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Markus Hesselmann

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Bio und Texte: www.tagesspiegel.de/autoren/markus-… Lieblingsprojekt: www.tagesspiegel.de/gesellschaft/th… und bsky.app/profile/erikreger.bsky.soc… Porträtfoto: Nassim Rad

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Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 7h
Lange vor der E-Mail: Heinrich von Kleist erfindet die Bombenpost, "Berliner Abendblätter" #OTD 1810: kleist-digital.de/berliner-abe...
Nützliche Erfindungen
Entwurf einer Bombenpost
Man hat, in diesen Tagen, zur Beförderung des
Verkehrs innerhalb der Gränzen der vier Welttheile,
einen elektrischen Telegraphen erfunden; einen Tele⸗
graphen, der mit der Schnelligkeit des Gedankens, ich
will sagen, in kürzerer Zeit, als irgend ein chronome⸗
trisches Instrument angeben kann, vermittelst des Elek⸗
trophors und des Metalldraths, Nachrichten mittheilt;
dergestalt, daß wenn jemand, falls nur sonst die Vor⸗
richtung dazu getroffen wäre, einen guten Freund, den
er unter den Antipoden hätte, fragen wollte: wie geht’s
dir? derselbe, ehe man noch eine Hand umkehrt, ohn⸗
gefähr so, als ob er in einem und demselben Zimmer
stünde, antworten könnte: recht gut. So gern wir dem
Erfinder dieser Post, die, auf recht eigentliche Weise,
auf Flügeln des Blitzes reitet, die Krone des Verdien⸗
stes zugestehn, so hat doch auch diese Fernschreibekunst
noch die Unvollkommenheit, daß sie nur, dem Interesse
des Kaufmanns wenig ersprießlich, zur Versendung ganz
kurzer und lakonischer Nachrichten, nicht aber zur Ueber⸗
machung von Briefen, Berichten, Beilagen und Packe⸗
ten taugt. Demnach schlagen wir, um auch diese Lücke
zu erfüllen, zur Beschleunigung und Vervielfachung der
Handels-Communikationen, wenigstens innerhalb der
Gränzen der cultivirten Welt, eine Wurf- oder Bom⸗
benpost vor; ein Institut, das sich auf zweckmäßig,
innerhalb des Raums einer Schußweite, angelegten Ar⸗
tillerie-Stationen, aus Mörsern oder Haubitzen, hohle,
statt des Pulvers, mit Briefen und Paketen angefüll⸗
te Kugeln, die man ohne alle Schwierigkeit, mit den
Augen verfolgen, und wo sie hinfallen, falls es kein Mo⸗
rastgrund ist, wieder auffinden kann, zuwürfe; derge⸗
stalt, daß die Kugel, auf jeder Station zuvörderst er⸗
öffnet, die respektiven Briefe für jeden Ort herausge⸗
nommen, die neuen hineingelegt, das Ganze wieder ver⸗
schlossen, in einen neuen Mörser geladen, und zur näch⸗
sten Station weiter spedirt werden könnte. (...)
011
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 11/10/2026
"Aber wie betreten war das Ehepaar, als der Ritter mitten in der Nacht, verstört und bleich, zu ihnen herunter kam..." Neben Anekdoten und Polizeimeldungen veröffentlichte Kleist in den "Berliner Abendblättern" einige seiner später berühmten Werke, z.B. #OTD 1810: kleist-digital.de/berliner-abe...
Mehrere Jahre darauf, da der Marchese, durch
Krieg und Mißwachs, in bedenkliche Vermögensum⸗
stände gerathen war, fand sich ein Genuesischer Ritter
bei ihm ein, der das Schloß, seiner schönen Lage we⸗
gen, von ihm kaufen wollte. Der Marchese, dem viel
an dem Handel gelegen war, gab seiner Frau auf, den
Fremden in dem obenerwähnten, leerstehenden Zimmer,
das sehr schön und bequem eingerichtet war, unterzu⸗
bringen. Aber wie betreten war das Ehepaar, als der
Ritter mitten in der Nacht, verstört und bleich, zu
ihnen herunter kam, hoch und theuer versichernd, daß
es in dem Zimmer spuke, indem etwas, das dem Blick
unsichtbar gewesen, mit einem Geräusch, als ob es auf
Stroh gelegen, im Zimmerwinkel aufgestanden, mit
vernehmlichen Schritten, langsam und gebrechlich, quer
über das Zimmer gegangen, und hinter dem Ofen,
unter Stöhnen und Aechzen niedergesunken sei.
122
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 11/10/2026
"Von den Befürwortern der nationalsozialistischen Rassentheorie im BSC wurden sie 1933 aus dem Club gedrängt." Justus Meyerhof ist einer der jüdischen Sportlerinnen und Sportler, an die der Berliner SC am Hubertus-Sportplatz erinnert. Mehr über Justus Meyerhof: www.tagesspiegel.de/berlin/bezir...
Stele am Hubertus-Sportplatz in Berlin-Grunewald, Aufschrift:

Zum Gedenken an diese ehemaligen Mitglieder des Berliner Sport-Clubs und an viele andere, deren Namen und Schicksale uns unbekannt sind.

Von den Befürwortern der nationalsozialistischen Rassentheorie im BSC wurden sie 1933 aus dem Club gedrängt. Alle wurden diffamiert, viele mussten aus ihrer Heimat fliehen, einige wurden ermordet.

Dr. Ulrich Saalfeld
Dr. Werner Ruhemann
Lili Henoch
Max Henoch
Paul Yogi Mayer
Dr. Hermann Horwitz
James Askanas
Fritz Growald
Dr. Tilly Moses
Dr. Bruno Moses
Walter Friedländer
Ernst Aufrecht
Dr. Erich Kraft
Dr. Werner Freudenberg
Georg Simonetti
Dr. Gertrud Herzfeld
Kurt Meyerhof
Dr. Ernst-Ludwig Blumann
Justus W. Meyerhof
Dr. Fritz Lehmann
Werner Hirschwald
Dr. Franz Langendorf
012
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 10/10/2026
Polizei hatte mit tollem Hund nichts zu schaffen. Heinrich von Kleist schrieb in den "Berliner Abendblättern" auch die Berichtigungen, z.B. #OTD 1810: kleist-digital.de/berliner-abe...
Druckfehler.
In dem gestrigen Abendblatte ist aus einem
Versehen die Rubrik: Polizeiliche Tages-Mitthei⸗
lungen über dem Artikel vom tollen Hunde in
Charlottenburg gedruckt, anstatt nach diesem Arti⸗
kel zu folgen; der Artikel ist keine Tages-Mitthei⸗
lung und seine Fassung beruht bloß auf der Re⸗
daction.
112
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 09/10/2026
"als ſie in keiner menſchlichen und bürgerlichen Tugend mehr Helden hatten, dichteten ſie welche", Heinrich von Kleist betrachtet #OTD 1810 in den "Berliner Abendblättern" den Weltlauf: kleist-digital.de/berliner-abe...
Betrachtungen über den Weltlauf.
Es giebt Leute, die ſich die Epochen, in welchen
die Bildung einer Nation fortſchreitet, in einer gar
wunderlichen Ordnung vorſtellen. Sie bilden ſich ein,
daß ein Volk zuerſt in thieriſcher Rohheit und
Wildheit daniederläge; daß man nach Verlauf ei⸗
niger Zeit, das Bedürfniß einer Sittenverbeſſerung
empfinden, und ſomit die Wiſſenſchaft von der Tu⸗
gend aufſtellen müſſe; daß man, um den Lehren der⸗

ſelben Eingang zu verſchaffen, daran denken würde, ſie
in ſchönen Beiſpielen zu verſinnlichen, und daß ſomit die
Aeſthetik erfunden werden würde: daß man nunmehr,
nach den Vorſchriften derſelben, ſchöne Verſinnlichungen
verfertigen, und ſomit die Kunſt ſelbſt ihren Urſprung
nehmen würde: und daß vermittelſt der Kunſt endlich
das Volk auf die höchſte Stufe menſchlicher Cultur
hinaufgeführt werden würde. Dieſen Leuten dient zur
Nachricht, daß Alles, wenigſtens bei den Griechen und
Römern, in ganz umgekehrter Ordnung erfolgt iſt.
