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Bollmanns Gaststätte in der Altstadt von Halberstadt war ab Ende des 19. Jahrhunderts ein wichtiger Versammlungsort der örtlichen Sozialdemokratie. Die Schneiderin Minna Bollmann (Tochter des lokalen SPD-Mitgründers August Zacharias, Gastwirt Max war ihr Ehemann), organisierte Frauen im Harzvorland und vertrat die Gegend nach draußen, 1907 bei der 1. Internationalen Konferenz Sozialistischer Frauen in Stuttgart, 1919 als eine der 39 weiblichen Abgeordneten bei der Verfassungsgebenden Versammlung, danach im Landtag.Auch die alte Synagoge befand sich wie Bollmanns in der Bakenstraße - oder besser: hinter der Bakenstraße, im Hinterhof, an dessen anderem Ende heute das jüdische Museum ist. Dort wurde sie 1938 zwar nicht niedergebrannt, aber geschändet, geplündert und dann abgetragen - was die jüdische Gemeinde auch noch bezahlen musste.Am 9. November 2018 nahm ich erst auf dem nahen Domplatz an den Gedenkkundgebungen teil, zum 100. Jahrestag der Revolution ("Dem Karl Liebknecht, dem haben wir's geschworen...") und zum NS-Pogrom vor 80 Jahren (Erinnerung an die Sozialdemokraten Paul Crohn und Willi Cohn, die kostenlose Musik-Aufführungen für Arbeiter ermöglichten, u.a. mit "Minutenopern" des gebürtigen Halberstädters Alexander Kluge, an die Außenwand des Doms projiziert).Im Anschluss sprach ich in Bollmanns Gaststätte zum “9. November 1918, 1923, 1938 – Von der Niederschlagung der Revolution zum Holocaust”.Fotos: @dieschirmherrin