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Meine Name ist Steffen Voß. Ich lebe in Kiel. In diesem Blog versammel ich Ideen und Gedanken zu Technologie und Gesellschaft. 🌉 bridged from ⁂ kaffeeringe.de, follow @ap.brid.gy to interact

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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 06/10/2026
"Die KI-Konzerne tun nicht genug, um ihre Systeme sicher zu machen und die Öffentlichkeit vor Schaden zu bewahren," beklagt Selena Deckelmann im WikiMedia-Blog. Die Bot und Agents der Unternehmen fallen über die Web-Infrastruktur her. So geht es nicht nur der Wikipedia.
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Milliardärs-Bots setzen das freie Web unter Druck
„Die KI-Kon­zer­ne tun nicht genug, um ihre Sys­te­me sicher zu machen und die Öffent­lich­keit vor Scha­den zu bewah­ren,“ beklagt Sele­na Deckel­mann im Wiki­Me­dia-Blog. Die Bot und Agents der Unter­neh­men fal­len über die Web-Infra­struk­tur her. So geht es nicht nur der Wikipedia. Sele­na Deckel­mann greift die jüngs­ten Fäl­le auf, in denen bekannt gemacht wur­de, dass die Soft­ware der KI-Kon­zer­ne aggres­siv gegen frem­de Infra­struk­tur vor­ge­gan­gen ist. Die Soft­ware-Agents haben offe­ne Wikis genutzt, um sich zu koor­di­nie­ren und Diens­te gehackt oder überlastet. Sie beschreibt, dass es dem Wiki­pe­dia-Pro­jekt auch so erge­he. Immer wie­der gebe es Fäl­le, in denen auto­ma­ti­sier­te Bear­bei­tun­gen auf­ge­deckt wer­den. Aber vor allem grei­fen die Diens­te der KI-Kon­zer­ne mas­siv auf die Wiki­pe­dia zu. 2025 gab es bei der Wiki­pe­dia einen 50%-igen Anstieg des Traffics. ## Der Mensch wird zurückgedrängt Das ken­ne ich. Ich betrei­be selbst eini­ge Media­Wi­kis und bei einem hat sich der Traf­fic von 2025 auf 2026 ver­drei­fach! Und das, obwohl ich irgend­wann eine Voll­brem­sung machen musste: Das Wiki der SPD Geschichts­werk­statt gibt es sei 16 Jah­ren. Vor 16 Jah­ren sind wir kom­plett offen gestar­tet. Alle konn­ten alles ohne Log­in edi­tie­ren. Das ging damals noch. Dann kamen die Spam-Bots, die ein­fach neue Sei­ten mit ihrer Rekla­me ange­leg­ten. Also habe ich ein­ge­schal­tet, dass man nur ein­ge­loggt edi­tie­ren kann. Dann kamen die Bot-Accounts. Auto­ma­ti­siert wur­den Kon­ten ange­legt und dann Spam gepos­tet. Zu Anfang noch wenig. Da habe ich noch mit der Hand auf­ge­räumt. Dann wur­de es mehr. Also habe ich ein ein­fa­ches CAPTCHA ein­ge­führt. Kei­ne unle­ser­li­chen Zei­chen, son­dern ein­fach Wis­sens­fra­gen, die man leicht beant­wor­ten kann, wenn man in dem Wiki mit­ma­chen will. Dann hat­ten wie eine gan­ze Zeit Ruhe. Bis ChatGPT kam. Dann konn­ten die Spam­mer die Fra­gen beant­wor­ten und sich wie­der Accounts anle­gen. Inzwi­schen haben wir ein Antragsverfahren. Die Leu­te müs­sen ein CAPTCHA lösen und einen Account bean­tra­gen, den dann jemand von uns frei­schal­ten muss. Das ist eine ziem­li­che Hür­de. Ich weiß nicht, ob ich das mit­ma­chen wür­de, wenn ich ein­fach mal irgend­was in einem Wiki bear­bei­ten will ohne gleich ein Hob­by draus zu machen. ## Dann kamen die KI-Bots und Agents Mein Hos­ting-Pro­vi­der hat mich im März ange­schrie­ben und mich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Traf­fic auf dem Wiki so hoch ist, dass er die ande­ren Web­sites auf dem Ser­ver ver­lang­samt. Ich habe schon den größ­ten nor­ma­len Tarif – dar­über kom­men nur noch Mana­ged Ser­ver. Das Wiki hat nur 2800 Arti­kel und viel­leicht 10 akti­ve Nutzende. Der Sup­port schrieb mir, dass es sich wei­test­ge­hend um Bot-Traf­fic han­de­le und ich den aus­sper­ren könn­te. Er schick­te dazu Anwei­sun­gen für die .htac­cess mit. Mit die­ser .htac­cess sper­re ich nicht nur alle bekann­ten KI-Bot-User­agents aus, son­dern auch alle aus­län­di­schen IPs. Da ich auf die Schnel­le nichts ande­ren tun konn­te, habe ich also Mil­li­ar­den Men­schen zusam­men mit eini­ge der Bots aus­ge­sperrt. Und wir haben immer mal wie­der Leser-Anfra­gen aus dem Aus­land. Men­schen, die auf bei der Fami­li­en­for­schung über einen Opa stol­pern, der in der SPD aktiv war. Ich hat­te eine Anfra­ge von einem For­schungs­in­sti­tut in New York, das Kon­takt zu Nach­fah­ren eines SPD-Bür­ger­meis­ters haben woll­te. Den konn­te ich her­stel­len. Das geht jetzt nicht mehr – dank KI. ## Normales Niveau – nicht normale Zugriffe Nach­dem ich die .htac­cess-Regeln ein­ge­setzt habe, ist der Traf­fic wie­der auf ein fast nor­ma­les Niveau zurück gegan­gen. Ich habe zusätz­lich noch dafür gesorgt, dass man nur ein­ge­loggt auf die Ver­si­ons­his­to­ri­en der Sei­ten zugrei­fen kann, weil die Bots sämt­li­chen alten Stän­de der Sei­ten gecrawlt haben. Wenn man nur auf den Gra­phen der Gesamt­sta­tis­tik schaut, ist jetzt wie­der alles normal. Frü­her konn­te ich an den Top-Zugrif­fen immer sehen, dass es ver­mehr­tes Inter­es­se an einer Per­son gibt. In der Regel bedeu­te­te das, es gab einen Skan­dal oder die Per­son ist gestor­ben. Gera­de bei ehe­ma­li­gen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten war das immer ein wert­vol­ler Hin­weis. Die Trau­er­an­zei­gen waren schon da und wir konn­ten den Arti­kel aktualisieren. Jetzt sind die Top­zu­grif­fe auf die Sei­ten „Anmel­dung erfor­der­lich“, „Anmel­den“, „Neue Datei­en“, „Berech­ti­gungs­feh­ler“, „Zitier­hil­fe“, „Pass­wort zurück­set­zen“, „Sei­te nicht vorhanden“. ## AI-Zero Gleich­zei­tig brin­gen die KI-Kon­zer­ne prak­tisch kei­nen Traf­fic: 0,1 % der Zugrif­fe auf die Sei­te kommt offi­zi­ell von Nut­zen­den, die ChatGPT nut­zen. Per­ple­xi­ty auf Platz 2 bringt schon nur noch ein Zehn­tel von ChatGPT. ## Zukunft Wenn wir die Men­schen aus­sper­ren müs­sen und die Bots kei­ne neu­en Nut­zen­den brin­gen, kön­nen Wikis nicht exis­tie­ren. Aber auch jour­na­lis­ti­sche Ange­bo­te sind auf mensch­li­che Leser­schaft ange­wie­sen. Wie stel­len sich die Mil­li­ar­dä­re hin­ter den KI-Kon­zer­nen die Zukunft des Webs vor? Gibt es da noch einen Platz für Menschen?
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 17/09/2026
In den KI-Chats steckt viel mehr Organisationswissen, als in allen offiziellen Dokumenten.
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Deine Kolleg*innen teilen gerade ALLES mit KI-Tools
In den KI-Chats steckt viel mehr Orga­ni­sa­ti­ons­wis­sen, als in allen offi­zi­el­len Dokumenten. Neu­lich konn­te ich mir ein Sys­tem anschau­en, das Sprach­er­ken­nung, Sprach­syn­the­se, ein gro­ßes Sprach­mo­dell und einen ani­mier­ten Ava­tar mit­ein­an­der kom­bi­niert hat. Man konn­te sich also mit einem Cha­rak­ter auf einem Tablet unterhalten. Im Backend konn­te man sehen, was das Sys­tem aus den Gesprä­chen her­aus über die Men­schen lernt: „Mag Fuß­ball.“, „Isst ger­ne ein Ei zum Frühstück.“ Das hat mir noch ein­mal die Augen dafür geöff­net, was die­se Sys­te­me gera­de über uns und unse­re Unter­neh­men ein­sam­meln. Klar, ich sehe ja auch die His­to­rie mei­ner Chats und natür­lich greift das Sys­tem dar­auf zurück. Aber wie viel mehr steckt in die­sen Chats als in den offi­zi­el­len Doku­men­ten der Organisation? In den geteil­ten Lauf­wer­ken der Fir­men lie­gen Pro­to­kol­le, Plä­ne usw. Alles Infor­ma­tio­nen, die zumin­dest für die inter­ne Öffent­lich­keit gedacht und dort kon­form sind. Selbst in ISO 9001-zer­ti­fi­zier­ten Unter­neh­men steckt eine Men­ge Orga­ni­sa­ti­ons­wis­sen in den Köp­fen der Men­schen. Das alles tei­len die Leu­te jetzt mit KI-Tools: „Mein Kol­le­ge mach immer dies und das – ist das Mob­bing?“ – „Bei uns läuft das immer so und so – sind wir da eigent­lich pro­fes­sio­nell organisiert?“ Einer­seits kann das natür­lich eine gro­ße Chan­ce sein, weil man die­ses Orga­ni­sa­ti­ons­wis­sen zur Ver­bes­se­rung ein­set­zen kann. Aber dafür braucht man Sys­te­me, denen man die­se Infor­ma­tio­nen auch anver­trau­en möchte. Gera­de hier braucht man einen star­ken Daten­schutz, der sicher­stellt, dass klar ist, wer wie wann auf die­se Infor­ma­tio­nen zugrei­fen kann und dass man Infor­ma­tio­nen auch unkom­pli­ziert wie­der löschen kann. Die gän­gi­gen Tools ermög­li­chen es nur, manu­ell einen Chat nach dem ande­ren zu löschen. Das macht nie­mand. Und was die Tools über die Per­so­nen und ihre Orga­ni­sa­tio­nen ablei­ten, ist voll­kom­men unklar. Hier soll­ten Unter­neh­men mehr hinschauen.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 20/08/2026
Die Spannerbrille von Meta soll nicht verboten werden. Es geht um die Frage, ob sie bereits verboten ist. In Deutschland dürfen nämlich keine Kameras verkauft werden, die nicht als Kamera erkennbar sind.
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Kein Platz für Spanner-Brillen
Die Span­ner­bril­le von Meta soll nicht ver­bo­ten wer­den. Es geht um die Fra­ge, ob sie bereits ver­bo­ten ist. In Deutsch­land dür­fen näm­lich kei­ne Kame­ras ver­kauft wer­den, die nicht als Kame­ra erkenn­bar sind. Im Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on-Digi­ta­le-Diens­te-Daten­schutz-Gesetz (TDDDG) heißt es: > „Es ist ver­bo­ten, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­an­la­gen zu besit­zen, her­zu­stel­len, auf dem Markt bereit­zu­stel­len, ein­zu­füh­ren oder sonst in den Gel­tungs­be­reich die­ses Geset­zes zu ver­brin­gen, die ihrer Form nach einen ande­ren Gegen­stand vor­täu­schen oder die mit Gegen­stän­den des täg­li­chen Gebrauchs ver­klei­det sind und auf­grund die­ser Umstän­de oder auf­grund ihrer Funk­ti­ons­wei­se in beson­de­rer Wei­se geeig­net und dazu bestimmt sind, das nicht öffent­lich gespro­che­ne Wort eines ande­ren von die­sem unbe­merkt abzu­hö­ren oder das Bild eines ande­ren von die­sem unbe­merkt aufzunehmen.“ Es droht eine Geld- oder Gefäng­nis­stra­fe. Die Die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on Hate­Aid hat des­halb Anzei­ge gegen Meta, Ray-Ban, Oak­ley und meh­re­re Optik-Händ­ler bei der Gene­ral­staats­an­walt­schaft Frank­furt am Main ein­ge­reicht. Hate­Aid beklagt, dass sich bei ihnen seit Jah­ren Fäl­le von bild­ba­sier­ter, digi­ta­ler Gewalt häu­fen, bei denen vor allem Frau­en gefilmt und sexua­li­siert dar­ge­stellt wer­den. Durch Smart Glas­ses wür­de nun eine beson­ders unauf­fäl­li­ge Über­wa­chungs­tech­no­lo­gie als All­tags­ge­gen­stand getarnt. Nicht sel­ten fän­den Betrof­fe­ne erst Jah­re spä­ter her­aus, dass Bild­ma­te­ri­al im Netz kur­siert, nach­dem es bereits weit ver­brei­tet wurde. Das klei­ne LED an den Span­ner­bril­len ist mei­ner Mei­nung nach nur dazu da, damit sich Meta 10 Jah­re vor Gericht strei­ten zu kön­nen, ob das als Kame­ra­kenn­zeich­nung aus­reicht oder nicht. Dann stellt das letz­te Gericht fest, dass es so nicht geht. In der Zwi­schen­zeit ver­die­nen Mark Zucker­berg und sei­ne Mil­li­ar­därs-Cli­que bei Meta wei­ter­hin eine gol­de­ne Nase mit den Daten der Men­schen. Dann bringt Meta eine rote Ver­si­on der LED her­aus und der Streit fängt von vor­ne an. Smar­te Bril­le haben sicher auch seriö­se Ein­satz­zwe­cke – wie bis­her auch schon. Aber Meta ist kein seriö­ses Unter­neh­men. Wie so oft ist nicht die Tech­no­lo­gie das Pro­blem, son­dern das Geschäftsmodell.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 19/08/2026
Es gibt extrem viel, was ich an dem kritisiere, was die US-Konzerne uns als "Künstliche Intelligenz" verkaufen wollen. Aber mein Job ist es auch, das einschätzen zu können - deswegen habe ich mich ein wenig mit "Vibecoding" beschäftigt. […]
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Erfahrungen mit „KI“ und Code
Es gibt extrem viel, was ich an dem kri­ti­sie­re, was die US-Kon­zer­ne uns als „Künst­li­che Intel­li­genz“ ver­kau­fen wol­len. Aber mein Job ist es auch, das ein­schät­zen zu kön­nen – des­we­gen habe ich mich ein wenig mit „Vibe­co­ding“ beschäftigt. Ich kann „pro­gram­mie­ren für den Haus­ge­brauch“. Ich habe in den 1980ern Pro­gramm­tex­te aus Com­pu­ter­ma­ga­zi­nen abge­tippt und ange­fan­gen, die so zu ver­än­dern, dass da mein Name irgend­wo im Pro­gramm erscheint. Oder ich habe Far­ben ausgetauscht. Ich kann auch heu­te noch in bestehen­dem Code Din­ge anpas­sen. Ich kann klei­ne Funk­tio­nen selbst schrei­ben. Aber ich habe ein­fach wenig Erfah­rung damit, selbst von Null anzu­fan­gen und irgend­was zu entwickeln. ## MediaWiki-Templates Und ich kann ein wenig ein­schät­zen, ob etwas ein­fa­cher oder schwie­ri­ger zu pro­gram­mie­ren ist. Eine Sache, die sehr schei­ße zu pro­gram­mie­ren ist, sind Media­Wi­ki-Tem­pla­tes. Das ist ein wir­res Zusam­men­spiel aus mit­tel­mä­ßig doku­men­tier­ten Funk­tio­nen, Wiki-Basis­funk­tio­nen und Extensions. Man kann nicht mit Ein­rü­ckun­gen und Leer­zei­len arbei­ten, weil es immer gleich als Absatz erkannt wird. So wird man zu Spa­ghet­ti-Code gezwun­gen, bis man den Wald vor lau­ter Pipes und geschwun­ge­nen Klam­mern nicht mehr sieht. Und ver­nünf­tig Debug­gen kann man es auch nicht, weil es kei­nen feh­ler­haf­ten Code gibt – nur Code, der nicht macht, was man will. Nun küm­me­re ich mich um meh­re­re Wikis. Unter ande­rem um das der SPD Geschichts­werk­statt. Und die hat­te seit 2010 prak­tisch die glei­che, nicht wirk­lich respon­si­ve Start­sei­te. Also habe ich ein­mal pro­biert, was Goog­le Gemi­ni von Media­Wi­ki-Tem­pla­tes ver­steht. Das ist vor allem HTML und CSS. Da sehe ich kei­ne Gefahr, dass mit die KI-Soft­ware Code erzeugt, der die Daten­bank löscht. Ich habe Goog­le Gemi­ni das aktu­el­le Cor­po­ra­te Design der SPD als PDF gege­ben, den Code der bis­he­ri­gen Start­sei­te und den Auf­trag, die Sei­te zu moder­ni­sie­ren. Ich fin­de, das hat ganz gut funk­tio­niert. Die neue Ver­si­on ist respon­siv und wesent­lich zugäng­li­cher für Leu­te, die sich nicht als ers­tes mit einem Wiki anfreun­den wollen. Nun ist das nicht beim ers­ten Ver­such so ent­stan­den. Zunächst hat Gemi­ni bspw. das gesam­te CSS in das HTML ein­ge­baut. Aber nach ein wenig hin und her, hat­te ich das jet­zi­ge Ergeb­nis. Dazu muss­te ich aller­dings wis­sen, dass man HTML und CSS tren­nen soll­te. Ich hät­te all das theo­re­tisch auch selbst kön­nen müs­sen, um es zumin­dest soweit ein­schät­zen zu kön­nen, ob es gut ist. ## Automatische Tagesseiten Ich hat­te dann die Idee, end­lich unser Pro­blem zu lösen, dass alle Tages­da­ten ver­linkt sind („1. Janu­ar“), aber kei­ne Sei­te dahin­ter ist, weil es zu auf­wen­dig wäre 366 Sei­ten immer manu­ell zu pfle­gen. In allen Sei­ten waren also über­all die­se roten Links. Kann mit Goog­le Gemi­ni auch damit helfen? Ja, aller­dings war die emp­foh­le­ne Exten­si­on ver­al­tet. Die konn­te ich nicht ein­fach ver­wen­den. Es gab aber einen Nach­fol­ger, der gepflegt wird. Goog­le Gemi­ni hat mir dann eine Lösung aus auto­ma­ti­schen Kate­go­rien und DynamicPageLists4 vor­ge­schla­gen. Und an die­ser Stel­le habe ich wirk­lich sehr mit den Aus­ga­ben der KI-Soft­ware gerun­gen. Ich fin­de die Syn­tax von DynamicPageLists4 nicht so ganz ein­fach zu ver­ste­hen. Aber nach und nach habe ich sie ver­stan­den – durch die Fehl­ver­su­che von Goog­le Gemi­ni. Am Ende habe ich selbst für die Lösung gesorgt. Aber ohne den Spar­rings­part­ner von Goog­le hät­te ich das gar nicht erst versucht. ## Ein Browser-Skript Damit die Ereig­nis­se auf der Tages­sei­te erschei­nen muss ich sie auf den Jah­res­sei­ten mit der Vor­la­ge für Ereig­nis­se ver­se­hen. Von 1850 bis 1900 habe ich das manu­ell gemacht: Vor­la­ge ein­fü­gen, Tag, Monat, Jahr und Text ein­fü­gen, alten Ein­trag löschen – next, spei­chern. Nächs­te Seite. Dann hat­te ich die Idee: Mono­to­ne Arbeit müss­te doch pro­gram­mier­bar sein. Also habe ich wie­der Goog­le Gemi­ni gefragt. Das hat mir zuerst eine Erwei­te­rung des Visu­al Edi­tors in Media­Wi­ki vor­ge­schla­gen. Die habe ich aber in meh­re­ren Anläu­fen nicht zum Lau­fen gebracht. Dann hat­te ich die Idee, ein Brow­ser­skript für Grease­m­on­key zu neh­men. Grease­m­on­key ist offen­bar inzwi­schen kein Ding mehr. Aber Tam­per­m­on­key gibt es noch. Und das Skript hat auf Anhieb funk­tio­niert: Text mar­kie­ren, Alt+E, next, spei­chern, nächs­te Seite. Da fehl­te in der ers­ten Ver­si­on noch die Mög­lich­keit, mehr­tä­gi­ge Ereig­nis­se umzu­wan­deln. Das geht jetzt. Und damit konn­te ich die Geschwin­dig­keit deut­lich erhö­hen und es macht wesent­lich mehr Spaß, sich auf die Aus­wahl der Inhal­te zu kon­zen­trie­re als auf kor­rek­tes Copy&Paste. ## Mein Fazit Kei­ne Ahnung, wie die­se Leu­te das machen, die behaup­ten, gan­ze kom­ple­xe Apps zu ent­wi­ckeln. Aber die Schwie­rig­kei­ten, die ich auf dem Weg hat­te, sind mir auch eine War­nung, dass man das nur bei über­schau­ba­ren Pro­jek­ten machen sollte. Wenn es nicht um ein ein­fa­ches Skript geht, das man von vor­ne nach hin­ten auch noch lesen und nach­voll­zie­hen kann. Das kann nicht stim­men und die­sen Apps wür­de ich auch nicht ver­trau­en. Man muss immer noch wis­sen, was Best Prac­ti­ce ist, wenn man anspruchs­vol­le­re Auf­ga­ben hat. Das Abs­trak­ti­ons­ni­veau bei Pro­gram­mie­rung ist immer wei­ter gestie­gen. Nie­mand muss mehr Assem­bler kön­nen. Inzwi­schen muss man nicht ein­mal mehr wis­sen, wie vie­le der selbst­ver­ständ­li­chen Basis-Funk­tio­nen von Web-Apps funk­tio­nie­ren, weil man ent­spre­chen­de Frame­works nutzt. Ent­wick­lungs­um­ge­bun­gen über­stüt­zen mit der Zeit immer mehr – von der auto­ma­ti­schen Ein­rü­ckung, den farb­li­chen Her­vor­he­bun­gen, der Auto-Ver­voll­stän­di­gung von Varia­blen und Funk­tio­nen. Jetzt könn­ten LLMs da noch wei­ter unter­stüt­zen – aber in viel klei­ne­ren Schrit­ten, als die Gurus des Vibe-Coding versprechen. Für Leu­te wie mich, die ein biss­chen Ahnung haben und nur hier und da Unter­stüt­zung bei so Klei­nig­kei­ten haben wol­len, kann KI-Soft­ware eine gute Hil­fe sein. Es kann sogar dazu füh­ren, dass man sich mehr mit Pro­gram­mie­rung beschäf­tigt und dadurch auch wie­der lernt. Trotz­dem bleibt das Geschäfts­mo­dell hin­ter der Tech­no­lo­gie ein Alptraum.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 30/07/2026
Die Amischen sind dafür bekannt, dass sie praktisch so leben wie vor Jahrhunderten. Mit ihren Outfits und Kutschen wirkt das so. Die Kommunikationswissenschaftlerin Lindsay Ems hat sich näher mit den Amischen und ihrem Umgang mit Technologie beschäftigt. Ihre Forschung legt eine Frage nahe […]
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Technologie – wofür?