Dieſe Völker machten mit der heroiſchen Epoche,
welches ohne Zweifel die höchſte iſt, die erſchwungen
werden kann, den Anfang; als ſie in keiner menſch⸗
lichen und bürgerlichen Tugend mehr Helden hatten,
dichteten ſie welche; als ſie keine mehr dichten konn⸗
ten, erfanden ſie dafür die Regeln; als ſie ſich in
den Regeln verwirrten, abſtrahirten ſie die Welt⸗
weisheit ſelbſt; und als ſie damit fertig waren, wur⸗
den ſie ſchlecht. z.
112
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 08/10/2026
Haselhorst "so frisch und zügig, daß Mariendorf nicht aufkommen konnte". Sensation im Drahtfunk-Pokal, @tagesspiegel.de #OTD 1946. Mehr Fußball im Nachkriegs-Berlin: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Die erste Fußball-Zwischenrunde um den Drahtfunk-Pokal war für drei Vertreter der Stadtklasse das Schlußspiel in diesem interessanten Wettbewerb. Daß Tempelhof gegen Südring 1:2 unterlag, war weiter keine Ueberraschung, schließlich ist Südring eine starke Liga-Mannschaft, aber daß Mariendorf gegen Haselhorst nicht gewinnen
konnte und klar 3:5 verlor, ist sensationell. Haselhorst vertritt nur die zweite Spielklasse, die Elf kämpfte aber so frisch und zügig, daß Mariendorf nicht aufkommen konnte. Fischer und Münzel schössen für Haselhorst je zwei Tore, ein Selbsttor von Bien erhöhte auf fünf Tore, denen Mariendorf nur drei entgegenstellen konnte. Mit Köpenick, das überraschend gegen Niederschönhausen 0:3 verlor, schied die dritte Liga-Elf aus. Im Wettbewerb bleiben von der obersten Klasse noch Südring, Prenzlauer Berg, Charlottenburg, Wilmersdorf, Mitte und Staaken. Weitere Ergebnisse: Gesundbrunnen—Schäfersee 3:4, Lankwitz—Prenzlauer Berg 0:14, Charlottenburg—Weißensee 9:2, Mahlsdorf Wilmersdorf 1:4, Mitte—Licht/Süd 3:0, Oberschöneweide—Kaulsdorf 4:1, Steglitz/West—Nordring 3:4, Hohenschönhausen—Westend 0:3, Neukölln—Tegel 4:1, Stralau—Rudow 6:0, Pankow/Nord—Eichkamp 3:1, Staaken—Spandau/Altstadt 6:1.
001
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 06/10/2026
Reality und Charity 1810 in Heinrich von Kleists "Berliner Abendblättern" #OTD: kleist-digital.de/berliner-abe...
Ein Schulmeiſter ſoll den originellen Vorſchlag
gemacht haben, den, wegen Mordbrennerei verhafteten
Delinquenten Schwarz — der ſich, nach einem andern
im Publico courſirenden Geruͤcht, im Gefaͤngniß er⸗
henkt haben ſoll — zum Beſten der in Schoͤnberg
und Steglitz Abgebrannten, oͤffentlich fuͤr Geld ſehen
zu laſſen.
102
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 06/10/2026
Amerika erkennt Bremen an, erster Glückwunsch aus Bayern. @tagesspiegel.de #OTD 1946 Die Debatte um die kommenden Bundesländer, mit munterer Einmischung aus Berlin: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Bremen wird selbständiges Land
Bei einem Empfang im Festsaal des Bremer Rathauses gab der amerikanische Militärgouverneur von Bremen die Erklärung ab, daß die Stadt Bremen ihre frühere Stellung als Freie Stadt zurückerhält und als unabhängiges Land anerkannt wird. Die amerikanische Militärregierung wolle dem deutschen Volk dazu verhelfen, daß eines Tages wieder eine freie, friedliche deutsche Regierung errichtet werden könne. Das amerikanische Volk, das gegenwärtig noch jährlich 200 Millionen Dollar aufwende, um das Leben in Deutschland aufrechtzuerhalten, würde enttäuscht sein, wenn die deutsche Bevölkerung nicht von sich aus alle Anstrengungen mache, um in möglichst kurzer Zeit wieder aus eigener Kraft zu leben.
Den ersten Glückwunsch an die Freie Hansestadt Bremen sprach der bayerische Ministerpräsident Dr. Högner aus. Der bayerische Löwe, sagte er, gehe nicht gern außer Lande, aber er sei nun nach Bremen gekommen, um freundschaftlich seine Tatzen auszustrecken. Dr. Högner. erinnerte daran, daß in der Weimarer Republik die Selbstverwaltung falsch angefangen worden sei; man habe das Dach aufgebaut, bevor noch das darunter befindliche Haus fertig zusammengefügt war. Der bayerische Ministerpräsident betonte besonders die Schicksalsgemeinschaft seines Landes mit dem gesamten deutschen Volk und hob hervor, daß Bayern sein Eigenleben nur innerhalb der großen deutschen Gemeinschaft erhalten wissen wolle. Das Ziel seien freie deutsche Länder in einem friedlichen, freien Deutschland.
032
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 05/10/2026
Und nicht vergessen, "daß bloß das, was dieſes Blatt aus Berlin meldet, das Neueſte und das Wahrhafteſte ſei". Heinrich von Kleists "Berliner Abendblätter" #OTD 1810: kleist-digital.de/berliner-abe...
Uebrigens wird nur auf den Schluß des vierten
Blattes (vom 4ten October) verwieſen, um das Pu⸗
blikum zu uͤberzeugen, daß bloß das, was dieſes
Blatt aus Berlin meldet, das Neueſte und
das Wahrhafteſte ſei.
102
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 05/10/2026
"Da man das bisherige Lokal, bei dem außerordentlichen Andrange von Menſchen, zu enge befunden..." Wichtige Service-Meldung für Leserinnen und Leser, Heinrich von Kleists "Berliner Abendblätter" #OTD 1810: kleist-digital.de/berliner-abe...
Da man das bisherige Lokal, bei dem außeror⸗
dentlichen Andrange von Menſchen, zu enge befun⸗
den; ſo werden, von Montag den 8. d. an, die
gedachten Abendblaͤtter nicht mehr hinter der
Katholiſchen Kirche Nr. 3; ſondern in der
Leihbibliothek des Herrn Kralowsky in
der Jaͤgerſtraße Nr. 25 Parterre, ausge⸗
geben werden. Die Stunde, in der dies geſchieht,
bleibt fuͤr die neuen Blaͤtter eines jeden Tages,
wie bisher, die von 5 bis 6 Uhr; dagegen ſind
die vom vorigen Tage ebendaſelbſt, (naͤmlich bei
Hrn. Kralowsky) von Morgens 8 bis Mittags
12 Uhr, und von Nachmittags 2 bis Abends
6 Uhr zu haben; ſo wie auch in dieſer ganzen
Zeit Abonnements angenommen werden.
102
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 05/10/2026
"Der Hausknecht Dieme, im Dienſt des Kaufmann Grebin, iſt wegen zu ſchnellen Fahrens auf der Straße verhaftet." Und weitere Polizeimeldungen aus den "Berliner Abendblättern" #OTD 1810, redigiert von Heinrich von Kleist: kleist-digital.de/berliner-abe...
Tagesbegebenheiten.
Dem Bauer Muͤnchenhofe iſt ein neues Sieler⸗
zeug vom Pferde geſtohlen, mit dem er eine Spruͤtze
zur Loͤſchung des Brandes in Lichtenberg fuͤhren wollte.
