lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 18hDer Herbst lichtet sich, verliert sein Gedächtnis in der Blutspur der Buche. Was bleibt, ist nicht mehr als der schwarze Draht in der Luft, der zwei Stimmen vereinigt. In der weißen Abtei des Winters ein lautloser Flügelschlag. Im Namen dessen – bis ans Ende der Tage. Peter Huchel 030
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 04/10/2026Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle, Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen. Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle; Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen. Gekeltert ist der Wein, die milde Stille Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen. Georg Trakl 050
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 03/10/2026Die Nacht kommt nur noch dem Tage zum Trotz es fliegt wer bei Trost ist vom Bersten des Lichts es fliegt wer nicht sagt ich will fliegen Wer sagt nicht lieben will ich der liebt sein Herz ein schwebender Drachen Und Inseln treten am Morgen hervor auch wenn sie sich schworen zu schwinden 030
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 01/10/2026Wir sind die Treibenden. Aber den Schritt der Zeit, nehmt ihn als Kleinigkeit im immer Bleibenden. Rainer Maria Rilke (Sonette an Orpheus) 020
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 30/09/2026Früh im Wagen Es graut vom Morgenreif In Dämmerung das Feld, Da schon ein blasser Streif Den fernen Ost erhellt; Die Sonne kommt; - sie scheucht den Traum hinweg im Nu, Und von den Bergen streicht Ein Schauer auf mich zu. Eduard Mörike 020
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 29/09/2026Abschied war es, Herbst war es, Schicksal war es, wonach die Sommerrose so reif und voll geduftet hatte. Hermann Hesse 020
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 28/09/2026Presse dich eng an den Boden. Die Erde riecht noch nach Sommer, und der Körper riecht noch nach Liebe. Aber das Gras ist schon gelb über dir. Der Wind ist kalt und voll Distelsamen. Und der Traum, der dir nachstellt, schattenfüßig, dein Traum hat Herbstaugen. Hilde Domin 030
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 26/09/2026Wohin wir uns wenden im Gewitter der Rosen, ist die Nacht von Dornen erhellt, und der Donner des Laubs, das so leise war in den Büschen, folgt uns jetzt auf dem Fuß. Ingeborg Bachmann 010
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 24/09/2026September Golden tropft Blatt um Blatt nieder vom hohen Akazienbaum. Sommer lächelt erstaunt und matt in den sterbenden Gartentraum. Lange noch bei den Rosen bleibt er stehn, seht sich nach Ruh. Langsam tut er die großen, müdgewordenen Augen zu. Hermann Hesse 030
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 23/09/2026En attendant que la mort pleuve Nous cherchons quelques joies tactiles En attendant la contre-épreuve Michel Houellebecq 021
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 23/09/2026Es kommt der Herbst mit reicher Gabe, Er teilt sie fröhlich aus. Und geht dann wie am Bettelstabe, Ein armer Mann, nach Haus. Hoffmann von Fallersleben / Herbstlied 060
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 22/09/2026Maurizio Cattelan in der neuen Nationalgalerie 030
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 22/09/2026Maurizio Cattelan in der neuen Nationalgalerie 020
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 21/09/2026Herbst Wie die Kirchtürme zittern im Licht wir werden es nicht überleben. Wie wir uns täuschen lassen vom Licht, das die Türme bewegt. Elisabeth Borchers 140
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 20/09/2026Über die Heide hallet mein Schritt; dumpf aus der Erde wandert es mit. Herbst ist gekommen, Frühling ist weit, gab es denn einmal selige Zeit? Brauende Nebel geisten umher; schwarz ist das Kraut und der Himmel so leer. Wär ich hier nur nicht gegangen im Mai! Leben und Liebe – wie flog es vorbei! 120
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 19/09/2026Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle, Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen. Ein reines Blau tritt aus verfallener Hülle; Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen. Gekeltert ist der Wein, die milde Stille erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen. Georg Trakl 0132