Die Ami­schen sind dafür bekannt, dass sie prak­tisch so leben wie vor Jahr­hun­der­ten. Mit ihren Out­fits und Kut­schen wirkt das so. Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­le­rin Lind­say Ems hat sich näher mit den Ami­schen und ihrem Umgang mit Tech­no­lo­gie beschäf­tigt. Ihre For­schung legt eine Fra­ge nahe: Soll­te Tech­no­lo­gie nicht weni­ger danach bewer­tet wer­den, was sie kann, son­dern danach, was sie mit uns macht? Eine der ers­ten Erkennt­nis­se von Lind­say Ems war, dass die Ami­schen durch­aus auch neue­re Tech­no­lo­gie zulas­sen. Sie haben bspw. mobi­le Tele­fo­ne. Das sind kei­ne Smart­phones – nicht ein­mal klas­si­sche Han­dys, son­dern Fest­netz-Tele­fo­ne an einer Box, die es mit dem mobi­len Netz ver­bin­det. In einer Holz­kis­te ver­baut, kom­men sie bei ami­schen Bau­trupps zum Ein­satz. So kann man sie errei­chen, wenn die auf der Bau­stel­le sind. War­um ist das in der Gemein­schaft erlaubt, Han­dys aber nicht? In Gesprä­chen sag­ten ihr füh­ren­de Amish, dass sie befürch­ten, dass neue Tech­no­lo­gien das Gefühl der Sinn­haf­tig­keit beein­träch­ti­gen könn­ten, das die Men­schen in ihren Gemein­schaf­ten emp­fän­den. Sie befürch­te­ten, dass neue Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel – wie Smart­phones und sozia­le Medi­en – Ritua­le, Tra­di­tio­nen und ihre bewähr­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mus­ter stö­ren könn­ten. Vor allem aber woll­ten sie ihre gemein­sa­me Kul­tur bewah­ren, in der sich jeder Ein­zel­ne spi­ri­tu­ell mit sei­nen Nach­barn und der Natur ver­bun­den fühlte. Sie schreibt: „Mir wur­de klar, dass die Amish der Tech­no­lo­gie gegen­über eigent­lich neu­tral ein­ge­stellt sind. Es ist für sie zweit­ran­gig, wor­um es sich bei einer neu­en Tech­no­lo­gie han­delt oder wie sie funk­tio­niert; ent­schei­dend ist für sie, wel­che Aus­wir­kun­gen ihre Ein­füh­rung auf die Gemein­schaft hätte.“ Bemer­kens­wert ist dabei, dass die Tele­fo­ne der Bau­trupps nicht ein­zel­nen Per­so­nen gehö­ren. Sie ste­hen der Grup­pe zur Ver­fü­gung und ermög­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on, ohne die gemein­schaft­li­chen Struk­tu­ren zu individualisieren. ## Keine schlichten Verbote „Wir müs­sen jun­gen Men­schen das ‚War­um’ ver­mit­teln, aus dem wir bestimm­te Din­ge als Ami­sche [nicht] tun“, sag­te ihr ein ami­scher Geschäftsmann. Lind­say Ems schluss­fol­gert, dass es natür­lich vie­les an der Ami­schen Kul­tur gibt, das man kri­tisch sehen müss­te. Man kön­ne auch ihren Umgang mit Tech­no­lo­gien nicht ein­fach in unse­re Gesell­schaft implan­tie­ren. Aber: „Wir soll­ten – viel­leicht nicht unähn­lich den Ami­schen – danach stre­ben, nur jene Neue­run­gen anzu­neh­men, die unser Leben sinn­voll berei­chern, wäh­rend wir uns kri­tisch mit jenen aus­ein­an­der­set­zen, die jene Prak­ti­ken, Über­zeu­gun­gen und Bezie­hun­gen unter­gra­ben, die das Leben lebens­wert machen.“ ## Man muss sein „Warum“ kennen Ich glau­be, das ist eine klu­ge Erkennt­nis. Aber was ist denn unser „War­um“? Was haben wir denn für eine Vor­stel­lung davon, wie unse­re Gemein­schaft sein soll? Es gel­ten hier und da noch so Min­dest­an­stands­re­geln – klin­geln­de Han­dys bei Trau­er­fei­ern bspw. Aber sonst? Oft behan­deln wir tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten so, als müss­ten sie allein des­halb genutzt wer­den, weil sie exis­tie­ren. Wer sich ver­wei­gert, gilt schnell als rück­stän­dig oder gefähr­det angeb­lich den wirt­schaft­li­chen Erfolg. Gleich­zei­tig spü­ren vie­le Men­schen, dass ihnen, ihren Kin­dern, ihrer Arbeit oder unse­rer Umwelt bestimm­te Tech­no­lo­gien nicht gut tun. Natür­lich kann theo­re­tisch jeder Mensch selbst für sich ent­schei­den, was gut oder schlecht ist. Aber wir sind nun ein­mal kei­ne Indi­vi­du­en – unab­hän­gig von ande­ren Men­schen. Wir sind Divi­du­en, wie es der Kul­tur­wis­sen­schaft­ler Micha­el See­mann aus­drückt. Unse­re Ent­schei­dun­gen tref­fen wir nie allein. Die Art, wie wir kom­mu­ni­zie­ren, arbei­ten oder Medi­en nut­zen, beein­flusst immer auch ande­re Men­schen. Des­halb kön­nen Fra­gen der Tech­nik­nut­zung nicht aus­schließ­lich Pri­vat­sa­che sein. Kul­tur ist ein Set von Regeln für eine Grup­pe von Menschen. ## Nicht „Leitkultur“! Es gibt immer mal die­se lei­di­ge Dis­kus­si­on zur deut­schen Leit­kul­tur und am Ende stellt man fest, dass unge­schrie­be­ne Geset­ze immer nur der Aus­gren­zung die­nen – fair kön­nen nur demo­kra­tisch geschrie­be­ne Regeln sein. Sonst gehört halt nur dazu, wer wie Fried­rich Merz betont, vor Weih­nach­ten einen Weih­nachts­baum zu kaufen. Aber auch Geset­ze und Regeln sind nie neu­tral. Sie drü­cken aus, wel­ches Men­schen­bild eine Gesell­schaft hat. Der­zeit wird über ein Social-Media-Ver­bot für Kin­der und Jugend­li­che dis­ku­tiert – zumin­dest in Schu­len. Dabei geht es nicht nur um die Fra­ge, ob sozia­le Medi­en gut oder schlecht sind. Dahin­ter ste­cken auch Fra­gen danach, nach wel­chen Maß­stä­ben wir Platt­for­men wie Tik­Tok oder Insta­gram über­haupt bewer­ten. Nach wirt­schaft­li­chem Erfolg? Nach indi­vi­du­el­ler Frei­heit? Danach, ob sie Bezie­hun­gen stär­ken oder schwä­chen? Oder danach, was sie mit unse­rer Demo­kra­tie machen? Sol­che Fra­gen wer­den auf poli­ti­scher und wirt­schaft­li­cher Ebe­ne ver­han­delt. Aber eben auch in Fami­li­en, Schu­len und Ver­ei­nen. Wer die Maß­stä­be fest­legt, ent­schei­det am Ende dar­über, wel­che Tech­no­lo­gien wir als Berei­che­rung anse­hen und wel­che nicht. Wer Tik­Tok und Insta­gram wirk­sam regu­lie­ren woll­te, müss­te sich mit eini­gen der reichs­ten und ein­fluss­reichs­ten Kon­zer­ne der Welt aus­ein­an­der­set­zen. Zugleich berührt eine sol­che Regu­lie­rung wirt­schaft­li­che Inter­es­sen und inter­na­tio­na­le Macht­fra­gen weit über Medi­en­bil­dung hin­aus. Wer dar­auf war­tet, dass die­se Fra­gen auf glo­ba­ler Ebe­ne geklärt wer­den, wird ver­mut­lich lan­ge war­ten müssen. Umso mehr sind wir als Gemein­schaf­ten gefragt, uns eige­ne Regeln zu geben – so wie es die Ami­schen tun. Das geht aber nur, wenn wir uns auch als Teil von Gemein­schaf­ten betrach­ten und nicht als indi­vi­du­el­le Selbst­op­ti­mie­rer, für die Gemein­schaf­ten nur Zwangs­ja­cken sind. Was sind denn unse­re Gemein­schaf­ten, wenn wir kei­ne Ami­schen sind? Ange­fan­gen mit der Fami­lie, der Schul­klas­se, der Sport­mann­schaft, dem Ver­ein, dem Team bei der Arbeit, das Unter­neh­men. Ich glau­be, in all die­sen Gemein­schaf­ten soll­ten wir uns Gedan­ken dar­über machen, wie wir mit­ein­an­der leben und han­deln wol­len. Nicht nur, wel­che Tech­no­lo­gien wir nut­zen wol­len, son­dern – im Ange­sicht der Kli­ma­ka­ta­stro­phe auch – wie wir kli­ma­ge­recht leben können. Was wäre, wenn jedes Team ein­mal im Jahr dar­über spre­chen wür­de, wel­che Tech­no­lo­gien tat­säch­lich hel­fen und wel­che eher von der Arbeit ablen­ken? Wel­che Regeln wür­den Fami­li­en für Smart­phones ver­ein­ba­ren? Wel­che digi­ta­le Kul­tur wür­den Schu­len entwickeln? Die span­nen­de Fra­ge ist des­halb viel­leicht nicht, wel­che Tech­no­lo­gie als Nächs­tes kommt. Son­dern was sie mit uns macht – und wel­che Form des Zusam­men­le­bens wir bewah­ren oder schaf­fen wol­len. Dazu müss­ten wir aber erst ein­mal das „War­um“ klä­ren – war­um sind wir in die­ser Gemein­schaft zusammen? Lind­say Ems’ Open-Access-Buch „Vir­tual­ly Amish – Pre­ser­ving Com­mu­ni­ty at the Internet’s Mar­gins“ gibt es hier als kos­ten­lo­sen Download. ## Links * Lind­say Ems: How the Amish Let Tech­no­lo­gy in Wit­hout Let­ting It Take Over
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 22/07/2026
Am letzten Wochenende war plötzlich mein Pixelfed-Account voll. 1 GB mit Fotos und mir wurde klar: Eine andere Lösung muss her. So bin ich jetzt von Pixelfed zu WordPress umgezogen. Und das ging so.
kaffeeringe.de
Mein Umzug von Pixelfed zu WordPress
Am letz­ten Wochen­en­de war plötz­lich mein Pixel­fed-Account voll. Ein Giga­byte mit Fotos und mir wur­de klar: Eine ande­re Lösung muss her! So bin ich jetzt von Pixel­fed zu Word­Press umge­zo­gen. Und das ging so. Ich habe mir dar­über vor­her wenig Gedan­ken gemacht: Wenn ich Bil­der bei Pixel­fed hoch­la­de, müs­sen die dau­er­haft gespei­chert wer­den. Auf dem Ser­ver von jeman­dem, der den pri­vat und kos­ten­los betreibt. Bei Big-Tech weiß man, dass denen der Platz nie aus­geht. Wenn das jetzt aber bei mir 1 GB gewor­den ist, dann heißt das, dass auf dem Ser­ver vie­le Giga­byte Daten von den gan­zen Usern lie­gen. Wie lan­ge kann das gut gehen? Ich habe mir des­we­gen über­legt: Auf mei­nem pri­va­ten Web­space ist ein Giga­byte rela­tiv wenig. Das mer­ke ich da nicht ein­mal, seit die Next­cloud da nicht mehr liegt. Mit Word­Press im Fedi­ver­se habe ich hier im Blog super Erfah­run­gen gemacht. Und ich hat­te mir auch schon ein­mal über­legt und aus­pro­biert, wie man Insta­gram nach­bau­en könn­te. Es gab also eine gro­be Skiz­ze in mei­nem Kopf und die Idee, dass es funk­tio­nie­ren könnte. ## Inhalte umziehen Nun woll­te ich nicht bei null anfan­gen. Aber wie bekom­me ich die Posts samt Medi­en aus Pixel­fed? Nach mei­ner Vibe-Coding-Erfah­rung neu­lich, habe ich gedacht, dass ich das ein­fach noch ein­mal neu ausprobiere. Und tat­säch­lich hat mir Goog­le Gemi­ni nach einer Beschrei­bung mei­ner Anfor­de­run­gen eine Rei­he Datei­en und eine Datei­struk­tur aus­ge­wor­fen, die sich auf Anhieb instal­lie­ren ließ und funktionierte. Ich habe das Plug­in dann noch ein paar Mal nach­bes­sern las­sen, um den Import der Hash­tags in Word­Press-Schlag­wör­ter zu prä­zi­sie­ren. Letzt­lich lief der Import dann ohne Pro­ble­me durch. Die meis­te Zeit habe ich mit einer Feh­ler­su­cher ver­schwen­det, bei der ich schlicht die fal­sche Pixel­fed-Domain im Backend ein­ge­tra­gen habe. Und es war auch ein wenig knif­fe­lig, her­aus­zu­fin­den, dass die Pixel­fed-API Coll­ec­tions noch nicht unterstützt. Das Plug­in zieht also alle Posts und legt sie mit dem Ori­gi­nal­da­tum in Word­Press an. Alle Medi­en lan­den in einer Gale­rie am Ende des Tex­tes. Alle Hash­tags wer­den in Schlag­wör­ter über­tra­gen. Im Fließ­text wer­den die Hash­tag-Sym­bo­le und die Links ent­fernt. Wenn am Ende eine rei­ne Zei­le mit Hash­tags steht, wird die kom­plett entfernt. ## Der Umzug der Follower Nach­dem alle Inhal­te umge­zo­gen waren und ich sicher war, dass ich das so haben möch­te, konn­te der Umzug starten. 1. Dazu habe ich als ers­ten in Word­Press, in mei­nem Benut­zer­pro­fil als Kon­to-Ali­as die URL mei­nes Pixel­fed-Accounts ein­ge­tra­gen. (https://pixelfed.de/users/USERNAME) 2. Dann habe ich in Pixel­fed, in mei­nem Pro­fil, die Kon­to-Migra­ti­on ver­wen­det. Dort trägt man sein zukünf­ti­ges Pro­fil ein. Und schon begin­nen die Fol­lower umzu­zie­hen. Nach und nach wuchs die Zahl der Fol­lower. Aller­dings sind von den gut 1400 nur ca. 660 übrig geblie­ben. Ich ver­mu­te, dass der Rest Kar­tei­lei­chen waren. ## Umzug der Gefolgten Lei­der zie­hen nicht auch die Accounts, denen ich fol­ge auto­ma­tisch mit um. In den Pixel­fed-Ein­stel­lun­gen gibt es aber einen Export für die­se Accounts. Der spuckt eine JSON-Lis­te aus. Es gibt aber in Word­Press im Acti­vi­ty­Pub-Plug­in kei­nen Import dafür. Statt mir lan­ge eine cle­ve­re auto­ma­ti­sche Mög­lich­keit zu über­le­gen, habe ich die einen nach dem ande­ren manu­ell per Copy&Paste über­nom­men. Das hat aber für 350 Accounts auch nur 15 Minu­ten gedauert. Auch beim Import sind ein paar Accounts raus­ge­flo­gen, weil es die ver­mut­lich nicht mehr gibt. Den Import soll­te man lau­fen las­sen, wenn das Acti­vi­ty­Pub-Plug­in deak­ti­viert ist, damit nicht 1400 Mel­dun­gen ins Fedi­ver­se geschickt werden! Ansons­ten habe ich erst ein­mal neben Mat­thi­as Pfef­fer­les Acti­vi­ty­Pub-Plug­in kei­ne wei­te­ren Plug­ins benö­tigt. Aber natür­lich habe ich ein paar Favo­ri­ten, die ich immer instal­lie­re – für die Bild­op­ti­mie­rung, das Caching oder SEO. Im Acti­vi­ty­Pub-Plug­in habe ich gar nichts umge­stellt – nur dass ein Post die maxi­ma­le Anzahl von zehn Medi­en mit­schi­cken kann. Mast­o­don kann ja immer nur die ers­ten vier davon anzei­gen, aber Pixel­fed kann mit mehr Bil­dern umge­hen. Ich ver­mu­te auch Fri­en­di­ca kann das. ## Wie es aussieht Als The­me habe ich Twen­tyT­wen­ty­Fi­ve benutzt. Dank des Full­si­te-Editing ist es egal gewor­den, wel­che The­me man als Basis nimmt und das aktu­el­le, offi­zi­el­le The­me von Word­Press soll­te einen hin­rei­chend guten Sup­port haben. Screen­shot der Startseite Der Hea­der ist der Fedi­ve­re-Fol­low-Block, der mit dem Acti­vi­ty­Pub-Plug­in kommt. Das Hea­der-Bild stellt man sich im Benut­zer­pro­fil ein. Der Ava­tar kommt lei­der nur von Grava­tar. Das ver­ste­he ich nicht ganz, denn das Plug­in, mit dem ich mei­nen eigent­li­chen Ava­tar hoch­ge­la­den habe, ersetzt sonst über­all mein Profilbild. Unter dem Hea­der habe ich die­se Lis­te der Kate­go­rien, die ich lei­der manu­ell pfle­gen muss. Und dann kommt die Lis­te der Posts. Im Bei­trags-Tem­p­la­te-Block kann man ein­stel­len, wie vie­le Spal­ten mit Posts man haben möch­te. Ich fin­de, drei ist da eine gute Zahl. Da hat man ein paar Bil­der neben­ein­an­der aber nicht zu vie­le klei­ne Bil­der. In der Mobil­an­sicht sind die Posts dann ohne­hin wie­der untereinander. Damit es mit den drei Spal­ten hin­kommt, habe ich in den Word­Press-Ein­stel­lun­gen die Anzahl von Posts auf der Start­sei­te auf 30 erhöht. Das ist durch drei teil­bar und die Lis­te ist lang genug, dass man nicht sofort wei­ter­blät­tern muss. Mal schau­en, ob ich noch ein­baue, dass wei­te­re Posts ein­fach nach­ge­la­den werden. ## Was fehlt… Ein Fea­ture, das bei Pixel­fed hat, das aber auch noch nicht so ganz imple­men­tiert ist, sind die Coll­ec­tions. Ich fin­de es aber ganz schön, meh­re­re Posts zu einer eige­nen Über­sicht zusammenzufassen. Man kann in Pixel­fed in der WebUI Samm­lun­gen anle­gen – es gibt aber noch kei­ne API dafür. Kei­ne Ahnung, war­um. Ich dach­te immer, man schreibt erst die API und nutzt die dann bspw. für die WebUI. Ich habe viel­leicht ein Dut­zend Samm­lun­gen in Pixel­fed. Die muss ich jetzt mal nach und nach manu­ell über­tra­gen. Ich habe mir dafür über­legt, dass ich die Kate­go­rien benut­ze. Weil ich ger­ne die Stan­dard­funk­tio­nen von Word­Press benut­ze. Aller­dings gibt es dort kein Kate­go­rie-Bild. So dass es kein schö­nes Vor­schau­bild für die Kate­go­rie gibt. Und es gibt in Word­Press kei­ne Sei­te, auf der auto­ma­tisch alle Kate­go­rien auf­ge­lis­tet wer­den. Es gibt auch kei­nen Guten­berg-Block, der das so dar­stel­len könn­te, wie ich das jetzt erst ein­mal manu­ell gemacht habe: Das ist ein­fach eine Zei­le mit Bil­dern und Unter­ti­teln, die ich manu­ell auf die Kate­go­rie ver­linkt habe. Dass ich die manu­ell pfle­gen muss, fin­de ich noch ganz ok. Aber ich muss auch die Sei­te mit der Über­sicht der Kate­go­rien kom­plett selbst pfle­gen – das fin­de ich noch nicht so schön. Da muss ich mir noch ein­mal etwas Bes­se­res überlegen. Dann ist es so, dass in Kate­go­rien die Posts abstei­gend chro­no­lo­gisch sor­tiert sind. Das fin­de ich aber falsch, wenn bei mir so eine Kate­go­rie die Bil­der zu einer Rei­se ent­hal­ten. Des­we­gen habe ich eine klei­ne Funk­ti­on in der functions.php des The­mes ergänzt, das die Sor­tie­rung in Kate­go­rien umdreht. ## Featured Galleries Eine ande­re Sache, die mir fehlt sind Gale­rien als Bei­trags­bild. Es wäre cool, wenn man auch eine Gale­rie als Fea­tured Image ein­stel­len könn­te. Ob man dann schon in der Über­sicht durch alle Bil­der blät­tern kann oder da erst ein­mal nur ange­zeigt wird, dass es im Post mehr Fotos gibt, wäre mir egal. Insta­gram kann das. Ich habe mir jetzt ein­fach damit behol­fen, dass es ein Bei­trags­bild gibt und eine Gale­rie mir den wei­te­ren Fotos. Im Fedi­ver­se wer­den die ohne­hin alle zusam­men ange­zeigt. Es geht also nur um die Anzei­ge auf mei­ner Website. Mit einem klei­nen PHP-Schnip­sel in der functions.php sor­ge ich dafür, dass bei neu­en Bei­trä­gen das Bei­trags­for­mat auto­ma­tisch auf „Gal­lery“ ein­ge­stellt ist. Anhand die­ser Ein­stel­lung kön­nen ande­re Fedi­ver­se-Diens­te ent­schei­den, wie sie den Post dar­stel­len. Mast­o­don siehst also, dass bei die­sem Post die Medi­en-Anhän­ge im Fokus ste­hen und könn­te sich über­le­gen, den Post anders dar­zu­stel­len als einen nor­ma­len Text-Post. ## Die App Die Pixel­fed-App ist natür­lich genau für den Zweck gemacht, Fotos mit ein wenig Text zu pos­ten. Die Word­Press-App kann dafür eine gan­ze Men­ge von dem, was die­ses Redak­ti­ons­sys­tem nun ein­mal kann. Das ist ein ande­rer Work­flow. Aber die­se Mög­lich­kei­ten sind auch groß­ar­tig – ich kann aus mei­nem klei­nen Foto-Stream ein Unter­wegs-Blog machen. Mit Links und Zita­ten und Auf­zäh­lun­gen. Mit kom­ple­xen For­ma­tie­run­gen, wenn ich will. Oder ich schrei­be nur einen kur­zen Kom­men­tar zu den Bil­dern und haue die raus. Was mir sehr gut dar­an gefällt: Ich kann Bil­der auch nach­träg­lich noch aus­tau­schen. Das ging bei Pixel­fed nicht. Da konn­te ich nur Bil­der löschen, aber kei­ne hin­zu­fü­gen. Bei Word­Press geht das. ## Fediverse-Blöcke Bei den Top 1000 größ­ten Mat­thi­as-Pfef­fer­le-Fans gehö­re ich bestimmt zu den obers­ten 10. Ich fin­de groß­ar­tig, was er mit sei­nem Acti­vi­ty­Pub-Plug­in leis­tet. Das funk­tio­niert schon so gut und es ist so eine gro­ße Berei­che­rung für das Social Web und für Word­Press. Aber ich ver­ste­he sei­ne Block-Phi­lo­so­phie noch nicht. Für mich kom­men die Fedi­ver­se-Blö­cke mit zu viel eige­nem Design, das man auch nicht anpas­sen kann: 1. Der Block, der Likes und Share anzeigt, besteht aus zwei Tei­len: Dem eigent­li­chen Coun­ter und einer Über­schrift. Ich will aber kei­ne Über­schrift in mei­ner Über­sicht haben. Jedes Mal, wenn ich die Start­sei­te bear­bei­te, ist die Über­schrift wie­der da. Ich muss sie ent­sper­ren und ent­fer­nen. Und beim nächs­ten Mal ist sie wie­der da. 2. Der Fol­ge-Block ist jetzt mein Hea­der. Weil er in vol­ler Pracht sehr so aus­sieht, wie ich mir einen Pro­fil­hea­der vor­stel­le: Titel­bild, Pro­fil­bild, Pro­fil­na­me, Beschrei­bung, Post- und Fol­lo­wer­zahl. Aber zum einen hat der Block immer run­de Kan­ten und einen Schat­ten. Das passt zufäl­lig zu mei­nem jet­zi­gen Lay­out. Passt aber nicht immer. Und dann ist der Schat­ten anders als der Schat­ten, den man bei ande­ren Blö­cken ein­stel­len kann. Zum ande­ren fehlt der Link zur Start­sei­te, wenn ich die­sen Block als Hea­der benut­ze. Ich habe mir das jetzt mit einem Ren­der-Fil­ter nach­ge­rüs­tet. Und das Hea­der-Bild ist viel fla­cher als es bei ande­ren Netz­wer­ken dar­ge­stellt wird. Ich fänd es ein­fach bes­ser, wenn all die­se Ele­ment als ein­zel­ne, klei­ne Blö­cke zur Ver­fü­gung stün­den, die ich dann so zusam­men­bas­teln kann, wie ich das ger­ne hät­te – samt aller Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten, die Guten­berg-Blö­cke haben. ## „Social“ Nun habe ich ein Foto-Blog im Social Web. Alle kön­nen mei­ne Fotos sehen, liken, tei­len und kom­men­tie­ren. Ich kann das aber nicht. Ok, ich fol­ge mit mei­nem Blog auch gut 330 Accounts. Aber Acti­vi­ty­Pub ent­hält bis­her nur eine rudi­men­tä­re UI für den Feed und Inter­ak­tio­nen sind dort noch gar nicht möglich. Mir fehlt durch­aus mein Foto-Feed. Die Mög­lich­keit Hash­tags zu fol­gen, zu liken, tei­len oder kom­men­tie­ren. Aber das ist schon grund­sätz­lich im Plug­in ange­legt, und so lan­ge muss ich eben ohne auskommen. Mir feh­len auch Benach­rich­ti­gun­gen. Man kann sich von dem Acti­vi­ty­Pub-Plug­in per Mail benach­rich­ti­gen las­sen. Aber das müllt mir nur das Post­fach voll. Es fehlt eine Über­sicht der Benach­rich­ti­gun­gen wie bei Pixel­fed oder Mast­o­don: Likes, Shares, Kom­men­ta­re – irgend­wo als Glöck­chen-Icon mit Zahl im roten Kreis und dahin­ter eine Lis­te, wer, wann, was gemacht hat. Das geht mit den Stan­dard­funk­tio­nen von Word­Press nur, wenn man alle Likes, Shares und Kom­men­ta­re manu­ell frei­schal­ten will. Das hal­te ich aber vor allem bei den Reak­tio­nen nicht für nötig. ## Fazit Ich bin ganz zufrie­den damit, wie der Umzug funk­tio­niert hat und dass ich jetzt kom­plett selbst in der Hand habe, wie ich mei­ne Fotos prä­sen­tie­re. Das woll­te ich eigent­lich immer schon machen. Es gab aber nie einen Anlass und dann habe ich jetzt auch gera­de noch eine Woche Urlaub bei mit­tel­mä­ßi­gem Wetter. Ich fin­de so cool, dass das mit frei­er Soft­ware und offe­nen Stan­dards alles so geht. Ein­fach die Daten raus­zie­hen und etwas eige­nes damit machen. Big Tech redet allen ein, dass das nicht gin­ge. Dabei wol­len sie uns nur in ihren Silo hal­ten, um wei­ter unse­re Daten zu melken. Es bleibt aber eine Bau­stel­le, weil Word­Press bis­her nur das hal­be Fedi­ver­se-Erleb­nis lie­fert. Cool wäre es, wenn Mat­thi­as irgend­wann Auto­mat­tic über­zeu­gen könn­te, die Fedi­ver­se-Funk­tio­nen auch in die App zu inte­grie­ren. Der Edi­tor dort ist natür­lich, wie er ist. Aber geni­al wäre es, dort einen Social-Feed zu haben, liken, tei­len und kom­men­tie­ren zu kön­nen und Benach­rich­ti­gun­gen zu bekom­men. Die­ses Poten­zi­al hat Auto­mat­tic bis­her offen­bar nur halb erkannt. ## Links * Code­berg: Pixel­fed-to-Word­press-Import-Plug­in
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 17/07/2026