Der Hausknecht Dieme, im Dienſt des Kaufmann
Grebin, iſt wegen zu ſchnellen Fahrens auf der Straße
verhaftet.
Beim Nachmeſſen eines halben Haufens Torf, den
der Schullehrer Kruͤger gekauft hatte, fehlten 12 Kie⸗
pen, daher die Schiffer, welche das Meſſen verrichtet
haben, zur Unterſuchung gezogen ſind.
143
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 05/10/2026
Los geht's im Drahtfunk-Pokal, mit Golden Goal. @tagesspiegel.de #OTD 1946 Mehr zum Fußball: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Mehr zum Drahtfunk: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Fußball um den Drahtfunk-Pokal
Am Sonntag ruht der Punktekampf um die Berliner Fußball-Meisterschaft; dafür steht die 1. Zwischenrunde um den Drahtfunk-Pokal auf dem Programm. In den 16 Spielen sind zehn Vertreter der Stadtklasse (Liga) beteiligt. Bis auf das Treffen in der Zastrowstraße, wo Tempelhof die Elf von Südring empfängt, haben alle Liga-Mannschaften Gegner aus den unteren Klassen; fünf müssen „reisen", während drei den Spielpartner zu Hause erwarten. Wilmersdorf muß nach Mahlsdorf, Prenzlauer Berg nach Lankwitz, Maiiendorf nach Haselhorst, Köpenick nach Niederschönhausen und Reinickendorf spielt in der Bellermannstraße gegen Gesundbrunnen. Staaken empfängt Spandau/Altstadt, Weißensee muß nach Charlottenburg und Mitte hat in der Chausseestraße Lichtenberg/Süd zum Gegner. In sieben weiteren Spielen kämpfen Vertreter der unteren Klassen um den weiteren Verbleib im Pokal-Wettbewerb gegeneinander. Die Spiele beginnen um 15 Uhr 30. Bei unentschiedenem Stand am Schluß der regulären Spielzeit wird der Wettstreit um höchstens zweimal 15 Minuten verlängert, er ist jedoch beim Fall des ersten Tores zu Ende.
102
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 04/10/2026
"Der Zweck iſt zugleich, die oft ganz entſtellten Erzaͤhlungen uͤber an ſich gegruͤndete Thatſachen und Ereigniſſe zu berichtigen", Heinrich von Kleist #OTD 1810 über die Polizeimeldungen in den "Berliner Abendblättern": kleist-digital.de/berliner-abe...
Die Polizeilichen Notizen, welche in den Abend⸗
blaͤttern erſcheinen, haben nicht bloß den Zweck, das
Publikum zu unterhalten, und den natuͤrlichen Wunſch,
von den Tagesbegebenheiten authentiſch unterrichtet zu
werden, zu befriedigen. Der Zweck iſt zugleich, die oft
ganz entſtellten Erzaͤhlungen uͤber an ſich gegruͤndete
Thatſachen und Ereigniſſe zu berichtigen, beſonders
aber das gutgeſinnte Publikum aufzufordern, ſeine
Bemuͤhungen mit den Bemuͤhungen der Polizei zu
vereinigen, um gefaͤhrlichen Verbrechern auf die Spur
zu kommen, und beſorglichen Uebelthaten vorzubeugen.
Wenn z. B. wie geſchehen iſt, bekannt gemacht wird,
daß Brandbriefe und Brandmaterialien gefunden oder
Verbrechen begangen worden, deren Urheber noch nicht
entdeckt ſind, ſo kann dabei nicht die Abſicht ſein, Be⸗
ſorgniſſe bei dem Publiko zu erwecken, indem es ſich
auch ohne ausdruͤckliche Ermahnung von ſelbſt verſteht,
daß von Seiten der Polizeibehoͤrde alle Maasregeln
genommen werden, ſowohl das beabſichtigte Verbrechen
zu verhuͤten, als den Urhebern auf die Spur zu kom⸗
men; ſondern blos das Stadtgeſpraͤch zu berichtigen,
welches aus einem ſolchen Brandbrief deren hundert
macht, und aͤngſtliche Gemuͤther ohne Noth mit Furcht
und Schrecken erfuͤllt. Zugleich wird aber auch jeder
redliche Einwohner darin eine Aufforderung finden,
ſeine Wachſamkeit auf die Menſchen und Ereigniſſe
um ihn her zu verdoppeln, und alles was zur Entdek⸗
kung des Verbrechers fuͤhren koͤnnte, dem naͤchſten
Polizei⸗Offizianten auf das ſchleunigſte anzuzeigen, da⸗
mit das Pol.⸗Praͤſidium ſogleich davon Nachricht er⸗
halte, und ſeinen Maaßregeln zur Sicherung des Pu⸗
blici die Richtung geben koͤnne.
102
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 04/10/2026
"Wie grundlos oft das Publicum beunruhigt wird...", Heinrich von Kleists "Berliner Abendblätter" #OTD 1810: kleist-digital.de/berliner-abe...
Tagesbegebenheiten.
Wie grundlos oft das Publicum beunruhigt wird, beweiſ’t
die, in der Stadt bereits bekannte Ausſage eines kuͤrzlich aufgefan⸗
genen Militair⸗Deſerteurs: „er ſei auf eine Bande Mordbrenner
geſtoßen, welche ihm Anerbietungen gemacht, ſich in ihr aufnehmen
zu laſſen“ u. ſ. w. Dieſer Kerl hat, dem Vernehmen nach, nun⸗
mehr geſtanden, daß dieſer ganze Bericht eine Erfindung war, um
ſich dadurch Befreiung von der verwirkten Strafe zu verſchaffen.
113
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 04/10/2026
Kleistsche Anekdoten gab's hier und da in den "Berliner Abendblättern", etwa #OTD 1810: kleist-digital.de/berliner-abe...
Der verlegene Magiſtrat.
Eine Anekdote.
Ein H...r Stadtſoldat hatte vor nicht gar langer Zeit, ohne 45
Erlaubniß ſeines Offiziers, die Stadtwache verlaſſen. Nach einem
uralten Geſetz ſteht auf ein Verbrechen dieſer Art, das ſonſt der
Streifereien des Adels wegen, von großer Wichtigkeit war, eigent⸗
lich der Tod. Gleichwohl, ohne das Geſetz, mit beſtimmten Wor⸗
ten aufzuheben, iſt davon ſeit vielen hundert Jahren kein Gebrauch 50
mehr gemacht worden: dergeſtalt, daß ſtatt auf die Todesſtrafe zu
erkennen, derjenige, der ſich deſſen ſchuldig macht, nach einem feſt⸗
ſtehenden Gebrauch, zu einer bloßen Geldſtrafe, die er an die
Stadtcaſſe zu erlegen hat, verurtheilt wird. Der beſagte Kerl aber,
der keine Luſt haben mochte, das Geld zu entrichten, erklaͤrte, zur 55
großen Beſtuͤrzung des Magiſtrats: daß er, weil es ihm einmal zu⸗
komme, dem Geſetz gemaͤß, ſterben wolle. Der Magiſtrat, der ein
Mißverſtaͤndniß vermuthete, ſchickte einen Deputirten an den Kerl
ab, und ließ ihm bedeuten, um wieviel vortheilhafter es fuͤr ihn
waͤre, einige Gulden Geld zu erlegen, als arquebuſirt zu werden. 60
Doch der Kerl blieb dabei, daß er ſeines Lebens muͤde ſei, und daß
er ſterben wolle: dergeſtalt, daß dem Magiſtrat, der kein Blut ver⸗
gießen wollte, nichts uͤbrig blieb, als dem Schelm die Geldſtrafe zu
erlaſſen, und noch froh war, als er erklaͤrte, daß er, bei ſo bewand⸗
ten Umſtaͤnden am Leben bleiben wolle.
112
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 03/10/2026
"Brandbrief", Heinrich von Kleists "Berliner Abendblätter" #OTD 1810, "Polizei-Rapport": kleist-digital.de/berliner-abe...
