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Briteline – und wir waren plötzlich online
Wir erzählen hier etwas zur Geschichte des Vereins für Computergenealogie (CompGen): der Kooperation mit Briteline. Denn die gemeinsame Ära mit unserem Internet-Service-Provider – und Sponsor – Bremen Briteline GmbH war kürzlich zu Ende und wir wollen Danke! sagen. Briteline hat uns damals geholfen, plötzlich online zu sein. Ein Anlass daran zu erinnern, wie unsere ersten Schritte ins Internet waren.
#### Die Zeit vor Briteline
Zum Ende des Jahrtausends machte das Internet noch Geräusche, Modems handelten ihren Handshake aus. _Boris Becker_ sagte in der Fernsehwerbung, er wäre „schon drin“.
Die genealogische Mail-Box COMP-GEN.BOX lief ab 1990 auf einem Rechner in der Privatwohnung von _Dieter Zwinger_ in Darmstadt und war als „Node“-Knotenpunkt in das Fido-Netz eingebunden, ohne angeschlossene „Points“. Ab 1995 war sie als „Erste DAGV‑CD“ verfügbar, 1996 folgte eine aktualisierte zweite Auflage, und mit der dritten und vierten Ausgabe (1997 und 1999) wuchs der Umfang bereits auf zwei CDs. Nach einem Platten-Crash entschied man sich, weder einen neuen Rechner anzuschaffen noch die Mailbox weiter zu betreiben, da sich die Entwicklung zunehmend in Richtung WorldWideWeb verlagerte; als letzter Stand erschien schließlich im Jahr 2000 als „Fünfte DAGV‑CD“.
Diese Zeit war geprägt von intensiven Diskussionen im Verein: Während ein Teil früh auf das Internet setzen wollte, hielten andere das für eine vorübergehende Mode und wollten der Mailbox treu bleiben. Nachdem die Entscheidung gefallen war brauchten wir ein Rechenzentrum mit Internetzugang, in dem wir einen Computer unterstellen konnten, kurz: Wir brauchten „Colocation (Serverhousing)“. So kamen wir an Briteline.
#### Briteline wird unser Provider
Dipl.- Inform. _Björn Brünjes_ , Geschäftsführer von Briteline, erinnert sich:
> “Die Bremen Briteline Projekte GmbH wurde 1998 als Landeseigene Gesellschaft mit dem Ziel Datenkommunikation in Form des Bremer Landesbreitbandnetzes in Bremen zu pushen, gegründet. Da ganze Projekt hatte mangels politischen Interesses nur 2 ½ Jahre Bestand. Die Bremen Briteline hatte sich dann „selbständig“ gemacht. In der Zeit hatte ich _Klaus-Peter Wessel_ (verstorben 2021) mit „seinem“ Genealogen-Projekt kennengelernt. Ich hatte mit dem Projekt so gar nichts am Hut, aber Klaus-Peter hatte – super freundlich und beharrlich – immer wieder nachgefragt, bis ich dann nachgeben habe und er konnte bei uns seinen Server ohne Kosten unterstellen und der Server hatte dann auch gleich schnelles Internet. Das Alles ist aber auch schon über 25 Jahre her und meine Erinnerungen sind hier auch schon sehr begrenzt.
>
> Unser Mitarbeiter _Gerald Imboden_ , hatte sich dem Projekt dann technisch von Anfang an bis zu seiner Rente im Mai dieses Jahres angenommen und hatte immer engen Kontakt zum Verein für Computergenealogie. Zwischendurch fiel dann mal auf, dass der Server immer größer wurde und natürlich nun langsam merklich mehr Strom verbrauchte, da gab es dann aber über die Zeit eine finanzielle Regelung.”
Der besagte Herr _Imboden_ wurde zu unserer ersten Ansprechperson. Wir konnten ihn bei allen Fragen kontaktieren, er schaute auch immer von sich aus, wo der Schuh drückte.
Und so stellt es sich dar: Der erste Vertrag war ein Sponsoring.
