Sign in

peter m.

@pemoe.bsky.social
196 followers 340 following 120 posts

auf die Methoden verlasse ich mich

PostsRepliesMedia
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 30/09/2026
OUT NOW: "Soziologische Theorien der Medien", Open Access! "...versammelt unterschiedliche Perspektiven der Kritischen Theorie, der Cultural Studies, der soziologischen Handlungstheorie, der Systemtheorie sowie der Praxistheorie ..." www.transcript-verlag.de/978-3-8376-6...
transcript-verlag.de
Soziologische Theorien der Medien
Perspektiven der Mediensoziologie: eine Einführung in verschiedene Theorien und Zugänge.
033
Reposted by peter m.
Dirk Baecker @imtunnel.bsky.social · 28/09/2026
er kam seinerzeit von einem Forschungsaufenthalt in Brasilien zurück und teilte uns im Luhmann-Seminar mit, es gäbe Gesellschaften ohne Soziologie (zumindest ohne Soziologiebücher in ansonsten gut sortierten Buchhandlungen)
0114
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 27/09/2026
Als systemtheoretischer Idealist ist man eben zugleich empirischer Realist. Was denn sonst. #Kant
061
Reposted by peter m.
Florentine Dömges @fdoemges.bsky.social · 25/09/2026
Wer mit ChatGPT denkt, denkt nicht allein. Was du denkst, ist für KI-Unternehmen wertvoll genug, um daraus zu lernen – und gefährlich genug, um es zu überwachen. Wir haben den Computer zum Denkraum gemacht. Wem gehört er? kontextfenster.org/folge-007-we...
kontextfenster.org
Wem gehört der Denkraum? — Kontextfenster, Folge 7
Wer mit ChatGPT oder Claude arbeitet, liefert Lernmaterial. Florentine folgt ihren Quellen vom Streit um einen Mathematikbeweis über OpenAIs großzügige Token-Kontingente bis zu Anthropic, das im Zweif...
49125
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 19/09/2026
"In der Selektion bleibt 'das 'Woraus' der Selektion erhalten und sichtbar." (Luhmann, 1975, Selbst-Thematisierung des Gesellschaftssystems. Über die Kategorie der Reflexion aus Sicht der Systemtheorie) #reflexivesoziologie
151
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 12/09/2026
Luhmann war solange Kantianer, wie niemand das T-Wort verwendete (transzendental): „Die Beobachtung solcher Sachlagen erfordert eine Position dritter Ordnung, die sich jedoch nicht prinzipiell (sondern nur in ihrer Reflektiertheit) von einer Position des Beobachtens zweiter Ordnung unterscheidet. 1/
132
Reposted by peter m.
Dirk Baecker @imtunnel.bsky.social · 05/09/2026
die wochentaz publiziert heute einen großartigen Themenschwerpunkt zum Jahr 2001 und den Folgen. 2001 erschienen im Merkur mein Aufsatz über Niklas Luhmann in der Gesellschaft der Computer und im Economist der Aufsatz von Peter F. Drucker über die Next Society, ich sag's ja nur...
171
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 01/09/2026
Differenzialität (oder Differenzierungsmöglichkeiten) als Medium: „Horizont, Reflexivität, Differenz sind reflexionslogische Verhältnisse; und darin sind sie unbegrenzt und uneinholbar. Sie sind nicht Sachen, sondern das, woran, worin oder wie sich Sachen einstellen.“ (Schällibaum 1997, S. 122)
141
Reposted by peter m.
Dirk Baecker @imtunnel.bsky.social · 27/08/2026
wenn es im kommenden Jahr zu Luhmanns 100. Geburtstag Luhmann-Schlappen gibt, würde ich schon jetzt subskribieren. Aufschrift klassisch: „System“ und „Umwelt“, oder mutig: „Form“ und „Medium“
094
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 26/08/2026
Lesenswerte Besprechung von Dirk Baeckers lesenswerten Buch "Digitalisierung" in der TAZ. #systemtheorie
taz.de
KI, Digitalisierung und Gesellschaft: Das Problem Mensch
Die Gesellschaft ist das Problem der Digitalisierung, schreibt Soziologe Dirk Baecker in seinem neuen Buch. KIs sind soziale Akteure und bilden einen Widerspruch in der Gegenwart. Eine Buchrezension.
