Der Antiqua-Fraktur-Streit
Vom typografischen Kulturkampf zum Normalschrifterlass von 1941 Einleitung: Eine Schriftfrage als politische Glaubensfrage Der sogenannte Antiqua-Fraktur-Streit war weit mehr als eine Auseinandersetzung über Lesbarkeit, Satzökonomie oder typografischen Geschmack. In ihm…
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Der Antiqua-Fraktur-Streit
Vom typografischen Kulturkampf zum Normalschrifterlass von 1941 Einleitung: Eine Schriftfrage als politische Glaubensfrage Der sogenannte Antiqua-Fraktur-Streit war weit mehr als eine Auseinandersetzung über Lesbarkeit, Satzökonomie oder typografischen Geschmack. In ihm verdichteten sich seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert Vorstellungen von Nation, Sprache, Konfession, Bildung und kultureller Zugehörigkeit. Die Alternative schien einfach: hier die aus der humanistischen Schriftkultur hervorgegangene Antiqua, dort die Familie der gebrochenen Schriften, unter denen die Fraktur im deutschen Buchdruck eine besonders dauerhafte Stellung gewann.