Polizei-Rapport.
Vom 3. October.
Der Schreiber Seidler, Friedrichsſtraße Nr. 56,
hat geſtern in der letzten Straße einen ſogenannten
Brandbrief gefunden, nach deſſen Inhalt Berlin binnen
wenigen Tagen an 8 Ecken angezuͤndet werden ſoll.
Das Publikum braucht gleichwohl, bei der Wachſam⸗
keit der oberſten Polizei-Behoͤrde, keinen unzweckmaͤßi⸗
gen Beſorgniſſen Raum zu geben.
122
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 03/10/2026
Arbeiter und Funktionäre, zu seinem Geburtstag zitiert der @tagesspiegel.de #OTD 1946 Carl von Ossietzky. Kultur im Blatt und Zitatrubrik: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Situationen wiederholen sich
Die Rote Einheitsfront ist ein pathetisches Sehnsuchtswort, das auf beiden Seiten schon viel Parteiegoismus verdeckt hat, viel Versuche, in den Hürden des anderen zu wildern. Wo zwei Arbeiter sich treffen, mag es seine Wirkung haben, zwei Funktionäre jedoch macht es noch argwöhnischer, als sie schon sind. Lassen wir es heute beiseite, denn nicht um die Verschmelzung beider Parteien handelt es sich, sondern um ein operatives Zusammengehen zur Verteidigung der Arbeiterklasse.
Carl vom Ossietzky
(Geboren am 3. Oktober 1889. Aus der
„Weltbühne" vom 3. Mai 1932)
112
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 02/10/2026
"Geſchwaͤtz" und "laͤcherliche Fabel", mehr aus Paris in Heinrich von Kleists "Berliner Abendblättern" #OTD 1810: kleist-digital.de/berliner-abe...
Pariſer Blaͤtter erklaͤren das Geſchwaͤtz wegen Einfuͤhrung ei⸗
nes Papiergeldes, fuͤr eine laͤcherliche Fabel, und geben die beſtimmte
Verſicherung, daß die Regierung davon nichts wiſſen wolle.
102
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 02/10/2026
"Man ſollte alſo, wenn man von Vergnuͤgen uͤberſaͤttigt war, bei ihm das Vergnuͤgen haben, keins zu genießen." In Heinrich von Kleists "Berliner Abendblättern" gab's nicht nur "Merkwuͤrdiges und Intereſſantes" aus Berlin. "Fragment eines Schreibens aus Paris", #OTD 1810: kleist-digital.de/berliner-abe...
Fragment eines Schreibens aus Paris.
(Beſchluß.)
So affichirte bei Gelegenheit der Vermaͤhlungs⸗
feierlichkeiten, der Gaſtwirth von Chantilly folgendes
Blatt: Comme les plaisirs (du 15. Avril) rendront un
délassement nécessaire, l’hôte du hameau de Chantil⸗
ly s’offre ... &c. Man ſollte alſo, wenn man von
Vergnuͤgen uͤberſaͤttigt war, bei ihm das Vergnuͤgen
haben, keins zu genießen.

Aber noch ſpaßhafter ſind die Ankuͤndigungen von
Gelehrten, Kuͤnſtlern und Buchhaͤndlern. Am Louvre
fand ich letzthin eine Mathematik in zwoͤlf Geſaͤngen
angekuͤndigt. Der Verfaſſer hatte die algebraiſchen
Formeln und Gleichungen gereimt; als z. B.:
Donc le quarré de cinq est égal, à la fois,
A la somme de ceux de quatre et de trois.
Ein Anderer, Namens François Renard &c. kuͤn⸗
digte fuͤr Fremde, die, in kurzer Zeit, die franzoͤſiſche
Sprache zu erlernen wuͤnſchten, eine Grammatik in
Form eines Panoramas an. Die inneren Waͤnde naͤm⸗
lich dieſer Grammatik (die Concavitaͤt) waren uͤberall,
von oben bis unten, mit Regeln beſchrieben; und da
man demnach außer einem kleinen Luftloch, nichts ſah,
als Syntax und Prosodie, ſo ruͤhmte er von ihr, daß
wer drei Tage und drei Naͤchte, bei maͤßiger Koſt,
darin zubraͤchte, am vierten Tage die Sprache, ſoviel
als er zur Nothdurft braucht, inne hätte. — Ich zweifle
nicht, daß er Deutſche gefunden hat, die ihn beſucht
haben.
132
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 01/10/2026
Nur echt mit Polizeimeldungen, redigiert von Heinrich von Kleist: "Alles, was innerhalb der Stadt, und deren Gebiet, in polizeilicher Hinſicht, Merkwuͤrdiges und Intereſſantes vorfaͤllt..." kleist-digital.de/berliner-abe...
Extrablatt
zum erſten Berliner Abendblatt.

Durch den Koͤnigl. Praͤſidenten der Polizei, Herrn
Gruner, der jedes Unternehmen gemeinnuͤtziger Art
mit ſo vieler Guͤte und Bereitwilligkeit unterſtuͤtzt,
ſind wir in den Stand geſetzt, in ſolchen Extrablaͤt⸗
tern, als hier das Erſte erſcheint, uͤber Alles, was in⸗
nerhalb der Stadt, und deren Gebiet, in polizeili⸗
cher Hinſicht, Merkwuͤrdiges und Intereſſantes vor⸗
faͤllt, ungeſaͤumten, ausfuͤhrlichen und glaubwuͤrdigen
Bericht abzuſtatten: dergeſtalt, daß die Reihe dieſer,
dem Hauptblatt beigefuͤgten Blaͤtter, deren Inhalt
wir auch mit ſtatiſtiſchen Nachrichten aus den Provinzen
zu bereichern hoffen duͤrfen, eine fortlaufende Chronik,
nicht nur der Stadt Berlin, ſondern des geſammten
Koͤnigreichs Preußen, bilden werden.
163
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 01/10/2026
"Berliner Abendblätter", redigiert von Heinrich von Kleist, für achtzehn Groſchen klingendes Courant ab sofort im Abo zu haben, #OTD 1810. kleist-digital.de/berliner-abe...
Von dieſem Blatte erſcheint taͤglich, mit Ausſchluß des Sonn⸗
tags, ein Viertelbogen, und wird in der Stunde von 5–6 Uhr Abends
in der Expedition desſelben, hinter der katholiſchen Kirche Nr. 3. zwei
Treppen hoch, ausgegeben. Das Abonnement betraͤgt vierteljaͤhrig,
alſo fuͤr 72 Stuͤck, achtzehn Groſchen klingendes Courant, das
einzelne Blatt dagegen, koſtet 8 Pf. Den Intereſſenten des Herrn
Buchalsky kann es durch diesen in’s Haus geſchickt werden; Aus⸗
waͤrtige, die es mit den Zeitungen zugleich zu erhalten wuͤnſchen,
belieben ſich an das hieſige Koͤnigl. Hof-Poſtamt zu wenden. Die
Spedition an die Buchhandlungen, jedoch nur in Monatsheften, hat
der hieſige Buchhaͤndler, J. E. Hitzig uͤbernommen.
Berlin den 1. October 1810. Die Redaction.
1103
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 29/09/2026
"So wird den Angeklagten in Nürnberg immer wieder vorgeführt, wie das wahre Recht beschaffen ist, das sie so brutal mißachteten." Walter Gong noch einmal als Gerichtsreporter im @tagesspiegel.de #OTD 1946. Mehr zum Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher: www.tagesspiegel.de/kultur/gegen...
