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Bent Freiwald

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Bildungsreporter bei Krautreporter | 📩 Newsletter: Das Leben des Brain & The Kids Are Alright | ausm Norden

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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Aber stimmt es diesmal vielleicht wirklich? Dieser Frage bin ich nachgegangen, nachdem ich drei Monate lang zur Lesekrise recherchiert habe. Meine ganze Antwort habe ich hier aufgeschrieben: krautreporter.de/kinder-und-...
krautreporter.de
Die lesende Gesellschaft, um die wir trauern, hat es nie gegeben
Jede neue Technologie soll angeblich das Ende des Lesens einleiten. Heute sind es Social Media und KI. Nicht wahr?
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Die Welt titelte im Mai 2026: „Uns steht ein neues Mittelalter bevor“, im September: „Wir werden gerade Zeugen, wie die Epoche des Lesens zu Ende geht“.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Die Literatursoziologin Carolin Amlinger, die zur Geschichte und sozialen Bedeutung des Lesens forscht, fragte 2024 im Deutschlandfunk, ob wir im „postliterarischen Zeitalter“ angekommen seien.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Der Schriftsteller Thomas Hettche sah schon 2012 den „literarischen Raum“ zerfallen. Der Kultursoziologe Andreas Reckwitz diagnostizierte 2020 eine „Ausdünnung des Lesens“.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Man muss eigentlich nur „photokopierte Zusammenfassungen“ durch „KI-Zusammenfassungen“ ersetzen und ist ziemlich genau bei der Diagnose angekommen, die heute, gut 50 Jahre später, über Studierende gestellt wird.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Dieter E. Zimmer, damals Feuilletonchef der Zeit, beschwerte sich 1975 über Studenten, die eine „ausgemachte Leseunlust“ an den Tag legten. Sie seien „aus auf photokopierte Zusammenfassungen“ und nur widerwillig bereit, Zeit für „ein ganzes … Buch“ aufzubringen.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Schon 1 Jahr später schrieb Ludwig Marcuse spöttisch: Als das Fernsehen gekommen sei, hätten die „Untergangspropheten“ gejammert, dies sei nun „das endgültige Ende des Lesens“.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Im Jahr 1961 zitierte Die Zeit den Kritiker Georg Ramseger mit dem Satz: „Das Fernsehen ist seiner Gattung nach der geschworene Feind des Buches.“
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Dann geschah etwas Merkwürdiges. Die Menschen erfanden das Kino und das Radio und plötzlich bestand das Problem nicht mehr darin, dass sie zu viel lasen. Jetzt lasen sie zu wenig. Aus der Angst vor dem Lesen wurde die Angst um das Lesen.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Bis ins 20. Jahrhundert sorgten sich Gelehrte, Pädagogen und Politiker also nicht darum, dass die Menschen zu wenig lasen. Sie lasen zu viel! Und das Falsche. Und überhaupt lasen plötzlich Menschen, von denen man offenbar lieber gehabt hätte, dass sie es sein ließen: Frauen, Dienstboten, Jugendliche
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Besonders im Verdacht standen Frauen. Wenn sie viel lasen, sahen Pädagogen und Moralisten darin keine Bildung, sondern Schwärmerei, Lust und eine Flucht vor den häuslichen Pflichten.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Die Lesesucht sei „so ansteckend wie das gelbe Fieber in Philadelphia“ und eine Quelle des sittlichen Verderbens „für Kinder und Kindes Kinder“. Als lesesüchtig galt für ihn, wer das Lesen zur Hauptbeschäftigung machte und dafür „nützliche Beschäftigungen“ vernachlässigte.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Elf Jahre später legte der Theologe, Historiker und Publizist Johann Gottfried Hoche nach. In seinen „Vertrauten Briefen über die jetzige abentheuerliche Lesesucht“ erklärte er das Lesen zur regelrechten Epidemie.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Da warnte der Pädagoge Joachim Heinrich Campe vor dem „fürchterlichen Anschwellen der Bücher“ und der damit verbundenen „Lesewuth“. Sie sei zugleich Folge und Ursache einer „immer grösser werdenden Verderbniß unserer Sitten und der ganzen Menschheit.“
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Wer eine Antwort auf die Frage sucht, ob wir gerade das Ende des Lesens als Kulturtechnik erleben, muss im Jahr 1783 beginnen und findet eine Angst, die heute geradezu absurd erscheint:
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
Seit Ewigkeiten wird vor dem Ende des Lesens gewarnt. Eine kurze Geschichte im Thread 🧵
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 08/10/2026
glaube unser bildredakteur liebt meine konkreten vorgaben
Screenshot von Nachrichten: 

Sören Frey: hast du denn einen wunsch? 
