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Erik

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**Hej, danke fürs Lesen. Der Autor + Podcaster liebt Segeln, Reisen, Hamburg + den FC Sankt Pauli.** // Downloade meine Ebooks kostenlos // **oder spendiere […] 🌉 bridged from ⁂ blog.ring2.de/author/erik_hauth, follow @ap.brid.gy to interact

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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 08/10/2026
Gestern habe ich vier Stunden dem irratischen Flow der Demenz zugehört. Erst wollte ich korrigieren, dann sogar kurz wütend werden.Habe mich stattdessen dafür entschieden, mich zurück zu halten, zuzuwenden und zu atmen. Und ab und an zu nicken und zu sagen: "ich bin bei Dir und gehe hier nicht […]
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Hasenhäuser
Gestern habe ich vier Stunden dem irratischen Flow der Demenz zugehört. Erst wollte ich korrigieren, dann sogar kurz wütend werden. Habe mich stattdessen dafür entschieden, mich zurück zu halten, zuzuwenden und zu atmen. Und ab und an zu nicken und zu sagen: „ich bin bei Dir und gehe hier nicht weg“.
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 03/10/2026
Hafen Strande, windstill. 19:10. Die kleine Brise, die die letzten Herbstsegler heute in die Schlei schob, hat nu auch Feierabend. Der Wind ist nicht nur hier unten eingeschlafen, sondern bis in die Stratosphäre hinauf regt sich nix mehr. Fest getackert für die Nacht, ruhen die übrig […]
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Aller Wind ist still
_Hafen Strande, windstill. 19:10._ Die kleine Brise, die die letzten Herbstsegler heute in die Schlei schob, hat nu auch Feierabend. Der Wind ist nicht nur hier unten eingeschlafen, sondern bis in die Stratosphäre hinauf regt sich nix mehr. Fest getackert für die Nacht, ruhen die übrig gebliebenen Wolken in der totalen Flaute. Bewegen sich keinen Meter. Wie auf einem dieser Ölgemälde, die in friesischen guten Stuben hängen. Die „Seestern“ spiegelt sich in der blauen Stunde. Ruhe, wohin man schaut.
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 27/09/2026
Mein 2. Wohnzimmer. Man zieht irgendwo hin, richtet sich ein, hat ein Dach über dem Kopf, einen Herd, schließt seine Delonghi Kaffeemaschine an und hat ein Bett zu beziehen. Das ist das erste Wohnzimmer – der eigene Unterschlupf. Aber seien wir ehrlich: Das reicht doch nicht. Mir passiert es […]
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Ich habe nie nur ein Wohnzimmer – es gibt immer auch ein zweites.
**Mein 2. Wohnzimmer.** Man zieht irgendwo hin, richtet sich ein, hat ein Dach über dem Kopf, einen Herd, schließt seine Delonghi Kaffeemaschine an und hat ein Bett zu beziehen. Das ist das erste Wohnzimmer – der eigene Unterschlupf. Aber seien wir ehrlich: Das reicht doch nicht. Mir passiert es fast von ganz alleine: Ich komme irgendwo neu an, schlendere durch die neue Hood und beinahe magisch, zeigt sich dir ganz beiläufig eine Art zweites Wohnzimmer. Ein Ort, an dem man sich über die Zeit öfter rumtreibt (als in der Bar gegenüber), wo man dich irgendwann kennt, dich mit Namen anspricht und wo du dich am Ende mindestens genauso wohlfühlst wie in den eigenen vier Wänden. Wenn nicht manchmal sogar noch ein bisschen wohler. Bei mir in Ottensen war das ziemlich schnell das *Ribatejo*, eine portugiesische Bodega gleich die Bahrenfelder Straße runter. (Die genaue Geschichte dazu gibt es dann im Haupttext.) Aber als ich gestern so darüber nachdachte, fiel mir auf: Das ist längst nicht das einzige zweite Wohnzimmer. Da ist zum Beispiel auch dieser kleine Laden im Heimathafen meines Segelbootes. Direkt an der Mole, schön im skandinavischen Stil. Hieß früher *Alexy*, heißt heute *Lönneberga* – und ist nach einem Tag auf dem Wasser genau so ein Ort. Und dann gibt es da natürlich – fußballtechnisch – das eine, unvermeidliche Zuhause: Das Millerntor-Stadion des FC St. Pauli. Wobei das noch mal ganz andere Qualitäten hat als eine gemütliche Bodega; das ist eher ein Wohnzimmer für die Seele und das politisch kulturelle Kollektiv. Das Spannendste an der Sache ist aber vielleicht, dass solche Orte nicht nur durch Gemäuer und Tresen entstehen, sondern vor allem durch die Menschen, die da sind. Gestern Abend im *Mojo Club* war so ein Moment. Normalerweise würde ich das Mojo nicht direkt als mein zweites Wohnzimmer bezeichnen. Aber einmal im Jahr kommt die *Stone Foundation* rüber aus UK. Eine fantastische Achter-Kombo – acht Musiker auf der Bühne (inklusive Sänger, der ja nun mal auch Musiker ist) – und die spielen diesen unglaublich tollen Rhythm & Blues, UK-Pop im feinsten Mod-Style. Und genau in dem Moment, wo die Leute da sind, die man mag, denen man zuhören will und mit denen man durch den Abend groovt, wird selbst ein Konzertkeller unter dem Pflaster der Reeperbahn temporär zum zweiten Wohnzimmer. Das sind die Gedanken, die mir gerade durch den Kopf gehen. Der fertige Beitrag zum neuen **Ring 2 Hamburg Logbuch** kommt im Laufe der Woche. Bis dahin: Macht es euch irgendwo gemütlich. **_Wo ist Dein 2. Wohnzimmer?_** Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 16/09/2026
Als ich 2000 (endlich) nach Ottensen zog, war meine Liebe zu diesem Stadtteil schon gereift. Im Westen Hamburgs in den 80ern aufgewachsen, fuhren wir sobald es ging (also Freunde eine Ciao hatten) nach Altona, um dem spießigen Mief der Elbvororte zu entkommen. Weit war es nicht, nur die […]
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Ottensen Baseline
Als ich 2000 (endlich) nach Ottensen zog, war meine Liebe zu diesem Stadtteil schon gereift. Im Westen Hamburgs in den 80ern aufgewachsen, fuhren wir sobald es ging (also Freunde eine Ciao hatten) nach Altona, um dem spießigen Mief der Elbvororte zu entkommen. Weit war es nicht, nur die Elbchaussee runter, oder die Behringstraße hoch, wenn man noch Zweitaktergemisch nachbunkern musste. Meine Sehnsuchtsorte hießen Gi-Gi-L, Kick&Company (das es heute noch gibt), Fabrik und später Le Pala. Für mich war das alles neu und aufregend, und wurde so zu meiner Baseline. Das Prinzip (und Problem) der Baseline schwamm mir kürzlich in den Stream und hat mich inspiriert, mich diesen Herbst mit der Baseline meiner Generation näher zu beschäftigen. Kurz gesagt legt das, was du als Neuankömmling vorfindest, deine Baseline fest. Sie ist der Referenzpunkt gegen den alle Veränderungen später gemessen werden. Das Problem: mit jeder neuen Generation verschiebt sich die Baseline. Deswegen empfindet sich auch niemand als Gentrifizierer, sondern immer nur diejenigen, die nachher kommen. Als ich 2000 dann nach Ottensen zog, verlegte ich meine 2. Baseline auf das frisch gehobelte Parkett unserer Altbauwohnung. Für mich ein Neuanfang, für die Menschen um mich herum war ich Angehöriger der 3. Generation Gentrifizierer, die aus dem rußigen Mottenburg einen hippen Stadtteil formten. Ihre Baseline war eine andere. In loser Assoziation wandere ich nu durch mein Viertel vor 25 Jahren und bin ein wenig erschrocken, was inzwischen fehlt. * **Altonaer Blume** : am westlichen Zipfel des Ottenser Marktplatzes war ein schlauchiger Blumenladen. Die Gestecke waren wunderschön und teuer. Wie bei vielen Läden im Viertel weiß ich nicht, warum er schloß. Ich tippe auf Mieterhöhung bei zeitgleichem Wegfall der Geschäftsgrundlage. * **Der Schuster** im Souterrain am Felde: Ich gehöre schon zu der Generation Sneaker. Einen Schuster kenne ich nur aus Kinderbüchern oder wie diesen, als alten Mann im Keller eines Gründerzeithauses. Den ganzen Tag an Riemen reissend und Ledersohlen abschneiden. Schon komisch, dass man etwas vermisst, was man nie nutzte, oder? Eine Erschütterung der Baseline, die sich zu einem Verlustgefühl summiert. * **Foto Köhler.** Wie sehr dieser verbastelte Fotoladen zum Stadtteil gehörte, kann man heutigen Bewohnerinnen kaum noch vermitteln. Im Schaufenster konnte man die eigenen und die Nachbarskinder wachsen sehen, durch die permanente Ausstellung von Klassen-, Konfirmations- oder den ersten Bewerbungsfotos. Die eigenen Filme ließ man dort entwickeln, weil ein eigenes Labor hinten versteckt war. Ich habe wirklich getrauert, als der Laden schloss. Nachfolger wollten sich keine finden, deswegen verstaubt da seit Jahren eine Eventlocation vor sich hin. * **Autowerkstatt**. Gentrifiziert ein Viertel dynamisch, verschwinden zuerst die dreckigen Gewerke. Ist fast einen eigenen Beitrag wert. Von der Selbsthilfewerkstatt Bahrenfelder Straße bis zu KfZ Graf in der Friedensalle gegenüber der Filmhauskneipe. Schrauber gibt’s in Ottensen keine mehr. Sie alle mussten Stadtvillen weichen oder Espressoläden. * **ASB Wache Ottensen.** Ein bisschen wirkte die Rettungswache des ASB an der Bahrenfelder Straße wie ein Haus in einer Westernkulisse, mit Flachdach und Schmuckwand nach vorne. Vor der Wache rauchten Zivis in ihren langen Pausen zwischen den Einsätzen. Heute wohnen dort mittelalte Popstars in ihrer Eigentumswohnung. Ihre Baseline kennt diese Geschichten vermutlich nicht mehr. * **To be continued** …
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 01/09/2026
Manchmal muss man mittelalt werden, um zu lernen, dass es Foren für Blogger gibt. (Klingt zunächst schräg, aber schräg mag ich ja). In einem dieser Foren wurde eine interessante Frage gestellt: Bloggerschnack im August 2026: Meine ältesten Blogartikel - Was würde ich heute anders machen? Mein […]
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Feuer im EEZ – mein ältester Blogpost
Manchmal muss man mittelalt werden, um zu lernen, dass es Foren für Blogger gibt. (Klingt zunächst schräg, aber schräg mag ich ja). In einem dieser Foren wurde eine interessante Frage gestellt: > Bloggerschnack im August 2026: Meine ältesten Blogartikel – Was würde ich heute anders machen? Mein erstes Blog gibt’s nur noch in der Wayback Machine. Und ist vom Januar 2005. ## Feuer im EEZ **31.01.05 Feuerwehreinsatz im EEZ.** Freitag Nachmittag. Das ganze Wochenende haben wir die Bude voll: Familienbesuch. Jetzt noch schnell den Großeinkauf erledigen, diesmal zu TOOM im Elbe Einkaufzentrum. Nachdem ich den großen Einkaufwagen bis zum Rand vollgepackt und an der Kasse beim bezahlen mit EC-Karte die Augen zugemacht habe (nächstes Mal gehe ich bestimmt wieder zu Feinkost Albrecht), schiebe ich das schwere Ungetüm zu meinem Wagen, Parking Lot 3. Auf dem Weg raus stolpere ich über eine Hundertschaft Feuerwehrleute – Großeinsatz. ## Was ich aus heutiger Sicht anders machte? Ich würde beim persönlichen Bloggen bleiben, so wie IX bspw. (ein fröhliches via nach Berlin). Und ich würde mir den Ratschlag meines Freundes Momo zu Herzen nehmen, und diesen Blog konsequent literarisieren. Vielleicht wäre ich dann schon früher auf meinen Stil gekommen. (Wahrscheinlich ist das aber nicht, zu unstet und experimentierfreudig ich bin)
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 11/08/2026
Stolpere gerade über den Post des @deruebersteiger@digitalcourage.social auf Mastodon, in dem sich darüber beschwert wird, dass nur vier Fotos upgeloaded werden können. Da habe ich - ganz Bloggersplaining - vorgeschlagen, doch Wordpress zu föderieren und sich im Activity-Pub Plugin mehr Fotos […]
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Mehr als vier Fotos …
Stolpere gerade über den Post des @deruebersteiger@digitalcourage.social auf Mastodon, in dem sich darüber beschwert wird, dass nur vier Fotos upgeloaded werden können. Da habe ich – ganz Bloggersplaining – vorgeschlagen, doch WordPress zu föderieren und sich im Activity-Pub Plugin mehr Fotos zu erlauben … und das will ich jetzt mal ausprobieren. Alle Fotos: der (tolle) Übersteiger: Wie geht WordPress eigentlich hier mit Galerien um? _Weitere Alternative: zu stpauli.social wechseln und den Admin fragen, ob er das Fotolimit hochsetzt 😉_
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 30/07/2026
Jedes Jahr versuchen wir, die OG Hosts des @stpop@stpauli.social Podcast, @nudiscowilli@norden.social , @alfetta@stpauli.social und ich, uns ein paar Tage rauszunehmen aus unseren Alltagen, um uns einen neuen Ground außerhalb unserer Hamburger Hood anzusehen. Frischer Input fürs Fußballherz.Wir […]
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Marstal FC
Jedes Jahr versuchen wir, die OG Hosts des @stpop Podcast, @nudiscowilli , @alfetta und ich, uns ein paar Tage rauszunehmen aus unseren Alltagen, um uns einen neuen Ground außerhalb unserer Hamburger Hood anzusehen. Frischer Input fürs Fußballherz. Wir sind schon weit herumgekommen. Brescia, Glasgow, Kolding, Aarhus oder Odense (in letzter Zeit zieht es uns nach DK). Seit letztem Wochenende hab ich da einen neuen Kandidaten: den Ground des Marstal FC auf der dänischen Insel Ærø. Ich war schon vor über zehn Jahren quasi aus Versehen dort gelandet, als ich Einhand den altehrwürdigen Hafen von Marstal besuchte. Der Fußball war rumpelig, dafür waren die Leute nett (so ein bisschen wie in Glückstadt). Die Stadionwurst war lecker, Bier gab’s von der lokalen Craft Bier Brauerei. Sogar einen Menschen im FCSP Trikot hab ich getroffen. Lustigerweise liegt das Stadion an der „Reeperbahnen“, der Straße in der die langen, schweren Leinen der Segler gedreht wurden (Reepen). Kommt einem doch herzlich bekannt vor, oder? Die St. POP Episode aus Kolding ist immer noch lustig: Podcast anhören #Segeln #Fussball #Dänemark #Marstal #Stadionwurst #Podcast #FCSP
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 22/07/2026
Moin, Raymond Reddington hier. Ich bräuchte mal kurz Ihre Dienste. Ich war mir nicht sicher, ob der Tatortreiniger meine Anspielung versteht; auch war sie ein bisschen doof und albern. Aber etwas albernes hatte die Situation auch. Und das war gut so. Nur mit dieser Portion Nonsense ist das […]
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Tatortreiniger
Moin, Raymond Reddington hier. Ich bräuchte mal kurz Ihre Dienste. Ich war mir nicht sicher, ob der Tatortreiniger meine Anspielung versteht; auch war sie ein bisschen doof und albern. Aber etwas albernes hatte die Situation auch. Und das war gut so. Nur mit dieser Portion Nonsense ist das alles noch zu ertragen. Der Tatortreiniger lächelte wohlwollend. Klar, er hätte mich sofort verstanden. Immerhin hätte ich mich nicht mit ‚Mädel‘ gemeldet, wie alle anderen. Nein, ein Tatort im engeren Sinne wäre nicht zu reinigen. Es sei denn man nenne das Insichzurückziehen eine Tat. Maude rief laut: „Dafür mache ich da selbst sauber“, als sie hörte, dass der Tatortreiniger 7.000 Euro verlangte. Dafür würde er einen Haufen Enzyme mitbringen. Und Ozon. „Ich ruf gleich mal Meister Propper an“, lachte Maude. „Der macht das alles fast umsonst — und sieht besser aus“.
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 21/07/2026
Seemannsgarn stricken und mir klar werden, wie es mit dem Ring2 Logbuch weitergeht. Ich wünsche euch einen schönen Sommer. In der Zwischenzeit lege ich euch meine free+ EBooks ans Herz. Sie wollen so gerne gelesen werden. Eriks EBooks kostenlos lesen Re: Feedback erwünscht. Und Wünsche für […]
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Bin segeln
Seemannsgarn stricken und mir klar werden, wie es mit dem Ring2 Logbuch weitergeht. Ich wünsche euch einen schönen Sommer. **_In der Zwischenzeit lege ich euch meine free+ EBooks ans Herz. Sie wollen so gerne gelesen werden._** Eriks EBooks kostenlos lesen Re: Feedback erwünscht. Und Wünsche für das Logbuch Format 26/27 … mehr Hamburg? Mehr Segeln? Mehr Prosa? Mehr Meinung? Liveaboard Logbuch — Erik Hauth Downloade mein letztes Ebook kostenlos-plus – für die Zeit, bis wir uns wiedersehen und -hören Jetzt lesen
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 11/07/2026
Der 'Adenauer' am Heck sieht langsam ein wenig mitgenommen aus. Er ist ausgeblichen und hat Stockflecken im Gold (weil ich ihn schonmal regenfeucht in die Baxkiste staue). Wie viele Menschen meiner Generation habe ich ein ambivalentes Verhältnis zu dieser Flagge. Die Autokorsos bei WM und EM […]
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Adenauer
Der ‚Adenauer‘ am Heck sieht langsam ein wenig mitgenommen aus. Er ist ausgeblichen und hat Stockflecken im Gold (weil ich ihn schonmal regenfeucht in die Baxkiste staue). Wie viele Menschen meiner Generation habe ich ein ambivalentes Verhältnis zu dieser Flagge. Die Autokorsos bei WM und EM haben den Rest erledigt — wobei ich durchaus mag, wofür sie steht und ihre Entstehungsgeschichte ist auch toll. Nun modern die in Seglerkreisen kurz „Adenauer“ genannte Flagge am Heck so vor sich hin. Ich finde das symbolisiert mein Land ganz gut. Das bleibt jetzt so, bis sich was zum Guten wandelt.
