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Gottfried Schürholz

@goschue.bsky.social
385 followers 635 following 2.9K posts

Anthropologist. Vienna, Austria. loves books/food/cats/vinyl (not necessarily in that order).

PostsRepliesMedia
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 4h
ok, danke
020
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 5h
wofür stehen die beiden hashtags?
120
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 13/10/2026
unvergessen, dieses… ähm… Interview: „…wir haben eine sehr erfolgreiche Situation…“
youtu.be
Wolfgang Gerstl im Interview über die Hintergründe der Razzia bei Blümel
YouTube video by OE24.TV
011
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
steht doch eh dort: es ist eine „sehr komplexe“ Webseite! und: „Quantengravidität“!1!elf
020
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
static.klipy.com
Mind Explosion: Nuclear Mushroom Cloud
Alt: Mind Explosion: Nuclear Mushroom Cloud
040
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
🤝
030
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
this.
040
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
für c) könnte man vielleicht die Herrschaften aus der Capistrngasse gewinnen, die haben, glaub ich, passendes… Gerät
130
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
allerdings. die habe ich gerade überflogen. wild. (ich muss mir mal überlegen, meine (sehr vorläufige) Domänen-These ein bissl auszuformulieren, das („einen Haufen mutuals“) passt sehr gut dazu)
140
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
puh… starker Tobak, der account. wie kann es sein, dass der über 6k follower hat, unter denen durchaus vernunftbegabte Non-Bots sind?
160
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
you are evidently taking the hardships of the world onto your shoulders.. 🙂
010
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
dieser Hyperlativ ist mitunter gerne bei Jurist:innen zu hören, scheint mir, möglicherweise beim Versuch das eigene Argument maximalst (!) zu stützen? mir persönlich graut ja auch bei den kreativen Wortbildungen „bestangezogenste“ u.ä.
020
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
…im Zivilberuf Cafetier und Hausmeister…
de.wikipedia.org
Josef Lang (Henker) – Wikipedia
000
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
Karl Kraus, der dem letzten k.u.k.-Scharfrichter Josef Lang (am Bild) als einem „triumphierenden Ölgötzen der Gemütlichkeit, die ,Mir-san-mir‘ heißt“ ein sprachliches Denkmal gesetzt hat, lässt grüßen…
Foto der Hinrichtung des Trentiner Irredentisten Cesare Battisti mit dem grinsenden Wiener Scharfrichter Josef Lang sowie den ebenfalls grinsenden österreichischen Offizieren und Zivilisten, die sich um den Leichnam ins Foto drängen.
100
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 12/10/2026
gern!
010
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
gerne! 🫶
160
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
D.h. es gab und gibt vielfältige Forschung und Auseinandersetzung mit dem Thema Nahrung (Beschaffung, Zubereitung, Aufnahme) - die im Video angesprochenen Fragen sind m.E. aber nicht ganz leicht abschliessend zu beantworten (zumindest durch mich 😉)
190
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
kulinarisches Dreieck, das verschiedene Übergangsformen anhand der Methoden bzw. der benutzten „Medien“ (Luft, Wasser, Feuer) beschreibt:
Darstellung des kulinarischen Dreiecks nach Levi-Strauss
180
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
Phönixkrallen (Hühnerfüsse!) in der chinesischen Küche oder dass in Japan z.B. Hühnerknochenkorpel zubereitet und serviert werden. 3) das Thema „Esssen“ im Zusammenhang mit dem Ubergang von „Natur“ zu „Kultur“: der Franzose Claude Levi-Strauss hat sich damit beschäftigt, berühmt ist sein
180
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
