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Marko Kovic

@kovic.ch
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Gesellschaftskritik. markokovic.substack.com

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Marko Kovic @kovic.ch · 25/08/2026
Ja, das Video ist auf der Webseite eingebettet. Sie haben es auch auf ihrem Youtube-Kanal.
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Marko Kovic @kovic.ch · 25/08/2026
4/ Die Frage, was für eine Neutralität am wirksamsten ist, ist wichtig. Die Neutralitätsinitiative ist aber keine Antwort auf diese Frage. Sie ist manipulativer Krawall. Mehr dazu in meiner aktuellen Kolumne bei Nau: markokovic.substack.com/p/die-neutra...
markokovic.substack.com
Die Neutralitätsinitiative ist eine Mogelpackung
Wenn das Versprechen von Frieden ein populistischer Trick wird.
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Marko Kovic @kovic.ch · 25/08/2026
3/ SVP und Co. wären ziemlich sicher die ersten, die protestieren, wenn es wirklich darum ginge, mehr in Diplomatie zu investieren (Personal im EDA, Unterstützung von IKRK, etc.). Entsprechend fordert die Initiative nichts in diese Richtung.
130
Marko Kovic @kovic.ch · 25/08/2026
2/ Der grundsätzlichen Idee einer strikten Neutralität bin ich nicht abgeneigt. Kategorische Neutralität und dafür mehr diplomatische Massnahmen könnten einen positiven Erwartungswert haben. Aber das will die Initiative gar nicht. Sie ist ein populistischer Trick.
120
Marko Kovic @kovic.ch · 25/08/2026
1/ Man müsse Ja zur Neutralitätsinitiative stimmen, weil ansonsten "unsere Kinder" auf einem fremden Kriegsfeld für die Nato sterben müssen. Humbug. Die Schweiz darf schon jetzt als neutrales Land keinem Militärbündnis beitreten. Solche Propaganda ist ein neuer Tiefpunkt.
381
Marko Kovic @kovic.ch · 25/08/2026
1) Ich habe die Dokumentation gelesen und verstehe, was das Tool ist. 2) Ich sage *nicht*, dass das Tool einen Bias hat. Die Daten, die das Tool auswertet (frühere Urteile), haben Bias. Dieser wird mit dem Tool reproduziert.
110
Marko Kovic @kovic.ch · 25/08/2026
5/ Ich will gar nicht ausschliessen, dass KI grundsätzlich Bias bei Urteilen reduzieren kann. Aber dieses spezifische Tool kann es grundlegend nicht.
160
Marko Kovic @kovic.ch · 25/08/2026
4/ Das Problem: Die Prämisse ist falsch. Es gibt nicht nur Noise, sondern auch Bias. Und wenn es Bias gibt, entfernt das Tool des Richters Bias nicht nur nicht -- der Bias wird reproduziert! Der Durchschnitt systematisch verzerrter Entscheidungen bleibt systematisch verzerrt.
150
Marko Kovic @kovic.ch · 25/08/2026
3/ b) Bias: Unterschiede bei Urteilen sind systematisch in bestimmte Richtungen verzerrt. --> mangelnde Genauigkeit
140
Marko Kovic @kovic.ch · 25/08/2026
2/ Bei richterlichen Urteilen gibt es ungewollte Variabilität. Sie kann zwei Ursachen haben: a) Noise: Unterschiede bei Urteilen sind zufällig und in alle Richtungen gleich verteilt. --> mangelnde Präzision
140
Marko Kovic @kovic.ch · 25/08/2026
1/ Ein Richter bastelt ein KI-Tool für Strafurteile. Andere Richter springen darauf auf. Sie glauben, Urteile würden damit gerechter. Schönes Beispiel, was passiert, wenn Technologie auf Logik-Analphabetismus trifft.
2152
Marko Kovic @kovic.ch · 12/08/2026
7/ Es ist korrekt, dass einzelne Wetterereignisse nicht mit Klima gleichzusetzen sind. Die Verteilung von Wetterereignissen über die Zeit sagt aber durchaus etwas über Klima aus. Quelle der Grafik: www.tagesanzeiger.ch/trockenheit-...
tagesanzeiger.ch
030
Marko Kovic @kovic.ch · 12/08/2026
6/ Wenn Klima ein stabiles System wäre, gäbe es entsprechend immer weniger Wetterrekorde. Der Umstand, dass wir mehr Wetterrekorde beobachten, bedeutet darum: Klima wandelt sich.