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 30/06/2026
Moin Moin Hamburg, ich habe dieses Privileg, das nicht jeder hat: Wenn es heiß wird, verdünnisiere ich mich an die Ostsee und springe in die Fluten der Baltischen See. Die A7 kann das nicht. Die muss bleiben, wo sie ist. Und ihr Beton wurde damals gemischt in der frohen Annahme, dass wir hier […]
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Ring2 – Hitzefrei
https://api.substack.com/feed/podcast/204249362/b93296a59eab614facd6c26de2e51785.mp3 **Moin Moin Hamburg,** **_ich habe dieses Privileg, das nicht jeder hat: Wenn es heiß wird, verdünnisiere ich mich an die Ostsee und springe in die Fluten der Baltischen See._** Die A7 kann das nicht. Die muss bleiben, wo sie ist. Und ihr Beton wurde damals gemischt in der frohen Annahme, dass wir hier mal ein, zwei, drei, vier Tage über dreißig Grad haben — aber doch keine wochenlange Belastung. So ist die Autobahn, die uns Hamburger mit dem Norden verbindet, das schönste Denkmal für eine Infrastruktur aus der Vorklimakatastrophenzeit. Das Gefühl, dass wir da an einen Wendepunkt kommen, den wir seit den frühen Achtzigern haben kommen sehen und geflissentlich ignoriert haben — ich wahrscheinlich auch — dieses Gefühl erschlägt uns gerade, während wir japsend in unseren Dachgeschosswohnungen sitzen. Warum gibt es hier eigentlich keine Klimaanlage? Keine in der S1 von Altona nach Wedel, und warum fällt die andauernd aus zwischen Blankenese und Sülldorf? Hätten wir uns nicht ein bisschen früher kümmern können? Wir sind in Hamburg und Schleswig-Holstein mit knapp sechsunddreißig Grad noch gut dran. Wir kratzen nicht an der Vierzig oder sogar an der 50! wie Brüssel oder Köln, wo diese Hitzewelle dramatischere Ergebnisse hatte. Ich will da gar nicht lange drauf rumreiten — ihr habt das alles längst gelesen, in den Medien, im Logbuch, und euch eure eigene Meinung gemacht. Aber manchmal ist so ein bisschen Wärmedruck auf dem Gehirn auch der Auslöser für die immer wiederkehrende (und ein wening selbstbezogene) Frage. Was mache ich eigentlich mit diesem Format? Das Ring2 Hamburg Logbuch war die letzten Monate ein **_News_** letter, sehr newslastig konzipiert. Es hat mir Spaß gemacht, ehrlich. Aber es fehlte ein bisschen was. Es fehlte ein bisschen _von mir_. Und damit stelle ich, wie jeden Sommer (und zuverlässig auch um die Weihnachtszeit), die Sinnfrage. Meine treuesten Leser kennen das schon: Jetzt kommt wieder der Zwei-Quartals-Wahnsinn, jetzt denkt Erik sich was Neues aus. Nach den Logbüchern, die ich aus Mittelaltersprache in moderne Sprache übersetzt habe. Nach den 500 Zeichen, die natürlich auch oft übers Segeln und über Hamburg gingen. Zuletzt war der Ring2 Letter der Versuch zu beschreiben, was im Ring 2 so passiert in Hamburg. **_(Eine Anekdote am Rande: Ring 2 heißt das hier, weil ich 2004 mit einem Satiremagazin aus den Neunzigern gestartet bin — Arbeitstitel „Ringfahndung“ — das sich dann in einen Blog verwandelte. Ich fand den Namen wunderschön, weil ich am Ende des Ring 2 wohnte und mir von dort aus vorstellte, wie ich in die Welt gucke. Und das soll wieder Thema sein.)_** Ich habe euch gefragt: lieber lassen oder weitermachen? Und sehr nettes Feedback bekommen. Das tiefste kam von meinem Freund Christian, einem begnadeten Schreiber, der Gedanken denkt, die ich selbst beim dritten Lesen kaum nachvollziehen kann — dafür liebe ich seine Texte. Er hat ein klares Profil für sich gefunden. Und Leute mit klarem Profil beneide ich; Buddenbohm zum Beispiel, der seit über zwanzig Jahren über sein Leben bloggt und das durchgezogen hat. Also: Weg von der schlechten Kopie des von mir mitentwickelten ZEIT Elbvertiefungen-Newsletters. Hin zu Essay, Kolumne, Glosse. Es soll nach wie vor um Hamburg gehen — aber aus _meiner_ Perspektive. Eine eigene Sicht auf diese Stadt Diese Perspektive kommt als Melange daher, in Blankenese aufgewachsen ist Altona seit jeher mein Sehnsuchtsort. Seit ich vierzehn war, sind wir mit den Mofas von Freunden da immer hingeöddelt. Ich habe die Entwicklung in Ottensen sehr genau verfolgt, bin selbst Teil der Gentrifizierung geworden, habe alte Läden sterben sehen — die Altonaer Blume, den letzten Schuhmacher, der aus Altersgründen aufgab und erst zum Reisebüro, dann zum Friseur mutierte. Ich treibe mich seit über dreißig Jahren professionell im Internet herum, meistens bei den Themen Stadt (Berlin, Hamburg), Stadtevents, Musik, Geschichte, Popkultur (VH-1, MTV Home) — und Sport, namentlich dem FC St. Pauli. Lauter Lebensbereiche, die eine besondere Perspektive ermöglichen. Genau die versuche ich jetzt. Beim nächsten Mal hieße das, wenn es um Hitze geht: wie ich in der Ostsee plansche und sie wahrnehme. Letztes Wochenende war die Ostsee in der Lübecker Bucht sogar wärmer als in der Kieler Bucht. Vor zwei Wochen waren am Strand schon dreißig Grad — und im Wasser vielleicht vierzehn. Ein absoluter Gegensatz: draußen dreißig, drinnen vierzehn. Innerhalb einer einzigen Woche hat sich dieser Gegensatz komplett aufgelöst. Du gehst rein und bist immer noch erfrischt, klar, keine Mittelmeer-Vibes, eher Mittelmeer im Oktober. Aber du merkst am eigenen Leib, wie unnormal warm diese Ostsee ist. Ich erinnere mich, dass wir früher beim Segeln in Dyreborg — unserem Lieblingshafen in Dänemark — morgens über den Steg ins Wasser gingen, und dass das _Mitte August_ war, wenn die Ostsee so warm war, wie sie jetzt _Ende Juni_ in Kiel ist. An solchen persönlichen Erlebnissen kann man den Klimawandel ablesen. Diese rasende Geschwindigkeit, in der wir uns anpassen müssen an das, was kommt. Und um kurz politisch zu werden: Ich würde mich nicht wundern, wenn das so weitergeht im Juli und August, dass die Grünen bei den nächsten Landtagswahlen bei dreißig Prozent liegen. Wünschen würde ich es mir — auch wenn ich nicht weiß, ob sie politisch in der Lage wären, dann auch was durchzusetzen. Aber das wäre doch mal was. Eine Idee für die Schanze Apropos durchsetzen. Ich habe ja viel über den Verkehr geschrieben, und neulich, bei einem Bierchen, jemanden kennengelernt, der einen Laden auf der Schanze hat. Der hat vor Jahren mal mit den Grünen gesprochen, was man gegen den Durchgangsverkehr in Schanzenstraße und Schulterblatt machen könnte. Und sein Vorschlag war so einleuchtend, dass selbst Agentur-Fuzzis „No-Brainer“ dazu sagen würden: **Macht doch aus Schulterblatt und Schanzenstraße jeweils Einbahnstraßen. In die eine Richtung die eine, in die andere die andere — es sind ja quasi zwei Parallelstraßen.** So naheliegend, dass ich mich frage, warum das in der Stadt nicht diskutiert wird. Vielleicht liegt es daran, dass das eine in Hamburg-Mitte liegt und das andere in Altona. Vielleicht ist genau das schon das Problem. Aber wieso kommt die Politik auf so einfache Ideen nicht? Das sind die Sachen, die mich umtreiben — und die ich künftig mit einer sehr persönlichen Sichtweise versehen möchte. Es wird also weniger HSV geben (vielleicht mache ich das aus Lust und Laune trotzdem mal), und ich finde, eine Rubrik **„Hamburg ist nicht …“** ist auch ganz schön. Mal sehen. Ein Blogger und ein Podcaster leben von Feedback. Tut mir also den Gefallen: Sagt mir, was ihr von dem hier haltet, und von den Ideen, die ich habe. **Mach ich nach der Sommerpause ein bisschen mehr Altona — aus eigener Sicht, mit eigenem Dialekt?** Christian, wenn du okay damit bist, packe ich dein Reply, das ja ein öffentliches war, noch in die Shownotes. Ich habe mir übrigens ein neues Logo gegönnt. Freut euch drauf. Vielleicht verändert es sich noch tausendmal, ist mir egal, es ist sehr schön geworden. Und wenn ihr Lust habt, mir ein Bier zu spendieren: Geht einfach zu **k** o-fi.com/ring2 (ko-fi wie _coffee_). Da findet ihr nicht nur meine E-Books zum kostenlosen Download, ihr könnt mir auch ein Einzelbier ausgeben — oder jeden Monat eins, oder zwei, je nachdem. Würde mich sehr freuen. Und was macht … der Fußball? Dass der HSV gegen den FC Everton spielt, finde ich persönlich wenig spannend. **Gegen wen spielt eigentlich der FC St. Pauli?** Ach ja — heute Abend, achtzehn Uhr, **Altona 93 gegen den FC St. Pauli** , es gibt noch ein paar Restkarten. Altona 93 ist gestern 133 Jahre alt geworden, und nun kommen die jungen Spunde aus dem Nachbarstadtteil und werden hoffentlich verhauen. Denn bei Altona 93 gilt die Regel: Wenn es gegen St. Pauli geht, **U-A — Altona**. Bis dann. Gebt mir Feedback, Kommentare, weiterleiten, Bier spendierenm abonnieren — ihr wisst schon. **Dein Erik** _(post Hitzewelle, mit den Füßen noch in der Ostsee)_ Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 22/06/2026
Kalenderwoche 26 · Montag, 22. Juni 2026 Erik POP — die wöchentliche Hamburg-Kolumne aus Altona Moin. Die zurückliegende Woche war eine von der schwülen Sorte. Über 30 Grad, Tropennacht, Gewitter im Anflug — Fenster auf oder zu? Hamburg hat in sieben Tagen gleichzeitig demonstriert, gefeiert […]
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Hamburg und die Hitze
https://api.substack.com/feed/podcast/203069900/9cf6c294ad692060dcb2fb99daf36bb2.mp3 **Kalenderwoche 26 · Montag, 22. Juni 2026** _Erik POP — die wöchentliche Hamburg-Kolumne aus Altona_ ** _Moin._** **_Die zurückliegende Woche war eine von der schwülen Sorte. Über 30 Grad, Tropennacht, Gewitter im Anflug — Fenster auf oder zu? Hamburg hat in sieben Tagen gleichzeitig demonstriert, gefeiert und geschwitzt. Hol Dir einen heißen Tee und folge mir in die News der letzten Woche … (auch wenn ich den Sonntag total verschwitzt habe 😉_** ** _Kurzer Einschub:_** spendier Erik ein kühles Helles**_–_** via Ko-Fi**_– oder abonniere hier:_** Wer ist hier radikal? Die Bürgerschaft und der Verfassungsschutz-Check Fangen wir mit dem an, worüber man eigentlich länger reden müsste, als es eine Kolumne hergibt. Am Mittwoch hat die Hamburger Bürgerschaft die sogenannte **Regelanfrage** beschlossen — künftig prüft der Verfassungsschutz Bewerberinnen und Bewerber für den öffentlichen Dienst ob sich nicht doch radikale Ideen hinter der Fassade verbergen. SPD, Grüne und CDU stimmten dafür, Linke und AfD dagegen. Am Ende: Angenommen mit 85 zu 25 Stimmen. Ein Zusatzantrag schärft nach: Das Landesamt für Verfassungsschutz soll künftig nicht nur sagen _ob_ , sondern auch _was_ es über jemanden weiß. Nach drei Jahren wird das Gesetz überprüft. In Kraft treten könnte es schon im August. Und das ist eben kein Detail aus dem Maschinenraum der Verwaltung. Der SPD-Innenpolitiker Sören Schumacher sagt, man müsse verhindern, dass Verfassungsfeinde staatliche Institutionen unterwandern. Die Linke — Deniz Celik — warnt, dass unter dem Vorwand des Demokratieschutzes auch Menschen eingeschüchtert würden, die sich für Antifaschismus, Klimaschutz oder Frieden engagieren. Schon einen Tag vorher, am Dienstag, gingen Menschen dagegen auf die Straße: Die Polizei zählte 260, die Veranstalter sprechen von rund 500. Für die Wichtigkeit des Themas eigentlich zu wenige. Verkehr: Hamburg fährt Rad — und die Bahn fährt nicht Am Sonntag war die Stadt für einen Tag in der Hand der Radfahrenden. Die 31. Fahrradsternfahrt — Veranstalter ADFC und Mobil ohne Auto — zog von über 60 Startpunkten zwischen Itzehoe und Lüneburg in die Innenstadt. Zehn- bis zwölftausend Menschen wurden erwartet. Das Highlight, wie jedes Jahr: **einmal mit dem Rad über die Köhlbrandbrücke** , der einzige Tag im Jahr, an dem das geht. Treffpunkt war am Jungfernstieg, 15 Uhr, dann der Endspurt über die Lombardsbrücke. Gefordert wurde, was hier seit Jahren gefordert wird: Tempo 30 innerorts und eine autofreie Innenstadt im Ring 1. Bundesweit gab es 13 solcher Sternfahrten, Motto: **„Die Zukunft fährt Rad.”** Zänk You. Sommer ist Baustellensaison – auch bei der Bahn Die Schiene macht weiter Kummer. Seit dem 14. Juni und noch bis zum 10. Juli ist der Abschnitt zwischen Lüneburg und Uelzen dicht, zweiter Teil der Sanierung auf einer der wichtigsten Bahnstrecken des Landes. Züge fahren nur stündlich, Ersatzverkehr mit Bussen. Und am Hauptbahnhof, an den Gleisen 13 und 14, wo die Züge aus Lüneburg und Hannover ankommen, drängt sich wie immer halb Norddeutschland. Wer in diesen Wochen Richtung Süden will: Geduld einpacken – und genug zu trinken, denn ob es genügend an Bord gibt ist nie sicher. Hitze: Tropennacht über der Hansestadt Das Wochenende kam mit Wucht. Der Deutsche Wetterdienst meldete über 30 Grad, am Freitag 34, dazu Gewitter mit Starkregen und Böen mit Orkanstärke – ob das die Zelte auf der altonale ausgehalten haben? DWD-Meteorologe Jens Kieser sprach von einer Tropennacht — wenn die Temperatur nachts nicht mehr unter 20 Grad fällt. Praktisch: Die Stadt hat eine Online-Karte „Kühle Orte” — Grünanlagen, Bademöglichkeiten, Trinkwasserstellen. Ich war an der fünf Grad kühleren Ostsee. Funktioniert auch. Pride Month: Queere Forschung zum Mittag Die HAW Hamburg lädt im Pride Month zu drei „Lunchtalks” — queere Forschung, zur Mittagszeit, mit oder ohne Stulle. Den Auftakt machte am 10. Juni die Erziehungswissenschaftlerin Anne Franze mit „Diversität im Kinderbuchregal”. Sie bewertet Kinderbücher mit Herzen und Blitzen — drei Herzen für gelungene Vielfalt, ein Blitz für problematische Inhalte. Die Conni-Reihe? „Leicht problematisch”: alle Hauptfiguren normschön, weiß, heterosexuell. Am 18. Juni stellte Professorin Sabine Wöhlke eine Studie zur gesundheitlichen Versorgung von trans* Kindern und Jugendlichen vor. Und am 29. Juni — also kommende Woche — geht es um Einsamkeit unter trans* und nicht-binären Studierenden. Hingehen oder online zuschalten, beides geht. Anmeldung übers Gleichstellungsbüro. Apropos queer und Fußball: Zur Männer-WM gab es im Gängeviertel ein queeres Public Viewing namens „Spielraum” — Motto „Anstößchen! Football is coming Homo”, kommentiert von einem queeren Team, mit Torwandschießen und Kinderschminken für Erwachsene. Nationalflaggen unerwünscht. So lässt sich das FIFA Turnier sogar aushalten. Die kleine, schräge Geschichte der Woche: Kaffee aus dem Lastenrad Studierende der HAW haben das **_„Velobrew”_** gebaut — ein Lastenrad, das per Solarmodul seinen eigenen Strom macht und damit eine Kaffeemaschine betreibt. Absteigen, Solarplatten ausklappen, Filterkaffee aufsetzen. Bewusst Filter statt Siebträger, weil die Ökobilanz besser ist. Eine volle Batterie reicht für rund 100 Tassen, die Bohnen kommen von einer Kooperative aus Wilhelmsburg. Kostenpunkt: rund 1000 Euro. Kultur: Die Altonale, mein Nachbarschaftsfest — und seine Zukunftsfrage Vor der Haustür: Die Altonale lief zehn Tage, vom 12. bis zum 21. Juni, Motto „Festival der kulturellen Vielfalt”. Herzstück der Platz der Republik, das meiste kostenlos oder nach dem Prinzip „Pay what you want”. Das Straßenkunst-Festival STAMP am Abschlusswochenende, die Infomeile „Buntes Altona” zwischen Bahnhof und Rathaus, das gemeinschaftliche Kulturfutter aus geretteten Lebensmitteln. Schön war’s. Aber — und das gehört dazu — die Altonale kämpft. Gestiegene Kosten, weniger Sponsoren, knappe Förderung. Dass es die Ausgabe 2026 überhaupt gab, lag an einer Spendenkampagne. Ob im nächsten Jahr noch Festival ist, weiß niemand. Für ein Fest, dessen ganze Idee „Kultur für alle, möglichst umsonst” ist, wäre das ein echter Verlust. Ich sage es als Anwohner: Lasst uns das nicht so leicht hergeben. Ausblick: die kommende Woche * **Bis 10. Juli:** Streckensperrung Lüneburg–Uelzen, Züge Richtung Hannover nur stündlich, Ersatzverkehr. Wer reist, plant Puffer ein. * **22. Juni bis 3. Juli:** Asphaltarbeiten in der Stadt sorgen für Verkehrseinschränkungen (Quelle: hamburg.de). * **Montag, 29. Juni, 13.30 Uhr:** Letzter Pride-Month-Lunchtalk der HAW — Lynn Müller über Einsamkeit unter trans* und nicht-binären Studierenden, hybrid in der Alexanderstraße 1 oder online. Bleib im Schatten, trink genug, und falls Dir jemand auf einem Solar-Lastenrad einen Filterkaffee anbietet: genieß ihn. _Bis nächste Woche, hakt dich fuchtig,Dein Erik_ Ring2 * das Hamburg Logbuch is a reader-supported publication. To receive new posts and support my work, consider becoming a free or paid subscriber. Quellen * FINK.HAMBURG: „Bürgerschaft hat für Verfassungsschutz-Check abgestimmt” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/buergerschaft-hat-fuer-verfassungsschutz-check-abgestimmt/ * FINK.HAMBURG: „Sternfahrt 2026: Hamburg demonstriert auf dem Rad” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/sternfahrt-2026-hamburg-demonstriert-auf-dem-rad/ * FINK.HAMBURG: „Hamburg, der Sommer ist da!” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/hamburg-der-sommer-ist-da/ * FINK.HAMBURG: „Pride Month: Queere Forschung an der HAW Hamburg” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/pride-month-queere-forschung-an-der-haw-hamburg/ * FINK.HAMBURG: „Kaffee aus dem Fahrrad – und das ist erst der Anfang” (18.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/kaffee-aus-dem-fahrrad-und-das-ist-erst-der-anfang/ * FINK.HAMBURG: „Kostenlos Kultur! Die Altonale startet” (09.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/kostenlos-kultur-die-altonale-startet/ * FINK.HAMBURG: „Queeres Public Viewing der WM im Gängeviertel” (11.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/queeres-public-viewing-der-wm-in-hamburgs-gaengeviertel/ * FINK.HAMBURG: „Streckensperrung zwischen Hannover und Hamburg” (11.06.2026) — https://fink.hamburg/2026/06/streckensperrung-zwischen-hannover-und-hamburg/ * hamburg.de — Aktuelles (u. a. Asphaltarbeiten 22.06.–03.07.2026; Positionspapier der norddeutschen Finanzministerinnen und -minister zur Erbschaftsteuer, 19.06.2026) — https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/aktuelles Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 14/06/2026
Ein Essay über den Winter im Beinahesommer. Westliche Ostsee, Wind aus Nordwest, fünf in Böen sechs. 11 Grad Höchsttemperatur, sagt Windy voraus. Und behält seit Tagen recht. Das Thermometer am Niedergang zeigt diese elf Grad. Wind aus Nordwest, knappe sechs Beaufort (Immerhin, beruhigen ich […]
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Juniwinter
_Ein Essay über den Winter im Beinahesommer._ Westliche Ostsee, Wind aus Nordwest, fünf in Böen sechs. 11 Grad Höchsttemperatur, sagt Windy voraus. Und behält seit Tagen recht. Das Thermometer am Niedergang zeigt diese elf Grad. Wind aus Nordwest, knappe sechs Beaufort (Immerhin, beruhigen ich mich, die Regel, dass beim Wetterbericht die Böen das eigentliche „Normal“ sind, gilt immer noch), der Regen klatscht in seinem stetigem Rhythmus auf das Kajütdach. Ich liege unter Deck und lausche der ansteigenden und abnehmenden Intensität des Regens. Beinahe hört er auf, ein Sonnenstrahl kämpft sich bis zu meiner Stellung durch, nur um von einer weiteren Husche verschluckt zu werden. Ein Blick auf die nackten Wetterdaten verrät: Elf Grad, grau, sehr nass. Exakt dieselbe Zeile stand hier am 14. Januar im Logbuch. Damals, im Januar, war das ein kleines Fest. Ein milder Wintertag, eine unerwartete Atempause im frostigen Alltag. Wir haben die Kappe in den Nacken geschoben, die Jacken aufgerissen und beim Spaziergang an der Elbe gedacht: *Mensch, der Frühling klopft an.* Heute ist Juni. Und obwohl die nackte Physik behauptet, es sei exakt derselbe Tag, fühlt er sich komplett anders an. Weil Zahlen eben nur im Kontext Sinn ergeben. Das Wetter im Frühsommer hat seine ganz eigene Textur. ### Das Licht, das nicht sterben will Der größte Unterschied ist die Helligkeit. Im Januar stirbt der Tag um vier Uhr nachmittags einen frühen Tod. Das Grau Faden aus, sackt vorm Abendessen einfach in die Nacht. Jetzt, im Juni, herrscht ein fast trotziger Ausnahmezustand. Selbst hinter der dicksten, tiefhängenden Wolkenfront drückt die Midsommersonne. Es ist ein helles, fast gleißendes Grau. Die Sonne ist da, sie ist nur hinter einer herbstlichen Kulisse verborgen, wie die Mörder Hamlets. Wenn es um zehn Uhr abends immer noch nicht dunkel ist, weiß dein Körper instinktiv: Das hier ist kein Winter. Das ist nur ein Sommer, der sich ziert. ### Die Magie von Grün Januarwetter trifft auf nackte, kahle Äste; ziept bis auf die Knochen. Die Natur verschläft das Elend im Koma. Das Juni-Grau dagegen trifft auf eine Welt, die bereits ihr buntestes Kleid angezogen hat. Die Kastanien und Linden stehen in vollem Saft, das Laub ist frisch, ich sehe mich am Grün satt. Und am Lila, Rosa, Rot, Türkis, an tiefem Blau. Farben, die mit ihrem Geruch betören. Wenn in diese Szene Regen fällt, klingt er ganz anders. Der Wind rauscht durch die dichten Blätterdächer, statt stumpf durch klamme Masten zu pfeifen. Es riecht nicht nach Dieselheizung, nasser Wolle und Tod. Es riecht nach Sommerregen – nach blühendem Holunder, der liegt schwer in weicher Luft. Der Atem dampft nicht, dafür der Asphalt. Die Welt will schnell wieder trocknen, die Augen jucken wie früher nach dem Baden unterm zu heißen Fön. Ein Wintertag kriecht dir von unten durch die Schuhsohlen ins Mark. Ein verregneter Junitag legt sich dir wie ein nasser Mantel übers Land. Schauer sjnd kurze Schauspiele meteorologischer Macht. So schnell hinweg gezogen, wie ein Gitarrenriff. Der Juni ist noch Frühling, er darf sich ein kurzes Zitat erlauben. Dann zieht man die Regenjacke eben über das T-Shirt, auch wenns schwitzt. Der Juni hat ein helles Versprechen im Gepäck, das die Schauer zu Vorboten macht. Die Daten mögen identisch sein – die Statistik fälschen wir auf eigenem Kiel. Im Juli geht das übrigens nicht mehr. Da ist offiziell Sommer und den erwarten wir dann auch — 25 Grad mindestens, egal, ob Australien Weltmeister wird oder nicht.