283
Reposted by peter m.
Mel Andrews @bayesianboy.bsky.social · 20/08/2026
Does anyone happen to have a text-searchable PDF of Android Epistemology (1995) lying around?
3176
Reposted by peter m.
transcript Verlag @transcript-verlag.bsky.social · 19/08/2026
Wie funktionieren Ideologien und wie lassen sie sich dementsprechend kritisieren? Antworten mit Niklas Luhmann.  www.transcript-verlag.de/978-3-8376… #Ideologie #NiklasLuhmann #Soziologie #Philosophie
Das Buch-Cover von »Die Ideologien der Systeme« vor orangefarbenem Hintergrund.
032
Reposted by peter m.
Dirk Baecker @imtunnel.bsky.social · 19/08/2026
#Wissenschaft als Provokation, denn nur Wissenschaft adressiert die Differenzierung des Gesellschaftssystems selbst als Identität der Gesellschaft
171
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 18/08/2026
Diese "Neuentdeckung" der Perspektivität, der vielen Views from Somewhere, mit diesen "Wenden", mal neuontologisch, mal neuphänomenologisch... hm. Das kommt der Systemtheorie irgendwie so vertraut vor. Und was soll erst der Schlegel sagen...
Ausschnitt der ersten Seite des Buches "Der Sinn der Beobachtung" von Peter Fuchs (2004).
141
Reposted by peter m.
Heike Delitz @heikedelitz.bsky.social · 18/08/2026
Fine news: Am 24.9. erscheint die Printausgabe, die Variante Open Access/PDF ist jetzt schon erhältlich: Christoph T. Burmeister, Heike Delitz (Hg.), Gebrauchsweisen von Michel Foucault. Kommentar - Analyse - Kritik, Campus Verlag 2026 campus.de/wissenschaft...
55524
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 11/08/2026
Aus der Reihe: „Ist die Soziologie zu …?“ Heute Luhmann: „…zu unverständig?“ Luhmann 1987 (SoA 4), plädiert für „neomodernes“ Verständnis, für die (Ein)Übung der Epoché und genauem Beobachten und Beschreiben in einer gemeinsamen Welt. Der Ort dafür: Die Universitäten.
2185
peter m. @pemoe.bsky.social · 10/08/2026
„Im Alltag ist eine Theorie eine Vermutung, ein Gefühl mit Anlauf. „Ich hab da so eine Theorie” heißt ungefähr: Ich rate mal ins Blaue, hör trotzdem kurz zu. In der Wissenschaft bedeutet dasselbe Wort fast das Gegenteil, nämlich das Stärkste, was ein Erklärungsmodell überhaupt …“
000
Reposted by peter m.
Paysano @paysano.bsky.social · 03/08/2026
Ganzes Interview mit Bhikku Maha Mani ais dem Jahr 1963: www.ardmediathek.de/video/Y3JpZD...
ardmediathek.de
SWR Retro - Der Südwesten damals: Martin Heidegger im Interview - hier anschauen
Der Philosoph Martin Heidegger stellt sich 1963 den Fragen des aus Thailand stammenden, buddhistischen Mönchs Bhikku Maha Mani. Existentielle Themen, wie die Frage nach dem 'Sein', dem Wesen des Mensc...
021
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 31/07/2026
Frage in die Runde: Hat jemand dieses Buch, (Print oder) digital? 🙏 Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (hrsg) Erkennen - Monas - Sprache: Internationales Richard-Hönigswald-Symposion Kassel 1995 (Studien und Materialien zum Neukantianismus).
Covers des Buches, schwarze Schrift auf monochrom dunkelorangenem Grund
122
Reposted by peter m.
