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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial]

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Bei uns lesen Sie einmal die Woche das, was wichtig ist. In einer Tiefe, die der Komplexität der Welt angemessen ist: Die aktuelle Ausgabe im Überblick. 🌉 bridged from 🌐 woz.ch: fed.brid.gy/web/woz.ch

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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 21h
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Politour
#### Schulden Das Parlament hat eine Revision des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) beschlossen. Unter anderem sieht es die Einführung eines Restschuldbefreiungsverfahrens vor. Was bedeutet das für Armutsbetroffene? Christoph Mattes, FHNW-Dozent für Soziale Arbeit, beantwortet in einem Vortrag die wichtigsten Fragen. **▶ Basel** Planet 13, Klybeckstrasse 60, Mo, 5. Oktober 2026, 19 Uhr. #### Politkino Der Regisseur Jean-Stéphane Bron hat politische Prozesse auf die Leinwand gebracht: den Schweizer Parlamentsbetrieb, den Kampf gegen die Wall Street. Damir Skenderovic beleuchtet als Historiker, wie politische Bewegungen und Ereignisse erinnert, gedeutet und überliefert werden. Im Kino Rex diskutieren die beiden, wie Politik (ver)filmt werden kann – und mit welcher Wirkung. Das Gespräch wird auf Französisch geführt. **▶ Bern** Kino Rex, Schwanengasse 9, Mi, 7. Oktober 2026, 18.15 Uhr. rexbern.ch #### Kampf gegen Pestizide Die Syngenta-Gruppe ist der weltgrösste Pestizidkonzern – mit Hauptsitz in Basel, obwohl die Firma seit 2017 dem chinesischen Staatskonzern Chem China gehört. Weltweit vergiftet Syngenta Menschen mit Pestiziden. Soledad Castro Vargas forscht zum globalen Pestizidgeschäft und folgt den Giftspuren von Syngenta und anderen Konzernen – von den Feldern Costa Ricas über Basel bis nach China. In Basel diskutiert die Forscherin Handlungsmöglichkeiten in Basel und darüber hinaus. Die Veranstaltung findet im Kontext des globalen Aktionstags gegen Syngenta statt. **▶ Basel** Klimacafé, Spalenring 169, Fr, 2. Oktober 2026, 20 Uhr. marchagainstsyngenta.ch #### Künstliche «Intelligenz» Was macht eine künstlerische Praxis aus, wenn Bilder, Texte und audiovisuelle Welten zunehmend mit generativen KI-Systemen entstehen können? Die Künstlerin Esther Hunziker arbeitet seit über drei Jahrzehnten mit digitalen Technologien und Algorithmen. Manuel Flurin Hendry, Filmemacher, ZHdK-Dozent und Senior Researcher an der ETH Zürich, hinterfragt in seiner Präsentation grundlegend, was wir eigentlich meinen, wenn wir von «KI» sprechen. Danach gehen die Expert:innen mit der Kuratorin Pascale Speck den Fragen nach, was eine fundierte Fine-Arts-Praxis im Umgang mit KI ausmacht und inwiefern KI unser Verständnis von Kunst, Autor:innenschaft und den Wert kreativer Arbeit beeinflusst. **▶ Zürich** Helferei, Kirchgasse 13, Sa, 3. Oktober 2026, 14 Uhr. kulturhaus-helferei.ch #### Fürsorgerische Zwangsmassnahmen Gegen die Verdrängung: Die mobile Ausstellung «Ich bin einfach niemand gewesen» thematisiert ein oft verdrängtes Kapitel der Schweizer Geschichte mitten im öffentlichen Raum. Hunderttausende Kinder und Erwachsene wurden bis in die 1980er Jahre von den Behörden zwangsweise interniert, fremdplatziert und missbraucht. Derzeit in Brig zu sehen, vermittelt die Ausstellung niederschwellig grundlegendes Wissen dazu. **▶ Brig** Mediathek, Fr, 2. Oktober, bis Mi, 21. Oktober 2026. ichbineinfachniemandgewesen.ch
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Hausmitteilungen
#### Ticket-Verlosung: «Zur Wohnungsfrage: Widerstand» Die WOZ verlost zwei Tickets für den Kurzfilmabend «Zur Wohnungsfrage: Widerstand» im Zürcher Kino Xenix am 21. Oktober. Gezeigt werden vier Kurzfilme über den Widerstand gegen die Gentrifizierung mit Fokus auf den Zürcher Kreis 4. Im Anschluss an das Screening der Kurzfilme diskutieren Nationalrätin Jacqueline Badran und WOZ-Redaktor Kaspar Surber die Filme und den heutigen Zustand des Quartiers. Teilnahme: E-Mail an tickets@woz.ch bis zum Mittwoch, 7. Oktober 2026.