Ich kann jetzt beliebige Playlisten mit meiner Musiksammlung in der Nextcloud abgleichen und daraus richtige Playlisten per Subsonic erstellen lassen. Ganz nebenbei war das eine Zeitreise in die Geschichte der Kieler Club-Kultur - aber dazu später mehr. Content Warning: Vibe Coding […]
kaffeeringe.de
Tracklisten per Subsonic importieren
Ich kann jetzt belie­bi­ge Play­lis­ten mit mei­ner Musik­samm­lung in der Next­cloud abglei­chen und dar­aus rich­ti­ge Play­lis­ten per Sub­so­nic erstel­len las­sen. Ganz neben­bei war das eine Zeit­rei­se in die Geschich­te der Kie­ler Club-Kul­tur – aber dazu spä­ter mehr. _Con­tent War­ning: Vibe Coding_ # Die Vorgeschichte Ich gehö­re zu den Leu­te, die noch eine ansehn­li­che CD-Samm­lung pfle­gen. Ich hat­te mal einen Spo­ti­fy-Account. Aber ich habe da so wahl­los Sachen gehört – nur weil es ging. Und Sachen nicht gehört, die hat­te und moch­te, die es aber bei Spo­ti­fy nicht gab. Ich habe den Account wie­der gelöscht und bin bei mei­ner über Jahr­zehn­te kura­tier­ten Samm­lung geblie­ben. Natür­lich habe ich mir ein Back­up ange­legt, das mir jetzt als MP3-Samm­lung in der Next­cloud über­all zur Ver­fü­gung steht. Die Musik-App der Next­cloud stellt die­se Samm­lung per Ampa­che- und Sub­so­nic-API bereit, so dass ich mit ent­spre­chen­den Play­ern von jedem Gerät aus Musik strea­men kann. Auf dem Han­dy ist das Power Ampa­che 2 – auf den Rech­ner ist das Super­so­nic. Cool ist dann, dass auch die Play­lists in der Next­cloud ver­wal­tet wer­den und auf allen Gerä­ten zur Ver­fü­gung ste­hen – wie bei so einem kom­mer­zi­el­len Strea­ming-Ser­vice. Da macht es plötz­lich wie­der Spaß, Play­lis­ten zusam­men zu stellen. Aber: Damit krat­ze ich immer nur an der Ober­flä­che mei­ner Samm­lung. Man stol­pert ja nicht über MP3s wie man über CDs oder Plat­ten in der Samm­lung stol­pert. Außer­dem gehö­ren 12 Jahr­gän­ge Rol­ling Stone Maga­zin Heft-CDs zu mei­ner Samm­lung. Irre vie­le Ein­zel­tracks, die ich gar nicht alle ken­ne. Ent­spre­chend wür­den die nie in Play­lis­ten von mir landen. Kom­mer­zi­el­le Musik-Strea­mer haben ihre Vor­schlags-Funk­tio­nen. Lei­der haben mei­ne Play­er alle so etwas nicht. Der Linux-Musik­play­er Gua­ya­de­que hat­te das mal. Der hat die LastFM-API dafür ange­zapft. Aber der Play­er wird nicht mehr wei­ter­ent­wi­ckelt und ich weiß gar nicht, ob der Sub­so­nic oder Ampa­che konnte. Also habe ich mir über­legt, dass es cool wäre, wenn ich belie­bi­ge Play­lis­ten mit mei­ner Samm­lung abglei­chen und dar­aus rich­ti­ge Play­lis­ten erstel­len könn­te. Ich bräuch­te ein Skript, dass eine Text-Datei mit den Tracks nimmt, über die Sub­so­nic-API abfragt, ob ein Song vor­han­den ist und wenn ja, zu einer Play­list hin­zu­fügt. Und wie macht man das heut­zu­ta­ge? Per Vibe-Coding! ## Google Gemini FTW! Ich kann ein wenig für den Haus­ge­brauch pro­gram­mie­ren aber für eine kom­plett manu­el­le Ent­wick­lung des Skripts hät­te ich ewig gebraucht. Ich kann aber über­bli­cken, ob das Skript, das mir Goog­le Gemi­ni aus­wirft ver­sucht mei­ne Fest­plat­te zu löschen oder ob es wirk­lich nur die Sub­so­nic-API bedient. Mei­ne bis­he­ri­gen Erfah­run­gen mit die­sem Ansatz waren nicht von Erfolg gekrönt. Aber einen Ver­such war es wert. Und tat­säch­lich funk­tio­nier­te schon der ers­te Ansatz grund­sätz­lich. Ich weiß nicht mehr jeden wei­te­ren Schritt. Aber mir ist dann in der Aus­ga­be auf­ge­fal­len, dass Songs nicht gefun­den wur­den, die ich defi­ni­tiv in der Next­cloud habe. Das habe ich Gemi­ni „erklärt“ und dann hat mir das Sys­tem eine neue Ver­si­on aus­ge­spuckt. Manch­mal gab es Feh­ler. Dann habe ich die per copy&paste ein­ge­fügt und wie­der eine neue Ver­si­on bekommen. Am Ende ist dabei jetzt ein Skript her­aus­ge­kom­men, das man auf­ru­fen kann: ./import.sh -pl NAMEDERPLAYLIST -txt songliste.txt ## Was macht das Skript? Die Song­lis­te muss streng im For­mat „Artist – Song­ti­tel“ sein – ein Ein­trag pro Zeile. Das Skript nimmt dann einen Ein­trag nach dem ande­ren und 1. sucht nach dem Songtitel 2. sucht nach dem Song­ti­tel ohne Son­der­zei­chen wie Apostrophen 3. Sucht nach dem Künst­ler mit dem ers­ten län­ge­ren Wort aus dem Song­ti­tel und schaut in der Track­lis­te, ob Tref­fer dabei sind Dabei müs­sen die Tex­te nicht 100 % über­ein­stim­men. Das Skript sucht auch nach unge­fäh­ren Über­ein­stim­mun­gen bei Song­ti­tel und Band. Das war ein wenig Aus­pen­del-Arbeit, um mög­lichst vie­le Tracks zu fin­den und gleich­zei­tig kei­ne Fal­se-Posi­ti­ves in der Play­list zu haben. Wer es selbst aus­pro­bie­ren möch­te, fin­det das Skript bei Code­berg. # Playlisten aufbereiten Ich habe mir im Inter­net Play­lis­ten von DJs gesucht, die zu mei­nem Musik­ge­schmack pas­sen (dazu gleich mehr). Die habe ich kopiert und Gemi­ni „auf­ge­for­dert“ die Lis­ten auf­zu­räu­men, alle Künst­ler und Song­ti­tel zu berei­ni­gen und streng nach Artist – Song­ti­tel ohne Auf­zäh­lungs­zei­chen auszugeben. Dabei sind dann Lis­ten her­aus­ge­kom­men, mit denen das Skript etwas anfan­gen kann. ## Eine Kieler Zeitreise King Kong Club Button Als Quel­le für mei­ne Play­lis­ten habe ich mich bei DJs mei­nes Ver­trau­ens bedient. Ich habe mich mal ehren­amt­lich um die Tech­nik beim Kie­ler Online-Maga­zin kiel4kiel.de um die Tech­nik geküm­mert. Und ich habe mich erin­nert, dass dort die DJs von den King-King-Club- und Hör­sturz-Par­tys ihre Play­lists des Abends im Forum gepos­tet haben. Und die­ses Forum ist teil­wei­se von der Way­Back­Ma­chi­ne archi­viert worden: 1. Hör­sturz @vinyl 2. KING KONG CLUB – Kiels neue Indie-Party! Dane­ben gab es noch das „Lis­tening In“ im Luna Club. Deren Web­site ist sogar noch online – samt aller Play­lis­ten von 2004 bis 2011! Die­se Play­lis­ten habe ich mir her­aus­ko­piert, auf­räu­men las­sen und dann impor­tiert und ich hat­te erstaun­lich vie­le von den Sachen in der Next­cloud, so dass ich jetzt in musi­ka­li­schen Erin­ne­run­gen schwel­gen kann. Apro­pos: Das Stö­bern in den alten kiel4kiel.de-Diskussionen war auch gran­di­os! Ich konn­te so rich­tig schön nach­ver­fol­gen, wie im Hör­sturz-Thread der ers­te King Kong Club ange­kün­digt wur­de. Wie dann er der eige­ne Thread gestar­tet wur­de. Wie nach und nach mehr Leu­te in die Dis­kus­si­on ein­ge­stie­gen sind. Man konn­te sich 10 Titel wün­schen, von denen dann garan­tiert einer gespielt wur­de. Bis immer mehr Leu­te Wün­sche abge­ben haben und die DJs erst ein­schrän­ken muss­ten, dass nur ein­ge­logg­te User Lis­ten ein­rei­chen, dann soll­te es nur noch maxi­mal 30 Wün­sche geben – dann 25. Und was haben die Leu­te in den Dis­kus­sio­nen abgen­er­det über Musik. Wann wo, wel­ches neue Album kommt. Wo wel­che Band spielt. Und der King Kong Club war musi­ka­lisch ganz vor­ne dabei: In einer Zeit als man Musik nur auf CDs bekom­men hat und die aus den USA zum Teil arsch­teu­er waren, haben DJ Fran­ky und DJ Ben­net die schrägs­ten Sachen gehabt. Und wie sie es geschafft haben, das ers­te Arc­tic-Mon­keys-Album zu spie­len, Mona­te bevor über­haupt die ers­te offi­zi­el­le Sin­gle erschie­nen ist, bleibt mir ein Rätsel. Im King Kong Club wur­de die neue Oasis-Sin­gle (Lay­la) schon als Pro­mo-Release gespielt. Das konn­te noch nie­mand ande­res über­haupt haben! Die DJs hat­ten es echt drauf, einen klei­nen Hype um ihre Par­tys zu erzeu­gen – nicht nur mit den Forums-Dis­kus­sio­nen zwi­schen den Par­tys und den Wün­schen und dass man sich in der Play­list des Abend wie­der­fin­den konn­te. Es gab auch zu jeder Par­ty neue „But­tons“. Und tat­säch­lich habe ich noch eine King-Kong-Club- und einen Hör­sturz-But­ton in mei­nem But­ton-Glas gefunden! Hör­sturz-But­ton Bei den User­na­men ist mir das Herz auf­ge­gan­gen – mit ganz vie­len konn­te ich noch etwas anfan­gen und man­che tref­fe ich manch­mal noch irgend­wo in Kiel. # Spotify-Playlisten exportieren Eine noch wei­te­re Zeit­rei­se hat­te ich davor schon gemacht: Mein 30-jäh­ri­ges Abi­tref­fen! Eine der Orga­ni­sa­to­rin­nen hat­te mich gefragt, ob ich nicht eine Play­list erstel­len könn­te – Sachen, die wir 1996 auf einer Par­ty gehört haben könnten. Also muss­te ich mir doch mal wie­der eine Spo­ti­fy-Account anle­gen… Her­aus­ge­kom­men ist dabei die­se bun­te Lis­te mit ein biss­chen „vun all wat“ – nur kein Eurotrash. Natür­lich gibt es im Inter­net einen Dienst, mit dem man eine Spo­ti­fy-Play­list in CSV expor­tie­ren kann. Die­se Play­list habe ich mir dann wie­der von Gemi­ni auf­räu­men las­sen und auch impor­tiert. Wenig über­ra­schend war das die ein­zi­ge Play­list, von der ich fast alles selbst hatte. So. Ich habe jetzt Urlaub und höre Musik aus einer bes­se­ren Zeit. # Links * Down­load: Skript und Bei­spiel-Play­lis­ten bei Codeberg * Kuketz Blog: MP3-Strea­ming unter­wegs mit der Nextcloud-Music-App
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 10/07/2026
Wenn wir mit Hannah Arendt auf unsere heutige Zeit blicken, wird ihre fundamentale Warnung greifbar: Der Verlust der Fähigkeit zum universellen Mitgefühl ist das früheste und deutlichste Zeichen einer Kultur, die im Begriff ist, in die Barbarei zu verfallen. Erkennen wir die Zeichen!
kaffeeringe.de
Empathie und Faschismus
Wenn wir mit Han­nah Are­ndt auf unse­re heu­ti­ge Zeit bli­cken, wird ihre fun­da­men­ta­le War­nung greif­bar: Der Ver­lust der Fähig­keit zum uni­ver­sel­len Mit­ge­fühl ist das frü­hes­te und deut­lichs­te Zei­chen einer Kul­tur, die im Begriff ist, in die Bar­ba­rei zu ver­fal­len. Erken­nen wir die Zeichen! Plötz­lich war das Mit­ge­fühl in Ver­ruf gera­ten: „Die fun­da­men­ta­le Schwä­che der west­li­chen Zivi­li­sa­ti­on ist die Empa­thie, die Aus­nut­zung des Mit­ge­fühls.“ Das sag­te Elon Musk vor eini­ger Zeit im Pod­cast von Joe Rogan. Er habe nicht grund­sätz­lich etwas gegen Empa­thie – aber sie kön­ne stra­te­gisch aus­ge­nutzt wer­den. Des­we­gen sol­le man genau hin­schau­en, wem wir mit Mit­ge­fühl begegnen. Es ist aber nicht nur Elon Musk, der so spricht. Es sind nicht nur die offen­sicht­li­chen Faschis­ten. Auch Men­schen, die sich der „Mit­te“ zurech­nen wür­den, wol­len immer genau­er dif­fe­ren­zie­ren, wer in unse­rer Gesell­schaft noch etwas bekom­men soll. In Zei­ten von Infla­ti­on, Dau­er­kri­sen und spür­ba­rer Abstiegs­angst schal­tet die­se Mit­te schlei­chend in den Angriffsmodus. Arme wer­den gegen Erwerbs­tä­ti­ge aus­ge­spielt, Geflüch­te­te gegen Ein­hei­mi­sche, Kran­ke gegen Leis­tungs­fä­hi­ge, Alte gegen Jun­ge. Empa­thie wird nicht abge­schafft – sie wird ratio­niert. Sie gilt nicht mehr als uni­ver­sel­les Prin­zip, son­dern als knap­pe Res­sour­ce, die immer selek­ti­ver ver­teilt wird. ## Das emotionale Erkalten einer Gesellschaft im Krisenmodus Was haben wir über ein paar hun­dert Fäl­le im Monat dis­ku­tiert, in denen Leu­te nicht zu Ter­mi­nen beim Arbeits­amt erschie­nen sind. Nie­mand hat mit die­sen Men­schen gespro­chen, um mal her­aus­zu­fin­den, wel­che guten Grün­de es viel­leicht gege­ben haben könn­te. Aber die­se Fäl­le wur­de zum Maß­stab für das gera­de erst ein­ge­führ­te Bür­ger­geld gemacht und ihret­we­gen muss­te das Bür­ger­geld wie­der abge­schafft und ver­mut­lich ver­fas­sungs­wid­ri­ge Sank­tio­nen ein­ge­führt werden. Das soll­te uns ein Warn­si­gnal sein. Denn Huma­ni­tät zeigt sich nicht dar­in, wie wir den Men­schen begeg­nen, die uns nahe­ste­hen, die uns ähn­lich sind oder von denen wir einen Nut­zen erwar­ten. Sie zeigt sich dar­in, wie wir den­je­ni­gen begeg­nen, die fremd sind, unbe­quem erschei­nen oder kei­ne star­ke Lob­by besit­zen. Wenn Mit­ge­fühl an Bedin­gun­gen geknüpft wird, ver­wan­delt es sich schlei­chend von einem Men­schen­recht in ein Privileg. Für Fried­rich Merz und sei­ne CDU ste­hen wir alle unter Ver­dacht, faul und ver­weich­licht zu sein. Wäh­rend wir 14 Tage pro Jahr krank fei­ern, arbei­tet der Chi­ne­se 996: Von 9 Uhr mor­gens, bis 9 Uhr abends – an 6 Tagen in der Woche. Da müs­sen wir mithalten! Der Sprach­wis­sen­schaft­ler Geor­ge Lakoff hat sich ein­mal mit der Fra­ge beschäf­tigt, war­um Kon­ser­va­ti­ve einer­seits von „Fami­li­en­wer­ten“ spre­chen und dann die­se Fami­li­en dem eis­kal­ten Wind des Kapi­ta­lis­mus aus­set­zen – so wie die Merz-Regie­rung gera­de radi­kal ein Geset­zes­pa­ket nach dem ande­ren durch­peitscht und flei­ßig Sozi­al­stan­dards abreißt, Siche­rungs­sys­te­me demon­tiert und gleich­zei­tig mas­siv auf­rüs­tet und Über­wa­chung ausweitet. Geor­ge Lakoff ist der Mei­nung, dass dahin­ter das alte Fami­li­en­bild liegt: „Vater weiß es am bes­ten!“ Und solan­ge wie unse­re Bei­ne unter Fried­rich Merz’ Tisch haben, haben wir zu parie­ren und funk­tio­nie­ren. Wer nicht funk­tio­niert, hat kein Mit­leid ver­dient. Der wird aus der Fami­lie geschmis­sen. „Du bist nicht mehr mein Sohn!“ ## Die Verschiebung des Zumutbaren Wir sol­len alle min­des­tens 40 Stun­den in der Woche arbei­ten. Teil­zeit ist Life-Style-Frei­zeit. Krank-sein geht nicht mehr. Geh zum Arzt und wenn der dir etwas ver­schreibt, kos­tet es jetzt noch mehr. Schlim­mer als arm zu sein, ist dann Aus­län­der zu sein oder nicht ange­passt genug. Des­we­gen sol­len Asyl­be­wer­ber per Soft­ware abge­ur­teilt wer­den. Des­we­gen sol­len öffent­li­che Plät­ze jetzt auto­ma­ti­siert über­wacht wer­den. Des­we­gen sol­len Bun­des­nach­rich­ten­dienst und Ver­fas­sungs­schutz mehr so wer­den wie wir es nach der Erfah­rung mit Sta­si und Gesta­po eigent­lich nicht mehr wol­len: Geheim­diens­te mit eige­nem Zugriffsrecht. Die SPD schafft es kaum, die schlimms­ten Din­ge noch zu ver­hin­dern und bei eini­gen war schon ihr Kanz­ler Olaf Scholz Vor­rei­ter. Ich den­ke da an die Grenzschließungen. All das löst kei­ne Pro­ble­me – es macht nur unser Leben här­ter. Aber vor allem das Leben von armen Men­schen. Das ist die neue Härte. CDU und CSU füh­ren einen mas­si­ven Klas­sen­kampf von oben. Weil Fried­rich Merz sich als stren­ger Vater sieht, der sei­ner Fami­lie sagt, wo es lang geht. Weil er mit sei­nem Neo­li­be­ra­lis­mus immer noch in den 1990ern steckt. Weil er meint, die AfD zu ver­hin­dern, indem er AfD-Poli­tik macht. Geor­ge Lakoffs Alter­na­ti­ve zum stren­gen Vater ist das Modell der für­sorg­li­chen Eltern, wel­ches auf Empa­thie, Koope­ra­ti­on und gegen­sei­ti­ger Ver­ant­wor­tung basiert. Wenn wir zulas­sen, dass Mit­ge­fühl an Bedin­gun­gen geknüpft wird, ver­tei­di­gen wir nicht unse­ren Wohl­stand – wir schaf­fen schlei­chend unse­re eige­ne Huma­ni­tät ab. Empa­thie ist kei­ne knap­pe Res­sour­ce, son­dern das unbe­ding­te Fun­da­ment der uni­ver­sel­len Menschenrechte. Wir dür­fen uns unser Mit­ge­fühl nicht neh­men lassen.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 08/07/2026
Schleswig-Holsteins Verwaltung geht beim Umstieg auf Freie Software voran. Doch die Wirtschaft kommt kaum hinterher - das leite ich aus der Branchenstudie zur Digitalen Wirtschaft ab. Ohne öffentliche Förderung wird das schwer. […]
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Umstieg auf Open-Source braucht Förderung
Schles­wig-Hol­steins Ver­wal­tung geht beim Umstieg auf Freie Soft­ware vor­an. Doch die Wirt­schaft kommt kaum hin­ter­her – das lei­te ich aus der Bran­chen­stu­die zur Digi­ta­len Wirt­schaft ab. Ohne öffent­li­che För­de­rung wird das schwer. „Open-Source im Unter­neh­men funk­tio­niert!“ Das haben wir beim Web­Mon­tag im Mai klar gemacht. Deut­lich wur­de aber auch: Vie­le Unter­neh­men brau­chen dabei Hil­fe und die Sys­tem­häu­ser, die dabei hel­fen könn­ten, müs­sen erst ein­mal bei sich selbst anfangen. Nun hat die Digi­ta­le Wirt­schaft Schles­wig-Hol­stein gemein­sam mit IHK und Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um eine Stu­die erar­bei­ten las­sen, die fest­stel­len soll­te, wo das Land in Sachen Digi­ta­li­sie­rung steht. 216 Unter­neh­men haben dafür einen Fra­ge­bo­gen aus­ge­füllt. Sie­ben Exter*innen wur­den inter­viewt. Her­aus­ge­kom­men ist dabei eine ers­te Orientierung. > „Die Bran­che ist tech­no­lo­gisch gut auf­ge­stellt und inno­va­ti­ons­be­reit, wird jedoch durch ihre klein­tei­li­ge Unter­neh­mens­struk­tur, feh­len­de Leucht­tür­me und eine zu gerin­ge über­re­gio­na­le Sicht­bar­keit gebremst. Die Sicht­bar­keit des Stand­or­tes stimmt nicht mit der tat­säch­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit > über­ein, die­se ist höher. Die zu gerin­ge Sicht­bar­keit hat spür­ba­ren Ein­fluss auf Inves­ti­ti­ons­ent­schei­dun­gen, Tal­entzu­fluss und exter­ne Part­ner­schaf­ten. Die­ses Mus­ter ist seit 2019 stabil.“ Auf­fäl­lig ist für mich vor allem, wie extrem klein­tei­lig die Digi­tal­wirt­schaft in Schles­wig-Hol­stein ist. 65 % der befrag­ten Unter­neh­men hat weni­ger als 10 Mitarbeitende! ## Und was ist mit Open-Source? Mich inter­es­siert natür­lich vor allem: Was tut sich in Sachen Open-Source und Digi­ta­ler Sou­ve­rä­ni­tät? Das ist nach IT-Sicher­heit und „Künst­li­cher Intel­le­genz“ für zwei Drit­tel ein wich­ti­ges, bis sehr wich­ti­ges The­ma. Etwas mehr als die Hälf­te der Unter­neh­men hat Open-Source im Ein­satz. Was auch immer das bedeu­tet. Läuft die Web­site auf einem Linux-Ser­ver oder hat sich jemand GIMP installiert? In der Stu­die heißt es: > Open Source ist prag­ma­tisch ver­an­kert: 57 % der Unter­neh­men nut­zen quell­of­fe­ne Cloud- und Col­la­bo­ra­ti­on-Lösun­gen; bei Betriebs­sys­te­men domi­nie­ren pro­prie­tä­re Sys­te­me. Ent­wick­lung und Ver­trieb eige­ner Open-Source-Soft­ware kon­zen­triert sich auf klei­ne IT-Unter­neh­men. Als größ­ter Vor­teil gilt Indi­vi­dua­li­sier­bar­keit (76 %), als größ­te Hür­de Kom­pa­ti­bi­li­tät und Inte­gra­ti­on (19 %). Digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät spielt als expli­zi­tes Argu­ment kaum eine Rol­le, obwohl die dahin­ter­lie­gen­den Vor­tei­le durch­aus geschätzt werden. Mir sagt das rela­tiv wenig. Prak­tisch wird es kein Unter­neh­men geben, das kei­ne Open-Source-Soft­ware ein­setzt – das wird nur vie­len gar nicht bewusst sein. Was heißt denn zum Bei­spiel „Betriebs­sys­tem“? „Klar set­zen wir Open-Source bei uns ein,“ hat mir mal ein Mit­ar­bei­ter eines Unter­neh­mens gesagt, „in unse­rem Rechen­zen­trum läuft prak­tisch nichts ande­res.“ Das mag prag­ma­tisch sein – das Unter­neh­men ist aber wei­ter­hin hart abhän­gig von US-Kon­zer­nen und den Lau­nen des US-Regimes. ## Das Problem damit… Nicht nur die Lan­des­re­gie­rung ist rele­vant für die natio­na­le Sicher­heit. Auch Tei­le der Wirt­schaft soll­ten nicht ein­fach abzu­schal­ten sein. Von allei­ne kom­men die aber offen­sicht­lich nicht auf die Idee, dass sie sich ande­re Optio­nen als Micro­soft, Ora­cle & Co. suchen müssen. So furcht­bar rie­sig sind die meis­ten ande­ren Unter­neh­men in Schles­wig-Hol­stein auch nicht. Die wer­den ihre IT wei­test­ge­hend an Sys­tem­häu­ser und Micro­soft abge­ge­ben hat. Die Sys­tem­häu­ser selbst sind aber auch noch voll auf Micro­soft (bis auf das Rechen­zen­trum). Wie soll­ten sie jeman­den zu Open-Source beraten? Hol­ger Franck mach­te in unse­rem Gespräch beim Web­Mon­tag in der Digi­ta­len Woche klar, dass Sys­tem­häu­ser nur ver­kau­fen kön­nen, was sie selbst benut­zen (Dog­foo­ding). Nur dann haben sie das wirk­lich durch­schaut. Er selbst stellt mit Berg­werk IT jeden Tag Unter­neh­men auf Open-Source um. Das geht nur, weil sie das auch intern regu­lär nutzen. Jedes Sys­tem­haus, das beim Umstieg bera­ten will braucht dabei bei­de Kom­pe­ten­zen: Micro­soft und Open-Source. Immer­hin haben die Kun­den ein bestehen­des Micro­soft-Sys­tem, das wei­ter betrie­ben und abge­löst wer­den muss. Wenn man jetzt aber ein klas­si­sches Sys­tem­haus mit Micro­soft-Fokus betreibt, müss­te man erst Leu­te ein­stel­len, die Linux und Open-Source kön­nen, oder die eige­nen Leu­te wei­ter­bil­den. Oder es müs­sen sich neue Sys­tem­häu­ser grün­den, die direkt mit Open-Source star­ten – ohne Kunden. Das war über­haupt mein Impuls dafür, Hol­ger Franck zum Web­Mon­tag ein­zu­la­den: Mir sag­ten Sys­tem­häu­ser, dass sie gar kei­ne Kun­den haben, die nach Open-Source fra­gen und Unter­neh­men sag­ten mir, dass sie kei­nen Dienst­leis­ter fin­den, der ihnen bei der Umstel­lung hilft. Mitt­ler­wei­le ken­ne ich das eine oder ande­re Unter­neh­men in Schles­wig-Hol­stein, dass sich das zutraut. Aber da ist noch viel Luft nach oben. ## Konversions-Förderung Das Land hat sich Data­port auf­ge­baut, um einen Dienst­leis­ter zu haben, der Open-Source kann und bei der Umstel­lung und dem wei­te­ren Betrieb hilft. Das braucht auch die Wirt­schaft in Schles­wig-Hol­stein: Einen Anschub, der das Risi­ko abfängt, dass man umstellt und dann kei­ne Kun­den findet. Das Land müss­te gezielt för­dern, dass Sys­tem­häu­ser mit Open-Source-Schwer­punkt ent­ste­hen und dann Unter­neh­men bei der Umstel­lung för­dern – viel­leicht zum Start die NIS2-Unter­neh­men. Dann könn­ten bun­des­weit akti­ve Sys­tem­häu­ser ent­ste­hen, die mit „Open-Source-Kom­pe­tenz aus Schles­wig-Hol­stein“ punkten. Auch wenn der Mythos besagt, dass Unter­neh­men Risi­ken ein­gin­gen – die Erfah­rung aus dem Sili­con Val­ley zeigt: Bes­ser geht es, wenn der Staat die Risi­ken ein­geht und dann vie­le Unter­neh­men davon pro­fi­tie­ren. Die Bran­chen­stu­di­en sagt es: Haupt­hemm­nis bei Inno­va­tio­nen sind die Kosten. ## Video Open Source in Unter­neh­men funk­tio­niert – wir machen das jeden Tag! Die­ses Video auf You­Tube ansehen Erst wenn Du das Video star­test, wer­den Daten an You­Tube über­mit­telt. Sie­he Daten­schutz­er­klä­rung ## Links * Bran­chen­stu­die 2026: Wie fit ist die Digi­tal­wirt­schaft in Schleswig-Holstein?