Peter Glaser @peterglaser.bsky.social · 24/07/2026
• Mein KI-Essay aus der ZEIT von letzter Woche
1268
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 24/07/2026
Re-visit: "Es spricht für ein großes Vertrauen in die Ressourcen der philosophischen Kritik, wenn eine soziologische Systemtheorie ungenutzt bleibt, die sowohl die Reichweite kybernetischer Konzepte als auch die Realität der gegenwärtigen Überwachungsgesellschaft beleuchten kann." (Dirk Baecker)
soziopolis.de
Kybernetik und Systemtheorie
Rezension zu „Kybernetik und Kritik. Eine Theorie digitaler Regierungskunst“ von Anna-Verena Nosthoff
082
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 14/07/2026
Mal schauen, was die Wesensschau zum Vor- und Anschein bringt. #phänomenologie
2141
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 14/07/2026
Die Entwicklung der KI-Technik ist kein systemtheoretischer Glücksfall, aber vielleicht ein Glücksfall für die Systemtheorie (in Anspielung auf den wunderbaren ersten Satz aus Claus-Artur Scheiers "Luhmanns Schatten"). 1/
195
Reposted by peter m.
Soziopolis @soziopolis.bsky.social · 01/07/2026
Anlässlich des 100. Geburtstags von Niklas Luhmann fand in Friedrichshafen eine Konferenz statt, die nach Gegenwart und Zukunft seines Theorieprogramms fragte. Lukas Beckmann und Sebastian Suttner @sesusoz.bsky.social waren vor Ort und berichten. www.soziopolis.de/kontingenz-a...
Screenshot der Website hinter dem Link. „Kontingenz als Passion“ -
Bericht zur Konferenz „Luhmann 100. Zur Gegenwart eines Theorieprogramms“ vom 9. bis 12. Juni 2026 an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen
1168
Reposted by peter m.
Piet Hansen @piethansen.eurosky.social · 28/06/2026
die Produktivitätskomponente der Biomacht wird durch Nekropolitik ja nicht ersetzt, sondern sie wird gezielter. Teile der Bevölkerung und ihrer Reproduktion werden als ungeeignet für regulierende Biomacht unter geänderten ökologischen und technischen Bedingungen markiert und einem
111
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 25/06/2026
Sehr guter Aufsatz von Christina Weiss (deren Texte ich erst dank der #luhmann100 Konferenz kennengelernt habe): Zur Phänomenologie der Schematisierung. (Auch) sie kritisiert die operationalistische Hoffnung, man könnte qua Befehl und Befolgung kommunikativ die Kommunikation überlisten.
researchgate.net
(PDF) Towards a Phenomenology of Schematization
PDF | This article outlines some general phenomenological and dialectical characteristics of the distinction-logic that was worked out by George... | Find, read and cite all the research you need on R...
162
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 22/06/2026
Vorsicht Vorschlag: Auf der Ebene operationaler (An)Schließung wäre es klarer, man würde einfach von Rückbezug sprechen, oder von Prozessreferenz; und nicht von "(basaler) Selbstreferenz". Denn gerade in 'basaler' Hinsicht ist da ja (noch) gar kein "Selbst", auf das referiert werden könnte/müsste. 1
151
Reposted by peter m.
Rudolf Stichweh @rudolfstichweh.bsky.social · 17/06/2026
Die Auftaktveranstaltung der Tagung "Luhmann 100. Zur Gegenwart eines Theorieprogramms" (Friedrichshafen, 9.-12.06.26) ist jetzt als Video verfügbar, darunter mein Vortrag "Kann die Systemtheorie historische Verläufe und Transitionen erklären ...". radio-gesellschaftstheorie.org/luhmann-100-...
radio-gesellschaftstheorie.org
Luhmann 100 Livestream – Radio Gesellschaftstheorie
095
Reposted by peter m.
Dirk Baecker @imtunnel.bsky.social · 16/06/2026
Luhmann 100 an der Zeppelin Universität -- Konrad Muschick war für die FAZ vor Ort: www.faz.net/aktuell/feui...
faz.net
Luhmann-Kongress an der Zeppelin-Universität
An der Zeppelin-Universität diskutiert eine große Tagung die Aktualität Niklas Luhmanns. Besonders die tiefgreifenden Veränderungen durch KI stellen das Wissenschaftssystem vor Herausforderungen.
0198
Reposted by peter m.