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 13/06/2026
Altonale, Triennale und eine neue Brücke, die wie die alte aussehen soll. Das Logbuch zur KW 24 in der schönsten Stadt: Altona ;) youtu.be/X-TLc6qUMZ0 Moin. „Was für ein wundervolles Herbstwochenende", lese ich in meinem Social-Media-Stream und muss lachen. Ja, es ist Juni, und der […]
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Hamburg tanzt auch bei Schauerwetter
_Altonale, Triennale und eine neue Brücke, die wie die alte aussehen soll._ Das Logbuch zur KW 24 in der schönsten Stadt: Altona 😉 https://youtu.be/X-TLc6qUMZ0 Moin. _„Was für ein wundervolles Herbstwochenende“_ , lese ich in meinem Social-Media-Stream und muss lachen. Ja, es ist Juni, und der Westwind schiebt einen Schauer nach dem anderen über die schönste Stadt. Die Kieler hatten vor ein paar Jahren fast aufgegeben und wollten ihre Kieler Woche in den Juli verlegen — wegen des norddeutschen Junis. Ob das in Altona auch mal diskutiert wurde, weiß ich nicht. Was ich weiß: Im Juni ist der Hamburger Sommer vorbei. Der ist nämlich regelmäßig im Mai, sodass man kurz naiv denkt: Wow, wenn das so weitergeht — nur kurze Hosen, bis in den November. Und dann kommt, was kommen muss: das Juniwetter. Also: Schirm einpacken, wenn ihr auf die Altonale geht. Stundenweise kleine schwüle Zwischenhochs, dann Gewitter bei böigem bis stürmischem Westwind. Zeltstangen ungeeignet — bitte was drunterlegen. Das hat Tradition, genau wie das stoische Ignorieren des Wetters. Man träumt sich zu Reggae und portugiesischen Bratwürstchen weg und feiert den buntesten Stadtteil der Stadt. (Ich wollte eben „Bratwurstrauch“ schreiben, las „Bratwurststrauch“ und habe jetzt das Bild eines Wurstbaums im Kopf. Liebe Grüße an Willi.) Man stolpert bei mir um die Ecke gerade über frisch verlegte Festivalkabel — während der Hafen sich eine neue Brücke ausmalt, die teurer ist als so mancher Stadtteil. Da könnte man auf die Idee kommen: Wenn das Geld für so eine Brücke da ist, müsste doch eigentlich auch was für die Altonale drin sein. Hm. Aber der Reihe nach. ## Die Brücke, die wie sie selbst aussehen will Mittwoch im Rathaus, große Geste: Der Siegerentwurf für die neue Köhlbrandbrücke wurde vorgestellt. Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard, Oberbaudirektor Franz-Josef Höing und HPA-Chef Jens Meier präsentierten eine Nachfolgerin, die höher, länger, größer, breiter, tiefer, schneller wird — und trotzdem aussehen soll wie die alte. Rund 73 Meter Durchfahrtshöhe, gut zwanzig mehr als bisher, damit auch die ganz großen Pötte durch den Köhlbrand kommen. Knapp fünf Kilometer lang, weil die Rampen für die neue Höhe ausladender werden müssen. Ingenieurin Maren Wolff nannte den Entwurf eine „Hommage an die alte Brücke“. Heißt: Wir bauen das Wahrzeichen noch mal, nur in groß. Preisschild derzeit 5,3 Milliarden Euro, die Hälfte der Netto-Baukosten übernimmt der Bund. Die alte Dame aus den Siebzigern muss noch rund vierzehn Jahre durchhalten — mit Rente ist nicht, abgerissen wird erst, wenn die neue steht. Die ersten Autos und Lkw sollen Ende der 2030er drüberrollen, früher als die ursprünglich genannten 2042. In Hamburg ist das Turbo — und wäre Olaf Scholz noch Bürgermeister, er würde wohl vom Hamburg-Tempo schwärmen. ## Kurzes Vergnügen: der Zug nach Amsterdam ist schon wieder weg Apropos Tempo. Manche Dinge in dieser Stadt halten vierzehn Jahre, andere keine drei Monate. Der niederländische Anbieter Govolta hat die Direktverbindung Hamburg–Amsterdam wieder eingestellt — gestartet im März, Ende Mai war Schluss. Neuausrichtung, heißt es: Die Züge fahren künftig Amsterdam–Paris und Amsterdam–Berlin. Hamburg ist aus Amsterdamer Sicht wohl keine Weltmetropole mehr. Wer von hier in die Grachtenstadt will, nimmt wieder den ICE mit Umstieg in Osnabrück oder Duisburg, fünfeinhalb bis sechs Stunden. Immerhin: Die Strecke Hamburg–Berlin wird ab 1. Juli auf sechs Fahrten pro Woche ausgeweitet, im Winter sogar sieben. Ein Trost mit Fahrplan. ## Altona feiert sich selbst — und kämpft ums Überleben Seit Freitag ist meine Ecke wieder Festivalgebiet: Die altonale, das Festival der kulturellen Vielfalt, läuft bis zum 21. Juni. Musik, Film, Theater, Kunst, Tanz, Literatur und Straßenkunst, das meiste kostenlos und nach dem schönsten aller Prinzipien — „pay what you want“, zahl, was du kannst. Herzkammer ist der Platz der Republik, ein paar Schritte vom Bahnhof Altona. Heute, am Sonntag ab 18 Uhr, wird auf der Christianswiese beim _Kulturfutter_ gekocht — aus geretteten Lebensmitteln, von Ehrenamtlichen und Profis, an langen Tischen, für alle. Nächstes Wochenende kommt mit STAMP (19. bis 21. Juni) das internationale Festival der Straßenkünste, dazu Flohmarkt und Kunstmarkt am 20. und 21. Da soll es übrigens warm werden — heiß sogar, und nach der Schwüle wahrscheinlich ein paar Gewitter. Und doch liegt ein Schatten über der Sause: Der altonale fehlt Geld. Gestiegene Kosten, weniger Sponsoren, aus Sicht der Veranstaltenden zu wenig Förderung der Stadt. Dass es 2026 überhaupt läuft, ist einer Spendenkampagne zu verdanken — die übrigens noch läuft, den Link habe ich in den Artikel gepackt. Ob es nächstes Jahr eine altonale gibt, ist offen. Man tanzt also auf der Wiese vor der Christianskirche und weiß nicht, ob man nächsten Sommer wieder eingeladen ist. Sehr Altona, das. Sehr Hamburg, würde ich sagen. ## Die campy Ecke: ein Schwamm namens Bobo Bei Kampnagel lief von Donnerstag bis Samstag das Live Art Festival unter dem Motto „Hitze.Heat“ — ein begehbarer Parcours über das ganze Gelände, fünf internationale Positionen zwischen Klimakrise, Macht und Performance. Der schillerndste Beitrag: Das Kollektiv God’s Entertainment baute mit „it’s getting hot in bikini bottom“ eine begehbare, surreale Unterwasserwelt. In acht Episoden rund um „SpongeBobo Šwammgods“ (ich hoffe, ich spreche das richtig aus) trifft Popkultur auf Ökokollaps. Auf einem Foto sitzt jemand im Fischkostüm in einer blau beleuchteten Badewanne — und ehrlich: schöner kann man die Klimakatastrophe kaum durchdeklinieren. Camp als Ernstfall, Glitzer mit Haltung. Nebenbei war es das letzte Festival vor der geplanten Kampnagel-Sanierung ab September. ## Hamburgs erste Tanztriennale Heute ist Übergangstag im Kulturkalender. Während die 9. Triennale der Photographie ausklingt, eröffnet am 14. Juni erstmals die Tanztriennale Hamburg — eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, künstlerische Leitung Gwen Hsin-Yi Chang und Monica Gillette, Leitmotiv „Brave Moves. Courageous Joy“. Und das ist in diesen Zeiten auch nötig. Auftakt ist eine City-Parade durch Barmbek-Nord, vom Museum der Arbeit bis zur Abschlussperformance im Stadtpark. Tanzschulen, Stadtteilinitiativen, die Hiphop Academy, die Lola-Rogge-Schule — und ausdrücklich auch alle, die einfach mittanzen wollen. Bis zum 21. Juni Aufführungen, Audiowalks und offene Tanzklassen über die ganze Stadt verteilt. ## Von der Elbinsel und vom Rest der Woche Auf den Elbinseln lief das 48h Wilhelmsburg, 17. Ausgabe, von Freitag bis heute: 196 Bands und Acts an 60 Orten, dort, wo Menschen wohnen, essen, arbeiten. In diesem Jahr mit Nachhaltigkeitsfokus — Anreise am liebsten per Rad oder zu Fuß durch den alten Elbtunnel. Dezentral, leise organisiert, riesig im Effekt. Sportlich gab’s Grund zur Freude für alle, die den Jungen aus Hamburg noch vom Rothenbaum kennen: Alexander Zverev hat nach elf Jahren endlich seinen ersten Grand-Slam-Titel geholt — und zwar in Paris, wenn ich das richtig verstanden habe. * * * ## Ausblick: die kommende Woche (14.–21. Juni) (Kleine Selbstkritik vorweg: Ein paar Dinge standen letzte Woche nicht im Ausblick und sind jetzt schon vorbei. Da bessere ich mich noch.) * **Heute, Sonntag, 14. Juni:** Eröffnung der Tanztriennale mit City-Parade durch Barmbek-Nord (Museum der Arbeit → Stadtpark). Und ab heute ist die Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach der Sperrung wieder frei — gute Nachrichten für alle Pendlerinnen Richtung Hauptstadt, pünktlich zur Sommerpause im Bundestag. * **Die ganze Woche:** altonale in Altona und Tanztriennale stadtweit laufen parallel. Doppelte Kulturdosis, vieles davon kostenlos oder gegen Spende. * **Freitag bis Sonntag, 19.–21. Juni:** STAMP, das Straßenkunst-Festival der altonale, verwandelt ganz Altona in eine Bühne. Dazu Flohmarkt und Kunstmarkt am 20./21. rund um den Platz der Republik. Kurze Hose, T-Shirt und Regencape — Gewittergefahr. * **Sonntag, 21. Juni:** Hamburger Fahrradsternfahrt — Großdemo für bessere Radwege. Auf der grünen Route ist wieder eine Fahrt über die Köhlbrandbrücke geplant, die man im Alltag ja nicht beradeln darf. Einmal noch drüber, bevor sie zum Auslaufmodell wird. * **Am Horizont:** Ab 22. Juni starten in Ottensen die Bauarbeiten an der „Westschleife“ im Projekt freiRaum. Zum 30. Juni legt die Stadt die erste Schätzbilanz zum Klimaschutzgesetz vor — die erste Härteprüfung nach dem erfolgreichen Zukunftsentscheid. Und ab 1. Juli fährt Govolta öfter nach Berlin. Halt dich fuchtig und geh raus — trotz Schauerwetter, es lohnt sich. _Liebe Grüße aus Altona, dein Erik_ * * * _Wenn dir dieser Letter gefällt: Abonniere ihn kostenlos bei Substack (logbuch.substack.com) oder auf blog.ring2.de. Und wenn du magst, schmeiß mir den Gegenwert eines Galão in der Ottenser Hauptstraße oder eines portugiesischen Bieres in der Bahrenfelder Straße in den (virtuellen) Hut: ko-fi.com/ring2 — da gibt’s auch meine E-Books, pay what you want. Abonniere mich, leite mich weiter und sende mir Feedback. Bis nächste Woche_ … * * * #### Quellen Diese Woche viel über: FINK.HAMBURG, stadtkultur-hh.de, heuteinhamburg.de, altonale.de, hamburg.de, hamburg-pride.de, climate-data.org. * Kostenlos Kultur! Die Altonale startet — FINK.HAMBURG, 9.6.2026 * So soll die neue Köhlbrandbrücke aussehen — FINK.HAMBURG, 12.6.2026 * Govolta: Direktzug Hamburg–Amsterdam eingestellt — FINK.HAMBURG, 9.6.2026 * Kampnagel startet Live Art Festival — FINK.HAMBURG, 10.6.2026 * Erste Tanztriennale in Hamburg — FINK.HAMBURG, 12.6.2026 * Bahnstrecke Hamburg–Berlin ab 14. Juni wieder frei — FINK.HAMBURG * Save-the-Date: 48h Wilhelmsburg vom 12. bis 14. Juni 2026 — stadtkultur-hh.de * Termin der altonale 2026 — altonale.de * Großevents und Veranstaltungen in Hamburg 2026 — heuteinhamburg.de * Volksentscheid „Hamburger Zukunftsentscheid“ — hamburg.de * Hamburg Pride 2026 — hamburg-pride.de * Wetter Hamburg Juni 2026 — climate-data.org
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 07/06/2026
Moin Moin Hamburg, Es ist Juni, die Festivalsaison naht. Das bedeutet, der Vorsommer aus dem Mai wird abgelöst durch Schauertiefs und Gewitterfronten. Regen, Blitz und dazwischen schwül. So wird das Wetter zur altonale; fast immer. Die Nachbarn rumpeln schon seit Tagen im Keller herum, um den […]
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Quo vadis Altonale?
Moin Moin Hamburg, Es ist Juni, die Festivalsaison naht. Das bedeutet, der Vorsommer aus dem Mai wird abgelöst durch Schauertiefs und Gewitterfronten. Regen, Blitz und dazwischen schwül. So wird das Wetter zur altonale; fast immer. Die Nachbarn rumpeln schon seit Tagen im Keller herum, um den Flohmarkt zu bestücken. Ein halbes Viertel steht halbsechs auf, nur um dieselben Menschen beim Aufbau zu treffen, die man am Wochenende normalerweise nicht vor 11 auf der Straße sieht. Die andere Hälfte kommt ebendann vorbeigeschlendert, man klönt, feilscht ein bisschen oder passt für eine Stunde auf den Stand und die Kasse der Nachbarn auf. Ich liebe und fürchte die Altonale gleichermaßen: Altona ist noch voller als sonst, aber eben auch noch künstlerischer, noch internationaler, als sonst schon. Die Freunde aus Portugal an der Bahrenfelder Straße organisieren ein Festival im Festival, die Sambagruppen trommeln sich durch den Stadtteil als wäre das hier nicht der kühle Norden. Künstler präsentieren ihre Werke, die Moschee hat Süßes für alle. Es regnet und trotzdem haben alle Spaß. Auf der altonale feiern wir uns selbst, ein wenig punkig, alles wirkt ein bisschen zusammengestöpselt, kein Hochglanzmarketing, dafür viel Herz. Wie und was das kostet, habe ich mich nie gefragt — erst jetzt, wo diese Woche die Nachricht der drohenden Insolvenz die Runde machte … ## 🎪 altonale 2026: Sorgen, Crowdfunding & Programm-Highlights Die wichtigste Nachricht vorweg: **Die altonale findet statt!** Vom **12. bis 21. Juni 2026** verwandelt sich der Westen Hamburgs wieder in ein riesiges Kulturareal. Allerdings steht das Festival unter erheblichem finanziellem Druck. Das *Hamburger Tagesjournal* berichtete von “Sorgen um die altonale”. Wegen eines massiven Budgetlochs läuft seit März eine Crowdfunding-Kampagne, um die nötigen 90.000 Euro zur langfristigen Sicherung des Festivals zusammenzubekommen. Da diese Summe noch nicht erreicht ist, wurde die Kampagne jetzt **bis Ende Juni verlängert**. Der Eintritt bleibt zwar nach dem “Pay what you want”-Prinzip frei, aber Spenden vor Ort sind in diesem Jahr überlebenswichtig. ### Das Programm-Motto & Die Highlights: “Vor aller Augen” Das diesjährige Motto lautet **”Vor aller Augen”** und setzt sich künstlerisch mit Demokratie, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Sichtbarkeit auseinander. | Datum | Event / Programmpunkt | Ort / Details | | **Fr, 12.06.** (Eröffnung) | **FINNA & Friends** (Konzert) *Danach:* DJ Schmeisser | **Platz der Republik** (Festivalzentrum) Start um 19:30 Uhr, freier Eintritt. | | **Sa, 13.06. & So, 14.06.** | **Infomeile „Buntes Altona“** | Vom Altonaer Bahnhof bis zum Rathaus. Präsentation der Hamburger Kultur- & Freizeitlandschaft. | | **Wochenende 13./14.06.** | **Parkour für eine bessere Welt** | **Christianswiese**. Interaktives Angebot der *jungen altonale* für Kinder & Jugendliche zum Thema gerechte Zukunft. | | **Täglich (12.–21.06.)** | **Kulturfutter** | **Christianswiese**. “Rette, schnibbel und koche mit uns” – kreative Aktion gegen Lebensmittelverschwendung. | | **Fr, 19.06. bis So, 21.06.** | **STAMP Festival** | Ganz Altona wird zur Open-Air-Bühne für internationale Straßenkünste, zeitgenössischen Zirkus und bildstarke Walkacts. | | **Sa, 20.06. & So, 21.06.** | **altonale Flohmarkt & Kunstmarkt** | Flohmarkt rund um den Platz der Republik; Kunstmarkt auf der Wiese vor der Christianskirche. | _**Quellen-Check:** *altonale.de* (Offizielles Programm), *Stadtkultur Hamburg* (Meldung vom 02.06. zur Crowdfunding-Verlängerung) & *Szene Hamburg*._ ### Nolympia und die Woche danach: Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte umgehend nachdem der Pulverdampf des Nein verflogen war, dass der rot-grüne Senat dadurch nicht beschädigt sei und man die Stadtentwicklung nun eben ohne die Spiele vorantreiben werde. In der Bürgerschaft entbrennt derweil eine hitzige Debatte über direkte Demokratie und die Frage, warum das Thema vor allem in den wohlhabenderen Stadtteilen zog, während der Rest der Stadt abwinkte._**Quellen-Check:** *Hamburger Tagesjournal* (Leitartikel und Analyse vom 01.–04. Juni) & *Abendblatt*._ **Und was macht der HSV?** Das fiel diese Woche gar nicht weiter auf, denn es zählte auf dem HHer Boulevard nur … ### Trainer-Beben auf dem Kiez: Blessin muss gehen, Rapp übernimmt Drei Wochen nach dem bitteren Abstieg aus der Bundesliga und einer kleinen Ewigkeit an Rumeierei hat der FC St. Pauli die Reißleine gezogen. Am Donnerstag (04. Juni) wurde Cheftrainer Alexander Blessin offiziell freigestellt. Sportchef Andreas Bornemann dankte ihm zwar für die Arbeit, doch intern hieß es schnell: “Es passt nicht mehr”. Long story short: Nur einen Tag später, am Freitag, wurde **Marcel Rapp** (ehemals Holstein Kiel) als neuer Coach präsentiert. Er brennt darauf, das Projekt “Wiederaufstieg” sofort anzugehen. Aufstieg kann Rapp, absteigen dummerweise auch 😉 _**Quellen-Check:** *MillernTon* (Lagebericht vom 04./05. Juni), St. Pauli POP, *SAT.1 Regional* / *dpa*._ ### Ohren zuhalten: Tornado-Alarm am Hamburger Flughafen Nein, kein meteorologischer Wirbelsturm zieht über Fuhlsbüttel (auch wenn im Westen Deutschlands gerade einer wütete), sondern die Bundeswehr. Vom **08. bis 12. Juni** stationiert die Luftwaffe im Rahmen der Übung „Dispersed Operations 2026 – Panther Shield“ sechs Tornado-Kampfflugzeuge am Hamburg Airport.Hintergrund: Es wird trainiert, wie zivile Flughäfen im Ernstfall militärisch für Starts und Landungen genutzt werden können. Geflogen wird werktags zwischen 09:00 und 18:00 Uhr. Anwohner müssen sich auf eine ordentliche Geräuschkulisse einstellen. Der zivile Flugverkehr soll aber normal weiterlaufen._**Quellen-Check:** *Hamburger Tagesjournal* & *Offizielle Mitteilung Hamburg Airport*._ _Kurioses aus dem Polizeireport (Abwegig, aber wahr)_ Kopfhörer-Großeinsatz: Ein Mann setzte in seiner Wohnung die Kopfhörer so laut auf, dass er das Piepen seines Rauchmelders nicht hörte – die Nachbarn alarmierten die Feuerwehr, die am Ende die Tür aufbrach, während er seelenruhig Musik hörte. * **Quellen-Check:** *MOPO.de* (Blaulicht-Ticker der Woche) _PS – ich habe eine tolle Leserin, G. – eine Schulfreundin meiner Schwiegermutter. Sie hat mir auf meinen letzten Letter geantwortet, dass sie sehr traurig ist, dass Olympia nicht die Chance bekam, Hamburg anzuzünden. Das bringt vielleicht die Gefühlslage der meisten von uns gut auf den Punkt: die einen finden es schade, dass mit Nein gestimmt wurde, die anderen, dass sie mit Nein stimmen mussten …_ Vielleicht sehen wir uns ja zum Ausgleich auf der altonale, die passt als organisch gewachsenes Festival sowieso viel besser zu uns … Haltet euch fuchtig, euer Erik Thanks for reading Ring2 * das Hamburg Logbuch! This post is public so feel free to share it. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 01/06/2026
Mein Freund Markus und ich diskutieren gerne. Über die große und kleine Politik, über die Stadt, unsere Stadtteile, über Fußball und den FC St. Pauli. Selten sind wir einer Meinung. (Markus meint sogar, wir sind wie Häuser und Kienzle, wenn die noch jemand kennt) "Peter Tschentscher hat […]
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Olympiaschock für Tschentscher — ein heilsamer?
Mein Freund Markus und ich diskutieren gerne. Über die große und kleine Politik, über die Stadt, unsere Stadtteile, über Fußball und den FC St. Pauli. Selten sind wir einer Meinung. (Markus meint sogar, wir sind wie Häuser und Kienzle, wenn die noch jemand kennt) „Peter Tschentscher hat fertig“, startet er unseren beinahe täglichen Podcast ohne Aufnahme. Und in den nächsten zehn Minuten komme ich kaum zu Wort, nicke nur und sage ab und an – „genau“. Die Hamburgerinnen haben der SPD G20 nicht verziehen, das Scholz nach der letzten gescheiterten Olympiabewerbung über die Stadt hat hereinbrechen lassen. Die Hamburgerinnen stöhnen jetzt schon unter marodem Nahverkehr, Dauerbaustellen und einer manipulierten Mietpreisbremse. Jedes, aber auch jedes Bauvorhaben in HH wird bis zu 10x teurer als geplant. Und am schlimmsten: statt das zuzugeben, wird mit Vermietung an städtische Museen getrickst. Die Verbandelung von SPD und Bauwirtschaft in Hamburg ist legendär. Der Fokus auf Touristik Senatsfokus seit 20 Jahren. Die Fegebank lächelte derweil alles weg, was mal grüne Politik war. Und dann die Plakate, DIE PLAKATE! Uninspiriert, pseudo-bunt und mit handfesten Drohungen drauf. Wenn du Rollifahrer n Aufzug an der Station willst, stimme gefälligst für Olympia, oder lerne wieder zu gehen. Neubauten an Wohnungen? Nur mit 10.000 Athletinnen zu machen. Was für ein Offenbarungseid. Dressel schaut mit seinen Hundeaugen auf die Scherben einer Kampagne, die die Losgelöstheit der Hamburger SPD von ihren Bürgerinnen schonungslos offen legte (und dazu brauchte man kaum die gut gemachte Grassroot-Gegenkampagne #Nolympia und ihre validen Argumente) Peter Tschentscher hat fertig, wenn er nicht erkennt, dass seine Arroganz diese Bewerbung gekillt hat. (Und Udo Lindenberg kann sich auch gehackt legen, uncool!)