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Arbeitswelt: «Das ist Hauen und Stechen»
Warum wählen Arbeiter:innen die AfD? Soziologin Nicole Mayer-Ahuja über verlorenes Klassenbewusstsein – und wie es zurückzugewinnen ist. …mehr
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Widmer
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Rüstungsreport 2026: Lex Rheinmetall
Eine Recherche der WOZ zeigt: Das neue Waffenexportgesetz ist nichts anderes als eine Massanfertigung für den derzeit gierigsten Waffenkonzern der Welt. …mehr
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SVP in der Krise?: «Blocher glaubt sich sehr nahe bei Gott»
Der Historiker Hans Ulrich Jost bleibt skeptisch, ob die wuchtige Ablehnung der Neutralitätsinitiative der SVP schadet. Immerhin sei das Bewusstsein über die Abhängigkeit der Schweiz vom Ausland grösser als auch schon. …mehr
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Abstimmungsanalyse: Schluss mit schwarzer Magie
Die SVP reiht Niederlage an Niederlage. Was heisst das fürs Wahljahr 2027? …mehr
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Russische Belagerung: Der Schrecken jenseits des Dnipro
In der besetzten Stadt Oleschki nahe Cherson spitzt sich die Hungersnot zu. Die Ukraine fordert eine unverzügliche Evakuierung der Bewohner:innen. …mehr
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Leitartikel: Freifahrtschein für Schweizer Waffen
Ein Abstimmungskampf voll falscher Fährten liegt hinter uns. Die Neutralitätsinitiative verkaufte sich als friedensstiftend, war in Wahrheit aber der plumpe Versuch, künftig ohne Einschränkungen mit aller Welt Geschäfte machen zu dürfen, auch mit kriegführenden Staaten wie Russland. …mehr
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Diese Woche
**Liebe Leser:innen** Sagt Ihnen die Zahl 3942 etwas? Es ist die **Postleitzahl** der Walliser Gemeinde Raron. Immerhin fast drei Prozent der Bevölkerung haben sich ein «3942»-Tattoo stechen lassen, in absoluten Zahlen: 46! Jugendliche in der ganzen Schweiz nutzen die Postleitzahl ihres Wohn- oder Herkunftsorts offenbar als **Identifikationspunkt**. Die freie Mitarbeiterin Rosa Zimmer (5034 Suhr) geht dem Phänomen nach. 7,3 Millionen Franken: Um so viel steigt das jährliche Budget des **Zürcher Kunsthauses**. 55,5 Prozent stimmten der Subventionserhöhung am letzten Sonntag zu. Ein Eintritt kostet 31 Franken – «Das ist zu viel», findet Kulturredaktorin Daniela Janser (8006 Zürich Unterstrass). Und fordert die Institution auf, sich an das «anarchische und klassenkämpferische Potenzial von Kunst» zu erinnern. 96: So viele Biere hat unser Kollektiv am letzten Donnerstag getrunken. Der Grund für den leichten Schwips war kein freudiger: Unser langjähriger Mitarbeiter Dinu Gautier (3013 Bern Altenberg) verlässt die WOZ nach über achtzehn Jahren. Er stiess erst zum Schweiz-Ressort, war lange Zeit als Abschlussredaktor tätig und entwickelte die WOZ in den letzten Jahren digital weiter. Die WOZ verliert mit Gautiers Abgang einen anarchosyndikalistischen Punk mit leichtem Beamteneinschlag. Mit anderen Worten: Dinu, du bist einzigartig. Deine kreative, machtkritische, genossenschaftliche und akribische Art, zu arbeiten, wird uns fehlen. Wir verabschieden uns auch von Xenia Klaus (8048 Zürich Altstetten). Xenia hat in den letzten Monaten eine Mutterschaftsvertretung bei der WOZ gemacht, die nun zu Ende geht. Auch bei ihr möchten wir uns ganz herzlich bedanken – wir würden uns sehr freuen, auch in Zukunft von dir zu lesen. Von 1860 Aigle (Apco Technologies) über 6032 Emmen (Ruag Schweiz) bis nach 8212 Neuhausen am Rheinfall (SIG Sauer) – die Aufschlüsselung der bewilligten Exportvolumen der Schweizer Rüstungsindustrie auf einer interaktiven Landkarte erhält auch dieses Jahr ein Update: www.rüstungsreport.ch**.** _8005 Züri Industrie represent!_ _Ihr WOZ-Kollektiv_
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Mittelfristig unvermeidlich
Über 27 Prozent Ja für eine Initiative, die nur gerade von den Jungen Grünen, der Juso und der PdA unterstützt wurde – ist das nun eine krachende Niederlage oder ein Achtungserfolg? Immerhin über ein Viertel der Stimmenden hat verstanden, dass ein anderes Ernährungssystem dringend nötig ist. …mehr
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 24/09/2026
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Sachbuch: Im Safe Space des Kalten Krieges
Vom idyllischen Refugium für die nukleare Apokalypse zum behördlichen Betonsarg: Silvia Berger Ziauddins Geschichte der Schweiz als «Bunkerland». …mehr
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 24/09/2026
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Auf allen Kanälen: Immer weiter mit QI und KI