Peter Plener @peterplener.bsky.social · 13/06/2026
1990 steckte Luhmann der FAZ etwas fürs Feuilleton und jemand Beckenbauer den noch druckfrischen Ausschnitt zu; die westdeutsche Auswahl mühte sich vier Tage drauf zu s/einer Taktik der Ausdifferenzierung. Die Differenzierung: aus; das Spiel: aus; Deutschland: Weltmeister. cenex.net/ausdifferenz...
cenex.net
Ausdifferenzierungsweltmeister
Am 4. Juli 1990 (Seite N3) veröffentlicht Niklas Luhmann in der FAZ »Der Fußball«, s-eine Ausdifferenzierung von Leichtigkeit und Schwere; dies beherzigend – der Leichtigkeit und Flüchtigkeit, den …
0163
Reposted by peter m.
Dirk Baecker @imtunnel.bsky.social · 09/06/2026
Niklas Luhmann wäre im kommenden Jahr 100 Jahre alt geworden. Zu seinen Ehren unternehmen wir an der Zeppelin Universität an den kommenden drei Tagen eine kleine Bestandsaufnahme seines Werks. Die Eröffnung heute, 9. Juni, um 16 Uhr im Stream: radio-gesellschaftstheorie.org/luhmann-100-...
radio-gesellschaftstheorie.org
Luhmann 100 Livestream – Radio Gesellschaftstheorie
1154
Reposted by peter m.
Das Neue Berlin Podcast @dasneue.berlin · 08/06/2026
Auch mit KI geht uns die Arbeit nicht aus. Im Gegenteil: Es gibt immer mehr Arbeit – aber immer weniger, die sie tun können. Mit Florian Butollo haben wir über sein Buch „Das knappe Gut Arbeit” gesprochen. @wzb.bsky.social @weizenbauminstitut.bsky.social @suhrkamp.de dasneue.berlin/2026/06/08/w...
dasneue.berlin
Warum uns nicht die Arbeit ausgeht – mit Florian Butollo – Das Neue Berlin – Podcast zu Gegenwart und Gesellschaft
Seit der Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 häufen sich Studien, die massenhafte Jobverluste vorhersagen. Das klingt durchaus plausibel, denn wer die
1147
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 07/06/2026
Was kommunikativ als Adresse konstituiert wurde und wird unterliegt Evolutionen. In früheren Gesellschaften waren nicht nur Menschen, sondern auch Ahnen, Baumfeen oder Götter addressabel. Die Feen verschwanden, dafür kamen Organisationen dazu. Morgen werden eventuell agentische KIs dazukommen... 9
151
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 06/06/2026
Ich wäre für einen Luhmann Turm. #krähennest
1121
Reposted by peter m.
Anne Kramer @annekramer.bsky.social · 04/06/2026
Viel Vergnügen allen vom #FotoVo-Berlin, die übermorgen durch den 2. Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee flanieren. Los geht's um 11:00 Uhr am Haus des Lehrers. Ich freue mich schon auf eure Fotos!
Auf dem Foto ein Ladengeschäft auf der Karl-Marx-Allee. Unter einem klassizistischen Balkon steht in orange-roter Schrift FOTOPIONIERE. Unter roten Markisen drei Tische mit orangefarbenen Stühlen. Ein Mann sitzt an einem Tisch und trinkt einen Kaffee und liest eine Zeitung.
1354
Reposted by peter m.
Soziopolis @soziopolis.bsky.social · 03/06/2026
In „Medium, Medium“ geht es Erhard Schüttpelz um nichts Geringeres als den Medienbegriff zum Grundbegriff einer Beschreibung menschlicher Gemeinschaftspraxis zu machen. Ein abenteuerliches, gelehrtes Buch, findet Rezensent Dirk Baecker @imtunnel.bsky.social: www.soziopolis.de/medien-als-p...
084
peter m. @pemoe.bsky.social · 02/06/2026
Jetzt wird es (mir) spannend. 1961 "... sozialwissenschaftliche Zeitschrift »Atomzeitalter« ... eine von Ingenieuren geführte Expertokratie .. »das einzige Kriterium des Handelns besteht darin, ... ob die Technik richtig eingesetzt wurde oder nicht, und keine politische Theorie kann uns das sagen«".