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 31/05/2026
Meine Großmutter kam aus Blankenese, wie die ganze Familie meiner Mutter. Sie erzählte uns als Butscher dieselben Horrorgeschichten, die man sich in den Fischerdörfern an der Elbe seit Jahrhunderten erzählt: Geschichten vom Leichtsinn, von der brutalen Kraft, wenn die Elbe ihre vorgespielte […]
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Hamburg geht baden
https://api.substack.com/feed/podcast/199961064/613b7f02af1be35d3a651d42b83a255b.mp3 Meine Großmutter kam aus Blankenese, wie die ganze Familie meiner Mutter. Sie erzählte uns als Butscher dieselben Horrorgeschichten, die man sich in den Fischerdörfern an der Elbe seit Jahrhunderten erzählt: Geschichten vom Leichtsinn, von der brutalen Kraft, wenn die Elbe ihre vorgespielte Harmlosigkeit ablegt und sich ihre Opfer holt. Nur bei Stauwasser, der guten Stunde zwischen den Tiden, dürfe man in der Elbe bei Blankenese baden gehen, mahnte sie. Und auch dann nie allein. Wer einmal (wie mein Onkel) vom Sog unter den Ponton gezogen wird, verliert sofort die Orientierung in der braunen Brühe. Die Panik sorgt für den Rest. Mein Onkel hatte Glück, irgendein blind in den Fluss gestocherter Arm packte ihn kurz vorm Ertrinken. So erzogen habe ich einen Heidenrespekt vor der Elbe. Allerdings haben den nicht alle. Es seien meist Hamburger Touristen und Zugezogene, die die tödliche Kraft der Elbe unzerschätzten und einfach untergingen, sagte meine Omi — und hat auch heute noch damit Recht. Es gibt keine offizielle „Zehn-Jahres-Statistik“ für die Elbe allein, weil die Ertrinkungsstatistik der DLRG zwar für Hamburg geführt wird, aber die Gewässerarten (Fluss, Kanal, See) in den Jahresberichten schwanken und nicht immer nahtlos über ein Jahrzehnt addiert sind. Die Zahl der Ertrinkenden hängt dabei stark vom Wetter ab. In einem langen, heißen Sommer wie 2018 gab es in Hamburg 16 Badetote. 2022 waren es 10, im Jahr darauf (2023) sprang die Zahl auf 21 hoch. Die Elbe ist dabei konstant das gefährlichste Gewässer der Hansestadt. **Warum es die Elbe trifft:** Die Elbe ist bei Hochwasser, aber auch bei ablaufender Tide eine Naturgewalt. Die Strömung kann bei Hochwasser bis zu sieben Kilometer pro Stunde erreichen. Dazu kommen die steilen Kanten der Fahrrinne, die tückisch nah am Ufer liegen. Wer da den Boden unter den Füßen verliert, hat gegen den Strom oft keine Chance. **Wer verunglückt:** Es sind häufig Männer, die sich überschätzen, die die Strömung verkennen oder unter Alkoholeinfluss ins Wasser springen. Aber es trifft auch Kinder, Jugendliche und ältere Menschen, die einfach nur den falschen Moment erwischt haben. Es bleibt das, was man am Wasser hier lernt: Die Elbe verzeiht keine Fehler. Man schaut raus, sieht den Strom, und weiß, dass unter der glatten undurchsichtigen Oberfläche eine Kraft arbeitet, die sich um uns Menschen nicht schert. Geht also lieber in Freibädern baden. Das drüben in Finkenwerder ist toll — und man kann sogar auf die Elbe und Övelgönne gegenüber schauen. **Moin Moin Hamburg, wir haben den letzten Sonntag im Mai 2026. Hier kommen die weiteren News aus der schönsten Stadt.** Die Plakate hängen mittlerweile schief, die Argumente sind ausgetauscht, die Fronten verhärtet. Heute noch schnell das Kreuzchen – Olympia oder nicht. Hamburg hält den Atem an.Aber während wir uns den Kopf über die Ringe zerbrechen, dreht sich die Stadt unbeirrt weiter. Und sie ist diese Woche kein sanfter Ort gewesen.Die Blaulicht-Ticker haben keine Pause gemacht. In Lurup musste die Mordkommission ran, ein 41-Jähriger kam dort in der Nacht zum Mittwoch gewaltsam zu Tode. Und in der Sternschanze gab es am vergangenen Samstag einen Angriff auf zwei Männer, die Polizei prüft ein antisemitisches Motiv – eine dieser Nachrichten, die einem im Vorbeigehen kurz die Kehle zuschnürt, während man eigentlich nur zum Schanzenbäcker wollte.In Altona-Nord liegt eine 30-jährige Radfahrerin nach einem Zusammenstoß mit einem Lkw lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus. Ein Unfall in Hoheluft, ein Raubüberfall in Ottensen, die Stadt zeigt ihr raues Gesicht. Manchmal vergisst man bei all den großen Debatten um Olympiastadien, dass die Stadt jeden Tag eigenen Geschichten schreibt – oft genug leider wenig glitzernde.Ein bisschen menschlicher war es in Barmbek. Da gab es am Donnerstag den „Tag der Leichten Sprache“ am Bert-Kaempfert-Platz. Eine bunte Aktion für mehr Inklusion und Verständlichkeit. Ein kleiner Kontrast zu den großen, oft unverständlichen Worthülsen aus dem Rathaus. Manchmal ist das Einfache eben doch das Beste. **Geht der Senat wieder baden?** Heute, am Sonntag, sind die Wahllokale von 8 bis 18 Uhr offen. Die Spannung ist fast greifbar. Die einen hoffen auf den großen Wurf für die Stadtentwicklung, die anderen auf Vernunft und Realismus. Ich werde nach dem Schreiben dieses Letters runter an die Elbe gehen und auf den schönen, gefährlichen Fluss blicken, der Generationen untereinander und uns mit der Welt verbindet. Und hoffe, die Hamburger nehmen sich die Warnungen meiner Omi zu Herzen._Wir hören uns nächste Woche, Dein Erik._ Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 25/05/2026
Hafengeburtstag, Harley Days oder Schlagermove (von Kreuzfahrtparaden mal ganz ab): wer kann flieht aus Hamburg zu touristischen Großevents oder bei angesagten 30 Grad im Schatten. Ich erinnere mich noch an das Motto der “lebenswerten Stadt”, das sich in den letzten 25 Jahren zum Mantra der […]
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Pfingsten in HH — Nix wie an die See
https://api.substack.com/feed/podcast/198967055/ececb01bbd49c859571a0da5340ccf9e.mp3 Hafengeburtstag, Harley Days oder Schlagermove (von Kreuzfahrtparaden mal ganz ab): wer kann flieht aus Hamburg zu touristischen Großevents oder bei angesagten 30 Grad im Schatten. Ich erinnere mich noch an das Motto der “lebenswerten Stadt”, das sich in den letzten 25 Jahren zum Mantra der “besuchenswerten Stadt” gewandelt hat. Nur allergische Gegenreaktionen wie in Paris oder Barcelona bleiben in Hamburg bisher aus. Ich saß am Donnerstag mit Freunden in der Schanze draußen, wir feierten den Geburtstag eines Freundes. Es waren auch mehrere Einzelhändler aus St. Pauli anwesend, und bei leckerem Ratsherrn Pils von nebenan kam das Gespräch schnell darauf, dass auf der Schanze nur noch auf finanzstarke Filialisten geschielt wird, die es auch in Paderborn oder Neumünster gibt. Die Schanze stirbt einen leisen Tod, auch weil der Politik die Menschen (auch Unternehmer:innen unter ihnen) schietegal sind. Und dass nicht erst seit G20. Das Gespräch mäanderte zu Orten wie dem Tempelhofer Feld oder der Wiese vor dem Müngersdorfer Stadion. Orte, die für Gäste und Anwohner gleichfalls entworfen und genutzt sind. Ich schreibe euch diesen Letter übrigens von der Ostsee. Bin auch geflohen aus der schönsten Stadt. Es ist Pfingsten. Die Stadt atmet kurz durch zwischen den Tourihighlights, auch wenn auf den Autobahnen rundherum alles steht. Hier sind deine Nachrichten zum Pfingstwochenende 2026: * **Pfingststau-Chaos:** Wer am Freitag aus der Stadt wollte, hatte schlechte Karten. Durch hohes Verkehrsaufkommen, Baustellen und Unfälle bildeten sich kilometerlange Staus. Besonders hart traf es die A7 vor dem Elbtunnel (12 km Stau) und die A1 vor der Norderelbbrücke (13 km). Die A23 in Richtung Nordsee ist zwischen dem Dreieck Hamburg-Nordwest und Pinneberg-Süd wegen Bauarbeiten voll gesperrt – das wird laut Autobahn GmbH noch bis Pfingstmontagabend (20 Uhr) anhalten. Wer denkt sich sowas aus? (In die Stadt gings locker 😉 _(Quelle: dpa via borkenerzeitung.de)_ * **Nordseewoche gestartet:** Auf dem Wasser ist Hochbetrieb. Die 91. Nordseewoche hat am Wochenende begonnen. Die Segel-Crews sind nach Helgoland unterwegs, nachdem die Eröffnung am Freitag in der Segler-Vereinigung Cuxhaven gefeiert wurde. Ziel ist nach Pfingsten dann Strande, mein 2. Heimathafen _: (nordseewoche.org)_ * **Grundgesetz-Feier & Elbphilharmonie:** Am Samstag, den 23. Mai, feierte das Grundgesetz seinen 77. Geburtstag. Bundesweit gibt es Aktionen. In Hamburg besuchte Elke Büdenbender ein Konzert zum Ehrentag in der Elbphilharmonie („Misa criolla – sing mit!“). _(Quelle: bundespraesident.de)_ * **Stadtfest St. Georg:** Wer in der Stadt geblieben ist, findet heute die „Lange Reihe“ in St. Georg als Festmeile vor. Das Stadtteilfest ist wie immer: bunt, beliebt und belebt. _(Quelle: MOPO)_ * **Olympia-Referendum:** Die Debatte läuft auf Hochtouren. Noch bis zum 31. Mai können die Hamburgerinnen ihre Stimme zur Olympia-Bewerbung abgeben. Die Argumente zwischen den Pro-Seiten (Mobilität, Barrierefreiheit) und den Contra-Seiten (kein Olympia für Ausbau nötig, Kosten/Nutzen) werden derzeit medial sehr intensiv geführt. _(Quelle: Abendblatt)_ * **Hamburg ist nicht … Lima** Wovon der Nachwuchs der HHer Fußballklubs nur träumen kann, erlebte ein Qualifikant beim Tennis am Rothenbaum. Sport 1 meldet: “Der 22-Jährige mit deutschen Wurzeln bezwang am Samstag im Endspiel den an Nummer sechs gesetzten US-Amerikaner Tommy Paul 7:6 (8:6), 4:6, 6:3 und feierte in seinem ersten ATP-Final-Triumph” * **Und was macht der HSV?** Der lässt Königsdörffer ziehen und seine lautesten Kritiker nörgeln jetzt, weil der 22-jährige Mainz05 für den etablierteren Bundesligisten hält (und vermutlich auf Abstiegskampf von Minute 1 nächste Saison keine Lust verspürt) * Du magst meinen Letter? Dann leite ihn bitte an Freunde weiter; und oder soendier mir n Anlegebier: https://ko-fi.com/ring2 Ring2 * das Hamburg Logbuch is a reader-supported publication. To receive new posts and support my work, consider becoming a free or paid subscriber. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 17/05/2026
Moin Hamburg, die kalte Sophie hat Hamburg im Griff: es ist kühl, windig und schauerig. Ein Wetter, das zur Gemütslage beim FC St. Pauli passt. Neben dem Völligaußerformsein peinigt ein fieser Virus den Tabellenletzten vom Millerntor. Während beim HSV die Sonne aus dem Allerwertesten scheint […]
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HSV – FC St. Pauli – die Woche der Entscheidung
https://api.substack.com/feed/podcast/197395170/adcbed0488a8d9cf918ec41ddf8c28a7.mp3 Moin Hamburg, die kalte Sophie hat Hamburg im Griff: es ist kühl, windig und schauerig. Ein Wetter, das zur Gemütslage beim FC St. Pauli passt. Neben dem Völligaußerformsein peinigt ein fieser Virus den Tabellenletzten vom Millerntor. Während beim HSV die Sonne aus dem Allerwertesten scheint, umarmen die Profis in braunweiss die Schüssel. Against all odds, wie man so schön sagt – keine Chance, keine Verdauung – aber vielleicht Glück im Unglück? **_Dies ist eine Episode der Hamburger Blutgrätsche, dem Podcast aus Hamburg zum HSV und dem FCSP: alle Folgen – https://rss.com/podcasts/bluthh/_** Tolles Saisonfinale gegen Freiburg, während der FC St. Pauli sein Drama bis zum Schluss spielt. Bierdusche am Volkspark und die Scheißerei am Millerntor – unterschiedlicher könnte die Stimmung nicht sein, wenn sich Oliver und Erik zur Bundesligafinale an den Mikros treffen. HIer ist der HSV- und St. Pauli Podcast aus der schönsten Stadt – womöglich das letzte Mal als doppelte Bundesligisten **…** Supportet Oliver oder Erik und spendiert uns n Bier: https://ko-fi.com/bluthh * 0:19 Moin Moin Hamburg * 23:38 HSV und Leihspieler * 29:58 Panini-Sticker und Familienzeit * 38:28 Trainer und Spieler-Dynamik * 44:40 Saisonabschluss und Ausblick In dieser Episode der Hamburger Blutgrätsche analysieren wir die aktuelle Situation in der Deutschen Bundesliga mit einem Fokus auf den Hamburger Sportverein (HSV) und den FC St. Pauli. Wir feiern den souveränen Klassenerhalt des HSV und reflektieren die Herausforderungen, mit denen St. Pauli im Abstiegskampf konfrontiert ist. Die Diskussion reicht von den letzten Spielen und ihren entscheidenden Momenten bis hin zu den Emotionen und Perspektiven der Fans. Zudem beleuchten wir die psychologischen Aspekte des Wettbewerbs, die Teamdynamik sowie individuelle Spielerleistungen und Transferstrategien. Abschließend werfen wir einen Blick auf die kommenden Herausforderungen und die strategischen Pläne beider Klubs für die nächste Saison. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 17/05/2026
Abpfiff: Da ist sie wieder. Diese absolute Leere, die bleibt, wenn das Flutlicht ausgeht und der Regen die Tränen vom Gesicht wäscht. St. Pauli steigt ab. Es tut weh, jedes Mal aufs Neue, obwohl man es kommen sah. Das Endspiel gegen Wolfsburg war kein Klassekampf, es war nur das bittere Erwachen […]
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Abpfiff
https://api.substack.com/feed/podcast/198096101/9338286f4ee484d02a7208a9503044f2.mp3 **Abpfiff:** Da ist sie wieder. Diese absolute Leere, die bleibt, wenn das Flutlicht ausgeht und der Regen die Tränen vom Gesicht wäscht. St. Pauli steigt ab. _Es tut weh, jedes Mal aufs Neue, obwohl man es kommen sah._ Das Endspiel gegen Wolfsburg war kein Klassekampf, es war nur das bittere Erwachen auf dem harten Boden der Realität. Wir sind eben doch in der zweiten Liga zu Hause, nu, da gehören wir vielleicht auch hin, ganz ohne die Eventfans und die Millionen-Arroganz. Der Schmerz sitzt tief am Millerntor, laut MOPO herrscht absolute Leere in den Gesichtern. Schiete, das passt zur Woche. In der Altstadt stand tagelang ein sündhaft teurer McLaren 720S Spider im strömenden Regen. Das elektrohydraulische Dach halb offen, die Ledersitze volgelaufen wie eine alte Jolle. Hunderttausend Euro Schaden, schätzt die MOPO hämisch, während die sozialen Medien spotten. Und das Beste: Unter dem Scheibenwischer klemmte ein Knöllchen. Wer die Woche versucht hat, mit der S-Bahn von Harburg zum Hauptbahnhof zu kommen, weiß, was echtes Elend bedeutet: Schienenersatzverkehr, Streckensperrungen, Chaos auf den Gleisen. Das Hamburger Abendblatt schrieb treffend von „Zuständen wie in Indien“. Der NDR zeigte Bilder von überfüllten Bahnsteigen, auf denen es teilweise sogar gefährlich eng wurde. Die Menschen drängten sich aneinander; man steht Schulter an Schulter, schaut stumm ins Grau und erträgt es. Ich bekam diese Woche Post vom Bürgermeister. Peter Tschentscher persönlich wirbt per Brief in Hunderttausenden Haushalten für ein „Ja“ beim Olympia-Referendum Ende des Monats. Die Werbetrommel rotiert heiß, das Hamburger Tagesjournal seziert die tiefen Gräben, die quer durch die Generationen und Stadtteile gehen. „Mutig oder ängstlich?“ fragen sie vor der Abstimmung am 31. Mai. Vielleicht ist es einfach nur vernünftig, das Geld lieber in funktionierende S-Bahnen zu stecken als in fünf Ringe aus Gold. Der Hamburger Schiedsrichter Patrick Ittrich hat am Samstag seine Pfeife an den Nagel gehängt. Das letzte Bundesliga-Spiel abgepfiffen, Schluss, Aus. Ein guter Kerdl, der laut Abendblatt zum Abschied klare Worte für die Herausforderungen auf dem Platz fand. Man merkt, wie die alten Gesichter gehen. Auf dem Platz, in der Stadt, überall. Nächste Woche wird nicht besser. Die Gleise zwischen Hauptbahnhof und Harburg bleiben dicht, das Bahnchaos geht in die nächste Runde. Und die Diskussionen um die Ringe werden schärfer, je näher das Monatsende rückt. Wir werden weiter streiten, am Küchentisch, in der Kneipe, beim Bäcker. Die Elbe fließt weiter, ungeachtet der Tränen am Millerntor und des Wassers im Luxusauto. Ein Frachter zieht raus Richtung Nordsee, die Tide läuft ab. Manchmal muss man einfach loslassen können. **_Und was macht der HSV?_** Endlich wieder die Nummer 1 der Stadt. Nach Jahren der Stadtteildominanz ist die alte Hackordnung in der Stadt wieder hergestellt. Die Männer vom Volkspark strotzen vor Kraft. Klassenerhalt- check. Europa kann kommen 😉. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 10/05/2026
Jedes Jahr wieder schießt mir das Zitat von Rocko Schamoni ins Gemüt, das ich oben ein wenig verniederdeutscht habe: "Alles, was dumm und scheiße ist", findet auf St. Pauli statt, hat Rocky einmal anlässlich des Schlagermoves gesagt — und damit dem Gefühl aller Anwohnerinnen, ob in St. Pauli […]
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Hafengeburtstag, OMR: Alles, was schiete ist, findet hier statt
https://api.substack.com/feed/podcast/197087720/d3995abdb38152f42f96ebbd9276bba3.mp3 Jedes Jahr wieder schießt mir das Zitat von Rocko Schamoni ins Gemüt, das ich oben ein wenig verniederdeutscht habe: „Alles, was dumm und scheiße ist“, findet auf St. Pauli statt, hat Rocky einmal anlässlich des Schlagermoves gesagt — und damit dem Gefühl aller Anwohnerinnen, ob in St. Pauli, Altona oder Ottensen, ein Zitat geschenkt, das immer passt, wenn Pinneberg, Zahnärtzte oder Fuzzis in unseren Vierteln die Sau rauslassen. Diese Woche fielen erst zehntausende Marketingfuzzis über das Schanzenviertel her, buchten Frühstückscafés komplett, sodass die ansässige Bohème ohne Galao den Tag starten musste. Das macht den freundlichsten Altautonomen zum Wütbürger. Das OMR Plastikschild um den Hals markiert in unseren Vierteln den Feind. Ich habe mir aus Spaß mal n paar Videos auf Youtube angesehen und musste mich kneifen, was für einen B******t die Leute labern. Mein Freund Alfetta rief mich an und fragte: “Die meinen das ernst, oder?”. Ich befürchte ja, antwortete ich. Wie jeder Altonaer, habe ich die Stadt fluchtartig verlassen, in Richtung Ostsee. Dort war es ziemlich leer. Waren die alle in HH?, beim Hafengeburtstag? Den verpasse ich ja auch seit Jahren. Es ist nicht nachrichtenfest zu ermitteln, wieviele der über eine Million Besucher auch aus Hamburg kommen (und ob die Zahl der Ostseetouristen schlagartig ansteigt an diesem Wochenende), aber eine erkleckliche Zahl meiner Nachbarn verdient sich die Monatsmiete an diesem Wochenende via AirBnB. Eine bessere Propaganda könnte die Nolympia Bewegung sich nicht ausdenken. Hamburg ist eben nicht für Hamburgerinnen gemacht. /// Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 05/05/2026
Moin Hamburg! Hier ist das Audio-Logbuch zur Lage der Nation – oder zumindest zur Lage der schönsten Stadt der Welt. Schnappt euch einen Kaffee oder ein Zigarillo, lehnt euch zurück und schaut aus dem Fenster, während wir die Ereignisse der letzten Woche Revue passieren lassen. * Einführung (00 […]
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May Olympia be with you Hamburg
