Sign in

Jonathan Horstmann

@jonathanhorstmann.de
2K followers 3.7K following 558 posts

Kommunikation und Feuilleton jonathanhorstmann.de 📍Hamburg / Frankfurt

PostsRepliesMedia
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 2h
Wenn die engagierte Lehrerin Teenager ins Museum schleppt: In LA GRADIVA erkundet eine französische Schulklasse die Kulturschätze von Pompeji, während jedes einzelne Mitglied der Gruppe mit seiner Rolle hadert. Der sehenswerte Ensemblefilm ist aus der Improvisation mit Laiendarstellern entstanden.
Filmposter LA GRADIVA (2026)
121
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 29/09/2026
Königinnen, Gangsterbräute und Shakespeare-Figuren hat Helen Mirren in ihrer sechzigjährigen Karriere verkörpert. In A TALENT FOR MURDER schlüpft sie nun in die Rolle der Krimiautorin Patricia Highsmith, die sie sich mit Perücke, angenehmer Biestigkeit und nie auslöschender Zigarette zu eigen macht.
Filmposter A TALENT FOR MURDER (2026)
130
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 29/09/2026
Heute ein Abend mit einer anderen Grande Dame des Kinos: Helen Mirren nimmt den Douglas-Sirk-Preis für ihr Lebenswerk entgegen. Fast noch toller, als einen Oscar zu kriegen, sagt sie bei der Danksagung, nachdem ein Zusammenschnitt ihrer besten Rollen eingespielt wurde. Quite lovely indeed.
Helen Mirren am Rednerpult vor Publikum
150
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 29/09/2026
Dieser Film ist eine Sensation: Doris Dörrie holt die große Angela Winkler zurück auf die große Leinwand und bringt in einer wirklich perfekten Inszenierung die Gegenwartsthemen Pflege und KI zusammen. FRAU WINKLER VERLÄSST DAS HAUS rührt an, unterhält und ist viel mehr als das, was man erwartet.
Filmposter FRAU WINKLER VERLÄSST DAS HAUS (2026)
140
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 26/09/2026
Mein Festivalprogramm startet diesmal mit FJORD, dem Gewinnerfilm der Goldenen Palme. Sebastian Stan und Renate Reinsve spielen ein konservatives, strenggläubiges Ehepaar, dem der norwegische Staat wegen Misshandlungsvorwürfen die Kinder entzieht. Ein sprödes Drama in kalten Farben.
Filmposter FJORD (2026)
140
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 25/09/2026
Der Kinoherbst ist da! Das Filmfest Hamburg rollt wieder den roten Teppich aus, und ich werde jetzt eine Woche lang in einem dieser weichen Sessel versinken. Wie schön, dass es in einer Welt, die Kopf steht, immer noch Licht auf der Leinwand gibt.
1141
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 05/09/2026
Kleiner Kunstartikel von mir: Im Museum Ludwig in Köln eröffnet bald die Ausstellung „Along the Color Line“, auf die ich vorab einen Blick werfen durfte. Zu lesen heute in der F.A.Z.
Aufgeschlagene Zeitung mit Kaffee und Franzbrötchen, dazu der Roman „Vor ihren Augen sahen sie Gott“ von Zora Neale Hurston
183
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 17/07/2026
Für alle, die sich besser in Kunstgeschichte auskennen: Über das Setdesign gäbe es sicher ebenfalls Interessantes zu sagen. Auch in den Anachronismen zeigt sich eine angenehme neue Lockerheit des Nolan-Kinos: Adaptionen antiker Stoffe fürs Heute brauchen gar keine überkorrekte Historisierung. (7/7)
Anne Hathaway als Penelope, Tom Holland als Telemachos