Bent freiwald: Nö. soll geil werden bitte
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 03/10/2026
What the actual fuck @ndr.de ??
Überschrift von NDR.de mit dem N-Wort
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Hier kannst du den Newsletter kostenlos abonnieren: steady.page/de/das-lebe...
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Disclaimer: Das war die superkurze Social-Media-Version. In meinem Newsletter "Das Leben des Brain" habe ich das alles ausführlicher erklärt: steady.page/de/das-lebe...
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Babys lernen Selbstregulation zunächst mit Hilfe anderer. Aufmerksamkeit wird gemeinsam trainiert. Bindungen können zu mehreren Menschen entstehen. Viele intuitive Regeln darüber, was Babys brauchen, sehen aus Sicht der Hirnforschung also ziemlich anders aus.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Unterm Strich: Trösten macht Babys nicht unselbstständig. Babysprache ist kein Quatsch. Wiederholung ist wertvoll. Fremdeln kann gesunde Entwicklung zeigen. Und für das Gehirn zählen nicht nur Mütter.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Ein Vater, der sich als Ko-Regulator einbringt, hinterlässt eine eigene messbare Signatur in der Entwicklung. Es geht also nicht um die biologische Rolle, sondern um die Qualität der Zuwendung im gesamten Familiensystem.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Kinder mit feinfühligen und engagierten Vätern schneiden bei Entwicklungstests besser ab – unabhängig davon, wie feinfühlig die Mutter ist. Das Babygehirn ist extrem plastisch und darauf ausgelegt, Bindungen zu mehreren Bezugspersonen aufzubauen.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Mythos 5: „Wichtig ist vor allem die Mutter; andere Bezugspersonen zählen kaum fürs Gehirn.“ Auch falsch. Die Qualität der Vater-Kind-Interaktion mit drei Monaten sagt die kognitive Entwicklung des Kindes mit zwei Jahren vorher.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Das Gehirn hat gelernt, wer die verlässlichen Regulatoren für den eigenen Stress sind. Fremdeln ist also nicht automatisch Schüchternheit oder ein Hinweis auf schlechte Erfahrungen. Good Job, Babygehirn.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Das Babygehirn ist darauf programmiert, selektive Bindungen zu wichtigen Bezugspersonen aufzubauen. Wenn ein Kind um den ersten Geburtstag zwischen bekannt und sicher und fremd und potenziell gefährlich unterscheidet, funktioniert das Bindungssystem wie vorgesehen.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Mythos 4: „Fremdeln zeigt, dass etwas nicht stimmt.“ Ich kenne das von meinen Nichten: Irgendwann konnte ich sie plötzlich nicht mehr auf den Arm nehmen, ohne dass sie verzweifelt zur Mutter schauten. Das wirkt beunruhigend. Ist aber meist ein gutes Zeichen.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Die Fähigkeit zur anhaltenden Aufmerksamkeit entwickelt sich erst langsam. Wiederkehrende gemeinsame Momente helfen dem Gehirn, Mechanismen zu kalibrieren, die später für die Aufmerksamkeitssteuerung wichtig sind. Beständigkeit kann wertvoller sein als dauernd neue Reize.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Mythos 3: „Ständige Wiederholung langweilt Babys, sie brauchen dauernd Neues.“ Für Erwachsene vielleicht. Für Babys nicht. Wiederholung ist kein Mangel an Abwechslung, sondern Training: Dasselbe anschauen, anfassen, darüber sprechen – immer wieder.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Diese Aufmerksamkeit von außen wirkt wie Stützräder fürs Gehirn. Auch Serve and Return ist wichtig: Das Baby gluckst oder schaut – die Eltern reagieren. Solche Schleifen helfen beim Aufbau grundlegender Gehirnarchitektur und bei späterer Emotionsregulation.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Mythos 2: „Babysprache bringt nichts, man sollte von Anfang an normal sprechen.“ Doch Sprechen ist ein starker Motor der Gehirnentwicklung. Wichtig ist gemeinsame Aufmerksamkeit: Eltern und Baby schauen auf dasselbe – und die Eltern begleiten das sprachlich.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Wenn Eltern feinfühlig reagieren, helfen sie dem Baby, seine Physiologie – etwa Stresshormone wie Cortisol – zu regulieren. Diese Unterstützung ist wie ein Gerüst: Erst dadurch lernt das Kind nach und nach, sich selbst zu beruhigen. So entsteht Selbstregulation.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Mythos 1: „Wenn ich mein Baby bei jedem Weinen tröste, verwöhne ich es.“ Die Studienlage zeigt eher das Gegenteil: Babys sind anfangs fast vollständig auf Bezugspersonen als Ko-Regulatoren angewiesen. Stress und Gefühle können sie noch nicht allein steuern.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Seine Eltern sind Newbies. Wie viele Eltern fragen sie sich ständig: Was ist normal? Was nicht? Auf die Großeltern hören? Apps? Freunde? Kurse? Solche Unsicherheit ist perfekter Nährboden für Mythen. Also: Was sagt die Hirnforschung?