https://api.substack.com/feed/podcast/196409518/a11b67132e07e16920282d76c9bdfc39.mp3 Moin Hamburg! Hier ist das Audio-Logbuch zur Lage der Nation – oder zumindest zur Lage der schönsten Stadt der Welt. Schnappt euch einen Kaffee oder ein Zigarillo, lehnt euch zurück und schaut aus dem Fenster, während wir die Ereignisse der letzten Woche Revue passieren lassen. * **Einführung (00:00:06)** Begrüßung zum wöchentlichen Newsletter-Podcast “Ring zwei Hamburg” mit einem Überblick über die Themen der vergangenen Woche. * **Segelregatta auf der Elbe (00:01:34)** Bericht über die Glückstadt Regatta mit schwierigen Wetterbedingungen, starkem Wind und extrem unruhigem Wasser auf der Unterelbe. * **Unfälle und Schäden beim Segeln (00:02:53)** Details zu den Havarien während der Regatta, darunter ein Mastbruch, eine Person über Bord und eine aufgelaufene Yacht. * **Veränderungen bei Segelregatten (00:04:08)** Einblick in die Organisation von Segelregatten heute im Vergleich zu früher, insbesondere die Rolle von Sicherungsbooten und veränderte Solidarität. * **Ereignisse rund um den 1. Mai (00:08:14)** Zusammenfassung der Ereignisse zum 1. Mai, inklusive Demonstrationen, und ein Ausblick auf OMR Festival und Hafengeburtstag. * **Das Verschwinden des Paternoster (00:09:34)** Bericht über den spurlosen und nicht genehmigten Ausbau des ältesten Paternoster der Welt aus dem historischen Flügge-Haus. * **Vergleich mit früheren Vorfällen (00:10:58)** Eine persönliche Anekdote des Sprechers über illegale Baumfällungen in Blankenese als Vergleich zum Vorgehen beim Paternoster-Ausbau. * **Demonstrationen am 1. Mai (00:12:16)** Beschreibung der Demonstrationen am Tag der Arbeit, von friedlichen Märschen des DGB bis zu Pyrotechnik an der Roten Flora. * **Olympia-Abstimmung in Kiel (00:13:29)** Meldung über die erfolgreiche Abstimmung in Kiel für die Austragung der Segelwettbewerbe und den wachsenden Druck auf Hamburg. * **Diskussion um Olympia in Hamburg (00:15:05)** Kritische Auseinandersetzung mit den Olympia-Plänen in Hamburg, den hohen Kostenrisiken und dem Vergleich mit den Spielen in Paris. * **Ausblick auf kommende Veranstaltungen (00:18:03)** Vorschau auf das OMR Festival und den Hafengeburtstag, die für eine volle, laute und teure Woche in Hamburg sorgen. * **Kritik am OMR Festival (00:19:20)** Persönliche und kritische Betrachtung des OMR Festivals, seiner Teilnehmer und der Entwicklung von einem kleinen Event zur Großveranstaltung. * **Weitere Termine und Fußball (00:20:34)** Hinweise auf den Star Wars Day im Planetarium und die Situation im Fußball, insbesondere der Klassenerhalt des HSV. * **Die Lage des FC St. Pauli (00:21:51)** Analyse der unsicheren Lage des FC St. Pauli im Abstiegskampf und Ausblick auf die entscheidenden letzten beiden Saisonspiele. * **Verabschiedung (00:23:15)** Abschließende Worte, Glückwünsche an den HSV, Hoffnung für St. Pauli und die Bitte, den Podcast zu abonnieren und zu unterstützen. ⛵ Das “selbstgewählte Elend” auf der Elbe Der Mai startete mit sommerlichen 25 Grad, doch das Segel-Wochenende davor hatte es in sich. Bei der **Glückstadt Regatta** (Saisonauftakt der Elbe Super Sailing Tour) gab es ordentlich „eins auf die Mütze“: * **Wetterkapriolen** : Windstärke sieben mit Böen bis zu 30 Knoten peitschten über die Unterelbe. * **Fiese Wellen** : Die ablaufende Tide gegen Westwind erzeugte kurze, ekelige Stromschnellen, die Mensch und Material forderten. * **Havarien** : Eine 38-Fuß-Yacht erlitt in Höhe der Glückstädter Fähren einen **Mastbruch** ; das Rigg musste gekappt und markiert im Fluss versenkt werden. * **Rettungsaktionen** : Ein Segler ging über Bord, konnte aber dank der mittlerweile gut organisierten Begleitschlauchboote schnell gerettet werden. Eine weitere Yacht lief auf eine Steinböschung auf und musste von Feuerwehr und DLRG mit Luftkissen befreit werden. Trotz des „normalen Wahnsinns“ gab es zum Glück keine Schwerverletzten. Paternoster-Gate & Blankeneser Methoden Mitten in der City hat sich ein fast magischer Kriminalfall ereignet: Aus dem historischen **Flüggehaus** ist der vermutlich älteste Paternoster der Welt (Baujahr 1908) spurlos verschwunden. * **Ohne Erlaubnis** : Der Ausbau erfolgte ohne Genehmigung des Denkmalschutzamtes. * **Parallelen** : Das Vorgehen erinnert an alte Blankeneser Gepflogenheiten, wo „versehentlich“ ein Schwerlaster geschützte Bäume rammt, die der Elbsicht neureicher Villenbesitzer im Weg stehen. Die Behörden haben nun erst einmal einen Baustopp verhängt. 🚩 Zwischen Revolution und Rendite Der **1. Mai** verlief hanseatisch-bunt. Während der DGB in Barmbek friedlich für Löhne marschierte, lieferte die **Rote Flora** auf der Schanze das obligatorische Pyrotechnik-Spektakel ab. Laut Polizei blieb es insgesamt den Umständen entsprechend ruhig. In Sachen **Olympia** wächst der Druck aus dem Norden. Kiel hat mit 63,5 % für die Segelwettbewerbe gestimmt. Ich bleibe als gelernter Kaufmann skeptisch: Ein Risiko von bis zu 80 Milliarden Euro ist bei den aktuellen Kostenexplosionen in Hamburg (man denke an die Elbtunnel-Röhre) kaum seriös kalkulierbar. Wer Paris als „Schwarze Null“ verkauft, verschweigt den Milliarden-Rechenschaftsbericht der Franzosen. Ausblick: OMR-Wahnsinn & Hafengeburtstag Die kommende Woche wird laut, voll und teuer: * **OMR Festival (5.–6. Mai)** : Das Klassentreffen der Digital-Bubble in der Schanze. Erwartet überteuerte Haferlattes, weiße Sneaker und „Rockstars“, die eigentlich keine sind – außer vielleicht Heidi Klum. Mein Tipp: Meidet die Schanze weiträumig. +2 * **Hafengeburtstag (Wochenende)** : Für Anwohner das Signal, schleunigst an die Ostsee zu fliehen, während halb Pinneberg und Niedersachsen die Landungsbrücken flutet. * **A7-Sperrung** : Der Elbtunnel wird natürlich auch wieder gesperrt. * **Star Wars Day** : Wer den 4. Mai verpasst hat, kann am Dienstag (5. Mai) im Planetarium den Vortrag „The Revenge of the Fifth“ hören. Fußball-Dramen Gute Nachrichten für die Raute: Der **HSV** ist vorzeitig gerettet und spielt nächste Saison definitiv erste Bundesliga. Beim **FC St. Pauli** sieht es nach der Pleite gegen Mainz düsterer aus. Jetzt folgt das Endspiel gegen Wolfsburg – eine urstpaulianische Aufgabe, den Konzern-Klub mit in den Abgrund zu reißen. Ich wünsche euch eine schöne Woche. Seid gute Demokraten, geht wählen und abonniert das Logbuch! **Tschüss, euer Erik** Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 26/04/2026
Moin Hamburg. Wir schreiben Sonntag, den 26. April 2026. Während du dies liest, schiebt sich gerade eine Wand aus über 30.000 Menschen durch die Stadt – es ist Marathon-Sonntag, und Hamburg riecht nach Magnesium-Gel und Schweiß. Frischem Schweiß. Chapters 0:10 Marathonzeit in Hamburg 2 […]
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Kritische Masse Hamburg
Moin Hamburg. Wir schreiben **Sonntag, den 26. April 2026**. Während du dies liest, schiebt sich gerade eine Wand aus über **30.000 Menschen** durch die Stadt – es ist Marathon-Sonntag, und Hamburg riecht nach Magnesium-Gel und Schweiß. Frischem Schweiß. Chapters 0:10 Marathonzeit in Hamburg 2:45 Critical Mass und Fahrradprotest 5:40 HSV und sportliche Herausforderungen 7:49 Olympia-Referendum und politische Auseinandersetzungen 9:21 Infrastrukturprobleme in Hamburg 10:47 Ausblick auf kommende Veranstaltungen Ich wohne direkt an der Laufstrecke des Hamburg Marathons. Früh im Rennen hatte sich schon an der Ottenser Christianskirche die Elite vom Feld getrennt. Meist waren die besten Läufer schon oder gerade durch, als ich mich im hastig angeplünnten Jogginganzug an die Strecke begab. So viele Menschen, die mit voller Batterie und viel Hoffnung im Bauch an mir vorbei laufen; es liegt etwas von dieser Kraft in der Luft, weht zu den wartenden herüber. Während die Nachbarn mit Heavy Metal und AC/DC den Läufern Mut zudröhnen, scanne ich die Masse – irgendjemand erkennt man immer – und manchmal erkennen sie einen auch. Und strahlen. Ich weiß nicht, wie dieselben Menschen dann später in Eppendorf aussehen, aber mich fasziniert der Mut und die fröhliche Entschlossenheit. Jedes Jahr wieder. Kritische Masse Hamburg früh im Monat Wie der Hansemarathon erfüllt mich jedes Mal die Fahrraddemo “Critical Mass” mit Hoffnung. Wie der Marathon kommt diese kreativste Form des Protestes mit wenig Brimborium aus (braucht keine Sportstätten oder gar die Politik; im Gegenteil). Die Critical Mass nutzt den **Paragraphen 27 der Straßenverkehrsordnung**. Wenn mehr als 15 Radfahrer:innen hinter- und nebeneinander Fahren, bilden sie rechtlich einen „Verband“. **Die Folge:** Der Verband darf wie ein einzelnes Fahrzeug behandelt werden. Wenn das erste Rad bei Grün über die Ampel fährt, darf der gesamte Rest folgen, auch wenn die Ampel mittlerweile auf Rot springt (das sogenannte „Corken“). Das Ziel ist es, die Dominanz des Autos im Stadtbild für ein paar Stunden zu brechen. Radfahrer, die sonst oft an den Rand gedrängt werden, nehmen sich den Raum, der ihnen zusteht – und das ganz legal. Es geht um eine leider nur temporäre **Umverteilung des öffentlichen Raums**. Im Sommer radeln mehr Leute mit, denn das ist keine verbiesterte Demo, sondern ein Happening. Mit Musik und Geträller. Die Erfahrenen sichern die Strecke und nehmen das Geschimpfe der Autofahrer auf sich, die sich vielleicht das erste Mal so ohnmächtig fühlen, wie andere Verkehrsteilnehmer dauernd. Wie das genau funktioniert in Hamburg, könnt ihr hier bei CM auf Mastodon nachlesen. Und was macht … der HSV? Alle anderen spielen für Hamburg und wir spielen mit. Nach der nicht unverdienten Niederlage gegen die Senkrechtstarter aus _Hoppenheim_ reiht sich der HSV ins Schneckenrennen um den Klassenerhalt ein. … dabei kann sich der HSV auf den FC St. Pauli verlassen. Die Kiezkicker unterlagen beim Tabellenletzten verdient mit 0:2. Der Millernton spricht von einem “Offenbarungseid” zur Pleite. Nun fragt sich ganz Hamburg, wer denn als Insolvenzverwalter eingesetzt wird. Der Podcast St. POP wünscht sich mit Friedhelm Funkel den Dauerläufer unter den Ligarettern. **„Wadenkrampf & Wahl-Krampf: Hamburg zwischen Runners High und Stimmungstief“** Diese Woche wird in Hamburg gerannt: ihr rennt den Marathon (obwohl laufen wohl das bessere Verb ist), wir rennen wild durcheinander beim Streit um die sportliche Zukunft (Beim Olympia-Referendum) und zwischendurch rennt unserer Infrastruktur die Zeit davon (Brücken-Chaos). _Vielen Dank fürs lesen und hören; teile diesen Letter gerne in deinem Netzwerk; run on … Dein Erik_ Abwegig: Das war die letzte Woche * **Der große Marathon-Check:** Heute, am 26. April, steht die Stadt still. NDR und Mopo berichten von Rekord-Anmeldezahlen (über 38.000 Läufer inklusive Staffel). Der “Hot”-Faktor: Die Straßensperrungen treiben Autofahrer in den Wahnsinn, während die Partystimmung an der Strecke (besonders in Eppendorf) ihren Peak erreicht. _(Quellen: NDR Hamburg, MOPO)_ * **Olympia-Post im Briefkasten:** Seit Mitte der Woche landen die Briefwahlunterlagen für das Referendum am 31. Mai in den Briefkästen. Das **Hamburger Tagesjournal** beobachtet ein „Hamburger Ding“: Die Fronten zwischen Senat (Pro) und Initiativen wie „NOlympia“ (Contra) verhärten sich zusehends. _(Quellen: Abendblatt, Hamburger Tagesjournal)_ * **Abwegig: Lufthansa Technik wartet jetzt Kriegswaffen:** In Fuhlsbüttel weht ein neuer Wind. Erstmals werden bei Lufthansa Technik waffentragende Flugzeuge (Boeing P-8A Poseidon) gewartet. Hamburg wird zur „wehrtechnischen Stadt“ – eine Entwicklung, die in der Friedensstadt für ordentlich Diskussionsstoff auf Mastodon sorgt. _(Quelle: Hamburger Tagesjournal)_ * **Das 130.000-Euro-Eigentor:** Der Landesverband der Grünen muss eine massive Summe an die Rentenversicherung nachzahlen. Grund: Eine rückwirkende Neubewertung der Vorstandsvergütung. Ein gefundenes Fressen für die politische Konkurrenz. _(Quelle: Hamburger Tagesjournal)_ * **Infrastruktur-Drama:** Am Donnerstag legten Probleme an der Köhlbrandbrücke und der Norderelbbrücke den Hamburger Süden komplett lahm. Stillstand als Dauerzustand – ein Thema, das die **MOPO** gewohnt emotional begleitet. _(Quellen: Hamburger Tagesjournal, MOPO)_ Ausblick: Termine für die kommende Woche (27. April – 3. Mai) Die nächste Woche steht ganz im Zeichen des Feiertags und des kulturellen Aufbruchs. **Offizieller Wahl-Endspurt** 27. April – 30. April Die Stadt wird mit Plakaten für und gegen das Olympia-Referendum geflutet. Erwartet hitzige Debatten in den Lokalzeitungen. **Tag der Arbeit & Wasserlichtkonzerte** Freitag, 1. Mai Traditionelle Demos (DGB und Schanze). Gleichzeitig Saisonstart der Wasserlichtkonzerte in Planten un Blomen – dieses Jahr unter dem Motto „Lichtgestalten“. **Internationales Musikfest Hamburg** Freitag, 1. Mai (Start) Auftakt des Musikfests in der Elbphilharmonie. Das Thema 2026 ist „Ende“ – passend zur dramatischen Grundstimmung der Stadt. **HSV vs. Eintracht Frankfurt** Samstag, 2. Mai Heimspiel im Volksparkstadion (15:30 Uhr). Die Stadt wird in Blau-Weiß-Schwarz getaucht sein. **Japan-Festival Vorboten** Sonntag, 3. Mai Erste Kirschblüten-Events an der Alster, bevor Ende Mai das große Feuerwerk folgt. Quellen: * **Hamburger Tagesjournal:** Unverzichtbar für die “abwegigen” politischen Details (Grüne, Lufthansa-Waffen). * **Abendblatt:** Tiefe Analysen zum Olympia-Referendum und den wirtschaftlichen Folgen. * **NDR:** Erste Adresse für die Marathon-Berichterstattung und den kulturellen Mai-Auftakt. * **MOPO:** Dein Seismograph für die Wut über Straßensperrungen und den Brücken-Wahnsinn. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 19/04/2026
## Hamburger Zerfallserscheinungen api.substack.com/feed/podcast/19467… **Moin Moin Hamburg,** hier kommt Dein persönlicher Rückblick auf die Kalenderwoche 16 in der schönsten Stadt. _Wettertechnisch ganz […] [Original post on blog.ring2.de]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 13/04/2026
Moin Hamburg, (in eigener Sache: heute erscheint dein Hamburg Logbuch bereits am Sonnabend. Ein kleiner Test - lesen und hören kannst Du es natürlich auch erst am gewohnten Sonntag) Der April meinte es gut mit Hamburg diese Woche. Regenschauer passierten die Stadt in der Nacht, die ungemütlich […]
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Lost Focus – Hamburg debattiert am Thema vorbei
https://api.substack.com/feed/podcast/193864064/a84ff98fda84fc26a4a111a491bd9d0c.mp3 **_Moin Hamburg,_** _(in eigener Sache: heute erscheint dein Hamburg Logbuch bereits am Sonnabend. Ein kleiner Test – lesen und hören kannst Du es natürlich auch erst am gewohnten Sonntag)_ _Der April meinte es gut mit Hamburg diese Woche. Regenschauer passierten die Stadt in der Nacht, die ungemütlich kalt werden konnte, während am Tag die Sonne schien. So kann das weitergehen …_ _Als Nachtrag zu letzten Letter: ich schreibe die Dinge, die ich verpasst habe, wie bspw._ die Reise zum Osterfeuer in Blankenese_in meinen Blog – schau da also auch gerne vorbei …_ wir befinden uns auf der Zielgeraden der Osterferien – meidet also wenn es geht den Elbtunnel. Wenn ihr unterwegs wart, habe ich eine beruhigende Nachricht: bestimmte Themen bleiben der Stadt erhalten – allerdings verschiebt sich der Fokus bedenklich. Ich muss gestehen, i**ch kann das Thema “Olympiabewerbung” langsam nicht mehr hören**. Alle Argumente sind ausgetauscht, das Thema nervt. Am Ende müssen wir Hamburgerinnen entscheiden, ob wir dem Senat glauben (und zutrauen), dass er sich diesmal nicht heillos verkalkuliert? Inzwischen driftet die ausgelutschte Diskussion ins Surreale ab – ein Merkmal unserer Zeit. Der Senat verspricht, dass die Sicherheitskosten im Rahmen bleiben, ausgerechnet, weil man auf Trumpsche Roboterpolizeihunde setzt, die durch die Straßen Altonas und Barmbeks streifen, um für Ordnung zu sorgen. Dass dieses Szenario für die Stadt, die Olafs (es gab keine Polizeigewalt) G20 überlebt hat, eher als Drohung als Beruhigung aufgefasst wird, kommt Andy Grote nicht eine Sekunde in den Sinn. Nu **entdeckt die AfD Fraktion auch noch das Thema Nachhaltigkeit** für sich. Das ist alles so albern, dass wir bitte jetzt abstimmen, ja? Bevor die FDP noch einen Mindestlohn für Robocops fordert. Im juristischen Streit um **digitale Gewalt gegen Collien Fernandes** verschiebt sich der Fokus diese Woche auf das Verhältnis von Verteidigung und Medien. Im Fokus steht der Spiegel, der das Thema ins Rollen brachte. Die Anwälte Ulmens wollen per Einstweiliger Verfügung der in ihren Augen vorverurteilenden Verdachtsberichterstattung engere Grenzen setzen. Die Hamburger Gerichte sind in der Vergangenheit nicht als Hüter der Pressefreiheit aufgefallen – eher als Hüter der Individualrechte. Zugegeben, eine spannende Randnotiz, aber der Fokus sollte eher auf dem Thema Gewalt gegen Frauen liegen, meiner bescheidenen Meinung nach. **_Ring2 * das Hamburg Logbuch ist eine Leserinnen-supportete Publikation. Bei Gefallen, wird doch gerne einen Heiermann in meine Kaffekasse._** **_https://ko-fi.com/ring2_** Und was macht der. … HSV? Der HSV hat sich einen komfortablen Abstand (sechs Punkte) zum Relegationsplatz erarbeitet und kann das Auswärtsspiel in Stuttgart entspannt angehen. Bei einer kleinen Sensation ist man so gute wie gerettet, bei der erwarteten Niederlage nicht aus dem Rennen. Das entspannt. und der FC St. Pauli? Am Millerntor empfängt man die Freunde aus München (was ich immer noch ein bisschen lustig finde, dass ausgerechnet Hoeneß’ Ultras sich so gut mit den Kiezultras verstehen) – und hofft, dass den Millionarios der Fokus verrutscht und sie schon in der nächsten Woche weilen, mental. Trainer Blessin hat auch dieses Spiel als “Endspiel” ausgerufen, was sich ein wenig albern anfühlt. Ist eher ein Bonus – und wegen der vier Punkte auf Wolfsburg sogar folgenlos, sollte man wie erwartet verlieren. Andererseits: gegen Bayern gibts alle Jubeljahre mal ein Kultspiel auf dem Kiez – warum nicht heute? Hamburg ist nicht … London Während sich Hamburger Anwälte bemühen, Verfahren wegen digitaler Gewalt nach Deutschland zu holen, vermeintlich, weil die Verteidigung hier leichter fällt, macht London gegen eben diese mobil. Wenn es nach den Plänen der Regierung geht, können sich auch die Anbieter von Plattformen bald als – in Deutschland hat man den schönen Begriff – Mitstörer auf der Anklagebank wiederfinden. Ob es Herrn Zuckerberg juckt, dann nicht mehr nach England zu dürfen, war zum Redkationsschluss nicht bekannt. _Eine fokussierte neue Woche wünscht euch euer Host,Erik_ _PS ich fühle mich diese Woche ein wenig gehauntet, dieselben Themen in anderem Gewand. Der Wal ist immer noch gestrandet, fast tot. Dafür ist der Wolf wieder frei und das auch wieder dort, wo seine Reise begann – im Hamburger Umland._ _Die Bahn braucht keine Streiks mehr, um nicht zu fahren (Donnerstag nachts ging in Richtung Pinneberg, Elmshorn nix mehr)_ Die Top-Hamburg-Meldungen (KW 15) im Überblick * **Der Fall Fernandes vs. Ulmen: Juristisches Tauziehen.** Nach den schweren Vorwürfen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen (Thema: Deepfakes) hat dieser nun beim Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen den _Spiegel_ beantragt. Der Vorwurf: Verletzung der Persönlichkeitsrechte durch die Berichterstattung. _„Es geht um die Frage, wo die Grenze zwischen investigativer Recherche und Vorverurteilung in der digitalen Ära verläuft.“_ (Quellen: **Zeit Hamburg, Hamburger Tagesjournal, Abendblatt**) * **Olympia-Zoff im Rathaus.** Die Pläne für eine Hamburger Bewerbung für 2036/2040 spalten die Politik. Die AfD kritisiert den Senat für mangelnde Nachhaltigkeit (was sich lustig liest, ist diese Fraktion bisher nicht als Umweltpartei aufgefalllen), während die CDU mehr Tempo fordert. Der Streit um die „Klimaneutralität“ der Spiele wird zum Zünglein an der Waage. (Quellen: **NDR, Hamburger Tagesjournal**) * **Revolution im HVV? Entkriminalisierung des Schwarzfahrens.** Hamburg diskutiert aktuell den Vorschlag von Bundesjustizministerin Hubig, „Fahren ohne Fahrschein“ nicht mehr als Straftat, sondern nur noch als Ordnungswidrigkeit zu behandeln. Die Meinungen in der Hansestadt gehen weit auseinander – beim NDR gab es eine Umfrage, und ich verstehe nicht, wieso 50% der Leute ihr armen Mitbürger weiter einknasten wollen. (Quelle: **Hinz &Kunzt, MOPO**) * **Staatsoper zieht ins Zelt.** Kultur-News für die Zukunft: Wegen Sanierungsarbeiten am Orchestergraben wird die Staatsoper in der Saison 2026/27 zeitweise in ein Zirkuszelt („Die Kuppel“) umziehen. (Quelle: **NDR, Musik Heute**) Termine: Heute & Nächste Woche **Heute (Sonntag, 12. April 2026)** * **Buchdruckmesse (Museum der Arbeit, Barmbek):** Start der 21. Auflage. Wer Haptik liebt, ist hier richtig. **Nächste Woche (12. – 19. April 2026)** * **14. – 19. April: Dokumentarfilmwochen Hamburg.** Spannende Einblicke in globale Krisen und lokale Helden in diversen Kinos. * **17. April (Freitag): Pothead im Bahnhof Pauli.** Riffrock für alle, die das Wochenende laut einläuten wollen. * **18. April (Samstag): Lange Nacht der Museen.** Über 50 Museen öffnen bis spät in die Nacht ihre Türen. Shuttle-Busse und Barkassen inklusive! * **18. April (Samstag): Pop Girly Night im Übel & Gefährlich.** Chappell Roan und Sabrina Carpenter Vibes im Bunker. * **18. April (Samstag): Howard Carpendale (Abschiedstour) in der Barclays Arena.** Der „Howie“-Wahnsinn für die Schlager-Fraktion. Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 05/04/2026