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 17/09/2026Tränen sind der Seele herber Wein. Karl Wolfskehl * 17. September 1869 031
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 16/09/2026Es wirft die Sonne vor dem Niedergehen Noch einen Blick auf die geliebte See: Nun kann kein menschlich Aug' mehr auf sie sehen. Es thut die rote Glut ihm dort zu weh: Und dennoch muss gebannt ich lange stehen In dieses lodernden Altares Näh' Elisabeth von Österreich 040
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 13/09/2026Wenn erst die Rosen verrinnen aus Vasen oder vom Strauch und ihr Entblättern beginnen, fallen die Tränen auch. Traum von der Stunden Dauer, Wechsel und Wiederbeginn, Traum – vor der Tiefe der Trauer: blättern die Rosen hin. Gottfried Benn 040
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 12/09/2026Ein Schatten bin ich ferne finsteren Dörfern. Gottes Schweigen Trank ich aus dem Brunnen des Hains. Georg Trakl 092
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 11/09/2026Milan als Muttermal (Rom) Von deinem Arm will immer wieder der rote Falke beizend steigen Doch soll sein rostiges Gefieder als Blattwerk eines Baums sich neigen Die Vögel bringen aus der Luft den weichen Flaum auf deine Arme Aus blauem Stein am Finger ruft ein einzelner nach seinem Schwarme 020
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 11/09/2026www.youtube.com/watch?v=Jwty...youtube.comThe Rolling Stones - Sympathy For The Devil (Official Video) [4K]YouTube video by ABKCOVEVO 010
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 11/09/2026September Noch nistet die Sonne im Duft. Noch schleifen die Lerchen ihren Gesang am Rand der weißen Luft. Im Kielwasser alter Jahre zieht der hungrige Pflug. Die Störche sammeln sich am Ried. Die Pappeln erglänzen im Silberschauer. Die Felder sind leer. Es fiel die sicheldurchblitzte Mauer. Huchel 082
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 07/09/2026Wie ihr's euch träumt, wird Deutschland nicht erwachen. Denn ihr seid dumm und seid nicht auserwählt. Die Zeit wird kommen, da man sich erzählt: Mit diesen Leuten war kein Staat zu machen! Erich Kästner 161
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 06/09/2026Es tanzen die Blätter im Wind, wissen nicht, dass sie am Fallen sind. Martin Walser 030
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 06/09/2026Wenn erst die Rosen verrinnen aus Vasen oder vom Strauch und ihr Entblättern beginnen, fallen die Tränen auch. Wahn von der Stunden Steigen aller ins Auferstehn, Wahn – vor dem Fallen, dem Schweigen: wenn die Rosen vergehn. Gottfried Benn 160
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 05/09/2026Ich bin ein Schiff, ich strande ununterbrochen. Es ist mein Lieblingskurs, den mir die Not verschreibt. Martin Walser 130
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 05/09/2026Miss Snooks, Poetess Miss Snooks was really awfully nice And never wrote a poem That was not really awfully nice And fitted to a woman, She therefore made no enemies And gave no sad surprises But went on being awfully nice And took a lot of prizes. Stevie Smith 020
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 04/09/2026Baumkahler Hügel, Noch eimal flog Am Abend die Wildentenkette Durch wäßrige Herbstluft. War es das Zeichen? Peter Huchel 040
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 04/09/2026Thanks, it's reassuring to read this article. 010
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 01/09/2026Be Still in Haste How quietly I begin again from this moment looking at the clock, I start over so much time has passed, and is equaled by whatever split-second is present from this moment this moment is the first Wendell Berry 040
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 31/08/2026Die wahren Wanderer sind jene, welche reisen, Nur um zu reisen, und mit federleichtem Sinn; Und niemals können sie ihr Schicksal von sich weisen, Sie rufen ohne Grund: Nur vorwärts und dahin Charles Baudelaire * 9. April 1821 † 31. August 1867 031
lichtzwang.bsky.social @lichtzwang.bsky.social · 30/08/2026Die Blumen auf der Flur, sie sind so sonnenmüde, ein heiliger Wonnefriede durchzittert die Natur. Rainer Maria Rilke 0153