3.5 Kybernetische Technokratien, ideologielose Ideologien (Schelsky, Ellul)
Noch bevor die ersten konkreten Entwürfe zu einem kybernetisier-ten Staat erschienen waren, entbrannte insbesondere im deutschfranzösischen geisteswissenschaftlichen Diskurs eine Kontroverse um neue Formen der Technokratie.237 Diese setzte sich inhaltlich besonders mit der Integration technischer Planungs- und Entscheidungsprozesse in politische Verfahren und zuweilen kritisch mit den Potenzialen bzw. der juridisch-demokratischen Legitimität neuer Steuerungstechnologien sowie einem teils vorherrschenden Technik- und Automationsoptimismus im Staatswesen auseinan-der. Die Debatte wurde in Frankreich bereits in den I950er Jahren von Publikationen wie Jacques Elluls La Technique ou l'Enjeu du Siècle (1954) und Jean Meynauds La Technocratie - Mythe ou Réa-lité? (1964)238 forciert und im Anschluss auch im deutschsprachigen Raum in publizistischen Organen wie der sozialwissenschaftlichen Zeitschrift Atomzeitalter geführt. Tonangebend für die philosophische Auseinandersetzung in Deutschland, an der sich Intellektuelle wie Herbert Marcuse, Jürgen Habermas, Claus Offe, Wolf-Dieter Narr und Hermann Lübbe beteiligten, war der in den frühen 196oer Jahren gehaltene Vortrag »Der Mensch in der wissenschaftlichen Zi-vilisation« von Helmut Schelsky. Der konservative Soziologe spricht darin bereits von einer »nichtwerkzeughaften Realtechnik« bzw. von
237 Genealogisch ist der Terminus »Technokratie« insbesondere auf die »Techno-kratiebewegung« der 1920er Jahre zurückzuführen. Für einen Überblick über die wichtigsten Positionen zur Technokratiedebatte vgl. Haring: »Herrschaft der Experten oder Herrschaft des Sachzwangs? - Technokratie als politikwis-senschaftliches ›Problem-Ensemble«, für eine konzise Rekonstruktion im Zusammenhang mit der Emergenz des Netzwerkdenkens Vincent August, TechnoLogisches Regieren. Der Aufstieg des Netzwerk-Denkens in der Krise der Moderne.
Foucault, Luhmann und die Kybernetik, Bielef…einer »universal gewordenen Technik«.239 Damit deutet er an, dass die »technologische Bedingungu40 keineswegs nur spekulatives Zukunftsgeraune war, sondern sich in einer Realität, deren Wahr-nehmungsaparat bereits von der »vermittelte[n] Information« gepragt schien, längst eingestellt hatte.241 In seinem Vortrag vertritt Schelsky die provokante These, dass sich mit der allgemeinen Technisierung notwendigerweise eine Expertokratie einstelle, deren Entscheidungen zunehmend als Verlängerung datengestützter Prognosen und als Antwort auf die Erfordernisse einer allgemeinen Automatisierung verstanden werden müssten und weniger auf die demokratische Willensbildung zurückzuführen seien. In einer logischen Verlängerung lag das Ziel eines technokratischen Staates in der »höchste[n] Wirksamkeit der in ihm verfügbaren Mittek«242 Ähnliche Argumente waren bereits 1954 von dem für Schelskys Uberlegungen wichtigen Philosophen Jacques Ellul in La Technique ou l'Enjeu du Siecle, das im folgenden Jahrzehnt als The Techno-logical Society ins Englische übersetzt wurde, vorgetragen worden.
Wie Schelsky nach ihm geht Ellul von einer der Technisierung immanenten Entwicklung aus, die neben feinabgestimmten mathe-matisch-statistischen Methoden der Meinungsmanipulation, einer reibungslosen Perfektionierung der Mensch-Maschine-Interaktion und einer von Ingenieuren geführten Expertokratie das Ende des Politischen zur Folge habe. Der Philosoph skizziert einen postdemo-
239
Helmut Schelsky, Der Mensch in der wissenschaftlichen Zivilisation, Köln, Opladen 1961, S. II bzw. S. Io. Kursivierung im Original.