© Melinda Sue Gordon/Universal Studios
050
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 17/07/2026
Anklänge an die Gegenwart sind überdeutlich, aber nicht didaktisch. Die amerikanischen Idiome der Figuren (Odysseus sagt „fuck“, Telemachos nennt ihn „Dad“) darf man wohl als bewusst platzierte Stumpfheitsoffenbarung treuherziger Kriegsmannen verstehen. Nolan hat anscheinend doch Humor! (6/7)
Matt Damon als Odysseus 

© Melinda Sue Gordon/Universal Studios
140
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 17/07/2026
Die Episoden der nachfolgenden Irrfahrt sind gegengeschnitten zur Handlung in Ithaka, was dicht an Homers Erzählweise bleibt. Ein zentrales Plotmotiv ist „Zeus’ Law“, das griechische Gastrecht, dessen zunehmende Missachtung gewissermaßen ein weiteres Gesetz in die Welt bringt: Murphy’s Law. (5/7)
Robert Pattinson als Antinoos

© Melinda Sue Gordon/Universal Studios
130
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 17/07/2026
Das Trojanische Pferd inszeniert Nolan wie ein Fanal auf einer Opernbühne. Anfänglich schwebt die Kamera dramatisch darauf zu. Das Blutvergießen beginnt sogleich, verlagert sich dann ins Innere und tritt mit dem Attentat der Griechen wieder nach außen. Eine meisterhafte, schaurige Sequenz. (4/7)
Bergung des hölzernen Pferds durch die Trojaner

© Melinda Sue Gordon/Universal Studios
160
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 17/07/2026
Erzählerisch interessiert sich dieser Film anders als andere Behandlungen des Stoffes nicht für Glorifizierungen. Die Brutalität der Odysseus-Truppe ist abstoßend, die ganze Troja-Mission eindeutig eine Finte zur Kriegstreiberei – Matt Damon in der Titelrolle spricht es konsterniert aus. (3/7)
Einnahme Trojas durch die Griechen

© Melinda Sue Gordon/Universal Studios
150
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 17/07/2026
Schon die Bilder sind genug, um drei fesselnde Stunden im Kino zu erleben. Die Aufnahmen der IMAX-Kameras, zuvor als Nerd-Einfall verschrien, liefern unglaubliche Detailtiefe. Dunkle Szenen sind deutlich kontrastreicher als in anderen, digital gefilmten Blockbustern der jüngeren Zeit. (2/7)
Anne Hathaway als Penelope, Mia Goth als Melantho

© Melinda Sue Gordon/Universal Studios
150
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 17/07/2026
Gestern Abend THE ODYSSEY angeschaut und mich gefreut. Dass es noch möglich ist, einen Film dieser Größenordnung und Qualität herzustellen, ist rein handwerklich ein kleines Wunder. Dazu haben Christopher Nolan und sein Team auch erzählerisch einen eigenen Zugang zu Homers Epos gefunden. (1/7)
Matt Damon als Odysseus