Marshall Sahlins in seinem „Stone Age Economics“ zu zeigen versuchte. was aber, siehe oben, auch nicht heisst, dass es nicht Phasen von Nahrungsmangel gab. ein schwacher Widerhall der Notwendigkeit, möglichst alle Nahrungsteile zu verwerten, sieht man in manchen Küchen noch heute: die (berüchtigten)
180
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
zweifellos litten frühzeitliche Menschengruppen unter verschiedenen Plagen (hohe Kindersterblichkeit, Krankheiten/Seuchen, kriegerische Konflikte) - das Bild, dass sie ständig (!) am Rand des Untergangs standen, wegen Nahrungsmangel gilt allerdings als weitgehend überholt, wie der US-Anthropologe
180
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
oft schiefging (Vergiftungen, Unverträglichkeit): ja, sicher. Lernkurve etc. ein schönes lustiges Bild gibt es dazu von Gary Larson, betreffend vollständige Nutzung der Beutetiere (gepaart mit zeitaktueller Gesellschaftskritik):
Bild, in dem frühzeitliche Hominiden ein erjagtes Mammut zerlegen, der abgeschnittene Schwanz liegt am Binden und ein alter Mann von der Seite sagt: „What? You‘re just going to throw the tail away? Why, in my day, we used every goldang part of mammoth!“
191
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
knapper Nahrung, so viel wie möglich, von erjagten Tieren zu essen, ist auch wenig überraschend, insoferne: wenn man einen Fisch fängt, warum nicht auch den Rogen essen? wenn gerade keine Beutetiere da sind, warum nicht auch alle möglichen Blätter (Pflanzen generell) probieren? Dass das sicher auch
180
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
kulturevolutionistischen) Sichtweise, irgendwann begonnen haben, erfinderisch zu werden, ist nicht ganz überraschend: man schaut sich das Verhalten z.B. nesträuberischer Tiere ab und stellt fest: ah, Eier kann man gut essen. Dass es in den Frühzeiten menschlicher Wildbeuter Sinn machte, in Zeiten
180
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
in der Vergangenheit viel spekuliert wurde. Heutzutage muss man vielfach sagen: wir wissen es nicht, warum Menschen begonnen haben, X oder Y zu essen - und werden wahrscheinlich auch in Zukunft eher keine abschließenden Antworten haben. 2) die kulturtheoretische Perspektive: dass Menschen (in einer
180
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
Material, das man analysieren könnte, vorhanden ist. (Ausnahmen sind archäologische „Glücksfälle, wie z.B. sehr gut konservierte Moorleichen, bei denen man u.a. Magen-/Darminhalt untersuchen kann). das reicht in der Regel aber nicht leicht, um so grundsätzliche Fragen beantworten zu können - weshalb
180
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 11/10/2026
vorab: es ist m.E. nicht leicht möglich hier eine gute Antwort zu geben… 🙂 ich versuch‘s mit 3 Aspekten: 1) die archäologische Perspektive: das Problem ist, dass wir für sehr lange Zeiträume (z.T. 1000e Jahre) der Menschheitsentwicklung kaum oder keine guten Evidenzen haben, weil kaum organisches
190
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 10/10/2026
passend zum heutigen „Tag der Volksabstimmung“ in Kärnten: (Volltext des „Schauermärchens“ gewünscht?)
Mit der Fernbedienung schaltete Christoph das Fernsehgerät ein, danach meldete er sich bei Deine Stimme mit dem Fingerabdruck seines rechten Daumens an. Es liefen noch die Nachrichten. Die taiwanesische Exil-Regierung in Kalifornien brachte eine Petition bei der UNO ein... in der Grünmark wurden Polizei-Kräfte eingesetzt, um einen Streik in einem Auto-Zulieferbetrieb gegen die Arbeitsbedingungen zu zerschlagen.
„Recht so", dachte Christoph, „die soin gfölligst wos hackin". Gefordert wurde von den Streikenden eine Reduktion der 60-Stunden-Arbeitswoche. In Quörntingen wurde debattiert, ob der neue Landesfeiertag am zehnten Oktober (Tag der Volksabstimmung") oder am elften Oktober („Jörg-Haider-Tag") eingeführt werden sollte. Als die Wettervorhersage kam - es wurde die erste Hitzewelle des Jahres prognostiziert - ging er noch schnell auf die Toilette. Christoph kam gerade rechtzeitig zurück ins Wohnzimmer, es lief noch ein letzter
Werbe-Spot.