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 08/07/2026
Bundeskanzler Friedrich Merz hat das Thema "Gesundheit" für sich entdeckt und das sollte uns Angst machen. Im Durchschnitt 14,5 Krankheitstage seien zu viel, sagt er. Statt aber die Vorsorge zu verbessern, will er uns stärker kontrollieren.
kaffeeringe.de
Ärztliche Krankschreibung ab dem 1. Krankheitstag?
Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz hat das The­ma „Gesund­heit“ für sich ent­deckt und das soll­te uns Angst machen. Im Durch­schnitt 14,5 Krank­heits­ta­ge sei­en zu viel, sagt er. Statt aber die Vor­sor­ge zu ver­bes­sern, will er uns stär­ker kontrollieren. Zukünf­tig sol­len wir schon am ers­ten Krank­heits­tag zum Arzt gehen müs­sen. Das, was Arbeit­ge­ber nur bei Mit­ar­bei­ten­den machen, die sie gezielt los­wer­den wol­len, soll jetzt Stan­dard im Umgang in Unter­neh­men werden. Dabei ist es so lan­ge gut gegan­gen: Arbei­ter muss­te schon seit Wil­ly Brandts Zei­ten (1970) Krank­schrei­bun­gen erst ab dem vier­ten Krank­heits­tag vor­le­gen. Bei Ange­stell­ten war das lan­ge unein­heit­lich und über Tarif­ver­trä­ge geregelt. 1993 woll­te die Kohl-Regie­rung (CDU/​CSU und FDP) das ver­ein­heit­li­chen – und vor allem stär­ker kon­trol­lie­ren. Der Gesetz­ent­wurf sah vor, dass alle ab dem 1. Krank­heits­tag eine Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung vor­le­gen müs­sen. Die SPD hat das als Angriff auf die Tariff­rei­heit abgelehnt. Der zustän­di­ge Aus­schuss hat das aber dann auch nicht emp­foh­len – statt­des­sen die Arbeits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gung (AU) ab dem 4. Krank­heits­tag, wie wir es heu­te noch haben. Im sel­ben Zug hat die Kohl-Regie­rung den Arbeit­ge­bern aber ein mäch­ti­ges Werk­zeug in die Hand gege­ben: § 5 Abs. 1 Satz 3 Ent­geld­fort­zah­lungs­ge­setz (EFZG). Der Arbeit­ge­ber darf jeder­zeit und ohne Anga­be von Grün­den (also völ­lig im frei­en Ermes­sen) von jedem Ange­stell­ten ver­lan­gen, die AU-Beschei­ni­gung schon ab dem 1. Krank­heits­tag vor­zu­le­gen. Er braucht dafür weder einen begrün­de­ten Ver­dacht auf „Blau­ma­chen“ noch ein auf­fäl­li­ges Fehlzeitenprofil. Der Grund für die AU ab dem 4. Krank­heits­tag war damals vor allem, dass man einer mög­li­chen Kos­ten­stei­ge­rung bei den Kran­ken­kas­sen ent­ge­gen­wir­ken woll­te, wie das Bun­des­ar­beits­ge­richt schreibt. ## Sind wir ein Volk von Blaumachern? Aber machen die Deut­schen viel­leicht so viel blau, wie Fried­rich Merz behaup­tet? Liegt es an den tele­fo­ni­schen Krankschreibungen? Nein, sagen die Kran­ken­kas­sen. Es liegt viel­mehr dar­an, dass jetzt Krank­schrei­bun­gen von den Ärz­ten an die Kran­ken­kas­sen über­tra­gen wer­den, wäh­rend vor­her jeder Arbeit­neh­mer sei­ne AU per Post schi­cken muss­te. Und ehr­lich gesagt, habe ich hier auch noch ein paar uralte Beschei­ni­gun­gen für die Kran­ken­kas­se herumliegen. Hin­zu kommt, dass wir nun ein­mal eine altern­de Gesell­schaft sind und alte Men­schen sind häu­fi­ger und län­ger krank als jun­ge. In Merz’ Logik wären alte Men­schen wohl fau­ler als junge. ## Die Union wollte Karenztage CDU/​CSU woll­ten übri­gens nicht nur die Pflicht zur ärzt­li­chen Krank­schrei­bung ab dem 1. Krank­heits­tag und die Abschaf­fung der tele­fo­ni­schen Krank­schrei­bung, son­dern auch, dass min­des­tens der 1. Krank­heits­tag unbe­zahlt oder ein Urlaubs­tag wird. Zumin­dest die­sen Quatsch hat die SPD ver­hin­dert. 1996 woll­te Hel­mut Kohl schon ein­mal so etwas Ähn­li­ches. Damals führ­ten CDU und FDP ein, dass man am ers­ten Krank­heits­tag nur 80 % des Gehalts bekommt. Gewerk­schaf­ten und SPD haben sich dage­gen mas­siv gewehrt. In Tarif­ver­trä­gen wur­de das oft weg­ver­han­delt und SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Ger­hard Schrö­der ver­sprach, das wie­der wie­der abzu­schaf­fen. Das war sicher ein Fak­tor, der zu Wahl­sieg 1998 geführt hat. Schon am 1. Janu­ar 1999 galt wie­der die vol­le Lohnfortzahlung. All das, was sich Fried­rich Merz da aus­ge­dacht hat, macht die Men­schen nicht gesün­der und es zwingt vor allem arme Men­schen, krank zur Arbeit zu gehen. Sind Krank­heits­ta­ge wirk­lich das, was die deut­sche Wirt­schaft zurück­hält? Bringt das alles Deutsch­land irgend­wie voran?
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 22/05/2026
Das gesprochene Wort verdrängt das geschriebene – und mit ihm die Tiefe der Auseinandersetzung. Podcasts, Talkshows, kurze Sentenzen dominieren. Doch was geht dabei verloren? Die Fähigkeit, Argumente auszuformulieren, zu verlinken, zu widersprechen – und damit wirklich zu streiten.
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Die Blogosphäre war unsere digitale Schriftkultur – und sie lebt noch
Albrecht von Lucke erin­ner­te in sei­nem Vor­trag an Jür­gen Haber­mas und warn­te vor dem Struk­tur­wan­del der Öffent­lich­keit: Das gespro­che­ne Wort ver­drängt das geschrie­be­ne – und mit ihm die Tie­fe der Aus­ein­an­der­set­zung. Pod­casts, Talk­shows, kur­ze Sen­ten­zen domi­nie­ren. Doch was geht dabei ver­lo­ren? Die Fähig­keit, Argu­men­te aus­zu­for­mu­lie­ren, zu ver­lin­ken, zu wider­spre­chen – und damit wirk­lich zu streiten. Für mich war die Blogo­sphä­re genau das: der öffent­li­che Dis­kurs im Digi­ta­len, im Klei­nen. Ein Ort, an dem schrift­li­che Dis­kus­sio­nen geführt wur­den – in der Lang­sam­keit län­ge­rer Tex­te, aber mit der Schnel­lig­keit und Öffent­lich­keit des Inter­nets. Manch­mal spie­le­risch in Form von Blog­pa­ra­den oder „Blog-Stöck­chen“, manch­mal nüch­ter­ner in der Abfol­ge von Blog­tex­ten, die auf­ein­an­der auf­bau­ten, wider­spra­chen oder weiterdachten. Anfang der 2000er wur­den digi­ta­le The­men schrift­lich ver­han­delt – ein­fach weil es kei­ne ande­ren Mög­lich­kei­ten gab. Die klas­si­schen Medi­en igno­rier­ten das Netz, und so ent­stand eine eige­ne Kul­tur der Aus­ein­an­der­set­zung. Jemand ver­öf­fent­lich­te einen län­ge­ren Text zu einem The­ma. Ande­re grif­fen es auf, ver­link­ten, kom­men­tier­ten, wider­spra­chen – in ihren eige­nen Blogs. Es gab kei­ne Algo­rith­men, die die Dis­kus­si­on steu­er­ten, kei­ne Zei­chen­be­gren­zung, kei­ne Beliebigkeit. ## Keine Nostalgie Das war kei­ne har­mo­ni­sche Idyl­le – die Blogo­sphä­re als „har­mo­ni­sche Gemein­schaft“ war es nicht, wie das Panel von Alex­an­der Matz­keit (@alexmatzkeit) mit Felix Schwen­zel (@ix), Fran­zis­ka Bluhm (@franziskript) und Inés Gut­iérrez (@kaltmamsell) zeig­te. Aber es war ein Raum, in dem Argu­men­te zähl­ten – und in dem man haft­bar gemacht wer­den konn­te für das, was man schrieb. Mythos Blogo­sphä­re – Wie war es damals wirklich? Heu­te domi­nie­ren Social Media, Pod­casts und kur­ze Vide­os. Doch für mich ist mein Blog immer noch so ein Ort – ein Ort, an dem ich Ideen aus­ar­bei­te, ver­lin­ke, auf ande­re ein­ge­he. Ich freue mich immer, wenn mei­ne Posts von ande­ren in ihren Blogs auf­ge­grif­fen wer­den. Ich selbst grei­fe ger­ne The­men aus ande­ren Blogs auf, ver­ar­bei­te sie, wider­spre­che ihnen oder baue dar­auf auf. Und ja, das ist lang­sa­mer als ein Pod­cast. Aber es ist auch nach­hal­ti­ger. Ein Blog­post bleibt. Er kann ver­linkt, zitiert, wider­legt wer­den. Er zwingt mich, prä­zi­se zu formulieren. Albrecht von Lucke for­der­te, die re:publica soll­te ihre Vor­trä­ge nach­träg­lich ver­schrift­li­chen – als Gegen­ent­wurf zur Flüch­tig­keit des Digi­ta­len. Sein Argu­ment: Das geschrie­be­ne Wort schafft Ver­ant­wor­tung. Es zwingt uns, klar zu den­ken, Argu­men­te zu struk­tu­rie­ren, uns festzulegen. Genau das war die Stär­ke der Blogo­sphä­re. Und genau das brau­chen wir heu­te drin­gen­der denn je: In einer Welt, in der Algo­rith­men Dis­kus­sio­nen steu­ern, in der Pod­casts oft nur Bestä­ti­gung bie­ten, in der kur­ze Vide­os und Memes die Debat­te domi­nie­ren, in der Big Tech und Poli­tik lie­ber in Talk­shows als in Tex­ten diskutieren. ## Die Blogosphäre ist nicht tot Die Blogo­sphä­re ist nicht tot. Aber sie ist unsicht­ba­rer gewor­den. Viel­leicht, weil sie nicht mehr im Ram­pen­licht steht. Viel­leicht, weil sie kei­ne Klicks und Likes gene­riert wie ein viral gehen­der Social Media Post. Doch sie ist not­wen­di­ger denn je. Denn Blogs zwin­gen uns, in gan­zen Sät­zen zu den­ken. Blogs schaf­fen Archi­ve. Blogs ermög­li­chen ech­te Dis­kus­sio­nen. Blogs sind demo­kra­tisch: Jede*r kann einen schrei­ben. Kein Algo­rith­mus ent­schei­det, wer gehört wird. Albrecht von Lucke schlägt vor, die re:publica soll­te ihre Vor­trä­ge zu Papier brin­gen. Ich schla­ge vor: Lasst uns wie­der mehr blog­gen. Greift The­men aus ande­ren Blogs auf und ver­linkt sie. Schreibt län­ge­re Tex­te. Nutzt Blogs als Ort der Aus­ein­an­der­set­zung. Erin­nert euch dar­an, dass das geschrie­be­ne Wort Macht hat – viel­leicht gera­de weil es lang­sam, nach­hal­tig und unver­än­der­lich ist. **Fangt wie­der an zu bloggen.**
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 21/05/2026
Es gibt eine große Verunsicherung in der Politik. Diese Verunsicherung hat sich in vielen Talks der re:publica26 gezeigt. Einige Gedanken dazu.
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Die große Verunsicherung – und wem sie nützt
Es gibt eine gro­ße Ver­un­si­che­rung in der Poli­tik. Die­se Ver­un­si­che­rung hat sich in vie­len Talks der re:publica26 gezeigt. Eini­ge Gedan­ken dazu. Deutsch­land befin­det sich auf den abstei­gen­den Ast. Die Euro­päi­sche Uni­on (EU) befin­det sich auf den abstei­gen­den Ast. Aber auch die USA außer­halb des Sili­con Val­ley sehen sich auf den abstei­gen­den Ast. Und selbst in Chi­na sehe man Pro­ble­me, berich­te­te der Bür­ger­recht­ler Max Schrems – in der EU gebe es so etwas wie eine Fear of Miss­ing Out. Die Angst, den Anschluss zu verpassen. Man müs­se die Wirt­schaft wett­be­werbs­fä­hig machen und das mög­lichst radi­kal. Des­we­gen gibt es gera­de die­se gan­zen Dis­kus­sio­nen zur Abschaf­fung gro­ßer Errun­gen­schaf­ten wie etwa im Arbeits­recht, im Daten­schutz, im Kli­ma­schutz, bei den Lieferketten. Axel Voss, Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ter der CDU, sag­te sogar man müs­se in Zukunft Geset­ze mehr als „leben­di­ge Doku­men­te“ betrach­ten, schnel­ler mal anpas­sen und nicht mehr für immer fest­schrei­ben. Aber soll­ten Geset­ze nicht „gesetzt“ sein? Sind sie nicht Nor­men? Nor­ma­ti­ve Regeln, damit etwas so wird, wie man es als Gesell­schaft will und nicht eine deskrip­ti­ve Beschrei­bung einer Wirk­lich­keit, die die Wirt­schaft für sich schafft? Ent­spre­chend wich­tig war der Wider­spruch von Unter­neh­mer und Next­cloud CEO Frank Kar­lit­schek: „Ich mag Regu­lie­rung!“ Die Regeln müss­ten dafür sor­gen, dass es einen euro­päi­schen Markt für digi­ta­le Dienst­leis­tun­gen gebe. Recht hat er: Wie sonst soll­ten Unter­neh­men wie Next­cloud kon­kur­rie­ren? Wie sol­len Unter­neh­men lang­fris­tig inves­tie­ren, wenn sich die Regeln kurz­fris­tig jeder­zeit ändern könn­ten? Gera­de das Hin und Her beim Kli­ma­schutz bspw. sorgt doch dafür, dass nie­mand pla­nen kann. Die­se Ver­un­si­che­rung lässt sich aus Kiel kaum nach­voll­zie­hen. Es gibt so vie­le Ding für die Wirt­schaft zu tun, wenn sich die Poli­tik end­lich zum Kli­ma­schutz beken­nen wür­de. Wie kann einem CDU-Mann wie Axel Voss so das Ver­ständ­nis von Wirt­schaft abhan­den kommen? Aber Kevin Küh­nert – einst SPD-Gene­ral­se­kre­tär – berich­te­te in sei­nem Gespräch mit Jut­ta All­men­din­ger, dass es die Lob­by­ar­beit von Unter­neh­men und extrem rei­chen Men­schen ist: > „Die Wir­kungs­macht die­ser Krei­se ist wirk­lich enorm in der Gesell­schaft und zwar bis hin dazu, soweit will ich selbst­kri­tisch sagen, dass man sel­ber manch­mal nicht mehr weiß, wo oben und wo unten ist. In man­chen poli­ti­schen Dis­kus­sio­nen ist teil­wei­se der­art ver­zerrt in sei­ner eige­nen Wahr­neh­mung, wenn man immer wie­der sich in Ver­an­stal­tung und Dis­kus­si­ons­run­den wie­der­fin­det, in denen die Lob­by des gro­ßen Gel­des äh ent­spre­chen­de Ver­bän­de gibt’s ja wie Sand am Meer ihre Argu­men­ta­tio­nen oft sehr mani­pu­la­ti­ver Art vor­tra­gen. Natür­lich macht das auch mit uns allen was, wenn man hört, wir haben das fünf­te Jahr in Fol­ge, kaum Wachs­tum, Stand­ort Deutsch­land in Gefahr, Arbeits­plät­ze wan­dern ab und so wei­ter und dann ste­hen da Leu­te aus der Pra­xis, also ver­meint­lich oder tat­säch­lich Leu­te von Unter­neh­mens­ver­bän­den und so wei­ter und sagen: ‚Ach­tung, einer Bahn­steig­kan­te, wenn ihr jetzt die Poli­tik machen lasst, wenn die hier regu­liert oder Steu­er­lü­cken schließt und so wei­ter, dann geht alles den Bach run­ter, dann gehen die Unter­neh­men weg, dann sind die Arbeits­plät­ze weg.’ Na ja, wem glau­ben Leu­te im Moment in der Gesell­schaft? Der Poli­tik eher nicht, also glau­ben Sie der ande­ren Seite.“ Und Kevin Küh­nert habe ich immer noch als jeman­den mit einem sehr gut funk­tio­nie­ren­den Kom­pass wahrgenommen. Das Erzeu­gen eine Gefühls von Dring­lich­keit ist die ers­te Stu­fe in jedem Chan­ge­pro­zess. Der wird hier von rei­chen und mäch­ti­gen Orga­ni­sa­tio­nen vorbereitet. Die­ser Reform-Druck wird aber nicht nur von klas­si­schen Lob­by­is­ten im teu­ren Anzug her­bei­ge­re­det. Die­se über­rei­chen Men­schen und Fir­men haben ihre Orga­ni­sa­tio­nen, ihre Stif­tun­gen, ihre Insti­tu­te, die Stu­di­en in ihrem Sinn pro­du­zie­ren. Eini­ge hal­ten sich sogar eige­ne Medi­en wie NUIS oder Sprin­ger, die dann die­se Stu­di­en auf­grei­fen und unter die Leu­te bringen. Aber auch „unse­re Medi­en“ – die öffent­lich-recht­li­chen – sind inzwi­schen so ver­un­si­chert, dass sie sich nicht mehr trau­en die Din­ge beim Namen zu nen­nen, wie Julia Zabou­ra und Leo­nard Dobusch ana­ly­sie­ren. Im Gegen­teil, wie Albrecht von Lucke her­aus­ge­ar­bei­tet hat: Die öffent­lich-recht­li­chen Polit-Plau­der­shows sind Teil des Pro­blems, weil sie mit ihrem unver­bind­li­chen Kra­wall öffent­li­che Debat­ten entintellektualisieren. Recht und Gesetz gel­ten nicht mehr für Rei­che, weil der Staat inzwi­schen so schwach ist, dass er sich nicht mehr mit ihnen anle­gen kann: Die Daten­schutz­kon­fe­renz beschließt, dass M356 gera­de bei beson­ders geschütz­ten Grup­pen nicht ein­ge­setzt wer­den darf. Es tut aber kei­ner etwas. Statt­des­sen wer­den klei­ne Unter­neh­men geprüft. Wirt­schafts­prü­fer im Finanz­amt finan­zie­ren ihre eige­nen Stel­len um ein viel­fa­ches, doch die Län­der locken Unter­neh­men mit dem Ver­spre­chen, dass die Finanz­äm­ter so unter­be­setzt sind, dass ihnen nichts pas­siert, wie Kevin Küh­nert berich­tet. Als nor­ma­ler Bür­ger steht man bei jeder Steu­er­erklä­rung mit einem Bein im Gefängnis. Max Schrems berich­tet, dass Rich­ter sei­ne Kla­gen unter faden­schei­ni­gen Grün­den abwei­sen, weil sie ihnen zu kom­pli­ziert sind. Mat­thi­as Spiel­kamp von Algo­rith­m­Watch erzähl­te, dass er ver­such­te einen For­schungs­zu­gang zu Nut­zungs­da­ten von Goog­le zu bekom­men. Ein Recht, dass er in der EU eigent­lich hat. Aber zunächst schei­ter­te der Antrag drei Mona­te lang dar­an, dass das Antrags­for­mu­lar bei der EU-Kom­mis­si­on nicht tat, was es soll­te. Dann lehn­te der iri­sche Daten­schutz den Antrag unter dem Vor­wand ab, die Daten sei­en bei Algo­rith­m­Watch nicht sicher. Genau die­ser iri­sche Daten­schutz, bei dem sich Big-Tech selbst regu­liert. Beim zwei­ten Anlauf funk­tio­niert wie­der das Antrags­for­mu­lar nicht… Rech­te ste­hen nur noch auf dem Papier. Die Macht der Rei­chen unter­gräbt unse­re Demo­kra­tie – und wir las­sen es zu. Die Ungleich­heit in der Gesell­schaft ist inzwi­schen so groß, dass die Unge­rech­tig­kei­ten die Mit­te erreicht und Sozi­al­staat, Demo­kra­tie und Über­le­ben in der Kli­ma­ka­ta­stro­phe gefährdet. Auf der re:publica darf über das dis­ku­tiert wer­den, was wirk­lich weh tut. Die re:publica bringt aber auch die Men­schen zusam­men, die an Lösun­gen arbei­ten und sie holt die Poli­tik zur Dis­kus­si­on um ihnen die zivil­ge­sell­schaft­li­che Per­spek­ti­ve zu erklä­ren und Ver­ant­wor­tung ein­zu­for­dern. Das erzeugt ein Gefühl der Dring­lich­keit – der ers­ten Stu­fe zu Chan­ge. „When peo­p­le rise, empires fall“, sag­te Karen Hao. Die Hoff­nung stirbt nie, sagt Maren Urner, weil das Hirn nur hof­fen kann. Never gon­na give you up! re:publica 26: Maren Urner – Radi­kal hoff­nungs­voll: Denn unser Hirn gibt nie­mals auf Die­ses Video auf You­Tube ansehen Erst wenn Du das Video star­test, wer­den Daten an You­Tube über­mit­telt. Sie­he Daten­schutz­er­klä­rung
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 07/04/2026
Eine Gebrauchsanweisung für die moderne Welt entwickelt der Kulturwissenschaftler Michael Seemann (@mspro@fnordon.de) gerade in seinem Blog. Ich finde das spannend, denn wer die Mechaniken versteht, die unsere Handlungsmöglichkeiten prägen, kann sie nutzen. Oder umbauen. Oder sogar sprengen.