© Melinda Sue Gordon/Universal Studios
1133
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 14/06/2026
An der Hamburger Staatsoper wird gerade mal wieder „Tristan und Isolde“ in der Ruth-Berghaus-Inszenierung von 1988 gegeben. Zu Recht ein Klassiker: Das Motiv der Schifffahrt ist hier ins All verlegt, wo die Liebenden sich wie Planeten umkreisen, aber nie berühren. Nächsten Sonntag zum letzten Mal.
Abschlussverbeugung aller Mitwirkenden auf der Bühne der Staatsoper Hamburg
080
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 11/11/2025
Unglaublich, was dieser Typ kann: Tom Odell heute Abend regelrecht ekstatisch mit Band und großen Gefühlsausbrüchen. Er freue sich so, in Hamburg zu spielen, sagte er, denn hier in der Stadt hat er vergangenes Jahr Teile seines neuen Albums „A Wonderful Life“ komponiert (das phänomenal ist).
Tom Odell am Flügel in der Hamburger Barclays Arena
040
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 18/10/2025
Es gibt ein paar vereinzelte Kino-Screenings von 𝘈 𝘏𝘰𝘶𝘴𝘦 𝘰𝘧 𝘋𝘺𝘯𝘢𝘮𝘪𝘵𝘦 vor dem Netflix-Start. Lohnt sich! Kathryn Bigelow holt hier nach langer Zeit ohne Atomkrieg auf der Leinwand ein Szenario zurück ins Bewusstsein, das dieser Tage dringend durchdacht und diskutiert gehört. War positiv überrascht.
Filmposter „A House of Dynamite“ (2025)
260
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 04/10/2025
Zum Filmfest-Abschluss das letzte Screening für diesen Thread: 𝘙𝘦𝘯𝘵𝘢𝘭 𝘍𝘢𝘮𝘪𝘭𝘺 – ein Volltreffer, der bestimmt jedem gefallen wird. Witziger Aufhänger, handwerklich gut durchgestaltet, geerdet durch ein wenig Beziehungspsychologie, mit Tokio-Flair. Den Kinostart am 8. Januar ruhig schon mal eintragen.
Filmposter „Rental Family“ (2025)
150
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 03/10/2025
Eine ungewöhnlich ernste Rolle für Anke Engelke: Als Frau, die nach einem tragischen Autounfall ihre Ehe neu sortieren muss, ist sie der würdevolle Mittelpunkt im Melodram 𝘋𝘢𝘯𝘯 𝘱𝘢𝘴𝘴𝘪𝘦𝘳𝘵 𝘥𝘢𝘴 𝘓𝘦𝘣𝘦𝘯. Ihren Mann spielt Ulrich Tukur – beide wurden bei der Premiere heute vom Hamburger Publikum bejubelt.
Filmposter „Dann passiert das Leben“ (2025)
120
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 03/10/2025
Heute ist überall freier Eintritt beim Filmfest Hamburg. Wer wie ich erst jetzt 𝘛𝘩𝘦 𝘔𝘢𝘴𝘵𝘦𝘳𝘮𝘪𝘯𝘥 schaut, muss leider mit den unbequemen Sitzen im Metropolis vorliebnehmen, auf denen sich zwei Stunden etwas zäh anfühlen. Eine Übung in Geduld auch wegen des sehr gemächlichen Tempos dieses Films.
Filmposter „The Mastermind“ (2025)
120
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 02/10/2025
Manchmal sind kunstvolle Erzählungen zwischen dem eigentlich Bedeutsamen angesiedelt. Sie beginnen nach A und enden vor B, weil diese Ereignisse selbst zu ungeheuerlich sind, um dargestellt zu werden. Zu dieser Kategorie gehört 𝘌𝘪𝘯 𝘦𝘪𝘯𝘧𝘢𝘤𝘩𝘦𝘳 𝘜𝘯𝘧𝘢𝘭𝘭, der verbotene iranische Film von Jafar Panahi.
Filmposter „Ein einfacher Unfall“ (2025)
170
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 29/09/2025
Eines von Hamburgs bekanntesten Casinos steht direkt neben dem Cinemaxx am Dammtor. Es liefert heute Nacht die ideale Kulisse, denn im Kino feiert 𝘉𝘢𝘭𝘭𝘢𝘥 𝘰𝘧 𝘢 𝘚𝘮𝘢𝘭𝘭 𝘗𝘭𝘢𝘺𝘦𝘳 Premiere. Colin Farrell zockt und schwitzt sich als Hochstapler durch ein wildes Glücksspiel im „chinesischen Las Vegas“ Macau.
Filmposter „Ballad of a Small Player“ (2025)
160
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 28/09/2025
Ein Wechsel ins französische Kino: 𝘝𝘪𝘦 𝘱𝘳𝘪𝘷é𝘦, der neue Film von Rebecca Zlotowski, stellt uns Jodie Foster als Psychiaterin in Paris vor. Sie will den Tod einer Patientin aufklären – der Beginn einer unterhaltsamen Krimi-Revue mit freudschen Motiven wie Tränen, Treppenhäusern und geheimen Türen.
Filmposter „Vie privée“ (2025)
160
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 28/09/2025
Weiter mit einer Deutschlandpremiere: 𝘈𝘮𝘳𝘶𝘮. Fatih Akin zeigt uns das Kriegsende 1945 durch die Augen eines Inseljungen. Dieser wird beim Versuch, ein Honigbrot für seine Mutter zu beschaffen, mit der Gewalt der Elterngeneration konfrontiert. Vorbild sind die Erinnerungen von Akins Mentor Hark Bohm.
Filmposter „Amrum“ (2025)
191
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 27/09/2025