Auf Deine Stimme war ganz oben prominent die gleich beginnende Sendung Unser Recht platziert, die darunter aufgelisteten Abstimmungsfragen zu irgendwelchen Verwaltungsgesetzen interessierten ihn kein Stück und er verstand auch nicht, worum es dabei im Detail ging. Er aktivierte seine Teilnahme an der Sendung und wartete auf den Beginn. Beethovens Schicksalssymphonie hob an, dazu groß das Logo der Sendung, ein großes Schwert und eine - deutlich kleinere - Waage. Der Moderator begrüßte das Publikum und fing gleich an den ersten Fall zu präsentieren, „Sie sehen Youssef, er ist marokkanischer Staatsbürger!", während von der Seite ein großer Stahlkäfig auf Rollen von zwei Justizwachebeamten auf die Bühnen-Mitte geschoben wurde. Im Kafig stand ein verangstigt wirkender
000
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 10/10/2026
uns zu dieser Position geführt haben. m.E. handelt es sich hier um „Geschmacksurteile“, wie wir den „Auftritt“ der Akteure erleben, die wesentlich vorbewusst getroffen werden und ganz entscheidend die „Einordnung“ determinieren.
120
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 10/10/2026
jeweils unterschiedliche Wahrnehmung (im Auftreten, in der Rhetorik)? wohl wesentlich auf unseren eigenen habitualisierten Wahrnehmungs-/Bewertungsschemata, die auf unserer Position im Sozialraum beruhen und v.a. durch unser Kapital (ökonomisches, kulturelles) bzw. der individuellen Laufbahn, welche
110
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 10/10/2026
ein schöner Anlaß frühmorgens in Bourdieus „Feinen Unterschieden“ zu blättern.. 🙂 ich setze voraus, dass wir über eine (unsere!) ungefähr ähnliche Wahrnehmung der beiden genannten Politiker sprechen und einig sind, dass sie weitgehend ähnliche polit. Positionen innehaben - worin gründet dann die
130
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 09/10/2026
„Habitus“ - Wahrnehmungs- und Beurteilungsschemata, die der anderen und v.a. auch die eigenen.
100
Reposted by Gottfried Schürholz
Gabriela Greilinger @gabrielagreilinger.com · 09/10/2026
Ich glaub, von all den fragwürdigen bis untergriffigen Kommentaren, die ich teils unfreiwillig über mich gesehen hab, ist das Absurdeste von irgendeinem Anon, der ein abstruses University-Ranking meiner Uni raussucht und meint, ich sei deshalb unqualifiziert.
16513
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 09/10/2026
ja, hat was für sich. glaube, dass es auch mit dem Habitus im Auftreten zu tun hat: (überspitzt) proletarischer Volkstribun einerseits, besonnen wirkender Intellektueller andererseits
090
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 09/10/2026
ich hab den leider bis jetzt auch nicht sehen können aber darüber mehrfach Positives gelesen:
filmcasino.at
Fiume o Morte! « Filmcasino
000
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 09/10/2026
GuMo! 🙂
010
Reposted by Gottfried Schürholz
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
ich werde in der nächsten Zeit hier Auszüge aus einer Sammlung dystopischer Kurzgeschichten (Arbeitstitel: „Der Volkskanzler. Eine Schauermärchensammlung“) die ich Anfang 2025 geschrieben habe veröffentlichen - für eine anderweitige Publikation habe ich leider niemand gefunden…
Der Volkskanzler
Eine Schauermärchen-Sammlung
von Hans ReiterDie einzige Konsequenz, deren der hiesige Menschenschlag, geschaffen, durch Schaden dumm zu werden, doch fähig ist, ist die, ihn noch einmal zu erfahren.
(Karl Kraus)Inhaltsverzeichnis
Das Märchen von der Volksleitkultur
Das Märchen von der medizinischen Versorgung
Das Märchen von der inneren Sicherheit
Das Märchen von der neuen Landwirtschaft
Das Märchen von der Gerechtigkeit
Das Märchen vom Kampf für die Demokratie
Das Märchen von der Remigration
Das Märchen von der neuen Bildung
Das Märchen von der gerechten Strafe
Das Märchen von der Volksgemeinschaft
Das Märchen vom tüchtigen Unternehmer
Das Märchen von der Fernseh-Unterhaltung
Das Märchen vom Landesheer
Das Märchen vom Refugium
301
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
Haus des Meeres?