Die Geschäftsleitung von Tamedia besteht neben CEO Jessica Peppel-Schulz aus vier mittelalten bebrillten Männern namens Simon, Marc, Jürg und Marcel. Sie werden an diesem Donnerstag Ende August nacheinander auf die Bühne gebeten. Dort stehen sie dann – vor einem überdimensionierten Tamedia-Logo, eingeklemmt zwischen Peppel-Schulz und dem Verleger Pietro Supino – und wirken selbst auch etwas verwirrt ob dem, was sie hier aufführen. Viele der Tamedia-Mitarbeiter:innen – sie sitzen hinter Bildschirmen, die Veranstaltung wird gestreamt – hatten erwartet, an dieser Mitarbeitendeninformation (bei Tamedia heissen sie «All In») am 27. August über eine grosse Entlassungswelle informiert zu werden. Das berichten mehrere von ihnen. Der Zeitpunkt hätte gepasst: Vor zwei Jahren hat die Tamedia-Spitze versprochen, bis zum 30. September 2026 keine weiteren Personen zu entlassen. Diese Veranstaltung ist dann allerdings eine zufällig wirkende Abfolge von einigermassen neuen Informationen und altbekannten Phrasen. Eine Abopreiserhöhung wird angekündigt. KI ist selbstverständlich stets präsent und stets auch eine Chance. Nicht zu verwechseln ist sie mit der QI (Qualified Interaction), von der ebenfalls viel gesprochen wird: Als QI wird ein Klick gewertet, der von einer zahlenden Kundin getätigt wird, die dann mindestens zehn Sekunden auf dem erwählten Content verweilt. Basierend auf den QIs werden Redaktor:innen bewertet: Maximum drei, Minimum ein Stern. So erzählen es Angestellte; Tamedia will dazu auf Anfrage keine Stellung nehmen. Sie erwarte von Redaktionen eine konsequente Ausrichtung der Berichterstattung auf diesen KPI (Key Performance Indicator), sagt Peppel-Schulz ihren Mitarbeiter:innen. Werde dem keine Folge geleistet, werde das Gespräch gesucht. Dem österreichischen «Standard» hatte Peppel-Schulz im Juli noch gesagt: «Für mich gibt es einen einzigen KPI: die Mitarbeiterzufriedenheit.» Nach diesem Indikator geht es Tamedia wohl schlecht. Das Unternehmen lässt periodisch eine Befragung zur Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen durchführen, Auszüge der Resultate vom Juli liegen der WOZ vor. Darin ist von einer «Totengräberstimmung» auf den Redaktionen die Rede – und von der permanenten Angst vor Entlassungen. In der Fragerunde nach der Mitarbeitendeninformation – sie findet auf einer App statt – ist der präsentierte Inhalt kaum Thema. Hartnäckig ploppen stattdessen Fragen nach geplanten Kündigungen auf. Beantwortet werden sie maximal ausweichend. Einen Stellenabbau könne sie «zu keinem Zeitpunkt ausschliessen», sagt Peppel-Schulz. Aber bevor die Mitarbeiter:innen informiert würden, müsse man «Fakten schaffen». Angst, gibt sie ihren Mitarbeiter:innen noch mit auf den Weg, sei nach ihrer Erfahrung kein guter Begleiter. Ein blosses Gerücht war die geplante Entlassungswelle kaum. Auch Idris Djelid, Zürcher Regionalsekretär bei der Mediengewerkschaft Syndicom, sagt: «Wir haben das Gefühl, dass etwas im Busch ist. Aber falls es schon konkrete Pläne für einen Ab- oder Umbau gibt, wurden wir bisher nicht miteinbezogen.» Syndicom sei lediglich Anfang Juli zu einem Austausch eingeladen worden. Dort habe er nach geplanten Kündigungen gefragt, sagt Djelid. Solche Pläne seien auch Syndicom gegenüber weder bestätigt noch dementiert worden. Ein weiteres Treffen, das für den 2. September – wenige Tage nach der letzten Mitarbeitendeninformation – angesetzt war, habe die Tamedia-Spitze ohne Begründung verschoben. Die Person, die eine Entlassungswelle hätte managen müssen, hat im Sommer das Handtuch geschmissen: Die ehemalige Human-Resources-Chefin Arzu Güzelgün sagt gegenüber der WOZ, sie habe ihre Position verlassen, weil sich die «Rolle und Ausgestaltung des HR im Verlauf des letzten Jahres weiterentwickelt» habe. Sie wolle sich «beruflich neu orientieren». Ob für den 27. August Entlassungen geplant waren und falls ja, von wem der Marschhalt angeordnet wurde und wie dauerhaft dieser sein wird: Tamedia will diese Fragen nicht beantworten, man befinde sich «in einer laufenden Transformation». Auch die Personalkommission hält dicht. Deren Präsidentin Liliane Minor sagt, sie wolle sich dazu nicht äussern. Sie verweist nur darauf, dass eine Entlassungswelle ein Verwaltungsratsentscheid sei. Auch sie nehme eine «gewisse Angst und Misstrauen» in der Belegschaft wahr. Diese erachte sie als «für ein befreites Arbeiten nicht förderlich». Am 30. September steht die nächste Mitarbeitendeninformation an. Was dort zu erwarten ist? «Für uns und die Angestellten ist das eine Blackbox», sagt Idris Djelid von Syndicom. «So wie die Tamedia-Redaktionen auf KI getrimmt werden, muss früher oder später fast nochmals eine grosse Entlassungswelle kommen. Die Frage ist, wann. Und wie gross sie sein wird.» ●
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 24/09/2026
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Leser:innenbriefe
#### Nicht mehr dazu zu sagen? «Wahlkampf in São Paulo: Eine ganz eigene Logik», WOZ Nr. 37/26 Im grössten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas wird bald gewählt. Brasilien ist eines der wenigen Länder in Lateinamerika mit progressiver Regierung. Anscheinend hat die WOZ nicht mehr dazu zu sagen, als die verschrobenen Weltsichten von Teilnehmern (Frauen kommen nur als Statistinnen vor) an einer rechtsextrem-nationalistischen Demo wiederzugeben. Kein Wort zur Politik der Regierung Lula, die als eine der wenigen weltweit dem trumpschen Delirium relativ erfolgreich die Stirn geboten hat. Kein Wort dazu, dass dank Regierungsprogrammen wie schon während der ersten Amtszeiten von Lula erneut Millionen die Armut überwunden haben (und keine Analyse der Tatsache, dass sich dies nicht im Wahlverhalten spiegelt). Nichts zur Drogentransitzunahme und zur steigenden Kriminalität (und Polizeigewalt gegen Arme, vor allem junge schwarze Männer) als Nebenprodukt der Drogenpolitik aus dem Norden. Auch nichts dazu, dass Lula mit Rechts paktieren muss, um Wahlen gewinnen zu können. Schade um eine