Die letzten Tage des Nürnberger Tribunals
W. G. Nürnberg, 28. September
Die vier Fahnenmasten vor dem Hauptportal des Nürnberger Gerichtshofes ragen noch nackt in den Himmel. Das bunte Fahnentuch, das fast zehn Monate lang die Verhandlungen anzeigte, liegt irgendwo zusammengerollt und wird erst Montag früh wieder aufgezogen werden. Die zahlreichen Fahrzeuge mit den Zeichen und Nummern aller Zonen und aller Länder geben jedoch zu erkennen, daß die „Pause" für die Weltöffentlichkeit schon heute vorüber ist. Nur schwer findet man einen bescheidenen Parkplatz. Durch die Couloirs des Gerichtspalastes wandeln erregt debattierende Journalisten aus allen Ländern. Sie hasten nicht, das wird erst wieder am Montag der Fall sein — sie wandeln noch.
Im ersten Stockwerk des Gerichtsgebäudes verhüllt ein weißer Vorhang einen Teil des Ganges, der bis jetzt dem Verkehr offenstand. Hinter diesem Vorhang, von zwei MPs bewacht, werden die Angeklagten dieses Prozesses für die nachfolgenden Prozesse „zweiter Ordnung" vernommen. Die Angeklagten können die Aussage verweigern, aber kaum einer hat das getan. „Frei" oder „Draußen bleiben" steht an den Türen der verschiedenen Verhandlungszimmer, in denen diese zwanglosen Gespräche bei einer Zigarette und im Beisein der Verteidiger der Angeklagten vor sich gehen. Die Befragten haben das Recht, steh mit ihren Anwälten zu beraten, bevor sie die ihnen gestellten Fragen beantworten. So wird den Angeklagten in Nürnberg immer wieder vorgeführt, wie das wahre Recht-beschaffen ist, das sie so brutal mißachteten.
Heute wurden, dem Vernehmen nach, die Angeklagten zum letzten Male von ihren Familienangehörigen besucht. Von morgen an haben nur noch die Seelsorger des Nürnberger Gerichtsgefängnisses Zutritt zu den 22 Männern, die ein steigendes Bedürfnis nach geistlichem Zuspruch zu haben scheinen.
(...)
023
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 29/09/2026
Zwischendurch ein Hinweis aus dem Forum: www.tagesspiegel.de/berlin/roswi...
RVAHRENKAMP
28.09.26 12:38
Es gibt zahlreiche andere Flusslandschaften, über die schon viel berichtet wurde. Ich war gerade im Tal der Wupper.
002
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 28/09/2026
"Verdächtigungen der feineren und freieren Geister", der @tagesspiegel.de zitiert #OTD 1946 Franz Mehring. Kultur im Blatt und Zitatrubrik: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Radikalismus ist Unfreiheit
Es gibt im öffentlichen Leben nicht leicht ärgere Jesuiten als die beschränkten und buchstabengläubischen Radikalen, die im fadenscheinigen Mantel ihrer Tugendhaftigkeit vor keinen Verdächtigungen der feineren und freieren Geister zurückscheuen, denen es gegeben ist, die tieferen Zusammenhänge des geschichtlichen Lebens zu erkennen. Marx hat es immer mit diesen gehalten, niemals mit jenen.
Franz Mehring
(1846—1919. Aus: „Karl Marx")
102
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 28/09/2026
"Eine Relativierung, die auch heute noch bekannt klingt." www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Im „Demokratischen Forum“, in dem die Redaktion Zuschriften veröffentlichte, sowie in weiteren Gastbeiträgen fand sich neben vernünftigen und bewegenden Wortmeldungen – nicht zuletzt von Holocaust-Überlebenden selbst – auch eine solche durchaus typische Äußerung: „Ich lese von sechs Millionen ausgerotteten Juden, von fünf Millionen Sudetendeutschen, die ihrer Heimat beraubt sind, von zwanzig Millionen Toten auf den Schlachtfeldern des größten Krieges aller Zeiten, von ganzen Landstrichen, die durch eine einzige Bombe der Wüste gleichgemacht wurden.“

Eine Relativierung, die auch heute noch bekannt klingt.
122
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 27/09/2026
Auch in der Wochenend-Ausgabe zu finden, E-Paper und gedruckt.
Screenshot der Seite „Kultur in Berlin“ mit der Havelbuch-Rezension aus dem Eingangspost.
172
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 26/09/2026
Gerade erst gesehen und gleich mal aufgelegt. Noch erstaunlich spielbar trotz vieler Partyeinsätze.
LP-Cover „Les Rita Mitsouko présentent The No Comprendo“
010
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 26/09/2026
Wie herankommen an "die verstörten oder verstockten Menschen unserer Tage", darüber machte sich der @tagesspiegel.de schon vor 80 Jahren Gedanken, #OTD 1946. Mehr zum Dokumentarfilm "Die Todesmühlen": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Tagesspiegel am 26. September 1946

Die in sich differenzierte, aber grundsätzlich gleichgerichtete Abwehrstellung der weitaus meisten Deutschen gegen filmische Dokumente nach Art der „Todesmühlen“ fordert zu sehr nachdenklich stimmenden Rückschlüssen heraus. Das Problem der Publikumspsychologie, das heute nicht intensiv genug studiert werden kann, schob sich in den Vordergrund als entscheidende Voraussetzung für die Anlage und die Wirkungsmöglichkeiten kommender deutscher Dokumentarfilme. Mögen diese vom Wochenschau-Stil oder von Spielfilm-Elementen ausgehen, sie dürfen weder bußpredigerhaft sein, noch mit dem Zeigefinger des Oberlehrers vor die verstörten oder verstockten Menschen unserer Tage hintreten.
154
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 24/09/2026
"Weit entfernt, also, daß der Idealismus etwa Funktion der Vermögenslage wäre, ist eben doch das Leben 'für' die Politik billiger für den besitzenden Parteifreund." #OTD 1946 zitiert der @tagesspiegel.de Max Weber. Kultur im Blatt und Zitatrubrik: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Berufspolitiker
Berufspolitiker gibt es von zweierlei Art: solche, die materiell „von" der Partei und dejn politischen Treiben leben: die bezahlten Parteibeamten. Oder solche, die "für" die Politik zu leben durch ihre Vermögenslage
instand gesetzt und durch ihre Ueberzeugung getrieben sind, also ideell ihr Leben daraus bestreiten, wie etwa Paul Singer in der Sozialdemokratie es tat, der zugleich ein Parteimäzen großen Stiles war. Wohl gemerkt: es soll hier nicht etwa dem Parteibeamtentum der „Idealismus" bestritten werden. Mindestens auf der Linken haben umgekehrt gerade die Parteibeamten ganze Scharen von tadellosen politischen Charakteren gestellt, wie man sie in anderen Schichten wenig zu finden vermöchte. Weit entfernt, also, daß der Idealismus etwa Funktion der Vermögenslage wäre, ist eben doch das Leben „für" die Politik billiger für den besitzenden Parteifreund. Gerade dies nach oben und unten ökonomisch unabhängige Element ist innerhalb des Parteilebens höchst erwünscht und wird hoffentlich auch in Zukunft speziell den radikalen Parteien nicht ganz fehlen. Der eigentliche Parteibetrieb ist freilich heute damit allein nicht zu bestreiten: die Masse der Arbeit außerhalb des Parlamentes wird immer auf den Parteibeamten ruhen. Schon wegen ihrer Inanspruchnahme durch den Betrieb sind aber diese Beamten keineswegs immer die gegebenen Kandidaten für das Parlament selbst.