Das Thema dieser Woche war tierisch. Nachdem Hamburg mit dem gestrandeten Wal vor Timmendorf mitfieberte – der inzwischen „unspektakulär“ vor Poel liegt; ob im Sterben oder sich erholend, ist unklar – besuchte unsere Stadt ein weiteres Wildtier und sorgte für Aufregung sowie Jagdszenen. Zurück […]
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Tiere, Feuer, Sensationen
https://api.substack.com/feed/podcast/193152222/17160b3f08dadd21c1974ee518bea40a.mp3 Das Thema dieser Woche war tierisch. Nachdem Hamburg mit dem gestrandeten Wal vor Timmendorf mitfieberte – der inzwischen „unspektakulär“ vor Poel liegt; ob im Sterben oder sich erholend, ist unklar – besuchte unsere Stadt ein weiteres Wildtier und sorgte für Aufregung sowie Jagdszenen. Zurück blieben ein völlig erschöpftes Tier und eine schwer verletzte Altonaerin. Du magst diesen Podcast?Supporte mich: https://ko-fi.com/ring2 Wo der überall entlanggewandert ist! Von Rissen kommend über die S1-Strecke nach Altona. Vorbei an der Kiezlegenden-Kneipe in Othmarschen bis in meinen Stadtteil. B. sagte am Abend: _„Krass. In der Passage war ich ein paar Stunden vorher auch.“_ Der Wolf kam uns nah, ohne dass die meisten von uns ihn gesehen haben. Inzwischen ist das jugendliche Raubtier nach Niedersachsen verbracht worden. Was aus seinem Opfer wurde? Darüber wird nicht weiter berichtet. (Passt irgendwie ins mediale Schema.) Osterfeuer in Blankenese Die Osterfeuer in Blankenese werden, wenn ihr diesen Letter lest, schon abgebrannt sein; letzter Feinstaub wabert vielleicht noch durch das enge Treppenviertel. Bei böigem Westwind hat die ganze Stadt etwas davon – hoffentlich habe ich die Fenster zugemacht. Meine Familie trifft sich am Sonnabend vor Ostern am Viereck-Feuer, einem der vier Feuer in Blankenese und Dockenhuden. Seit Tagen haben die Bewohner des Geesthangs unter dem Süllberg Holz, Paletten und Weihnachtsbaumgerippe gesammelt und aufgetürmt. Es wurde bewacht, mit Bier begossen _(auch mit dem, was nach der Digustation entweicht)_ und das eigentliche Fest schon einen Tag vor dem Einfall von 100.000 Touristen gefeiert. Vor dem Feuer ist das eigentliche Fest in Blankenese. _Das Viereck Osterfeuer in Blankenese vor ein paar Jahren, Foto: Philip Hauth_ Am besten ohne Auto in Hamburg Wer nicht muss, der fährt nicht mit dem Auto – weder zum Osterfeuer nach Blankenese (keine Parkplätze) noch zu Oma nach Bergedorf (weil die Spritpreise auch einmal am Tag erhöht, zu hoch sind). Dafür ist – danke, Donald – das Benzin einfach zu teuer. 2,22 Euro „schnapszahlt“ der Durchschnittspreis am 4. April. In der Spitze waren es über 2,40 Euro. Allerdings ist die Alternative, das Fahrrad oder der ÖPNV, oft keine. Okay, wir hatten diese Woche keinen Streik, allerdings flickt die Bahn dauernd an überalteter Infrastruktur herum, sodass Bahnfahren in Hamburg immer weniger Spaß macht. Gibt es eigentlich einen ÖPNV-Index für unsere Stadt? Wie hoch ist der Zugewinn an Umweltschutz, Geschwindigkeit (gegenüber Staustehern bspw.), Monetärem oder Bequemlichkeit, wenn ich das Auto stehen lasse? Das würde mich interessieren. (Ja, ich bin Verfechter des 9-Euro-Tickets – am besten sollte der öffentliche Nahverkehr sogar kostenlos sein.) Für Fahrradfreundlichkeit gibt es ihn: **den Copenhagenize Index**. Was haben Städte wie Bonn, Utrecht oder Münster Hamburg voraus? Nachdem Hamburg schon 2019 nur Platz 20 einnahm (Tendenz sinkend) – zu langsam und willenlos erschien der Fortschritt zur Fahrradstadt –, flog die Hansestadt in diesem Jahr sogar komplett aus der Betrachtung. Und das in einer Stadt, in der die Grünen seit Jahrzehnten mitregieren. Schlimm. Ich habe das Gefühl, wir müssen uns die lebenswerte Stadt immer mehr gegen den Senat erkämpfen. Das gilt für den Verkehrskollaps wie für die fossile Liebe der Stadtkämmerer zu Schiffsdiesel und Kreuzfahrtschiffen – ja, AIDA timet sein Auslaufen nicht nur nach der Flut, sondern auch nach dem Anzünden der Osterfeuer. Fehlt nicht mehr viel, und die Stadt gibt auch das noch vor. _(Von Olympia fange ich diese Woche gar nicht erst an. 😉_ Gute Nachrichten gab es auch Die ausgebüxte **junge Frau aus Bergedorf** ist von allein (und trotz Öffentlichkeitsfahndung) ohne Polizeieskorte am Karfreitag nach Hause zurückgekehrt. Ob sie Stubenarrest hat und nicht zum Osterfeuer darf, ist nicht bekannt. **Die Schilleroper in St. Pauli** , von der nur noch das rostende Gerippe steht, muss erhalten werden. Das hat – mal wieder – ein Gericht geurteilt. Passieren tut trotzdem seit Jahrzehnten nichts. Wenn es ein kleines widerständiges Symbol für Spekulantengier in unserer Stadt gibt, dann dieses. **Und was macht … der HSV?** Der HSV spielt wieder Fußball und startet den Saisonendspurt mit einem Heimspiel gegen Augsburg. Ist Vuskovic, Hamburgs 80-Millionen-Mann, in Torlaune? Hat Ransford Energie tanken können gegen Deutschland? Alles ist angerichtet für ein Fußballfest gegen die formschwachen Fuggerer. **Und der FC St. Pauli?** Die Boys in Brown besuchen ihre vermeintlichen Blutsbrüder in Berlin-Köpenick. Wieder startet verletzungsbedingt eine Notdefensive. Viel kann man also nicht erwarten im sechsten Endspiel der 2. Bundesliga-Saison – und vielleicht geht gerade deswegen was? Hamburg ist nicht … Jamaika Der Irrsinn der Woche kommt aus Kifferkreisen. Der NDR berichtet über eine Behördenposse, nachdem ein Cannabis-Anbauklub in Wilhelmsburg für ein Industriegebiet „zu leise und zu abgasarm produziert“. Deswegen wurde eine Betriebsgenehmigung nicht erteilt. Vielleicht sollten die Klubs daraus eine Tradition und Touristenattraktion machen – die werden in HH immer hofiert und geduldet. Lärm und Gestank sind da egal. Wenn dir die Sterne nicht auf den Geist gehen … Die Hamburger Schule hat mein Erwachsenwerden begleitet. Jetzt, nach 30 Jahren vergessen oder kurze „Ach ja“-Momente auf Geburtstagen, tingeln einige Vertreter dieser zwischen Kommerz und Subkultur verfassten Musikrichtung wieder durch die Gegend. Am Ostersonntag (also heute Abend!) spielen „Die Sterne“ im Übel & Gefährlich. Sogar der Eintritt ist mit gut 30 EUR einigermaßen angenehm für ein Revival. … und wie wird das Wetter, Seemann? Zunächst regiert weiter der Westwind. Teilweise böig. Gut ist an dieser Wetterlage, dass auch Schauer schnell weiterziehen. Mitte der Woche dreht der Wind auf Südost; es wird heiter bis wolkig, alles in allem „aprillig“. Die Temperaturen bleiben zweistellig. Immerhin. Feiert ein frohes Ostern. Jetzt geht’s bergauf – allem Wahnsinn zum Trotz. **_Euer Erik_** _PS: Während wir Wölfe jagen und in Feuer starren, streiten sich Peterle Tschentscher und das CDU-Plößchen (Ploß) in Berlin weiter darüber, wer den Hamburger Hafen am liebsten hat. Das tun sie trotz der vielen Themen, die man in HH wirksam angehen könnte. Werdet mal erwachsen, ihr beiden!_ Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 05/04/2026
Eigentlich schade. Da ich meinen Hamburg Newsletter 》Ring2, das Hamburg Logbuch 《 früh am Sonntag morgen verschicke, habe ich quasi einen selbstverschuldeten Redaktionsschluss, denn: Emails kann man nicht updaten, auch bei Podcasts ist das eher unüblich. Dabei passiert zwischen Fertigstellung […]
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Osterfeuer und der HSV
Eigentlich schade. Da ich meinen Hamburg Newsletter 》Ring2, das Hamburg Logbuch 《 früh am Sonntag morgen verschicke, habe ich quasi einen selbstverschuldeten Redaktionsschluss, denn: Emails kann man nicht updaten, auch bei Podcasts ist das eher unüblich. Dabei passiert zwischen Fertigstellung am Sonnabend Mittag und dem Lesen am Sonntag noch ne Menge, manchmal lustiges, manchmal ärgerliches … so wie gestern. ### „Stau im Tunnel, HSV“ Auf dem Weg nach Blankenese fuhren wir an mehreren S-Bahn Stationen vorbei, wo Bahnsherriffs die Massen HSV-Fans versuchten, einigermaßen geordnet in unseren Waggon zu verfrachten. Da waren nette dabei, wie der neben mir Platznehmende, aber auch Leute, die mir den HSV immer wieder vergällen. Saufende Schreihälse, denen nix anderes einfällt, als mit sich überschlagender Stimme St. Pauli zur Hölle zu schicken. Der Zug fuhr — vollgepackt mit Fußballfans — statt nach Altona, nach Holstenstraße: es sei Stau im Tunnel, meldete der Zugführer. Sofort krakeelte der Besoffki: „STAU IM TUNNEL, HSV, STAU IM TUNNEL, SCHEISS ST PAULI“. Diese Episode hätte es eigentlich in meinen Letter geschafft. Schade. Unsere Bahnfahrt nach Blankenese war übrigens in Klein-Flottbek zuende. Stromschaden in Blankenese. Nix fuhr mehr. Hunderte feierwütige Hamburger drehten missmutug um oder schulterten ihre Biervorräte für einen längeren Fußmarsch an den Bkankeneser Strandweg. In Blankenese angekommen, verdrängte das entspannte Osterfeuer die Strapazen der Anreise völlig. Es war nicht überfüllt wie befürchtet, nee, eher so wie früher, als weniger Touris und mehr Einheimische den Frühling begrüßten. Toll war das. Und ein wenig schade, dass das nicht im Letter steht. Egal, nu steht es ja hier …
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 28/03/2026
Hamburg geht auf die Straße, besser gesagt auf den Rathausmarkt: Gegen digitale Gewalt und für Solidarität mit Collien Fernandez und Frauen an sich. Moin Moin Hamburg, Hier vorab mein Hamburg Letter. Hier abonnieren. #FediverseFirstes ist noch nicht mal April, und doch schickt uns der Atlantik […]
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Morddrohung und trotzdem da
Hamburg geht auf die Straße, besser gesagt auf den Rathausmarkt: Gegen digitale Gewalt und für Solidarität mit Collien Fernandez und Frauen an sich. **Moin Moin Hamburg,** Hier vorab mein Hamburg Letter. Hier abonnieren. #FediverseFirst es ist noch nicht mal April, und doch schickt uns der Atlantik sein Wetter. Graupel, Regen, an einem Tag mild, am nächsten ist wieder Winter. Kein schönes Demowetter und doch kamen über Zwanzigtausend Menschen zum Rathausmarkt (22.000 lt. Veranstalterinnen), um gegen Digitale Gewalt zu demonstrieren. Collien Fernandez, die mit Ihrer Anzeige gegen ihren Exmann das ganze in Rollen brachte, war auch da – trotz Morddrohungen und unter Polizeischutz. Respekt! Die Zivilgesellschaft funktioniert, trotz des administrativen Layers, der weiter Politik macht, als sähe man die tausenden von Menschen nicht, die sich die Mühe machen sich auf und ihre Stimmen hörbar zu machen. Und Olympia? Spaltarsch nennt man es, wenn im Skat beide Teams (Lange Farbe, kurzer Weg) dieselbe Punktzahl haben. So sieht es aktuell bei der Zustimmung für Olympia aus. Und wie beim Skat, wären 50% Zustimmung zu wenig, wenn man alle Trümpfe auf der Hand hat, wie der Hamburger Senat in diesem Fall. Und da hat sich die Nachricht, dass das IOC Trans-Menschen ausschließen will, noch gar nicht durchgearbeitet in den Umfragen. Der Senat versucht es dennoch – mit einem vesteckten Ass im Ärmel. In Schulen wird über Olympia “informiert” – allerdings nur mit genehmem Unterichtsmaterial. Tricksen, täuschen und sich dann wundern. Wieso muss ich gerade an die SPD denken? Schlimm. Ich kann das nicht belegen, aber vielleicht hat der Anstieg von Kokain- und Ketaminspuren (ja, das ist das Zeug, dass Elon Musk antreibt) im Hamburger Grundwasser was damit zu tun? Ist ja seelisch auch anstrengend, sich gegen die Realität zu stellen, permanent und mit lauter Halbwahrheiten. Ich möchte kein Politiker sein derzeit. *** Ich würde gerne ein Handwerk können, greife aber mit zwei linken Händen in die Welt und zu hibbelig bin ich auch. (Bloggen und Podcastern passt da besser). Aber für alle anderen, vor allem die jüngeren Hamburger:innen hab ich eine Idee: vergesst das Jurastudium und BWL (ist nicht nur langweilig und sinnlos, ihr werdet höchstwahrscheinlich noch vor dem 2. Examen von Kollege AI ersetzt) – lernt ein Handwerk! Und übernehmt eines der florierenden Betriebe in Hamburg und Umgebung, die händeringend (sic!) eine Nachfolgerin suchen; wie diese 140 Jahre alte Etuimanufaktur. Handarbeit ist anscheinend auch noch in den Hamburger Grundbuchämtern angesagt. Und was wäre dieser Letter ohne eine Staumeldung? Wartezeiten für Grundbuchangelegenheiten von eineinhalb Jahren und länger sind an den Hamburger Amtsgerichten zurzeit keine Seltenheit. Für Bauherren hat das zum Teil teure Konsequenzen. Gerade wer sein erstes Eigenheim hat, hat oft Anspruch auf günstige Förderkredite von der Investitions- und Förderbank (IFB) in Hamburg. NDR … und was macht der HSV? Der schimpft in letzter Zeit vor allem über seinen Flügelstürmer Königsdörffer. Schade, dass auch Hamburger Fans immer einen Sündenbock brauchen – ist hier wohl doch nicht so anders, als anderswo. Die Profis des HSV sind derweil auf Länderspielreise und erholen sich von dem Geschimpfe – und für Königsdörffer erfüllt sich unerwartet ein Traum: Der Kicker weiß … nu flatterte eine positive Nachricht für Königsdörffer herein: Ghanas Nationaltrainer Otto Addo hat ihn für die Länderspiele in Wien am 27. März gegen Österreich und in Stuttgart am 30. März gegen Deutschland nachnominiert. Und beim FC St. Pauli? Ist auch Handarbeit angesagt. Nach den Patzern im letzten Heimspiel gegen Freiburg hatte Vasilj mit der bosnischen Nationalmannschaft ein besseres Händchen. Er hielt einen Elfmeter und ermöglichte so das kleine Fußballwunder: Bosnien Herzegowina spielt am Dienstag gegen Italien um eines der letzten WM-Tickets. Geht doch, Hamburg Stau auf den Autobahnen und in Ämtern, vermodernde Infrastruktur und nun auch noch kaputtes Geläute bei Hamburgs Wahrzeichen, dem Michel. Während die Stadt tatsächlich überlegt, schweren LKW zu verbieten über die Köhlbrandbrücke zu fahren (weil marode), stellte sich die Reparatur der Glocken am Michel als Wunderheilung heraus. ”Nach einer halben Stunde war der Schaden am Gestänge und am Gewinde behoben” – weiß der NDR Hamburg ist nicht … Timmendorfer Strand Sei ehrlich, du hast die Nachrichten über den gestrandeten Wal am Ostseestrand von Timmendorf auch verfolgt, oder? Und aufgeatmet, als die norddeutsche Menschheit alles in Bewegung gesetzt hat, um das erschöpfte Tier zu befreien. Timmendorfer Strand ist ja die Riviera Barmbeks, also sowas wie der feuchte Vorgarten Hamburgs. Da wird es euch freuen, dass die Schwimmbagger dem Wal eine Rutsche gebaut haben, mit der er in die offene Ostsee entschwinden konnte. Unbestätigten Gefühlen zufolge, mischt sich in die Freude, dass “ihr” Wal es heute Nacht zurück ins offene Wasser der Ostsee geschafft hat, auch ein wenig Ärger. Er hätte sich wenigstens gedulden können, bis Sonnenaufgang. Ihr wisst schon, wegen Insta… 😉 Und was macht man nu mit den Tonnen an bestellten Würsten, Bierfässern und Musikanten fürs Wochenende? Vielleicht nach Wismar umlenken, denn dort ist das arme Tier ein weiteres Mal gestrandet. Die Ostsee, von Seglern liebevoll “unsere feuchte Wiese” genannt, weil sie so flach ist, ist eben kein geeignetes Revier für Pottwale. Zuviel Menschen, zuviel Sandbänke, zuviel Lärm. Österliches und in eigener Sache … Ich habe von Medienmachern, die ich selbst lese und mag, Lob für diesen Letter bekommen. Das freut mich sehr. Ich mache das aus Spaß und neben meinem Beruf als Agile Coach meist am Sonnabend (wenn andere auf den Markt gehen). Es kostet Mühe, diesen Letter und Podcast zu produzieren – ich würde mich also freuen, wenn ihr mir den Gegenwert für einen Galao am Schulterblatt in die Kaffekasse werft. Oder ein Abo abschließt. Abonniert Eine fröhliche Vorosterwoche in der schönsten Stadt für Dich. Danke fürs Lesen Tusentak für 1.000 Hörer:innen meines Hamburg Podcast: https://fyyd.de/podcast/ring2-das-hamburg-logbuch/0 Ihr seid toll! Dein Erik tl; dr: Was letzte Woche los war Großdemo am Rathausmarkt: Rund 22.000 Menschen demonstrierten gegen sexualisierte Gewalt. Auslöser waren die schweren Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen. Quellen: Hamburger Tagesjournal, Abendblatt Olympia-Skepsis wächst: Das geplante Referendum für die Spiele 2030+ spaltet die Stadt. Laut einer aktuellen Umfrage stehen 50 % der Hamburger dem Projekt kritisch gegenüber. Quellen: NDR, Hamburger Tagesjournal „Zurück in die Zukunft“: Das neue Musical feierte am 22. März Premiere. Während Marty McFly auf der Bühne den Fluxkompensator zündet, stand in der echten Welt der Verkehr dank Hochbahn-Streiks zeitweise komplett still. Quellen: hamburg.de, Hashtag Hamburg (Bluesky/Mastodon) Drogen-Check im Gulli: Ein EU-Abwasserbericht sorgte für Gesprächsstoff – die Werte für Kokain und Ketamin in Hamburgs Kanalisation steigen weiter an. Quelle: Hamburger Tagesjournal Wirtschaft & Hafen: Blohm+Voss hat angekündigt, künftig verstärkt auf den Bau von Seedrohnen zu setzen, während der Verkauf von Luxusimmobilien in der HafenCity stockt. Quellen: Abendblatt, Hamburger Tagesjournal Meine Tipps für nächste Woche Donnerstag, 2. April 2026 Analog Festival: Lokale Bandkultur im Nachtasyl (u. a. mit Eat Me und Bleach TV). Start: 19:00 Uhr, Eintritt ca. 8 €. Samstag, 4. April 2026 Rap auf dem Wasser: Die Hamburger Rapperin Die P tritt auf der MS Stubnitz auf. Ein Muss für Fans von Boombap und Elb-Vibes. Natürlich das Osterfeuer in Blankenese. Ich bin ja qua Geburt Team Viereck – wie man bei der ZEIT Online nachlesen kann. Die ganze Woche Frühlingsdom: Das Heiligengeistfeld bleibt der Place-to-be für gebrannte Mandeln und Hummeln im Bauch. Und dieses Wochenende stören auch keine St. Pauli Fans.