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Die unsichtbaren Fäden der Macht
Eine Gebrauchs­an­wei­sung für die moder­ne Welt ent­wi­ckelt der Kul­tur­wis­sen­schaft­ler Micha­el See­mann gera­de in sei­nem Blog. Ich fin­de das span­nend, denn wer die Mecha­ni­ken ver­steht, die unse­re Hand­lungs­mög­lich­kei­ten prä­gen, kann sie nut­zen. Oder umbau­en. Oder sogar sprengen. Micha­el See­mann ver­wen­det eine Rei­he von Begrif­fen, die er dann wie Werk­zeu­ge nutzt, um Gesell­schaft zu analysieren. ## Warum du kein „Ich“ bist – und warum das gut ist Er ersetzt zu aller erst das klas­si­sche auto­no­me Indi­vi­du­um („Ich den­ke, also bin ich“ – Des­car­te) durch das **Divi­du­um** - ein Sub­jekt, das nur in und durch Netz­wer­ke exis­tiert. „Nobo­dy is an Island,“ wie es John Don­ne sagte. Bei allem, was wir tun, sind wir von mate­ri­el­len und sozia­len Vor­aus­set­zun­gen abhän­gig. Micha­el See­manns Divi­du­um ist des­we­gen kein fes­tes Wesen, son­dern ein Kno­ten­punkt, des­sen Iden­ti­tät sich stän­dig neu zusam­men­setzt – aus den Mög­lich­kei­ten, über die es ver­fü­gen kann und den Zwän­gen, denen es unterliegt. ## Die Illusion der freien Wahl Die „**Pfad­ge­le­gen­heit** “ beschreibt Hand­lungs­op­tio­nen ent­lang von Wegen, die uns offen­ste­hen – oder nicht). Eine Pfad­ge­le­gen­heit ist wie eine Tür in einem Laby­rinth: Sie ist nur dann eine Opti­on, wenn du den Schlüs­sel hast (mate­ri­ell), wenn das Schild sagt „Hier darfst du lang“ (seman­tisch) und wenn nie­mand die Tür blo­ckiert (sozi­al). Dei­ne Mög­lich­kei­ten hängt also von Din­gen ab, die du nicht kontrollierst. ## Wer wirklich die Fäden zieht Hier kommt Micha­el See­manns „**Ful­crum** “ ins Spiel. In der Phy­sik ist das Ful­crum der Punkt, an dem man einen Hebel ansetzt, um eine Hebel­wir­kung zu erzie­len. Also der Punkt am Tür­rah­men, an dem man die Brech­stan­ge ansetzt, um die Tür auf­zu­he­beln. Wenn man kei­nen Ful­crum hat, kann man nicht hebeln. Wer han­deln will, braucht dafür eine mate­ri­el­le, seman­ti­sche und sozia­le Infra­struk­tur. Wenn die Infra­struk­tur nicht aus­reicht, geht nur der Tür­rah­men (das Ful­crum) kaputt – die Tür öff­net sich aber nicht. In der ech­ten Welt sind Ful­cren die unsicht­ba­ren Punk­te, die ent­schei­den, wel­che dei­ner Hand­lungs­op­tio­nen (Pfad­ge­le­gen­hei­ten) wirk­lich funk­tio­nie­ren – und wel­che nur Illu­sio­nen sind. Macht hat, wer die Ful­cren der Ande­ren kontrolliert. ## Wie Macht funktioniert – und wie du sie nutzt Mit der „**Hebel:Fulcrum-Mechanik** “ erklärt Micha­el See­mann, wie Macht und Hand­lungs­fä­hig­keit in ver­netz­ten Wel­ten funk­tio­nie­ren: Stell dir vor, du willst mit einem Hebel einen schwe­ren Stein anhe­ben – der Hebel ist dei­ne Hand­lung (z. B. „Ich grün­de ein Start­up“), und das Ful­crum (der Dreh­punkt) ist die Infra­struk­tur, die dei­ne Hand­lung erst mög­lich macht (z. B. Investor:innen, ein Markt, dein Netzwerk). Die Mecha­nik zeigt: Dei­ne Wir­kung hängt nicht allein von dei­nem Ein­satz und dei­ner Kraft ab (dei­nem Hebel), son­dern davon, wie sta­bil dein Ful­crum ist. Wer die Ful­cren kon­trol­liert, schreibt die Regeln – und wer Hebel klug ein­setzt, kann mit wenig Auf­wand viel bewegen. Micha­el See­mann spricht übri­gens von „**Infra­struk­tur** “ und nicht bei­spiels­wei­se von „Res­sour­cen“ um Ful­cren zu beschrei­ben, weil sie kei­ne neu­tra­len Res­sour­cen sind, son­dern poli­tisch geform­te Infra­struk­tu­ren (z. B. Algo­rith­men, Märk­te, kul­tu­rel­le Nor­men). Das ist vor allem wich­tig, um bspw. zu erken­nen, dass Frau­en oder schwar­ze Men­schen weni­ger Pfad­mög­lich­kei­ten haben, nicht weil das ein­fach so ist, son­dern weil Gesell­schaf­ten in der Ver­gan­gen­heit beschlos­sen haben, dass das so sein soll. ## Der unsichtbare Käfig in deinem Kopf Wir kön­nen nie genau wis­sen, wel­che Hebel wir gera­de ein­set­zen kön­nen. Über das bspw., was ande­re bei uns sozi­al ange­mes­sen hal­ten, kön­nen wir nur spe­ku­lie­ren. Wir haben Erwar­tun­gen dar­über, was ande­re von uns erwar­ten. Bei den meis­ten Men­schen dürf­te das dazu füh­ren, dass sie nicht alle Mög­lich­kei­ten nut­zen, die sie wirk­lich hätten. Wenn Du bei­spiels­wei­se denkst „Ich glau­be, dass nur Men­schen mit Uni-Abschluss in die­ser Posi­ti­on arbei­ten dür­fen“ sind das **Erwar­tungs­er­war­tun­gen** , die als selbst-erfül­len­de Pro­phe­zei­un­gen bestehen­de Macht­ver­hält­nis­se stabilisieren. Erwar­tungs­er­war­tun­gen sind aber kei­ne indi­vi­du­el­len Ängs­te, son­dern sozia­le (divi­du­el­le) Infra­struk­tu­ren – sie for­men unse­re Pfad­ge­le­gen­hei­ten, bevor wir über­haupt handeln. ## In den Spuren der Vergangenheit Die Pfad­ge­le­gen­hei­ten der Gegen­wart hän­gen ent­spre­chend nicht nur von den aktu­el­len Optio­nen ab, son­dern auch von ver­gan­ge­nen Ent­schei­dun­gen – dei­nen eige­nen und denen der Gesell­schaft. Du hast dich frü­her für bestimm­te Wege ent­schie­den (z. B. Aus­bil­dung, Job, Wohn­ort) – und die­se Ent­schei­dun­gen öff­nen oder ver­schlie­ßen dir heu­te Türen. **Pfad­ab­hän­gig­kei­ten** wir­ken wie unsicht­ba­re Schwer­kraft – sie machen es uns ein­fa­cher, auf bekann­ten Pfa­den zu blei­ben, als neue zu bahnen. ## Wie du die Netzwerke für dich arbeiten lässt Bis hier­hin klingt Micha­el See­manns Theo­rie viel­leicht depri­mie­rend: Ich bin kein Indi­vi­du­um, son­dern ein Divi­du­um und abhän­gig von Pfa­den, Ful­cren und Erwar­tun­gen! Mei­ne Frei­heit ist nur so groß wie die Pfad­ge­le­gen­hei­ten, die mir offen­ste­hen! Und selbst die hän­gen von ver­gan­ge­nen Ent­schei­dun­gen oder Ande­ren ab! Aber genau hier kommt der Hoff­nungs­schim­mer – denn Micha­el See­mann Theo­rie sagt auch: Ja, du bist abhän­gig von Netz­wer­ken – aber genau das gibt dir auch Macht! Du bist hand­lungs­fä­hig, weil du ler­nen kannst, die Pfa­de, Ful­cren und Erwar­tun­gen in dei­nem Netz­werk zu erken­nen, zu nut­zen oder neue zu bau­en. Bei Micha­el See­mann wird „Frei­heit“ zur **Agen­cy** – der Fähig­keit, Abhän­gig­kei­ten stra­te­gisch zu gestalten. ## **Wer profitiert von deinen Wegen?** Bis hier­hin habe ich ver­sucht zu erklären: * **Divi­du­en** han­deln in Netzwerken. * **Pfad­ge­le­gen­hei­ten** sind ihre Handlungsoptionen. * **Ful­cren** sind die Dreh­punk­te, die die­se Optio­nen ermöglichen. * **Erwar­tungs­er­war­tun­gen** und **Pfad­ab­hän­gig­kei­ten** sta­bi­li­sie­ren die Pfade. * **Agen­cy** bedeu­tet, die­se Struk­tu­ren klug zu nutzen. Aus die­ser theo­re­ti­schen Basis ent­wi­ckelt Micha­el See­mann sei­ne „**Poli­ti­sche Öko­no­mie der Pfad­ge­le­gen­hei­ten** “. Denn: Wer kon­trol­liert die­se Pfa­de? Wer pro­fi­tiert davon? Und war­um ist es so schwer, Alter­na­ti­ven zu schaf­fen? Die Poli­ti­sche Öko­no­mie der Pfad­ge­le­gen­hei­ten zeigt, wie Macht und Wert in ver­netz­ten Sys­te­men ent­ste­hen – und war­um man­che Akteu­re (Platt­for­men, Kon­zer­ne, Staa­ten) die Regeln zu ihren Guns­ten gestalten. **Wert** ent­steht in ver­netz­ten Sys­te­men dort, wo Akteu­re Ful­cren kon­trol­lie­ren, von denen die Pfad­ge­le­gen­hei­ten ande­rer abhän­gen. **Macht** ist die Fähig­keit, die­se Abhän­gig­kei­ten zu struk­tu­rie­ren – und **Inter­de­pen­denz** ist das Feld, in dem die­ser Kampf um Wert stattfindet. Ein Ver­mie­ter eig­net sich Wert an, weil er das Ful­crum „Wohn­raum“ kon­trol­liert – und damit die Pfad­ge­le­gen­heit „Woh­nen“ für Mieter:innen struk­tu­riert. Wert ist also rela­tio­nal. Die Woh­nung des Ver­mie­ters ist den poten­zi­el­len Mieter:innen etwas wert. Also kann man den Wert umver­tei­len – indem man die Ful­cren demo­kra­ti­siert. Damit ändern wir die Spielregeln. Ich fin­de die Theo­rie äußerst span­nend. Wenn man sie ein wenig ver­stan­den hat, funk­tio­niert sie wie ein Rönt­gen­blick für gesell­schaft­li­che Ver­hält­nis­se. Man kann die Struk­tu­ren erken­nen, die dafür sor­gen, dass die Welt so ist, wie sie ist. Und man ahnt, wo die Ansatz­punk­te sind, um sie bes­ser für alle zu machen. Micha­el See­mann schreibt natür­lich noch viel mehr. Aber viel­leicht hilft mein Text beim Einstieg. ## Links * Micha­el See­mann: Divi­du­um * Micha­el See­mann: Pfad­ge­le­gen­heit * Micha­el See­mann: Hebel:Fulcrum-Mechanik * Micha­el See­mann: Inter­de­pen­denz-Theo­rie und Machtformel-Explainer * Micha­el See­mann: Die poli­ti­sche Öko­no­mie der Pfadgelegenheiten
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 05/04/2026
Mich hat die Rede von Lars Klingbeil bei der Bertelsmann Stiftung wirklich wütend gemacht. Er sagt, die Deutschen seien bereit Opfer zu bringen - er sagt aber nicht, wozu. Wir sollen einfach nur mehr arbeiten, weil Politik und Wirtschaft in der Vergangenheit die Weichen falsch gestellt haben.
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Schneller im Hamsterrad
Mich hat die Rede von Lars Kling­beil bei der Ber­tels­mann Stif­tung wirk­lich wütend gemacht. Er sagt, die Deut­schen sei­en bereit Opfer zu brin­gen – er sagt aber nicht, wozu. Wir sol­len ein­fach nur mehr arbei­ten, weil Poli­tik und Wirt­schaft in der Ver­gan­gen­heit die Wei­chen falsch gestellt haben. Es war ein­fach eine schlech­te Rede, die Vize­kanz­ler, Finanz­mi­nis­ter und zuletzt auch SPD-Vor­sit­zen­der Lars Kling­beil unter dem Titel „Refor­men für ein star­kes Land“ da gehal­ten hat. Men­schen kamen in sei­ner Rede nicht vor. Nicht ein­mal übli­che rhe­to­ri­sche „Kran­ken­schwes­ter“, die die­ses oder jenes braucht. Es war eine blut­lee­re Anein­an­der­rei­hung von Sub­stan­ti­ven. Lars Kling­beil hat die Instru­men­te gezeigt, mit denen er Deutsch­land wie­der groß­ar­tig machen will. Wie bei einer Folter. Er über­springt es, ein Bild des Gro­ßen Gan­zen zu ent­wer­fen – eine Zukunft, die er errei­chen will. Es scheint ohne­hin allen klar zu sein, dass alles irgend­wie anders wer­den muss. Poli­ti­ker und Kon­zern­ma­na­ger haben Wei­chen falsch, nicht oder zu spät gestellt. So kön­ne es nicht wei­ter gehen. Des­we­gen, ers­ter Punkt: Arbeits­markt. Die Arbei­ter sol­len es aus­ba­den und mehr arbei­ten. Und die wol­len das sogar so. Aus Lie­be zu Deutschland. ## „Opfer bringen“ vs. Solidarität „Mein Gefühl ist, die Men­schen in unse­rem Land sind auch bereit, Opfer zu brin­gen und Ver­än­de­run­gen zu akzep­tie­ren,“ sagt er und ergänzt, „Aber sie wol­len, dass es gerecht zugeht und sie kei­ner Will­kür aus­ge­setzt sind. Das muss die Mess­lat­te für unse­re Refor­men sein.“ Dein Gefühl täuscht Dich, Lars. Men­schen brin­gen Opfer, wenn sie gezwun­gen wer­den. Sie sind aber soli­da­risch, wenn sie wis­sen wofür. Denn Soli­da­ri­tät ist kein Ver­zicht, wenn ich weiß: Mein Bei­trag macht uns alle stär­ker! Das haben wir in Coro­na gese­hen. Das haben wir 2015 gese­hen, als die Men­schen von dem Krieg in Syri­en zu uns geflo­hen sind. Das haben wir nach 9/​11 gese­hen oder nach der Wen­de 1989. Des­we­gen bezah­le ich ger­ne Steu­ern – im Gegen­satz zu den­je­ni­gen, die viel mehr von Deutsch­land pro­fi­tie­ren als ich. Ich erin­ne­re mich an 2015, als Nach­barn spon­tan Sach­spen­den für Geflüch­te­te orga­ni­sier­ten. Das war Soli­da­ri­tät. Nicht weil jemand es befoh­len hat – son­dern weil es rich­tig war. ## Deutschland braucht nicht mehr Arbeit, sondern ein neues Modell Die deut­sche Wirt­schaft schwä­chelt nicht, weil wir zu wenig arbei­ten. Die deut­sche Wirt­schaft schwä­chelt nicht, weil Frau­en zu viel in Teil­zeit arbei­ten. Die deut­sche Wirt­schaft schwä­chelt nicht, weil Men­schen alt wer­den und in Ren­te gehen. Sie schwä­chelt, weil die deut­sche Wirt­schaft alten Scheiß pro­du­ziert, den nie­mand auf der Welt mehr kau­fen will. Din­ge, die nicht zu einer Zukunft pas­sen, die Lars Kling­beil aber auch nicht beschrei­ben kann. Weil die Bun­des­re­gie­run­gen seit min­des­tens 25 Jah­re sich kei­ner Mühe mehr gege­ben haben, irgend­ein Zukunfts­bild zu ent­wer­fen und zu kom­mu­ni­zie­ren – eine Mis­si­on fürs Land aus­zu­ge­ben, gibt es nichts, an dem sich Unter­neh­men ori­en­tie­ren können. In den letz­ten Jah­ren ist es sogar noch schlim­mer gewor­den, wenn abge­schlos­se­ne The­men wie­der auf­ge­macht wer­den, und Atom­kraft, Ver­bren­nungs­au­tos und Ölhei­zun­gen wie­der zu einer Opti­on wer­den sol­len, weil sie durch irgend­ei­ne Zau­ber­tech­nik „grün“ gemacht wer­den könnten. War­um inves­tie­ren Unter­neh­men nicht in Zukunfts­tech­no­lo­gien? Weil der Staat kei­ne kla­re Rich­tung vor­gibt – und sie lie­ber kurz­fris­ti­ge Gewin­ne machen. Es arbei­ten heu­te so vie­le Men­schen in Deutsch­land, wie noch nie zuvor. In den nächs­ten Jah­ren gehen aber Mil­lio­nen mehr Men­schen in Ren­te als neu in den Arbeits­markt kom­men. Gleich­zei­tig soll noch ein zusätz­li­cher Jahr­gang für die Wehr­pflicht aus dem Arbeits­markt genom­men wer­den. Das kann doch nie­mand mit Mehr­ar­beit auf­fan­gen. Nicht mit Voll­zeit für alle, nicht mit Ren­te ab 80. ## Wer sind die „guten“ Ausländer? Die „Aus­län­der-Raus-Poli­tik“ der Bun­des­re­gie­rung seit dem letz­ten Olaf-Scholz-Jahr hilft über­haupt nicht dabei, das Pro­blem abzu­mil­dern. Ja, Lars Kling­beil spricht das an: „Die Migra­ti­on der letz­ten Jah­re sta­bi­li­siert die deut­schen Sozi­al­sys­te­me erheb­lich – auch wenn man­che den Ein­druck erwe­cken, das Gegen­teil sei der Fall. […] Zuwan­de­rung allein wird aber nicht aus­rei­chen, um das Arbeits­vo­lu­men in Deutsch­land zu erhö­hen. Dafür braucht es wei­te­re Strukturreformen.“ Fak­tisch aber wei­sen wir ille­gal die Men­schen an der Gren­ze ab und las­sen sie sogar zu hun­der­ten im Mit­tel­meer ersau­fen. 80 % der Syrer will die Bun­des­re­gie­rung nach Syrer remi­grie­ren. Men­schen, die in Deutsch­land seit über 10 Jah­ren leben, ler­nen und lie­ben. Die zu einem grö­ße­ren Anteil in sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ger Arbeit sind als in die deut­sche Gesamt­be­völ­ke­rung. Gleich­zei­tig spre­chen wir über Anwer­bung von Men­schen aus Marok­ko, Kir­gi­si­en oder Vietnam. Ich hät­te mal eine Über­sicht: Wel­ches sind jetzt gute Aus­län­der und wel­ches schlech­te? Und ich hät­te ger­ne eine Erklä­rung für die­se Poli­tik, die nicht „Ras­sis­mus“ lautet. „Ich bin stolz, in die­sem Land zu leben,“ sagt Lars Kling­beil. Ich möch­te auch nir­gend­wo anders leben. Aber stolz macht mich so ein Land nicht. Es arbei­ten der­zeit so vie­le Men­schen wie noch nie. Es wer­den aber weni­ger. Das wer­den wir nicht mit Mehr­ar­beit auf­fan­gen – nur mit Inno­va­ti­on und Pro­duk­ti­vi­tät. Ich fin­de es rich­tig, das Ehe­gat­ten­split­ting abzu­schaf­fen. Aber nicht, weil es die Deut­sche Wirt­schaft ret­ten wür­de, wenn alle Men­schen Voll­zeit arbei­ten. Das Ehe­gat­ten­split­ting macht Frau­en finan­zi­ell von den Män­nern abhän­gig. DAS darf so nicht mehr sein. Die Sozio­lo­gin Jut­ta All­men­din­ger hat gera­de im ASK-Pod­cast „Damit die Guten gewin­nen“ erklärt, dass sie sich kei­ne Welt vor­stel­len kann, in der alle Men­schen in Voll­zeit arbei­ten, solan­ge es Kin­der und älte­re Per­so­nen gibt. Wenn die Eltern bei­de 40 Stun­den arbei­ten und noch zur Arbeit hin und zurück müs­sen – dann müs­sen doch Kin­der min­des­tens 45 Stun­de in der Woche von Frem­den betreut wer­den. War­um dann über­haupt noch Kin­der bekom­men? Die sind schlecht für die Wirt­schaft und kom­mu­na­le Kassen. Ich ver­su­che für mich auch immer noch her­aus­zu­fin­den, wie ich Ehren­amt mit Voll­zeit­ar­beit ver­ein­ba­ren kann. Der Tag hat bei nor­ma­len Men­schen ein­fach nur 16 wache Stunden. ## Bürokratieabbau à la Musk und Milei For­de­run­gen an die Wirt­schaft hat der SPD-Vor­sit­zen­de nicht – außer, dass die Vor­stän­de mal mehr an die Hei­mat den­ken soll­ten. „Stand­ort­pa­trio­tis­mus“! Er droht nicht mit Kon­se­quen­zen (z. B. Sub­ven­ti­ons­ent­zug, stren­ge­re Auf­la­gen) – Sank­tio­nen scheint es nur für arme Men­schen zu geben. Im Gegen­teil: „Ich bin für radi­ka­len Büro­kra­tie­ab­bau und für deut­lich weni­ger Regu­lie­rung, wenn Sozi­al­part­ner mit Tarif­ver­trä­gen und Mit­be­stim­mung die Din­ge gemein­sam ver­ein­ba­ren. Da kann sich der Staat zurückziehen.“ „Radi­ka­len Büro­kra­tie­ab­bau“ – das ken­nen wir von Javier Milei oder Elon Musk. Selbst, wenn Lars Kling­beil es anders mei­nen soll­te. Das ist die Asso­zia­ti­on, die er erweckt. „Radi­ka­ler Büro­kra­tie­ab­bau“ klingt nach Frei­heit – aber in Wahr­heit bedeu­tet es: Mehr Macht für Kon­zer­ne, weni­ger Rech­te für die Arbeiterschaft. Es ist nicht ein­fa­cher für Unter­neh­men, wenn es kein ein­heit­li­ches Gesetz mehr gibt, son­dern statt­des­sen Bran­chen- und Haus-Geset­ze in Form von Tarif­ver­trä­gen und Betriebs­ver­ein­ba­run­gen. Für uns Arbei­te­rin­nen und Arbei­ter ist es unsi­che­rer, wenn das kei­ne ver­bind­li­chen Regeln mehr für alle sind. Das schafft zusätz­li­che Anrei­ze für Unter­neh­men **kei­ne** Tarif­ver­trä­ge und Betriebs­rä­te zu haben. ## Das Geschwätz von gestern Den schlimms­ten Satz in der Rede aber fand ich: „Es ist rich­tig, dass wir das alte Bür­ger­geld abschaf­fen.