Max Weber
(1864—1920. Aus: „Parlament und Regierung Im
neugeordneten Deutschland", Artikelsammlung aus
der Frankfurter Zeitung, Sommer 1917)
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Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 24/09/2026
"Was nützen beim Fußball einige hervorragende Einzelkönner?" @tagesspiegel.de #OTD 1946 Mehr Berliner Fußball in der Nachkriegszeit: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Berlins Fußball-Elf vor ihrer Reise
Die Generalprobe der Berliner Fußball-Elf für ihre Rheinlandfahrt ist nicht nach Wunsch verlaufen. Es hat sich am Gesundbrunnen gegen Zwickau herausgestellt, daß die Spieler von einer Mannschafts-Einheit noch weit entfernt sind. Was nützen beim Fußball einige hervorragende Einzelkönner? Nicht viel, wenn ihnen eine Mannschaft gegenübersteht, die
das Zusammenspiel pflegt und deren Stellungsspiel — eine Vorbedingung zur guten Zusammenarbeit — besser ist. Zwickau
hatte nur wenige hervorragende Könner, aber alle Spieler verstanden sich besser, waren gut aufeinander eingespielt. Und
da im Sturm auch energische und sichere Angreifer standen,
konnten Erfolge nicht ausbleiben. Durch Mittelstürmer
M o e c k e 1 legte Zwickau überraschend drei Tore vor, drei
Tore, die verhältnismäßig leicht errungen wurden. Erst kurz
vor der Pause köpfte Böhm e eine Flanke von rechts zum
ersten Treffer für Berlin ein."Nach dem Seitenwechsel kam
Berlin stark auf, es gab aufregende Szenen im Zwickauer Strafraum — aber das nächste Tor schoß ö 111 e r für Zwickau. Nach
dem Spielverlauf konnte Zwickau den Kampf kaum noch verlieren, besonders da der Gast in Huber einen sehr sicheren
Mann im Tore hatte. Huber wurde nur noch einmal bezwungen,
als der junge W e n z k e einei schöne Flanke von Böhme einköpfte. Bei 4 : 2 für Zwickau blieb es, und die 10 000 Zuschauer
waren wohl mit dem Verlauf des Kampfes, nicht aber mit der
Gesamtleistung d^r Berliner Elf zufrieden.
Die gleiche Elf Berlins fährt morgen mit einigen Ersatzleuten
nach dem Rhein, wo sie in Stadthagen, Düsseldorf und Bonn
spielen wird — ob mit Erfolg, bleibt abzuwarten.
102
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 21/09/2026
Es wird kompliziert, "nennen wir es vorerst Rheinland-Pfalz". @tagesspiegel.de #OTD 1946. Mehr zur Nachkriegsdebatte um die kommenden Bundesländer: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Alle Folgen: "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Der Nordteil der französischen Zone, jedoch ohne das vergrößerte Saargebiet, ist durch eine Verordnung des französischen Oberkommandierenden, General Koenig, zu einem Land zusammengefaßt worden, dessen Namen die Verordnung nicht nennt und zu dessen Hauptstadt sie Mainz,bestimmt. Bestandteile des neuen Landes — nennen wir es vorerst Rheinland-Pfalz — sind die früheren preußischen Regierungsbezirke Trier und Koblenz sowie ein schmaler' Gebietsstreifen der ehemaligen preußischen Provinz Hessen-Nassau mit Bad Ems (Unterlahnkreis) und St. Goarshausen, die Provinz Rheinhessen des ehemaligen Freistaates Hessen und der ehemalige bayerische Regierungsbezirk Pfalz, ohne die ans Saargebiet abgetretenen. Kreise Homburg und St. Ingbert. Der Flächeninhalt des Landes beträgt 19 744 Quadratkilometer, die Einwohnerzahl rund 2,7 Millionen.
122
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 21/09/2026
In den beiden auf der Karte schwarzen Bezirken in der City-West und im Südwesten sind übrigens grün-rot-rote Zählgemeinschaften mit dann wohl weiterhin grünen Bezirksbürgermeister:innen möglich. Nicht zuletzt dank starken Linken. interaktiv.tagesspiegel.de/lab/berlin-b...
Berlin-Karte mit schwarz-eingefärbtem Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf, weil dort die CDU bei den Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung jeweils die meisten Stimmen erhielt.
1102
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 20/09/2026
Wird schwierig.
Wahlkreis 4
Charlottenburg-Wilmersdorf, Abgeordnetenhauswahl, Zwischenergebnis
Statistisches Landesamt Berlin-Brandenburg, Stand: 22:32
98%
ausgezählt
32.381
Wahlberechtigt
Zweitstimme 2026
#
Partei
Ergebnis und Veränderung
2023
2026
1
CDU
24,8%
−3,1
2
Linke
20,6%
+12,3
3
Grüne
19,5%
−4,7
4
SPD
14,1%
−6,0
5
AfD
8,4%
+3,7
6
FDP
4,4%
−3,6
Sonstige
8,2%
010
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 20/09/2026
Bei den Erststimmen sieht's noch recht bunt aus in Berlin. interaktiv.tagesspiegel.de/lab/berlin-w...
Berlin-Karte der weitgehend ausgezählten Wahlkreise nach Erststimmen, außen herum viel CDU vorn, mittig-westlich Grüne, im Osten außen AfD mit Einsprengseln in Spandau und Reinickendorf, sowie durchweg viel Linke, SPD nur in Treptow.
181
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 19/09/2026
Bemerkenswert.
Aktuelle Tabelle der Zweiten Bundesliga der Fußballerinnen, 1. Viktoria Berlin, 2. SGS Essen, 3. VfL Bochum, 4. Hertha BSC, Bochum und Hertha haben ein Spiel weniger und können dementsprechend nach vorn springen.
000
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 19/09/2026
"Sollte man nicht vielmehr jede Gelegenheit benutzen, den Bürgern, die sich selten auf den theoretischen Wert der Gesetze verstehen, bei deren Ausübung zu zeigen, wie nützlich sie sind?" Ludwig Börne, @tagesspiegel.de #OTD 1946. Kultur und Zitate #Tagesspiegel80: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Wie lange noch?
Wenn irgendeine Regierunq geheimnisvoll verfährt, so ist dies das Traurigste nicht — das Traurigste wäre, wenn sie das Bedürfnis fühlte, so zu verfahren. Wenn bestehende und bekannte Gesetze in gegebenen Fällen nach voraus bestimmten Regeln angewendet werden, wozu täte dann Verschwiegenheit der Beamten not? Sollte man nicht vielmehr jede Gelegenheit benutzen, den Bürgern, die sich selten auf den theoretischen Wert der Gesetze verstehen, bei deren Ausübung zu zeigen, wie nützlich sie sind? Wozu jener Hokuspokus und aller sonstiger Schnickschnack, dem man in dem Treiben der Beamten so oft begegnet? Man muß denjenigen Teil der Regierung, der heilkünstlerisch verfährt und die Schärfe des wundärztlichen Messers wie die Bitterkeit der Arzneien nicht erlassen kann, von demjenigen unterscheiden, der die Lebensordnung der Bürger regelt und sich nur der Hausmittel bedient. Aber in einer deutschen Amtsstube riecht alles nach der Apotheke. Tritt man hinein, so geschieht von zwei Dingen eins. Entweder man ist unerfahren, und dann fühlt sich das Herz wie zugeschnürt über diese ängstliche Stille, diese Grämlichkeit der Beamten und ihr geisterartig hohles und gefühlloses Reden. Oder man kennt die Welt, und dann lächelt man nur allzu viel, weil man nur allzu gut weiß, daß diese finsteren Götter so unerbittlich nicht sind. In dem einen Falle geht die Liebe, in dem anderen die Achtung verloren.
Ludwig Borne
(1786—1837. Aus den Fragmenten)
112
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 17/09/2026
"Prenzlaus rechter Flügel Trotschinski-Kullich ragte hervor", Berliner Fußball im @tagesspiegel.de #OTD 1946. Mehr guten Sport: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Start der Fußball-Meisterschaft
Der längste Sportwettbewerb, der auch .die weitaus meisten Aktiven beschäftigt, ist gestartet: die Berliner Fußball-Meisterschaft 1946/47 hatte ihre ersten Punktspiele. Wilmersdorf, ohne Kippel, hatte zu kämpfen, ehe Oslo mit 3 : 1 geschlagen war. Nickel schoß zwei Tore. Mit dem gleichen Ergebnis bezwang Charlottenburg die Elf von Tempelhof, aber Torwart Steinbeck hatte viel Arbeit, um den Sieg zu halten. Lichtenberg war Prenzlauer Berg fast gleichwertig und gab sich nur 1 :2 geschlagen. Prenzlaus rechter Flügel Trotschinski-Kullich ragte hervor. Ausgeglichen auch das Spiel Mariendorf—Köpenick, das 2 : 1 für Mariendorf endete. Da sich Reinickendorf und Staaken (5 : 4 für Staaken) gleichfalls einen offenen Kampf lieferten, hat die neue Liga-Einteilung ihren guten Einfluß auf Spielstarke und sportlichen Wert gleich am ersten Spieltag bewiesen. Eine Ausnahme machte das Spiel Südring—Mitte, bei dem der Sieg mit 6 : 1 überlegen an Südring fiel. Die vier Stürmer Brenzke, Zech, Bretag und Ley schössen beim Sieger die Tore.