der wenigen WOZ-Auslandsseiten. _**Beat Schmid, Caslano**_ #### Wer sind die «Mitbewohner»? «Leitartikel: Wie weiter diesseits der Brandmauer?», WOZ Nr. 37/26 Die Autorin beendet ihren Leitartikel mit einem Satz von Georg Seesslen: «Was zum Teufel soll eine Brandmauer, wenn man zugleich die Brandstifter als Mitbewohner akzeptiert?» Diese Frage ernsthaft zu stellen und strategisch neu zu beantworten, sei die linke Herausforderung der kommenden Monate. Dann sollte man die Frage allerdings auch zu Ende denken. Wer sind die «Brandstifter»? Im Kontext des Artikels liegt es nahe, darunter das gesellschaftliche Milieu zu verstehen, das den politischen Aufstieg der AfD trägt. Wer aber sind dann die «Mitbewohner»? Eine Partei ist keine Mitbewohnerin. Mitbewohner sind Menschen. Wenn also die «Brandstifter» nicht länger als «Mitbewohner» akzeptiert werden sollen, stellt sich eine einfache, aber unbequeme Frage: Was soll mit diesen Mitbewohnern geschehen? Gerade darin liegt das Problem dieser Metapher. Eine Brandmauer trennt, ein Brandstifter legt Feuer, und einen Brandstifter, den man nicht länger als Mitbewohner akzeptiert, entfernt man aus dem Haus. So bekommt dieses Bild eine höchst problematische Bedeutung. Ich unterstelle der Autorin ausdrücklich nicht, dass sie die «Entfernung» von AfD-Wähler:innen fordert. Aber gerade deshalb wäre zu erklären, was die von ihr zustimmend zitierte Formulierung konkret bedeuten soll. Politische Auseinandersetzung? Gesellschaftliche Ächtung? Ausschluss aus dem demokratischen Diskurs? Oder etwas anderes? Demokratie muss aushalten, dass Menschen politische Entscheidungen treffen, die anderen unerträglich erscheinen. Die entscheidende Frage lautet deshalb vielleicht gerade umgekehrt: Wie verhindert man den Brand, ohne einen Teil der Bewohner aus dem gemeinsamen Haus hinauszudenken? _**Simon Kuert, per E-Mail**_ #### Nicht untergehende Sonne «Aus der Küche des Wahnsinns: Universum Trumpianum», WOZ Nr. 37/26 Es ist richtig, dass Karl V. römisch-deutscher Kaiser war. Es ist auch richtig, dass ihm der Ausspruch zugeschrieben wird, dass in seinem Reich die Sonne nie untergehe. Diese beiden Aussagen hängen aber nur bedingt miteinander zusammen. Er war nämlich auch spanischer König, und dieses Reich erstreckte sich über mehrere Kontinente. Die Ausdehnung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation schwankte über die Jahrhunderte, war aber immer auf Europa beschränkt, und da wird das mit einer nicht untergehenden Sonne schwer. _**Matthias Botzen, per E-Mail**_
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 24/09/2026
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Politour
#### Demo gegen Ausgrenzung Angesichts wachsender autoritärer Tendenzen und immer schärferer Gesetze gegen flüchtende Menschen rufen die Organisator:innen der Demonstration «Zwischen uns keine Grenzen» zu Solidarität statt Spaltung auf: Die Demo soll zeigen, dass eine lebendige Zivilgesellschaft stärker ist als Angst und Ausgrenzung. **Bern** Schützenmatte, Sa, 26. September 2026, 14 Uhr. #### Saisonniers Der im Frühjahr 2026 in Biel gegründete Verein Spuren der Saisonniers setzt sich für den Erhalt der ehemaligen Saisonnierunterkünfte auf dem ehemaligen Gelände der Baufirma Bührer & Co. ein, damit diese zu einem lebendigen Ort der Erinnerung, der Forschung, der Wissensvermittlung und der öffentlichen Debatte werden können. Jetzt stellt sich der Verein erstmals der interessierten Öffentlichkeit vor. **Biel** QuaiDuBas30, Unterer Quai 30, Sa, 26. September 2026, 17 Uhr (Führung durch Saisonnierunterkünfte), 18.30 Uhr (Podium), 19.30 Uhr (Abendessen). Anmeldungen und weitere Informationen zum Verein sowie der Veranstaltung: verein-spuren-traces@proton.me. #### Türkei und Kurdistan Seit Oktober 2024 werden Friedensgespräche zur Lösung der kurdischen Frage geführt. In Zürich diskutieren Mithat Sancar, DEM-Parlamentarier, und Meral Çiçek von der kurdischen Frauenbewegung den Verlauf der Gespräche, Reaktionen darauf, ihre Erwartungen und die politischen Implikationen für den Nahen Osten. Moderiert wird das Podium von Rebekka Wyler, Generalsekretärin VPOD. **Zürich** Kirchgemeindehaus Aussersihl, Stauffacherstrasse 8, Fr, 25. September 2026, 19 Uhr. #### Demo für Bildung Trotz Lehrpersonenmangel und alarmierenden Erkenntnissen zur Chancenungleichheit wird das Bildungssystem immer wieder angegriffen. Die Bildungsdemo in Zürich fordert eine nachhaltige, inklusive und gerechte Bildungslandschaft für alle. **Zürich** Helvetiaplatz, Sa, 26. September 2026, 14 Uhr. #### Schweizer Armee In Sissach diskutiert Historiker Jo Lang mit dem Unternehmer und ehemaligen Major Peter Huber über Armee, Identität, Neutralität und Waffenausfuhr. **Sissach** Cheesmeyer, Hauptstrasse 55, Do, 24. September 2026, 19.30 Uhr. #### Waffenexporte Das Referendum gegen die Revision des Kriegsmaterialgesetzes ist Thema im Zürcher Karl der Grosse. Es äussern sich dazu: Mandy Abou Shoak (SP Zürich), Lorenz Naegeli (Recherchekollektiv WAV und Ko-Autor WOZ-Rüstungsreport), Joris Fricker (GSoA-Sekretär) und Sadaf Sedighzadeh («Zürcher Studierendenzeitung»). **Zürich** Karl der Grosse, Kirchgasse 14, Mo, 28. September 2026, 19.15 Uhr.
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 24/09/2026
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Reden wir vom Richtigen? (3): Hyperpolitik an der Macht?