_Der erste Sponsoringvertrag_
Mit Zunahme der Maschinen wurde dann daraus ein Dienstleistungsvertrag.
Dazu erinnert sich _Jesper Zedlitz_ :
> “Einer der ersten eigenen mit dem Internet verbundenen Server hieß _Galaxy_. Als klar war, dass ein Server nicht reichen wird, war uns der Name etwas zu groß. Daher bekam der nächste gekaufte Server den Namen _Jupiter_. Zu dem gesellte sich bald _Saturn_ dazu. Damit haben wir mehrere Jahre gearbeitet. Als dauerhaft laufendes Eingangstor (Loadbalance) kam dann _Vesta_ dazu, damit wir im internen Bereich schalten und walten konnten, ohne dass es nach außen Auswirkungen hatte. _Jupiter_ und _Saturn_ wurden später durch _Uranus_ , _Neptun_ und _Mars_ ergänzt und letztlich ersetzt.”
Wir hatten in Bremen also fünf eigene Maschinen stehen (drei Server, ein Storage und ein kleinerer Loadbalancer), die über ein eigenes physisches Netz miteinander verbunden waren. In dieses konnte man sich auch per VPN einwählen. Wir nutzten also eine eigene Server-Infrastruktur in einem externen Rechenzentrum.
_Die Architekten unseres Netzwerks: Klaus-Peter Wessel_ † _und Jesper Zedlitz_
Dies bot eine sichere Infrastruktur und hohe Verfügbarkeit, verursachte jedoch hohe Kosten für Hardware und Betrieb. Wartung, Updates und IT-Sicherheit mussten in der Regel selbst übernommen werden. Zudem war die Flexibilität begrenzt, da zusätzliche Kapazitäten neue Hardware und mehr Platz erforderten. Im Vergleich zur Cloud ließen sich Ressourcen daher nur langsam anpassen. Und bei jedem Schaden an der Hardware musste ein Vereinsmitglied vor Ort in Bremen ran.
#### Die Grenzen wurden erreicht – und sichtbar
Damals gab es einige Ereignisse, an die sich die Älteren vielleicht noch erinnern. Nutzt gerne die Kommentarfunktion in Discourse, um solche Geschichten weiter zu erzählen!
Der weitere Ausbau machte es notwendig, dass zunehmend verschiedensten Anbieter für neue Projekte hinzugezogen wurden. Unsere WordPress-Instanz (www.compgen.de) ist ein solches Beispiel. Über die Zeit zersplitterte sich unsere IT mehr und mehr. Wir bekamen ein Forum geschenkt und bauten andere Dienste auf. Ein Blick hinter die Kulissen und ein Einblick in unser IT-Ressort verdeutlichen diese Entwicklung.
_Helga Scabell lagert unsere Server ein_
Wir mussten alles neu denken, alles, aber auch alles „as a Service”? Was wird da gehen, was nicht? Darunter eben SaaS, PaaS und auch Cloud Computing, und dabei auch immer die Kosten im Auge behalten. Aber es ging nicht anders: Wir mussten unsere IT auf stärkere Beine stellen, wir mussten die IT professionalisieren.
#### Beim Auszug aus Bremen wurde es sehr eng
Lange geplant, wurde im Jahr 2025 mit dem „Mailman“ der „Auszug” aus Bremen geprobt. Seit Beginn dieses Jahres wurden dann mehr und mehr Dienste und Anwendungen in die Cloud überführt. Dieses Projekt konnte im Juni 2026 abgeschlossen werden nachdem alle Daten und jede Anwendung in der Cloud gesichert sind. Ende des Monats wurden die Server bei Briteline heruntergefahren und auch ausgebaut. Die Hardware, längst abgeschrieben, wurde gesichert und eingelagert.
### Bye-bye, Briteline, wir haben Euch sehr viel zu danken.
Allen Mitarbeitern von Briteline viel Glück auf euren weiteren Wegen! (… mitunter sieht man sich ja zweimal im Leben.)
Verein für Computergenealogie e.V. (CompGen)
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