macOS schon seit Ewigkeiten das Helferlein #Bartender. Datenschutzrechtlich war das wohl seit der Übernahme durch neuen Eigentümer schon etwas heikel, jetzt kommt der Entwickler mit einer "Pro“-Version um die Ecke (aka Abo!). Den Mehrwert sehe ich dabei für mich absolut nicht […]
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 09/06/2026
„Stuttgart 21 verplant, verbaut, verschoben“ Ende 2026 sollte der Tiefbahnhof eigentlich eröffnet werden. Doch auch dieser Termin wurde von Bahnchefin Palla im vergangenen Jahr kassiert. Nichts Neues, denn seit Beginn des Projekts wurden Eröffnungstermine immer wieder verschoben: Mal hieß es […]
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dreamchipper @dreamchipper.bildung.social.ap.brid.gy · 09/06/2026
#Actionday in #Stuttgart GRLS WNTD #SOCCER! Du bist zwischen 8 und 16 Jahren und hast Lust auf ein unvergessliches Fußballerlebnis? SEI DABEI UND SCHNUPPER REIN! 11.07.2026, 9:00 bis 17:00 auf den Fußballplätzen um die #MHP #Arena #kostenlos ⚽︎ Stationswettbewerb und Mini-WM ⚽︎ Begleitet […]
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