Mein erster Festivalfilm ist 𝘛𝘩𝘦 𝘏𝘪𝘴𝘵𝘰𝘳𝘺 𝘰𝘧 𝘚𝘰𝘶𝘯𝘥. Die diskrete Romanze ahmt das Schema traditioneller Folksongs nach: Ein Sänger, der hier zugleich Musikforscher ist, erzählt sich und uns von seiner Jugendliebe, damit sie über die Zeit bewahrt bleibt. Vieles bleibt unerwähnt, aber nichts ungewiss.
Filmposter „The History of Sound“ (2025)
280
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 26/09/2025
Endlich wieder Filmfest Hamburg! Große Vorfreude darauf, in den nächsten Tagen in der reinigenden Schwärze des Kinosaals zu verschwinden und ein bisschen die Seele zu füttern, mit anderen Geschichten, Figuren und Lebensfragen als denen, die draußen allgegenwärtig auf uns einprasseln.
3507
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 06/07/2025
Benson Boone, Derik Fein, Stephen Sanchez – drei perfekte Popstimmen für schwüle Sommernächte. In Amerika klingen die jungen Sänger plötzlich alle wieder wie Roy Orbison. Keine Angst vor dem ganz großen Falsett-Pathos.
Albumcover „American Heart“ von Benson Boone (2025)Albumcover „Derik Fein Essentials“ (2025)Albumcover „Angel Face“ von Stephen Sanchez (2023)
170
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 26/06/2025
Wie ein 90 Minuten langer Ehe-Sketch von Loriot, nur mit dynamischerer Rollenverteilung und den typischen Paar-Kind-Karriere-Konflikten des 21. Jahrhunderts: Michael Wächter und Caroline Peters amüsieren mit ihrem Burgtheater-Stück „Egal“ heute mal das Hamburger Publikum.
Michael Wächter und Caroline Peters auf der Bühne im Hamburger Schauspielhaus
170
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 24/06/2025
Im PhotoHouse, seinem früheren Arbeitsort in Tel Aviv, liegt nun alles in Scherben. Viele Werke und das Interieur sind beschädigt. Die Originalnegative, die auch hier aufbewahrt sind, scheinen zum Glück verschont geblieben zu sein. (5/6)
PhotoHouse in Tel Aviv, 2010 (Foto: Anatoli Axelrod)
150
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 24/06/2025
Golda Meir und David Ben Gurion, Marc Chagall und Max Brod ließen sich von Weissenstein porträtieren. Als Chronist der Zeitläufte hat er Ereignisse wie die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung eingefangen. (4/6)
David Ben Gurion verliest die israelische Unabhängigkeitserklärung, 1948
140
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 24/06/2025
Auf seinen faszinierenden Schwarzweißbildern sind vornehme Society-Events in urbaner Kulisse zu sehen. Frauen, die trockene Äcker mit dem Pferdepflug auflockern. Jugendliche in der Negev-Wüste. Eine „neue Welt“, geboren auch aus dem selbstbewussten Umgang mit der Kamera. (3/6)
140
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 24/06/2025
Weissenstein, deutscher Muttersprachler, geboren im böhmisch-mährischen Iglau, dokumentierte mit seiner Kamera die Aufbaujahre im britischen Mandatsgebiet Palästina in den 1930er-Jahren wie auch die prägende Zeit während und nach der israelischen Staatsgründung 1948. (2/6)
Rudi Weissenstein mit Kamera, 1940
150
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 24/06/2025
Kriege zerstören Kulturschätze. Das ist Rudi Weissenstein (1909/10–1992), einer der bedeutendsten Fotojournalisten Israels. Gestern Nacht traf eine ballistische Rakete sein ehemaliges Fotogeschäft in Tel Aviv. (1/6)
Rudi Weissenstein, 1935Miriam und Rudi Weissenstein vor ihrem Laden in Tel Aviv, 1979
2227
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 12/06/2025
Ich mag Kunst, die nicht bierernst ist, sondern auch ein bisschen Witz und Leichtigkeit hat. Kann sehr die Ausstellung im Hamburger Barlach-Haus mit Bildern von Paul Kleinschmidt empfehlen, der in den 1920ern und 1930ern viele hintergründige Szenen des Großstadtlebens malte. Nur noch bis Sonntag!
Porträt eines Paars in einer OpernlogeDrei Stadtansichten von New York
060
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 06/06/2025
Alle mal locker machen.
Schwarz-Weiß-Foto von 1904 mit vornehm gekleideten Männern und Frauen, die neben einem männlichen Rodin-Akt („Das eherne Zeitalter“) posieren
020
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 27/05/2025
Unklar, wie es um Stauffenbergs lyrische Fähigkeiten bestellt war, aber wenn das hier sein Wiedergänger ist, könnte die Ästhetik des Widerstands noch etwas an ihrem Metrum feilen.
Aus dem Wikipedia-Artikel über Neo Rauch:

Zuvor hatte Georg Diez im Juni 2018 Rauch als einen „rechte[n] Maler“ beschrieben, nachdem dieser in einem Handelsblatt-Interview den „rechten Schriftsteller Uwe Tellkamp als ‚Wiedergänger Stauffenbergs‘ bezeichnet" hatte und in Bezug auf die Migrationskrise betont hatte, dass Empathie nicht dazu führen dürfe, „dass wir unser Handeln von Gesinnungsethik leiten lassen.
Die drückt uns in den Gestus des moralisch Hochstehenden hinein, der nicht fragen darf, welche Folgen seine Bereitschaft zu einschränkungsloser Hilfe in zehn oder zwanzig Jahren haben wird.“
140
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 20/04/2025
🌷
Lisel Müller
Im Schwinden

Wie rasch das honigfarbene
Licht des Nachmittags
in die Dunkelheit fließt

und die verschlossene Knospe
ihr Geheimnis abschüttelt
um ihre Blüte zu entfalten

als ob, was ist, nur ist
damit es sich verliert
und wert werden kann
050
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 19/04/2025
Die schönste Flamenco-Gitarre aus England: Charlie Cunningham spielt in der Laeiszhalle gemütlichen Britpop zu Latin-Rhythmen. In den nächsten Tagen auch in München, Köln und Berlin zu Gast.
Charlie Cunningham mit Band in der Laeiszhalle
020
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 18/04/2025
300 Jahre nach der Uraufführung: Bachs Johannes-Passion in der dramatischen Fassung des Pygmalion-Ensembles von Raphaël Pichon in Hamburg. Mit Julian Prégardien als Evangelist und der Jacobus-Gallus-Motette „Ecce quomodo moritur justus“ als besonderem Einschub vom obersten Balkon des Elphi-Saals.
Chor und Instrumentalisten auf der Bühne des großen Saals der Elbphilharmonie
140
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 04/04/2025
Wer traut sich?
Jessy Wellmer in braunem Anzug und weißen SneakernKai Pflaume in dunkelblauem Anzug und weißen Sneakern
130
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 09/03/2025
Das dunkle Cello als Stimme der menschlichen Selbstbefragung: Sol Gabetta heute in der Elbphilharmonie mit der „Schelomo“-Rhapsodie von Ernest Bloch. Melancholisch getragen und würdevoll zeremoniell.
Dirigent Tarmo Peltokoski und Cellistin Sol Gabetta mit Orchester und Publikum im Großen Saal der Elbphilharmonie
180
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 13/02/2025
Sag ja