112
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 17/09/2026
„Die KI erkennt regionalspezifische ,Aufreger-Themen‘, die für die AfD funktionieren.“ @table.media table.media/berlin/news/...
Die KI erkennt regionalspezifische „Aufreger-Themen“, die für die AfD funktionieren. Sie macht Vorschläge, die sich aus Medienberichten speisen, und zeigt dazu einen „Virality-Score“, also eine Kennzahl, welche Reichweite dieser Beitrag in den Sozialen Medien erzielen könnte. Derjenige, der den Post baut, gibt seine Positionierung dazu ein, also zum Beispiel Empörung über die Benzinpreise. Die KI generiert dann etwa ein Bild einer Frau, die weinend an einer Tanksäule steht, und erstellt eine Kachel, die das Bild mit dem Logo der Partei, der Positionierung und einem Medienzitat verbindet. Binnen weniger Minuten ist der Post fertig. In der Fläche sollen die Verbände dadurch häufiger posten können und dabei ein einheitliches Design verwenden. Franziska Klemenz
131
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 16/09/2026
Nick Cave in der neuesten Lieferung der "Red Hand Files".
Have you ever met Leonard Cohen in person?
VOLKER, STUTTGART, GERMANY

No, but he emailed me soon after Arthur died. The email said, “I am with you, brother. LC." I think he is with me still.
010
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 15/09/2026
R.I.P. Ralf Richter m.youtube.com/watch?v=k9xn...
Still aus „Rote Erde“ u.a. mit Ralf Richter als Otto Schablowski und Claude-Olivier Rudolph als Bruno Kruska mit weiteren Bergmännern vorm Zechentor im Ruhrgebiet.
1103
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 15/09/2026
Trautmann et al, @tagesspiegel.de #OTD 1946. Vom Kriegsgefangenen zum Profitorwart: www.tagesspiegel.de/sport/bernd-... Mehr #Tagesspiegel80: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Kriegsgefangene
wollen in England bleiben
London, 14. September (DPD)
Das britische Landwirtschaftsministerium beschäftigt sich zur Zeit mit einem Antrag englischer Landwirte, deutschen Kriegsgefangenen, die den Wunsch haben, in England zu bleiben, die Erlaubnis dazu zu geben. Nach einer Meldung der „Daily Mail" geht die Zahl der deutschen Kriegsgefangenen, die noch nicht wünscht, nach Deutschland zurückzukehren, in die Tausende. Der Kommandant eines Gefangenenlagers erklärte, daß die von der Regierung beschlossene beschleunigte Rückführung der Gefangenen die Stimmung unter den Kriegsgefangenen stark gehoben habe. Ein anderer Lagerkommandant erklärte jedoch, daß Hunderte von Deutschen lieber in England bleiben wollen, als sich ungewissen Lebensbedingungen in Deutschland gegenüberzusehen.
031
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 14/09/2026
Guter Hinweis, danke. Wichtig zu Thomas Dehler allerdings auch: www.reichsbanner-geschichte.de/personen/per...
Während des Nationalsozialismus gehört er zum Umfeld der linksliberalen Robinsohn-Strassmann-Gruppe, die das Ausland über die Existenz von Widerstandsgruppen in Deutschland unterrichtet und Plänen (sic) für eine politische Neuordnung Deutschlands ausarbeitet. Nach den Novemberpogromen 1938 warnt Dehler einen jüdischen Kollegen vor der Rückkehr aus dem Ausland und wird deshalb von der Gestapo in Bamberg vorübergehend in „Schutzhaft“ genommen. Der Freigeist Dehler, vom Regime mehrfach zur Scheidung von seiner jüdischen Ehefrau aufgefordert, vertritt während der NS-Zeit zahlreiche jüdische Klienten.
010
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 13/09/2026
"Meisterschaft der Zeitungsfahrer" auch im Sportteil zu finden ("Sport-Mosaik"), @tagesspiegel.de #OTD 1946. Mehr #Tagesspiegel80 aus dem Archiv: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Alle Folgen der kleinen Reihe "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Meisterschaft der Zeitungsfahrer
Neben der Radsport-Veranstaltung am Funkturm findet auf einer 3,5 km langen Rundstrecke in Weißensee die Meisterschaft der Zeitungsfahrer statt, zu der rund 250 Fahrer gemeldet haben. In vier Gruppen werden die Meister ermittelt. Um allzu überlegene Erfolge der als Amateure oder als Profis lizenzierten Fahrer zu vermeiden, erhalten alle übrigen Teilnehmer Zeitvorgaben. Mit Lohrke, Zerm, Wiemer, Jährling, Wießner, Dorn, Urban und Heinz Böhm gehen erstklassige Kräfte an den Start. Der vorjährige Meister, Golz, hat seine Sturzverletzungen noch nicht überwunden, er verteidigt seinen Titel nicht. Der Tagesspiegel ist mit 25 Fahrern bei den Rennen vertreten. Start und Ziel ist in der Albertinstraße.
122
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 13/09/2026
Dank Frauen, KPD und Ochsensepp, @tagesspiegel.de #OTD 1946 (mehr zur Staatspräsidenten-Saga oben im Thread). Mehr zur Nachkriegsdebatte um die kommenden Bundesländer: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Bayerischer Staatspräsident abgelehnt
J. Seh. München, 12. September
In der Donnerstagsitzung der Verfassunggebenden Landesversammlung in Bayern wurde die Einsetzung eines Staatspräsidenten für Bayern mit 85 gegen 84 Stimmen bei vier Stimmenthaltungen in namentlicher und öffentlicher Abstimmung abgelehnt. Gegen den Staatspräsidenten waren die Kommunisten und die Wirtschaftliche Aufbauvereinigung. Für den Staatspräsidenten entschieden sich von der CSU unter anderem Ernährungsminister Baumgartner, der Minister für Sonderaufgaben Dr. Pfeiffer und der Münchener Oberbürgermeister Dr. Scharnagl, von der SPD Ministerpräsident Dr. Högner, Innenminister Seifried, Kultusminister Dr. Fendt und Arbeitsminister Roßhaupter. Von der CSU lehnten insgesamt 23 Abgeordnete den Staatspräsidenten ab, darunter der Landesvorsitzende der CSU, Dr. Josef Müller. Drei Mitglieder enthielten sich der Stimme, vier waren abwesend. Unter den führenden Sozialdemokraten stimmten gegen den Staatspräsidenten der bayerische Gewerkschaftsführer Gustav Schiefer und der zweite Bürgermeister von München, Thomas Wimmer. Die Frauen aller Parteien lehnten das Amt eines Staatspräsidenten ab.
103
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 12/09/2026
Da gerade viel von Bundesliga-Tabellenführern die Rede ist. (Nur echt mit Uhrentürmchen im Stadion Niederrhein.) www.kicker.de/augsburger-p...