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Ich wohne mit einem sieben Monate alten Baby zusammen. Rio ist das Kind meiner Mitbewohner:innen – und ich finde es faszinierend, ihm beim Entwickeln zuzusehen. Letztens saß er plötzlich selbst. Heute Morgen machte er etwas, das ich seitliche Flugrolle nennen würde.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 23/09/2026
Babys werden verwöhnt, wenn man sie bei jedem Weinen tröstet. Babysprache bringt nichts. Fremdeln ist ein schlechtes Zeichen. Und fürs Gehirn zählt vor allem die Mutter. Alles verbreitete Annahmen. Und alle falsch. 5 Mythen über Baby-Gehirne THREAD 🧵
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Und hier geht es zur ganzen Ausgabe über autistische Gehirne: steady.page/de/das-lebe...
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
In meinem Newsletter Das Leben des Brain geht es jeden Freitag um Erkenntnisse aus der Hirnforschung, die im Alltag helfen. Hier kannst du den Newsletter kostenlos abonnieren: steady.page/de/das-lebe...
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Bilder wie „das autistische Gehirn" und das Spektrum als Linie sind nützlich, weil komplizierte Dinge dadurch greifbar werden. Das Problem beginnt, wenn wir vergessen, dass es Bilder sind.
2130
Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Meine alte Ausgabe war nicht falsch, Unterschiede bei Gehirnwachstum, Netzwerken, Kleinhirn, Gliazellen sind real. Aber ich würde heute viel öfter schreiben: „bei einem Teil autistischer Menschen", „im Durchschnitt". Sowas.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Deshalb sind manche autistische Menschen skeptisch gegenüber Subtypen-Forschung: Feinere Diagnosen könnten helfen, gezielter zu unterstützen, oder als „Typ 3 bekommt diese Hilfe nicht" missbraucht werden. Auch die Forschenden selbst sagen: für die klinische Praxis ist das noch nicht bereit.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Aber: Neue Kategorien lösen alte Probleme nicht automatisch. Von 1994–2013 unterschied man Autismus und Asperger. Das führte zu Vorstellungen von hoch- und niedrigfunktional, wodurch manche trotz Bedarf schwerer Hilfe bekamen.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Vielleicht ist Autismus ein bisschen wie Fieber (nur als Metapher, nicht als Krankheit): ein Symptom (erhöhte Temperatur), aber völlig unterschiedliche Ursachen dahinter. Influenza, Covid, bakterielle Infektion. Manche nennen Autismus deshalb eine Sammelkategorie mit vielen verschiedenen Mechanismen
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Ein Durchschnitt kann etwas beschreiben, das auf fast niemanden in der Gruppe wirklich zutrifft. Wenn eine Hälfte besonders starke, die andere besonders schwache Verbindungen hat, sieht der Mittelwert normal aus. Genau das macht die neue Forschung so spannend.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Solche Ergebnisse sind meist Gruppenmittelwerte: Gruppe A vs. Gruppe B, im Durchschnitt ein Unterschied. Das ist etwas anderes als „So funktioniert das autistische Gehirn." Genau diesen Sprung habe ich damals gemacht, trotz Heterogenitäts-Warnung am Anfang.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Ich hatte in meinem Newsletter mal geschrieben, bei Autismus zeige sich „ein auffälliges Muster" in der Gehirnvernetzung: große Netzwerke sind schlechter, lokale stärker verbunden. Heute würde ich das anders schreiben.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Plötzlich finde ich „Spektrum" wieder gut, nur nicht als Linie, sondern als Landschaft: Hügel, Täler, Regionen mit häufig gemeinsam auftretenden Eigenschaften, aber ohne harte Grenzen.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Psychologin Amy Pearson bringt einen weiteren Einwand: Solche Gruppen sind immer nur grobe Annäherungen. Fast jede denkbare Kombination autistischer Eigenschaften könnte irgendwo vorkommen.
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Bent Freiwald @freiwald.bsky.social · 20/09/2026
Das ist wichtig, denn sobald Forschung Typen findet, denkt man schnell: „Dann müssen wir nur rausfinden, welcher Typ jemand ist." So einfach ist es nicht, Gehirne entwickeln sich weiter, Anforderungen und Umfeld verändern sich.
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