140
Marko Kovic @kovic.ch · 12/08/2026
5/ In der dritten Gruppe gibt es entsprechend noch weniger Rekorde, in der vierten nochmals weniger, etc. In einem stabilen System treten Rekorde über die Zeit seltener auf.
140
Marko Kovic @kovic.ch · 12/08/2026
4/ Weil die Gruppen zufällig sind, sind die Fähigkeiten ähnlich verteilt. Durch zufällige Schwankung fallen die Zeiten nicht identisch aus. Die übergeordnete Verteilung von Renn-Fähigkeit bleibt aber stabil. In der Folge gibt es weniger Rekordwerte als in der ersten Gruppe.
150
Marko Kovic @kovic.ch · 12/08/2026
3/ Die Leute müssen einen 100m-Sprint rennen. In der ersten Gruppe wird es relativ viele Rekorde geben. Wir beginnen ja erst, Daten zu sammeln. Wie viele Rekorde wird es in der zweiten Gruppe geben?
130
Marko Kovic @kovic.ch · 12/08/2026
2/ In einem stabilen System mit iid-Ereignissen (unabhängig und identisch verteilt) nimmt die Anzahl an Rekorden über die Zeit statistisch zwangsläufig ab. Ein Beispiel. Wir haben eine zufällige Stichprobe von 1000 Menschen, zufällig in 10 Gruppen aufgeteilt.
130
Marko Kovic @kovic.ch · 12/08/2026
1/ Auf einen Schlag sind zahlreiche Rekorde gebrochen: Viele Flüsse in der Schweiz haben den tiefsten Wasserpegel seit Messbeginn. Aber das ist nur Wetter und hat mit Klima nichts zu tun, oder? Leider doch. Die blosse Verteilung der Ereignisse zeigt, warum. 🧵
1125
Marko Kovic @kovic.ch · 04/08/2026
Noch vor Kurzem betonte die SVP bei der 10-Millionen-Initiative, wie wichtig ihr Umweltschutz sei. Wenn es *tatsächlich* um Umweltschutz geht, zeigt die SVP ihr wahres Gesicht. Das ist das Problem mit Populisten: Sie lügen.
26319
Marko Kovic @kovic.ch · 04/08/2026
8/ Mehr dazu in meinem Newsletter: markokovic.substack.com/p/alles-ist-...
markokovic.substack.com
Alles ist ein Selektionseffekt
Was würden die Tintenfische sagen? 🦑 Nützliche mentale Modelle, Teil 1.
060
Marko Kovic @kovic.ch · 04/08/2026
7/ Doch, kann es. Nur verstehen wir das nicht, weil Selektionseffekte den analytischen Blick sehr oft trüben. Damit wir nicht auf sie hereinfallen, müssen wir uns immer fragen: Was sehe ich nicht? Oder, etwas bildlicher: Was würden die Tintenfische sagen? 🦑
140
Marko Kovic @kovic.ch · 04/08/2026
6/ Wenn die Erde leicht andere Parameter hätte, wären vielleicht keine Menschen entstanden, sondern hochintelligente Tintenfische. Aus ihrer Perspektive würden die Tintenfische dann auch sagen: Die Welt ist so perfekt auf uns abgestimmt, das kann doch kein Zufall sein.
140
Marko Kovic @kovic.ch · 04/08/2026
5/ Wenn wir Lotto a posteriori anhand von Hans Müller analysieren, kommen wir zum falschen Schluss, dass das doch nicht Zufall gewesen sein kann.
130
Marko Kovic @kovic.ch · 04/08/2026
4/ Es ist wie im Lotto: Die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet Hans Müller den Jackpot knackt, ist praktisch Null. Die Wahrscheinlichkeit, dass *irgendjemand* den Jackpot knackt, ist relativ hoch.
150
Marko Kovic @kovic.ch · 04/08/2026
3/ Dabei ignorieren wir, dass es a priori ganz viele andere Welten hätte geben können. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir Menschen zufällig entstehen, ist a priori sehr klein. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendetwas entsteht, ist a priori aber deutlich grösser.
130
Marko Kovic @kovic.ch · 04/08/2026
2/ Das ist ein Trugschluss, der sich aus einem Selektionseffekt ergibt. Im kreationistischen Argument selektieren wir a posteriori unsere Existenz als Grundlage der Analyse.