Zweimal: Oberhausen und Essen
Oberhausen letztmals Tabellenführer am 5. Spieltag 1969/70 | Essen letztmals am 4. Spieltag 1970/71 |
imago images/Werner Otto
010
Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 12/09/2026
Endlich wieder Fußball, @tagesspiegel.de #OTD 1946. Mehr über Ligen und Pokale, über Vereine und kommunale Sportgruppen in der Nachkriegszeit in Berlin: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Fußball-Meisterschaft beginnt
An diesem Sonntag beginnen in allen Klassen die Punktspiele der neuen Berliner Fußball-Meisterschaft. Die Spiele der Stadtklasse (Liga) haben durch zwei Tatsachen an sportlichem Wert gewonnen: die oberste Klasse ist von 36 auf 12 Mannschaften verkleinert worden, und durch die Aufhebung der Bezirksgrenzen ist eine Konzentrierung der besten Kräfte möglich. Die Mannschaften spielen nach dem üblichen System, also in zwei Runden nach Punktwertung. Die erste Runde, die am Sonntag beginnt, wird Ende Dezember zu Ende sein, die zweite Runde beginnt am ersten Januar-Sonntag. Die Anfangszeiten sind wie folgt festgesetzt worden: im September 16 Uhr, im Oktober 15 Uhr 30, im November 14 Uhr 30 und im Dezember 14 Uhr. Vor diesen Spielen werden jeweils die zweiten Mannschaften der Liga-Klasse antreten. Die Begegnungen der Stadtklasse für den ersten Spieltag lauten wie folgt: Tempelhof—Charlottenburg (Zastrowstraße), Köpenick—Mariendorf (Spindlersfeld), Prenzlauer Berg—Lichtenberg (Stadion Mitte), Südring—Mitte (Züllichauer Straße), Oslo—Wilmersdorf (Bellermannstrafie), Reinickendorf—Staaken (Birkenstraße).
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Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 12/09/2026
"Erhebung der Provinz Schleswig-Holstein zum Land", @tagesspiegel.de #OTD 1946. Mehr zur Nachkriegsdebatte um die kommenden Bundesländer und die Sicht unserer Zeitung: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Land Schleswig-Holstein
Kiel, 11. September (DPD)
Die mit Wirkung vom 23. August erfolgte Erhebung der Provinz Schleswig-Holstein zum Land wurde vom bisherigen Oberpräsidenten und jetzigen Ministerpräsidenten Stelzer in der nenen Sitzung des Schleswig-Holsteinischen Landtages bekanntgegeben. Im Verlauf dieser Sitzung wurde auch ein dänischer Dringlichkeitsantrag auf Abtrennung des Gebietes nördlich der Eider vom Landtag abgelehnt.
Die Umwandlung der Provinz Schleswig-Holstein in ein Land fußt auf dem Gesetz Nr. 46 der Militärregierung, das die Auflösung der preußischen Provinzen vorsieht. Das bisherige Oberpräsidium wurde in „Landesministerium" umbenannt. Der Oberpräsident ist jetzt Ministerpräsident. In verwaltungsorganisatorischer Hinsicht ändert sich im neuen Land SchleswigHolstein, das bereits seit längerer Zeit einen eigenen Landtag hat, nichts.
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Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 09/09/2026
„…daß der Wille eines Helden der Geschichte, weit entfernt die Tätigkeit der Massen zu lenken, vielmehr selbst beständig von ihnen gelenkt wird.“ Zu Tolstois Geburtstag #OTD zitiert der @tagesspiegel.de 1946 den russischen Schriftsteller. #Tagesspiegel80, Kultur: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Rerum cognoscere causas
Der menschliche Verstand vermag die Gesamtheit der Ursachen der Erscheinungen nicht zu begreifen. Aber das Bedürfnis, nach diesen Ursachen zu forschen, liegt in der Seele des Menschen. Da nun der menschliche Verstand in die zahllose Menge und mannigfaltige Verschlingung der die Erscheinungen begleitenden Umstände, von denen ein jeder, für sich betrachtet, als Ursache erscheinen kann, einzudringen nicht imstande ist, so greift er nach dem ersten besten, verständlichsten Momente, das mit einer Erscheinung in Berührung steht, und sagt: das ist die Ursache. Bei geschichtlichen Ereignissen, wo den Gegenstand der Untersuchung Handlungen von Menschen bilden, erscheint als ein solches Moment, das sich zuallererst darbietet, der Wille der Götter, demnächst der Wille derjenigen Personen, die bei dem betreffenden Ereignisse auf dem sichtbarsten Platze stehen, der Helden der Geschichte. Aber man braucht nur in das Wesen eines historischen Ereignisses einzudringen, das heißt in die Tätigkeit der gesamten Masse der Menschen, die an dem Ereignisse beteiligt gewesen sind, um sich zu überzeugen, daß der Wille eines Helden der Geschichte, weit entfernt die Tätigkeit der Massen zu lenken, vielmehr selbst beständig von ihnen gelenkt wird.
Leo Tolstoi
(Geboren am 9. September 1828 auf Jasnaja Poljana bei Tula. Aus dem Roman „Krieg und Frieden")
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Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 07/09/2026
"Wenn alle anderen deutschen Länder auf einen Staatspräsidenten verzichten, dürfte eine solche Einrichtung in Bayern nicht gerade als glücklich zu bezeichnen sein..." @tagesspiegel.de #OTD 1946 Föderalismus: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Um den bayerischen Staatspräsidenten
München, 6. September (DANA) Obwohl der Verfassungsausschuß der bayerischen Landesversammlung sich, wie berichtet, für die Einsetzung eines Staatspräsidenten entschieden hat, wird diese Frage erst durch das Plenum der Landesversammlung endgültig geklärt werden. Während Ministerpräsident Dr. Högner im Verfassungsausschuß mitgeteilt hatte, daß man auch in Württemberg-Baden und Großhessen die Einsetzung eines Staatspräsidenten plane, wurde jetzt bekannt, daß der württembergische Verfassungsausschuß einen Staatspräsidenten in zweiter Lesung abgelehnt habe, und daß nunmehr auch Großhessen diesen Plan fallen lassen werde. Die Entscheidung der beiden anderen süddeutschen Länder dürfte nicht ohne Einfluß auf die bayerische verfassunggebende Landesversammlung bleiben. Etwa sechzig Prozent der Mitglieder der Christlich-Sozialen Fraktion treten für die Einsetzung eines Staatspräsidenten ein. Sollte diese Fraktionsmehrheit auf dem Wege über den Fraktionszwang auch die Haltung der übrigen christlichsozialen Abgeordneten beeinflussen, dann würde sich der Fall ergeben, daß eine Mehrheit innerhalb einer Fraktion die Mehrheit eines Volkes majorisiert. Die Haltung der Sozialdemokraten ist unklar, obwohl sie in der jetzigen Lage den Ausschlag geben könnte. Wenn alle anderen deutschen Länder auf einen Staatspräsidenten verzichten, dürfte eine solche Einrichtung in Bayern nicht gerade als glücklich zu bezeichnen sein, zumal sich aus dem Nebeneinander der Aemter eines Staats- und eines Ministerpräsidenten sicherlich Schwierigkeiten ergeben würden.
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Markus Hesselmann @hesselmann.bsky.social · 06/09/2026
Nochmal Oper, @tagesspiegel.de #OTD 1946. Mehr über „Entnazifizierung“ und deren Ausbleiben: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... Alle Folgen „Im Tagesspiegel vor 80 Jahren“: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80
Entlassungen bei der Städtischen Oper
Rund vierzig Künstler und Angestellte der Berliner Städtischen Oper sind zum 1. September auf Grund der Entnazifizierungsbestimmungen entlassen worden. Darunter befinden sich 16 Mitglieder des Orchesters, der Bassist Willi Sahle, der Stimmbildner Paul Neuhaus, acht Mitglieder des Chors, drei Angehörige der Verwaltung und zehn Handwerker, Hilfskräfte und Logenschließer. Beurlaubt bis zur endgültigen Klärung ihrer politischen Angelegenheit wurden die Sänger Karl Schmitt-Walter und Günther Treptow, ferner Hans Haller genannt Florian und Heinz Hammers. (DPD)
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