“ Das **ALTE** Bür­ger­geld! Das von 2023! Vor gera­de ein­mal drei Jah­ren woll­te die SPD mit dem Bür­ger­geld end­lich Hartz IV über­wun­den haben. Vor drei Jah­ren sag­te der SPD-Vor­sit­zen­de Lars Kling­beil: „Mit dem Bür­ger­geld sorgt die Ampel­ko­ali­ti­on für die größ­te Sozi­al­re­form seit 20 Jah­ren. Und ent­wi­ckelt hat sie die SPD! Hartz IV ist damit Geschich­te. Mit dem Bür­ger­geld schaf­fen wir einen ech­ten Kul­tur­wan­del in der Grund­si­che­rung für Arbeits­su­chen­de. Wir set­zen künf­tig auf mehr Respekt und gerech­te Teil­ha­be. Die Kon­ser­va­ti­ven haben in den letz­ten Tagen immer wie­der fal­sche Behaup­tun­gen auf­ge­stellt. Rich­tig ist: Die Leu­te wol­len arbei­ten. Vie­le arbei­ten und müs­sen auf­sto­cken, weil der Lohn nicht zum Leben reicht.“ Das war etwas, für das vie­le SPD-Mit­glie­der lan­ge gekämpft haben. Das wird jetzt vom glei­chen SPD-Vor­sit­zen­den in einer Rede ein­fach weggewischt. ## Wir brauchen keine Opfer – wir brauchen eine Vision Man kann ja von Rot/​Grün, Ger­hard Schrö­der und der Agen­da 2010 hal­ten, was man will. Aber damals war klar, für was der Arbeits­markt umge­baut wer­den soll­te. Wir hat­ten 6 Mil­lio­nen Arbeits­lo­se und Men­schen steck­ten in der Sozi­al­hil­fe fest, bei der es sogar weni­ger als Hartz IV gab. Das muss­te moder­ni­siert wer­den und wur­de dann über den Bun­des­rat von CDU und FDP lei­der mas­siv ver­schärft. Aber es gehört eben auch der sozi­al-öko­lo­gi­sche Umbau dazu. Der Aus­stieg aus der Atom­kraft, der umfang­rei­che Aus­bau der Erneu­er­ba­ren Ener­gien, Ganz­tags­schu­len, Anspruch auf einen Kita-Platz usw. Ich mag Lars Kling­beil als Men­schen. Ich glau­be, der ver­sucht schon irgend­was rich­tig zu machen. In einem Inter­view mit der ZEIT sag­te Lars Kling­beil auf die Fra­ge, ob die SPD noch eige­ne kon­struk­ti­ve Ideen haben, wie Gesell­schaft aktiv und mit Zuver­sicht gestal­tet wer­den soll­te, anstatt nur den Sta­tus Quo zu ver­wal­ten: „Boah, die ehr­li­che Ant­wort ist, dass ich fin­de, sie hat gera­de zu wenig Ideen.“ Als Par­tei­vor­sit­zen­der muss er es schaf­fen, eine posi­ti­ve Visi­on für die Zukunft zu ent­wer­fen und nicht nur ein Arbeits­pro­gramm für die nächs­ten Mona­te, bei der die Arbeit die Ande­ren machen sol­len. Er muss es jeden­falls schaf­fen, einen Per­son für den Vor­sitz der Par­tei zu fin­den, die das kann. Mir fehl­te bei der Ber­tels­mann-Rede nur der Abschluss „Wir müs­sen den Gür­tel enger schnallen.“ Wir sind auf dem fal­schen Kurs, aber ihr müsst schnel­ler werden. ## Epilog Lars Kling­beil bie­tet kei­ne Visi­on – dabei fin­de ich es nahe­lie­gend: Ein Deutsch­land, das weiß, dass Soli­da­ri­tät Stär­ke ist. Ein Deutsch­land, das Zukunft baut, statt sie zu verwalten. Stell dir vor: In Dres­den grün­det Fati­ma, eine syri­sche Inge­nieu­rin, die 2015 nach Deutsch­land kam, ein Start-up für nach­hal­ti­ge Bat­te­rie­tech­nik – weil Deutsch­land ihr eine Chan­ce gab. Wäh­rend­des­sen baut Tom, ein ehe­ma­li­ger Koh­le­kum­pel aus der Lau­sitz, mit sei­nen Kol­le­gen eine Fabrik für Solar­pa­nels um – finan­ziert durch einen staat­li­chen Trans­for­ma­ti­ons­fonds, der Arbeits­plät­ze sichert. Und in Ber­lin ent­wi­ckelt Aisha, deren Eltern aus Gha­na ein­wan­der­ten, eine Sys­tem für kreis­lauf­fä­hi­ge Mode, weil sie weiß: „Unse­re Wirt­schaft muss end­lich etwas pro­du­zie­ren, das die Welt wirk­lich braucht.“ Ein Land, das ver­steht: Wirt­schaft ist kein Selbst­zweck, son­dern ein Mit­tel für ein gutes Leben – für alle. Ein Deutsch­land, das Ein­wan­de­rung end­lich als Chan­ce begreift – ohne Men­schen zu sor­tie­ren. Wie in Mün­chen, wo Meh­met, der seit 20 Jah­ren als Kran­ken­pfle­ger arbei­tet, end­lich die deut­sche Staats­bür­ger­schaft bekommt – nicht nach einem doo­fen Test, son­dern weil er seit Jah­ren Steu­ern zahlt, Men­schen pflegt und in sei­nem Vier­tel den Fuß­ball­club trainiert. Oder wie in Ham­burg, wo Lena, eine Grund­schul­leh­re­rin, mit ihren Schüler:innen ein Will­kom­mens­pro­jekt für neu ange­kom­me­ne Fami­li­en orga­ni­siert – weil Inte­gra­ti­on kein Papier­kram, son­dern geleb­te Nor­ma­li­tät ist. Wo Omar, der in Damas­kus Medi­zin stu­dier­te, nicht jah­re­lang auf die Aner­ken­nung sei­ner Abschlüs­se war­tet, son­dern inner­halb von sechs Mona­ten in einem Kran­ken­haus in Köln arbei­ten kann. Ein Land, das Viel­falt nicht nur auf Pla­ka­ten fei­ert, son­dern im All­tag lebt – weil es weiß, dass sei­ne Zukunft davon abhängt. Ein Deutsch­land, das Arbeit neu denkt: weni­ger Het­ze, mehr Sinn. Wie bei Sophie, die als Allein­er­zie­hen­de in Teil­zeit als Erzie­he­rin arbei­tet und trotz­dem genug ver­dient, um ihre Mie­te zu zah­len – weil Care-Beru­fe end­lich fair bezahlt wer­den. Oder wie bei Mar­kus, der nach 30 Jah­ren im Schicht­dienst bei BMW jetzt nur noch 30 Stun­den arbei­tet – bei vol­lem Lohn­aus­gleich, weil sein Betrieb erkannt hat: Aus­ge­brann­te Mit­ar­bei­ter sind kein Gewinn. Wo Eltern wie Anna und David nicht mehr zwi­schen Kar­rie­re und Kin­dern wäh­len müs­sen, weil es flä­chen­de­cken­de Ganz­tags-Kitas und ech­te Vater­schafts­mo­na­te gibt. Und wo Rent­ner wie Wolf­gang, der 40 Jah­re lang Bus fuhr, nicht mit 67 in die Alters­ar­mut rut­schen, son­dern mit einer Ren­te, die wirk­lich zum Leben reicht. Ein Deutsch­land, das Soli­da­ri­tät nicht ein­for­dert, son­dern vor­lebt. Wo Fami­li­en wie die Çeliks, die in Neu­kölln ein Café betrei­ben, nicht mehr fürch­ten müs­sen, von Spe­ku­lan­ten ver­trie­ben zu wer­den – weil es einen Mie­ten­de­ckel und star­ke kom­mu­na­le Woh­nungs­bau­ge­sell­schaf­ten gibt. Wo Unter­neh­me­rin­nen wie Bri­git­te, die eine Bio-Bäcke­rei in Bay­ern führt, nicht gegen Dis­coun­ter-Kon­zer­ne ver­liert, son­dern durch regio­na­le För­der­pro­gram­me und fai­re Steu­ern eine Chan­ce hat. Und wo Stu­den­ten wie Jan­nik nicht mehr neben­bei bei Lie­feran­do schuf­ten müs­sen, weil das BAföG end­lich wie­der für alle reicht. Ein Land, das weiß: Stär­ke ent­steht nicht durch Ver­zicht, son­dern durch Gemein­schaft – und in dem Men­schen wie Fati­ma, Tom, Meh­met oder Sophie nicht nur über die Run­den kom­men, son­dern gestal­ten kön­nen. Star­ke Men­schen, die ihr Leben selbst in die Hand neh­men können. Vie­le von uns ver­su­chen schon lan­ge, in die­sem Deutsch­land zu leben. Staat und Wirt­schaft dür­fen dem nicht län­ger im Weg stehen. Lars, fra­ge Dich, was die Men­schen stark macht! Das wäre für mich eine Visi­on. Eine, für die es sich lohnt, zu kämpfen.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 30/03/2026
Trump ist kein Unfall, sondern die logische Konsequenz eines längeren Prozesses. Es zeigt aber auch, wohin uns dieser Weg führen wird. […]
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Die Ausbreitung der Überwachung
Trump ist kein Unfall, son­dern die logi­sche Kon­se­quenz eines län­ge­ren Pro­zes­ses. Es zeigt aber auch, wohin uns die­ser Weg füh­ren wird. 2013 war es ein rie­si­ger Skan­dal, als der NSA-Mit­ar­bei­ter Edward Snow­den auf­deck­te, wie tief die US-Geheim­diens­te in die digi­ta­len Leben der Men­schen in aller Welt ein­grif­fen. Mit den Big-Tech-Kon­zer­nen gibt es Abma­chun­gen, die den Zugriff regeln. Die Kon­zer­ne las­sen sich den Zusatz­auf­wand gut bezah­len. Ich wun­de­re mich immer, dass alle das ver­ges­sen haben. Oder habe ich ver­passt, dass die USA glaub­haft erklärt haben, dass sie nicht mehr zusam­men mit den „Five Eyes“ alle Men­schen über­wa­chen? Es ist gar kein The­ma mehr ist – nicht ein­mal im Zusam­men­hang mit der aktu­el­len Dis­kus­si­on über „Digi­ta­le Souveränität“. Wie aktu­ell das The­ma heu­te noch ist, wur­de mir klar gewor­den, als ich neu­lich die­sen SPIE­GEL-Arti­kel von 2013 noch ein­mal gele­sen habe. Donald Trumps Poli­tik ist die kon­se­quen­te Fort­set­zung von sei­nen Vor­gän­gern Barack Oba­ma und Geor­ge W. Bush. Der Arti­kel beschreibt, dass vor 9/​11 Krieg eine Ange­le­gen­heit zwi­schen Staa­ten war. Das hat die US-Regie­rung dann geändert: > „Nun tritt unter Beru­fung aufs Kriegs­recht ein über­mäch­ti­ger Staat in ande­ren Staa­ten auf – gegen die führt er aber kei­nen Krieg, son­dern einen all­täg­li­chen Klein­krieg gegen ein­zel­ne Bür­ger in die­sem Staat. Staat gegen Mensch statt Staat gegen Staat: Es ist die­sel­be Asym­me­trie, die sich nun in der welt­wei­ten Spio­na­ge der USA zeigt.“ Das, was die US-Regie­rung in Afgha­ni­stan und dem Irak erprobt hat, pas­siert jetzt auch **IN** den USA: Wir sind heu­te 13 Jah­re wei­ter mit der Tech­no­lo­gie als 2013 und mit Palan­tir kann die Regie­rung wei­test­ge­hend auf die Daten sei­ner Bürger*innen zugrei­fen und sie aus­wer­ten – Grund­la­ge für den Ter­ror von ICE. Die Tat­sa­che, dass man jetzt bei der Ein­rei­se in die USA ange­ben soll, wie man im Digi­ta­len zu fin­den ist, zeigt dass die USA auch auf alle unse­rer Daten zugrei­fen. Wenn es so wei­ter geht, wie bis­her, dann wer­den die USA die­se Mög­lich­kei­ten auch gegen ihre Fein­de im Aus­land stär­ker einsetzen. Wie groß die­ses Pro­blem auch bei uns ist, sieht man dar­an, dass der Ein­satz von Palan­tir nicht nur erwo­gen, son­dern sogar umsetzt wird. Dass immer wie­der über die Vor­rats­da­ten­spei­che­rung dis­ku­tiert wird und sogar der Zugriff auf sämt­li­che Chat-Inhal­te im Gespräch ist. Der BND plant ein „Mini-NSA“ für Deutsch­land. In den USA kön­nen wir sehen, wofür das dann in Zukunft ein­ge­setzt wird. Es ist die­se grund­sätz­li­che Ver­ach­tung der Men­schen durch die­je­ni­gen, die poli­tisch oder wirt­schaft­lich mäch­tig sind, die hier in Soft­ware gegos­sen und gegen die Men­schen ein­ge­setzt wird. Erst gegen Men­schen im Aus­land, die zu Fein­den erklärt wer­den. Dann gegen ein­ge­wan­der­te Men­schen im Inland und dann gegen jeden, der etwas dage­gen hat. Big-Tech und Faschis­mus tei­len das Inter­es­se, alles über alle wis­sen zu wol­len. Hier kom­men sie zusam­men. Faschis­mus ist gut für das Geschäft und der Zugriff auf die pri­va­ten Daten­samm­lun­gen zemen­tie­ren die Macht.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 27/03/2026
Forschende haben mit der KI-Agenten OpenClaw experimentiert und die Ergebnisse waren verheerend.
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Schlimmer als ein besoffener Praktikant
For­schen­de haben mit der KI-Agen­ten Open­Claw expe­ri­men­tiert und die Ergeb­nis­se waren ver­hee­rend, berich­tet die Jour­na­lis­tin Eva Wol­fan­gel in der ZEIT. Die For­schen­den haben meh­re­re KI-Agen­ten ein­ge­rich­tet, ihnen ein Mail-Post­fach und einen Dis­cord-Ser­ver gege­ben, um sich mit­ein­an­der zu unter­hal­ten. Mit ein­fachs­ten Tricks gelang es den Men­schen, die Sys­te­me zu über­töl­peln. Am Ende lösch­te einer der Bots ein­fach das kom­plet­te Mail­post­fach, statt nur eine Mail zu löschen. KI-Agen­ten sind gera­de der gro­ße Hype im noch grö­ße­ren KI-Hype: Sprach­mo­del­le, die nicht auf Ein­ga­ben und Anwei­sun­gen war­ten, son­dern selbst­stän­dig Din­ge tun und dafür Zugang auf sämt­li­che Res­sour­cen des Eigen­tü­mers bekom­men. Dafür sol­len sie dann wirk­lich end­lich pro­duk­tiv dabei hel­fen, Arbeit für die Men­schen zu erledigen. Ich gucke mir das an und den­ke nur: Wie soll denn ein Sys­tem, das schon bei nor­ma­len Prompts und Aus­ga­ben so oft schief liegt, sich selbst Prompts schrei­ben, die bes­ser sind? Das muss doch mit jedem Prompt schlim­mer werden. Aber dann kom­men die­se Lin­ke­dIn-Exper­ten (nie sind es Frau­en) und erzäh­len, dass die Aus­ga­be von LLMs inzwi­schen schon viel bes­ser sind und prak­tisch immer rich­tig lie­gen. Man kön­ne die Sicher­heits­pro­ble­me easy in den Griff bekommen. Aber man kann doch nur eine Auto­ma­tik auf sicher­heits­re­le­van­te Funk­tio­nen los­las­sen, die zumin­dest so weit deter­mi­nis­tisch ist, dass sie bestimm­te Din­ge nie­mals tut. Das geht doch nicht mit Sys­te­men, die man ein­fach „über­re­den“ kann, es doch zu tun. Das ist ja schlim­mer als ein besof­fe­ner Praktikant. ## Links * DIE ZEIT: Das ist erst der Anfang des Chaos
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 18/03/2026
Ich finde Microsoft Teams unpraktisch und hässlich. Da muss sich keine freie Alternative verstecken. Allerdings könnte bspw. Nextcloud aus den Fehlern von Microsoft lernen.
kaffeeringe.de
Was Nextcloud von Microsoft lernen kann
Ich fin­de Micro­soft Teams unprak­tisch und häss­lich. Da muss sich kei­ne freie Alter­na­ti­ve ver­ste­cken. Aller­dings könn­te Next­cloud aus den Feh­lern von Micro­soft lernen. Für mich ist Teams ein wenig wie ein schlech­tes Betriebs­sys­tem als Anwen­dung auf einem mit­tel­mä­ßi­gen Betriebs­sys­tem. Es ist ja toll, was sich Micro­soft da so im Lau­fe der Zeit zusam­men­ge­kauft und jetzt in eine ein­zi­ge Anwen­dung gequetscht hat. Und das auch noch auf­ge­pfropft auf einer Uralt-Tech­nik wie E‑Mail bzw. Exchange. Aber alles in eine Anwen­dung zu schie­ben macht es nicht zu einem durch­gän­gi­gen Erleb­nis. Nichts funk­tio­niert zusam­men. Das war frü­her, unter Win­dows schon bes­ser. Dafür sind die Klick­we­ge end­los und die Klick­flä­chen irgend­wo mit­ten in der Anwen­dung. Usa­bi­li­ty aus der Hölle. Bei Win­dows gibt es extra eine Task­leis­te am unte­ren Bild­schirm­rand. Da kann man leicht alle akti­ve Anwen­dun­gen fin­den. Immer an der glei­chen Stel­le. Und weil die Klick­flä­chen bis an den Rand rei­chen kann ich mei­ne Maus da ein­fach gegen den Rand schie­ben. die Flä­chen sind prak­tisch end­los groß nach unten. Das Glei­che gilt für die alten Menüs am obe­ren Bild­schirm­rand. Alles Wich­ti­ge war bei Win­dows immer an die­sen gut erreich­ba­ren Positionen. Man konn­te meh­re­re Pro­gram­me gleich­zei­tig geöff­net haben und zwi­schen den Pro­gramm mit Maus oder Tas­ta­tur hin- und her schal­ten. Teams hat nur ein Fens­ter und in dem muss ich alles machen. Ich muss die Teams wech­seln, den Kanal fin­den, den Chat scrol­len oder im Menü oben die Anwen­dung fin­den, die ich gera­de brau­che. Wenn ich gleich­zei­tig etwas in einem ande­ren Kanal nach­gu­cken will, scheint das gar nicht vor­ge­se­hen zu sein. Ja, ich kann auch meh­re­re Team-Fens­ter öff­nen. Aber wer macht das? Ich mache das bei jedem Neu­start: Teams Akti­vi­tä­ten, Chat, Teams, Plan­ner, CoPi­lot usw. alles öff­ne ich in einem eige­nen Fens­ter. Net­ter­wei­se fehlt in den Zusatz­fens­tern immer das App-Menü, so dass es mir nicht pas­siert, dass ich aus Ver­se­hen aus dem Chat-Fens­ter in Plan­ner wech­sel und dann zwei Plan­ner offen habe – so wie mir das bei Out­look immer passiert. Die­ser Micro­soft-Kram hat ein­fach eine Bedien­ober­flä­che aus der Höl­le. Aber es funk­tio­niert her­vor­ra­gend als Bei­spiel, an dem man ler­nen kann, wie man es nicht machen sollte. ## Was bei Nextcloud besser ist Next­cloud kann inzwi­schen auch alles, was ein nor­ma­les Büro braucht. Aber die Tei­le sind viel bes­ser mit­ein­an­der inte­griert. Ich kann aus einem Chat eine Auf­ga­be anle­gen und zuwei­sen. Ich kann Mails ver­schi­cken mit Anhän­gen, die irgend­wo in der Cloud liegen. Sehr cool ist es auch, dass die offe­nen Schnitt­stel­len es ermög­li­chen, dass ich ein­fach mit mei­nen Lieb­lings-Anwen­dun­gen auf die Next­cloud als Hub zugrei­fen kann. Mails über die Next­cloud-App, Thun­der­bird auf dem Rech­ner oder als App auf dem Smart­phone. Kalen­der auf dem Han­dy oder dem Rechner. Fotos wer­den auto­ma­tisch vom Han­dy hoch­ge­la­den und her­un­ter auf mei­nen Com­pu­ter. Über­all habe ich mei­ne Kon­takt­da­ten und Noti­zen kann ich auch in mei­ner Lieb­lings­app machen. Datei­en sind über ein vir­tu­el­les Datei­sys­tem oder die App ein­ge­bun­den. Ich kann Micro­soft Office benut­zen, oder Lib­re Office oder Col­la­bo­ra Desk­top. Ich kann sogar mei­ne Musik aus der Next­cloud auf Cli­ents auf dem Han­dy oder im Auto strea­men und Pod­casts syn­chro­ni­sie­ren. Win­dows, Linux, Mac, iPho­ne, Android… egal. Talk als eigen­stän­di­ge Anwen­dung war sicher ein klu­ger Schritt. Das ist eben nicht nur die „Micro­soft Teams“ Alter­na­ti­ve. Durch die tie­fe­re Inte­gra­ti­on der Next­cloud-Apps unter­ein­an­der, kann das tat­säch­lich das Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Bedien­zen­trum des Next­cloud-Hub wer­den – wenn es nicht so über­la­den wird. Aller­dings ist Next­cloud aus einer Datei­ab­la­ge im Brow­ser ent­stan­den. Über Apps kamen dann immer mehr Funk­tio­nen dazu und inzwi­schen ist das eine kom­plet­te Office-Suite im Brow­ser. Nicht für alles gibt es Pror­gam­me oder Apps. Aber eben stan­dard­mä­ßig auch in einem ein­zi­gen Brow­ser-Tab. Die Soft­ware sagt einem nicht: „Mach doch ein­fach meh­re­re Tabs auf.“ Und ehr­lich: Mit meh­re­ren offe­nen Tabs wird der Brow­ser auch zum Betriebs­sys­tem im Betrieb­sys­tem. So wirk­lich prak­tisch ist das auch nicht. Ja. Es ist ein wenig para­dox: War es nicht gera­de ein Vor­teil, wenn Soft­ware im Brow­ser statt auf einem Betriebs­sys­tem läuft? Ja. Gene­rell ist das cool. Aber für kom­ple­xe Sys­te­me ist das eine Über­for­de­rung des Brow­sers. Für die Ser­ver­sei­te von Next­cloud gibt es das All-In-One-Paket. So etwas bräuch­te es auch für die Cli­ent-Sei­te: Eine App-Suite? Ich den­ke, dass es wich­tig ist, dass Next­cloud noch mehr die Mög­lich­kei­ten der Betriebs­sys­te­me nutzt, um noch mehr von deren Usa­bi­li­ty und alt­be­währ­ten Funk­tio­nen und geüb­ten Gewohn­hei­ten zu pro­fi­tie­ren. Wenn es Next­cloud dann noch schafft, die Fede­ra­ti­on auf das gesam­te Sys­tem aus­zu­wei­ten und exter­ne User zu Usern ers­ter Klas­se zu machen, dann ist das der Killer!