140
Marko Kovic @kovic.ch · 04/08/2026
1/ Ich bin katholisch aufgewachsen. Ein zentraler Grund, warum ich gläubig war: Die Parameter der Welt -- Sauerstoff, Temperatur, Schwerkraft etc. -- fallen genau so aus, dass sie unser Leben ermöglichen. Das Universum ist perfekt auf uns abgestimmt. Das kann kein Zufall sein.🧵
270
Marko Kovic @kovic.ch · 31/07/2026
Ja klar, das ist ja das, was ich meine: Die Dettlings können in ihrem mentalen Modell nur First-Order-Effekte abbilden. Für Second-Order-Effekte fehlt ihnen ifeologiebedingt die intellektuelle Bandbreite.
041
Marko Kovic @kovic.ch · 31/07/2026
Zum Beispiel könnte man argumentieren, dass eine verlängerte Vegetationsperiode aus landwirtschaftlicher Sicht positiv ist.
200
Marko Kovic @kovic.ch · 31/07/2026
4/ Systemische Risiken abzubauen, ist die grösste Herausforderung der Menschheit (KI, Biotechnologie, Klimawandel, etc.). Die politische Elite, die das tun müsste, besteht immer mehr aus ideologisierten anti-intellektuellen Politikern wie Marcel Dettling. Ich wünsche uns viel Glück.
1101
Marko Kovic @kovic.ch · 31/07/2026
3/ In dieser Ungewissheit lauern Feedbackschlaufen, die schwer antizipierbar sind. A beeinflusst B und C, was auf A rückwirkt, D bewirkt, etc. Man mag denken, dass Erwärmung um n Grad nicht so schlimm ist. Das Problem sind aber die nicht-offensichtlichen multiplikativen Effekte.
170
Marko Kovic @kovic.ch · 31/07/2026
2/ Klimawandel ist kein klassisches steriles Risiko wie im Casino, bei dem Outcomes und Wahrscheinlichkeiten bekannt sind. Daran können wir uns einfach anpassen. Klimawandel ist etwas anderes: Ungewissheit in einem komplexen System.
260
Marko Kovic @kovic.ch · 31/07/2026
1/ Man ist geneigt, zu sagen: Schlecht gealtert. Etwas ausführlicher: Klimawandel hat positive Aspekte, klar. Aber, und das ist der springende Punkt: Klimawandel ist ein multiplikatives systemisches Risiko.
3167
Marko Kovic @kovic.ch · 19/07/2026
8/ Das ist kein Plädoyer für ein Verbot von Leihmutterschaft. Die Industrie muss aber viel strenger als heute reguliert werden, um Schaden zu minimieren. Mehr dazu in meinem Newsletter: markokovic.substack.com/p/warum-leih...
markokovic.substack.com
Warum Leihmutterschaft problematisch ist
Selbstbestimmte Reproduktion versus das Risiko von Ausbeutung.
030
Marko Kovic @kovic.ch · 19/07/2026
7/ Weil aber unklar ist, wie stark oder wie wenig Leihmütter ausgebeutet werden, besteht das Risiko, dass der Schaden vielleicht grösser als der Nutzen ist. Die Reduktion von Leid ist wichtiger als das Schaffen von Glück.
140
Marko Kovic @kovic.ch · 19/07/2026
6/ Das stärkste Argument für Leihmutterschaft ist ein utilitaristisches: Ceteris paribus entstehen so zusätzliche Menschen, die lebenswerte Leben leben. Das ist eine moralisch positive Veränderung der Welt.
120
Marko Kovic @kovic.ch · 19/07/2026
5/ Das grosse Problem: Die internationale Leihmutterschafts-Industrie ist sehr intransparent. Es gibt kaum belastbare Zahlen oder sonstige Daten. Es ist ungewiss, wie viel Schaden angerichtet wird.
130
Marko Kovic @kovic.ch · 19/07/2026
4/ Wenn Frauen Leihmütter werden, weil sie tiefen sozioökonomischen Status und akute oder latente materielle Sorgen haben, hat die Leihmutterschaft eine asymmetrische Dynamik. So wird diese Arbeit zu einer Form von Ausbeutung.