Den westlichen Eliten fällt es immer schwerer, unterschiedliche Fraktionen hinter einer stringenten Strategie zu vereinen. Das hat auch mit einem neuen politischen Zeitgefüge zu tun. …mehr
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KI und Weltuntergang: Tauben im Sprengkopf
Wegen angeblich zu rasanter Fortschritte bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz mehren sich Stimmen, die vor einer existenziellen Gefahr für die Menschheit warnen. Zu Recht? …mehr
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Inklusions-Initiative: Etappensieg dank Selbstvertretung
Der Gegenvorschlag bringt wichtige Verbesserungen für Menschen mit Behinderungen – das ist ein Anfang. …mehr
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Widmer
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 24/09/2026
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Leitartikel: Ein Hauch von Rückgrat
Es sieht nur deshalb wie ein Erfolg aus, weil die Latte so tief lag: Der Ständerat folgte am Mittwochmorgen bei der Debatte um die Eigenkapitalregeln nicht dem fatalen Vorschlag seiner Wirtschaftskommission (WAK-S), sondern mit 29 zu 16 Stimmen einem Minderheitsantrag, der für die …mehr
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 24/09/2026
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Diese Woche
**Liebe Leser:innen** Halt! Bevor Sie weiterlesen, holen Sie sich doch ein Glas Wasser. Lange Zeit hielt sich der Mythos, dass **Wasser** in der Schweiz unerschöpflich sei. Mit dem Hitzesommer erhält diese Erzählung sichtbare Risse.**Enrico Kampmann und Judith Kormann** haben sich mit der Trockenheit im Land auseinandergesetzt**.** Um Existenzielles geht es auch im «Thema der Woche»: Angesichts der Fortschritte bei KI warnen prominente Stimmen vor der **Auslöschung der Menschheit**. Welches geopolitische Kalkül hinter dieser Panikmache steckt, analysiert Georg Diez. Und **Aurélie Herbelot und Eva von Redecker** entlarven die Apokalypsenrhetorik. Spoiler: KI-Agenten sind keine superintelligenten Terminators, sie funktionieren eher wie konditionierte Tauben. Unsere Serie «Reden wir vom Richtigen?» geht in die dritte Runde. Dafür konnten wir **einen der profiliertesten jungen Intellektuellen Europas** gewinnen: **Anton Jäger**. Er analysiert die «Hyperpolitik» und die aktuellen globalen Machtverhältnisse. **Franziska Meister hat den Klimaforscher Reto Knutti interviewt,** der einen Vorschlag hat, wie wir die Erderhitzung begrenzen können. Wie bereits jetzt auf den Klimakollaps reagiert werden kann, beschreibt **Bettina Dyttrich. Sie hat Landwirte besucht,** die auf Agroforst setzen**.** Zu Ihrem Glas Wasser bieten wir Ihnen eine besondere Beilage. **Kaspar Surber erzählt im** «wobei»-Magazin**die Geschichte der Schweizer Hühnerzucht.** «Ich hätte nie gedacht, wo das Ganze hinführt», lässt sich der Autor zitieren. _En Guete!_ _Ihr WOZ-Kollektiv_ PS: Aufgrund einer Serverüberlastung konnten am vergangenen Wochenende keine Anmeldungen in der neuen App sowie keine Umstellungen von der alten auf die neue App verarbeitet werden. Für dadurch entstandene Umstände bitten wir um Entschuldigung. Sollten Sie weiterhin Probleme bei der Registrierung in der neuen App haben, melden Sie sich bitte unter app@woz.ch oder per Telefon (044 448 14 44).
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 17/09/2026
woz.ch
Klimademonstrationen: Kein 50-Grad-Sommer!
Dieser Hitzesommer hat das Klimadesaster sichtbarer gemacht. Solche extrem heisse und trockene Sommer werden in Zukunft zur Normalität gehören. Und was macht SVP-Umweltminister Albert Rösti? Der versuchte Ende August, an einer Pressekonferenz zum Hitzesommer die Bevölkerung zu beruhigen. …mehr
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 17/09/2026
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India’s Cockroach Movement: Metamorphoses and Algorithms
In an increasingly repressive India, a new resistance movement suddenly emerged this summer. Where will the “Cockroaches” go from here? …mehr
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Wetterleuchten: Nicht mit einem Knall, mit Geraune
Die Erkältungssaison ist da, weswegen srf.ch die Kardinalfrage aufwirft: Was ist besser, wenn die Nase läuft – hochziehen und runterschlucken oder doch, wie uns einst eingetrichtert wurde, ein Taschentuch benutzen? Antwort: Im Zweifel lieber hochziehen. …mehr
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Bernhard Aufdereggen: Hitze belastet alle Menschen
Der Präsident der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz betont: Wenn wir dem Klima Sorge tragen, schützt das auch die Gesundheit der Menschen. …mehr
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Julia: Aufgeben ist keine Option
Ob Blockadeaktionen, politische Bildungsarbeit oder Demonstrationen, die Aktivistin des Collective Climate Justice kämpft auch für das Recht auf Protest. …mehr
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 17/09/2026
woz.ch
Data Mining in Afrika: Wenn die Krankenakte in den USA landet
Vom Strassenverkehr bis zum Gesundheitswesen: Ausländische Regierungen und internationale Konzerne haben es auf die Daten der Afrikaner:innen abgesehen. …mehr
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 17/09/2026
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Meret Schefer: Am Boden wie ein toter Seestern
Der Klimastreikaktivistin hat die Hitze schwer zu schaffen gemacht. Mit ein Grund, dass sie nach einer längeren Pause wieder eine Demo organisiert. …mehr
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 17/09/2026
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Nils Huber: Am Anfang stand eine existenzielle Krise
Der Mitgründer des Dropkollektivs setzt darauf, die Verantwortlichen des Klimadesasters in ihren Verstecken aufzuscheuchen. …mehr
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F-35-Debakel: Fluglärm in der Wandelhalle
Linke Kritiker:innen warnten schon lange vor der desaströsen F-35-Beschaffung. Dass sie auch in dieser Session nicht gehört werden, hat viel mit bürgerlicher Herablassung zu tun. …mehr
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 17/09/2026
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Diese Woche
**Liebe Leser:innen** Wirklich, es passiert auch Gutes im Schlechten: Nach dem Hitzesommer demonstrieren am 25. September über 130 Schweizer Organisationen unter dem Motto «Kein 50-Grad-Sommer». **Die Klimabewegung entwickelt sich weiter,** stellt sich neu auf, hat neue Gesichter. Im Thema der Woche stellen wir Ihnen vier Aktivist:innen vor. **Positives** zu vermelden gibt es **auch aus Schweden** , wo eine Mitte-Links-Koalition den extrem rechten Schwedendemokrat:innen eine herbe Wahlniederlage zufügen konnte. Reinhard Wolff berichtet. Weiter: **In Berlin führt die Linkspartei** **einen vielversprechenden Wahlkampf** um den Einzug ins Rathaus. Jan Ole Arps und Nelli Tügel berichten von einer Kampagne nach Zohran Mamdanis Vorbild. In Indien transformiert sich der Widerstand gegen die Modi-Regierung ins Subversive: Junge Menschen setzen auf die Hilfe von Algorithmen. Sie dokumentieren die maroden Zustände im Land und posten sie auf digitalen Plattformen. Nitin Bathla erklärt die Kakerlaken-Bewegung**.** Renato Beck widmet sich dem **Verleger Bruno Hug** aus Rapperswil-Jona, der in der WOZ schon öfter vorkam. Fun fact zum früheren Präsidenten des lokalen Eishockeyklubs: Mitte der neunziger Jahre wurde ihm in der Eishalle Lido von einem heutigen WOZ-Redaktor ein **lauwarmer Cervelat** angeboten. Per Zuwurf. Dann: In einem Toggenburger Betrieb des Waffenhändlers Emil Bührle wurden junge Frauen über Jahrzehnte als Zwangsarbeiter:innen ausgebeutet. **Das Stück «Spind’l** **… Sp’ich’r** **– Still’»** verdichtet die Kälte dieses Systems zu einer poetischen Theatererfahrung. Silvia Süess hat sie gemacht. _Mit unseren besten Grüssen_ _Ihr WOZ-Kollektiv_ PS: Ab dieser Woche verstärken uns gleich zwei neue Redaktionsstagiaires: **Isaak Hartmann** in der Politik und ­**Sophie Wagner** in der Kultur. Herzlich willkommen, und auf gehts!