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 08/03/2026
"Warum müssen Unternehmen eigentlich erst per Gesetz zum Handeln gezwungen werden," hat Heinz Rohde am Donnerstag beim "Tech Dialog 2026" der ennit GmbH, Kiel mit Blick auf NIS2 gefragt. Berechtigte Frage.
kaffeeringe.de
Warum Unternehmen NIS2 immer noch ignorieren
„War­um müs­sen Unter­neh­men eigent­lich erst per Gesetz zum Han­deln gezwun­gen wer­den,“ hat Heinz Roh­de am Don­ners­tag beim „Tech Dia­log 2026“ der ennit GmbH, Kiel mit Blick auf NIS2 gefragt. Berech­tig­te Frage. Es war wie der Run­ning Gag des Tages: Geschäfts­füh­run­gen stün­den mit einem Bein im Gefäng­nis, wenn sie sich nicht an die­se Cyber-Sicher­heits­re­geln hielten. Das Pro­blem sind aber weder das Gesetz noch die Haf­tung. Wer wegen Ver­stö­ßen gegen NIS2 im Knast lan­det, hat vor­her so viel falsch gemacht, dass es sei­ne Fir­ma ver­mut­lich ohne­hin nicht mehr gibt. Ein staat­lich finan­zier­tes Dach über dem Kopf, ist das noch das Bes­te, das einem pas­sie­ren kann. In zu vie­len Unter­neh­men ist noch nicht ange­kom­men, dass Com­pu­ter kei­ne elek­tri­schen Schreib­ma­schi­nen mehr sind. Sämt­li­chen Geschäfts­pro­zes­se lau­fen heu­te in irgend­wel­chen Clouds. Damit ist das Unter­neh­men davon abhän­gig, dass der Kram immer funk­tio­niert. Und in eini­gen Fäl­len nun ein­mal auch die Sicher­heit der Gesellschaft Geschäfts­füh­run­gen müs­sen sich damit beschäf­ti­gen, wie ihr Unter­neh­men funk­tio­niert – auch wenn sie dafür mit die­sen Nerds im Kel­ler reden müssen.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 04/03/2026
"Wenn du Microsoft boykottierst, warum nutzt du dann ein Android-Handy!?" Dieser sarkastische Kommentar ist kein Argument. Er ist ein Trick. Denn er suggeriert: Entweder du passt dich kritiklos an - oder du verzichtest auf alles. Beides ist gelogen. Es gibt eine dritte Option.
kaffeeringe.de
Big-Tech nutzen – Ja oder Nein?
„Wenn du Micro­soft boy­kot­tierst, war­um nutzt du dann ein Android-Han­dy!?“ Die­ser sar­kas­ti­sche Kom­men­tar ist kein Argu­ment. Er ist ein Trick. Denn er sug­ge­riert: Ent­we­der du passt dich kri­tik­los an – oder du ver­zich­test auf alles. Bei­des ist gelo­gen. Es gibt eine drit­te Option. Die Schlau­mei­er sind gera­de wie­der auf Lin­ke­dIn aktiv. Ihre Argu­men­ta­ti­on geht so: „Wenn Du Dienst XY aus ethi­schen Grün­den nicht benut­zen willst, dann müss­tet Du auch auf die Diens­te A, B, C, D, E, F, G, H, I, J ver­zich­ten. Das machst Du nicht. Des­we­gen bist Du ein Heuch­ler.“ So schie­ßen sie bspw. gegen Open-Source oder, dass man Kon­se­quen­zen aus der Kri­tik an Open AI zieht. ## Der moralische Purismus Neu­lich schrieb einer: > „ChatGPT kün­di­gen und sich mora­lisch über­le­gen füh­len. Wäh­rend das Smart­phone in der Hand auf Tech­no­lo­gie läuft, die von genau den Indus­trien stammt, die man ver­ach­tet […] Wer glaubt, er kann die Frucht essen und den Baum ver­leug­nen, hat das Öko­sys­tem nicht ver­stan­den.[…] Deal with it!“ Das ist kein Auf­ruf zur Ehr­lich­keit. Das ist die Kapi­tu­la­ti­on vor dem Sys­tem. Denn wer „Deal with it“ sagt, akzep­tiert nicht nur die Ver­hält­nis­se – er ver­tei­digt sie.“ Ja, die digi­ta­le Welt ist kaputt. Bei Big-Tech ist Aus­beu­tung kein Bug, son­dern Busi­ness­mo­dell. Das Pro­blem ist nicht, dass die­se Kon­zer­ne „böse“ sind. Das Pro­blem ist, dass sie genau das tun, wie sie sol­len: Als Pro­fit­ma­schi­nen behan­deln sie Men­schen, Demo­kra­tie und Pla­net als Kollateralschaden. Ethik? Ein Fei­gen­blatt. Ver­ant­wor­tung? Exter­na­li­siert. Und wir? Ein­ge­bun­den in ein Sys­tem, das uns weis­ma­chen will, wir hät­ten kei­ne Wahl – wäh­rend es uns gleich­zei­tig die Illu­si­on von „Frei­heit“ ver­kauft, solan­ge wir brav kli­cken, scrol­len, kaufen. „Deal with it!“ – das ist das genaue Gegen­teil von dem, was Ador­no mit „Es gibt kein rich­ti­ges Leben im Fal­schen“ mein­te. Sein Satz war kei­ne Auf­for­de­rung zur Resi­gna­ti­on, son­dern eine Dia­gno­se: In einer kaput­ten Welt gibt es kei­ne unschul­di­gen Lösun­gen – aber das heißt nicht, dass wir auf­hö­ren sol­len, nach bes­se­ren zu suchen. Wer „Deal with it“ sagt, kapi­tu­liert nicht vor der Rea­li­tät – er kapi­tu­liert vor der Mög­lich­keit, sie zu ändern. Und genau das will das Sys­tem: dass wir unse­re Wut run­ter­schlu­cken und wei­ter­ma­chen wie bisher. ## Warum Verzicht keine Lösung ist Wer kann sich leis­ten, auf **alle** Big-Tech-Tools zu ver­zich­ten? Die Tech-Mil­li­ar­dä­re, die ihre Kin­der von Bild­schir­men fern­hal­ten – wäh­rend sie den Rest der Welt in ihre Platt­for­men locken? Ver­zicht ist eine pri­vi­le­gier­te Haltung. Die Jour­na­lis­tin Kash­mir Hill hat es vor ein paar Jah­ren ein­mal ver­sucht, nach­ein­an­der auf alle Ama­zon, Goog­le, Micro­soft, Apple und Face­book zu ver­zich­ten. Schon das hat ihr Leben sehr kom­pli­ziert gemacht – auf alle gleich­zei­tig zu ver­zich­ten ist prak­tisch unmög­lich. Für uns muss des­we­gen Tech-Nut­zung immer wider­sprüch­lich bleiben. Und selbst wenn du auf alles ver­zich­ten könn­test, ändert das nichts an den Macht­ver­hält­nis­sen. Ver­zicht ist indi­vi­du­ell – das Pro­blem ist struk­tu­rell. Indi­vi­du­el­le Moral reicht nicht aus, um gesell­schaft­li­che Wider­sprü­che auf­zu­lö­sen. Oder, um es auf die Idee des „Mora­li­schen Drei­ecks“ zu pro­ji­zie­ren: Kon­su­men­ten­ethik allei­ne reicht nicht. Der Markt allein regelt es nicht. Wir sind auf den Gesetz­ge­ber und auf Unter­neh­men ange­wie­sen, die ein Inter­es­se an ethi­schem Han­deln haben. ## Die Dritte Option: „Kritische Teilhabe“ Wenn Unter­wer­fung unethisch und Ver­zicht unmög­lich ist – was bleibt uns dann als Bür­ge­rin­nen und Bür­gern? Die Ant­wort: Kri­ti­sche Teil­ha­be. Wir kön­nen das Fal­sche nicht ver­las­sen, aber wir kön­nen in ihm so leben, dass es nicht auch noch Recht bekommt. Dazu kön­nen wir uns par­ti­ell ver­wei­gern und nur bestimm­te Tools nut­zen (z. B. Signal statt Whats­App oder Next­cloud statt One­Dri­ve). Was signa­li­siert, dass nichts alter­na­tiv­los ist. Wir kön­nen die Tech­nik ent­zau­bern, indem wir mit unse­rer Spra­che Wider­stand gegen die Nar­ra­ti­ve der Kon­zer­ne leis­ten. Wir mei­den ver­kür­zen­de For­mu­lie­run­gen wie „Der Algo­rith­mus hat ent­schie­den“, son­dern füh­ren aus: „Men­schen haben einen Algo­rith­mus so pro­gram­miert, dass er XY begünstigt.“ Wich­tig ist es auch, Alter­na­ti­ven sicht­bar zu machen, indem wir in jedem Pro­jekt fra­gen: „Gibt es eine Open-Source-Alter­na­ti­ve?“ Kri­tik wird dann zum selbst­ver­ständ­li­chen Teil sol­cher Gespräche. Jedes Mal, wenn ein Big-Tech-Tool Pro­ble­me macht, kön­nen wir die­se Kos­ten benen­nen: „Wäre das mit einer Alter­na­ti­ve pas­siert?“ Das macht Abhän­gig­kei­ten bewusst. Es hilft auch in Social Media nicht nur Kri­tik an Big Tech zu pos­ten, son­dern zu sagen: „Hier ist, was ich statt­des­sen nut­ze. Und das funk­tio­niert für mich super!“ Das schafft Hand­lungs­op­tio­nen für andere. ## Was ich selbst tue (und wo ich scheitere) Ich nut­ze ein Android-Smart­phone. Es nervt mich, aber ich nut­ze es – weil es prak­tisch ist, und weil ich (noch) kei­ne prak­ti­ka­ble Alter­na­ti­ve gefun­den habe. Aber: * Ich habe Signal und Three­ma statt Whats­App – nicht weil ich mora­lisch bes­ser bin, son­dern weil ich nicht will, dass Meta mei­ne per­sön­li­chen Kon­tak­te vermarktet. * Ich nut­ze Next­cloud für mei­ne Doku­men­te, Kon­tak­te und Ter­mi­ne – nicht aus Prin­zip, son­dern weil ich kon­trol­lie­ren will, wer Zugriff hat. * Ich schrei­be in Libre­Of­fice – nicht weil Micro­soft Word „böse“ ist, son­dern weil ich kei­ne Lust habe, für ein Tool zu zah­len, das mich aus­spio­niert und weil es ein­fach tut, was ich will, ohne zu ver­su­chen smar­ter zu sein als ich. * Ich nut­ze Wero wo immer es schon geht – nicht weil Pay­Pal von Peter Thiel gegrün­det wur­de, son­dern weil ich ein­fach nur bezah­len will, ohne dass man mei­ne Ver­hal­tens­da­ten zweit-und dritt­ver­wer­tet werden. * Ich nut­ze Linux – nicht weil Win­dows mich über­wacht, son­dern weil ich die Viel­falt und die Mög­lich­kei­ten des frei­en Betriebs­sys­tems mag. * Ich nut­ze gene­rell lie­ber Open-Source – nicht weil pro­prie­tä­re Soft­ware schlecht wäre, son­dern weil ich die Selbst­be­stim­mung mag und dass ich dar­an mit­wir­ken kann, wie die Soft­ware wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Das ist kein Ver­zicht. Das ist Selbst­be­stim­mung im Klei­nen. Und ja, ich schei­te­re oft. Aber jedes Mal, wenn ich eine Alter­na­ti­ve nut­ze, bewei­se ich: Es geht auch anders. Die digi­ta­le Welt ist kaputt – aber sie ist nicht alter­na­tiv­los. Nutzt die Tech­nik, die ihr braucht – aber lasst euch nicht von ihr for­men. Stellt die Fra­gen, die die Kon­zer­ne nicht beant­wor­ten wol­len. Und han­delt, wo ihr könnt – nicht aus Moral, son­dern aus Selbstbehauptung. ## Links * Kuketz Blog: Das Tole­ranz­pro­blem der Tech-Sze­ne – Men­schen mit­neh­men statt belehren
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 01/02/2026
Datenschutz sagt: Deine Daten werden nicht öffentlich und wir machen mit Deinen Daten, was DU willst. Privacy sagt: Deine Daten werden nicht öffentlich und wir machen mit Deinen Daten, was WIR wollen. Damit ist "Privacy" etwas ganz anderes und das Gegenkonzept zu unserem Datenschutz.
kaffeeringe.de
„Privacy“ ist das US-Gegenkonzept zum europäischen Datenschutz
<p>Daten­schutz sagt: Dei­ne Daten wer­den nicht öffent­lich und wir machen mit Dei­nen Daten, was <strong>Du</strong> willst. Pri­va­cy sagt: Dei­ne Daten wer­den nicht öffent­lich und wir machen mit Dei­nen Daten, was <strong>wir</strong> wol­len. Damit ist „Pri­va­cy“ etwas ganz ande­res und das Gegen­kon­zept zu unse­rem Datenschutz.</p><!--more--><h2>Lost in Translation</h2><figure><img width="500" height="625" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/02/Datenschutz-vs-Privacy.jpg" alt><button type="button" aria-haspopup="dialog"></button><figcaption><br>Über­zeugt mich vom Gegenteil…</figcaption></figure><p>Oft wer­den „Daten­schutz“ und „Pri­va­cy“ gleich­ge­setzt. Pri­va­cy scheint ein­fach die eng­li­sche Über­set­zung von Daten­schutz zu sein. Doch wie das so mit Über­set­zun­gen ist: Hin­ter Wör­tern ver­ber­gen sich kul­tu­rel­le Kon­zep­te, die nicht immer kom­plett gleich­zu­set­zen&nbsp;sind.</p><p>Die deut­sche Tra­di­ti­on des Daten­schut­zes sieht Daten als Teil der mensch­li­chen Wür­de. Er soll vor dem Macht­miss­brauch durch Staat und Kon­zer­ne schüt­zen. Der deut­sche Daten­schutz hat sei­ne Wur­zeln im Nach­kriegs­deutsch­land und ist eng mit der Auf­ar­bei­tung der NS-Ver­gan­gen­heit ver­bun­den. In den 1970er-Jah­ren, als die Bun­des­re­gie­rung eine Volks­zäh­lung plan­te, for­mier­te sich mas­si­ver Wider­stand. Die ers­ten Com­pu­ter zogen in immer mehr Berei­chen ein und zeig­ten, wie leicht sie vie­le Daten ver­ar­bei­ten konn­ten. Bürger:innen fürch­te­ten eine Rück­kehr zu tota­li­tä­rer Überwachung.</p><h2>Das historische Volkszählunsurteil</h2><p>Der Pro­test gegen die Volks­zäh­lung mün­de­te 1983&nbsp;in das his­to­ri­sche <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Volksz%C3%A4hlungsurteil">Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts</a>, das das „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Informationelle_Selbstbestimmung">Recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung</a>“ als Teil des all­ge­mei­nen Per­sön­lich­keits­rechts (Art. 2 GG) ver­an­ker­te. Das Gericht beton­te, dass der Ein­zel­ne selbst ent­schei­den müs­sen, wer wel­che Daten über ihn erhebt und ver­wen­det. Dort heißt&nbsp;es:</p><blockquote><p>„Mit dem Recht auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung wären eine Gesell­schafts­ord­nung und eine die­se ermög­li­chen­de Rechts­ord­nung nicht ver­ein­bar, in der Bür­ger nicht mehr wis­sen kön­nen, wer was wann und bei wel­cher Gele­gen­heit über sie&nbsp;weiß.“</p></blockquote><p>Bereits 1977 hat­ten die Regie­rung aus SPD und FDP das ers­te Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz (BDSG) geschaf­fen. Es schrieb das Trans­pa­renz, Zweck­bin­dung und Ein­wil­li­gung als Kern­prin­zi­pi­en fest. Mit der DSGVO (2018) wur­de die­ser Ansatz euro­pa­weit aus­ge­wei­tet. Daten­schutz wur­de zum Grund­recht, das Staat, Unter­neh­men und ande­re Orga­ni­sa­tio­nen ver­pflich­tet, Nutzer:innen ech­te Kon­trol­le zu geben – zumin­dest theoretisch.&nbsp;</p><h2>Freiheit vs. Überwachung</h2><p>Der US-ame­ri­ka­ni­sche „Privacy“-Begriff ent­stand dage­gen im 19. Jahr­hun­dert als Abwehr­recht gegen staat­li­che Ein­mi­schung und eine als über­grif­fig emp­fun­de­ne Presse.&nbsp;</p><p>Der Auf­satz „<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/The_Right_to_Privacy_(article)">The Right to Pri­va­cy</a>“ (1890) von Samu­el D. War­ren und Lou­is Brand­eis defi­nier­te Pri­va­cy als „das Recht, in Ruhe gelas­sen zu wer­den“ („right to be let alo­ne“). Pri­va­cy war eine Reak­ti­on auf auf­dring­li­che Pres­se­be­richt­erstat­tung über das Pri­vat­le­ben bekann­ter Persönlichkeiten.&nbsp;</p><p>Im 20. Jahr­hun­dert präg­ten zwei Strän­ge die Debat­te in den&nbsp;USA:&nbsp;</p><ul><li>Ers­tens der staats­kri­ti­sche Ansatz, der bspw. vor will­kür­li­chen Haus­durch­su­chun­gen schützt, und&nbsp;</li><li>zwei­tens der markt­li­be­ra­le Ansatz, der Pri­va­cy als indi­vi­du­el­le Kon­sum­entschei­dung&nbsp;sieht.&nbsp;</li></ul><p>Wäh­rend Euro­pa nach dem Zwei­ten Welt­krieg Daten­schutz als kol­lek­ti­ves Gut regu­lier­te, setz­te sich in den USA ein ande­res Nar­ra­tiv durch. Es lau­tet: „Wenn du nichts zu ver­ber­gen hast, hast du nichts zu befürchten.“&nbsp;</p><p>Die Pres­se soll­te die Leu­te in Ruhe las­sen – es sei denn, es gab Infor­ma­tio­nen von öffent­li­chem Inter­es­se. Das ist lei­der nie moder­ni­siert und an die digi­ta­le Welt ange­passt wor­den. Der Digi­tal-Akti­vist Cory Doc­to­row <a href="https://pluralistic.net/2025/02/20/privacy-first-second-third/">berich­tet</a>, dass die letz­te Ände­rung am US-Ame­ri­ka­ni­schen Pri­va­cy-Recht 1988 vor­ge­nom­men wur­de, um die Aus­leih­lis­ten von Video­theks-Kun­den zu schützen.</p><blockquote><p>„Wenn Sie etwas haben, von dem Sie nicht möch­ten, dass jemand davon erfährt, soll­ten Sie es viel­leicht gar nicht erst&nbsp;tun.“</p><cite><a href="https://www.huffpost.com/entry/google-ceo-on-privacy-if_n_383105">Eric Schmidt, Google</a></cite></blockquote><h2>„Notice-and-Choice“</h2><p>Tech-Kon­zer­ne wie Goog­le oder Face­book nut­zen die­se Lücke: Sie inter­pre­tier­ten Pri­va­cy als „Kon­trol­le über öffent­li­che Bloß­stel­lung“ – nicht über Daten­nut­zung. Der „Notice-and-Choice“-Ansatz (Nutzer:innen wer­den infor­miert und kön­nen zustim­men) wur­de zur Standardlösung.&nbsp;</p><p>Im Gel­tungs­be­reich der der DSGVO wird dazu die Rechts­grund­la­ge der „infor­mier­ten Ein­wil­li­gung“ miss­braucht. „Noti­ce-and-Choice“ ist nur eine Aus­re­de. Die Macht bleibt bei den Unter­neh­men. Sie kön­nen unse­re Daten nach Belie­ben zu eige­nen Zwe­cken ver­wer­ten – solan­ge sie nicht „zu öffent­lich“ damit umgehen.</p><h2>Digitale Mündigkeit ist eine&nbsp;Farce</h2><p>Die Medi­en­wis­sen­schaft­le­rin Marei­ke Lis­ker zeigt in ihrer <a href="https://api-depositonce.tu-berlin.de/server/api/core/bitstreams/5f032944-eb28-4e06-b5bd-30a8d08695c9/content">Stu­die</a> (2023), dass „digi­ta­le Mün­dig­keit“ eine Far­ce ist. „Kon­trol­lie­re dei­ne Daten!“ ist eine neo­li­be­ra­le Respon­si­bi­li­sie­rung. Der Staat oder Platt­for­men über­tra­gen die Ver­ant­wor­tung für Daten­schutz an Ein­zel­ne. Sie geben ihnen aber nicht die Macht, die­ser Ver­ant­wor­tung gerecht zu werden.&nbsp;</p><p>Sie iden­ti­fi­ziert sie­ben struk­tu­rel­le Merk­ma­le, die zei­gen, war­um indi­vi­du­el­le Daten­kon­trol­le unter dem Pri­va­cy-Para­dig­ma scheitert:</p><ul><li><strong>Kon­ti­nu­ier­lich:</strong> Daten wer­den pau­sen­los gesam­melt – nicht nur bei akti­ver Nut­zung. Bei­spiel: Coo­kies tra­cken auch nach dem Schlie­ßen des Brow­sers (<a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Evercookie">Ever­coo­kies</a>).</li><li><strong>Kom­plex:</strong> Die Infra­struk­tur ist undurch­schau­bar (Wer­be­netz­wer­ke, Echt­zeit-Auk­tio­nen). Bei­spiel: Eine Web­site nutzt durch­schnitt­lich 3 Trackingtechnologien.</li><li><strong>Unsicht­bar:</strong> Nutzer:innen sehen nicht, was und wie gesam­melt wird. Bei­spiel: <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Fingerprint_(computing)">Fin­ger­prin­ting</a>, bei dem Brow­ser über ver­steck­te Merk­ma­le iden­ti­fi­ziert werden.</li><li><strong>Über­all</strong>: Track­ing fin­det auf allen Gerä­ten statt (Smart­phone, IoT, Apps). Bei­spiel: Staub­sauger­ro­bo­ter erstel­len Grund­ris­se von Wohnungen.</li><li><strong>Unaus­weich­lich</strong>: Wer das Inter­net nutzt, kann sich nicht ent­zie­hen. Bei­spiel: Selbst bei Opt-Out: Platt­for­men wie Meta sam­meln Daten über <a href="https://en.wikipedia.org/wiki/Lookalike_audience">Loo­ka­li­ke-Tar­ge­ting</a>.</li><li><strong>Prä­dik­tiv</strong>: Daten wer­den genutzt, um Zukunft vor­her­zu­sa­gen (auch sen­si­ble Attri­bu­te). Bei­spiel: Aus nur 15 gekauf­ten Pro­duk­ten lässt sich eine Schwan­ger­schaft ableiten.</li><li><strong>Divi­die­rend</strong>: Nutzer:innen wer­den nicht als Indi­vi­du­en, son­dern als Daten­punk­te behan­delt. Bei­spiel: Wer­bung rich­tet sich nicht an Per­so­nen, son­dern an sta­tis­ti­sche Profile.</li></ul><p>Damit macht Marei­ke Lis­ker klar, war­um Ein­wil­li­gun­gen nach DSGVO schei­tern: Sie kön­nen nie wirk­lich infor­mier­te Ein­wil­li­gun­gen sein und selbst wenn Nutzer:innen „Nein“ sagen, lei­ten die Big-Techs ihre Daten ein­fach über Daten ande­rer&nbsp;ab.</p><p>Das Pri­va­cy-Para­di­ma aus den USA kann kei­nen Grund­rechts­schutz vor mäch­ti­gen Daten­samm­lern aller Art gewähr­leis­ten. Pri­va­cy ist nur ein Schutz vor Ver­öf­fent­li­chung der eige­nen Daten – ein Kon­zept, das per­fekt zum neo­li­be­ra­len Ide­al der Selbst­ver­ant­wor­tung passt. Dadurch prägt aber das US-Ame­ri­ka­ni­sche Ver­ständ­nis von Pri­va­cy heu­te maß­geb­lich den glo­ba­len Umgang mit unse­ren&nbsp;Daten.</p>
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 27/01/2026
Bisher garantiert die Verfassung des Landes Schleswig-Holstein einen "persönlichen, schriftlichen und elektronischen Zugang zu seinen Behörden und Gerichten". Daraus soll künftig hauptsächlich ein digitaler Zugang werden.