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 28/03/2026
Ich blogge seit 2004. Mein erstes Video auf Youtube ist 20 Jahre alt. Und doch gibt's lauter Brüche. In Themen, in Formaten. Manchmal kommt dann der Gedanke vorbeigeschwommen: was wäre gewesen, wenn ich es durchgezogen hätte? So wie Buddenbohm (neuerdings mit Söhnen). Oder Formatideen mit […]
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Mal was durchziehen
Ich blogge seit 2004. Mein erstes Video auf Youtube ist 20 Jahre alt. Und doch gibt’s lauter Brüche. In Themen, in Formaten. Manchmal kommt dann der Gedanke vorbeigeschwommen: was wäre gewesen, wenn ich es durchgezogen hätte? So wie Buddenbohm (neuerdings mit Söhnen). Oder Formatideen mit Kollegen weiter geführt hätte, die ich heute noch für eine gute Idee halte, wie Litscout. https://youtu.be/wqFyEoz4q2Y?is=vZznnUN1CmBzu5Xf Ich bastle dann an Servern rum und breche ihnen die Configs irgendwann. So sind die ersten zehn Jahre meines Bloggens verschwunden. Warum nur kann ich nicht mal was durchziehen? Mein neuestes Projekt (nach 500 Zeichen und Seemannsgarnprosa) ist ein Hamburg Newsletter und Podcast. Drückt mir die Daumen, dass ich diesmal bei der Stange bleibe. (Belohnung hilft da; also abonniert wie die Großen. Dankeschön) Ring2 HH kostenlos abonnieren
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 16/03/2026
Es ist der 10. Januar 2026. Oder der 11. Oder irgendein anderer dieser grauen, ununterscheidbaren Tage, die sich wie Kaugummi zwischen Neujahr und dem ersten Tag ziehen, an dem man sich dran gewöhnt hat, um 16 Uhr das Licht anzumachen. Winter. Das Wort allein klingt schon wie eine Drohung, wie […]
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Wenn BvSB und Henry Miller dein Logbuch lesen
Es ist der 10. Januar 2026. Oder der 11. Oder irgendein anderer dieser grauen, ununterscheidbaren Tage, die sich wie Kaugummi zwischen Neujahr und dem ersten Tag ziehen, an dem man sich dran gewöhnt hat, um 16 Uhr das Licht anzumachen. Winter. Das Wort allein klingt schon wie eine Drohung, wie ein nicht enden wollendes Meeting in einem Raum ohne Fenster, in dem die Heizung auf “Sauna” steht, aber die Stimmung auf “Beerdigung”. Ich sitze hier, draußen ist es dunkel – natürlich ist es dunkel, es ist ja Deutschland, und wir haben uns kollektiv darauf geeinigt, dass Helligkeit ein bürgerliches Konstrukt ist, das wir aus Protest ablehnen –, und ich höre Stimmen. Nicht die Stimmen in meinem Kopf, die sind heute seltsam ruhig, wahrscheinlich erfroren, nein, ich höre einen Podcast. „Logbuch Laut“ heißt das Ding. Ein Titel, der so maritim klingt, so nach Gischt und Teer und Männlichkeit, dass ich mir sofort einen Rollkragenpullover anziehen möchte, obwohl ich drinnen sitze und die Fußbodenheizung flüstert. Der Host, Erik von _ring2.de_ , eine Stimme, die klingt, als hätte sie schon mal Salzwasser gegurgelt, aber danach brav mit Kamillentee nachgespült, nimmt mich mit auf eine Reise. Eine akustische Reise, denn physisch bewege ich mich ja nicht, Gott bewahre. Wir schreiben das Jahr 2026, sagt er. Gut, das wusste ich. Aber er sagt es mit einer Bedeutungsschwere, als ob 2026 das Jahr wäre, in dem wir endlich herausfinden, warum wir alle so unfassbar müde sind. Es geht um Logbücher. Logbücher! Das ist ja das Instagram der Vergangenheit, nur ohne Filter und ohne die Möglichkeit, Likes für seinen Skorbut zu bekommen. Früher schrieben Menschen auf, dass sie fast gestorben sind. Heute schreiben wir auf, dass der Hafermilch-Flat-White im _Soho House_  heute „irgendwie nicht den Vibe hatte“. Erik, der Host, hat in den Archiven gewühlt. Projekt Gutenberg, Internet Archive, die digitalen Müllhalden unserer kollektiven Geschichte. Und er hat Typen gefunden, die an einem 11. Januar feststeckten. Feststecken. Das ist das Gefühl der Stunde. Wir stecken alle fest. In diesem Januar. In diesem Jahrzehnt. In unseren Körpern, die nach „Longevity“ schreien, aber eigentlich nur Pommes wollen. ### Der Mittelfinger des Ozeans (oder: James Cook war auch nur genervt) Zuerst James Cook. 1770. Cook, der Typ, den wir aus dem Geschichtsunterricht kennen, wo er immer so wirkte, als hätte er den totalen Durchblick. Aber was schreibt er am 11. Januar 1770? Er schreibt über einen Felsen vor Neuseeland. „Sugarloaf“ nannten sie ihn. Zuckerhut. Wie niedlich. Wie harmlos. Aber Erik, der hier seine „künstlerische Freiheit“ nutzt – ein Euphemismus für „ich mache das jetzt mal so, dass man dabei nicht einschläft“ – übersetzt das Ganze in eine Sprache, die ich verstehe. Es ist kein Zuckerhut. Es ist ein „steinerner Mittelfinger“, den der Ozean ihnen zeigt. Ja! Genau das! Das Meer ist nicht romantisch. Das Meer ist ein Arschloch. Cook sitzt auf seiner „Nussschale“, um ihn herum „endloses, gleichgültiges Blau“. Die Sonne brennt das Hirn weg, der Wind ist „so unbeständig wie billige Liebe“. Ein fantastischer Satz. Billige Liebe ist ja auch nur ein Windstoß, der einen kurz frösteln lässt und dann weiterzieht. Cook hasst es. Er hasst den Felsen, er hasst das Wasser, er hasst wahrscheinlich auch seine Mannschaft, die er im Originaltext vermutlich als „tüchtige Burschen“ bezeichnet, aber wir wissen doch alle, wie es ist, mit denselben fünf Leuten monatelang auf engstem Raum eingesperrt zu sein. Das ist wie Dschungelcamp, nur dass man am Ende wirklich sterben kann und nicht nur seine Würde verliert. Cook beschreibt die Langeweile. Das ist das Tabu des Abenteuers. Wir denken immer, Abenteurer erleben permanent Action. Indiana Jones, der von einer Kugel zur nächsten rennt. Aber in Wahrheit ist Abenteuern zu 90 Prozent Warten. Warten auf Wind. Warten auf Land. Warten darauf, dass der Zwieback aufhört, wie „Kieselsteine“ in den Zähnen zu knacken. Sie starren Eisberge an, die aussehen wie Kirchtürme, und versuchen, darin einen Sinn zu erkennen, irgendetwas, das sie davon ablenkt, dass sie eigentlich nur biologischer Zufall auf einem Holzbrett mitten im Nichts sind. ### Thoreau und die Kälte in den Adern (Der erste Hipster) Dann Schnitt. 1852. Henry David Thoreau. Der Urvater aller Aussteiger, der erste Mensch, der „Vanlife“ gemacht hat, bevor es Vans und Instagram gab. Er sitzt in Massachusetts und starrt auf einen gefrorenen Fluss. „Das Eis in den Adern“, nennt Erik das. Thoreau, der Typ, der in den Wald ging, um „bewusst zu leben“, was ja auch nur Code ist für: „Ich hasse Menschen und will meine Ruhe.“ „Es ist so kalt, dass die Gedanken im Kopf erfrieren“, lässt der Podcast ihn sagen. Ich fühle das. Mein Kopf ist auch gefroren. Ich sehe die Leute draußen, in ihren schweren Mänteln, wie sie versuchen, die Kälte zu ignorieren. Thoreau sieht das Eis auf dem Fluss wie eine „graue Haut“. Und dann kommt der Satz, der mich fast dazu bringt, meinen Earl Grey (nein, es ist Kaffee, wir müssen nicht lügen) auf den Bildschirm zu spucken: „Warum nehmen wir uns so wichtig? Wir sind nur Parasiten auf diesem gefrorenen Klumpen Erde.“ Danke, Henry. Danke für diesen absoluten Stimmungsaufheller am 10. Januar 2026. Aber er hat ja recht. Wir sind Parasiten mit WLAN. Wir posten unsere „Morning Routine“ und denken, das Universum interessiert sich dafür, ob wir erst meditieren oder erst Journaling machen. Thoreau wollte nur sein wie ein Tier. „Auf dem weiten Eis stehen und die Schnauze halten.“ Ein Lebensziel. Einfach mal die Schnauze halten. Können wir das 2026 wieder einführen? Als Trend? „Schnauze halten“ als das neue „Mindfulness“? ### Der Scrum Master auf der Ostsee (Realitätscheck mit Rübenmus) Aber jetzt kommt der Bruch. Der Moment, wo das Pathos auf die deutsche Realität prallt wie eine Möwe gegen eine Fensterscheibe. Erik, der Host, verlässt die großen Entdecker und kommt zu sich selbst. Und wer ist er? Ein „kleiner Seeleut“, der sich auf der Ostsee wohlfühlt. Und im Brotberuf? Scrum Master. Ich muss kurz innehalten. Scrum Master. Das ist so ziemlich das genaue Gegenteil von James Cook. James Cook entdeckt Kontinente. Ein Scrum Master fragt: „Was hast du gestern gemacht? Was machst du heute? Gibt es Impediments?“ James Cook hatte Impediments wie „Kein Wind“, „Skorbut“ und „Kannibalen“. Der Scrum Master hat Impediments wie „Jira ist down“ oder „Der Product Owner hat keine Vision“. Aber genau da wird es interessant. Diese Sehnsucht. Dieser Typ, der eigentlich mit Teams arbeitet – was ihm „Spaß und Erfüllung“ bringt, sagt er, und ich glaube ihm das sogar, obwohl „Erfüllung“ und „Arbeiten mit Teams“ in meiner Welt Oxymora sind –, dieser Typ träumt sich weg. Er träumt sich nach Süden. Nach Palma. Nach Malaga. Irgendwohin, wo man „Boat-Office“ machen kann. Boat-Office! Das Home-Office für Leute, die wollen, dass der Hintergrund im Zoom-Call wackelt, damit alle sehen: Seht her, ich bin frei, aber ich muss trotzdem Excel-Tabellen ausfüllen. Es ist der 25. September 2025 in seiner Erzählung. Sturm „Zack“. Zack! Endlich mal ein Name, der nach was klingt. Nicht „Elli“, das klingt nach Tante, die Eierlikör trinkt. „Zack“ klingt nach Comic-Schlägerei. Bam! Pow! Zack! Der Sturm fegt über die Kieler Förde, und unser Protagonist sitzt auf seiner „Schwedin“ (seinem Boot, keine Frau, obwohl die Personifizierung von Booten ja auch ein tiefenpsychologisches Minenfeld ist) und macht sich Sorgen um Klampen. Er beschreibt das „nächtliche Rumkraxeln an Deck in Boxershorts“. Das ist ein Bild, das ich nicht wollte, aber jetzt habe. Männer in Unterwäsche, die im Sturm Leinen checken. Das ist die Realität des Segelns. Nicht der weiße Anzug und der Gin Tonic. Sondern frieren in Unterhosen und Angst haben, dass etwas „klappert“. Das „Tick-Tick-Tick“ am Aluminiummast. Das Geräusch des Wahnsinns. Und dann kommt die Ernüchterung. Sein Freund „M.“ (jeder hat einen Freund namens M., oder? Das ist so ein literarisches Gesetz) holt ihn auf den Boden zurück. „Willst du Schleusen-Influencer werden?“ fragt M. Und da lachen sie. Aber es ist ein bitteres Lachen. Denn natürlich will er das. Wir wollen alle Influencer werden für irgendwas. Schleusen, Steckrüben, Depressionen. Hauptsache, jemand guckt zu und kauft das E-Book. „Seglerisches Reisebloggen als Passion“, sagt er. Er will, dass die Leute ihm „den Gegenwert eines Galão in der Schanze“ spenden. Die Schanze. Natürlich. Hamburg. Der Referenzpunkt für alles, was hip und gleichzeitig total vorbei ist. Ein Galão. Milchschaum im Glas. Das Symbol für die Gentrifizierung der eigenen Träume. ### Kulinarische Depression: Das One-Pan-Gericht Aber es wird noch besser. Wir kommen zum Essen. Denn was macht der einsame Segler, wenn er nicht gerade Angst um seine Klampen hat oder mit ChatGPT darüber diskutiert, wie viele Blogartikel eine „Staffel“ ergeben (10 bis 12, sagt die KI, diese Besserwisserin)? Er kocht. Ein „One-Pan-Gericht“. Auch so ein Begriff. Früher hieß das „Eintopf“ oder „Ich bin zu faul zum Abwaschen“. Jetzt ist es ein Lifestyle. „Herbstliches Rübenmus mit Spiegeleiern“. Steckrüben. Kartoffeln. Karotten. Pastinaken, „wenn Schröder sie hat“. Wer ist Schröder? Der Gemüsehändler seines Vertrauens? Ein weiterer Charakter in diesem Kammerspiel der Einsamkeit? Er beschreibt das Rezept mit einer Akribie, die rührend ist. „Schmanda Meerrettichfrischkäse, war im Angebot.“ Im Angebot! Da ist sie wieder, die deutsche Realität. Wir träumen von der Südsee, aber wir freuen uns, wenn der Frischkäse 30 Cent billiger ist. Und dann: „Muss mir einen Stampfer ausleihen, sonst wird das nix.“ Der Stampfer als das fehlende Glied zum Glück. Ohne Stampfer kein Mus, ohne Mus kein Trost. Und dazu: „Ganz viel braun-schwarz gebratene Zwiebeln. Der Rebellion wegen.“ Rebellion! Zwiebeln anbrennen lassen als Akt des Widerstands gegen… ja, gegen was eigentlich? Gegen die Perfektion? Gegen die Nouvelle Cuisine? Gegen das Leben, das einem immer vorschreibt, dass Zwiebeln glasig sein müssen? Ich mag das. Verbrannte Zwiebeln als Punkrock. ### Wolfgang Herrndorf und das Sterbetagebuch Plötzlich, mitten im Rübenmus, taucht Wolfgang Herrndorf auf. „Arbeit und Struktur“. Das Blog, das Herrndorf schrieb, als er wusste, dass er sterben wird. Ein Hirntumor-Logbuch. Erik, unser Host, hat das Buch an Bord. Er nennt es „Sterbetagebuch“. Harter Tobak zwischen Mokka-Kaffee (den er sich als Americano schönlügt, „damit er nach dem Meer schmeckt“) und Seekarten. „Hier lebe ich jetzt also“, zitiert er Herrndorf. Ein Satz von monumentaler Schlichtheit. Erik wollte diesen Satz vor 15 Jahren seinem eigenen Protagonisten in den Mund legen. Damals, als er noch dachte, er würde der nächste Philippe Djian werden. „Betty Blue“. Viel Bier trinken, schreiben, Sex haben. Der Traum jedes männlichen Teenagers, der mal ein Buch in der Hand hatte. Aber jetzt, wo er den Kontext kennt – den Tumor, den Tod –, zögert er. Das ist der Moment, wo dieser Podcast mich kriegt. Diese Melancholie. Die Erkenntnis, dass unsere eigenen Biografien oft nur schwache Echos der großen Tragödien sind, die wir in Büchern lesen. Wir sitzen auf unseren Booten (oder in unseren Altbauwohnungen), trinken verdünnten Kaffee und tun so, als wären wir Helden, während wir eigentlich nur warten, dass das Wetter besser wird oder das WLAN zurückkommt. ### Die Eleganz des Hafenmeisters (Ein Vorwurf auf zwei Beinen) Und dann ist da der Hafenmeister. In Bagenkop. Oder Strande. Oder irgendwo dazwischen. Er trägt Cordhosen und ein Hemd. Er sieht aus, als ginge er in einen „verdammten Club“. Er ist elegant. Und diese Eleganz ist „ein Vorwurf an meine zerknitterte Existenz“, sagt Erik. Gott, ja. Diese Menschen, die morgens um 8 Uhr schon aussehen, als hätten sie ihr Leben im Griff. Die gebügelt sind. Die nicht riechen wie „Schweiß der Mannschaft und Salz des Meeres“, sondern nach Weichspüler und Zuversicht. Wir hassen sie. Und wir wollen sein wie sie. Wir umarmen sie zum Abschied, und sie helfen uns beim Ablegen, werfen die letzte Leine ins Wasser. „Wohin geht’s denn diesmal?“ ruft Gunther, der andere Deutsche (es gibt immer einen anderen Deutschen, egal wo man ist auf der Welt, es steht schon einer da in einer Jack-Wolfskin-Jacke und fragt, ob man auch die warme Unterbüx dabei hat). „Alaska“, flüstert Erik zurück. Alaska. Natürlich fährt er nicht nach Alaska. Er fährt nach Kiel. Oder Kappeln. Aber für einen Moment, in der Stille des Morgens, bevor der Volvo-Diesel alles übertönt, ist Alaska möglich. Alaska ist ein Geisteszustand. Alaska ist da, wo wir nicht sind. ### Hemingway schießt sich den Kopf weg (Bonus-Track) Als ob das alles nicht schon deprimierend und schön genug wäre, gibt es noch einen „Bonus“. Ein Tagebuch von Ernest Hemingway. Vom 31. Januar 2018 – nein, warte, der Blogartikel ist von 2018, das Tagebuch ist von 1908 oder so. Der neunjährige Hemingway. „Meine Lieblingssportarten sind Forellenangeln, Wandern, Schießen, Fußball und Boxen.“ Schießen. Haha. Erik sagt trocken: „Das mit dem Schießen, das hat er ja auch am Ende seines Lebens ganz gut hinbekommen.“ Böse. Sehr böse. Aber gut. Hemingway, der sich mit 61 Jahren die Schrotflinte in den Mund steckt. Nachdem er sein Leben lang den harten Mann markiert hat, den Stierkämpfer, den Säufer, den Frauenhelden. Der neunjährige Junge, der schreibt: „Ich beabsichtige, zu reisen und zu schreiben.“ Und das hat er gemacht. Er hat gereist. Er hat geschrieben. Und am Ende hat es ihm auch nicht geholfen. Das ist die Lehre, oder? Du kannst deine Träume verwirklichen, du kannst der berühmteste Schriftsteller der Welt werden, du kannst alle Forellen dieser Erde angeln – am Ende sitzt du da, mit Depressionen und Alkoholismus, und das Einzige, was dir bleibt, ist das „Schießen“. ### Das Fazit: Wir brauchen mehr Kreuzpeilungen Was machen wir jetzt damit? Mit diesen 32 Minuten „Seemannsgarn“, wie Erik es nennt? Es ist eine „Kreuzpeilung“, sagt er. Aus Hemingway, Philip (sein Bruder, der Geburtstag hat – Happy Birthday, unbekannterweise, hoffe, du hast keine nautischen Ambitionen), aus Cook, Thoreau und dem eigenen kleinen Leben auf der Ostsee. Und vielleicht ist es genau das, was wir brauchen. 2026. In einer Welt, die komplett durchgeknallt ist, in der KI uns sagt, wie wir unsere Blogs strukturieren sollen, in der wir „Longevity“ essen und „Mindfulness“ atmen. Wir brauchen diese Logbücher des Scheiterns, des Wartens, des Frierens. Wir brauchen die Erinnerung daran, dass es da draußen etwas gibt, das größer ist als wir. Den Ozean. Den „steinernen Mittelfinger“. Die Kälte. Ich sitze hier, mein Kaffee ist kalt geworden (nicht so kalt wie Thoreaus Fluss, aber kalt genug), und ich denke über einen Winter in Palma nach. Oder darüber, mir eine Steckrübe zu kaufen. Wahrscheinlich wird es die Steckrübe. Das ist realistischer. Und ich brauche einen Stampfer. Dringend. Erik bedankt sich für die Aufmerksamkeit. Er bittet darum, den Podcast weiterzuleiten, „organisch“ zu wachsen, weil er „kein Medienunternehmen“ hinter sich hat. Das ist der moderne Bettelbrief. Der digitale Hut, der herumgereicht wird. „Gib mir ein Manöverbier aus.“ Bei Ko-Fi. Oder abonniere mich bei Substack. Ich werde ihm kein Bier ausgeben. Ich werde ihm eine Steckrübe schicken. Per Post. An ring2.de. Mit einem Zettel dran: „Der Rebellion wegen.“ Und dann werde ich mein eigenes Logbuch aufschlagen. 10. Januar 2026. Position: Schreibtisch. Berlin. Wetter: Drinnen 22 Grad, draußen egal. Vorkommnisse: Habe einen Podcast gehört. Habe Hunger auf Brei. Fühle mich seltsam getröstet durch die Vorstellung von Männern in Unterhosen, die nachts Leinen checken. Kurs: Unklar. Aber Hauptsache nicht auf Grund laufen. Ende des Eintrags. * * * _(Hinweis: Dieser Text ist eine stilistische Imitation, teilweise KI-unterstützt und basiert inhaltlich vollständig auf dem Transkript des  Podcasts “Logbuch Laut”.)_
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 15/03/2026
Logbuch KW 11: Goldrausch an der Alster, Sanierungsstau im Viertel Moin Hamburg! In dieser Folge schauen wir hinter die glänzende Fassade der Hansestadt im März 2026. Während der Senat das 4,8-Milliarden-Scheckheft für Olympia zückt, bröckelt an anderer Stelle der Putz – und zwar gewaltig […]
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Henne ohne Eier: Olympiaträume überschminken Hamburger Realität
https://api.substack.com/feed/podcast/190847090/1cdb15123cc942011d110134f49b5223.mp3 **Logbuch KW 11: Goldrausch an der Alster, Sanierungsstau im Viertel** **Moin Hamburg!** In dieser Folge schauen wir hinter die glänzende Fassade der Hansestadt im März 2026. Während der Senat das 4,8-Milliarden-Scheckheft für **Olympia** zückt, bröckelt an anderer Stelle der Putz – und zwar gewaltig. Erik nimmt euch mit auf eine Tour durch eine Stadt der Kontraste: **Die 4,8-Milliarden-Wette:** Warum die Hamburger Olympia-Kalkulation eher nach „Lottogewinn“ als nach ehrbarem Kaufmann klingt. **Schönrechner vs. Realität:** Während wir von den fünf Ringen träumen, macht das **Holthusenbad** wegen Einsturzgefahr dicht. Ein Paradebeispiel für „selektive Knappheit“. **Exzellenz auf dem Trockenen:** Die Uni Hamburg glänzt auf dem Papier, aber der „Rumpf“ leckt – zwischen Sanierungsstau und Wohnungsnot. **Vorsicht, Paris-Syndrom:** Ein ernüchternder Blick auf die Seine. Was Hamburg aus den „nachhaltigen“ Spielen von 2024 (nicht) gelernt hat – von Gentrifizierung bis zum Wartungsschock. **Lichtblick Alster:** Wie ein Kompromiss zwischen Paddlern und Naturschutz zeigt, dass es auch ohne Beton-Milliarden geht. Außerdem im Logbuch: Ein kurzes Update zum **HSV** und **St. Pauli** – zwischen mühsamem Aufstiegskampf und der Suche nach neuer Energie. **Geld ist immer da – man muss es nur für das Richtige wollen. Klar zur Wende!** Get full access to Ring2 * das Hamburg Logbuch at logbuch.substack.com/subscribe
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 15/03/2026
Logbuch KW 11: Von Schönrechnern mit Sanierungsstau Vor ein paar Jahren wartete ich vor meiner Haustür in Altona im Wagen und hörte NDR Info. Ich zappte in ein Interview, dessen Details im Nebel der Zeit verborgen liegen (meint: an Details kann ich mich nicht erinnern). Aber die These des […]
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Hamburgs Olympiaträume überschminken die Realität