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 17/09/2026
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In eigener Sache : Die neue WOZ-App ist da
Wie wir uns gezwungen sahen, unser Angebot für Smartphones und Tablets grundlegend zu überarbeiten. Und wieso das ein Glück war. …mehr
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Leitartikel: Täuschung und Wahn
Die Beschaffung der F-35-Kampfjets ist nicht das erste Trauerspiel seiner Art. In den 1960ern wollte schon einmal eine verschworene Kleingruppe führender Köpfe aus Bundesverwaltung und Armee den besten Kampfjet der Welt beschaffen. …mehr
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WOZ – Die Wochenzeitung [Unofficial] @woz.ch.web.brid.gy · 10/09/2026
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Frida Kahlo: Frida als Faustpfand
Die Werke von Frida Kahlo dienen einer spanischen Bank als Kreditsicherheit – und touren jetzt durch Europa. Die Rückkehr nach Mexiko? Ungewiss. …mehr
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Leser:innenbriefe
#### Danke Schon so lange lese ich die WOZ – danke. Danke vor allem für die kurzen «versteckten» Sätze, irgendwo zwischen den Inseraten. Sie laden ein zum Schmunzeln, Nachdenken, Freuen, Eine-Kurzgeschichte-dazu-Schreiben und vielem mehr. Bitte weiter so, aber nicht mehr. Genau richtig so. Vielen Dank und euch weiterhin gutes Gelingen. _**Vreni Ruckdeschel, per E-Mail**_ #### Wie im Polizeistaat «Migrationspolitik: Die Angst schläft nie», WOZ Nr. 35/26 Der Artikel zeigt, dass Flüchtlinge in der Schweiz Verhältnisse erleben wie in einem Polizeistaat. Die «humanitäre Schweiz» schafft vermehrt Geflüchtete in die Türkei und nach Sri Lanka aus. Beiderorts droht den aus der Schweiz Deportierten Schlimmes, was Bern nicht wahrhaben will. Eine Bekannte von mir, die Flüchtlinge unterrichtet, erlebt immer wieder hautnah die Angst dieser Menschen, denen die Ausschaffung droht. Sie sind auf der Hut, welchen Bus, welchen Zug sie nehmen. Sie übernachten sicherheitshalber lieber bei einem Bekannten als im Lager. Sie verstecken sich, tauchen dann schliesslich unter. Die Schweiz trägt auch dazu bei, dass Menschen flüchten. Unter anderem heizt die «neutrale, dem Frieden verpflichtete Schweiz» mit ihren Waffenexporten Kriege in aller Welt an. Von 1975 bis 2025 exportierte die Schweiz für 24,059 Milliarden Franken Kriegsmaterial. Diese Rüstungsgüter wurden zum grossen Teil an Staaten verkauft, die in Kriege verwickelt waren, die Menschenrechte mit den Füssen traten und in denen Menschen in grosser Armut lebten. Auch in die Türkei wurde von der Schweiz viel Kriegsmaterial exportiert, auch während der Jahre der Kriege gegen die Kurden. _**Heinrich Frei, Zürich**_ #### Emanzipation geht anders «Kopftuchverbot: ‹So schütze ich keine Frau, kein Mädchen›», WOZ Nr. 36/26 In ihrem WOZ-Interview gibt die Religionswissenschafterin Hannan Salamat Folgendes zu Protokoll: «Gleichzeitig schütze ich mit einem Verbot keine Frau und kein Mädchen, die zum Kopftuchtragen gezwungen werden.» Doch, in unserer Gesellschaft diskriminiert das Kopftuchtragen die Trägerinnen. Ganz einfach, weil ein laizistischer Staat das ostentative Tragen religiöser Insignien in öffentlichen Funktionen nicht dulden darf. Das gilt für Lehrerinnen ebenso wie für Polizisten, Zugbegleiterinnen, Buschauffeure, Migros-Verkäuferinnen … Aber natürlich soll jeder und jede im privaten Raum und auf der Strasse die Kleidung tragen, die ihm oder ihr passt. Gleichzeitig stellen sich mir beim Lesen des Interviews folgende Fragen: Ist Religionswissenschaft überhaupt eine Wissenschaft? Ja, für nichtgläubige Forschende. Nur sie verfügen über die notwendige Distanz zum Forschungsfeld. Und ist es ein Zeichen der Emanzipation, ein Kleidungsstück zu tragen, das weltweit als Symbol der Unterdrückung von Frauen gilt? Ja, aber das geht nur für privilegierte Frauen. _**Thomas Antonietti, Visp**_
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Überwachung: Demonstrierende im Visier
Die Möglichkeiten des Schweizer Geheimdienstes sollen erneut ausgebaut werden – und auch die KI soll künftig mitschnüffeln dürfen. …mehr
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Essay: Hungern müssen wir allein
Der neue Trend zum Dünnsein hat viel mit den aktuellen faschistischen Tendenzen zu tun. Warum machen so viele mit? …mehr
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Was weiter geschah: Und plötzlich schweigen sie