240 Die »technologische Bedingung«, unter der sich Wahrnehmungs-, Existenz-und Bezugsformen ändern, korreliert Erich Hörl mit der Emergenz der Kybernetik und einer grundlegenden Sinnverschiebung: »Sinn ist unter der technologischen Bedingung eine Größe von transversalen Koexistenzialgefügen, die die etablierten ontologischen Hierarchien durchkreuzen.« Hörl, »Die technologische Bedingung. Zur Einfü…kratischen Zustand als Endpunkt einer umfassenden Automatisierung der Gesellschaft, in dem Revolutionen passé seien, es maximal zu kleineren Aufständen oder, kybernetisch gesprochen, Störungen kommen werde. In einer pointierten Formulierung heißt es:
Die Technik hat traditionelle demokratische Doktrinen obsolet gemacht.
[...] Mit der Einführung der technischen Entwicklung in das Staatsleben wird die Situation völlig anders; die Doktrin ist lediglich erklärend und rechtfertigend. Sie stellt nicht mehr das Ende dar; das Ende wird durch die autonome Operation der Techniken definiert. Sie ist nicht länger das Kriterium des Handelns; das einzige Kriterium des Handelns besteht darin, zu wissen, ob die Technik richtig eingesetzt wurde oder nicht, und keine politische Theorie kann uns das sagen.243
Insgesamt deutet Ellul, der sich intensiv mit Wieners Anti-Aircraft-Predictor und den damit verbundenen »Fähigkeiten des Feedbacks« beschäftigt und unter anderem dessen bahnbrechendes Buch Cyber-nétique et Société (engl.: The Human Use of Human Beings) rezensiert hatte,24 an, dass sich Technologien im Zeitalter der Kybernetisie-rung keineswegs voneinander isolieren ließen und vielmehr einem wachsenden Netz glichen. Entsprechend schreibt er bereits von einem »Ensemble der Techniken«,24› dem eine intrinsische Akze-lerations- und Expansionstendenz innewohne. Diese könne man allenfalls momenthaft einschränken oder situativ aufhalten, keinesfalls jedoch wirksam gestalten, es handele sich um einen grenzenlosen Fortschritt, der, »wie Wiener gezeigt hat, eine Notwendigkeit« ist. 246 Ellul hatte sich nicht allein mit Wieners Grundlagenwerk, sondern auch, so lässt sich vermuten, mit dessen und Shannons Forschungen und Überlegungen zu selbstlernenden Schachmaschinen bzw. »Maschinen zur Evaluierung militärischer Situationen«, aus-einandergesetzt, sodass er im Tonfall Dubarles ebenfalls befürchtete:
»Kybernetische Geräte werden den Staat dazu bringen, Politik zu betreiben, wie man eine Partie…Diese durchweg technikdeterministischen Annahmen waren durch die übliche Betonung ambivalenter Nutzungsweisen von Technologien oder deren Einbettung in diese oder jene gesellschaftliche Zwecke nicht einfach zu widerlegen. Denn Ellul bezicht sich weniger auf einen vorbestimmten Gebrauch von spezitischen Technologien als vielmehr auf ein abstraktes technisches Prinzip, das sich im Luge fortschreitender Kybernetisierung aktualisierte, Technik wurde ganz allgemein zu einer »Methode des Handelns«, 248 Mensch und Maschine sind hier also schon durchaus symbiotisch, kaum mehr dualistisch gedacht, und Technik ist weder auf ein Instrumentarium noch auf eine isolierte Apparatur zu reduzieren. Sie hatte sich längst von ihren programmatisch eingeschriebenen Zwecken emanzipiert und eine Eigenlogik entwickelt. »Technique in diesem Sinne ist als strukturell prägende Machtform zu verstehen, der Begriff beschreibt ein unumgängliches Effizienz- und Expan-sionsgesetz, das sich durchsetzen werde - eben weil die Technik bereits eine autonome Dominanz entfaltet habe.249 Im Geiste der (auch utopischen) Automatisierungsdiskurse der 196oer Jahre250 - Marshall McLuhan sprach in diesem Kontext explizit von einer
»Cybernation«31 bzw. kybernetisch-computerisierten Techniken, die sich von den simplen Maschinen der Mechanisierung unterschieden - schlägt sich Technisierung in Elluls Ausführungen so als
248 Ebd., S. 97.
249 1980 sprach Ellul dann von einem »technologischen System«, reflektierte damit bereits eine Kybernetisierung der Gesellschaft, die sich weniger linear as operativ-rekursiv vollzog, vgl. Jacques Ellul, The Technological System, New York
1980, S. I.