130
Marko Kovic @kovic.ch · 19/07/2026
3/ Es gibt Evidenz, dass ein Teil der Leihmütter vor allem altruistisch motiviert sind und dieser Arbeit freiwillig nachgehen. Aber es gibt auch Evidenz, dass ökonomischer Druck für viele Leihmütter eine Rolle spielt.
141
Marko Kovic @kovic.ch · 19/07/2026
2/ Das häufigste Argument für Leihmutterschaft ist ein liberales: Mündige Menschen dürfen selbstbestimmt über ihre Reproduktion verfügen. Das stimmt grundsätzlich. Aber die Praxis ist eine andere.
130
Marko Kovic @kovic.ch · 19/07/2026
1/ Jens Spahn wird mit seiner Doppelmoral zu Leihmutterschaft als Heuchler der Extraklasse in die Geschichte eingehen. Aber was ist der moralische Status von Leihmutterschaft an sich? Die Leihmutterschaft-Industrie ist problematisch.
170
Marko Kovic @kovic.ch · 18/07/2026
Ich hätte nicht gedacht, dass es noch absurder geht als der FIFA-Friedenspreis an Kriegstreiber Trump, aber Axel Springer hat es geschafft: Der erklärte Antidemokrat Peter Thiel, der ein unliebsames Medienunternehmen zerstörte, erhält einen Preis für "Meinungsfreiheit".
2173
Marko Kovic @kovic.ch · 16/07/2026
Im Newsletter gehe ich ein Beispiel mit bayesianischer Analyse durch, inkl. R-Code (in Abschnitt 6). Darin habe ich versucht, Schritt für Schritt die Logik des bayesianischen Ansatzes durchzugehen. Vielleicht kannst du dort reingucken? markokovic.substack.com/p/ein-signif...
markokovic.substack.com
Ein signifikantes Problem*
* p<0.05
110
Marko Kovic @kovic.ch · 16/07/2026
9/ tl;dr: Ich kenne kein mentales Modell, das so verbreitet und gleichzeitig so falsch ist wie das Ritual der “statistischen Signifikanz”. Mehr dazu in meinem Newsletter: markokovic.substack.com/p/ein-signif...
markokovic.substack.com
Ein signifikantes Problem*
* p<0.05
040
Marko Kovic @kovic.ch · 16/07/2026
8/ Man kann auf die Idee der “statistischen Signifikanz” mit p<0.05 verzichten und stattdessen p-Werte als kontinuierliches Mass verwenden. Man kann auch gänzlich auf Frequentismus und p-Werte und Nullhypothesen verzichten und stattdessen Bayesianische Statistik anwenden.
120
Marko Kovic @kovic.ch · 16/07/2026
7/ Die Probleme von NHST sind seit Jahren bekannt. Das NHST-Ritual mit “statistischer Signifikanz” ist aber tief in den Köpfen von Forschenden und der breiten Öffentlichkeit verankert. Interessanterweise ist NHST aber eigentlich komplett unnötig.
110
Marko Kovic @kovic.ch · 16/07/2026
6/ Beispiel: In einem Datensatz gibt es keinen Zusammenhang zwischen Alter und subjektiv empfundenen Glück. Wenn ich Alter aber zu Kategorien umwandle, ist die Gruppe 56-65 plötzlich signifikant glücklicher. Der Effekt ist aber nicht real; er ist ein Artefakt von p-Hacking.
130
Marko Kovic @kovic.ch · 16/07/2026
5/ Die zweite Verzerrung: p-Hacking. Datenauswertung hat viele Freiheitsgrade. Man kann viele verschiedene Auswertungsmethoden anwenden, bis irgendein signifikantes Ergebnis mit p<0.05 herauskommt.
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Marko Kovic @kovic.ch · 16/07/2026
4/ Die erste Verzerrung: Publication Bias. Wissenschaftliche Journals veröffentlichen Ergebnisse mit p>0.05 viel seltener. Und Forschende publizieren ihre Ergebnisse mit p>0.05 seltener, weil das für die Karriere nicht nützlich ist.
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Marko Kovic @kovic.ch · 16/07/2026
3/ p<0.05 als Grenzwert für “statistische Signifikanz” ist der Kern von NHST, “Null Hypothesis Significance Testing”. Das ist das dominante Paradigma bei schliessender Statistik. Das NHST-Paradigma ist aber falsch. Und es schafft zwei grosse Verzerrungen.
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