Die beiden Anführer der Jungen Tat, Manuel Corchia (25) und Tobias Lingg (23), sind eigentlich nie um ein Wort verlegen. Auf ihren Social-Media-Kanälen herrscht Dauerprogramm. Anders am vergangenen Freitag: Vor dem Bezirksgericht Zürich verweigerten sie, ebenso wie vier weitere Mitglieder der rechtsextremen Gruppe, jegliche Aussagen. Sie standen vor Gericht, weil ihnen eine ganze Reihe von Straftatbeständen zur Last gelegt wird: Aufruf zu Hass, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit. Die Staatsanwaltschaft fordert für die beiden vorbestraften Anführer Freiheitsstrafen von je fünfzehn Monaten, sechs davon unbedingt. Den vier weiteren Mitgliedern drohen Bussen. Das Reden vor Gericht überliessen die angeklagten Mitglieder der Jungen Tat letzte Woche ihren Anwält:innen. In jeweils gut einstündigen Plädoyers führten diese die Meinungsfreiheit ins Feld. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft versuchten sie teils aggressiv, teils durch Lächerlichmachen zu entkräften. Sie forderten Freisprüche. Die Staatsanwaltschaft hingegen stellte klar: «Meinungsfreiheit ist kein Freipass für die eingesetzten Mittel.» Aufgrund der vielen und langen Plädoyers dauerte die Gerichtsverhandlung bis in die Abendstunden, eine Urteilsfindung und -sprechung war gleichentags nicht mehr möglich. Das Bezirksgericht wird das Urteil erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben. ● Nachtrag zum Artikel «Rechtsextremismus: Im identitären Universum» in WOZ Nr. 35/26.
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Widmer
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Leitartikel: Wie weiter diesseits der Brandmauer?
Dreizehn Jahre nach der Gründung hat die extrem rechte AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, einem Bundesland im Westen der ehemaligen DDR, fast 44 Prozent der Stimmen geholt. …mehr
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Diese Woche
**Liebe Leser:innen** Nach Lugano, nach Sachsen-Anhalt und nach Kriens: Wir richten unsere Augen und Ohren auch diese Woche in die Welt. Ganz genau schaut Enrico Kampmann ins Tessin: Eine Tote im See, Gewaltvorwürfe und der späte Rücktritt eines Staatsrats – die **Affäre um Lega-Politiker Claudio Zali** zieht immer weitere Kreise. Der WOZ vorliegende Dokumente und Tonaufnahmen zeigen, dass es auch um die Unabhängigkeit der Justiz geht. Für marginalisierte Menschen bedeutet das Ergebnis der Wahl in Sachsen-Anhalt eine existenzielle Gefahr. Soziologin Katharina Warda spricht im Interview über völkische Nostalgie, Mittelkürzungen für Demokratieprojekte und den Druck, künftig lieber «den Mund zu halten». Auf den Laufstegen in Paris, in den Feeds von Tiktok oder in der Lorrainebadi: In Zeiten von Ozempic wird die Disziplinierung des Körpers zum Gebot der Stunde. Alice Galizia zeigt, wie **neoliberale Selbstoptimierung, Fettfeindlichkeit und das Erstarken der Rechten** ineinandergreifen. Der britische **Schriftsteller Hari Kunzru blickt auf die Brutstätten des Autokratismus.** Er beleuchtet im Interview**** die radikalisierenden Dynamiken der Onlinekultur und erklärt**,** warum Verschwörungsmythen längst Regierun- gen beeinflussen. In Kriens beweist ein Kollektiv, wie **Wrestling ohne Geschlechterklischees** geht. Tabea Andres zeigt, wie die Brigade Brut die rohe Energie des Sports für feministisches Empowerment nutzt. Wo immer Sie diese WOZ in den Händen halten: Gute Lektüre wünscht _Ihr WOZ-Kollektiv_ PS: Kennen Sie den Podcast «Geschichte der kommenden Welten» über historische Kämpfe für eine progressive Gegenwart? Dessen Macherinnen Indigo und Sina sprechen mit WOZ-Redaktor Daniel Stern am Samstag, 12. September, ab 19.30 Uhr im Volkshaus in Zürich über die Schweizer Drogenpolitik der achtziger und neunziger Jahre und die Entstehung des «Zürcher Modells».
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Wahlen in Sachsen-Anhalt: «Die AfD will zurück in die Neunziger»
Was nun nach dem grossen AfD-Erfolg? Die Soziologin Katharina Warda über eine Bedrohungslage, die sich am Sonntag nochmal drastisch verschärft hat. …mehr
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Affäre Zali: Die Tote im See
Mehrere Frauen beschuldigten den Tessiner Staatsrat Claudio Zali über Jahre der Gewalt, eine von ihnen ist inzwischen tot. Doch die Justiz blieb lange untätig. Der WOZ liegt eine brisante, bislang unbekannte Tonaufnahme vor. …mehr
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Kommentar: Endlich Gegendruck!
Die Schweizer Politik lässt sich von den Pharmakonzernen verhöhnen. …mehr
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Männlichkeit: Warum so aggro?