250 Vgl. exemplarisch John Diebold, Automation, New York 1983; Leon Bagrit, The Age of Automation: The Reith Lectures 1964, London 1965, oder Arendts Vortrag zu Kybernetik und technischen Automationsprozessen, denen sie kritisch revolutionäre Kraft zugestand. Den Vortrag hielt Arendt 1964 auf einer von Alice Mary Hilton organisierten Kon…
000
Reposted by peter m.
leonceundlena @leonceundlena.bsky.social · 31/05/2026
Dorothee Gisela Renate Maria Bär hat als Tochter eines CSU-Politikers ihr Studium von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung bezahlt bekommen. Parteinahe Stiftungen werden größtenteils aus staatlichen Mitteln finanziert. Damit hat Doro Bär auf Staatskosten studiert, was tatsächlich „privilegiert“ ist.
502032616
Reposted by peter m.
Hartmut Esser @hartmutesser.bsky.social · 25/05/2026
… endlich! Di, 16. Juni, Trinity College Dublin: ECSR-Meeting 2026. PPT ist, wer will kann es haben.
141
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 22/05/2026
Wir lesen heute weiter, Luhmanns "Die neuzeitlichen Wissenschaften und die Phänomenologie", um 11.30. Wer's mog.
youtube.com
Luhmann goes Phenomenal 05
YouTube video by #DAS_Sinnsystem
182
Reposted by peter m.
Lilith Wittmann @lilithwittmann.bsky.social · 18/05/2026
Mein sehr guter Strafverteidiger hat nochmal was zu „Shooting the Messenger„ und warum wir dringend den Hackerparagrafen reformieren müssen aufgeschrieben.
05016
Reposted by peter m.
Arne Maibaum @arnemaibaum.bsky.social · 15/05/2026
#Systemtheorie
Systemtheorie 
Entdecken Sie die Welt
der Fußballtaktiken
3266
Reposted by peter m.
Dirk Baecker @imtunnel.bsky.social · 09/05/2026
#populär ist es nicht zuletzt, die Unterscheidung zwischen populär und elitär zu unterlaufen und stattdessen auf Beteiligung zu setzen www.hellerau.org/2025-26/a-no...
hellerau.org
À nos Combats
082
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 08/05/2026
@sotensional.bsky.social @pemoe.bsky.social @christophkappes.bsky.social & ich haben weitergelesen, Luhmanns "Die neuzeitlichen Wissenschaften und die Phänomenologie", wir waren teilweise sehr unzufrieden mit Luhmann, manches hat sich aber auch im Gespräch geklärt :-D
youtube.com
Luhmann goes Phenomenal 04
YouTube video by #DAS_Sinnsystem
053
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 22/04/2026
Wen es interessiert, hier ein kostenloser link (zu meinem Beitrag) www.researchgate.net/publication/...
022
Reposted by peter m.
Franz Hoegl @franzhoegl.bsky.social · 04/05/2026
Luhmann: Repolitisierungen und Entdifferenzierungen des Wirtschaftssystems? Schon 1971 eine offene Frage. Oder noch. (Aus: Luhmann, „Selbst-Thematisierung des Gesellschaftssystems. Über die Kategorie der Reflexion aus der Sicht der Systemtheorie“, SozA 2, S. 82) #sozialismusalssystemfrage
171
Reposted by peter m.
FotoVorschlag @fotovorschlag.de · 27/04/2026
eine komfortable App. Der liebe @marsrakete.bsky.social hat da mal was programmiert. Schaut es euch am besten selbst an unter 👇 marsrakete.github.io/threadline Es sind schon viele nützliche Funktionen eingebaut wie zB eine #HäschTäck Verwaltung oder ein Archiv der eigenen Posts. 2/3
2363
Reposted by peter m.
Claudia Peter @cmpeter.bsky.social · 24/04/2026
Wer wissen will, wie Affekte phänomenologisch verstanden werden, ist mit diesem Buch besten aufgehoben. T.Fuchs bietet sowohl eine in sich schlüssige Gefühlskonzeption als auch hervorragende Analysen einzelner Gefühle an. Mehr dazu in meiner Rezension… bsky.app/profile/sozi...
062