kaffeeringe.de
„Digital-First“ per Landesverfassung
<p>Bis­her garan­tiert die Ver­fas­sung des Lan­des Schles­wig-Hol­stein einen „per­sön­li­chen, schrift­li­chen und elek­tro­ni­schen Zugang zu sei­nen Behör­den und Gerich­ten“. Dar­aus soll künf­tig haupt­säch­lich ein digi­ta­ler Zugang werden.</p><!--more--><p>Die Gro­ße Koali­ti­on aus CDU und Grü­nen in Schles­wig-Hol­stein hat sich eini­ges im Digi­ta­len vor­ge­nom­men. Nicht nur soll die <a href="https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/ministerien-behoerden/I/Presse/PI/2024/CdS/241125_cds_open-source-strategie">gesam­te Lan­dess­ver­wal­tung auf Open-Source umge­stellt</a> wer­den – die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sol­len zukünf­tig nur noch digi­tal mit Ver­wal­tun­gen kom­mu­ni­zie­ren kön­nen. Oder ist es eher anders her­um, dass die Ver­wal­tun­gen gezwun­gen wer­den, digi­tal zu kom­mu­ni­zie­ren? Viel­leicht bei­des ein&nbsp;wenig.</p><figure><img width="660" height="499" src="https://kaffeeringe.de/wp-content/uploads/2026/01/aihspv.jpg" alt></figure><h2>Die Verfassungsänderung</h2><p>Der Arti­kel 14 der <a href="https://www.landtag.ltsh.de/export/sites/ltsh/service/downloadgallery/kurzinfos/06_Landesverfassung.pdf">Lan­des­ver­fas­sung</a> lau­tet aktuell:</p><blockquote><p>„(1) Das Land gewähr­leis­tet im Rah­men sei­ner Kom­pe­ten­zen den Auf­bau, die Wei­ter­ent­wick­lung und den Schutz digi­ta­ler Basis­diens­te sowie die Teil­ha­be der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger an die­sen.<br>(2) Das Land sichert im Rah­men sei­ner Kom­pe­ten­zen einen per­sön­li­chen, schrift­li­chen und elek­tro­ni­schen Zugang zu sei­nen Behör­den und Gerich­ten. Nie­mand darf wegen der Art des Zugangs benach­tei­ligt werden.“</p></blockquote><p>CDU, Bünd­nis 90/​Die Grü­nen, FDP und SSW schla­gen eine <a href="http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl20/drucks/03600/drucksache-20-03684.pdf">Neu­fas­sung</a> des Arti­kel 14&nbsp;vor:</p><blockquote><p>„(1) Das Land gewähr­leis­tet im Rah­men sei­ner Kom­pe­ten­zen die Ent­wick­lung und den siche­ren und ord­nungs­ge­mä­ßen Ein­satz digi­ta­ler Basis­diens­te und digi­ta­ler Ver­wal­tungs­leis­tun­gen nach dem Stand der Tech­nik sowie den digi­ta­len Zugang zu sei­nen Behör­den und Gerich­ten.<br>(2) Das Land stellt die digi­ta­le Teil­ha­be an dem Zugang zu Behör­den und Gerich­ten gemäß Absatz 1 für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sicher, ohne dass dabei jemand benach­tei­ligt wer­den&nbsp;darf.“</p></blockquote><p>Das ergibt einen de‑facto Digi­tal­zwang. Die <a href="http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl20/drucks/03700/drucksache-20-03706.pdf">SPD-Frak­ti­on sieht</a> in die­ser Neu­fas­sung eine Ver­schlech­te­rung der Rechts­la­ge für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und lehnt die Ände­rung&nbsp;ab.&nbsp;</p><p>Die SPD sieht dar­in eine Ver­schlech­te­rung des Zugangs­rechts. Sie argu­men­tiert, dass die Ver­wal­tung noch längst nicht so digi­ta­li­siert sei, dass ein digi­ta­ler Regel­fall nie­man­den aus­schließt. Vor allem vul­nerable Grup­pen, die aus gesund­heit­li­chen, sozia­len oder tech­ni­schen Grün­den nicht digi­tal arbei­ten kön­nen, wer­den als Risi­ko genannt.</p><h2>Das Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung</h2><p>Die Ver­fas­sungs­än­de­rung steht nicht für sich allein. Par­al­lel arbei­tet die Lan­des­re­gie­rung am <a href="https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl20/unterrichtungen/00200/unterrichtung-20-00292.pdf">Digi­ta­li­sie­rungs­be­schleu­ni­gungs­ge­setz</a>, das zen­tra­le Regeln des eGo­vern­ment moder­ni­sie­ren&nbsp;soll.</p><p>Beson­ders rele­vant ist der geplan­te §&nbsp;27 EGovG SH. Dort sol­len die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ver­pflich­tet wer­den, das Ser­vice­kon­to des Lan­des als zen­tra­len Zugang zu Ver­wal­tungs­leis­tun­gen zu nutzen:</p><blockquote><p>„(1) Voll­jäh­ri­ge natür­li­che Per­so­nen mit Wohn­sitz, dau­er­haf­tem Auf­ent­halt oder Geschäfts­sitz in Schles­wig-Hol­stein sowie juris­ti­sche Per­so­nen oder ande­re Ver­ei­ni­gun­gen, denen ein Recht zuste­hen kann und die einen Sitz in Schles­wig-Hol­stein haben, müs­sen sich ein vom Land gemäß § 13 Absatz 2 Num­mer 11 als Basis­dienst ange­bo­te­nes Ser­vice­kon­to ein­rich­ten und müs­sen die­ses bei antrags­ge­bun­de­nen Ver­wal­tungs­ver­fah­ren für die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der öffent­li­chen Ver­wal­tung in Schles­wig-Hol­stein nutzen.“</p></blockquote><p>In Absatz 2 wer­den aller­dings Aus­nah­men genannt:</p><blockquote><p>„Eine Aus­nah­me für die in Absatz 1 genann­te Pflicht zur Nut­zung des Ser­vice­kon­tos besteht:</p><ol><li>beim Vor­lie­gen einer kogni­ti­ven Beein­träch­ti­gung, wenn die Beein­träch­ti­gung die Per­son an der Befol­gung der in Absatz 1 genann­ten Pflich­ten hindert,</li><li>beim Vor­lie­gen einer kör­per­li­chen Beein­träch­ti­gung, wenn die Beein­träch­ti­gung die Per­son an der Befol­gung der in Absatz 1 genann­ten Pflich­ten hindert,</li><li>beim feh­len­den Zugang zu einem inter­net­fä­hi­gen infor­ma­ti­ons­tech­ni­schen System,</li><li>beim Vor­lie­gen von Sprach­bar­rie­ren, die es der Per­son erschwe­ren, das Nut­zer­kon­to und das Post­fach zu nutzen,</li><li>wenn der Wohn­sitz oder der gewöhn­li­che Auf­ent­halt der Per­son sich in einem Gebiet befin­det, in dem die Anfor­de­run­gen des § 2&nbsp;TK-Min­dest­ver­sor­gungs­ver­ord­nung nicht erfüllt wer­den oder 6. im Ein­zel­fall, wenn außer­ge­wöhn­li­che Umstän­de vorliegen.“</li></ol></blockquote><p>In §15 (1) heißt es zusätzlich:</p><blockquote><p>„Trä­ger der öffent­li­chen Ver­wal­tung stel­len sicher, dass in begrün­de­ten Fäl­len, ins­be­son­de­re gemäß § 27 Absatz 2 Unter­stüt­zung bei der Nut­zung von elek­tro­ni­schen Ver­wal­tungs­leis­tun­gen ange­bo­ten&nbsp;wird.“</p></blockquote><p>Die Lan­des­re­gie­rung hat sich also durch­aus Gedan­ken über die Men­schen gemacht, die aus unter­schied­lichs­ten Grün­den das Ser­vice­kon­to nicht nut­zen kön­nen. Aller­dings bleibt die Lösung im Gesetz offen. Viel­leicht muss sie das auch blei­ben, wenn man sich vor Augen führt, wie unter­schied­lich die Men­schen sind, die für die Aus­nah­men in Fra­ge kommen.&nbsp;</p><h2>Vorbild Dänemark?</h2><p>Däne­mark hat Erfah­run­gen mit dem „Digital-First“-Ansatz gesam­melt. Dort sind gut 7&nbsp;% der Bevöl­ke­rung von Nut­zung der digi­ta­len Behör­den­post „befreit“, <a href="https://www.nordschleswiger.dk/de/daenemark-politik/neue-ministerin-entwuerdigend-dass-digital-herausgeforderte-sich-rechtfertigen">schreibt „Der Nord­schles­wi­ger“</a>. Däne­marks Digi­tal­mi­nis­te­rin Marie Bjer­re (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Venstre_(D%C3%A4nemark)">Venst­re</a>) kri­ti­sier­te 2023, dass Men­schen sich recht­fer­ti­gen müss­ten, wenn sie das Ser­vice­kon­to nicht nut­zen könnten.&nbsp;</p><p>Ihr Minis­te­ri­um hat­te dar­über hin­aus fest­ge­stellt, dass zwi­schen 17 und 22 Pro­zent der erwach­se­nen Bevöl­ke­rung digi­tal her­aus­ge­for­dert sei­en – wesent­lich mehr als die­je­ni­gen, die die Befrei­ung bean­trag­ten. Das kann dazu füh­ren, dass Men­schen Leis­tun­gen nicht bean­tra­gen, die ihnen zuste­hen und ihnen hel­fen sollen.</p><p>Däne­mark hat dar­auf­hin die Befrei­ung ver­ein­facht – sie benö­tigt kei­ne Begrün­dung mehr. Und gleich­zei­tig hat das Land nicht das Ziel auf­ge­ge­ben, mehr und mehr Men­schen die digi­ta­le Teil­ha­be zu ermöglichen.&nbsp;</p><p>Die Leh­re aus Däne­mark ist ein­deu­tig: Digi­tal­zwang führt nicht auto­ma­tisch zu digi­ta­ler Teilhabe.</p><h2>Was macht Schleswig-Holstein?</h2><p>Damit stellt sich die Fra­ge, wie das&nbsp;Land:</p><ol><li>Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in die Lage ver­set­zen will, das Ser­vice­kon­to sicher und selbst­stän­dig zu nutzen,</li><li>und wie Ver­wal­tun­gen mit den Men­schen umge­hen sol­len, die davon befreit sind.</li></ol><p>7&nbsp;% der Bevöl­ke­rung Schles­wig-Hol­steins wären über 200.000 Men­schen. Gera­de bei Men­schen in „kom­ple­xen Lebens­la­gen“ – etwa Woh­nungs­lo­se oder Men­schen mit Kri­sen­er­fah­run­gen – funk­tio­niert digi­ta­le Teil­ha­be häu­fig nicht. Wer hilft ihnen dann, Anträ­ge zu stel­len? Sitzt im Bür­ger­amt jemand, der die­se Auf­ga­be übernimmt?</p><p>Auch im Bereich der Betreu­ung oder in Ein­rich­tun­gen der Ein­glie­de­rungs­hil­fe ent­ste­hen neue Fra­gen:<br>Dür­fen Betreu­en­de oder Ein­rich­tun­gen stell­ver­tre­tend digi­ta­le Anträ­ge ein­rei­chen? Das wäre sinn­voll – ist im aktu­el­len Kon­zept des Ser­vice­kon­tos aber noch nicht sys­te­ma­tisch vor­ge­se­hen, soweit ich das&nbsp;sehe.</p><p>Da sind auf jeden Fall noch ein paar prak­ti­sche Fra­gen zu klären.</p><h2>Was können wir generell erwarten?</h2><p>Eine Ver­fas­sung ist ein Ver­spre­chen. Wenn die Lan­des­ver­fas­sung digi­ta­le Lösun­gen zum Regel­fall erhebt, ent­steht eine Erwar­tungs­hal­tung, die das Land auch erfül­len muss. Unaus­ge­reif­te digi­ta­le Ange­bo­te erzeu­gen Ent­täu­schung, Frust und Politikverdrossenheit.</p><p>Mit der geplan­ten Fas­sung des Arti­kel 14 wird das Land ver­pflich­tet, digi­ta­le Ver­wal­tungs­leis­tun­gen nach „<em>Stand der Tech­nik“</em> zu gewähr­leis­ten. Der Anspruch steigt – das ist poli­tisch gewollt. Jetzt muss die Umset­zung fol­gen. Kurz: Wer Digital‑First in die Ver­fas­sung schreibt, muss Digital‑Exzellenz liefern.</p>
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 04/01/2026
kaffeeringe.de
Big Market statt Big Tech!
Die USA haben ihre Tech-Monopolisten. China hat seine massive staatliche Förderung. Beides ist nicht das, was wir in Europa unter einer funktionierenden Marktwirtschaft für digitale Dienstleistungen verstehen. Wir müssen unseren eigenen Weg gehen.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 02/01/2026
kaffeeringe.de
Warum es mehr Blogs braucht
Joan Westenberg (<a rel="mention" class="u-url mention" href="https://mastodon.social/@Daojoan">@Daojoan</a>) macht sich kluge Gedanken darüber, was verloren ging, als die Leute ihre Blogs für Social Media aufgegeben haben.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 02/01/2026
kaffeeringe.de
Gemeinnutz aus Eigennutz
Normalerweise blogge ich nicht über Computerspiele. Meistens gibt es da nicht viel zu erzählen. Bei Arc Raiders aber ist mir etwas Interessantes aufgefallen: Die Leute kooperieren mit Fremden, obwohl sie es nicht müssten. Wie im echten Leben.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 30/12/2025
kaffeeringe.de
Standort bestimmen ohne Apple und Google
Die Smartphones von Apple und Google haben einen Dienst eingebaut, der Deinen aktuellen Standort ermittelt. Wer auch hier unabhängig von Big-Tech werden möchte kann die freie BeaconDB nutzen und selbst dazu beitragen, dass sie immer besser wird.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 25/12/2025
kaffeeringe.de
Das Piepen der Waschmaschine
Weil unsere neue Waschmaschine nicht mehr piept, wenn sie fertig ist, musste ich ins Smart-Home-Geschäft einsteigen. Dank FRITZ!Smart Energy 200 klingelt jetzt das Telefon, wenn die Wäsche fertig ist. […]
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 19/12/2025
kaffeeringe.de
Musikalische Entdeckungen 2025
In den letzten zwei Jahren bin ich wieder dazu gekommen, mich mit aktueller Musik zu beschäftigen und ich finde, das sind ein paar schöne Sachen veröffentlicht worden. […]
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 18/12/2025
kaffeeringe.de
Film-Rückblick 2024
Der Tag steht fest – eine Person wählt aus den gerade laufenden Filmen einen aus und alle müssen mitkommen. Ausreden gelten nicht. So funktioniert unser Kinostammtisch seit bald 25 Jahren. Das war unser Kinojahr 2025.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 13/12/2025
kaffeeringe.de
Digital bezahlen mit Wero
Mit Wero gibt eine europäische Alternative zum Bezahlen mit PayPal, die sich rasant verbreitet. Das ist noch viel zu unbekannt, wie ich finde.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 12/12/2025
kaffeeringe.de
Ein modernes Betriebssystem für die Arbeitwelt
Während Windows vom Gamer bis zur CEO glücklich machen muss, können Linux-Distributionen konkretere Nutzungsszenarien bedienen: Vom Server-System, übers mobile Betriebssystem wie Android, vom SteamOS auf dem Handheld bis zum Gamer-System mit Bazzite. Wie müsste ein Betriebssystem für die Arbeitswelt aussehen? Ein paar lose Gedanken.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 07/12/2025
kaffeeringe.de
Events, WordPress und das Fediverse
Wäre es nicht super, wenn man sich mit seinem Mastodon-Account einfach für eine Veranstaltung anmelden könnte - so wie das früher bei Facebook möglich war? Derzeit geht das noch nicht. Aber es gibt ein paar hoffnungsvolle Anzeigen, dass sich das ändern könnte.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 07/12/2025
kaffeeringe.de
Wie spielen WordPress und Mastodon zusammen?
Bisher konnte man im ActivityPub-Plugin für WordPress immer einstellen, wie die Posts bspw. bei Mastodon angezeigt werden. Dieses Features ist jetzt abgekündigt und der Plugin-Entwickler Matthias Pfefferle (<a rel="mention" class="u-url mention" href="https://mastodon.social/@pfefferle">@pfefferle</a>) hat mir in seiner öffentlichen Sprechstunde am Freitag erklärt, wieso das so ist.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 07/12/2025
kaffeeringe.de
Reden statt Verkünden
Vor Jahren war Social Media ein Versprechen: Es sollte die Menschen rund um die Welt verbinden. Heute? Ein Albtraum aus Notifications, Doomscrolling und Dopamin-Junkfood. Robert Alexander beschreibt es in seinem Blog treffend als Sirenengesang – verführerisch, aber tödlich für unsere Aufmerksamkeit. Seine Lösung? Calm Tech: Tools, die im Hintergrund wirken, statt zu Aufmerksamkeit zu heischen.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 03/12/2025
## Datenschutz ist die Voraussetzung für Datennutzung! Gera­de ist der Daten­schutz in der Euro­päi­schen Uni­on (EU) unter Beschuss – unter ande­rem unter dem Vor­wand der Daten­nut­zung. In einen län­ge­ren Inter­view hat netzpolitik.org mit der […] [Original post on kaffeeringe.de]
Louisa Specht-Riemenschneider bei der re:publica 25 in BerlinLouisa Specht-Riemenschneider bei der re:publica 25 in Berlin
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 19/11/2025
## Technik kann so schön sein Ich mag es, wenn Tech­nik ein­fach das tut, was sie soll und Men­schen echt im Leben hilft. Sei es zu Hau­se oder bei der Arbeit. Lei­der prä­gen oft die US-Kon­zer­ne das Bild von Digi­ta­li­sie­rung – mit all den […] [Original post on kaffeeringe.de]
Junge Frau, Die älteren Mann Bei Der Zahlung Im Internet Unter Verwendung Des Laptops HilftJunge Frau, Die älteren Mann Bei Der Zahlung Im Internet Unter Verwendung Des Laptops Hilft
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 03/10/2025
## Was meint Donald Trump mit „America First“? Du wachst eines Mor­gens auf und Dein Land ist nicht mehr die unan­ge­foch­te­ne Super­macht der Welt. Die Fabri­ken ste­hen still, die Jobs sind weg, und selbst Ihre Fein­de lachen über Dich. Genau die­ses […] [Original post on kaffeeringe.de]
Flagge der USAFlagge der USA
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 01/10/2025
## Die kommende Enshittifizierung von Sprach-KI Der­zeit ver­bren­nen die Kon­zer­ne Mil­li­ar­den-Sum­men für den Aus­bau ihrer Markt­an­tei­le. Irgend­wann wer­den sie mit ihren Chat-KIs jedoch Geld ver­die­nen müs­sen. Das wird die Ange­bo­te ver­än­dern […] [Original post on kaffeeringe.de]
Jemand schaut sich auf dem Smartphone eine Einführung in ChatGPT an. Im Hintergrund liegt ein Buch über KI.Jemand schaut sich auf dem Smartphone eine Einführung in ChatGPT an. Im Hintergrund liegt ein Buch über KI.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 20/09/2025
## Verkehrswende in Kiel Mobi­li­tät ist kein Selbst­zweck. Sie soll das Leben in der Stadt bes­ser machen – für alle. Der SPD-Ver­kehrs­kon­gress zeig­te, dass Kiels Weg in eine kli­ma­ge­rech­te, sozi­al aus­ge­wo­ge­ne und wirt­schaft­lich sinn­vol­le […] [Original post on kaffeeringe.de]
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 18/09/2025
## US-Big-Tech reguliert sich jetzt offiziell selbst Zucker­bergs Chef-Lob­by­is­tin wird die Lei­te­rin der iri­schen Daten­schutz­be­hör­de. Als wäre das nicht pikant genug: Aus Niamh Sweeneys Zeit ist der Kon­zern in zwei Daten­schutz­ver­fah­ren […] [Original post on kaffeeringe.de]
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 14/09/2025
## Datenschutz ist ein Qualitätsmerkmal Oft wird mit „Euro­päi­schem Daten­schutz“ gewor­ben. Das bleibt dann ober­fläch­lich: Die Ser­ver ste­hen in Deutsch­land, oder so. Aber bei Lesen von von „The Bridge Blue­print“ ist es mir klar gewor­den: Daten­schutz […] [Original post on kaffeeringe.de]
Checkliste mit drei Kästchen. Das oberste ist mit einem roten Haken abgehakt.Checkliste mit drei Kästchen. Das oberste ist mit einem roten Haken abgehakt.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 14/09/2025
## Warum dein Mastodon-Account so still ist – und wie du das änderst Es ist Sonn­tag­mor­gen, der Kaf­fee dampft, und du scrollst durch dein Mast­o­don-Feed. Irgend­wie … still. Zu still. Kei­ne neu­en Inter­ak­tio­nen, kaum Kom­men­ta­re, und selbst dei­ne […] [Original post on kaffeeringe.de]
Leerer RaumLeerer Raum
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 12/09/2025
## Warum Likes hier einfach wieder Spaß machen Es gibt etwas wun­der­bar Befrei­en­des an Mast­o­don: Ich kann wie­der ein­fach liken. Kein Algo­rith­mus, der mir danach wochen­lang ähn­li­che Inhal­te unter­ju­belt. Kein „Oh nein, wenn ich das jetzt […] [Original post on kaffeeringe.de]
Fröhliche junge Frau zeigt zwei Daumen nach oben.Fröhliche junge Frau zeigt zwei Daumen nach oben.
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 04/09/2025
## Wie funktioniert das EU‑US Data Privacy Framework (DPF)? Grund­la­ge für die lega­le Nut­zung von US-Cloud-Diens­ten aus der Euro­päi­schen Uni­on (EU) ist das EU‑US Data Pri­va­cy Frame­work (DPF). Ich habe mir ein­mal ange­schaut, wie das funk­tio­niert […] [Original post on kaffeeringe.de]
Freiheitsstatue vor dramatischem WolkenhimmelFreiheitsstatue vor dramatischem Wolkenhimmel
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 03/09/2025
## Wie geht es weiter mit dem EU‑US Data Privacy Framework? Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on (EuGH) hat heu­te den Ange­mes­sen­heits­be­schluss zum EU‑US Data Pri­va­cy Frame­work (DPF) gericht­lich bestä­tigt. DPF bleibt damit voll nutz­bar als […] [Original post on kaffeeringe.de]
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 30/08/2025
## Was machen wir jetzt mit dieser „KI“? „Ich bin ein KI-Has­ser,“ schreibt Antho­ny Moser in sei­nem Blog. Der unglaub­li­che KI-Hype über­deckt all die nega­ti­ven Sei­ten der Tech­no­lo­gie. Dazu eini­ge nicht abge­schlos­se­ne Gedanken. 👉 […] [Original post on kaffeeringe.de]
Roboterhand berührt MenschenhandRoboterhand berührt Menschenhand
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 30/08/2025
## Die Ukraine kämpft für Europa „Mehr­heit der Deut­schen befür­wor­tet ter­ri­to­ria­le Zuge­ständ­nis­se Kiews für Frie­den“, titelt die Ber­li­ner Zei­tung. Das ist lei­der sehr kurz­sich­tig. Lang­fris­tig bringt uns das kei­nen Frie­den. Eher im […] [Original post on kaffeeringe.de]
Demo mit einem Schild "Stop Putin"Demo mit einem Schild "Stop Putin"
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 29/08/2025
## Wie tickt Big-Tech? In der ARD Audiothek gibt es eine Reihe Podcasts, die gut recherchiert und tiefgründig erklären, warum und mit welchen Zielen die Tech-Oligarchen gerade tun, was sie tun. 👉 kaffeeringe.de/2025/08/29/wie-tickt… #ARD […] [Original post on kaffeeringe.de]
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kaffeeringe.de @blog.kaffeeringe.de.ap.brid.gy · 27/08/2025
## Die Gelddruckmaschine von Big-Tech Apple, Ama­zon, Meta, NVi­dia gel­ten als Stars des Akti­en­markts. Ihre Akti­en stei­gen und stei­gen. Inves­to­ren rei­ßen sich dar­um. Das gibt ihnen schein­bar unbe­grenz­te Mög­lich­kei­ten – solan­ge der Hype hält […] [Original post on kaffeeringe.de]
Verschiedene Aktienwerte auf einem großen DisplayVerschiedene Aktienwerte auf einem großen Display
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