**Logbuch KW 11: Von Schönrechnern mit Sanierungsstau** Vor ein paar Jahren wartete ich vor meiner Haustür in Altona im Wagen und hörte NDR Info. Ich zappte in ein Interview, dessen Details im Nebel der Zeit verborgen liegen (meint: an Details kann ich mich nicht erinnern). Aber die These des freundlichen Experten habe ich für immer abgespeichert. Kurz sagte er sinngemäß: _**“Geld ist immer da, wenn es politisch gewollt ist – dummerweise nur für die Dinge, die gerade politisch gewollt sind”.**_ _Warum ich gerade heute daran denken muss, als ich diesen Letter für euch recherchiere? Na. ne Idee? 😉_ _**Sonntag. 15. März 2026.**_ Altona. Nu ist wieder der Alltag eingekehrt: Der Wind weht böig aus West, es schauert Atlantische Tiefausläufer bei knapp zehn Grad. Es ist die elfte Woche des Jahres, und Hamburg fühlt sich an wie ein Segelschiff, das versucht, auf sturmgepeitschter See Leckagen zu stopfen, während der Kapitän auf der Brücke von Goldschätzen träumt. _**Moin, Hamburg. Reden wir über das Geld, das wir angeblich haben.**_ **In dieser Woche hat der Senat das große Scheckheft ausgepackt. 4,8 Milliarden Euro für Olympia.** Über sechzig Mal die Elbphilharmonie – wenn man die einst geschätzten Kosten zugrunde legt. Man verspricht uns „wirtschaftlich tragfähige Spiele“. Ein Überschuss von 100 Millionen Euro am Ende – quasi als Trinkgeld für die Stadtkasse. Hamburger sind Kaufleute, ich auch _(gelernter Außenhandelskaufmann)_. Wenn ich allerdings meinem Pfeife-rauchenden Seniorchef damals eine solch löchrige Kalkulation vorgelegt hätte oder am Tresen in der Haifischbar so argumentieren würde um eine weitere Runde aufs Haus anschreiben zu wollen, hätten mich beide schon längst vor die Tür gesetzt. 32 Prozent der Einnahmen sollen aus lokalem Sponsoring kommen. In einer Zeit, in der jeder Euro dreimal umgedreht wird? Das klingt nicht nach einem soliden Finanzplan, das klingt nach „Hoffen auf den Lottogewinn“, wie ich neulich schon in mein Logbuch schrieb. Aber der Traum vom Glanz, von den fünf Ringen über der Alster, er ist mächtig. Er überstrahlt bei einigen die Schlaglöcher der Realität. Dabei hat unser Finanzsenator in Zeiten überkommender Krisenwellen die Kosten für die Sicherheit vorsorglich rausgerechnet. Klaus von Dohnanyi (die Älteren werden sich erinnern) hat einmal – auch in einem NDR Interview – erzählt, dass er als Bürgermeister alle Kalkulationen aus seinen Behörden mal PI genommen hat. Das sei nicht nur realistischer, sondern mache auch mächtig Eindruck, wegen der krummen Zahl, die rauskommen würde. Übrigens: Hätte er das bspw. für die Elbphilharmonie machen sollen, hätte er das Budget mal 11,24675325 nehmen müssen. _Warum der Hinweis der Olympiabefürworter auf die angeblich so erfolgreichen Spiele in Paris nach hinten losgehen könnte, zeige ich euch am Ende dieser Kolumne._ **Während Herr Dressel sich die Bewerbung schön rechnet, vermodert ihm die Stadt unterm Mors** **In der Gegenwart macht das Holthusenbad dicht. Acht Monate Schließung.** Viel länger als geplant. Denn es ist überall rott: Das Dach kaputt, Fenster undicht – und jetzt auch noch Schadstoffe in den Decken. Es ist das alte Hamburger Lied: Wir bauen Elbphilharmonien und planen olympische Dörfer, aber wenn wir mal eine Runde schwimmen wollen, ohne dass uns die Decke auf den Kopf fallen soll, stehen wir im Regen. Das Holthusenbad ist in Eppendorf mehr als nur ein Schwimmbad; es ist ein lokaler Ankerpunkt. Wenn solche Anker gelichtet werden, beginnt das soziale Gefüge zu driften. Aber hey, wir haben ja bald die Goldmedaillen. Betriebskosten sind unsexy und eignen sich schlecht für Werbekampagnen – aber (das zeigt übrigens auch Paris) sie können öffentliche Haushalte zum kentern bringen Ein paar Kilometer weiter, an der **Universität Hamburg** , herrscht hingegen Jubel – oder zumindest so etwas wie die hanseatische Form davon. Wir bleiben „exzellent“. **77 Millionen Euro für sieben Jahre**. Das klingt nach viel Holz, aber Uni-Präsident Heekeren hat den Finger in die Wunde gelegt, noch bevor das Konfetti im Audimax auf den Boden gesunken war. Exzellenz auf dem Papier flickt keine strukturellen Finanzlöcher. Es ist wie bei einem Boot: Du kannst das beste High-Tech-Segel der Welt haben – wenn der Rumpf leckt, bringt dir der Windvorteil gar nichts. Und die Uni Hamburg leckt an allen Ecken und Enden. Die Forschung glänzt, aber der Alltag der Studierenden zwischen Wohnungsnot und überfüllten Seminaren bleibt hoffnungslos. **Stichwort Wohnungsnot:** Habt ihr Lara Schulschenk im NDR gesehen? Die Journalistin zeigt uns gerade die Fratze des Hamburger Wohnungsmarkts. Absurde Anzeigen für Besenkammern zum Preis einer Luxussuite. Es ist die tägliche Demütigung auf dem Mietmarkt, die zeigt, wie weit die Schere in dieser Stadt auseinandergeht. Da hilft es auch nur bedingt, dass die SAGA in Mümmelmannsberg 100 barrierefreie Wohnungen hochzieht. Ein Tropfen auf den heißen Stein, während die Stadtplanung im Olympia-Rausch schon wieder über neue Stadtteile fantasiert, die sich am Ende doch nur die wenigsten leisten können. #### Ohne Reinheitsgebot: das Hamburger Alsterwasser Sogar die Alster hat ihre Krise. Eine Studie bescheinigt ihr einen schlechten ökologischen Zustand. Zu viel Freizeit, zu wenig Natur. Jetzt gibt es einen Kompromiss zwischen Paddlern und Naturschützern. Schilfzonen sollen her. Ein bisschen mehr Grün für das feuchte Herz der Stadt. Es ist vielleicht das einzige Thema dieser Woche, das Hoffnung macht: Dass wir es schaffen, uns an einen Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden, die nicht nur aus Beton und Milliarden besteht. **Hamburg** – eine Stadt zwischen Größenwahn und Sanierungsstau, zwischen Exzellenz und Mietenwahnsinn. Ob Rathausmarkt, G20, Elbphilharmonie oder Olympia – Geld ist da, sogar immer mehr als geplant. Dummerweise ist es nur dafür da, was geplant ist. Nennt sich _**“Selektive Knappheit “**_ und ist so fies ungerecht, wie es sich anhört. „Das Problem in Deutschland ist nicht ein Mangel an Geld, sondern eine Lähmung der Prioritäten. Wir behandeln Investitionen in unsere soziale und intellektuelle Infrastruktur oft als optionalen Luxus, während für nationale Prestigeprojekte und akute Krisenbewältigung binnen kürzester Zeit zweistellige Milliardenbeträge mobilisiert werden können. Fiskalische Regeln werden dann zum politischen Vorwand, um notwendige Zukunftsinvestitionen zu verhindern.“ _(_**Marcel Fratzscher** , Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). _In Anlehnung an seine Analysen zur Schuldenbremse und Investitionslücken, 2024/25)_ Klar zur Wende. Bleibt an Deck, hier gibts ne Extraration Rum. Danke fürs abonnieren, Euer Erik. Jetzt abonnieren ### Und da war ja auch noch … der HSV Mühsam ernährt sich der Aufsteiger. In einem zähen Spiel erkämpft sich der Aufsteiger gegen den Aufsteiger einen Punkt. Der Klassiker der Bundesliga kürt keinen Sieger. Stetig krabbelt der HSV damit aus der gefährlichen Zone. **… und der FC St.Pauli?** Was passiert eigentlich, wenn man ein Endspiel verliert? Man ist draußen und fährt nach Hause. Die Boys in Brown haben verdient nach einer auffällig schwachen Partie das Spiel beim Abstiegskollega Mönchengladbach verloren. Bräsig, behäbig und glücklos. Zum Glück war das mit den Endspielen nur eine doofe Metapher. Es geht weiter, auch wenn die Mannschaft irgendwo Frische und Energie herbekommen muss. ### Hamburg ist nicht … Paris _(aber es ist zu befürchten, dass wir uns dieselben Probleme einhandeln – und zwar nachhaltig; ein Vergleich)_ **Die Datenlage anderthalb Jahre nach den Spielen in Paris 2024 (Stand Frühjahr 2026) zeichnet ein ernüchterndes Bild, das die anfängliche Euphorie der „nachhaltigen Spiele“ stark relativiert. Besonders in den Bereichen Wohnungsmarkt und langfristige Haushaltsbelastung zeigen sich die typischen „Olympischen Nebenwirkungen“.** ### 1. Der Wohnungsmarkt: „Gentrification on Steroids“ Während die Organisatoren versprachen, dass das Olympische Dorf in Saint-Denis (dem ärmsten Departement Frankreichs) neuen Wohnraum schaffen würde, zeigen die Daten von 2025/2026 eine andere Realität: * **Mietpreisanstieg in Saint-Denis:** Die Mieten im Umfeld der neuen Sportstätten und des olympischen Dorfes sind zwischen 2023 und Anfang 2026 um ca. **12–15 %** gestiegen – deutlich stärker als im Pariser Stadtdurchschnitt. * **Verdrängungseffekt:** Viele der 2.800 Wohneinheiten im ehemaligen olympischen Dorf werden nun als gehobene Eigentumswohnungen vermarktet. Kritiker (u.a. das Kollektiv „Le Revers de la Médaille“) belegen, dass die versprochene Quote für Sozialwohnungen durch „bezahlbaren Wohnraum“ ersetzt wurde, der für die ursprünglichen Bewohner von Saint-Denis faktisch unbezahlbar bleibt. * **Studentenwohnungen:** Die während der Spiele durchgeführten Zwangsräumungen von über 2.000 Studenten aus CROUS-Wohnheimen führten zu einer dauerhaften Instabilität im studentischen Wohnungsmarkt. Viele dieser Heime wurden nach den Spielen erst mit massiver Verzögerung und zu höheren Sätzen wieder dem Markt zugeführt. ### 2. Öffentliche Ausgaben: Der „Wartungsschock“ (Legacy Costs) Die „Schwarze Null“ im operativen Budget verdeckt die langfristigen Belastungen für den Steuerzahler, die erst jetzt im Haushalt 2026 voll durchschlagen: * **Betriebskosten der Sportstätten:** Das neue **Centre Aquatique Olympique (CAO)** in Saint-Denis erweist sich als finanzielles Fass ohne Boden. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf geschätzt **2,5 bis 3 Millionen Euro** , die nun von der Metropolregion Paris getragen werden müssen. Da das Bad für den Breitensport zu teuer im Unterhalt ist, werden Eintrittspreise verlangt, die über dem Niveau normaler öffentlicher Bäder liegen. * **Staatsschulden-Kontext:** Frankreich kämpft 2026 mit einem massiven Haushaltsdefizit. Die 6,6 Milliarden Euro an öffentlichen Olympia-Ausgaben haben den Spielraum für soziale Projekte (Bildung, Gesundheit) in den Folgejahren spürbar eingeschränkt. In den Haushaltsdebatten 2025 wurde das „Olympia-Erbe“ oft als Grund für Kürzungen in anderen Ressorts angeführt. ### 3. Soziale Verschlechterung: „Le Nettoyage Social“ (Die soziale Säuberung) Daten von Hilfsorganisationen wie _Médecins du Monde_ zeigen eine nachhaltige Verschlechterung für marginalisierte Gruppen: * **Vertreibung Obdachloser:** Während der Spiele wurden ca. 12.500 Menschen (Obdachlose, Migranten) aus Paris in „regionale Aufnahmezentren“ (SAS) in der Provinz verschickt. Viele dieser Menschen kehrten 2025 zurück, fanden ihre alten Unterstützungsnetzwerke in Paris jedoch zerstört vor. * **Verschärfte Überwachungsgesetze:** Die für die Spiele eingeführte **KI-gestützte Videoüberwachung (VSA)** wurde – entgegen ursprünglicher Zusagen – nicht vollständig zurückgefahren. Das „Olympia-Gesetz“ schuf die rechtliche Basis, die nun dauerhaft zur Überwachung des öffentlichen Raums genutzt wird, was besonders in den Banlieues zu erhöhten Spannungen führt. * * * ### Fazit aus Paris für Hamburg Diese Daten sind Wasser auf die Mühlen der Olympia-Skeptiker. Wenn Hamburg mit einer „Schwarzen Null“ plant, übersieht es das „Pariser Paradox“: > „Wir bauen Paläste für drei Wochen Spektakel, während die Wartungsrechnungen danach die Kassen der Stadtteile auffressen, die eigentlich Unterstützung bräuchten. In Paris glänzt das Gold, aber in Saint-Denis zahlen die Mieter den Preis für den Glanz.“ * * * Ring2 * das Hamburg Logbuch is a reader-supported publication. To receive new posts and support my work, consider becoming a free or paid subscriber. * * * _Quellen Paris:_ * _Analyse von „Le Revers de la Médaille“ (Abschlussbericht 2025)_ * _Institut Paris Region (IPR) – Marktmonitor Wohnen 2026_ * _Französisches Finanzministerium (Bilan financier des JOP)_ * _L’Humanité: Reportagen zur Gentrifizierung in Saint-Denis (Januar 2026)_ _Quellen Hamburg:_ _hamburg.de (Pressemitteilung 11.03.2026), Hamburger Abendblatt, NDR Hamburg Journal. uni-hamburg.de (Newsroom), SAT.1 Regional. Reddit r/hamburg._ _Für Recherchen wurde Google Gemini befragt, Fehler sind möglich._
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 21/02/2026
"Die Tissier hat gesagt, dieses Jahr wird alles besser". "Ist die nicht längst tot?"
blog.ring2.de
Moin Feuerpferd
„Die Tissier hat gesagt, dieses Jahr wird alles besser“. „Ist die nicht längst tot?“
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 07/02/2026
Thema: Kaffe, Kaffee, Caffé, als Espresso, Galao oder aus der großen Kanne Kaffe spielt in meinen Geschichten eine der wichtigen Nebenrollen; Zeit das wichtige Getränk zur Hauptfigur zu machen - für einen Podcast. Ich lese aus Logbucheinträgen von 2013 bis […] [Original post on blog.ring2.de]
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Café und andere Infusionen
<audio preload="none" controls="controls"><a href="https://api.substack.com/feed/podcast/187194848/d89a0ee136c672a43f6e9891e808fb21.mp3">https://api.substack.com/feed/podcast/187194848/d89a0ee136c672a43f6e9891e808fb21.mp3</a></audio><p>Thema: Kaffe, Kaffee, Caffé, als Espresso, Galao oder aus der großen Kanne</p><p>Kaffe spielt in meinen Geschichten eine der wichtigen Nebenrollen; Zeit das wichtige Getränk zur Hauptfigur zu machen &#8211; für einen Podcast.</p><p>Ich lese aus Logbucheinträgen von 2013 bis 2025:</p><p>* <a target="_blank" href="https://blog.ring2.de/fischerfruehstueck/">Kaffe zum Fang</a></p><p>* <a target="_blank" href="https://blog.ring2.de/bunter-fleck/">Bunte Kaffeflecken</a></p><p>* <a target="_blank" href="https://blog.ring2.de/stille-sucht/">Stille Sucht</a></p><p>* <a target="_blank" href="https://blog.ring2.de/fruehling-auf-mallorca/">Als Caffè Cortado</a></p><p>* <a target="_blank" href="https://blog.ring2.de/fluechtige-ewigkeit/">Flüchtige Liebe</a></p><p><em>-° </em><a target="_blank" href="https://blog.ring2.de/tag/kaffee/"><em>alle Kaffe-Logs im Blog lesen</em></a></p><p>PS als Bonus gibts morgen noch einen Text von Benny Miller (Wenn dir das hier zu wenig Text war 😉</p><p>PPS Vielen Dank, Tom, für das nette Feedback. Tom hört meine Texte gerne bei der Fahrt zur Arbeit. Wo lest und hört ihr mich? Bitte melden …</p><p>Get full access to Eriks Logbuch at <a href="https://logbuch.substack.com/subscribe?utm_medium=podcast&amp;utm_campaign=CTA_4">logbuch.substack.com/subscribe</a></p>
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 01/01/2026
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Moin Moin 2026
Das Tief, das gestern — also letztes Jahr – so richtig Anlauf nahm, fällt heute über uns her. Kalte Schauer wehen über die Überreste der Knallerei. Als Kinder sind wir bei so einem Wetter immer rausgelaufen, unsere Eltern lagen noch in Sauer, und haben nicht detonierte Böller gesucht. Das rote Feuerzeug aus der Küchenschublade hatten wir dabei und schafften es tatsächlich, einige fast aufgeweichte zur Explosion zu bringen. (Ohne uns die Finger abzureißen). Hauptsache das […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 30/12/2025
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4. Januar – mein digitaler Independence Day
Fediverse zwischen den Jahren, draußen Frost, -2 Grad. "Wenn die Nerds und die Geeks das Silo verlassen, dann sinkt der Kahn womöglich" Jedes Jahr um diese Zeit treffen sich Nerds, Geeks, digitale Aktivist:innen und n paar neugierige Normalos in Hamburg und tauschen Infos, früher CDs und Disketten, zeigen sich wie man die Bahn hackt und verabreden sich fürs Bambulemachen im neuen Jahr. Der CCC hat eingeladen und viele kommen. (Ich schaffe das nie, bin zu sehr versunken im […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 28/12/2025
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Zwischen den Jahren
Es ist einer der Tage nach Weihnachten (ich glaube der 2. aber sicher bin ich mir nicht). Ich bin angekommen zwischen den Jahren. Die verwaschene Jogginghose gehört zu mir wie das zerzauselte Haar auf dem Kopf. Frühstück mit den Lieben, die gleich noch einen Zug nach Süden erwischen müssen. Gestern gab's Reste zum Abendessen. Zum Frühstück um 12:00 auch — und das kleine Extra, das B. für einen schönen Anlass aufbewahren wollte und das jetzt weg muss, bevor es schlecht wird. Wir […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 25/12/2025
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Es ist ein Ross entsprungen
Meine Omi hatte ein Liblingsweihnachtslied (das sich übrigens schwer auf der Ukulele spielen lässt): "Es ist ei Ros` entsprungen". An beides musste ich gestern Abend, am Weihnachtsabend denken, als wir nach dem Essen und der Bescherung gemeinsam am Wohnzimmertisch meiner Schwiegermutter saßen und versuchten, dieses Lied, seinen Text und seine Melodie mit dem Strumming zweier Ukulelen überein zu bringen. Meine Schwiegermutter saß neben mir und sang fröhlich mit. Allerdings eine […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 23/12/2025
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Der Tod einer Generation in Mamas Plattenkiste
Ich bin in dem Alter, in dem die Helden meiner Jugend reihenweise den großen, letzten Törn antreten. David Bowie, Prince, Sinead o'Connor, und so viele mehr. Und die Künstler, die in der Plattenkiste meiner Mutter wohnten. Wie jedes Kind meiner Generation habe ich vor der Marantz-Anlage und dem Dual Plattenspieler mit Holzapplikation gesessen und die Platten angehört, die daneben im Regal standen. Nun ist der letzte in einer illustren Reihe gestorben: Chris Rea. Neben ihm — für […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 22/12/2025
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Klar zur Wende – zur Wintersonnenwende
Wintersolistice,21. Dezember um drei Uhr drei Minuten. Seit gestern um kurz nach drei wird es wieder heller. Ich verabschiede die Momente des Jahres 2025 und beginne das, was die Azteken die "tote Zeit" nannten - die Zeit zwischen den Jahren, in der man irgendwann vergisst, welchen Wochentag wir haben. Den Glücklicheren von uns passiert das früher, die anderen haben noch Spaß mit DPD. Diese Tage zwischen den Jahren sind magisch, trotz Nebelschwaden nahe dem Gefrierpunkt und immer noch […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 20/12/2025
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Kein Lego für Dick
Was passiert, wenn ihr den Namen Caractacus Potts hört? Vielleicht noch nix, aber was ist mit Tschitti Tschitti Bäng Bäng? Da rumpelt es im Gedächtnis und Erinnerungen springen ins Rampenlicht des Bewusstsein. Ein Auto, das Kinder befreit. Und mittendrin ein lächelnder Dick van Dyke. Die tanzende Zahnleiste aus Mary Poppins ist neulich 100 Jahre alt geworden. Und er soll immer noch lächeln und immer noch tanzen. Unbestätigte Gerüchte berichten davon, dass sich Dick darüber […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 17/12/2025
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Kann man den Winter vorlesen?
Ein Vorlesepodcast zu Weihnachten: Winter, Weihnachten, Dezember. Wenn ich die Suche in meinem Blog anschmeiße, dann schickt mir der Algorithmus ohne Weltherrschaftsideen eine Liste von Artikeln, die aus den letzten 12 Jahren stammen. Hier vorgelesen und als Ebooks kostenlos+ herunterladbar. https://www.youtube.com/watch?v=YNh_RiOkCJ4 Chapters 0:28  Willkommen im Logbuch laut 6:08  Frühlingsanfang und Wetterwechsel 7:30  Erinnerungen an das Segeln 11:42  Autofiktionale […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 17/12/2025
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4: Weihnachten, Dezember, kann man den Winter vorlesen?
(Vorlese-Podcast) - Winter, Weihnachten - Melancholie und Kerzenschein. Ein Vorlesepodcast für die letzten besinnlichen Tage des Jahres. Und immer kommt Regen darin vor ;) Alle Ebooks und 1 Kaffe für den Vorleser gibts hier: https://ko-fi.com/ring2/shop Bei Gefallen bitte teilen oder ein Anlegebier ausgeben: https://ko-fi.com/ring2
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 14/12/2025
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Bad Writing
In der Beziehung zwischen Medien und Realität gibt's Wendepunkte. Beim Siegeszug des Ton- und Farbfilms beispielsweise, oder als man mit einem hüpfenden großen R markieren musste, dass die Zeitlupe einer Torszene läuft (war das 1978 das erste Mal, dass ich das bewusst sah?). Ich weiss noch, wie fasziniert ich davon war, dass die Katastrophe an den Zwillingstürmen am 11. September wie ein Echtzeit-Actionmovie aussah. 2026 erreichen wir einen weiteren Scheitelpunkt, der alles […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 03/12/2025
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Mallorca ohne Ballermann – Logbuch Laut
Mallorca im Frühling, Mallorca die Lieblingsinsel meiner Kindheit (Hallo Erobique ;) Kaum eine Urlaubsinsel hat so viele Facetten, vor allem in der kurzen Zeit, bevor die Ballermänner kommen. Ein Logbuch Laut Podcast mit Texten aus diesem Blog: Episode im Pocdast anhören Als Mallorca Videopodcast bei Youtube: https://youtu.be/fgl2XACYYBg Die Texte, die ich in diesem Podcast lese und erkläre: Die werden mit Kopf gegessen. Frühling auf Mallorca Rote Badehose Mallorcas versteckter […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 25/11/2025
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„Deutscher Schriftsteller“
Als ich klein war, wollte ich zwei Dinge werden. Busfahrer und Schriftsteller. Eins davon bin ich inzwischen - wenn man Google glauben will. Ich erinnere mich noch gut. Meine Omi und ich waren auf einer unserer immergleichen Ausfahrten. Von Neumühlen fuhren wie mit der Hadag-Fähre nach Finkenwerder, aßen eine Kleinigkeit am Kiosk direkt am Anleger (den es übrigens heute noch gibt, und in dem es immer noch lecker-gruselig nach Pommesfett riecht) und nahmen ein wenig später die Fähre […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 23/11/2025
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Opas Ölgemälde
Meine Großeltern hatten noch "eine gute Stube", die meist wenig geheizt wurde, denn in ihr hielt man sich nur zu besonderen Gelegenheiten auf. Das alltägliche Leben fand in der Küche statt, oder im Keller beim Werkzeug, das meinem Opa heilig war oder im Schlafzimmer, wo meine Omi ihre Kölner Wässerchen vor der Frisierkommode sortierte, die sie im Dorf vorzeigbar machen sollten. Falls dann jemand aus diesem Dorf zu Besuch zum Süllberg käme, würde er oder sie sofort in zwei Klassen […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 19/11/2025
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Geschichten aus Blankenese – Episode 2 des „Logbuch Laut“ Podcast
Chapters 0:13  Podcast Restart: Logbuch Laut 3:17  Blankeneser Traditionen und ihre Geschichten 12:32  Erinnerungen an meine Großeltern 16:24  Von der Hexe von Blankenese 19:33  Klauen in Blankenese: Eine Anekdote 21:34  Nachbarschaft und Konflikte in Blankenese 22:07  Kuttersegeln auf der Elbe: Ein Rückblick Long Summary In dieser Episode des Podcasts Logbuch laut explore ich die Eigenheiten und Geschichten von Blankenese, dem Stadtteil, der mir durch tief […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 18/11/2025
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Blankeneser klaun
Meine Omi wäre stolz auf B. gewesen. B. hatte mir beim Abendbrot erzählt, dass sie am Bahnhof Blumen geklaut hat. Dabei hat sie plietsch gewartet, bis die Fahrgäste in den Zug, aber noch nicht aus dem Zug steigen konnten. Meine Omi kam aus Blankenese und hat mir von kleinauf weisgemacht, dass geklaute Blumen die schönsten sind. Eigentlich erwartete sie sogar, dass wir an ihrem Geburtstag durch die Gärten streifen oder durch den Park schlendern (ist inzwischen wohl verjährt) und ihr die […]
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Erik @erik.blog.ring2.de.ap.brid.gy · 17/11/2025
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Œuvre
Kennt ihr das?, ein Künstler, eine Künstlerin stirbt und ihr lest davon im Internet. Dann posten Bekannte, welche Beziehung sie zu den Songs haben und ihr werdet neugierig. Bei einem guten Glas Rotwein taucht ihr in das Werk ein (oder wieder ein) und wundert euch ein wenig, warum erst der Tod euch diesem Menschen (wieder) näher brachte. Das ging mir bei Sinead O'Connor so. Und bei anderen Künstlern, von denen ich noch nie oder meist sehr lange nichts mehr gehört hatte. Gestern Abend, […]
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