Wie Testosteron zur angeblichen Erklärung männlicher Gewalt wurde. Und warum wir uns solche Mythen trotzdem erzählen. …mehr
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Kopftuchverbot: «So schütze ich keine Frau, kein Mädchen»
Mehrere Kantone wollen Kopftücher aus ihren Schulen verbannen. Das sei nicht nur diskriminierend, sondern löse auch kein einziges reales Problem, sagt Religionswissenschaftlerin Hannan Salamat. …mehr
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Auf allen Kanälen: Metas günstiges Alibi
Ende August einigte sich der Social-Media-Konzern Meta mit den US-Bundesstaaten auf einen Vergleich über 16,68 Milliarden Dollar. Zudem sagte er zu, Änderungen am Design seiner Produkte für jugendliche Nutzer:innen vorzunehmen. Damit wendet der Konzern ein Gerichtsverfahren ab, das tiefere Einblicke in seine Algorithmen und Geschäftsmodelle hätte bieten können. Die 29 klagenden Staatsanwält:innen hatten Meta vorgeworfen, seine Dienste gezielt suchtgefährdend gestaltet und illegal Daten von Kindern unter dreizehn Jahren gesammelt zu haben. Verantwortung wird der Konzern nach dem Milliardenvergleich aber nicht übernehmen. In der offiziellen Vereinbarung heisst es, dass die Einigung «keine Anerkennung von Haftung, Fehlverhalten oder Gesetzesverstössen» darstelle. Die vereinbarte Vergleichssumme dürfte für Meta kaum ins Gewicht fallen. Der über zehn Jahre auszuzahlende Betrag entspricht gerade einmal dem Profit eines Vierteljahres: Für das zweite Quartal 2026 meldete das Unternehmen 60,8 Milliarden Dollar Umsatz und 15,8 Milliarden Reingewinn. Zudem ist ein Teil der Gelder an eine Bedingung geknüpft: Rund 5,3 Milliarden Dollar fliessen nur, falls sich auch Konkurrenzunternehmen wie Youtube (Google), Tiktok (Bytedance) und Snapchat (Snap) vergleichbaren Regeln unterwerfen. Darunter fallen etwa nächtliche Sperren für Pushnachrichten und eine maximale Nutzungsdauer von zwei Stunden täglich für Jugendliche, wovon allerdings private Direktnachrichten und Videos über 22 Minuten Dauer ausgenommen sind. Auch sollen Kinder unter dreizehn Jahren durch strengere Prüfverfahren gar keinen Zugang mehr zu den Plattformen haben. Jene Massnahmen, die Meta tatsächlich innerhalb der nächsten sechs Monate umsetzen muss, sind zudem umstritten. So sorgt die geplante Altersprüfung per Gesichtsanalyse bei Datenschutzfachleuten für grosse Bedenken. Man könne daraus häufig auf Geschlecht, Herkunft, Gesundheit oder Zugehörigkeit zu einer Subkultur schliessen, warnt etwa der IT-Sicherheitsexperte Martin Steinebach vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) in einer Stellungnahme. Die nächtlichen Sperren lassen sich zudem von den Eltern deaktivieren. Und Kinder und Jugendliche können solche Massnahmen mühelos mithilfe von VPN-Systemen, die den Standort verschleiern, umgehen. Dabei wären griffige Massnahmen geboten. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das Design von Social-Media-Plattformen auf das heranreifende Belohnungszentrum im Gehirn von Kindern und Jugendlichen zielt. Bei jedem Like wird Dopamin ausgeschüttet und so das Suchtpotenzial gefördert. Kritiker:innen werfen den Konzernen vor, diesen Mechanismus gezielt auszunutzen, um Heranwachsende an die Plattformen zu binden und so Daten für ihr Werbegeschäft zu generieren. Zudem korreliert passives Scrollen laut Forschenden mit Einsamkeit und depressiven Symptomen. Kausale Zusammenhänge sind jedoch schwer belegbar, vor allem deshalb, weil Konzerne ihre Daten kaum noch teilen. Die Techkonzerne hatten auch Forschende von der Nutzung ihrer Daten ausgeschlossen, nachdem bekannt geworden war, dass Daten von Millionen Facebook-Nutzer:innen ungefragt abgegriffen und für personalisierte politische Werbung verwendet worden waren. Im Zuge des nun erzielten gerichtlichen Vergleichs wurden verbliebene Klagen aus diesem Cambridge-Analytica-Skandal ausgeräumt, indem Meta weitere 459 Millionen Dollar zahlt. Ein Teil der insgesamt rund 17 Milliarden Dollar umfassenden Vergleichssumme fliesst künftig in eine neue, unabhängige Forschungsstiftung. Dazu sollen auch Nutzer:innendaten von Jugendlichen bei elterlicher Zustimmung freigegeben werden. Ob die Stiftung tatsächlich unabhängig arbeiten und welche Datensätze sie untersuchen kann, bleibt unklar. Weitreichendere Veränderungen verspricht eine geplante Regulierung von Social-Media-Plattformen in der EU. Kürzlich von einem europäischen Expert:innenrat vorgeschlagene Massnahmen sehen ein Mindestalter von dreizehn Jahren vor, das über eine quelloffene App datenschutzkonform geprüft werden soll. Zudem schlagen sie eine Beweislastumkehr vor: Unternehmen sollen belegen, dass ihre Produkte unbedenklich sind, bevor sie diese auf den Markt bringen. Einen entsprechenden Regulierungsentwurf plant EU‑Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Herbst vorzulegen. Doch auch das dürfte mit Blick auf das Plattformdesign keine Kehrtwende herbeiführen, da es das zugrunde liegende Geschäftsmodell der Social-Media-Riesen aussen vor lässt. Dieses beruht auf einem unstillbaren Hunger nach Datenströmen und ‑beständen. Die geben den Konzernen Aufschluss über Verhaltensmuster der Nutzer:innen und halten so nicht nur das Werbegeschäft am Laufen, sondern füttern auch künftige KI-Systeme. Und da gilt bekanntlich: Je mehr, desto besser. ●
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Urteil zu Polizeigewalt: Das Gummischrot war illegal
Das Basler Appellationsgericht rügt die Polizei wegen eines Einsatzes gegen den feministischen Kampftag 2023. …mehr
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Kurdische Selbstverwaltung: Was bleibt von der Utopie?
Mit der Eingliederung Rojavas in den syrischen Zentralstaat gehe sehr vieles verloren – aber nicht alles, sagt Politikwissenschaftler Ismail Küpeli. …mehr
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