130
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
bsky.app
000
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
Exposé:
Der Titel „Der Volkskanzler. Eine Schauermärchen-Sammlung" umfasst ein Bündel an Kurzgeschichten, deren Handlung in einer potentiell nicht allzu fernen Zukunft angesiedelt ist. Es sind keine echten Märchen im literarischen Sinn, deren klassische Eigenschaft es wäre, dass sie ein gutes Ende aufweisen. Vielmehr liegt die Akzentuierung auf dem dystopischen Aspekt, der das Leserpublikum zum „erschauern" bringen soll.
Die geschilderten Begebenheiten ereignen sich in einem Land, das zwar „Österreich" heißt und in vielem auch an das real existierende Land erinnern, gleichzeitig sind sie von Verfremdungen durchsetzt: die Toponyme sind fiktiv, Organisationen und Bezeichnungen von Objekten sind erfunden, Technologie kommt zum Einsatz, die so nicht bzw. noch nicht verfügbar ist - dabei kann vielfach ein assoziativer Bezug zu realen Entwicklungen hergestelltwerden. Die Politik im engeren Sinn ist absent, schon gar nicht kommt die Person/Figur eines „Volkskanzlers" vor.
Andererseits schlagen sich verschiedene mögliche gesellschaftliche Entwicklungen in vielen Aspekten der Geschichten nieder: überspitzt, überzeichnet, mitunter absurd, teilweise aber irgendwie doch plausibel, angesichts der aktuellen politischen Lage im realen Österreich.
Anwendungen einer chinesischen künstlichen Intelligenz erlauben die Ausweisung von Menschen auf Basis von Erbgut-Analysen, Auswirkungen des Klimawandels sind am Rande des Geschehens immer wieder sichtbar, in Fernsehshows werden per Publikums-Entscheidung Urteile über mögliche Todesstrafen gefällt, auf Almen werden staatlich gefördert Koka-Pflanzen angebaut, in Schulen wird revisionistische Geschichte gelehrt, Österreich ist nicht mehr EU-Mitgliedsondern Mitglied in einem
„Europäischen Bund der Vaterländer", Widerstand gegen die herrschende Politik wird brutal niedergeschlagen, das Militär kommt im Inland zum Einsatz und führt fragwürdige Auslandseinsätze durch, Bürger:innen suchen Exil im Ausland etc. Die Gesellschaft ist von einer Mischung aus Verrohung und Resignation durchzogen.
Es gibt in den Geschichten nicht den einen roten Faden, der alles zusammenhält, dazu sind die Handlungsstränge zu disparat - wenngleich auch einzelne Geschichten untereinander einen Bezug aufweisen.
Das Lesepublikum ist aufgefordert, den überschirmenden Rahmen selbst konstruktiv mitzudenken, in dem die Geschichten insgesamt ein Bild ergeben
- was den Beobachter:innen des österreichischen Zeitgeschehens zweifellos problemlos gelingen wird.
000
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
kein publizierter Roman - Auszug aus einer von mir geschriebenen Kurzgeschichte (siehe verlinkten post)
010
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
das Schauermärchen von der Remigration:
000
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
(die ursprüngliche Überlegung war, unter einem Pseudonym („Hans Reiter“) zu veröffentlichen)
000
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
ich werde in der nächsten Zeit hier Auszüge aus einer Sammlung dystopischer Kurzgeschichten (Arbeitstitel: „Der Volkskanzler. Eine Schauermärchensammlung“) die ich Anfang 2025 geschrieben habe veröffentlichen - für eine anderweitige Publikation habe ich leider niemand gefunden…
Der Volkskanzler
Eine Schauermärchen-Sammlung
von Hans ReiterDie einzige Konsequenz, deren der hiesige Menschenschlag, geschaffen, durch Schaden dumm zu werden, doch fähig ist, ist die, ihn noch einmal zu erfahren.
(Karl Kraus)Inhaltsverzeichnis
Das Märchen von der Volksleitkultur
Das Märchen von der medizinischen Versorgung
Das Märchen von der inneren Sicherheit
Das Märchen von der neuen Landwirtschaft
Das Märchen von der Gerechtigkeit
Das Märchen vom Kampf für die Demokratie
Das Märchen von der Remigration
Das Märchen von der neuen Bildung
Das Märchen von der gerechten Strafe
Das Märchen von der Volksgemeinschaft
Das Märchen vom tüchtigen Unternehmer
Das Märchen von der Fernseh-Unterhaltung
Das Märchen vom Landesheer
Das Märchen vom Refugium
301
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
Fortsetzung gewünscht?