Sieh, wie sie marschieren, deine eine Zeit, dein eines Sein, dein freies Wort zu treten. Lass sie dein Herz nicht fluten mit dem Essig des Hasses. Lass deine Stimme nicht zersplittern im Gebrüll. Lass nicht brechen deine Arme, denn Umarmungen sind Gift für ihre Leiber aus Narzissmus. Sag
Ja zum Übermut der Liebenden und dieser einen Welt, die uns schon viel zu viel verzeiht, sag: Ja, ich will das Salz der Erde sein und vererben ein versöhntes Haus

Friedrich Ani
0144
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 28/01/2025
Qui tollis peccata mundi, miserere nobis.
Mozarts Große Messe in c-Moll in der Elbphilharmonie
040
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 18/01/2025
Paper Moon
000
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 16/01/2025
(Das Mordopfer im Film weigert sich zu Beginn der Handlung, eine Feuerversicherung abzuschließen, was in diesen Tagen sofort an die Brände in Kalifornien denken lässt. Ein aktuelles Beispiel dafür, wie die Realität und filmische Repräsentation von L. A. nie klar zu trennen sind.)
Monrovia bei Los Angeles, 2020 © Nikolay Maslov/Unsplash
120
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 16/01/2025
Einer der Filme, auf die Andersen genauer eingeht, ist der Noir-Klassiker „Double Indemnity“. Das schwüle Setting mit Femme fatale und Mordkomplott hat das kollektive Bild von L. A. nachhaltig geprägt. Auch der stadttypische Topos der Automobilität („Nobody ever walks“) spielt hier eine Rolle.
Filmstill „Double Indemnity“ (1944)
110
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 16/01/2025
Darunter sind charakteristische Gebäude wie das Bradbury Building oder das Ennis House. Sie haben unzählige Male als Kulissen für Blockbuster gedient (während andere Bauwerke und Stadtteile im Kino komplett unsichtbar blieben). Architektur im Spiegel der Jahrzehnte und Genre-Ästhetiken.
Bradbury Building, 2013 © Lo2013/Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0Ennis House, 2009 © geek_love13/Wikimedia Commons, CC BY 2.0
110
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 16/01/2025
Seine kritischen Einwürfe im Voiceover illustriert Andersen auf der Bildebene mit montierten Schnipseln aus mehr als 200 Filmen des 20. Jahrhunderts. Wir werden an Schauplätze geführt, die durch Klassiker wie „Sunset Boulevard“, „Rebel Without a Cause“ oder „Chinatown“ ikonisch wurden.
Los Angeles © Ryan De Hamer/Unsplash
140
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 16/01/2025
Damit einher geht eine Armut der Erzählperspektiven: Die Geschichten drehen sich um Cops, Gangster, Stars. Um Blicke auf das unterprivilegierte oder migrantische L. A. bemüht sich lediglich eine wenig beachtete neorealistische Indie-Filmszene („The Exiles“, „Bush Mama“, „Killer of Sheep“).
Filmstill „Sunset Boulevard“ (1950)
140
Jonathan Horstmann @jonathanhorstmann.de · 16/01/2025
So wird in vielen Filmen etwa der Eindruck erweckt, L. A. sei von Gewalt und Korruption gesteuert, wovon meist im Modus einer „geheimen“ Historisierung („L. A. Confidential“) oder Futurisierung („Blade Runner“) erzählt wird. Erfolge des demokratischen Gemeinwesens werden hingegen verschleiert.
West Los Angeles Police Station, Oktober 1936
141