120
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
ja, schon gesehen
000
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
0100
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
010
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 08/10/2026
next step: Erbgut checken.
Der Mond stand fast voll am Himmel, Hubert schaute über den Beifahrersitz beim Fenster seines Wagens hinaus in Richtung des taubengrauen dreistöckigen Mehrfamilienhauses, das in der Zährenbrucker Straße in St.Viktor an der Grait stand. Sein Blick wanderte zu den Unterlagen, die am Beifahrersitz lagen und er suchte dort die Namen der Familie, die der gerade laufenden Remigrationsmassnahme unterworfen wurde. Auf der anderen Straßenseite, direkt vor dem Haus stand der Transportbus, aus dem die Beamten der Remigra vor dreißig Minuten ausgestiegen waren. Es war kurz nach vier Uhr früh. Als das Licht im Stiegenhaus anging, stieg Hubert Pogatschnig aus und querte die menschenleere Straße. Die Eingangstüre ging auf und vier Beamte führten die Familie Yüksel heraus zum Bus: Ömer Yüksel, 39, seine Gattin, Zeynep Yüksel, 35, sowie die beiden Kinder, Elif Yüksel, 15, und Can Yüksel, 12 Jahre alt.
Alle sahen verstört und verschlafen aus, die Kinder weinten leise. Sie hatten ein wenig Gepäck in zwei Taschen mit, der Sohn hatte seine Schultasche am Rücken. Pogatschnig sprach kurz den einsatzführenden Beamten an: „Morgen. Und?" - Dieser antwortete lapidar: „Ollas guad, Wohnung is vasiegld." - Pogatschnig nickte und nachdem alle im Bus saßen - die Familie Yüksel war ohne Widerstand eingestiegen - wandte er sich ab und ging wieder zu seinem Auto. Er ließ sich in den Fahrersitz fallen und griff nach der Kopie des Remigrationsbescheids. Er nahm einen Schluck aus seinem Kaffeebecher und blätterte durch dasDokument. Es war eindeutig, der ARIA'-Wert war drei Komma acht.
Damit war er weit vom Schwellwert sieben entfernt, ab dem es möglich war, ein sogenanntes „volkskulturelles Gutachten" zu beantragen, das einem ein subsidiäres Bleiberecht sichern konnte, wenn entsprechende kulturelle Kriterien erfüllt waren. Die österreichische Staatsbürgerschaft war der Familie schon entzogen worden; da anhand des Erbgutes eine Herkunft aus Ost-Anatolien ermittelt werden konnte, wurde sie in die Türkei abgeschoben.
Ab einem ARIA-Wert von zehn war jedenfalls vollgültige Mitgliedschaft zum Volkskörper verbrieft, weil offensichtlich eine derart große Übereinstimmung mit dem Genpool im Siedlungsgebiet des Landes vorlag, dass man als Teil desselben zu betrachten war. Im vorliegenden Bescheid war nur eine „volkskulturelle Kurzeinschätzung" enthalten:
Vater, Deutsch-Kenntnisse auf A2-Niveau (problematisch), Mutter auf A1 (noch problematischer), Kinder immerhin B1 bzw. B2. Keine ehrenamtlichen Tatigkeiten, Haushaltseinkommen (abzüglich Sozialleistungen) überschaubar, zum Leben reichte es mehr oder weniger. Gut, immerhin spielte der Bub Fußball im Nachwuchs vom FC Candussi St. Viktor, andererseits trug das Mädchen ein Kopftuch.
Natürlich waren alle Muslime. Gegen den Vater war einmal ein Verfahren betreffend die Rückforderung von Sozialleistungen eröffnet worden. Es war zwar ohne Ergebnis eingestellt worden, aber gut sah das auch nicht aus.
283
Gottfried Schürholz @goschue.bsky.social · 07/10/2026
so wie das wording im ORF-Artikel ist, klingt es für mich deutlich mehr nach „hat“
bsky.app
000